Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Dreieckspartnerschaft Erlangen-Jena-Wladimir’


Derzeit hält sich auch in Jena wieder eine Jugendgruppe aus Wladimir auf, die das ehemalige KZ Buchenwald besuchte und natürlich Weimar besichtigte. Ohne Worte. Die Bilder sprechen für sich.

 

Read Full Post »


Nach einer eher orientierungslosen Diskussionsrunde mit dem Titel „Quo vadis, deutsch-russische Beziehungen?“, die sich über weite Strecken auf dem deutungsvollen Feld der Politik oder besser deren Scheitern an den Fragen Krim und Ostukraine verlor, nahmen die sieben Arbeitsgruppen der XV. deutsch-russischen Städtepartnerkonferenz schon am frühen Nachmittag ihre Fachgespräche und Diskussionen auf – von der Energieeffizienz über die digitale Stadt, Strategien einer nachhaltigen Entwicklung, der Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kultur und Sprachförderung bis hin zu Inklusion und Teilhabe sowie dem Block „Zivilgesellschaft gestaltet Städtepartnerschaften“. In dieser Gruppe durfte auch der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, einen Kurzvortrag darüber halten, wie es zum Dreieck Erlangen-Wladimir-Jena kam und was diese trilaterale Verbindung auszeichnet. Da ist in erster Linie der bereits in den 90er Jahren aufgenommene Jugendaustausch zu nennen, und der legte gestern auch gleich richtig vor. Unter den 60 nach Düren eingeladenen Jugendlichen, die noch bis morgen tagen, fand sich nämlich auch ein Quartett aus Jena und Wladimir zusammen – mit dem Ergebnis:  Wir brauchen eine gemeinsame deutsch-russische Informationsplattform, das WladJenaTeam, damit man sich in beiden Städten durch u.a. Soziale Netzwerke über gemeinsame Programme informieren kann und auf diese Weise motiviert wird, selbst zu den Projekten beizutragen. Auf youtube ist denn auch schon ein Anfang gemacht, der hier mit einem Klick einsehbar ist: https://is.gd/fOewMK

Aber das eine ist es, eine virtuelle Welt zu schaffen, das andere – realiter zusammenzuarbeiten, sprich Begegnungen zu organisieren. Aber auch da braucht einem nicht bange zu sein: Schon im August kommt die nächste Jugendgruppe des Euroklub aus Wladimir zur Eurowerkstatt nach Jena und fast parallel eine weitere Delegation im Austausch mit der katholischen Jugend nach Erlangen. Beide übrigens unabhängig voneinander, ohne voneinander zu wissen, wie sich gestern im Gespräch herausstellte. Aber dafür gibt es ja jetzt die Informationsplattform. Wir werden sehen. Apropos sehen: An Aufnahmen vom gestrigen Tag sehen Sie ja heute eher wenig, denn dem Berichterstatter ist auf der Heimreise mit der Bahn bei einem verspätungsbedingt längeren Zwischenhalt am Fernbahnhof Flughafen Frankfurt die Kamera nebst Speicherchip abhanden gekommen.

Read Full Post »


Neben Cornelia Bartlau war es Thomas „Kaktus“ Grund, der den Jugendaustausch zwischen Jena und Wladimir in Gang brachte. Der mittlerweile verrentete Streetworker veröffentlichte dieser Tage auf Facebook seine Erinnerungen an jene durchaus anarchischen Pionierzeiten mit mittlerweile wohl verjährten läßlichen Sünden.

Als ich 1994 das erste Mal mit einer Gruppe Jugendlicher in Wladimir war, war auch ein Substituierter dabei, für den ich das Methadon schmuggeln mußte. Als wir ankamen, mußte ich feststellen, daß die russischen Teilnehmerinnen entsetzt waren. Tätowierte waren nur Knastbrüder und keine normalen Menschen. Die nächsten Tage verbrachten sie damit, sich mit mir photographieren zu lassen, ich war wohl doch kein Knastbruder für sie.

Thomas „Kaktus“ Grund mit Dieter Argast und Cornelia Bartlau im Hintergrund

Wir waren bei Gasteltern untergebracht. Mein Gastgeber hieß Boris, der in einer Parterrewohnung bei seiner Mutter lebte, die gerade im Krankenhaus lag. Er studierte Musik am Konservatorium. In der ersten Nacht sagte er, du darfst nicht das Fenster öffnen, nur die Tür zum Flur. Ich verstand das erst am nächsten Tag. Eine Gruppe ordentlich Zurechgetrunkener stand vorm Haus. Sie umringten mich gleich, bewunderten meine Tattoos, zeigen mir ihre verblassten Knast-Tattoos. Es gab eine Flasche lauwarmen Wodka-Fusels, ich spendierte Westzigaretten. Zum Abschied gab es Umarmungen. In dieser Nacht habe ich das Fenster geöffnet, weil klar war, ich bin jetzt ihr deutscher Freund.

Bei Freunden: Jelena Guskowa, Gennadij Stachurlow, Dieter Argast, N.N. und Cornelia Bartlau

Die nächsten Abende gab es immer viel Wodka mit Boris und seinen Freunden. Ich gab mir Mühe, zu gewinnen. Am letzten Abend war ich Sieger und mußte am Morgen Boris wachrütteln. Der rief mir dann eine Taxe, die mich zum Flughafen brachte, und wankte wieder ins Bett. Zurück schmuggelte ich russische Westzigaretten für 50 Cent die Schachtel.


Bei einer Wanderung fragte mich ein russischer Arzt, was meine Rückentattoos bedeuten. Unsere Dolmetscherin übersetzte ihm die Bedeutung nach Freud: Der Stier ist mein Ich, der durch die Mauer des Überich, über die tosenden Fluten von Lava des Unbewußten springt! Er lächelte und sagte: „Ich weiß, was das bedeutet: Anarchie.“ Da hatte er wohl recht.

Thomas „Kaktus“ Grund

Read Full Post »


Die deutsch-russischen Städtepartnerschaften sind ein wichtiger Baustein für den Fortbestand des Dialogs zwischen den beiden Ländern und können Alternativen zur Konfrontation aufzeigen. Häufig sind es einzelne Bürger, die den Stein ins Rollen bringen, wie auch das Beispiel der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir zeigt. Heute ist es ein besonderes Merkmal dieser Städtepartnerschaft, daß eine ost- und westdeutsche Stadt die Partnerschaft zu Wladimir trilateral gestalten. Die Städtepartnerschaft lebt durch ein sehr starkes bürgerschaftliches Engagement. Peter Steger, Loni Hirl (Erlangen) und Irina Chasowa (Wladimir) werden die Städtepartnerschaft in ihrer gesamten Tragweite vorstellen. Völkerverständigung und Frieden zu fördern, sind ein Hauptanliegen der Schweizer Zeitung „Zeit-Fragen“. Unsere Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse 2019 soll an die Bedeutung der Städtepartnerschaften erinnern und ruft dazu auf, solche Partnerschaften – gerade in der heutigen Zeit – auch zu russischen Städten zu vertiefen und zu erweitern.

Brigitte von Bergen, Eva-Maria Föllmer-Müller und Klaudia Schaer

Um diese Veranstaltung vorzubereiten, kamen am vergangenen Wochenende eigens aus der Schweiz Brigitte von Bergen, Eva-Maria Föllmer-Müller und Klaudia Schaer nach Erlangen – bereits mit genauen Orts- und Zeitangaben für die Leipziger Buchmesse: Samstag, den 23. März, zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr in der Halle 4 A, Stand 102.

Die genossenschaftliche Zeitung „Zeit-Fragen“ ist eine unabhängige, vierzehntägig erscheinende Publikation für freie Meinungsbildung, Ethik und Verantwortung. Sie setzt sich für die Bekräftigung und Einhaltung des Völkerrechts, der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts ein und ist in deutscher, französischer sowie englischer Sprache erhältlich. Periodisch wird auch eine italienische Ausgabe publiziert, – und sogar auf Russisch ist das Periodikum zu haben, wenn etwa über den „Dialog an der Wolga“ zu berichten ist, den eine vierköpfige Delegation aus der Schweiz im Herbst in Wolgograd erfolgreich aufnahmen, inspiriert übrigens von Begegnungen während der vorjährigen Buchmesse in Leipzig.

Wer weiß, was sich da alles für die Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir ergibt. Alle, die nicht zur Buchmesse nach Leipzig kommen können, finden hier mehr zu den Fragen der Zeit: http://www.zeit-fragen.ch

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: