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Posts Tagged ‘deutsch-russischer Studentenaustausch’


Nach dem Frühjahrsbesuch einer Gruppe der Staatlichen Wladimirer Universität am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, setzte nun ein Trio aus Erlangen den Austausch im Herbst fort. Heute dazu der Bericht. Übrigens laufen bereits die Planungen für die Begegnungen im Frühjahr 2020.

Am 10. September dieses Jahres ging es los. Für mich war es bereits die zweite Reise nach Wladimir, für meine beiden Kommilitonen die erste.

Das Trio vom IFA in Moskau

Wir kamen überpünktlich am Münchner Flughafen an und landeten um etwa 18 Uhr Ortszeit in Moskau Domodjedowo. Wir wurden von drei Studentinnen der Staatlichen Universität Wladimir empfangen und machten uns gemeinsam auf den Weg nach Wladimir. Ohne Stau ist das eine Strecke von ungefähr drei Stunden, wir brauchten gut fünf und kamen um Mitternacht herum in unseren Gastfamilien an.

Am nächsten Tag lernten wir die Pädagogische Fakultät und unsere Dozentin für die kommenden drei Wochen kennen. Die Studentinnen unserer Gastfamilien sind, im Gegensatz zu uns, an der Universität für das Lehramt eingeschrieben. Unser Schnittpunkt ist ihr Deutschunterricht, weswegen sie im Frühjahr 2020 zu uns an das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde kommen. Nach dem kurzen Kennenlernen folgte eine Stadtführung mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Allen voran das Goldene Tor (das eigentlich weiß ist) und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, eine sehr schöne, strahlend weiße Kirche mit goldenen Kuppeln, umgeben von einem kleinen Park und Blumenbeeten. Direkt bei der Kathedrale befindet sich auch eine der bekanntesten Aussichtsplattformen, von der aus man einen wunderbaren Blick auf das Umland und die Kljasma hat.

Abendstimmung in Wladimir

Wir hatten täglich drei Stunden Sprachunterricht bei einer extra für uns abgestellten Dozentin, die kaum Deutsch sprach. Wir einigten uns gleich am ersten Tag darauf, den Fokus auf das Sprechen zu legen, weshalb wir viele Gespräche führten. Außerdem zeigte die Dozentin uns einen amerikanischen Russischlehrfilm, in dem ein Alien nach Sankt Petersburg geschickt wurde, um dort warme Kleidung und Schnaps gegen die auf seinem Heimatplaneten hereinbrechende Eiszeit zu kaufen. Wir konnten aus dem Sprachunterricht viele neue Wörter und Redewendungen mitnehmen.

In unserer ersten Woche besuchten wir eine Vorführung internationaler Tänze, die sehr farbenprächtig gestaltet war. Ansonsten nutzten wir die unterrichtsfreie Zeit, um durch die Stadt zu spazieren, Straßenhunde zu streicheln (wir haben uns danach die Hände gewaschen) und vor allem, um uns mit den Studentinnen und unseren Gastfamilien besser bekannt zu machen.

Ich für meinen Teil kann sagen, großes Glück mit meiner Gastfamilie zu haben, die mich sehr herzlich aufnahm. „Meine“ Studentin lebt mit ihren Eltern, ihrem kleinen Bruder und einer Katze in Laufnähe zur Universität. An dieser Stelle möchte ich ganz kurz das unglaublich leckere Essen erwähnen, das meine Gastmutter zubereitete.

Russische Küche in Wladimir

In der darauffolgenden Woche wurde es bereits deutlich kühler; während zu Hause in Deutschland noch kuschelige 20 Grad herrschten, waren es bei uns gut zehn weniger. Wir besuchten das Frauenkloster im nahen Bogoljubowo. Der Innenraum der dortigen Kirche ist sehr schön und mit reichlich Gold verziert.

Zwei Tage später fuhren wir gemeinsam mit ein paar Studenten und einer Dozentin nach Susdal. Susdal gehört ebenso wir Wladimir zum sogenannten Goldenen Ring, einer beliebtesten Touristenroute durch einige der ältesten Städte des Landes; Moskau gehört auch dazu. Miteinander verbunden bilden diese Städte auf der Karte mehr oder weniger einen Kreis, daher der Name. In Susdal besichtigten wir ein Männerkloster, kletterten auf den höchsten Kirchturm und besuchten das sehr zu empfehlende Freilandmuseum, in dem Bauernhäuser und auch ein paar Stabkirchen aus verschiedenen Jahrhunderten aufgebaut sind.

Theaterkarten zum Stück „Die Nacht vor Weihnachten“ von Nikolaj Gogol

Die Zeit verging wirklich wie im Flug. Unsere letzte Woche in Wladimir begann mit einem abendlichen Theaterbesuch. Es war ein Puppentheater und wahrscheinlich eher für Kinder gedacht, doch die Schauspieler machten einen tollen Job, und das Stück war sehr liebevoll inszeniert. In dieser Woche durften wir auch einmal am Deutschunterricht an der Fakultät teilnehmen. Die Interaktion mit den russischen Studentinnen im tatsächlichen Unterricht war für uns sehr interessant und hat uns große Freude bereitet. Unserer Ansicht nach profitieren beide Seiten sehr von gemeinsamen Stunden.

Moskauer Nächte sind hell

Gegen Ende unseres Aufenthalts fuhren wir nach Moskau – eine unglaublich riesige Stadt. Wir kamen vormittags an und fuhren im Verlauf des Tages kreuz und quer durch die Stadt. Obligatorisch waren natürlich der Rote Platz und das GUM, danach spazierten wir durch die Nikolskaja-Straße direkt am Roten Platz.

Blick auf den Zentralen Park Wladimir

Nach einer kurzen Kaffeepause fuhren wir mit der Metro zum sehr weitläufigen Ausstellungsgelände WDNCh. Dort befinden sich unter anderem verschiedene Ausstellungspavillons, ein Erinnerungsmuseum an Kosmonauten und ein großer „Brunnen der Völkerfreundschaft“ mit goldenen Frauenstatuen, die jede ein Mitgliedsland der ehemaligen Sowjetunion repräsentiert. Ein beliebtes Motiv auf diesem Ausstellungsgelände ist дедушка (Opa) Lenin.

Abends folgte noch eine Stadtrundfahrt durch das nächtliche Moskau. Wir waren zwar unglaublich erschöpft, aber gelohnt hat es sich dennoch. Wir sahen den beleuchteten Kreml, besuchten verschiedene Wirkungsstätten bekannter Wissenschaftler vergangener Jahrhunderte, das Geschäftszentrum Moscow City, fuhren am Fußballstadion Luschniki vorbei und waren zu guter Letzt wieder am Roten Platz, der nachts wirklich angenehm leer ist. Alles in allem reichen aber eineinhalb Tage natürlich kaum für eine Metropole wie Moskau, es gibt noch eine ganze Menge dort zu entdecken und zu besuchen.

So endeten unsere drei Wochen in Wladimir, und wir flogen zurück nach Deutschland. Wenn man etwas länger im Ausland verbracht hat, braucht man danach wieder einige Tage, um wirklich wieder zu Hause anzukommen. Wir haben sehr viel erlebt und gesehen und konnten die Kultur und die Lebensweise des Gastlandes ein wenig kennenlernen.

Abschließend möchten wir betonen, wie bereichernd so eine Städtepartnerschaft sein kann. Es ist unglaublich toll, diesen Austausch machen zu dürfen, und wir können jedem Zweifler nur dazu raten, es uns gleichzutun.

Loreena Götz

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Am 26. September stand der Europäische Tag der Sprachen im Kalender, den der Euroklub Wladimir zu einer Konferenz mit Schülern und Studenten nutzte. Mit dabei auch Gäste aus Schweden, vor allem aber auch aus Jena, virtuell zugeschaltet. Da ging es dann mit den Freiwilligen zu wie im Turm zu Babylon, denn die Eurowerkstatt an der Saale bevölkern derzeit Jugendliche aus Spanien, Italien, Bulgarien, Frankreich und der Türkei sowie, selbstredend, aus Wladimir.

Alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu erproben. Und es gelang! Es wurde auch Deutsch gesprochen, insbesondere wie zu unserer Online-Konferenz auch Austauschstudenten aus Erlangen kamen, die gerade ihren dreiwöchigen Austausch an der Universität beendeten. Im Ergebnis kamen wir alle zu dem Schluß, wir sollten den Dialog fortsetzen, um gemeinsam neue Projekte umzusetzen. Und natürlich interessierten sich alle für die Kultur und Tradition der altehrwürdigen Stadt Wladimir, die auch die zugeschalteten Jugendlichen einmal besuchen wollten. Wir bleiben im Dialog!

Obengenannte Austauschstudenten sind inzwischen wieder zu Hause und setzen ihre Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde fort, wenn sie nicht gerade fleißig an ihrem Bericht für den Blog schreiben. Unterdessen kamen aber zum Tag der Einheit auch wieder Wladimirer Freiwillige nach Erlangen. Eine schon langjährige, gute Tradition, zumal die Einheit Deutschlands ohne das fördernde Mitwirken der UdSSR nicht denkbar wäre. Man stelle sich – horribile dictu – nur einmal vor, was geschehen wäre, wenn die SED von der KPdSU grünes Licht für ihre Pläne zur Niederschlagung der Friedlichen Revolution erhalten hätte.

Iwan Nisowzew, Jewgenij Sacharjewitsch, Xenia Muchajewa, Elisabeth Preuß und Matthias Bettenhäuser

So wäre dann auch nie jenes Video vom WladJenaTeam entstanden, das Sie hier sehen können: https://is.gd/YmEqx6.

Erster Schnee in Wladimir, Taufe-des-Herrn-Kapelle

Und als Dreingabe noch eine Impression aus Wladimir, wo gestern der erste Schnee fiel.

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Auch der mittlerweile zwölfte zweiwöchige Deutschkurs an der Volkshochschule in Folge ging gestern für die Gäste aus dem Erlangen-Haus mit einem von der Wladimirer Gruppe gestalteten Abschiedsabend zu Ende. Ein wenig vorgezogen, denn nach Hause brechen die 16 zumeist jungen Besucher ja erst am Montag wieder auf. Aber heute heißt es zum letzten Mal die Schulbank im Club International drücken und das eigens zusammengestellte Lehrprogramm abzuschließen, bevor das Wochenende noch Ausflüge nach Bayreuth und in die Fränkische Schweiz bringt, zusammen mit dem Freundeskreis Wladimir, der sich von Besuch zu Besuch mit seinen Angeboten immer weiter steigert.

Iwan Schtscherbakow

Die Gäste wissen das zu schätzen und sind denn auch voll des Lobes für die Volkshochschule und Reinhard Beer, den „Vater dieser Sommerkurse“, den Freundeskreis Wladimir und natürlich besonders für die Familien, bei denen man sich „wie die eigenen Kinder fühlen“ durfte, wie es die mitgereiste Deutschlehrerin aus dem Erlangen-Haus, Jekaterina Ussojewa, so anrührend ausdrückt. Und so durften sich gestern abend, dem bisher heißesten Tag in der Wettergeschichte Erlangens, die Gastgeber entspannt zurücklehnen und genießen, was ihnen die russische Dankbarkeit zu bieten hatte. Iwan Schtscherbakow – Sie erinnern sich, der Feuermann? – brachte sogar einen in der Küche von Heidi und Jürgen Binder selbstgebackenen Apfelkuchen mit, der sinnbildlich für die liebevolle Phantasie steht, mit der die Gäste zu Werke gingen.

Wie sehr die Kommunalpolitik in Erlangen diese Bürgerpartnerschaft schätzt, erlebte die Gruppe dann aber auch, als Bürgermeisterin Elisabeth Preuß die Pause der Stadtratssitzung nutzte, um allen ihre Anerkennung auszusprechen und auf die unverzichtbare Bedeutung der Volksdiplomatie hinzuweisen. Dabei gehört die Politikerin selbst zum engen Kreis dieser Verständigung über die Grenzen hinweg, denn immer wieder nimmt sie selbst Besucher aus Wladimir bei sich auf. So auch dieses Mal in Person von Jekaterina Ussojewa.

Elisabeth Preuß vor dem Auditorium im Club International

Seit Juni vergangenen Jahres gehört die Germanistin, die in Sankt Petersburg studierte und dann in ihre Heimatstadt zurückkehrte, zum sechsköpfigen Dozententeam am Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts in Wladimir. Zum ersten Mal ist sie nun – nach zwei vorgelagerten Besuchen in Berlin – in Erlangen und leitete nicht nur die Gruppe souverän, sondern führte auch ebenso selbstischer wie sympathisch durch das deutsch-russische Unterhaltungsprogramm des Abends.

Jekaterina Ussojewa und Elisabeth Preuß

Auch Igor Rjaschtschenko kennt Deutschland von früheren Besuchen und kam nun zum ersten Mal in die Partnerstadt, wo Matthias Utzschneider ihm Kost und Logis mit nicht ausgeschlossener späterer Freundschaft bietet. Der Sänger seinerseits kennt Wladimir vom vorjährigen Auftritt seines Chores „Vocanta“ und will der nicht mitgereisten Frau des Gastes helfen, vielleicht einmal mit ihrem Puppentheater nach Erlangen zu kommen. Wenn man so hineinhört in die Gespräche, ist ohnehin immer wieder zu vernehmen, wie da auch ganz neue Verbindungen entstehen, die in der Zukunft die Städtepartnerschaft auf ihre Weise prägen dürften. Denn, das sei nie vergessen: Wer an diesen Sommerkursen – gleich auf welcher Seite – teilnimmt und mitwirkt, spielt stets auch eine Rolle im deutsch-russischen Miteinander und der Gestaltung von Beziehungen zwischen unseren Städten und Ländern.

Igor Rjaschtschenko und Matthias Utzschneider

Zum Kanon des Unterrichtsprogramms gehört von Beginn an die Stadt-Rallye, bei der die Kursteilnehmer in zumeist dreiköpfigen Teams ausschwärmen, um im „gemischten Doppel“ im Praxistest Erlangen zu erkunden und – dieses Mal – 18 Fragen zu beantworten, von denen die nach der täglich über die Städtepartnerschaft berichtenden Internetquelle noch die einfachste war. Die Siegertroika schaffte dabei etwas, das es so bisher nicht gegeben hatte: Das Trio machte keinen einzigen Fehler und holte alle 18 Punkte. Dazu war übrigens auch folgendes Rätsel zu lösen: „Es hat zwei Flügel und kann doch nicht fliegen. Es hat einen Rücken und kann doch nicht liegen. Es trägt eine Brille und kann doch nicht sehen. Es hat ein Bein und kann doch nicht stehen. Zwar kann es laufen, aber nicht gehen.“ Hätten Sie es gewußt? Kleine Denkhilfe für Literaturfreunde: Es handelt sich um ein Organ, dem Nikolaj eine seiner klassischen Grotesken widmete.

Artjom Isjumow, Jekaterina Tatarnikowa, Nadeschda Stachowskaja und Reinhard Beer bei der Verleihung des 1. Preises

Lew Kopelew, der Weltkriegsveteran, Autor und große Friedensstifter zwischen Russen und Deutschen, meinte einmal, ein guter Wille könne vieles leisten, auch den bösen Gewalten widerstehen und sie sogar bewältigen. Diesen guten Willen zeigten am gestrigen Abend alle. Möge er nicht der letzte seiner Art gewesen sein!

Erlangen-Haus 12

Siehe auch: https://is.gd/2sAgrM und https://is.gd/9VBTuU

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So verabschiedet sich Daniel Gossel, Leiter des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde, in seinem Rückblick, erschienen im aktuellen Jahresbericht, auf das Wirken von Heinz Römermann, Leiter der Russischabteilung, der sich am morgigen Freitag in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihm verliert auch die Städtepartnerschaft einen „hidden champion“ und Pionier des deutsch-russischen Austausches der ersten Stunde. Bereits im Mai 1982 trat der Russist in die Dienste des Instituts und unterstütze zusammen mit seiner Mentorin, Ludmila Holub, die ersten Schritte von Erlangen und Wladimir aufeinander zu. Was immer es ab 1983 für das Rathaus Erlangen an Unterlagen aus Wladimir zu übersetzen gab, ging über seinen Schreibtisch, wo er ebenso akribisch und zuverlässig arbeitete wie in seinen Klassen, wo ihm sogar Gäste aus der Partnerstadt später bescheinigen sollten, er beherrsche die russische Grammatik besser als so mancher Muttersprachler – und es gebe weder hier noch dort jemanden, der diese knifflige Materie besser als er vermitteln könne.

Heinz Römermann und Daniel Gössel mit den Gaststudenten aus Wladimir: Jelena Uwarowa, Wladislaw Anufrijenkow und Maria Agejewa, April 2019

1988 kam die erste Wladimirer Studentengruppe vom damaligen Pädagogischen Institut, der heutigen Staatlichen Universität, nach Erlangen und wurde von Heinz Römermann auch außerhalb der Klassenräume aufmerksam betreut. 1991 und 1993 unterrichtete der Dozent als Austauschpädagoge in der Partnerstadt, und 1992 begleitete er noch eine Gruppe aus seinem IFA nach Wladimir. Längst brauchen die Gruppen keine mitreisende Betreuung mehr, aber sie kommen mit unfehlbarer Präzision seit jenem fernen 1988 Jahr für Jahr, die Russen im Frühjahr, die Deutschen im Herbst. Gerade eben bereitet sich wieder ein Trio aus Erlangen auf die Reise nach Wladimir vor. Diese gut dreißigjährige Tradition des pädagogischen Austausches ist einzigartig nicht nur in der Partnerschaft, sondern sicher auch für die deutsch-russischen Hochschulkontakte insgesamt. Preiswürdig! Bei zurückhaltender Schätzung nahmen insgesamt etwa 250 junge Leute aus beiden Städten an den Begegnungen teil, die ihrerseits ja ihre Erfahrungen wieder mit ihren Kommilitonen teilen. Aber das ist dann schon die höhere Mathematik der Partnerschaft, in der auch noch die Arithmetik der von 1996 bis 2018 sechs von ihm organisierten Russisch-Symposien zu berücksichtigen wäre, an denen immer auch Gastdozenten aus Wladimir beteiligt waren.

Heinz Römermann beim Russisch-Symposium 2018

Erlangen und Wladimir schulden Heinz Römermann, der nie viel Aufhebens um seine Person machte, ein riesiges Dankeschön für seine unerschütterliche Beharrlichkeit und stille Mühewaltung im Geist des wissenschaftlichen Miteinanders und der Völkerverständigung. So schwer es fällt, ihn zu verabschieden, so sicher darf man sein, daß der begnadete Sprachvermittler seine Mission in gute Hände legt, die sein Werk erfolgreich fortsetzen. Auf Wiedersehen, Heinz Römermann!

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„Das ist eine schöne Sache“, freut sich Natalia Pitschugina, die zum ersten Mal in Erlangen ist und dann gleich für ein ganzes Semester an der FAU zum Studium der Germanistik. Das Programm Erasmus Plus macht es möglich für sie und Timofej Burmjakow. Beide haben sie zu Hause, in Wladimir, noch ein Jahr bis zu den Prüfungen für das Lehramt, und da ist ein solcher Aufenthalt natürlich wie ein Geschenk des Himmels. Neben den Vorlesungen und Seminaren, denen sie gut folgen können, besuchen sie Sprachkurse für Englisch und machen natürlich Ausflüge – soweit es die Zeit und das Budget des Stipendiums zulassen -, um möglichst viel vom Land zu sehen und zu erleben.

Timofej Burmjakow und Natalia Pitschugina

Timofej Burmjakow ist in der Hinsicht bereits vorbelastet: Die Großmutter arbeitete als Deutschlehrerin und unterhält seit vielen Jahren eine persönliche Freundschaft nach Erlangen, dank welcher der Student nun auch privat in einer Familie untergebracht ist, die er auch schon von einem früheren Besuch kennt. Außerdem besuchte er bereits als Schüler einen Deutschkurs am Erlangen-Haus. Natalia Pitschugina hingegen war noch nie in Deutschland, hat selbst ein Zimmer in einem Studentenwohnheim gefunden und genießt das internationale Flair Erlangens. Wenn die beiden Anfang August in die Partnerstadt zurückkehren, werden sie sicher von ihren Erlebnissen erzählen, und es dürften dann noch viele junge Gäste von der Staatlichen Universität Wladimir zu einem Auslandssemester nach Franken kommen. Ganz im Sinne der Partnerschaft!

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So schnell kann es gehen: Soeben ging der Besuch einer dreiköpfigen Gruppe der Universität Wladimir am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde zu Ende, und gleich nach Ostern beginnt für Iwan Lawrentjew, 2013 noch selbst an diesem Austausch beteiligt, das Studium der Gerontologie an der FAU. Gemeinsam mit seiner Frau Maria ist der Deutschlehrer dieser Tage wieder nach Erlangen gekommen, dieses Mal nicht für jene kurzen drei Wochen, sondern mindestens für drei lange Jahre, „weil es mir hier sehr gut gefällt und ich eine gute Ausbildung haben möchte“.

Iwan und Maria Lawrentjew

Das, eine gute Ausbildung, ist auch Maria wichtig, die derzeit noch einen Sprachkurs an der Volkshochschule besucht und möglichst bald in ihrem Beruf als Erzieherin arbeiten möchte. Aber noch sind die beiden damit beschäftigt, richtig anzukommen, sich mit den Regeln im Studentenwohnheim zurechtzufinden, die Nebenkostenabrechnung zu verstehen, alle notwendigen Anschaffungen zu tätigen. Immerhin, zwei Fahrräder nennen sie schon ihr eigen: unverzichtbar für eine gelungene „Einbürgerung“ in Erlangen. Der Blog wünscht schon mal allzeit gute Fahrt und wird Maria und Iwan sicher bei der einen oder anderen Station begleiten.

Mehr zu Iwan Lawrentjew hier: https://is.gd/7BKRmp und https://is.gd/7tGDJE

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Gestern gab es für die Troika von der Staatlichen Universität Wladimir am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde zum Abschluß ihres dreiwöchigen Studienaufenthaltes in Erlangen die Zeugnisse. Aus der Hand des Institutsleiters, Professor Daniel Gossel, und mit der Versicherung von Heinz Römermann, Leiter der russischen Abteilung, die Noten seien nicht geschönt, all die vielen Einsen und Zweien in den Fächern entsprächen den Leistungen. Nur im Zweifel habe man natürlich nach oben aufgerundet.

Jelena Uwarowa, Wladislaw Anufrijenkow und Maria Agejewa mit Heinz Römermann und Daniel Gossel

Sie sind zufrieden, die drei Gäste: mit dem Unterricht, mit den Gasteltern, mit der Küche (mit Ausnahme von Klößen), mit allem, was sie so gesehen und erlebt haben. Nur eines ist schwer für sie zu begreifen – warum die Deutschen sich so laut schneuzen. Bei ihnen zu Hause putzt man sich die Nase diskreter. Vor allem aber weiß das Trio schon: Es wird weitergehen mit dem Austausch. Denn die nächsten für die Reise im Herbst nach Wladimir haben sich bereits gemeldet. Eine gute Sache, eine sehr gute Sache, diese Verbindung zwischen den Hochschulen der Partnerstädte, die nun schon seit 31 Jahren währt und sich immer wieder neu bewährt.

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