Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘deutsch-russischer Wissenschaftsaustausch’


Alexej Panfilow, Vizerektor für die Lehre, blickt mit Zuversicht in die Zukunft seiner Staatlichen Universität in Wladimir, hat sie doch einen entscheidenden Schritt in Richtung Ausbau ihrer landesweiten Bedeutung getan. In der russischen Bildungslandschaft vollziehen sich nämlich, wie der Professor für Gießereitechnik und Materialwissenschaften, gestern seinem Erlanger Kollegen, Professor Günter Leugering, erläuterte, tiefgreifende Veränderungen. Von den derzeit etwa eintausend Hochschulen, so der Gast, werden wohl am Ende des Reformprozesses gerade einmal einhundert Universitäten übrigbleiben: die beiden wissenschaftlichen Hochburgen in Moskau und Sankt Petersburg, die gewissermaßen außer Konkurrenz und autark agieren; das gute Dutzend Einrichtungen mit föderalem Status und herausgehobene Institute; sowie jene Stätten der Forschung und Lehre, die im Rahmen eines Wettbewerbs an ihrem Standort als „Stütze und Säule“ der Wissenschaft anerkannt sind. Wladimir hat sich diesen Titel erworben und gehört damit – derzeit als 33. Mitglied – zu dem ausgewählten Kreis der voraussichtlich 80 Universitäten, die in ihrer jeweiligen Region den Ton angeben. Mehr noch, so glaubt Alexej Panfilow: „Hier gilt – bestehen oder vergehen.“

Alexej Kutscherik, Günter Leugering und Alexej Panfilow

Um weiter gut bestehen und vorangehen zu können, braucht es aber auch internationale Partner wie die Friedrich-Alexander-Universität, mit der man vor 17 Jahren einen Kooperationsvertrag unterzeichnet hatte. Nicht nur für das Protokoll, sondern tatsächlich auch mit Leben erfüllt, wenn man an die Kontakte vom Bereich der Bildgebenden Verfahren über Umweltverfahrenstechnik bis hin zu Psychologie und Geschichte oder an den Studentenaustausch denkt. Dennoch lohnt es immer wieder, neue Impulse zu setzen. Etwas, worauf auch Günter Leugering als Professor für Angewandte Mathematik abzielt, der die beiden Universitäten gerade im Zusammenspiel mit der Städtepartnerschaft als Doppel sieht, das noch viele Felder gemeinsam bespielen könnte. Keinen Zweifel jedenfalls läßt er daran aufkommen, seinen Beitrag dazu leisten zu wollen.

Alexej Kutscherik und Alexej Panfilow am Bayerischen Laserzentrum

Wie gut das gelingen kann, zeigt das Beispiel der Zusammenarbeit des Bayerischen Laserzentrums in Erlangen mit dem Partnerinstitut in Wladimir, eine ebenfalls vertraglich festgelegte Zusammenarbeit, die besonders Alexej Kutscherik, dem austauscherfahrenen Akademischen Rat am Lehrstuhl für Physik und angewandte Mathematik, am Herzen liegt. Wenn die beiden Wissenschaftler nach intensiven Tagen in Erlangen heute wieder die Heimreise antreten, tun sie das, um bald schon wiederzukommen, weitere Delegationen zu entsenden und Gäste in Wladimir zu empfangen, mit denen sich neue Stützpfeiler und Säulen der gemeinsamen Forschung und Lehre errichten lassen.

Welch einen begabten Baumeister etwa Alexej Kutscherik abgibt, dessen wissenschaftlicher Werdegang eng mit Erlangen verbunden ist, zeigt dieser frühere Eintrag im Blog: https://is.gd/Bm3nVB

Read Full Post »


Zum 10. Todestag von Rawus Chuduschewitsch Bagirow (29.08.1939 – 08.07.2007)

Ein Beitrag von Renate Winzen

„Ich kümmere mich um sie!“ Kurz entschlossen nahm der Regisseur Rawus Bagirow sich meiner an, als ich am ersten Tag meines Praktikums beim Staatlichen Fernsehen der Region Wladimir durch verschiedene Abteilungen des Senders geführt wurde. Das war im Oktober 1994, in jenen 90er Jahren, als das Leben dort überall im Land von verfallenden Strukturen, materieller Not und alltäglichem Überlebenskampf geprägt war. Löhne wurden monatelang nicht ausgezahlt, und wenn doch, so reichten sie kaum, um den alltäglichen Lebensunterhalt zu bestreiten. Man behalf sich irgendwie, man half sich gegenseitig; so genau habe ich nie herausgefunden, woher die Leute damals ihr Essen nahmen, – und nicht allen gelang es, genug zum Essen zu haben. Das, was sie hatten, teilten sie gerne mit dem Gast – nein, sie teilten nicht, sie gaben dem Gast mehr, als sie sich selbst gönnten.

Renate Winzen (4. v.l.) mit dem TV-Team von Chefredakteur Leonid Skakunow (1. v.l.)

„Ich kümmere mich um sie!“ Gesagt – getan. Rawus Bagirow nahm mich unter seine Fittiche: Drehbuch-Konzeption, Dreharbeiten, Interviews, Filmschnitt – überall bezog er mich ein, erläuterte, lehrte, gab mir Raum für Fragen und Diskussionen. Aber da war noch mehr; manchmal sprach er mich auf Deutsch an, er interessierte sich für mein Land, die dortigen  Lebensumstände, die deutsche Kultur und Mentalität, – und er tat alles, damit ich mich im fernen russischen Ausland heimisch fühlen könne.

Er selbst hatte seine Heimat verloren, war aus akuter Gefahr geflohen vor dem Bürgerkrieg in Aserbeidschan. Unfreiwillig war er Tausende Kilometer entfernt von seiner Heimat, nicht wissend, ob er jemals zurückkehren könne, ohne eigenen Wohnraum, mit seiner Frau in einem Zimmer bei anderen Leute untergebracht… Wie anders war seine Situation hier im russischen Ausland als meine! Doch er blieb nicht bei sich stehen – leidenschaftlich setzte er sich für seine Mitmenschen ein: in seinen Filmen und in seinem Alltag.

Mitten im Zerfall gab es in diesen 90er Jahren auch Orte des Aufbruchs. Dazu gehörte das Staatliche Fernsehen Wladimir. Hier hatte man sich der Glasnost verschrieben; in engagierten Reportagen und Berichten setze man sich offen, ganz im Sinne der „Transparenz“, mit verschiedensten Themen auseinander.

Rawus Bagirow (im Vordergrund) bei Aufnahmen zur Umweltreihe „Perlenkette der Seen“

Rawus Bagirow lenkte in seinen Reportagen den Blick dahin, wo Menschen Ungerechtigkeit und Mißachtung erlebten. Es war ihm ein Herzensanliegen, Menschen die (neue?) Erfahrung von Wertschätzung und Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Am Herzen lag im auch das, was er „den zweiten“ Blick“ nannte. Eines Tages eröffnete er mir, ich habe nun genug durch Hospitanz bei verschiedenen Filmen gelernt, es sei an der Zeit für mich, einen eigenen Film zu machen. Dafür schlug er eine Reportage über die Technische Universität Wladimir mit dem Ziel vor, Kooperationen zwischen der Hochschule und der Universität Erlangen-Nürnberg aufzubauen. Dabei regte er mich dazu an, nicht bei dem stehen zu bleiben, was sofort ins Auge fiel: armselige, veraltete Laborausrüstung;  ein Studenten- und Wissenschaftler-Alltag, in dem das Geld auch für das Essen knapp war; und das in einem Land, in dem das Leben geprägt war von ausbleibenden Lohnzahlungen, schlechter Infrastruktur und dem Kampf ums alltägliche Überleben.

Was könnte westliche Wissenschaftler dazu bringen, mit solch einer TU zusammenzuarbeiten und sich in ein solches Land zu begeben? Nein – über diesen ersten Blick hinausgehen und weiterfragen: Was sind das für Studenten, die unter solchen Bedingungen nicht aufgeben, sondern dranbleiben am Studium? Was sind das für Wissenschaftler, die der Forschung und der Studentenausbildung die Treue halten, obwohl vor allem an Hochschulen die Gehälter so niedrig sind, daß das Geld hinten und vorne nicht reicht? Welche Kraft treibt diese Studenten und diese Wissenschaftler an, – und ist nicht genau diese Kraft ein Faktor, weswegen es sich für westliche Kollegen lohnen kann, mit solchen Partnern zusammenzuarbeiten?

Rawus Bagirow wurde damit zum Initiator für den Aufbau von Kooperationen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften zwischen der Staatlichen Universität Wladimir (ehemalige TU Wladimir) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Strategie des „zweiten Blicks“ half immer wieder, systembedingte Wertungen und Irritationen zu überwinden.

Mit seiner freundlichen Achtsamkeit für seine Mitmenschen und mit seinem Humor und seiner Herzlichkeit hat er das Leben vieler Menschen bereichert, auch meines.

Sein Wirken umfaßt aber noch weit mehr.

Selbst heimatlos geworden, gab er anderen Heimat und das Gefühl, zu Hause zu sein.

Selbst Mißachtungen ausgesetzt gewesen, gab er anderen Respekt und Wertschätzung.

Selbst in hoch angespannter Lebenslage geraten, lag ihm das Wohlbefinden anderer am Herzen.

Dieser Weg verändert mehr als viele Protestaktionen. Dieser Weg bewirkt mehr als so manche Strukturmaßnahmen. Dieser Weg ist immer möglich, in der Städtepartnerschaft und darüber hinaus.

Danke, Rawus.

Siehe auch: https://is.gd/5QYkF7

Read Full Post »


Die ersten Früchte des Sieges, von dem hier die Rede war https://is.gd/dcnO8f, kann nun Wiktoria Medwedjewa ernten. Die angehende Religionswissenschaftlerin hat an ihrem Lehrstuhl der Universität Wladimir von den Möglichkeiten des Erasmus-Plus-Programms gehört und sich als Doktorandin um ein Stipendium an der FAU beworben. Seit einem Monat und noch bis Ende August arbeitet sie nun vornehmlich in der Bibliothek des Lehrstuhls für Missions- und Religionswissenschaften der FAU an ihrer Dissertation zur religiösen Identität und dem durch den Glauben veränderten Bewußtseinszustand von Erwachsenen. Besonders interessiert die Wladimirerin dabei, über den russischen Tellerrand hinauszusehen, weshalb sie hier die Gelegenheit nutzt und Aussagen sowie Einstellungen ihre internationalen Kommilitonen auswertet.

Wiktoria Medwedjewa

Wiktoria Medwedjewa ist aber auch ein Kind des Jugendaustausches, an dem sie bereits zwei Mal teilnahm. In diesem Sommer nun will sie selbst dem BDKJ bei der Vorbereitung des Programms für die Gäste aus Wladimir helfen, also einmal auf der anderen Seite stehen. Auch wenn die Stipendiatin es nicht so ausdrücken würde, will sie wohl etwas zurückgeben von dem, was sie selbst empfangen durfte. Eben ganz im Geiste der Partnerschaft.

Read Full Post »


Es gäbe noch viel zum Austausch mit Wladimir im ablaufenden Jahr nachzutragen. Unbedingt Erwähnung sollte dabei der Kongreß finden, der vom 7. bis 9. Oktober unter dem Titel „Akademische Forschung und Konzeptualisierung der Religion im 21. Jahrhundert: Traditionen und neue Herausforderungen“ an der Universität der Partnerstadt abgehalten wurde. Mehr als 400 Referate waren zu hören, nun zusammengetragen in sechs Bänden und zugänglich unter http://religiousstudies.in auf der Homepage des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaft, der das Treffen ausrichtete. Bei der Eröffnung mit einem Vortrag dabei, Andreas Nehring, Leiter des Lehrstuhls für Religions-und Missionswissenschaft an der FAU, zum Thema „Prognose eines Verfalls: kulturelle Perspektiven des Buddhismus in Myanmar“.

religionswissenschaften-1

Eröffnung des Kongresses

Ein weiterer Forscher vom gleichen Lehrstuhl, Wadim Schdanow, langjähriger Koordinator der Zusammenarbeit mit Wladimir und unlängst Sieger beim internationalen Wettbewerb der Russischen Stiftung für Geisteswissenschaften zum Thema „Das Bild der Religion: Bildungsprojekte und Schaffung von religiöser Toleranz (2015-2017), referierte über die Frage „Religiös orientierte Disziplinen in der weltlichen Schule: regionale Besonderheiten der Implementierung“. An der Teilnahme verhindert war leider ein dritter Gast aus Erlangen, Jürgen Belz, der allerdings seinen Beitrag „Religion und Kultur: Ein Blick auf die verschiedenen Unterrichtsmodelle in anderen europäischen Ländern zeigt Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten“ beisteuerte.

religionswissenschaften-2

Andreas Nehring und Jewgenij Arinin

Auf der Plenarsitzung des Forums traten neben Professor Andreas Nehring und dem Gastgeber, Jewgenij Arinin, Leiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaften, führende Fachleute der Universitäten aus Moskau und Sankt Petersburg auf. Aber auch Tim Jensen, Generalsekretär der IAHR, International Association for the History of Religions, und Leiter der Religionswissenschaftlichen Studien am Institut für Geschichte der Universität von Süddänemark, war nach Wladimir gekommen. In 18 Arbeitsgruppen widmete man sich Fragen wie Philosophie, Geschichte, Psychologie und Religion, religiöse Anthropologie, staatliche Politik im Bereich der Religion, Interaktion zwischen Religion und Medien, religiöse Minderheiten und ihre Position in einer Gesellschaft u.v.m.

Seit 2003 nun schon kooperieren die Universitäten der Partnerstädte im Bereich der Religionswissenschaften, und bereits im Mai d.J. hatte Karl Christian Felmy, emeritierter Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens, auf der jährlichen Konferenz „Tage des slawischen Schrifttums und kulturellen Erbes“ gesprochen. Es war übrigens, um den Bogen zu schließen, Fairy von Lilienfeld, Vorgängerin von Karl Christian Felmy auf dem Lehrstuhl, die schon 1983 dem Erlanger Stadtrat sagte: „Wir können stolz sein, wenn Wladimir unsere Partnerstadt werden sollte.“ Wie recht sie hatte!

Read Full Post »


Unter dem Titel „Lane 2016“ fand vom 19. bis 22. September die mittlerweile schon neunte Internationale Konferenz und Ausstellung zur Photonik statt – mit Stationen in Fürth, Erlangen und Bamberg und etwa 300 Teilnehmern von Australien bis Finnland. Darunter auch ein junger Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Physik und Angewandte Mathematik der Universität Wladimir.

Oleg Chorkow am Bayerischen Laserzentrum Erlangen

Oleg Chorkow am Bayerischen Laserzentrum Erlangen

Kirill Chorkow kennt das Bayerische Laserzentrum in Erlangen bereits, denn vor drei Jahren nahm er, noch als Student, an einem Austauschprogramm teil und konnte sich von der Stärken der Laserforschung in der Metropolregion überzeugen. Nun bewarb er sich für die Tagung, die im Zweijahresrhythmus abgehalten wird, und brachte auch einen Vortrag zu seinem Spezialgebiet mit: „Formation monocrystaline carbon micro- and nanostructures under femtosecond laser irradiation of graphite in liquid nitrogen“. Etwas verständlicher: sein Weg vom Graphit zum Diamanten. Noch eingängiger: Der Dozent stellt sich die ganze Städtepartnerschaft als Experimentierfeld vor und will hier wie dort noch viele Wissenschaftler finden, um die deutsch-russische Zusammenarbeit zum Funkeln und Leuchten zu bringen.

Was der Laserspezialist noch so alles kann und erfindet, ist hier nachzulesen: https://is.gd/oSPIYF

Read Full Post »


Ein wenig im „Schatten“ des Antrittsbesuchs von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa besuchte auch Wjatscheslaw Kartuchin, Leiter der Verwaltungsakademie Wladimir, die Metropolregion, ehrenamtlich begleitet und sprachlich betreut von Amil Scharifow, Mitarbeiter des Bürgermeister- und Presseamtes, der überdies der Redaktion des Blogs seinen Bericht zur Verfügung stellte:  

Richard Bartsch, Christine Berg, Alina Kartuchina, Wjatscheslaw Kartuchin, Amil Scharifow

Richard Bartsch, Christine Berg, Alina Kartuchina, Wjatscheslaw Kartuchin, Amil Scharifow

Bei allen historischen Fortschritten hat die öffentliche Verwaltung in vielen Kulturen immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Einst diente die Administration allein den Königen, erst im Laufe der Zeit hat sich die Funktion der Staatsdiener geändert. So unterstanden die Magistrate im alten Rom nicht nur dem Kaiser, sondern waren auch dem Gemeinwesen verpflichtet. Bis heute ist dieser Dienst für das Gemeinwohl und die Frage nach Art und Weise bzw. Effizienz der Arbeit in der öffentlichen Verwaltung sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft ein immer wiederkehrendes Thema. Permanent wird in den Behörden und Ämtern reformiert, optimiert und umstrukturiert.

Richard Bartsch präsentiert den Bezirk Mittelfranken

Richard Bartsch präsentiert den Bezirk Mittelfranken

Dieses Thema stand denn auch im Zentrum des Treffens in Ansbach zwischen dem Bezirkstagspräsidenten von Mittelfranken, Richard Bartsch, und dem Direktor der Wladimirer Filiale der Russischen Verwaltungsfachakademie, Wjatscheslaw Kartuchin. Die Begegnung hatten Wilfried Berg, Professor an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Nürnberg, und seine Ehefrau, Christine Berg, Geschäftsführerin der Bildungseinrichtung, organisiert.

Richard Bartsch, Alina Kartuchina, Amil Scharifow, Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Richard Bartsch, Alina Kartuchina, Amil Scharifow, Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Im Vorjahr besuchten die beiden Fachleute für Verwaltungsrecht Wladimir zu einem Vortrag vor Studenten, nachdem bereits 2014 ein Kooperationsvertrag mit der dortigen Verwaltungsakademie abgeschossen worden war.

Amil Scharifow, Richard Bartsch, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Amil Scharifow, Richard Bartsch, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Bei seinem Besuch im Bezirksrathaus von Mittelfranken wollte Wjatscheslaw Kartuchin, der nicht nur die Akademie in der Partnerstadt leitet, sondern auch russisches Verwaltungsrecht unterrichtet, Einblicke in die Arbeit der öffentlichen Verwaltung in Bayern erhalten. Anhand einer ausführlichen Videopräsentation erhielt der Gast Informationen zur Region Mittelfranken und zu seiner administrativen Struktur. Fragen über Fragen stellte der ehrenamtlich auch als Abgeordneter des Wladimirer Regionalparlaments aktive Besucher, etwa zum Weg von Verwaltungsakten, beginnend bei der Antragstellung bis hin zur Genehmigung im Bezirkstag. Vor allem die Aufgabenteilung zwischen Kommune und Bezirk interessierte Wjatscheslaw Kartuchin. So müssen etwa die Anträge auf Schulbegleitung für Kinder mit Behinderung in Mittelfranken beim Bezirk gestellt werden.

Christine Berg, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin

Christine Berg, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin

Nun ist es an Richard Bartsch, die Einladung nach Wladimir anzunehmen. Jedenfalls bildet der Besuch eine gute Grundlange für die Aufnahme eines Austausches von Studenten beider Akademien, an dem, geht es nach Wilfried Berg, auch junge Leute aus der ganzen Region teilnehmen könnten. Die Gastgeber wollen nun alles tun, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, und der zufriedene Besucher wird sicher seinen Teil dazu leisten und damit die Hochschulkontakte mit Wladimir weiter auffächern.

Amil Scharifow

Zur Vorgeschichte des Kontakts geht es hier: http://is.gd/2X03Xk und http://is.gd/WTebFp

Read Full Post »


Ein in seiner Art einzigartiges deutsch-russisches Forschungsprojekt nimmt Gestalt an. Im Sommer vergangenen Jahres erhielt ein gemeinsamer Antrag der Friedrich-Alexander-Universität und ihrer Partnerhochschule in Wladimir den Zuschlag, wonach das Bild der Religion in der Russischen Föderation untersucht werden soll. Drei Jahre lang finanzieren nun die Russische Stiftung für Geisteswissenschaften und die Deutsche Forschungsgemeinschaft anteilig diese Zusammenarbeit von Religionswissenschaftlern, die sich in diesem Zeitraum alle drei bis vier Monate mal hier mal dort, aber auch in Archangelsk, Moskau, Orjol, Kasan und Ulan-Ude treffen, denn es geht den Forschern nicht nur um die christlichen Konfessionen, sondern auch um Islam und Buddhismus, die in den beiden letztgenannten Städten stark repräsentiert sind.

Natalia Markowa, Jewgenij Arinin, Wadim Schdanow und Jürgen Belz

Natalia Markowa, Jewgenij Arinin, Wadim Schdanow und Jürgen Belz

Bisherige Hauptakteure dieser Kooperation sind Wadim Schdanow vom Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaft an der FAU sowie aus der Partnerstadt Natalia Markowa, stellvertretende Dekanin der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften, und Jewgenij Arinin, Leiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaften. An einem der unter dem Sammelbegriff “Bildungsprojekt und die Konstruktion religiöser Toleranz” in Wladimir veranstalteten Seminare hatte im November vergangenen Jahres auch Jürgen Belz, Studienleiter der Villa an der Schwabach, promovierter Pädagoge für evangelische Religionslehre am Albert-Schweitzer-Gymnasium, Lehrbeauftragter am Fachbereich Theologie der FAU und Pfarrer, teilgenommen. Sein Beitrag, so erfährt er nun, werde bereits für den Druck vorbereitet, und die russischen Partner möchten die Zusammenarbeit mit dem evangelischen Bildungszentrum weiter ausbauen.

Jewgenij Arinin, Natalia Markowa, Wadim Schdanow, Julia Obertreis, Lilia Antipow und Jakob Rauschenbach

Jewgenij Arinin, Natalia Markowa, Wadim Schdanow, Julia Obertreis, Lilia Antipow und Jakob Rauschenbach

Ganz so weit ist man am Lehrstuhl für die Geschichte Osteuropas zwar noch nicht, obwohl hier das Russische quasi als lingua franca fungiert. Aber in einem ersten Gespräch mit Lehrstuhlinhaberin Julia Obertreis, an dem auch die Lehrbeauftragte, Lilia Antipow, und die studentische Hilfskraft, Jakob Rauschenbach, teilnehmen, wird rasch klar: Das Interesse aneinander ist geweckt, wächst mit jedem Satz, und so werden denn schon im Juli Studenten aus Wladimir einen Einblick in die Erlanger Forschung und Lehre der Geschichte Osteuropas erhalten, und im nächsten Jahr plant die habilitierte Historikerin Julia Obertreis dann selbst eine Studienreise in die Partnerstadt. Wenn also Natalia Markowa und Jewgenij Arinin nach einer intensiven Arbeitswoche am Sonntag wieder zurück nach Wladimir reisen, haben sie ihr „Plansoll“ sicher übererfüllt und bewiesen, was alles an positiven Nebenwirkungen eines solchen Projekts auftreten kann. Besser läßt sich doch kaum in das akademische Partnerschaftsjahr starten.

P.S.: Die miserable Bildqualität bittet die Redaktion zu entschuldigen.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: