Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘dreißigjähriges Partnerschaftsjubiläum Erlangen – Wladiimir’


Derzeit laufen in Wladimir die Vorbereitungen auf einen großen Juristenkongreß Ende Mai, zu dem Fachleute aus ganz Rußland erwartet werden – und zwei Kollegen aus Deutschland: Gerda-Marie Reitzenstein und ihr Kollege Stefan Franke. Da bietet sich ein Blick zurück an, auf jene Tage des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums, wo mit Gerda-Marie Reitzenstein, Direktorin des Amtsgerichts Erlangen, erstmals eine deutsche Richterin in Wladimir einen Vortrag hielt.

Am 31.05.2013 war es soweit: Ich hatte das Glück und die Gelegenheit, während des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums Erlangen–Wladimir russische Juristen zu treffen.

Vorausgegangen war der Besuch einer Juristendelegation aus Wladimir in Erlangen im Februar 2012. Die Kollegen hatten sich damals vor allem für den Strafvollzug interessiert und mehrere Bayerische Justizvollzugsanstalten besichtigt, aber auch dem Erlanger Amtsgericht einen Besuch abgestattet, bei dem es zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch gekommen war – und natürlich zu einer herzlichen Gegeneinladung.

Gerda-Marie Reitzenstein und Pawel Bondarjew

Gerda-Marie Reitzenstein und Pawel Bondarjew

So wartete ich also voller Spannung ein gutes Jahr später im Foyer des Hotels Orion in Wladimir auf das, was der Tag an neuen Eindrücken, Begegnungen und Erfahrungen bringen würde. Abgeholt wurde ich von einem sehr gut englisch sprechenden jungen Mann, der mir jedoch schon auf der Fahrt zur Verwaltungsakademie, wo der erste Vortrag stattfinden sollte, einen Wermutstropfen einzuschenken hatte, als er mir mitteilte, der für den Nachmittag vorgesehene Vortrag im Juristischen Institut müsse leider entfallen. Das Institut habe die erforderliche Genehmigung nicht rechtzeitig beantragt, das sei eben Rußland.

Umso beeindruckender war dann jedoch der erste Programmpunkt, der Besuch der Verwaltungsakademie der „Russian Presidential Academy of National Economy and Public Administration, Vladimir Branch“, die direkt dem Präsidenten untersteht und an der u.a. bislang 60 Astronauten ihre Ausbildung in Fragen der Verwaltung erhielten. Prunkstück des  gepflegten Gartens ist dann auch eine von Jurij Gagarin gefahrene Limousine mit einem Standbild des später tödlich verunglückten ersten Menschen im Weltall. Die Bedeutung des Ortes wird auch dadurch unterstrichen, wenn in dem großzügigen  und  gepflegten  Gebäude etliche Schulklassen mit ehrfürchtig schauenden Kindern unterwegs sind.

Im repräsentativen Zimmer des Direktors wurde ich von den Direktoren der juristischen Abteilung, Andrej Malachow und Andrej Naumow, erwartet. Während des nun folgenden einstündigen Gesprächs stießen eine Richterin und zwei Richter zur Runde. Von großem Interesse waren vor allem Fragen der Ausbildung zum Richter und der Organisation der Gerichte in Deutschland. Hilfreich für mich dabei Kenntnisse, die ich früher einmal bei Partnerschaftstreffen des Oberlandesgerichts Nürnberg mit dem Appellationsgericht Varna in Bulgarien gewonnen hatte, denn die Justiz in Bulgarien ist in vielen Belangen wohl ähnlich konzipiert wie die russische. So gibt es in beiden Ländern „Gerichtshelfer“, die nach dem Jurastudium an einer Universität einem Richter zur Seite stehen und für diesen so viel wie möglich vorbereiten. Der Zugang zum Richteramt setzt dann eine deutlich spätere und offensichtlich sehr schwierige weitere Prüfung voraus. Derartige „Gerichtshelfer“ gibt es in Deutschland nicht.

Auf keinen Fall vergessen darf ich, Wiktor Malygin zu erwähnen, den Leiter der Abteilungen für Deutsch und Englisch der Akademie. Ohne seine Souveränität und ausgezeichneten Sprachkenntnisse hätten die Gespräche nie so gut gelingen können. Ihm sei an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich gedankt.

Er war es dann auch, der die anschließende gut eineinhalbstündige „Vorlesung“ übersetzte. In einem Hörsaal der Akademie hatten sich gut 40 Personen, Studenten und Lehrkräfte, eingefunden, um etwas über das Rechtssystem in Deutschland zu erfahren. Einen kurzen Moment brauchte ich, um mich daran gewöhnen, auf zwei Bildschirmen rechts und links von mir zu sehen zu sein, denn die Veranstaltung wurde insgesamt videoaufgezeichnet; ich habe mich dann auf die Zuhörer konzentriert. Da ich kein bestimmtes vorgegebenes Thema hatte, stellte ich Grundsätzliches dar: Wie wird man Richter / Staatsanwalt / Rechtsanwalt in Deutschland? Wie ist die Justiz aufgebaut? Parallel dazu sprach ich dann auch meinen beruflichen Werdegang und die Probleme der Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Abschließend ging ich auf verfassungsrechtliche Grundlagen der richterlichen Tätigkeit, insbesondere auf die im Grundgesetz garantierte fachliche und persönliche Unabhängigkeit der Richter, ein.

Genug Stoff für viele Fragen der Zuhörer: Kann man sich in Deutschland außerhalb der Strafverhandlung auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren einigen? Welche Erfahrungen haben wir in Deutschland mit dem Europäischen Gerichtshof gemacht? Zurückhaltend habe ich mich dann geäußert, wenn die Frage auf eine Bewertung der russischen Verhältnisse abzielte, so z.B. als ein Student wissen wollte, was man hierzulande falsch mache, da doch so häufig der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte von russischen Bürgern angerufen werde.

Nach den konzentrierten Gesprächen des Vormittags war dann das Mittagessen in den Räumen der Akademie hochwillkommen. Dank meinem herausragenden Dolmetscher Wiktor Malygin konnte ich weitere Einblicke in das russische Leben gewinnen: Zum Beispiel wird der dritte Toast immer auf die Frauen und die Liebe ausgebracht (ich war wohl mit meinem Trinkspruch an dritter Stelle etwas voreilig gewesen) und grundsätzlich hat nur derjenige, der den Toast ausbringt, aber auch nur dieser, das Glas in einem Zug zu leeren.

Da am Mittagessen auch einige Richter teilgenommen hatten, kam es zu dem im Programm vorgesehenen separaten Treffen mit Richterkollegen gar nicht mehr. Mir wurde jedoch in Aussicht gestellt, bei einem nächsten Besuch auch das neue Gerichtsgebäude besichtigen zu können.

Am Ende des sehr freundschaftlich und entspannt verlaufenden Mittagessens haben wir uns gegenseitig versichert, wie wichtig solche Treffen für das gegenseitige Verstehen und damit für ein friedliches Miteinander der Völker ist, und wir waren einig darin, den Kontakt auf alle Fälle – sei es in Erlangen, sei es in Wladimir – fortsetzen zu wollen.

Gerda-Marie Reitzenstein, Direktorin des Amtsgerichts Erlangen

Der Link zum Besuch aus Wladimir vor zwei Jahren ist hier: http://is.gd/CbuUx4

Read Full Post »


Das dreißigjährige Partnerschaftsjubiläum ist nun auch formal abgeschlossen. Die Ausstellung mit 38 Arbeiten von 17 Mitgliedern der Gruppe plus des Erlanger Kunstvereins hat den Weg zurück gefunden. Nicht ohne Hindernisse freilich. So anstandslos es auf der Hinreise Ende Mai vergangenen Jahres durch den Zoll am Moskauer Flughafen Domodjedowo ging, so schweißtreibend gestaltete sich die Rückführung der Bilder und Keramiken. Und das nicht wegen des Umfangs allein: eine eigens für den Zweck gezimmerte Holzkiste, ein Koffer, ein Plastikbehältnis und eine übergroße Tasche. Weder Gewicht noch Volumen machten Probleme. Er war vielmehr die vergleichsweise leichte und schmale schwarze Mappe mit dem „Carnet A.T.A. für die vorübergehende Einfuhr von Waren“, an der die Rückholung fast gescheitert wäre.

EKV 1_0002

Carnet

Zunächst wurde das Begleitdokument im Erlangen-Haus als vermißt gemeldet, was beim formalen Inhaber der Papiere zu veritablen Panikattacken führte, bis sein mitgereister Sohn Dominik mit dem frischen Blick des Externen und der Maxime folgend, in einem Haus gehe nichts verloren, noch einmal in allen Schubladen die Suche aufnahm – und fündig wurde. Doch damit war die edle Sache noch nicht ausgestanden, der Schweiß der Gerechten noch nicht in Strömen geflossen. Die eigentliche Prüfung stand noch bevor. Nach rascher und fast staufreier Fahrt am Flughafen angekommen, interessierten sich die Zollbeamten lebhaft für den Inhalt des Gepäcks, vor allem aber für die Ausfuhrgenehmigung. Wie sich in den Gesprächen mit zeitweise vier Grenzern rasch zeigte, hätte das Carnet damals bei der Einreise von den Kollegen eröffnet werden sollen. Stattdessen hatten sie den arglos erfreuten Partnerschaftsbeauftragten einfach durchgewunken. Wie nun etwas außer Landes bringen, das offiziell gar nicht hier sein durfte? Fast eineinhalb Stunden dauerten die Beratungen – fernmündlich auch immer wieder mit Vorgesetzten, Kunstexperten, Entscheidungsträgern. Mit dem Ergebnis: Die Ware bleibe am Flughafen unter Beschluß bis zur Ausfertigung neuer Papiere. Doch ohne die Arbeiten zurückfliegen, ohne die Arbeiten, auf deren Rückführung die wahrhaft geduldigen Künstler ohnehin schon ein Dreivierteljahr hatten warten müssen? Unmöglich! Eine halbe Stunde vor Abflug schließlich der Durchbruch. Der hinzugezogene Leiter der Zollabteilung hatte ein Einsehen, ließ sich überzeugen, daß die Ausstellungsobjekte ohne bösen Vorsatz eingeführt wurden und nun nicht zum Schaden der russischen Kultur das Land wieder verlassen. Das Angebot, die gerechte Strafe für das Vergehen entrichten zu wollen, stimmte den Beamten milde. Gegen die Entrichtung einer „Bearbeitungsgebühr“ von 1.000 Rubel, etwa 20 Euro, war die Ordnungswidrigkeit bei einem Gesamtwert der Fracht von immerhin 20.550 Euro aus der Welt geschafft, und der Heimreise stand nichts mehr im Wege. Desto größer dann die Freude am Nürnberger Flughafen bei den Abholern. Die planen übrigens schon weiter und denken an die Gegeneinladung für die Künstlerfreunde aus Wladimir. Halt ganz so, wie es in der Partnerschaft sein soll.

Das Empfangskomitee des Erlanger Kunstvereins am Flughafen Nürnberg mit Dominik und Peter Steger

Das Empfangskomitee des Erlanger Kunstvereins am Flughafen Nürnberg mit Dominik und Peter Steger

Und ganz anders als es momentan in der großen Politik läuft. Statt selbstgerecht Wladimir Putin die Ohren langzuziehen und als bösen Buben in die Ecke der Schurken dieser Welt zu stellen, sollten die eilfertigen Schulmeister aus dem Westen nach ihren eigenen völkerrechtlichen Fehlleistungen à la Grenada, Libyen, dem Irak oder Kosovo lieber mit ihm sprechen. Es kann etwas länger dauern, die Zeit kann knapp werden, ganz so, wie gestern am Flughafen Domodjedowo. Und gerade dann, wenn die Sache zu scheitern droht, lohnt es, im Gespräch zu bleiben. Am Ende findet sich ein Ausweg, wenn man bereit ist, eine Gegenleistung zu bringen, zumindest eine Teilschuld anerkennt. Das ist auch und gerade mit Russen möglich. Den umgekehrten Fall eines Russen am deutschen Zoll mit unvollständigen Papieren möchte man sich lieber nicht vorstellen. Die Politik macht das ja leider vor.

Read Full Post »


Das dreißigjährige Partnerschaftsjubiläum war gewiß nicht arm an Höhepunkten. Zu den ganz besonderen Unternehmungen gehörte aber sicher die Tour der beiden Radnomaden, Doris und Klaus Höhle, die in 106 Tagen 8.890 km von Erlangen via Wladimir bis an die Wolga und retour entlang der Donau führte. In den vorangegangenen Berichten hier im Blog klang immer wieder an, wie viel ungesagt, wie viele Bilder ungezeigt bleiben müssen.

Der Streckenverlauf

Der Streckenverlauf

Nun ist der Moment gekommen zu zeigen, was es zu zeigen gibt, zu sagen, was es zu sagen gibt. Am Mittwoch, den 30. Oktober, nämlich berichtet das Ehepaar Doris und Klaus Höhle um 19.30 Uhr im FSV-Sportheim, Hannberger Weg 9, Großenseebach, von ihrer Radreise, die auch noch Kilometergeld für die Rosenkranzgemeinde in Wladimir erbracht hat. Der Eintritt ist frei, um Spenden – für die Katholiken in der Partnerstadt – wird gebeten.

???????????????????????????????

Zur Erinnerung hier der Link an einen der Berichte im Blog: http://is.gd/YnPtPA

Read Full Post »


Kennengelernt haben sich die beiden, Doris Hinderer vom Bürgermeister- und Presseamt und die Studentin Kristina Kapsjonkowa, in Wladimir während des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums. Die eine als Leiterin der Bürgergruppe bei ihrer fordernden Premiere in der Partnerstadt, die andere bei ihrem Ersteinsatz als dolmetschende Begleiterin von Gästen aus Erlangen. Als Doris Hinderer in dem täglichen Miteinander – und bisweilen auch terminlichen Durcheinander – von Kristina Kapsjonkowa erfuhr, daß sie noch nie im Ausland war, geschweige denn im Land, dessen Sprache sie studiert, beschloß die Rathausmitarbeiterin kurzerhand, die Russin an ihrer Seite nach Erlangen einzuladen. Gesagt – getan.

Doris Hinderer und Kristina Kapsjonkowa

Doris Hinderer und Kristina Kapsjonkowa

Knappe zwei Wochen galt nun der Rollentausch – freilich in entspannterer Atmosphäre – mit lauter Premieren für die Besucherin: der erste Flug, die erste Auslandsreise, die erste fränkische Kirchweih, die erste deutsche Geburtstagsfeier, die erste Bekanntschaft mit Radler und Bratwurst, die erste kulinarische Liebe zum bayerischen Kloß… Fragt man nach den schönsten Eindrücken, tut sich die aus Gus-Chrustalnyj stammende Germanistin bei aller sprachlichen Gewandtheit schwer, sich festzulegen und stellt die Gegenfrage, welcher Bereich gemeint sei – Essen und Trinken, Kultur, Sehenswürdigkeiten… Zu viel auf einmal eben. Zu viele Premieren. Nur eines ist klar: Den größten Eindruck hinterläßt die Gastfreundschaft ihrer Erlanger Freundin und deren Familie, wo es heute Abschied nehmen heißt. Immerhin Abschied vielleicht nicht für lange, denn schon im Frühjahr 2014 könnte Kristina Kapsjonkowa, die schon an der Schule Deutsch gelernt hat, dann im vierten und vorletzten Studienjahr, im Rahmen des Studentenaustausches an das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde kommen. Mit all den daraus entstehenden Möglichkeiten für eine weitere Mitwirkung in der Städtepartnerschaft. Und Doris Hinderer? Sie wird wohl auch eines Tages die Gegeneinladung annehmen und dann in aller Ruhe Wladimir erkunden und bestimmt – als Premiere – einen längeren Ausflug nach Gus-Chrustalnyj unternehmen.

Read Full Post »


Noch vor der Sommerpause – falls etwas in der Art überhaupt im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir gibt – dürfen sich die Freunde der russischen Folklore auf ein besonderes Ereignis freuen. Heute nämlich trifft das Tanzensemble Wladimirez ein und bleibt eine ganze Woche, um an einem Arbeitstreffen teilzunehmen, das gefördert wird von Jugend in Aktion, Jugend für Europa und dem Stadtjugendring Erlangen. Mit dabei Scoil Uí Ruairc aus Irland, Les Divas Dynasty aus Rennes – und, neben anderen deutschen Gruppen, Ihna als Gastgeber.

Wladimirez

Wladimirez

Dieses in seiner Konzeption bisher einzigartige Tanzprojekt, in dem die Partnerstädte Rennes und Wladimir in Erlangen zusammenwirken, wurde mit organisatorischer Unterstützung aus dem Partnerschaftsbüro ehrenamtlich entwickelt und soll nun in die Säle und auf die Bühnen kommen. Zum Auftakt des Internationalen Projekts „Youth Cross Culture“ mit über 50 Teilnehmern aus vier Nationen findet am Dienstag. den 23. Juli, ab 19.30 Uhr im Großen Saal des Freizeitzentrums Frankenhof bei freiem Eintritt ein Abend mit spritziger Folklore statt, dargeboten von Wladimirez, Scoil Uí Ruairc und Ihna statt.

Wladimirez und Ihna in Spanien

Wladimirez und Ihna in Spanien

Am Sonntag, den 28. Juli, schließlich laden die Veranstalter um 20.00 Uhr ebenfalls bei freiem Eintritt zur Show „Mixed Dancing Styles“ in E-Werk ein. Man darf gespannt sein auf diesen gemischten Abend mit all den so verschiedenen Tanzstilen aus den vier Ländern mit ihren so unterschiedlichen Traditionen. Vor allem darf man gespannt sein darauf, wie die Tanz- und Folkloregruppen einander beieinflussen, voneinander lernen, einander inspirieren.

Moderner Paartanz von Wladimirez

Moderner Paartanz von Wladimirez

Denn während der gemeinsamen Woche gibt es vom 26. bis 28. Juli tagsüber in der Sponselhalle auch ein Tanzseminar, wo die Mischung so richtig abgestimmt werden soll und Wladimirez zum Beispiel – weitab von seinem eigentlichen Metier – modernen Paartanz zeigen will.

youth_cross_culture_flyer_final.indd

Für alle, die es noch nicht wissen: Es gibt in der Geschichte der Städtepartnerschaft keine künstlerische Verbindung, die länger währt – sie geht bis ins Jahr 1985 zurück -, als die Zusammenarbeit zwischen den beiden Tanz- und Folklore-Ensembles Ihna und Wladimirez. Wenn nun auch noch die Partnerstadt Rennes in diese außergewöhnliche Freundschaft einbezogen wird, darf man dies gewiß einen großartigen Höhepunkt des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums nennen – und den Besuch der Veranstaltungen allen Tanzbegeisterten ans Herz legen.

youth_cross_culture_flyer_final.indd

Read Full Post »


Heide Mattischek, langjähriges Mitglied des Erlanger Stadtrates und Bundestagsabgeordnete, gehört zum innersten Kreis derer, die vor 30 Jahren die Städtepartnerschaft mit Wladimir begründet haben und begleitet bis heute wohlwollend kritisch den Austausch. Ihre Teilnahme an der Bürgerreise zum dreißigjährigen Jubiläum Ende Mai / Anfang Juni schlug denn auch eine Brücke zwischen Damals und Heute. Von besonderem Wert deshalb ihre Einschätzung der Partnerschaft und ihr Ausblick auf die Zukunft.

Heide Mattischeck

Heide Mattischeck und Siegfried Balleis in Wladimir 2013

30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir – das ist eine Erfolgsgeschichte. Als 1981 der damalige Oberbürgermeister, Dr. Dietmar Hahlweg, bei einem Autorentreffen in Moskau seine Idee von einer Partnerschaft Erlangens mit einer sowjetischen Stadt äußerte, hat sich niemand auch nur ansatzweise vorstellen können, was aus dieser damals mutigen Initiative einmal werden würde. Zu dieser Zeit gab es lediglich zwei Städte in der Bundesrepublik, die Kontakte zu Städten in der Sowjetunion geknüpft hatten. Das waren Hamburg und Saarbrücken – erstere zu Leningrad (heute wieder St. Petersburg), letztere zu Tbilisi in der damaligen Sowjetrepublik Georgien.

Dietmar Hahlwegs Motivation war geprägt von der Ostpolitik Willy Brandts „Wandel durch Annäherung“. Diese Annäherung hatte sich seit dem sogenannten „Nato-Doppelbeschluß“ im Jahre 1979 wieder verschlechtert. Von daher war die Bemühung um eine Städtepartnerschaft mit einer sowjetischen Stadt der Versuch, durch „Volksdiplomatie“ zwischen Kommunen und ihren Bürgerinnen und Bürgern Kontakte zu knüpfen.

Igor Iwanow, Vorsitzender des Stadtrates Wladimir, und Heide Mattischeck, 1983

Igor Iwanow, Vorsitzender des Stadtrates Wladimir, und Heide Mattischeck, 1983

Die Initiative der Stadtspitze Erlangens – auch über die deutsche Botschaft in Moskau – hatte Erfolg. Es war natürlich keine Rede davon, Erlangen in der UdSSR eine Stadt aussuchen zu lassen. Die Wahl der Verantwortlichen in Moskau fiel – aus welchen Gründen auch immer – auf Wladimir. Diese Stadt am „Goldenen Ring“ war damals nur wenigen, an russischer Geschichte und Kultur Interessierten ein Begriff. So hatte 1981 eine VHS-Reisegruppe unter der Leitung von Klaus Wrobel auf einer Rundreise auch Wladimir besucht und konnte viel Positives berichten.

Nicht nur die Mitglieder der ersten offiziellen Delegation (Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg, Stadtrat Claus Uhl, FDP, Stadträtin Heide Mattischeck, SPD, und Peter Millian von den Erlanger Nachrichten), die sich im Sommer 1983 auf den Weg nach Osten machten, waren gespannt, wie man sie in Wladimir empfangen werde. Auch für die Offiziellen dort war dieser Besuch aus der Bundesrepublik durchaus „unbekanntes Gelände“.

Heide Mattischeck mit Wera Sorina, Michail Swonarjow, Claus Uhl, Mira Woronitschewa, Dietmar Hahlweg, Jurij Fjodorow

Heide Mattischeck mit Wera Sorina, Michail Swonarjow, Claus Uhl, Mira Woronitschewa, Dietmar Hahlweg (stehend), Jurij Fjodorow und Igor Iwanow (in der Hocke) 1983

Umso größer war unsere Erleichterung über den herzlichen Empfang schon in Moskau. Die zweite Bürgermeisterin, Wera Sorina, begrüßte uns gleich nach der Landung noch im Flugzeug. Da der Autoverkehr in jener Zeit mit dem heutigen nicht vergleichbar war, erreichten die Erlanger die künftige Partnerstadt in wesentlich kürzerer Zeit. als das heute möglich ist.

Dort wurden wir von Oberbürgermeister Michail Swonarjow und zahlreichen Vertretern der Stadt und der Partei, der KPdSU, im Rathaus empfangen. Nach alter russischer Sitte überreichte man uns Brot und Salz. Natürlich waren beide Seiten etwas befangen, – aber wir hatten dennoch den Eindruck, willkommen zu sein.

Auch wenn es „nur“ um erste Kontakte zwischen zwei Städten ging, hatte dieser Besuch aus Erlangen in einer Stadt in der Sowjetunion wohl auch Bedeutung darüber hinaus. Und so hatten denn auch die Gastgeber in Wladimir alles getan, um den Besuch aus der BRD zu einem Erfolg zu machen. Man zeigte uns voller Stolz alle Sehenswürdigkeiten der Stadt, die wunderschönen Kathedralen, das Traktorenwerk, die Nachbarstadt Susdal mit ihren vielen Klöstern, Erholungseinrichtungen im Umland und vieles andere mehr. Und man verwöhnte uns nicht nur kulinarisch, sondern auch mit kulturellen Highlights wie Musik- und Tanzveranstaltungen.

Picknick

Picknick mit Michail Swonarjow, Wera Sorina, Mira Woronitschewa, Heide Mattischeck, Dietmar Hahlweg, Jurij Fjodorow und Claus Uhl, Wladimir 1983

Schon nach kurzer Zeit entstand trotz sprachlicher Probleme, die zu überwinden uns die Übersetzerin Mira Woronitschewa hervorragend geholfen hat, auch eine durchaus persönliche Sympathie. Es blieb nicht aus, auch Gespräche über den schrecklichen 2. Weltkrieg zu führen. Dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die UdSSR im Jahr 1941 sind mehr als 20 Millionen Menschen in der Sowjetunion – Soldaten und Zivilisten – zum Opfer gefallen. Es stellte sich heraus, nicht nur die Familie von Bürgermeister Swonarjow war unmittelbar davon betroffen, sondern auch auf Seiten der Delegation war der Verlust von Angehörigen zu beklagen. Diese gemeinsame Erfahrung verband uns – ohne Schuldzuweisung.

Und so ist es für mich ein gutes Gefühl, noch heute mit Menschen, die ich damals kennengelernt habe, bis heute einen guten und treuen Kontakt zu haben: Zu Jurij Fjodorow, der damals die „rechte Hand“ von Bürgermeister Michail Swonarjow war, und zu Mira, unserer kompetenten und aufmerksamen Dolmetscherin unter nicht einfachen Bedingungen. Was 1983 nicht vorstellbar war, nämlich private Einladungen in die Familien, ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Beziehungen zwischen unseren beiden Städten.

Peter Steger hat in einer kleinen Broschüre zum dreißigjährigen Jubiläum aufgelistet, wie sich die Partnerschaftsbeziehung zwischen Wladimir und Erlangen entwickelt hat. Entsprechend dem „Fünfjahresplan“ für Kultur-, Sport- und Jugendaustausch, der 1983 unterzeichnet worden war, lag der Schwerpunkt der Aktivitäten in den ersten Jahren in diesem Bereich. Kulturelle und sportliche Höhepunkte, die uns Wladimirer Gruppen nach Erlangen brachten, machten viele Bürgerinnen und Bürger in Erlangen neugierig auf die neue Partnerstadt. In den darauf folgenden Jahren des gewaltigen politischen Umbruchs in der Sowjetunion gab es in Erlangen eine große Welle der Hilfsbereitschaft, nicht nur von Seiten der Stadt, auch von Firmen und Organisationen und vor allem private Initiativen. Wir wären jedoch gut beraten, wenn wir mit dem Verweis darauf zurückhaltend umgehen würden.

Die Auflistung aller Aktivitäten von so unterschiedlichen Akteuren wie dem Fraunhofer Institut und der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf, dem Kreisverband Erlangen-Höchstadt des BRK und der Veteranen ist ein beredter Beweis für die Lebendigkeit dieser Partnerschaftsbeziehung. Wenn 200 Bürgerinnen und Bürger zum Jubiläumsfest nach Wladimir anreisen, spricht das für das weiterhin große Interesse an der Beziehung zu Wladimir. Auch wenn das Programm in Wladimir vorbereitet wurde, so war es doch für Peter Steger sowie für Doris Hinderer und Silvia Klein, die ihn tatkräftig unterstützt haben, ein Kraftakt, die Erlanger Gruppe zu betreuen. Immer waren es die drei, die angesprochen wurden, wenn Hilfe gefragt war. Die sprichwörtliche russische Gastfreundschaft war in unserem Hotel leider nur eingeschränkt zu spüren.

Mir ist erneut deutlich geworden, wie wichtig es ist, für solche Großveranstaltungen mit der Unterstützung der vielen Vereine, Organisationen und Initiativen rechnen zu können. Dieses zivilgesellschaftliche Engagement ist in der Russischen Föderation (noch) nicht sehr stark ausgeprägt. Wie notwendig die Unterstützung von derartigen Initiativen ist, wird am Beispiel des Roten Kreuzes in Wladimir deutlich. Eine lebendige Demokratie braucht Parteien und Gewerkschaften, aber auch Bürgerinnen und Bürger, die sich darüber hinaus für das Gemeinwohl engagieren, sich für soziale Einrichtungen, für die Umwelt und für Menschenrechte einsetzen.

Es wäre schön gewesen, wenn wir während des Partnerschaftsjubiläums mit dem Oberbürgermeister und gewählten Stadtvertretern  darüber hätten sprechen können. Dazu gab es leider keine Gelegenheit. Wohl gab es Treffen der beiden Oberbürgermeister, aber ein Gespräch der offiziellen Delegation aus Erlangen mit verantwortlichen Stadtvertretern war nicht vorgesehen. Gegenstand des Gesprächs hätten die positive Bilanz der 30 Jahre sein können, aber auch die Schwerpunkte der Zusammenarbeit in den kommenden 10 Jahren.

Auch  im Rahmen einer Städtepartnerschaft sollte ein Austausch von unterschiedlichen politischen Meinungen möglich sein. Das im vergangenen Jahr in Moskau beschlossene sogenannte „Agentengesetz“, mit dem die Unterstützung kritischer Initiativen aus dem Ausland verboten wurde, hat doch wohl auch in Wladimir Konsequenzen. Mich hätte die Meinung der Wladimirer dazu interessiert  – und ob das Gesetz dort direkte Auswirkungen hat. Unter Freunden sollte man auch kontroverse Sachverhalte besprechen können. Wenn zum Beispiel ein Mitglied von Amnesty International Erlangen kein Einreisevisum mehr bekommt. Ganz sicher keine Entscheidung, die in Wladimir gefällt wurde.

Ich habe keine Sorge: Die Partnerschaft wird weiter blühen und gedeihen und, wo möglich und nötig, noch vertieft werden. Dazu beitragen kann meines Erachtens ein verstärkter Schüleraustausch, so schwierig das auch immer sein mag.

Silvia Klein und Doris Hinderer in Wladimir

Silvia Klein und Doris Hinderer in Wladimir

Ich will an dieser Stelle noch einmal Peter Steger danken, der zusammen mit Doris Hinderer und Silvia Klein bei der Vorbereitung und der Durchführung dieses Großereignisses wieder alles gegeben hat.

Heide Mattischeck

Zwei Anmerkungen seien gestattet: Die Diskussion mit Stadträten wird baldmöglichst nachgeholt. Wladimirs Oberbürgermeister Sergej Sacharow hat bereits angekündigt, eine kleine Delegation der gewählten Volksvertreter nach Erlangen zu entsenden. Der Fall der Einreiseverweigerung, tatsächlich nicht von Wladimir zu verantworten, ist nach wie vor Gegenstand diplomatischer Verhandlungen auf Ebene der deutschen Botschaft in Moskau.

Read Full Post »


Bereits am Montag, den 27. Mai, flog eine kleine Gruppe, unter ihnen Matthias Buggert und ich, Heino Sand, vom Stadtjugendring Erlangen zusammen mit Peter Steger zum dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläum nach Wladimir. Dessen russische Kollegin, Anna Makarowa, hatte für uns ein zweitägiges Vorprogramm zusammengestellt, bei dem wir neue Kontakte zu Organisationen, die internationale tätig sind bzw. den Austausch mit Erlangen anstreben, knüpfen konnten. Wir versuchen derzeit Partner für diese Gruppen zu finden. Ab Donnertag nahmen wir am offiziellen Jubiläumsprogramm teil.

Am Dienstag wurden wir von der Vorsitzenden des Euroklubs Wladimir, Jelena Kurizyna, im Hotel abgeholt und zunächst in ihre Geschäftsstelle gebracht. Der Euroclub ist eine landesweit tätige Organisation mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen andere Kulturen näherzubringen und internationale Kontakte zu vermitteln. Man hat bereits etliche Partnerorganisationen und Interessengruppen in Schulen (ab der 1. Klasse), Berufsschulen und an der Universität. Hier treffen sich Interessierte, meist betreut von Lehrern oder Studenten, um Projekte zu verschiedenen Themenbereichen aus Wissenschaft, Kultur, Sport, Ökologie usw. unter internationalem Gesichtspunkt zu planen. Der Euroclub veranstaltet zahlreiche internationale Begegnungen in Europa, zu denen die Mitglieder der Euroclub-Gruppen eingeladen werden.

In der Geschäftsstelle trafen wir auch Nikolaj, einen der wenigen Hauptamtlichen, der für die Partner-Organisation Dom Mira arbeitet. Dom Mira, zu übersetzen mit „Haus der Welt“ und / oder „Haus des Friedens“ (das Russische läßt diese Wahl offen), ist in etwa 50 Städten vertreten und  organisiert Kulturprogramme, Festivals und Wettbewerbe, die auch regelmäßig in Wladimir stattfinden. Mehrtägige Programme für Kinder und Jugendliche zu den Themen Photographie, russische Kultur, Tanzen oder Malerei finden jährlich oder jedes zweite Jahr in Wladimir statt. Dom Mira hat bereits zahlreiche Kontakte nach Europa, unter anderem auch in Erlangens Partnerstadt  Jena, und gerne hätte man auch einmal Gäste aus Erlangen bzw. würde selbst an Festivals in Erlangen teilnehmen.

Berufsschule

Heino Sand, rechts im Bild beim Besuch der Berufsschule

Am Nachmittag besuchten wir eine Berufsschule, wo wir vom Rektor und der Betreuungslehrerin für die Euroclub-Gruppe begrüßt wurden. Hier bietet man für Jugendliche zwischen sechzehn und zwanzig Jahren eine zwei- bis dreijährige Ausbildungen für künstlerische Berufe an, wie traditionelle Holzmalerei, Kunstschreinerei, Modedesign. Die schönsten Werke kommen ins hauseigene Museum.  In der Euroclub-Gruppe treffen sich einige Schüler in der Freizeit. Diese Gruppe sucht Kontakte zu vergleichbaren Einrichtungen in Erlangen.

Kinderhaus Susdal

Kinderhaus Susdal

Anschließend ging es noch ins etwa 35 km entfernte Susdal. In dieser 10.000 Einwohner zählenden Stadt betreibt ein anderer Partner des Euroclubs eine offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die hier ihre Freizeit verbringen können. Es gibt zahlreiche Interessengruppen besonders im kreativen und handwerklichen Bereich. Auch hier wird viel gemalt, gebastelt und getanzt.

Rotes Kreuz

Olga Dejewa, Heino Sand, Irina Sidorowa und Alwetina Klimowa beim Klub Retter

Am folgenden Vormittag brachte uns Olga Dejewa vom Roten Kreuz zum Einsatz- und Ausbildungszentrum von Spassatel („Retter“). Die Bergungs- und Katastrophenschutzorganisation ist Partner des Roten Kreuzes und in etwa mit dem THW, teilweise auch mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland vergleichbar. Aufgaben sind das Retten und Bergen bei Chemieunfällen, schweren Verkehrsunfällen oder ähnlichen Katastrophen, jedoch im Gegensatz zur deutschen Feuerwehr keine Brandbekämpfung. Hauptamtliche gibt es nur sehr wenige, aktiv sind vor allem Studenten und junge Erwachsene, die in ihrer Freizeit mitarbeiten. Ein wichtiger Aufgabenschwerpunkt ist die Ausbildung, u.a. auch für Sicherheitsbeauftragte von Firmen. Lose Kontakte zur Feuerwehr in Erlangen gibt es schon.

Retter

Zu besuch bei den Rettern: Pjotr Panassenko, Gennadij Brajt, Matthias Buggert, Olga Dejewa, Irina Sidorowa, Heino Sand, Alewtina Klimowa

Das Rote Kreuz in Wladimir ist eine rein ehrenamtliche Organisation. Am Rettungsdienst nimmt man nicht Teil, der wichtigste Bereich umfaßt Betreuungsdienste für behinderte und schwerkranke ältere Menschen, um den sich einige hundert Freiwillige, meist Schüler und Studenten, kümmern. Daneben gibt es auch einen Schulsanitätsdienst, den das Rote Kreuz betreut. Zwar gibt es bereits Kontakt zum Roten Kreuz in Erlangen, aber der soll noch enger und vielfältiger werden.

Universität

Universität Wladimir

Am Nachmittag ging es zunächst zur Universität. Sie entstand in der jetzigen Form erst vor einigen Jahren aus der Zusammenlegung zweier Hochschulen. Wir hatten eine Verabredung mit Galina Bobyljewa, der Dekanin der Fakultät für Fremdsprachen. Hier gibt es auch Studiengänge in Deutsch, die Beliebtheit von Deutsch hat allerdings in den letzten Jahren gelitten, Englisch wird hingegen immer beliebter. Kontakte bestehen derzeit „nur“ zum Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde bei der FAU, nun wird auch eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrstühlen gewünscht.

Schultheater

Heino Sand und Matthias Buggert im Schultheater

Anschließend brachte man uns zu einer Schule (1. bis 10. Klasse). Das besondere an dieser Ganztagsschule: Sie hat ein angeschlossenes Internat und genießt speziell für die Abschlußklasse einen besonders guten Ruf. Nur noch etwa 10% der Schüler lernen Deutsch. Wegen des Internats gibt es auch besonders viele Freizeitaktivitäten, vor allem im kulturellen Bereich. Tanz-, Gesangs- und Theatergruppen haben ein sehr hohes Niveau, wovon wir uns überzeugen konnten. Auch eine Euroclub-Gruppe gibt es  an der Schule. In den Sommerferien (immer vom 1. Juni bis Ende August) veranstaltet man ein mehrwöchiges Zeltlager, zu dem auch internationale Gäste eingeladen werden.

An dieser Schule, wie auch an einigen anderen gibt es eine Pfadfindergruppe der OJUR Scout Group Vladimir. Im letzten Jahr war man zu Gast in Erlangen, in diesem Jahr kommen Gäste vom Steinadler-Stamm aus Erlangen zum Zelten nach Wladimir.

Pfadfinder

Bei den Pfadfindern

Abseits vom offiziellen Programm trafen wir uns am Abend mit einem Pfadfinder und einer Gruppe, die wir im letzten Jahr in Erlangen kennengelernt hatten.

Für russische Jugendliche ist ein Besuch in Deutschland sehr attraktiv, das sagten uns alle. Schwierigkeiten gibt es vor allem mit der Finanzierung, Zuschüsse und Spenden sind schwierig zu bekommen, die Verfahren intransparent.

Der künstlerische Bereich ist in Wladimir gerade auch für Heranwachsende deutlich wichtiger als bei uns. In Schulen und Freizeitgruppen wird bis ins Erwachsenenalter getanzt, musiziert und gesungen, wie es das in Deutschland nur noch selten gibt. Das war nicht nur bei unseren Besuchen in den Gruppen, sondern auch im Rahmenprogramm des offiziellen Jubiläumsprogramms eindrucksvoll zu sehen. Schwierig wird es, für diese Interessengruppen geeignete Partner in Erlangen zu finden.

Heino Sand, Stadtjugendring Erlangen

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: