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Posts Tagged ‘Dmitrij Wladimirow’


Während seit Montag das Jens-Magdeburg-Trio in Wladimir seine Jazz-Konzerte gibt, heute im Blog ein musikalischer Rückblick auf das Newcomer Festival des vergangenen Jahres, bei dem Sachar Usenko, unterstützt von Dmitrij Wladimirow, seine internationale Feuertaufe auf der Bühne erlebte.

Sachar Usenko mit Dmitrij Wladimirow an der Gitarre

Aufgenommen hat den umjubelten Auftritt Alexander Usenko, der Vater des jungen Rocksängers, sehen und hören kann man das musikalische Gewitter hier: https://is.gd/q5X4LV

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Grollende Gitarrengewitter entluden sich gestern beim 39. Newcomer Festival im E-Werk, von düster-dräuendem Donner bis zu blitzenden Blackouts oder strahlendem Sternenfunk und schmetterndem Trompetenschall war da alles zu hören, was den Rockhimmel über Erlangen so alles bevölkert. Man kann dem Team um Lorena Seipp nur zu dem neuen Konzept gratulieren.

Sachar Usenko und Dmitrij Wladimirow

Sachar Usenko und Dmitrij Wladimirow

Selten war mehr Publikum da, selten gab es bessere musikalische Qualität aller Stilrichtungen und Cross-Over-Spielarten auf die Ohren. Das Konzept hatte sich bewährt, die Vorentscheidungen auf verschiedene Jugendklubs zu verteilen und dann zum eigentlichen Wettbewerb gestern abend nur noch die sechs besten Bands antreten zu lassen.

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Als Special Guest dann vor der Preisverleihung Free Fire aus Wladimir, die sicher ungewöhnlichste Formation des Festivals und eine echte Newcomer-Formation, die da vor großem Publikum ihre Feuertaufe bestand.

Dmitrij Wladimirow

Dmitrij Wladimirow

Gut, Dmitrij Wladimirow spielt und singt seit 15 Jahren, weiß, wie der Hase auf der Bühne läuft, aber seine Entdeckung, Sachar Usenko, gerade erst elf Jahre geworden, kann seit der Gründung von Free Fire im März erst auf eine Handvoll Auftritte in Wladimir zurückblicken. Und doch zeigt er bei dem halbstündigen Höllenritt durch die Rock-Klassik und eigene Kompositionen seines musikalischen Ziehvaters schon ein Maß an stimmlicher, mimischer und gestischer Präsenz, vor allem freilich einen lausbübischen Spielwitz, als gehörte er einfach auf die Bühne, als wäre sie schon ganz seine Welt.

Free Fire in concert

Free Fire in concert

Man darf also gespannt sein, was aus dem rockenden Steppke wird, vor allem dann, wenn es nach Dmitrij Wladimirows Plänen geht, und eine richtige Band für Sachar Usenko zusammenzustellen.

Dmitrij Wladimirow, Florian Janik und Sachar Usenko

Dmitrij Wladimirow, Florian Janik und Sachar Usenko

Und dann auch noch ein Lob aus dem Mund von Florian Janik, einem echten deutschen Oberbürgermeister. „Das hat mich dann umgehauen“, meinte der eben noch so wild über die Bühne stürmende Sänger.

Siegerband Zweiraumsilke

Siegerband Zweiraumsilke

Schier umgehauen hat es dann aber auf der Bühne auch die erst vor einem Jahr gegründeten Zweiraumsilke, ein zwölfköpfiges Ensemble, das ebenso unbekümmert wie gekonnt vereint, was zusammengehören kann, wenn man es denn kann: Hip-Hop, lateinamerikanische Klänge, Brass, Funk und Pop mit einer hinreißenden Show, wo es auch schon einmal zu einem öffentlich ausgetragenen musikalischen Geschlechterkampf – um nicht Ehestreit zu sagen – kommt. Sehens- und hörenswert – und von Publikum wie Jury mit der höchsten Punktzahl bewertet und damit die Band, die im nächsten Jahr nach Wladimir reisen darf. „Wir freuen uns auf die Truppe, die haben es verdient, und wir werden sie auch bei uns feiern“, zeigte sich Dmitrij Wladimirow wenig überrascht von dem Votum. „Die kriegen auch unser Publikum!“ Einen Vorgeschmack gibt es unter: https://is.gd/mvOtNP

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Frei nach Bob Dylan zeigt sich der Rockband-Austausch mit Wladimir gerade heuer, in seinem siebten Jahr, „forever young“, und die Formation aus der Partnerstadt, die heute abend ab 22.25 Uhr auf der Club Bühne steht, entspricht nachgerade idealtypisch den Anforderungen des Newcomer Festivals. Das Duo Free Fire gibt es nämlich erst seit März, und der Sänger, Sachar Usenko, ist just bei seiner Ankunft in Erlangen am Mittwoch ganze elf Jahre alt geworden.

Stephan Beck, Karin Lippert, Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko, Dmitrij Wladimirow und Alexander Usenko

Stephan Beck, Karin Lippert, Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko, Dmitrij Wladimirow und Alexander Usenko

Entdeckt hat die junge Stimme mit dem Gitarristen und Sänger Dmitrij Wladimirow jemand, der bereits vor zehn Jahren die erste eigene Band gründete und seit seinen drei Besuchen in Erlangen in wechselnder Besetzung von Stephan Beck, Leiter des Amts für Stadtteilkultur und Kulturförderung als Verbindungsmann in Sachen Rockmusik gehandelt wird. Damals freilich, vor einem knappen Jahr, sang sein musikalischer Ziehsohn noch eher lyrische Lieder und Werke der leichten Muse.

Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko und Dmitrij Wladimirow

Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko und Dmitrij Wladimirow

Dabei brannte der Schüler doch schon lange für Rockmusik, wie Dmitrij Wladimirow – ihm waren Stimme und Stimmung des Nachwuchsinterpreten bei einer Veranstaltung aufgefallen – zu seiner eigenen Freude gleich beim ersten Gespräch mit Sachar Usenko entdeckte. Von dieser ersten Begegnung war es dann nicht mehr weit bis zur Gründung von Free Fire im März diesen Jahres. Und nun schon das Gastspiel in Erlangen mit einem ersten Auftritt am Donnerstag im E-Werk bei „Umsonst und Drinnen“, eine gelungene Generalprobe für die beiden – und besonders natürlich für Sachar Usenko, der Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim Empfang mit seinem verschmitzten Lächeln erzählt, er singe zwar jetzt zum ersten Mal im Ausland, aber er habe auch schon an dem Wettbewerb „Offiziersbrücke“ auf einer Fähre in der Ostsee teilgenommen – und, wie er dann mit witzblitzendem Augenaufschlag nachreicht, den ersten Platz gewonnen.

Stephan Beck und Sachar Usenko

Stephan Beck und Sachar Usenko

Mag der Junge auch ein Naturtalent sein, ohne Förderung in der Familie ist derlei kaum denkbar. Alexander Usenko, der seinen Sohn begleitet, erzählt denn auch gern davon, wie er in seiner Jugend den Rock entdeckte, ebenso wie seine Frau eine musikalische Ausbildung machte und im Freundeskreis gern Jazz singt. Da verwundert es nicht weiter, wenn der Sängerknabe auch Klavier spielt und eine Musikschule besucht, wo es gilt, auch Stücke von Ludwig van Beethoven zu spielen, der freilich spätestens seit Chuck Berrys „Roll over Beethoven“ auch vom Rock vereinnahmt ist.

Alexander und Sachar Usenko mit Dmitrij Wladimirow

Alexander und Sachar Usenko mit Dmitrij Wladimirow

Bleibt noch hinzuzufügen: Das Repertoire von Free Fire setzt sich aus gecoverten Rock-Classics, aber auch eigenen Stücken zusammen, und es gibt bereits Pläne, eine richtige Band um das Duo herum aufzubauen. Man traut es den beiden zu, und wenn Sachar weiter so fleißig Deutsch lernt wie in den ersten drei Monaten am Gymnasium, sieht man ihn sicher nicht nur bald auf der Bühne wieder, sondern auch beim Schüleraustausch. Der Junge hat jedenfalls noch viel vor und noch viel mehr vor sich.

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Alljährlich fährt jene Band, die beim Newcomer Festival den Publikumspreis erringt, in musikalischer Mission und im Auftrag der Stadt Erlangen nach Wladimir. Heuer traf es The Variety Show, wie hier im Blog ausführlich berichtet. Im Gegenzug nun kommt noch in diesem Monat das Rock-Duo Free Fire nach Erlangen, um im E-Werk zu spielen.

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Sachar Usenko, Photo: Lorena Seipp

Gerade einmal zehn Jahre alt ist Sachar Usenko und schon DER Vorzeigemusiker Wladimirs. Mit seinem augenzwinkernd-unverkrampften Auftreten zelebriert er live Hits von AC/DC und Artverwandten und beeindruckt damit in seiner Heimat bereits ein wachsendes Publikum. The Variety Show durften sich zusammen mit Lorena Seipp vom E-Werk bereits vom Unterhaltungswert des Jungspunds beim Stadtfest in Wladimir überzeugen. Und jetzt zwei Auftritte in Erlangen zusammen mit dem Gitarristen, Dmitrij Wladimirow, als Free Fire im E-Werk: am 24.11. ab 20.30 Uhr auf der Kellerbühne bei „Umsonst und Drinnen“ und dann der Gig am 26.11. ab 22.25 Uhr auf der Club-Bühne beim Newcomer Festival. Wer vorab schon einmal reinhören will, klicke hier: https://is.gd/Gr7Fka

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Im zweiten Teil des Wladimir-Tourtagebuchs – Teil 1 ist hier zu finden:  https://is.gd/17otEM – mischen wir uns unter das Publikum des Stadtfestes in Wladimir, erleben euphorische russische Fans und beenden den ereignisreichen Tag auf sehr unterhaltsame Weise.

Samstag, 17.09.2016
Die Stadt Wladimir zelebriert einmal im Jahr ein großes Stadtfest. An diesem Tag gibt es vielen Bühnen allerlei musikalische und tänzerische Darbietungen. Außerdem sind zu diesem Anlaß in der ganzen Stadt diverse Attraktionen und Stände aufgebaut, und die Menschen strömen in Scharen durch die Straßen. Das Stadtfest ist vergleichbar mit dem Bardentreffen in Nürnberg und – wie auch dort schon im August – sollten The Variety Show auf der Bühne der lokalen Bands spielen.

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The Variety Show auf dem Weg zur Demetriuskathedrale

Wir verließen das Hotel zusammen mit Stanislaw gegen 11.30 Uhr, und natürlich waren wir nach dem gestrigen Abend allesamt topfit und gespannt auf unsere Tour durch die Stadt und den anstehenden Auftritt. Zuerst liefen wir zur Hauptbühne, auf der russische Trachtentänze aufgeführt wurden. Es waren viele Kamerateams unterwegs und dokumentierten das Event. Stanislaw führte uns dann zur nahegelegenen Christi-Geburts-Kirche. Ein wirklich imposantes kirchliches Bauwerk auf einem Hügel. Hinter dem Gebäude gibt es eine Plattform, von der aus man einen beeindruckenden Ausblick auf die Landschaft hat.

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The Variety Show mit Blick auf die Weiten vor Wladimir

Nachdem wir noch einige Stunden durch die überaus sauberen Straßen Wladimirs gelaufen waren, fanden wir uns wieder im Hotel ein, um zu Mittag zu essen und die Gitarren abzuholen. The Variety Show sollten am frühen Abend an der Georgijstraße spielen. Die Location entpuppte sich, als wir dort gegen 15.00 Uhr ankamen, als Aussichtsplattform mit einer ebenerdigen Bühne, über der ein Mastertent aufgebaut war. Auf dem Plateau lernten wir dann Stanislaws Freund Konstantin kennen, der ziemlich gut Deutsch spricht, da er schon viele Reisen durch Deutschland unternommen hat. Wenn man ihm so zuhörte, schien er ein ziemlich großer Fan des fränkischen Bieres zu sein. Nach einer kurzen Unterhaltung wandten wir unsere Aufmerksamkeit wieder dem anstehenden Konzert zu. Verstärker und ein Drumset waren bereits aufgebaut, allerdings war ein richtiger Soundcheck vorerst nicht möglich, da weder Snare noch Becken vorhanden waren und Schlagzeuger Paul die Info hatte, er brauche kein eigenes Equipment mitnehmen. Tontechniker Andrej kümmerte sich netterweise um uns und orderte schnell Becken und Snare von einer der anderen Bands. Bis die Backline komplett war, nutzten wir die Zeit und die angenehmen Temperaturen, um ein wenig im Backstage zu chillen.

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The Variety Show vor dem Auftritt in Wladimir

Das benötigte Equipment wurde, während die zweite Band des Tages bereits spielte, vom Drummer von Free Fire gebracht, der Band des zwölfjährigen Sascha Usenko, der im November im E-Werk Erlangen spielen wird. Paul schraubte dann die Qualität der aktuell spielenden Band namens  ПопКорн (deutsch: Popcorn) hoch, als er seine Becken im Hintergrund montierte. Gegen 17.00 Uhr spielte Free Fire. Vor der Bühne fanden sich in dem ungefähr 120 Personen umfassenden Publikum schätzungsweise 20 Photographen ein, um den jüngsten Rockstar Wladimirs abzulichten. An der E-Gitarre begleitet wurde der Sascha von Dimitrij Wladimirow von der Band O.N.E., die vor einigen Jahren bereits zu Gast beim Newcomer Festival im Erlanger E-Werk war. Im November kommen Free Fire dann (wieder) nach Erlangen um am 24.11. beim Umsonst und Drinnen Club und am 26.11.2016 beim Newcomer Festival Finale zu spielen.

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Sascha Usenko

Nachdem Free Fire ihr Set beim Stadtfest beendet und wir uns beim Teetrinken in einem schönen Café aufgewärmt hatten, war es für The Variety Show an der Zeit, das Bühnenzelt zu entern und mit ihrer Musik der Kälte zu trotzen. In der malerischen Kulisse des Plateaus hatte sich eine kleine Traube Menschen eingefunden um der einzigen deutschen Band des Tages zu lauschen. Nachdem ich die drei fränkischen Musiker bereits bei ihren Albumaufnahmen im Red Audio Studio besucht hatte, bekam ich nun zum ersten Mal die Chance die neuen Songs live zu hören. Sowohl überaus exzessiv, als auch ruhig und melancholisch zelebrierte das Trio ein sehr gutes Konzert. Auch wenn die kleine PA dabei eindeutig an ihre Grenzen kam.

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Milan Lukaschek in concert

Die Zuschauer quittierten den gelungenen Auftritt, indem sie alle CDs der Band schnellstmöglich an sich rissen. Im Anschluß an ihr Set gaben die Jungs noch einige Autogramme und ließen sich mit den Fans ablichten. Beim Abbauen erfuhren wir dann von Techniker Andrej, er werde am kommenden Tag mit seiner Band als Support für The Variety Show in Murom spielen.

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Paul Schütz beim Signieren

Wir verabschiedeten uns herzlich und begaben uns gemeinsam mit Stanislaw auf den kurzen Weg in Richtung unseres Hotels. Ziemlich geschafft nach diesem langen, kalten Tag beschlossen wir dann nach einem kurzen Nickerchen, wieder zur Hauptbühne des Stadtfests zu gehen, um uns gegen 22.00 Uhr den Headliner des Festivals anzuschauen. Da die Flyer natürlich auf Russisch waren, konnten wir nicht wissen, was uns dort erwarten würde.

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Die Groupies von Wladimir

Die Musikerin, die in Begleitung einer Backingband auftrat, coverte bekannte Pop- und Rocksongs. Die Bühnenshow war soweit nett anzusehen, doch bald beschlossen wir, uns einen Weg durch die Konzertmenge zu bahnen und unsere durchgefrorenen Körper in eine Bar zu schwingen. Bei unserem Lauf durch das Publikum bemerkten wir, daß niemand in der Gegenwart der zahlreichen Polizisten Alkohol trank. Stanislaw hatte uns bereits am Vortag erklärt, es sei hier im Land verboten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Dies galt offensichtlich auch während des Stadtfestes. Als wir endlich eine Bar gefunden hatten, ließen wir uns müde in die bequemen Sitzgelegenheiten sinken. Die Auswahl an 40 internationalen Biersorten in Kombination mit Thors Trinkspiel und dem zuvorkommenden Barkeeper sorgte für einen heiteren Ausklang dieses eindrucksvollen Tages. Mit Vorfreude auf den am kommenden Tag anstehenden Gig in Murom begaben wir uns irgendwann in unsere Hotelbetten.

Text & Bilder: Lorena Seipp

Als Dreingabe noch der Link zum Blog von Jochen Preuß und seinem Bericht vom Moskauer Stadtfest, wo es auf den Straßen und Plätzen auch ausgelassen-nüchtern zuging: https://is.gd/8GbAPm

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Zwei Abende lang, gestern und vorgestern, stellten sich zwölf Newcomer-Bands aus Erlangen und Umgebung dem Urteil der Jury und des Publikums des 36. Newcomer-Festivals im E-Werk. Mit dabei als Special Guest: Inflection Point aus Wladimir mit ihrer urwuchtigen Version von russischem Progressive Metal.

Iwan Waschkowez und Denis Mokejew auf der Kellerbühne im E-Werk

Iwan Waschkowez und Denis Mokejew auf der Kellerbühne im E-Werk

Das Kultur- und Freizeitamt der Stadt Erlangen, Bereich Kulturförderung, vergibt seit 2003 einen Publikumsförderpreis im Rahmen des Newcomer-Festivals, das jährlich von der Erlanger Rockmusikinitiative, vertreten durch Maximilian Franke und Valentin Wetsch, im E-Werk veranstaltet wird.

Alexej Wolkow und Dmitrij Wladimirow

Alexej Fokejew und Dmitrij Wladimirow

Das Publikum entscheidet über den Gewinner dieses Preises. Dadurch nimmt die Auszeichnung eine Sonderstellung ein gegenüber den durch eine Jury vergebenen regulären Preisen, die über Sponsoren finanziert werden. Der Publikumsförderpreis wird nicht in Form von Bargeld ausgezahlt, der Inhalt des Preises trägt dem Förderaspekt Rechnung.

Stephan Beck und Karin Lippert

Stephan Beck und Karin Lippert vom Kulturprojektbüro

Die Preisträger 2003 hatten einen Workshop mit den erfahrenen Profi-Musikern von JBO gewonnen, bei dem diese ihre Erfahrungen, ihr Wissen und Können vermittelten. 2004 wurde dann der Band-Austausch im Rahmen des Publikumsförderpreises initiiert: Von 2004 bis 2008 haben die Preisträger eine mehrtägige Reise nach Eskilstuna gewonnen, verbunden mit einem Auftritt beim dortigen Bandwettbewerb. Im Gegenzug sind seit 2005 die Gewinner des Bandwettbewerbs in der schwedischen Partnerstadt jeweils im November zum Newcomer-Festival nach Erlangen gekommen.

Inflection Point mit Bürgermeisterin Elisabeth Preuß

Inflection Point mit Bürgermeisterin Elisabeth Preuß

Seit 2009 findet der Bandaustausch nun mit Wladimir statt: Im vergangenen Jahr war die Band Heavy LosS zu Gast in Erlangen. Im Gegenzug ist im Mai 2013 im Rahmen des dreißigjährigen Städtepartnerschaftsjubiläums die Band Wasted – Gewinner des Publikumsförderpreises 2012 – in Wladimir gewesen. Wegen des Städtepartnerschaftsjubiläums konnte zusätzlich eine weitere Band –  Al Breeze, die den 1. Preis der Jury beim Newcomer-Festival 2012 erhalten hatte – mit nach Wladimir reisen. Beide Bands haben gemeinsam mit den russischen Bands O.N.E. und Heavy LosS in einem Club in Wladimir vor begeistertem Publikum ein Konzert gegeben, machten einen Ausflug nach Murom und erlebten die Reise, wie die Bands vor ihnen, als einen Höhepunkt ihrer noch jungen Bühnenkarriere.

Inflection Point übernimmt die Macht im Erlanger Rathaus

Inflection Point übernimmt die Macht im Erlanger Rathaus

Seit Mittwoch sind nun die sechs Musiker der Rockband Inflection Point, begleitet von Dmitrij Wladimirow, Mitglied der Band O.N.E., in Erlangen zu Gast. Ihr erstes Konzert gaben sie: am Donnerstagabend im E-Werk auf der Kellerbühne im Rahmen von „Umsonst und Drinnen“, sozusagen zum Aufwärmen, als Generalprobe zum gestrigen Auftritt.

Iwan Waschkowez und Valentin Wetsch im Duo

Iwan Waschkowez und Valentin Wetsch im Duo

Auf der Club-Bühne dann gestern die wirklich große Show der Band, die freilich mehr Publikum verdient hätte. Denn, wer gekommen war, ließ sich auch packen von dem Metalcore-Ungestüm, das die Gastmusiker auf die Bühne brachten. Und die reichte nicht einmal aus für die beiden Sänger, Iwan Waschkowez und Denis Mokejew, die immer wieder mit ekstatischen Sprüngen im Saal landeten und dort mit ihren Überschlag-Röhren die Stimmung buchstäblich zum Inflection Point brachten: getrieben von einem nachgerade dämonisch gestimmten Baß, meisterhaft traktiert von Sergej Jeschow, bei dem man nie so recht weiß, ob er sein Instrument beherrscht oder ob er selbst von diesem besessen ist; getragen von den beiden Gitarristen Alexej Wolkow, der den Rhythmus über alle harschen Riffs hinweg unbeirrt hält, und Alexej Fakejew, dessen irrwitzige Soli immer wieder aus dem Klanggewitter ausbrechen wie grelle Blitze; gejagt von den drängenden Schlägen des Drummers Maxim Roschin.

Denis Mokejew und Iwan Waschkowez mit Inflection Point auf der Club-Bühne im E-Werk

Denis Mokejew und Iwan Waschkowez mit Inflection Point auf der Club-Bühne im E-Werk

So viel die Band dem Publikum gegeben hat, so viel fühlt sie sich auch selbst beschenkt – mit dem Ausflugsprogramm und dessen Höhepunkt in Europas größtem Musikhaus Thomann in Treppendorf, mit der Aufmerksamkeit durch die Erlanger Lokalpolitik, mit der Möglichkeit, sich einmal in der Partnerstadt zu präsentieren.

Inflection Point mit der Siegerband Meloco und Oberbürgermeister Siegfried Balleis sowie Maximilian und Valentin Wetsch (ganz links in der Hocke)

Inflection Point mit der Siegerband Meloco und Oberbürgermeister Siegfried Balleis

Diese einmalige Möglichkeit erhält nun die Band Meloco, der gestern am späten Abend, rockig aufgelegt, Oberbürgermeister Siegfried Balleis die Urkunde als Sieger des Publikumsförderpreises überreicht hat. Sehr zum Gefallen von Inflection Point, denn, wie Dmitrij Wladimirow meinte: „Die Gruppe kommt bei uns ganz bestimmt bestens an. Das ist genau die Musik auf die unsere Metal-Fans abrocken!“ Grund genug zur gemeinsamen Freude, zumal dann 2014 Meloco in der russischen Partnerstadt auch gleich das fünfjährige Bühnenjubiläum begehen kann. Let there be Rock! Mehr zu Inflection Point unter http://is.gd/a6egCE, und zu den glücklichen Gewinnern geht es hier: http://www.meloco.de

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Am Anfang ihrer Stücke steht die Musik, komponiert von Alexej Wolkow, erst dann folgt das Wort, sprich der Text, für den Iwan Waschkowez verantwortlich zeichnet, und der von allem handeln kann, was den Sänger gerade so bewegt: die Frauen, Gott und die Welt, Gefühle. Die Vokallinie entsteht dann oft im gemeinsamen Tüfteln am Song während der wöchentlich zweimaligen Proben. Im Rock-Band-Austausch zwischen den Partnerstädten, initiiert, gefördert und finanziert (!) vom Kulturprojektbüro der Stadt Erlangen, ist seit gestern Inflection Point hier zu Gast, entsandt, wie der Begleiter Dmitrij Wladimirow meint, als würdige Botschafter der Wladimirer Musikszene beim Newcomer-Festival.

Inflection Point:

Inflection Point: Iwan Waschkowez, Denis Mokejew, Maxim Roschin, Alexej Fokejew, Alexej Wolkow, Sergej Jeschow und Dmitrij Wladimirow von der Band O.N.E.

Den Bandnamen kann man als „Wendepunkt“ übersetzen, und die sechs Musiker verstehen sich auch tatsächlich als ein absolut neues Musikprojekt, entworfen von bereits in Wladimirer Rock-Kreisen durchaus bekannten Namen, die sich nun aufgemacht haben, die Köpfe des Publikums mit einer ganz ungewohnten Klangqualität und Interpretation zur Explosion zu bringen. Frisch aus dem Wladimirer Probenraum auf die Erlanger Bühne kommen Eigenkompositionen im Stil von Metalcore in all den düster-schroffen Abstufungen, aber auch lyrisch-melodischen Nuancen des Genres. Kompromißlos messerscharfe Gitarrenriffs wechseln mit atmosphärischen Keyboard-Klängen und ergeben einen Progressive-Sound, der zumindest in der Partnerstadt seinesgleichen sucht.

Inflection Point am Mittwoch um 3.00 Uhr morgens vor dem Abflug in Moskau - Domodjedowo

Inflection Point am Mittwoch um 3.00 Uhr morgens vor dem Abflug in Moskau – Domodjedowo

Für diese besonderen Elemente steht ebenso die Doppelbesetzung des Gesangs durch Denis Mokejew und Iwan Waschkowez, der auch die Keyboards spielt; eine weitere Besonderheit: die beiden Gitarristen Alexej Wolkow und Alexej Fokejew, unterstützt von Sergej Jeschow am Baß und dem Schlagzeuger Max Roschtschin. Die ersten Eindrücke der Musiker sind am ersten Tag noch traumentrückt: zu kurz die Nacht, zu rasch der Transfer von München nach Erlangen, zu wenig Zeit bisher, um Erlangen kennenzulernen. Sie sind alle zum ersten Mal in Deutschland, ausgenommen Dmitrij Wladimirow, der die Partnerstadt von zwei vorhergehenden Gastspielen mit seiner Band O.N.E. kennt und nun die Newcomer auf ihrer Jungfernfahrt begleitet. Da Inflection Point erst seit einem halben Jahr besteht und die Band bisher nur in kleinen Klubs aufgetreten ist, wächst die Spannung auf die beiden Konzerte am heutigen Abend um 21.00 Uhr auf der Kellerbühne im E-Werk bei Umsonst und Drinnen und natürlich beim Newcomer-Festival am Samstag ab 21.15 Uhr auf der Clubbühne ebenfalls im E-Werk. Ohne die vertrauten Gesichter der Wladimirer Fans, die ihre Musiker, wenn schon nicht aus der jetzigen Formation, dann von Auftritten der Bands her kennen, denen sie früher angehörten; ohne die gemeinsame Erfahrung auf internationaler Bühne; ohne ihre vertrauten russischen Texte, denn die Lyrics wurden eigens für die Erlangen-Tour anglisiert; dafür mit viel Selbstbewußtsein. Denn jedes Bandmitglied bringt für sich alleine gut und gerne zehn Jahre eigener Rockgeschichte auf die Bretter, und Ideen für neue Melodien und Texte haben die Jungs auch schon für die nächsten zehn Jahre. Das erste Video ist in Arbeit, ebenso die erste MC, die mit technischer Hilfe aus Schweden entstehen soll. Dennoch, sie gehören zu Hause noch immer zum Underground. Zum einen ist es schwer, sich durch Musik und Show von all den vielen anderen Metal-Bands abzuheben und sich ein eigenes Publikum zu erspielen, zum anderen fehlt es an Promotion, an Fernsehkanälen, an Radiosendern, die diese Spielart der Rockmusik senden. Deshalb bleibt auch hier im Blog als Hörprobe nur der Link zu https://soundcloud.com/inflectionpoint. Ohren auf und durch!

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