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Posts Tagged ‘Elisabeth Preuß’


Eigentlich wäre ich heute zum 75. Jubiläum des Tags des Sieges in Wladimir. Ich hätte eine Delegation aus der Partnerstadt Erlangen begleitet. Vor genau 25 Jahren, am 9. Mai 1995, war ich zum 50. Jahrestag des Kriegsendes auch in Wladimir. Eine von fünf Reisen dorthin in den 90ern, auf der ich viel gelernt habe über Rußland und die Russen. Dafür profitiere ich bis heute und bin sehr dankbar dafür. #niewiederkrieg hat für mich damals eine sehr klare Bedeutung bekommen. Und ich spüre bis heute eine sehr enge Verbindung nach Wladimir und zu den Freunden dort. Deswegen habe ich ein paar alte Dias zum 9. Mai herausgesucht.

So schrieb gestern der Journalist Axel Mölkner-Kappl auf Facebook und fügte dann in einer Notiz für die Blog-Redaktion hinzu:

Ich spüre in diesen Tagen, wie wichtig es ist, daß wir dahinreisen – sobald es die Gelegenheit dazu gibt. Ich freue mich drauf.

Diesen Erinnerungsschatz will der Blog gerne zu heben helfen. Deshalb hier eine Abfolge von Aufnahmen, die ein Vierteljahrhundert alt, aber auch von ungeahnter Aktualität sind.

An bekannten Gesichtern auf dem Bild zu sehen: Andrej Filinow, Journalist und heute Intendant des Lokalsenders Wladimir, Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg und Peter Steger; der Herr, der sich zu dem Kind umdreht, ist Jurij Fjodorow, Vater der Partnerschaft auf russischer Seite. 9. Mai 1995

Erlangen-Haus Jubiläum 11

Andrej Filinow mit seiner Frau Tatjana am 9. Mai 2019

Gabriel Lisiecki vom Erlanger Bürgermeister- und Presseamt und Dietmar Hahlweg legen am Platz des Sieges einen Kranz nieder.  9. Mai 1995

 

Rechts im Bild der Weltkriegsveteran Nikolaj Schtschelkongow. 9. Mai 1995

Erlangen-Haus Jubiläum 7

Der 50. Jahrestag des Großen Sieges. 9. Mai 1995

Ganz bewußt zum 50. Jahrestag des Kriegsendes wurde vor 25 Jahren als Zeichen des Friedens und der Verständigung in Wladimir das Erlangen-Haus eröffnet. Auch hierzu hat Axel Mölkner-Kappl ein Dia ausgegraben und digitalisiert.

7. Mai 1995: Peter Steger, die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, sowie Tatjana Garischina, die erste Leiterin des Erlangen-Hauses; dahinter Percy Gurwitz, Jurij Fjodorow, Frank Hoffer, Deutsche Botschaft Moskau, Gouverneur Jurij Wlassow und Nikolaj Winogradow, Vorsitzender der Regionalduma

Und wenn wir schon bei Botschaften sind. Elisabeth Preuß, die – man kann es kaum anders sagen – eine Seelenverwandtschaft mit Wladimir verbindet, nahm in den letzten Stunden ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin auf bewegende Weise Abschied vom Erlangen-Haus. Sicher nur in ihrer politischen Funktion. Sicher nicht als Wahl-Wladimirerin. Aber hören und sehen Sie selbst:

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Die mittlerweile dritte Video-Botschaft nach Wladimir kommt heute aus dem Erlanger Rathaus. Bürgermeisterin Elisabeth Preuß wendet sich – auf Russisch! – an die Freunde in der Partnerstadt und erinnert an die vielen Begegnungen, die früher stattfanden und nun auf unbestimmte Zeit ausbleiben müssen.

Kameramann Amil Scharifow und Bürgermeisterin Elisabeth Preuß

Im Vorspann stellt der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, das zweiköpfige Team von TV-Mы – TV-Wir vor, das nun in unregelmäßigen Abständen Video-Grüße nach Wladimir senden will – zumindest bis zur Wiederaufnahme des Austausches. Die Aufnahmen entstanden am Freitag vergangener Woche. Schauen Sie doch mal rein:

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In der Pause des Konzerts des Universal Ensembles von Rainer Glas und Andrej Schewljakow am Sonntag – ein eher rares Treffen. Jonas Eberlein, einst Erlangens Verbindungsmann in Moskau, lebt nun in Darmstadt und begleitet von dort weiter die Entwicklung des Radverkehrs in russischen Städten. Natürlich verfolgt er auch, was sich da auf den Straßen von Wladimir tut – oder leider noch immer nicht tut. Und überhaupt bleibt er der Partnerstadt, die er schon durch eine musikalische Reise mit dem Ohm-Gymnasium kennengelernt hatte, verbunden und hat einen lesenswerten Artikel der Moscow Times im Gepäck, den für alle zu lesen lohnt, die sich für städtebauliche Themen interessieren: https://is.gd/atwpnc

Elisabeth Preuß, Getrud Härer, Axel Just und Jonas Eberlein

 

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Im Mai vergangenen Jahres erlebte das Universal-Quartett des Baßisten, Rainer Glas, mit Gilbert Yammine am Kanun, dem Holzbläser, Hubert Winter, und der Schlagzeugerin, Carola Grey, bei ihrem ersten Auftritt beim Wladimirer Jazz-Grom-Festival, wie das so klingen kann, wenn man sich ganz spontan verstärkt von dem inspirierten Streicherduo, Andrej Schewljakow und Anastasia Lemper, sieht. Offenbar eine Erfahrung, die eine großartige Idee entstehen ließ, die nun gestern abend im vollbesetzten Markgrafentheater auf schlichtweg meisterhafte Weise künstlerische Wirklichkeit wurde.

Elisabeth Preuß und Rainer Glas

Es ist, als hätte es Rainer Glas, schon am Vorabend nach den beiden Proben geahnt: „Das wird ein ganz besonderes Konzert!“ Recht sollte dieser Schamane des Jazz behalten – und das nicht nur wegen all der Erstaufführungen, sondern weil da zwei Quartette wie magisch miteinander verschmolzen, ineinander aufgingen, einen phantastischen Klangkörper bildeten, nun ergänzt von Wladimirer Seite durch Igor Starowerow und Sergej Suworow, Violine und Cello, sowie Andrej Lobanow und Alberto Diaz, Trompete und Piano, seitens Erlangen.

Rainer Glas

So zurückhaltend man mit Hyperbeln sein sollte, hier ist, warum es nicht vorwegnehmen, kein Superlativ zu gewagt. Sagen wir es mit den Worten eines Mannes aus dem Publikum, das am Ende mit stehenden Zugaben drei Zugaben erklatschte: „Ich habe jetzt schon man ein Konzert des Ensembles Universal besucht, und ich komme ja auch immer wieder gern, aber der heutige Abend war einmalig, war definitiv der beste!“

Andrej Schewljakow, Igor Starowerow, Anastasia Lemper und Sergej Suworow

Die Ehre des Introitus gab sich das Wladimirer Quartett mit der stimmigen Einführung in das Thema des Abends: „Orient meets Russia“. Alexander Borodin und Alexander Glasunow, zwei russische Komponisten, auf deutschen Bühnen eher selten zu hören, ließen ahnen, was da noch kommen sollte. Auch wenn die Gäste da, im 19. Jahrhundert erst Atem schöpften und noch streng-gediegen klassisch zu Werke gingen, bevor es hineinging in den Jazz des 20. Jahrhunderts und den Cross-Over unserer Zeit.

Hubert Winter

Den Jazz-Ton gab dann der Wahl-Nürnberger Andrej Lobanow an, dessen Karriere in Nowosibirsk begonnen hatte. Seine Jazz-Arrangements der drei russischen Volkslieder von der einsamen Birke auf dem weiten Feld, von der unermeßlichen Steppe und einem Kutscher, der dort im Schneesturm umkommt, sowie schließlich von den Moskauer Abenden, die gern bis Mitternacht dauern, blieben immer erkennbar am Original und führten doch schon hinaus in jenes musikalische Universum, das sich nun öffnen sollte und wo man glaubt, es könne nicht mehr weitergehen, wo dann aber doch die Instrumente immer neue Räume entdecken, oft am Rand des noch Spielbaren, manchmal auch schier darüber hinaus.

Rainer Glas und Carola Grey

Nach der Kunstpause, bestens präpariert, der Block, den man insgesamt mit „Oriental Mood“, einem der Arrangements des Saitenzauberers, Gilbert Yammine, überschreiben könnte, der in Andrej Schewljakow sein kongeniales Gegenstück gefunden hatte. Was da an verzaubernden Klangscharaden zu hören war, hörte sich an, als hätten das Doppelquartett schon eine jahrelange gemeinsame Bühnenerfahrung. Dabei handelte es sich um die wichtigste Premiere dieses Abends, wie Rainer Glas voll Vorfreude ankündigte: „Wir hören uns jetzt nach zwei Proben in der Studioenge selbst zum ersten Mal im großen Saal.“ Und was da zu hören war, wird als Meisterstück in die Geschichte des musikalischen Austausches zwischen Erlangen und Wladimir eingehen. Da spielte zusammen, wer zusammengehört!

Sergej Suworow, Igor Starowerow, Anastasia Lemper, Andrej Schewljakow, Carola Grey, Hubert Winter, Rainer Glas und Gilbert Yammine

In der dritten und abschließenden, unvorbereiteten Zugabe zeigte sich das besonders. Nichts war vorher abgesprochen, keiner konnte wissen, wann sein Solo kommen würde, und dann erklang doch jede Stimme noch einmal mit unbändiger Kraft genau da, wo sie hingehörte. Weltmusik eben auf unerhörtem Niveau. Schade nur, daß der Blog nichts als dürre Worte zur Hand hat, hoffnungslos der so mit Leben aufgeladenen Musiksprache unterlegen. Aber es gibt ja die famosen Bilder von Othmar Wiesenegger, und bald schon ist das Konzert in voller Länge auf youtube nachzuhören.

Einer muß den Anfang machen: stehende Ovationen für das Ensemble, gesehen von Thorsten Hulke

Jetzt darf man hoffen, daß diese so universelle Zusammenarbeit eine Fortsetzung findet. Es bräuchte halt in Erlangen eine Akademie für Weltmusik, wo sich die Musiker nicht groß um die Finanzierung ihrer Projekte kümmern müssen. Das künstlerische Potential ist, angereichert durch die Städtepartnerschaft mit Wladimir, vorhanden. Bis dahin aber, werden die beiden Formationen sicher wieder andere Wege des Zusammenwirkens finden.

Alberto Diaz

Noch ein Nachsatz zu dem Pianisten Alberto Diaz, mit dem Rainer Glas schon lange zusammenarbeitet. „Was hat ein Kubaner mit Rußland zu tun?“ fragte er denn auch und gab gleich selbst die Antwort: „Ganz einfach, seine Musiklehrerin stammte aus der Sowjetunion, und als sich die auflöste, blieb die Pädagogin in Havanna und strietze ihren Schüler, bis der lernte, so zu spielen, wie er jetzt spielen kann.“ Da schließt sich dann auch wieder der Kreis zu Andrej Schewljakow, dessen Eltern, wie der Sohn ebenfalls Geiger, auch schon auf der Insel unterrichteten und dort die russische Schule vertraten. Besseres kann es eben kaum geben für die Musik, als diese Mischung aus strenger Disziplin und überbordender Spielfreude.

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Wir bleiben weiter beim Russischen Abend vom Freitag vergangener Woche, dem Höhepunkt, wenngleich noch lange nicht Abschluß, der Russisch-Deutschen Wochen an der Volkshochschule. Um im Bild der vorangegangenen Berichte zu bleiben: Wenn Bürgermeisterin Elisabeth Preuß der Veranstaltung den wohltemperierten Ton vorgab, dann stammt der ad lib. wiederholte Refrain des Treffens von Konsul Andrej Matwijenko, wie bereits vor zwei Jahren eigens aus München angereist: Wir wollen Freunde sein!

„Ihre Freundschaft mit Wladimir, Ihre Partnerschaft mit Wladimir kann gar nicht überschätzt werden“, rief er ins gut 130 Köpfe zählende Publikum und nahm den Ball auf, den Elisabeth Preuß ihm mit ihrem Wunschtraum zugespielt hatte, es möge doch bald – zumindest für den Austausch der deutsch-russischen Partnerstädte – der visafreie Verkehr eingeführt werden. Das, so der Diplomat, sei gar nicht so unvorstellbar, denn den elektronischen Sichtvermerk, zu beantragen via Internet, gebe es ja bereits für Sankt Petersburg und Kaliningrad. „Und vielleicht wird das auch einmal für Wladimir möglich…“

Andrej Matwijenko, gesehen von Othmar Wiesenegger

Und, wie um den 1. Konsul zu bestätigen, schrieb gestern Reiner F. Schulz, ein Erlanger Künstler mit enger Verbindung zu Wladimir, per Facebook aus dem Venedig des Nordens:

Wunderbare Repin-Ausstellung zum 175. Geburtstag – unglaublich, so viele wunderbare Porträts. Malewitsch und Freunde sind auch immer wieder genial. Für St. Petersburg gibt es jetzt vereinfachte e-Visa, kostet nichts, kurzfristig zu bekommen, im Internet…

 

Reiner F. Schulz

Tatsächlich gilt diese Regelung – wie schon länger auch für Kaliningrad – seit dem Sommer vergangenen Jahres mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu acht Tagen in Stadt und Region. Näheres unter: https://is.gd/xlZxXc – Aber auch die Europäische Union führte Erleichterungen für die Visa-Erteilung ein, die seit gestern Gültigkeit haben und einzusehen sind unter: https://is.gd/dYOoQR

Andrej Matwijenko, Oxana Löscher und Daniel Gossel

Bis dieser Wunschtraum auch für den Austausch mit Erlangen  Wirklichkeit wird mag noch einige Zeit verstreichen. Doch die will das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA), seit mehr als 30 Jahren eine tragende Säule der Städtepartnerschaft, nutzen, um sich neben den bisherigen je dreiwöchigen Studienaufenthalten des Dolmetscher- und Übersetzernachwuchses an zwischenstaatlichen Programmen für Praktika und Hospitationen zu beteiligen. Viel Stoff für Gespräche mit Oxana Löscher, der Leiterin der Russischen Abteilung, und Daniel Gossel, Direktor des IFA und Professor am Lehrstuhl für Auslandwissenschaften der FAU.

Nadja Steger und Andrej Matwijenko

Die Gespräche zwischen Erlangen und dem Russischen Generalkonsulat in München, davon darf man ausgehen, werden fortgesetzt, auch wenn eines Tages tatsächlich die Visaschranken zwischen unseren Ländern fallen sollten. Denn, um auf den Refrain des Abends zurückzukommen: „Wir Russen wollen mit euch Deutschen Freunde sein.“ Dafür wird die Partnerschaft auch weiterhin ihren Teil beitragen. Und der sollte, das zeigte der Russische Abend, nicht unterschätzt werden.

Fortsetzung folgt

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Der Russische Abend am Freitag, um den gestrigen Bericht nun fortzusetzen, brachte den Veranstaltern viel Lob ein. Einige dieser Stimmen, die als Kommentare im Blog und auf Facebook eingingen, seien hier zitiert:

Lieber Peter und liebe alle an der Partnerschaft arbeitenden wunderbaren Menschen: Es war ein grandioser Abend. Danke!

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin

Welche Wohltat, im täglichen Ohren und Geist abtötenden nationalen und internationalen Politlärm, solches zu hören,
Den Tag mit so einem Blog zu beginnen.

Richard Dähler, Zürich

Ein wunderbarer Abend mit vielen Erinnerungen , aber auch einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Birgitt Aßmus, Stadträtin und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses

Das war ein sehr schöner Abend, toll organisiert, interessante Beiträge und coole Unterhaltung: eine wunderbare Freundschaft mit Wladimir. Herzlichen Dank.

Valerie Hellmann, Freundeskreis Wladimir

SCHADE! OHNE MICH! Trotzdem!!

Wiktor Malygin, Altrektor Universität Wladimir und Mitglied des Vorstands des Erlangen-Hauses

Klaus Steinke, Prof. em. und Inhaber des aufgelösten Lehrstuhle für Slawistik der FAU, Elisabeth Preuß, Andrej Matwijenko und Susanne Lender-Cassens im Gespräch mit Sabine Lotter

Nur eitel Lob? Das gibt es nicht einmal an einem solchen Festabend. Vielfach kritisiert wurde nämlich das Quiz mit der Frage, wer sich denn all die schwierigen Fragen ausgedacht habe, die man, wie ein Teilnehmer meinte, zum Teil nicht einmal mit kreativ-modernen Methoden der Suche per Kyrillisch im Internet habe lösen können. Nun, Xaver Y. Enigma, der Ratefuchs der Redaktion, ging daraufhin durchaus streng mit sich selbst ins Gericht, will sich allerdings, eingedenk des Bildungsauftrags der Volkshochschule, keineswegs schuldig sprechen, denn vor den Preis setzten bekanntlich schon die Götter den Schweiß. Und die Preise konnten sich ja auch sehen lassen. Nun aber, wie von Reinhard Beer am Ende des Abends angekündigt, für alle, auch jene, die nicht dabei sein konnten, der Rätsel Auflösung:

  1. Welcher russische Komponist hat ein berühmtes Märchen von E.T.A. Hofmann vertont?
  • Schostakowitsch
  • Tschajkowskij
  • Borodin

Das war verhältnismäßig leicht zu erraten, weil das Flötenquartett zur Einstimmung in den Abend zwei Stücke von Peter Tschajkowskij spielte.

  1. Boris Pasternak war einer der größten russischen Schriftsteller mit Weltruhm. Seine Sprache ist unglaublich reich und faszinierend. Womit vergleicht er die Sonne in seinem Roman „Doktor Schiwago“?
  • mit einer Orange
  • mit dem Auge eines geliebten Menschen
  • mit der russischen Seele

Schwierig, zugegeben, aber wer den Roman gelesen hat, wird sich an die Szene erinnern, wo der Autor Orange und Sonne gleichsetzt.

Russischer Abend 8

Andrej Matwijenko und Rose Ebding, eine der beiden Drittplatzierten

  1. Was bemerken die Gäste aus Erlangen am schnellsten in Wladimir, das sie in Erlangen vermissen?
  • Gastfreundschaft
  • WLAN in der Stadt
  • kostenloser Nahverkehr für Gäste

WLAN ist im Unterschied zu Deutschland nicht nur in Wladimir, sondern landesweit so gut wie in jeder Stadt selbstverständlich; es funktioniert sogar in der Metro von Moskau, tief unter der Erde.

Andrej Matwijenko und Georg Kaczmarek, einer der beiden Drittplatzierten

  1. Welche Sportart nahm 2019 nach einer sehr langen Unterbrechung wieder den Austausch auf?
  • Schwimmen
  • Langlauf
  • Schach

Das kann nur wissen, wer selbst mitgespielt oder aufmerksam die Sportspalte des Blogs gelesen hat. Es ist dank einer Initiative von Höchstadt und Krasongorsk – Schach, und für dieses Jahr ist schon das nächste Turnier geplant.

Georgios Tziafetas als einer der beiden Zweitplatzierten mit Andrej Matwijenko

  1. Zum wievielten Mal finden die Russisch-Deutsche Wochen in Erlangen statt:
  • 10 x
  • 12 x
  • 14 x

Wieder eine Frage zum Durchatmen, denn die Zahl zehn erklang oft genug von der Bühne oder fand im Blog Erwähnung.

  1. Zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Wladimirer Rus bestanden enge Verbindungen. Mit wem tauschte Großfürst Andrej Bogoljubskij Geschenke aus:
  • Kaiser Friedrich I
  • Kaiser Heinrich II
  • Papst Gregor der Große.

Friedrich Barbarossa schenkte Andrej Bogoljubskij zwei Armillae; eines dieser prunkvollen Armbänder ist im Louvre zu sehen, das andere im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Russischer Abend 11

Andrej Matwijenko und Harald Luft, einer der beiden Zweitplatzierten

  1. Der Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die UdSSR firmierte als
  • Unternehmen Barbarossa
  • Operation Lebensraum
  • Vergeltung für Versailles.

Der schrecklichste Feldzug der Neuzeit, die Überfall auf die UdSSR unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.

Xenia Sakerowa, Trägerin des Titels „Russionär 2020“, mit Andrej Matwijenko

  1. Wie oft ging der Nobelpreise für Literatur an russischsprachige Autoren?
  • 6 x
  • 7 x
  • 8 x

Bonuspunkt für die Nennung von Namen: _________________________

Iwan Bunin, Boris Pasternak, Michail Scholochow, Alexander Solschenizyn, Josif Brodskij, Swetlana Alexijewitsch.

  1. Russisch ist nicht nur eine der sechs Amtssprachen der UNO, es gilt vielmehr noch immer als lingua franca im postsowjetischen Raum. Wie viele Sprecher gibt es insgesamt?
  • 300 Mio.
  • 420 Mio.
  • 550 Mio.

Es sind knapp 300 Millionen.

  1. Kaum ein Lebensmittel verbindet man enger mit der russischen Küche als Kaviar. Woher aber kommt das Wort? Der Ursprung ist
  • persisch-türkisch
  • südslawisch
  • arabisch

Kaviar galt schon im alten Persien als Delikatesse, und aus diesem Raum stammt auch der Begriff für den Fischrogen.

Überraschungspreis für Reinhard Beer, verliehen vom 1. Konsul Andrej Matwijenko außer Konkurrenz: die Einladung zum Empfang anläßlich des Russischen Nationalfeiertags nach München

  1. Die Partnerstadt Wladimir trägt den Namen eines Großfürsten. Nennen Sie drei sowjetische bzw. russische Politiker mit diesem Vornamen:
  • ………………………………….
  • ………………………………….
  • ………………………………….

Wladimir Lenin, Wladimir Putin, Wladimir Schirinowskij. So verschieden sie sein mögen, der Vorname vereint sie.

  1. Die Initiative zur Gründung der Partnerschaft ging aus von
  • Erlangen
  • Wladimir
  • Bayerisch-Sowjetische Freundschaftsgesellschaft.

1981 schon äußerte Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, in Moskau den Wunsch nach einer sowjetischen Partnerstadt.

  1. Wie viele Austauschprogramme und Projekte gibt es zwischen Erlangen und Wladimir jährlich?
  • bis zu 50
  • bis zu 80
  • gut 100.

Die Zahl der Austauschprogramme pendelt sich in den letzten Jahren bei 100 ein.

  1. Der sowjetische Regisseur Andrej Tarkowskij drehte einen seiner Filme in Wladimir und Susdal. Es handelt sich um:
  • Andrej Rubljow
  • Nostalgia
  • Iwans Kindheit.

Das Leben des Wandermönchs, Andrej Rubljow, verfilmte der Regisseur an Originalschauplätzen in Susdal und Wladimir.

Russischer Abend 14

Sieghard Hellmann, der das große Los mit der Reise nach Wladimir zog, überreicht von Andrej Matwijenko und Reinhard Beer

  1. Die „Stimme des Großen Vaterländischen Krieges“ im Radio stammte aus Wladimir. Hitler erklärte den Sprecher zu seinem persönlichen Feind. Sein Name ist:
  • Jurij Lewitan
  • Isaak Lewitan
  • Boris Diktor.

Wladimir setzte seinem berühmten Sohn, Jurij Lewitan, ein sprechendes Denkmal, eine Statue mit seiner Stimme.

  1. Das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau im Erlangen-Haus erhielt unlängst bei einem Audit Bestnoten. Wie viele dieser Zentren gibt es in der Russischen Föderation?
  • 12
  • 17
  • 20

Es sind ihrer zwanzig.

  1. Vor dem Jahreswechsel wurden in Moskau ein Chor und seine Leitung als landesweit bester ausgezeichnet. Es handelte sich um den
  • Knabenchor von Eduard Markin
  • Kammerchor von Tatjana Grin
  • Kammerchor Raspew von Natalia Kolesnikowa

Diesen begehrten Titel erhielt im Dezember der Knabenchor von Eduard Markin, der voraussichtlich im Advent wieder einmal nach Erlangen kommt.

Reinhard Beer und seine Mitstreiterinnen bei Vorbereitung und Organisation der Russisch-Deutschen Wochen und des Russischen Abends, Elisabeth Hein und Nadja Steger

Nochmals die Preise und Sieger: Der Ehrengast des Russischen Abends, der 1. Konsul Andrej Matwijenko, überreichte folgende Preise: an Rose Ebding und Georg Kaczmarek, die sich den dritten Platz teilten, je ein Kunstwerk aus Wladimir; an Georgios Tziafetas und Harald Luft, beide im zweiten Rang, einen Gutschein für einen ihrem Sprachniveau entsprechenden Russischkurs und Xenia Sakerowa als der Siegerin und Trägerin des Titels „Russionär 2020“ eine Einladung zum Empfang des Russischen Generalkonsulats anläßlich des Nationalfeiertags am 11. Juni ins Hotel Bayerischer Hof in München. Und dann die Überraschung: Der Diplomat überreichte auch Reinhard Beer, Hausherr und Cheforganisator der Russischen Wochen, eine Einladung zu diesem Fest in die Landeshauptstadt. Verdient, fürwahr! – Doch dann die Auslosung für den Hauptpreis. Fortuna entschied, und nur einer konnte die richtige Nummer gezogen haben: Sieghard Hellmann vom Freundeskreis Wladimir, der nun eine Reise nach Wladimir – hin und zurück, wie Reinhard Beer betonte – antreten und drei Tage im Erlangen-Haus wohnen darf. Ganz wie Friedrich Schiller sagte: „Das Überraschende macht Glück!“ – Glückwunsch an alle, die Lieblinge der Götter wie jene, die ihren Preis mit Schweiß verdienten!

Fortsetzung folgt

 

 

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Irgendwann bei 130 hatte Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule gestern beim Russischen Abend im Großen Saal zu zählen aufgehört, und als das Superhirn der Russisch-Deutschen Wochen dann mit einem c.t. gegen 19.15 Uhr die Veranstaltung eröffnete, war ihm die Erleichterung anzumerken, daß alle zumindest einen Notsitz gefunden hatten. Wie nun aber dieses Treffen mit seinem umfangreichen Festprogramm und dem Schwerpunkt „25 Jahre Erlangen-Haus“ hier im Blog unterbringen? Die Redaktionsleitung entschied sich dazu – hoffentlich im Sinne der Leserschaft – die Berichterstattung als Fortsetzungsgeschichte zu gestalten und mit der Eröffnungsrede von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß zu beginnen, die den wohltemperierten Ton des Abends, die freundschaftlich gestimmte Atmosphäre der Zusammenkunft vorgab:

Bernadette Rosenkranz und ihr Flöten-Quartett der Sing- und Musikschule

Geht Ihnen auch das Herz auf, wenn Sie an Wladimir denken? Sind 2.379 km weit? In Zeiten des Eisernen Vorhangs war die Strecke zwischen Erlangen und Wladimir nahezu unüberwindbar, heute reisen wir zu Hunderten zu unseren Freunden in Wladimir oder Erlangen, manche – ganz nach Erlanger Art – mit dem Rad, wie etwa Peter Smolka.

Peter Smolka

Eines stimmt damals wie heute: Wer sich traut, in die Welt der Freundschaft mit Wladimir einzutreten, dem wird eine Wundertüte unerwarteter und berührender Erlebnisse zuteil:

Manchmal hängt tatsächlich der Himmel voller Geigen, wenn Musiker aus Erlangen und Wladimir zusammen auftreten; daß viele Köche nicht den Brei verderben, merkt man bei den Festen, und daß wir nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen, erfährt man, wenn man das Fortkommen jener begleitet, die zum ersten Mal als Schüler und dann immer wieder in die Partnerstadt reisen.

Konsul Andrej Matwijenko schneidet zusammen mit den Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß die Geburtstagstorte an

Jeder Staat, und sei er noch so mächtig, besteht letztlich aus den Menschen, die in den Städten und Dörfern das Gemeinwesen bilden und leben. Auch wenn staatstragende Entscheidungen in nationalen Parlamenten getroffen werden und die Staatsführungen mal durch rauhe, mal durch glatte See segeln, immer sind es auch die Menschen, junge oder alte, die die Zeitläufte eines jeden Landes mit Geschichten und mit Geschichte füllen.

Städtepartnerschaften haben nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, Menschen aus unterschiedlichen Ländern zueinander zu führen, und zwar unabhängig davon, ob es in der großen Politik stürmt oder die Sonne scheint. Ich kann dies selbstbewußt sagen, denn beide Außenminister, Heiko Maas und Sergej Lawrow, haben mehrfach betont, stabile Städtepartnerschaften seien immer wichtig, in politisch bewegter See aber noch wichtiger. Das Wort „Volksdiplomatie“ drückt das wunderbar aus, und die Ergebnisse dieser „Diplomatie der Abertausenden“ kann sich sehen lassen.

Erlangen und Wladimir, das heißt Heizkessel montieren, Busse überführen, Menschenwürde leben im Roten Kreuz, und: gemeinsam feiern und lachen.

Erlangen und Wladimir, das heißt aber auch, zu akzeptieren, daß es – welch Wunder – woanders anders ist, daß hier Selbstverständliches drüben ganz anders verstanden werden kann. Erlangen und Wladimir, das heißt, zu leben, was wir im Stadtmotto führen, nämlich offen zu sein für das andere in der Partnerstadt.

Erlangen und Wladimir, das heißt also eine echte Bürgerpartnerschaft zu leben, die von Begegnungen in den Botschaften, von Jubiläen über Bürgerreisen, von Schulaustausch, beruflichen Kooperationen, kulturellen Begegnungen bis zu privaten Kontakten alles lebt. Engmaschig, fachkundig, weltoffen, vertrauensvoll, zuverlässig und freundschaftlich sind Adjektive, die unsere über 30jährige Geschichte beschreiben.

Es gibt aber – zum Schluß – zwei Herzensangelegenheiten, Alleinstellungsmerkmale, die ich mit Überzeugung als geschichtsträchtig bezeichnen möchte.

Die Hüter der Geburtstagstorte, Reinhard Beer und Peter Steger

Das ist zum einen das Erlangen-Haus, dessen Jubiläum wir dieses Jahr feiern. Dieses einladende, freundliche und gemütliche Haus zeigt, wie unsere beiden Länder am gleichen Ort auf Augenhöhe und Hand in Hand bestehen können: Für Wladimirer wie für Erlanger ist das Erlangen-Haus Heimat im besten, weil zusammenführenden Sinn dieses Wortes.

Es gibt in unserer Städtepartnerschaft noch ein zweites, das uns tief im Herzen berührt (manchmal zu Tränen) und das mit Fug und Recht als Kompendium des Friedens bezeichnet werden kann und muß: Ich spreche von dem Werk „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ und der damit einhergehenden Erinnerungs- und Friedensarbeit mit russischen wie deutschen Veteranen.

Komm wieder

Denn dies muß in unseren Gedanken, Worten und Taten immer ganz oben stehen: Nie wieder darf von deutschem Boden Diskriminierung, Rassenwahn, Krieg und Völkermord ausgehen.

Bis zum heutigen Tag ergreife ich die ausgestreckten russischen Hände mit Dankbarkeit und fühle mich als Bürgermeisterin, aber vor allem als Deutsche, der Friedensarbeit verpflichtet. Mы будем всегда работать для мира у дружбы. Es bleibt dabei: Erlangen und Wladimir werden immer für den Frieden und die Freundschaft arbeiten.

Fortsetzung folgt

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