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Posts Tagged ‘deutsch-russischer Studentenaustausch’


Im 30. – in Worten – dreißigsten Jahr des Austausches zwischen dem einstigen Pädagogischen Institut, der heutigen Universität Wladimir, und dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde empfing gestern Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens den Leiter der Abteilung für Russisch, Heinz Römermann, mit seiner fünfköpfigen Studentengruppe aus der Partnerstadt. Was da mit ungebrochener Regelmäßigkeit als Konstante des Austausches geschieht, kann in seiner Bedeutung für die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir gar nicht überschätzt werden. 1988 vertraglich festgelegt, kommen Jahr für Jahr angehende Deutschlehrer für drei Wochen an das IFA, während im Herbst der Gegenbesuch stattfindet. Immer, nach Möglichkeit, mit privater Unterbringung, aus der oft Freundschaften fürs Leben entstehen, die aber in jedem Fall hilft, Land und Leute besser zu verstehen und kennenzulernen.

Susanne Lender-Cassens, Konstantin Kisseljow, Tatjana Maier, Julia Frolowa, Heinz Römermann, Marina Chrenowa, Daria Schaschkowa und Anna Schingarkina

Stichwort „lernen“. Tatjana Maier, jetzt selbst Gastgeberin, hat schon Erfahrung mit dem Austausch, bei dem sie – nach eigener Aussage – viel dazugelernt habe, wie hier nachzulesen:  https://is.gd/ctayWR. Drei Wochen Unterricht, drei Wochen Ausflüge, drei Wochen Begegnungen, die morgen für die Gäste schon wieder enden, die aber – wie die gute Erfahrung zeigt – für viele auch den Beginn einer intensiven Einbindung in die Städtepartnerschaft markiert. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihnen jemand aus der Gruppe bald einmal hier oder dort als dolmetschende Begleitung begegnet, oder wenn es ein Wiedersehen in ganz unerwarteter Rolle gibt. Man sieht sich in aller Regel wieder. Ganz wie es sein soll in der Partnerschaft, die gerade diesem Austausch entscheidende Persönlichkeiten – um nur den Namen von Irina Chasowa, der Direktorin des Erlangen-Hauses zu nennen – verdankt. Ein besonderer Dank deshalb heute an Heinz Römermann, der es verstanden hat, diesen Austausch über drei Jahrzehnte hin und bei drei Wechseln an der Spitze seines Instituts ohne Aussetzer fortzusetzen. Спасибо!

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Ein ganzer Tag dem Russischen gewidmet. Was denn daran so besonders in Erlangen sei, könnte man zunächst meinen, wo doch gerade erst, im Februar, an der Volkshochschule während der Russisch-Deutschen Wochen die Sprachkurse ausgebucht waren. Doch mit diesem Symposium hat es schon seine eigene Bewandtnis.

Heinz Römermann, Oxana Löscher, Swetlana Steinbusch, Birgit Tordinava, Oxana Kirej, Ludmila Beljatschkowa, Roland Kleiber sowie Institutsleiter Daniel Gossel

Jedes Jahr veranstaltet das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) unter Leitung von Professor Daniel Gossel ein Symposium, alternierend gewidmet dem Englischen, Spanischen, Italienischen, Französischen und eben dem Russischen, gestern zum sechsten Mal Gegenstand intensiver Auseinandersetzung.

Russisch Symposium am IFA: das Plenum

Die Basis dafür ist am IFA mit einem sechsköpfigen Team, angeführt von Heinz Römermann, gegeben, und die Nachfrage für eine Ausbildung in den vielen sprachlichen Dienstleistungsbereichen – vom Gerichtsdolmetschen bis zur Übersetzung von Dokumenten – besteht, ungeachtet aller technischen Entwicklungen. Just diesen stellte sich denn auch gestern der Auftaktvortrag unter dem Titel „Skype als neues Medium im Unterricht“.

Daniel Gossel und Kristina Kapsjonkowa

Aber auch die eher „klassischen“ Fragen fanden ihren Platz mit Themenblöcken wie „Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen und russischen Rechtssystems“ oder „Sprichwörter – Salz in der Suppe“. Alles auf Russisch und natürlich vor allem auf Muttersprachler und Fortgeschrittene ausgerichtet.

Daniel Gossel und das Plenum

Wohl einer deutsch-russischen Städtepartnerschaft wie Erlangen – Wladimir, die eine solche Ausbildungsstätte wie das IFA vor Ort hat, das, vor 70 Jahren gegründet, nun im dreißigsten Jahr des Austausches mit der Universität Wladimir steht. Fast wie im Märchen, um ein bekanntes russisches Sprichwort zu bemühen, das rasch erzählt ist, während das Werk einige Zeit braucht. Die Zeit hat sich jedenfalls gelohnt und ist aller dankbaren Anerkennung wert. Nicht nur zu Jubiläen. Спасибо IFA!

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Wie das russische Gastgewerbe die vielen Schaulustigen abfertigen wird, die zur Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer (übrigens einen Monat lang visumsfrei!) den Boden der Föderation betreten wollen, bleibt nach wie vor spannend: Daß die englische Sprache hierzulande nicht besonders verbreitet ist, ist ja bekanntlich kein Geheimnis. Denn wenn die Fremdsprachenbildung nicht wie in den meisten Fällen an fehlendem Interesse scheitert, dann am häufig nur spärlichem Bildungsangebot.

Dennoch gibt es an der Alexander-und-Nikolaj-Stoletow-Universität Wladimir einige Studenten, die tagtäglich das Gegenteil beweisen und dem vielgesprochenen Insulaneridiom ihre volle Aufmerksamkeit widmen: So zum Beispiel die Studenten um Dozentin Oxana Seliwjorstowa, welche die englische Sprache im zweiten Semester an der Vladimir State University studieren. Doch gerade Hörverstehen will gelernt sein und kommt nicht von alleine. Grund genug also, dorthin zufahren, wo Englisch als Muttersprache gesprochen wird: Richtig – ins Zentrum von Wladimir!

Goldenes Tor und Altgläubigenkirche

Im berühmten Wahrzeichen Wladimirs, den Золотые ворота (Goldenes Tor / Golden Gate) werden Führungen in den verschiedensten Sprachen angeboten, so selbstverständlich auch in Englisch, und das sogar von einer Russischbritin. Wieso nicht also anstatt der langweiligen Listening-Comprehension-CD einfach mal Stadtgeschichte in der Fremdsprache erfahren, dachte sich die Dozentin und vereinbarte eine Besichtigung, zu der sie auch mich miteinlud.

Führung im Goldenen Tor

Die eigentlichen Inhalte der Führung waren dann, ebenso wie die Exponate im Museum, sehr unterschiedlicher Natur: Stadtgeschichte, berühmte Persönlichkeiten aus Wladimir und Region sowie die Geschichte des Goldenen Tors in ausführlichen Erklärungen.

Schließlich kamen wir auch an dem berühmten Fenster vorbei, durch das man an jenem sonnigen Vormittag einen tollen Blick auf die Große Moskauer Straße hatte. Allein deswegen lohnt sich ein Besuch des in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommenen Bauwerks für alle Gäste der Partnerstadt!

Zum Ende der Besichtigung erzählte die Historikerin dann noch eine Anekdote über einen Soldaten aus Wladimir, dessen Zigarettenschatulle eine tödliche Bleikugel abfing und ihm somit das Leben rettete. Mit dem Satz „so smoking does not always kill!“ endete die knapp einstündige Exkursion in ausgelassener Stimmung.

Sonniger Blick auf die Große Moskauer Straße

Auch wenn ein Großteil der Studenten das Museum schon zuvor einmal besichtigt hatten, war es dennoch eine interessante Erfahrung für alle: Denn wann ist man schon als Tourist in der Heimatstadt?

 Frederick Marthol

P.S.: Zu diesem Fenster im Goldenen Tor haben auch schon anderer Erlanger hinausgeblickt, etwa Max Firgau und sein Großvater. Man vergleiche mit https://is.gd/UTV8hf

 

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Wladimir wartet gleich mit mehreren Institutionen für ehrenamtliche Helfer auf. In der russischen Partnerstadt haben diese die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum hinweg Auslandserfahrungen zu sammeln und das Leben vor Ort aus nächster Nähe kennenzulernen. Verschiedenste Programme und Stipendien ermöglichen ein Auslandssemester, einen Freiwilligendienst oder auch ein Praktikum in Wladimir. Hier sprechen wir exklusiv für den Blog mit denjenigen, die diese Möglichkeiten aktuell nutzen:

Momentan engagieren sich drei deutsche Jugendliche in Wladimir: Lara Heinen aus Lüdenscheid im Erlangen-Haus, Mathilda Wenzel aus Saalfeld im Euroklub und an einer örtlichen Gesamtschule sowie Frederick Marthol aus Erlangen am Fremdspracheninstitut der Universität und ebenfalls im Euroklub.

Frederick Marthol, Mathilda Wenzel und Lara Heinen

Alle drei haben im letzten Jahr die Schule abgeschlossen und sich danach für einen Aufenthalt in Wladimir entschieden. Im folgenden Gespräch ziehen die drei 18 Jahre alten Gäste ein erstes Resümee aus mehreren Monaten Freiwilligenarbeit:

Redaktion: Warum genau habt Ihr Euch für die Stelle in Wladimir beworben?

  • Lara: „Meine Mutter kommt aus diesem Land, ich kann daher auch fließend Russisch sprechen und war öfters mit der Familie zu Besuch bei Verwandten. Ich habe mich übrigens nicht für Wladimir, sondern die Russische Föderation insgesamt beworben. Nachdem ich also eine Zusage von meiner Trägerorganisation „weit erhalten hatte, standen drei russische Städte zur näheren Auswahl. Ich persönlich hätte es ganz cool gefunden, nach Ufa zu fahren, da diese Stadt um einiges größer als Wladimir ist und insgesamt mehr zu bieten hat. Ich bin aber dennoch sehr glücklich mit meinem Standort hier, da ich auf keinen Fall nach Sergijew-Possad wollte.“
  • Frederick: „Die Erlanger Partnerstädte haben mich schon immer interessiert, und daher wollte ich auf jeden Fall in eine. Nachdem sich die Kommunikation mit den anderen Städten aber als sehr zäh herausgestellt hatte, wurde es dann Wladimir. Ich war aber 2015 schon einmal hier und kannte deswegen grob, was mich erwartet. Der Vorvorgänger meiner Stelle hat mir von der Arbeit ausführlich berichtet, und es klang eigentlich ganz interessant. Außerdem ist es hier einmal etwas komplett anderes, als das, was ich sonst so gewohnt bin. Und das „Erasmus-Plus-Programm“ bietet eine interessante Chance, auch für einen kürzeren Zeitraum, also nicht gleich ein ganzes Jahr, Freiwilligenarbeit im Ausland zu leisten.“
  • Mathilda: „Ich habe mich über die Eurowerkstatt Jena auf mehrere Städte in Europa beworben. Bei einem Seminar des „European Volunteer Service“ habe ich dann von der Möglichkeit gehört, in der Jenaer Partnerstadt Wladimir einen Freiwilligendienst zu machen, woraufhin ich mich hier beworben habe. Ich hatte zwar auch noch eine Zusage für eine französische Kleinstadt erhalten, entschied mich aber letztendlich für Wladimir entschieden, weil mich das einfach mehr interessierte.“

Redaktion: Wie sieht Euer Alltag konkret aus?

  • Mathilda: „Mein Tag beginnt am Morgen mit dem Russischunterricht in der Universität, das dauert meistens vier Stunden. Danach fahre ich mit dem Bus zum Euroklub wo ich meine Deutschunterrichtsstunden oder verschiedene Präsentationen vorbereite. Auch Veranstaltungen für die Gesamtschule oder natürlich auch für den Euroklub plane ich von dort aus. Am Abend fahre ich zurück ins Studentenwohnheim, wo ich manchmal noch den Russischunterricht nachbereite.“
  • Lara: „Der Tag beginnt für mich meist mit Sport im Fitness-Center. Ich muss nämlich erst mittags im Erlangen-Haus erscheinen, da der Deutschunterricht da am frühen Nachmittag beginnt. Dort starten wir dann mir einem kurzen Briefing, bei dem wir die anstehenden Unterrichtsstunden zeitlich ein- und auf unser Team aufteilen. Anschließend assistiere ich beim Unterricht oder realisiere eigene Projekte wie z.B. einen Filmabend oder auch das Plätzchenbacken vor Weihnachten. Hin und wieder gebe ich auch Einzelunterrichtsstunden. Nach dem Feierabend um 21.00 Uhr fahre ich entweder heim oder gehe noch kurz einkaufen.“
  • Frederick: „Nach dem Frühstück gehe ich zur Universität, wo ich entweder zuerst meine eigene Russischunterrichtsstunde habe oder eine Themenpräsentation/Konversationsstunde in der deutschen Sprache anbiete. Nach diesen beiden Terminen spreche ich mich meistens noch mit Oxana, einer Dozentin an der Uni, ab, welche Veranstaltungen in den nächsten Tagen anstehen und wie diese ablaufen sollen. Danach fahre ich auch öfters in das Büro des Euroklub, wo häufig noch weitere Arbeiten auf mich warten.“

Redaktion: Und womit verbringt Ihr Eure Freizeit hier in Wladimir?

  • Mathilda: „Ich treffe mich häufig mit Freunden aus dem Wohnheim auf einen Tee, oder wir unternehmen etwas wie zum Beispiel Eislaufen, einen Museumsbesuch oder ähnliches. Ich war auch schon mehrmals in Moskau, Nischnij Nowgorod und einmal in Samara.“
  • Lara: „Wie schon gesagt, ist mir Sport sehr wichtig. Im Fitness-Center habe ich auch Freunde gefunden, mit denen ich inzwischen vieles unternehme. Wir gehen zum Beispiel öfters ins Kino. Ich fahre auch gerne in andere Städte.“
  • Frederick: „Ich schließe mich den beiden an. Andere Städte anschauen, finde ich klasse, am Wochenende war ich zum Beispiel mit einem befreundeten Studenten in Sankt Petersburg! Nach der Arbeit gehe ich meist noch laufen. Außerdem fahre ich auch ich hin und wieder am Abend in die Stadt auf ein oder zwei Bier.“

Redaktion: Worauf hattet Ihr nach Eurer Ankunft zu verzichten?

  • *Alle Drei*: „Trinkbares Wasser aus der Leitung!“
  • Mathilda: „Das Leben im Wohnheim ist manchmal gewöhnungsbedürftig, besonders die Hygienestandards, aber das liegt vielleicht auch an Studentenwohnheimen generell. Anfangs fand ich auch das Einkaufen schwierig, weil ich die Produktbeschreibungen nicht lesen konnte.“
  • Lara (lacht): „Klopapier darf hier nicht im WC heruntergespült werden, sondern es gehört in den Mülleimer!“
  • Frederick: „Die Registrierungen vor Ort nerven mich. Das stört bei spontanen Fahrten einfach! Am meisten vermisse ich aber das Fahrrad als Fortbewegungsmittel, wie ich es aus Erlangen gewohnt bin. Diese ewige Busfahrerei hier ist schrecklich und macht mich unflexibel.“
  • Mathilda: „Ach ja, und die Einrichtung meines Internetvertrags per Kabel ließ sich nur sehr schwer bewerkstelligen… Ich rannte von einem Universitätsgebäude ins nächste und wurde immer aufs Neue weitergereicht. Diese Bürokratie erschwert viele Angelegenheiten, die sich eigentlich ganz einfach lösen ließen.“

Redaktion: Was war die unangenehmste Erfahrung während Eures Aufenthaltes?

  • Mathilda: „Ich habe mich einmal in Nischnij Nowgorod verlaufen und konnte noch zu wenig Russisch, um mich mit den Einheimischen zu verständigen. Ich wollte zudem noch dringend zum Bahnhof, denn die Zeit war knapp. Das war schlimm. Ich saß in tausend falschen Bussen, fragte mich ewig durch, und bat schließlich einen Bekannten per Handy, einer anderen Buspassagierin mein Problem auf Russisch zu erläutern. Diese half mir dann zum Glück weiter, und ich habe den Zug letztendlich doch noch erwischt.“
  • Frederick: „Diese eine Erfahrung gibt es bei mir jetzt nicht direkt. Aber generell stört es mich, mit den meisten Menschen hier nicht kommunizieren zu können. Wann immer ich von Passanten angesprochen werde, kann ich ihnen immer nur schulterzuckend mitteilen, sie kaum zu verstehen. Richtig unangenehm wird es jedoch erst dann, wenn anschließend völlig unbeeindruckt weitergeredet wird, ohne ein Ende in Sicht. Bei den Sicherheitsbeamten an öffentlichen Gebäuden ist das häufig so.“

Redaktion: Wladimir oder Melbourne nach dem Abi?

  • Frederick: „Auf jeden Fall Wladimir! Nach Australien komme ich bestimmt im Laufe meines Lebens einmal, bei der Russischen Föderation bin ich mir da nicht so sicher. Das ist jetzt nicht unbedingt das Land, wo ich auch als Tourist hinfahren würde. Und, wie schon gesagt, es ist einfach mal etwas anderes als der ganze Standardkram.“
  • Mathilda: „Wladimir! Ganz einfach: Weil ich über dieses Land viel weniger Wissen hatte, als über Australien. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, hier ehemalige Klassenkameraden zu treffen viel geringer.“ (lacht)
  • Lara: „Erstens habe ich ein paar Ansprüche, und zweitens: Was will ich in Australien? Ein paar Känguruhs streicheln und am Strand rumhängen? Nein – Australien ist mir zu Mainstream! Meine Mutter hat mich ja eigentlich auf die Idee gebracht, nach hierher zu fahren. Diese Idee hat mich dann aber endlich auch überzeugt. So bin ich jetzt das erste Mal alleine im Land und kann auch noch meine Sprachkenntnisse anwenden und erweitern.“

Redaktion: Gibt es eigentlich Probleme bei der täglichen Arbeit?

  • Mathilda: „Am Anfang auf jeden Fall die Sprache. Daraus resultierten dann Probleme beim Verständnis von Zwischenmenschlichem… Auch die ungewohnten Arbeitsweisen waren anfangs sehr schwierig für mich und sind es zum Teil immer noch. An der Uni herrschen beispielweise andere Umgangsformen zwischen den Dozenten und Studenten, als ich das von Deutschland gewohnt bin.“
  • Frederick: „Ja, da hat Mathilda schon recht. Die Arbeit läuft einfach ganz anders. Viel unstrukturierter. Es stört mich auch, meine Aufträge immer nur sehr grob bis gar nicht terminiert zu bekommen. Die Sprachbarriere macht sich gar nicht so sehr bemerkbar, eher sind es kulturelle Differenzen, die dann auch die Arbeit beeinträchtigen.“
  • Lara: „In den ersten Wochen meines Aufenthaltes hatte ich oft das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, beziehungsweise überflüssig zu sein. Mittlerweile ist das aber nicht mehr so. Vielleicht liegt es an dem Umstand, die erste Freiwillige im Erlangen-Haus zu sein.“

Redaktion: Könnt Ihr Euch mit Euren jetzigen Erfahrungen vorstellen, im Rahmen eines Studiums ein Auslandssemester in Wladimir zu machen?

  • Mathilda: „Nicht in Wladimir, aber an einer anderen russischen Hochschule. Die Uni in Wladimir kenne ich ja jetzt schon sehr gut, da will ich dann schon noch eine andere Stadt sehen.“
  • Lara: „Ich weiß es noch nicht, aber generell ablehnen tue ich es auch nicht.“
  • Frederick: „Nein. Wie Mathilda kenne ich die Uni jetzt sehr gut, und wenn ich noch mal längere Zeit ins Ausland gehen sollte, dann auf jeden Fall in ein anderes Land. Aber vielleicht ändere ich meine Meinung ja noch einmal.“

Redaktion: Vielen Dank für eure Unterstützung! (alle lachen)

Frederick Marthol

Weiterführende Informationen zu einem Aufenthalt in Wladimir:

Auslandssemester an der Vladimir State University: www.vlsu.ru und https://is.gd/Jz1nB5

Bewerbung beim Sprachenzentrum des Goethe-Instituts in Wladimir, dem Erlangen-Haus: https://www.kulturweit.de  und http://erlangen.ru

Bewerbung beim Euroklub (+ Partnerorganisation): https://is.gd/w7OaB0 und https://is.gd/UkCmby

Sendeorganisation www.eurowerkstatt-jena.de

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Vom 10. bis 29. September war wieder eine vierköpfige Gruppe des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde zum Studentenaustausch an der Universität Wladimir zu Gast. Hier nun der Reisebericht.

Das Studentenleben in Wladimir war für uns alle eine der besten Erfahrungen im Leben. Es waren so viele neue Eindrücke und Ansichten, daß wir in der ersten Woche gar nicht aus dem Staunen herauskamen. Übrigens hatten wir in den ersten zwei Wochen großes Glück mit dem Wetter – Altweibersommer.

Am ersten Tag an der Universität in Wladimir, ВлГУ, wurden wir sehr herzlich in der Mensa von den für uns verantwortlichen und anderen Studenten begrüßt. Es gab Tee und Kuchen in der Kennenlernrunde. Anschließend erhielten wir einen Plan für die nächsten drei Wochen, welcher ein volles Programm bot. Jeden Tag nach den Doppelstunden fand ein Ausflug statt. Wir waren in Kunst- und Geschichtsmuseen, in der Philharmonie, im Kino, im Planetarium und im botanischen Garten von Wladimir. Unsere Dozentin für Russisch war eine so liebreizende und positive Person, wir haben sie direkt ins Herz geschlossen.

Die gemischte Studentengruppe mit Marina Gajlit im Goldenen Tor

Die Sitten und Mentalität der russischen Bevölkerung unterscheiden sich sehr von der deutschen. Die typischen Klischees sind nicht wirklich zutreffend. Alkohol ist strikt verboten und kann auch nicht überall zu jeder Zeit gekauft werden. Zigaretten sind für uns umgerechnet natürlich sehr günstig, aber sie sind in allen Geschäften unter Verschluß und nicht öffentlich sichtbar, wie wir es in Deutschland kennen. Die Öffnungszeiten sind ungewohnt aber auf jeden Fall sehr bequem und praktisch. Auf echte Bären sind wir auch nicht getroffen.

Wladimir ist eine süße kleine Stadt – ähnlich wie Nürnberg. Ehrlich gesagt kam es mir persönlich so vor, als hätten wir eine Zeitreise in die Sowjetunion gemacht, denn außerhalb der Großstädte ist alles beim alten geblieben.

Gemischte Studentengruppe vor der Demetrius-Kathedrale

Wir waren auch in Susdal und Bogoljubowo, beide sehr gläubige Städtchen. Am zweiten Wochenende ging es nach Moskau, in die Stadt, die niemals schläft. Es war traumhaft ebenso wie das Wetter. In der letzten Woche wurde es dann deutlich kälter und herbstlicher. Die Stimmung war auch etwas bedrückt denn wir begriffen, daß die Zeit einfach zu schnell vergangen war. Dennoch haben wir das Beste daraus gemacht und waren nochmals in einigen Restaurants, Bars und im Klub.

Im großen und ganzen war der Aufenthalt bei den Gastfamilien und an der Uni wirklich interessant. Wir haben viel dazugelernt und wollen so bald als möglich wieder nach Rußland!

Tatjana Maier

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Es gehört zu den schönen Gepflogenheiten von Lehranstalten, Jahresberichte herauszugeben. So ist soeben die Chronik 2016/2017 des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde erschienen, das zusammen mit der Volkshochschule zu den Erlanger Bildungseinrichtungen mit der längsten und intensivsten Wladimir-Austauschpraxis gehört. Folgerichtig findet sich in der achtundachtzigseitigen Publikation auch nachstehender Bericht der vier Studentinnen, die im März für drei Wochen Erlangen erlebten:

Wir haben auf diese Reise ungeduldig gewartet, weil es für drei von uns vier die erste Bekanntschaft mit Deutschland war. Als wir zum Bordfenster hinaus auf die bayerischen Landschaften schauten, verliebten wir uns in die Natur Deutschlands. In Erlangen fuhren wir zuerst zum Institut, wo wir Heinz Römermann kennenlernten und von ihm einen Stundenplan bekamen (und sogar gleich die erste Hausaufgabe). Danach wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt. Das erste, was uns auffiel, war die Gastfreundlichkeit nicht nur unserer Gastfamilien, sondern auch die aller Menschen in Deutschland. Am nächsten Tag begann für uns der Schulalltag. Nach dem Unterricht hatten wir die Möglichkeit, durch die schöne und gemütliche Stadt Erlangen zu bummeln. Am Mittwoch wurden wir ins Rathaus eingeladen, wo man uns damit beehrte, die Bürgermeisterin kennenzulernen, welche uns freundlich empfing. Es war der 8. März, also der Weltfrauentag, und jede von uns bekam eine Blume, was wir nicht erwartet hatten, aber als sehr nett und aufmerksam empfanden.

Daniel Gossel, Alexandra Klemeschowa, Darja Lukjanowa, Marina Aljokina, Jelena Jewdokimowa, Tatjana Maier, Elisabeth Preuß und Heinz Römermann

In den nächsten drei Wochen besuchten wir viele fränkische Städte wie Bamberg, Rothenburg, Nürnberg und Forchheim. Am besten gefielen uns Bamberg und Rothenburg, weil wir uns in das Mittelalter versetzen konnten: keine Fabriken, keine mehrstöckigen Gebäude, nur Kirchen, Türme und natürlich das wunderschöne Panorama der Städte.

Wir hatten Glück, zwei Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Trotz des Regenwetters konnten wir unseren Traum verwirklichen, Bilder vor dem Reichstag und dem Brandenburger Tor zu machen. Wir waren auch von der deutschen Küche begeistert. Sowohl in den Gastfamilien als auch in den Restaurants probierten wir verschiedene deutsche Spezialitäten aus wie z.B. Weißwürste mit Brezel, Schupfnudeln, Bratwürste mit Kartoffelsalat, Jägerschnitzel, Knödel und viele andere gute Speisen.

Abgesehen von den Ausflügen lernten wir natürlich auch. Unsere Bekanntschaft mit Erlangen begann ja mit dem Besuch des Instituts, wo wir die meiste Zeit verbrachten. Als wir unseren Stundenplan bekamen, verstanden wir, wie viel anspruchsvolle Arbeit auf uns wartete. Wir hatten jeden Tag Unterricht, und jede Stunde, die uns angeboten wurde, war sehr interessant. An unserem ersten Unterrichtstag lernten wir gleich einige Lehrer und Studenten kennen. Die erste Stunde war Landeskunde BRD bei Michael Süß. In diesen Stunden erfuhren wir einiges über das politische System der BRD und ihr Wahlsystem. Natürlich war uns vieles schon bekannt, aber trotzdem war alles sehr lehrreich. Die erste Stunde kam uns sehr kurz vor, weil wir in Wladimir nicht eine Stunde (45 Min.) haben, sondern immer Doppelstunden. Es war so ungewohnt, wenn jede Stunde so schnell zu Ende ging und wir uns zur nächsten Stunde zu beeilen hatten, damit wir nicht zu spät sind, denn es waren nur fünf Minuten Pause dazwischen! Bei uns sind immer 20 Minuten Pause dazwischen.

Birgit Tordinava, Oxana Löscher, Roland Kleiber, Heinz Römermann (stehend), Swetlana Steinbusch und Oxana Kirej (sitzend)

Besonders gut gefiel uns die Methodik des Übersetzens, weil wir an unserer Universität kein solches Lehrfach haben. Oxana Kirej zeigte uns die falschen Freunde des Übersetzens und wie man diese richtig übersetzt. Mit Swetlana Steinbusch übten wir, verschiedene Texte aus dem Deutschen ins Russische korrekt zu übersetzen und mit Heinz Römermann aus dem Russischen ins Deutsche. In der Methodik des Übersetzens von Birgit Tordinava lernten wir verschiedene Möglichkeiten, wie man richtig aus dem Russischen ins Deutsche (z.B. lange Genitivketten oder die Mengenangaben) übersetzen sollte.

Wir wunderten uns nicht nur über die große Auswahl an verschiedenen Übersetzungsthemen, sondern auch über die Außen- und Innenansicht der Institutsgebäude. Als wir diese zum ersten Mal sahen, hätten wir nicht gedacht, es handele sich hier um ein Institut, weil diese Gebäude den anderen bewohnten Häusern in der Umgebung sehr ähnlich sind. Die meisten Universitätsgebäude bei uns sind mehrstöckige Bauten, die sehr offiziell aussehen.

Es war für uns eine unvergeßliche Reise nach Deutschland, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Und natürlich hoffen wir, irgendwann wieder nach Erlangen zu kommen.

Marina Alekina, Jelena Jewdokimowa, Alexandra Klemeschowa und Daria Lukianowa

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In Erlangens Partnerstadt am frühen Morgen angekommen, folgte eine etwas längere Wanderung zum Hostel. Wladimir bot bereits auf den ersten Blick einen deutlichen Kontrast zur Metropole Sankt Petersburg. Viele Häuser sind einfach und von der Sowjetarchitektur geprägt. An vielen Fassaden kann man auch noch Hammer und Sichel oder rote Sterne als Ornamente entdecken. Nach dem Einchecken, Frühstück und Erholungspause machte sich die Gruppe per Bus zur Universität auf. Auf dem Weg dorthin konnten wir weitere Eindrücke der Stadt gewinnen, so passierten wir beispielsweise eine weitere Lenin-Statue.

Willkommen in der Welt des Wissens

An der Universität angekommen, wurden wir in einen prachtvollen Konferenzraum geführt, wo eine Delegation russischer Studenten auf uns wartete. Da Wladimir die Partnerstadt von Erlangen ist und auch die Universitäten eine Kooperation pflegen, hatten wir die Möglichkeit, uns auszutauschen und einander anzunähern. So gewannen wir viele Erkenntnisse über den Alltag der russischen Kommilitonen, beispielsweise liegt die zu erwartende Bezahlung für angehende Akademiker hier weit niedriger als in Deutschland. Andererseits war zu erkennen, wie eng an russischen Hochschulen das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden zu sein scheint. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten entfaltete sich eine lebhafte Diskussion über die Revolution, Geschichtspolitik und Geschichtsunterricht in beiden Ländern. Nach der Diskussionsrunde bot eine längere Mittagspause die Möglichkeit, sich mit den Gastgebern in kleinerem Kreis zu unterhalten. So wurden uns einige Hörsäle gezeigt, und wir probierten die Mensa aus. Außerdem machten wir nähere Bekanntschaft mit dem Erlanger Austauschstudenten Max Firgau, der ebenfalls bei der Diskussion anwesend war und uns für den Rest unserer Exkursion begleitete. Moritz Florin und Julia Obertreis hatten zudem die Gelegenheit, sich mit ihren russischen Kollegen über weitere Pläne zur Zusammenarbeit auszutauschen.

Demetrius-Kathedrale

Nach der Mittagspause folgte eine Stadtbesichtigung, bei der uns die kenntnisreiche Stadtführerin Jelena Ljubar die Sehenswürdigkeiten von Wladimir präsentierte. Zunächst besichtigten wir die Demetrius-Kathedrale, einen von außen reich mit Reliefs geschmückten Kreuzkuppelzentralbau aus dem 12. Jahrhundert. Der Innenraum ist sehr schlicht, allein einige wenige Fresken aus der Erbauungszeit und ein Dachkreuz, das nun am Altar steht, schmücken das Innere der Kirche. Dann gingen wir zur nahe gelegenen Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert und der Zeit des Großfürstentums Wladimir – Susdal stammt. Im Inneren befinden sich eindrucksvolle Fresken von Andrej Rubljow aus dem 15. Jahrhundert, die unter anderem eine Darstellung des Jüngsten Gerichts zeigen. Der letzte Programmpunkt war dann die Besichtigung der Anlage des Goldenen Tors, das aus derselben Zeit wie die anderen Sehenswürdigkeiten stammt und eine Ausstellung beherbergt. Am Abend traf sich die Gruppe wieder mit einigen der russischen Studenten vom Vormittag, um gemeinsam essen zu gehen. Dabei legten sich vor allem die männlichen Exkursionsteilnehmer mächtig ins Zeug, um bei den russischen Studentinnen einen guten Eindruck zu machen, natürlich nur aus Gründen der Völkerverständigung…

Den letzten Tag unserer Exkursion verbrachten wir im kleinen, ländlichen aber historisch wichtigen Ort Susdal. Neben Max begleitete uns hier auch eine russische Studentin und wieder unsere Städteführerin Jelena Ljubar. Die Reise von Wladimir nach Susdal gestaltete sich als ein kleines Abenteuer an sich, denn der Bus war brechend voll, und eine chinesische Touristengruppe schien, sich uns anschließen zu wollen. In Susdal angekommen, besichtigten wir zunächst das Erlöser-Euphemius-Kloster. In der dortigen Erlöser-Verklärungs-Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert durften wir einem fünfköpfigen Männerchor bei der Interpretation eines Abendgebets in Altrussisch zuhören. Der sphärische Klang des Gesangs vor der Kulisse der bunten Fresken im reich ausgemalten Innenraum war ein einmaliges Erlebnis. Eine weitere Sehenswürdigkeit stellte der Glockenturm der Anlage dar. Um 12 Uhr hörten wir dem dort per Hand intonierten Glockenspiel zu, das überraschend dynamisch und rhythmisch klingt. Außerdem legten wir einen kurzen Halt am Mausoleum des Fürsten Dmitrij Poscharskij ein. Vom Kloster aus liefen wir dann zum Susdaler Kreml. Dort besichtigten wir die innerhalb der Kremlmauern befindliche Mariä-Geburts-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Ihre blauen Zwiebeldächer muten durch ihre Verzierung an wie ein Sternenhimmel.

Mariä-Geburts-Kathedrale

Im Inneren der Kirche kann man ein goldenes Tor bestaunen, das in der Art auch einmal in Wladimir vorhanden war, bevor es geraubt wurde. Eine weitere Besonderheit im Inneren ist die archetypische Ikonenwand, die durch ihr üppiges Gold beeindruckt. Vom Kreml aus spazierten wir durch den Ort über weite Wiesen und über einen Markt, der allerhand Souvenirs und russische Spezialitäten bot. Die letzte Station in Susdal war das Freilichtmuseum für Holzarchitektur, das Bauernhäuser und Holzkirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausstellt. In der Holzkirche konnten wir im Vergleich zu den bisher besichtigten Kircheninnenräumen eine sehr einfach gehaltene Ikonenwand sehen. Schnitzereien setzten die Ikonen stimmungsvoll in Szene und handgewebte Läufer sorgten für ein familiäres Gefühl. Verschieden große Bauernhäuser auf dem Gelände veranschaulichten die Lebensweise der Bauern unterschiedlicher sozialer Schichten. Im Inneren konnte man sehen, wie die Menschen früher lebten: mit dem Ofen als wichtigstem Einrichtungsgegenstand, den Bänken entlang der Wand und dem großen Tisch in der Stube, über dem in der rechten Ecke des Raums die Ikonenecke schwebte.

Gruppe in Susdal

Nach diesem ereignisreichen Vormittag in Susdal kehrten wir am Nachmittag zurück nach Wladimir. Dort besuchten wir noch das Erlangen-Haus als zentralen Ort der Städtepartnerschaft. Dann ging es zum Abendessen in ein aserbaidschanisches Restaurant. Ein Teil der Gruppe besuchte zuvor jedoch noch einen orthodoxen Gottesdienst in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale. Auch dies war ein faszinierendes Erlebnis, da die Art und Weise, wie der Gottesdienst in der orthodoxen Kirche abgehalten wird, so stark von den katholischen und evangelischen Riten abweicht. Die Gläubigen stehen und können umhergehen. In der Mitte des Raums vor dem Altar stehen die Priester mit der heiligen Schrift und halten im Sprechgesang den Gottesdienst ab, während die Gläubigen sich wiederholt bekreuzigen und verbeugen. Da die Orthodoxie so allgegenwärtig ist und Religiosität in ganz Osteuropa immer noch einen hohen Stellenwert besitzt, war es interessant, während dieser Exkursion auch einen Einblick in die spirituellen Traditionen und Praktiken des Landes zu erhalten. Insgesamt kann man sagen: Die Städte Wladimir und Susdal bilden einen enormen Kontrast zur Millionenmetropole Sankt Petersburg mit ihrer westlichen und imposanten Architektur. Wir erhielten so einen vielseitigen Blick auf das Land mit all seinen Facetten.

Gruppe in Wladimir

Nach einer spannenden Woche machten wir uns am 28. Mai wieder auf den Weg zurück nach Deutschland, was sich ein wenig anstrengender gestaltete als die Hinreise. Zunächst hatten wir drei Stunden in einem eiskalten Zug bis nach Moskau auszuharren, der von Kleinwarenverkäufern und einer in Tarnanzügen gekleideten Gesangsgruppe frequentiert wurde. In Moskau konnten wir dann auf dem Weg vom Bahnhof zum Flughafen einen flüchtigen Blick auf die reich verzierten U-Bahn-Stationen erhaschen. Letztlich kamen wir jedoch alle pünktlich und wohlbehalten wieder in Nürnberg bzw. Erlangen an. Die Exkursion hat uns viele neue und lehrreiche Einblicke in die russische Geschichte und Gegenwart eröffnet, an die wir während unseres weiteren Studiums sicher noch oftmals denken werden.

Jessica Wengel

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