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Posts Tagged ‘deutsch-russischer Sportaustausch’


Einen besonders großen Dank richtete Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim gestrigen Empfang im Rathaus für die fünfundzwanzigköpfige Gruppe der Schwimmschule Wladimir an die Gastgeber – und gab damit Ilja Iljin, dem Delegationsleiter, das Stichwort: „Wir sind in Erlangen längst mehr als nur Freunde. Für viele von der Sportgemeinschaft Siemens Erlangen sind unsere Kinder längst zu Familienmitgliedern geworden.“

Susanne Lender-Cassens und die Schwimmgruppe aus Wladimir

In der Tat kommen einige der Mädchen und Jungen im Alter von acht bis fünfzehn Jahren schon zum wiederholten Mal zum Internationalen Schwimmen um den Röthelheim-Cup, am Wochenende zum 23. Mal in der Hannah-Stockbauer-Halle ausgetragen. Von den Mitgliedern des Betreuungsteams ganz zu schweigen, das bei jedem Besuch fest gesetzt ist.

Wladimir auf Bahn 6 in der Hannah-Stockbauer-Halle

Seit 1998 besteht der Austausch nun schon und erweist sich als beständig wie sonst kein Sportkontakt zwischen den Partnerstädten. Geht es nach dem Ehepaar Sigrid und Wolf-Dieter Thiel von der SGS solle das auch so bleiben, anders als mit den Verbindungen zu Rennes und Eskilstuna, die zu beider Bedauern schon seit längerer Zeit abgerissen seien.

Gruppenbild in der Hannah-Stockbauer-Halle mit Sigrid Thiel (rechts im Bild) und Ilja Iljin (links im Bild)

Seit Mittwoch übrigens ist die Gruppe schon in Erlangen, ein Ausflug nach Rothenburg stand neben dem Training und dem zweitägigen Wettbewerb auf dem Programm, gestern dann Freizeit und die Eröffnung des Weihnachtsmarkts, heute noch ein Abschiedsschwimmen im „Atlantis“, und dann, gegen Abend, geht es wieder nach Hause. Übrigens mit acht Platzierungen auf den Siegertreppchen über die unterschiedlichen Distanzen im Gepäck, was ja auch einer anerkennenden Erwähnung wert sein sollte.

Das russisch-deutsche Betreuungs- und Orgateam

Ob 2018, wenn der Austausch in sein zwanzigstes Jahr geht, Wladimir wieder nach Erlangen kommt oder die Franken die Einladung in die russische Partnerstadt annehmen, werden wir wohl bald erfahren. Wie auch immer: Solange sie miteinander schwimmen, geht die Partnerschaft nicht baden.

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Der Antrittsbesuch von Susanne Lender-Cassens ging gestern in die Zielgerade mit einem medizinisch-sportlichen Programm, unterwegs zu allen Terminen, ganz wie in Erlangen, mit dem Fahrrad. Und es zeigt sich: Entgegen der hier vorherrschenden Meinung kann man auch auf Wladimirs Straßen abgasfrei vorankommen, sogar recht zügig und ohne ständig fürchten zu müssen, so auf dem schnellsten Weg in die Unfallchirurgie zu gelangen.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens, Michail Tjukarkin und Jewgenij Jaskin

Ungläubiges Staunen denn auch in den Augen und Worten des ärztlichen Direktors vom Rot-Kreuz-Krankenhaus, wo alle schweren Fälle landen, als er von Erlangens Bürgermeisterin erfährt, wie sie sich hier fortbewegt, die den umgehend angebotenen Dienstwagen auch noch rundweg mit einem entschiedenen Lächeln ablehnt. Aber es geht hier ja auch um ein ganz anderes Thema, den Austausch von Krankenschwestern, der auf Wunsch des Gastgebers möglichst bald stattfinden soll, denn ohne die Pflege hilft dem Patienten auch die allerbeste Operation und Therapie nicht.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens und Maria Kabakowa

Wie gerufen, kommt beim Rundgang durch das Krankenhaus mit seinen 450 Betten, der Besucherin Michail Tjukarkin entgegen, der als erster Wladimirer Arzt – übrigens mit recht guten Deutsch-Kenntnissen – bereits 1989 in Erlangen hospitierte und den Anfang im Medizinaustausch machte. Ein gutes Omen für die Aufnahme von Krankenschwesternkontakten.

Gertrud Härer und Susanne Lender-Cassens beim Radkorso auf der Umgehungsstraße

Wenige Pedaltritte unterhalb des Krankenhauses eröffnete man gestern eine vierspurige Straße – ins einstige Bett des Baches Lybjed hineinasphaltiert -, von der man sich eine wesentliche Verkehrsbelastung für die bisherige Hauptachse durch die Altstadt verspricht. Mit welchem Erfolg, wird sich noch weisen.

Gennadij Stachurlow und Susanne Lender-Cassens

Erfreulich in jedem Fall, daß die Planungen auch noch Radwege entlang der Trasse vorsehen, für etwa 50 Mio. Rubel. Dabei, so buchstäblich die Erfahrung der Radler aus Erlangen, würde eine schlichte Markierung am Straßenrand auch schon ein Mehr an Sicherheit und Komfort bringen. Aber da geht man eben überall seiner eigenen Wege. Auch hier übrigens ein Wiedersehen: Susanne Lender-Cassens und der Wladimirer Fahrradpionier, Gennadij Stachurlow, kennen sich von einem Treffen in Erlangen und hoffen, noch viel gemeinsam für Umwelt und ökologische Verkehrsplanung machen zu können.

Inna Morosowa, Leiterin der Fachschule, Susanne Lender-Cassens, Jelena Owtschinnikowa, Tatjana Sajtschikowa und Olga Antropowa, beide stellv. Leiterinnen der Fachschule

Die Zeremonie freilich dauerte gar zu lange, auf die Bürgermeisterin wartete schon der nächste Termin in der Berufsschule für Pflegekräfte, die bereits in der Planung für einen Austausch mit Jena steht und natürlich auch Erlangen gern im Boot hätte. Überhaupt herrscht hier ein internationales Klima, denn es gibt auch schon Verbindungen zu einer Partnereinrichtung in Illinois. Was soll da dem Austausch noch entgegenstehen!

Interview im Garten des Erlangen-Hauses: Peter Steger und Susanne Lender-Cassens

Ein wenig später und etwa drei Radkilometer weiter geht es dann im Büro von Jelena Owtschinnikowa, der stellvertretenden Leiterin der Regionalen Gesundheitsverwaltung, um ein Herzstück der Partnerschaft, den „Blauen Himmel“. Wegen neuer föderaler Gesetze, die eine unmittelbare Anbindung von Reha-Einrichtungen an die jeweils zuständige Klinik fordern, wurde die Einrichtung in Penkino geschlossen. Man ist dort dabei, ein Sanatorium Senioren einzurichten, angegliedert an die bereits bestehende medizinische Einrichtung für Veteranen. Die Kinder hingegen sollen nach ihrer Behandlung in der Psychiatrie oder ihrem Aufenthalt in einer sozialen Einrichtung in Zukunft zur Rehabilitation und erlebnispädagogischen Nachsorge ein neues Dach, ebenfalls außerhalb Wladimir in naturnaher Lage finden. Auf keinen Fall, so die Medizinerin und ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, werde man das Projekt „Blauer Himmel“ aufgeben, das könne sie allen versichern, die sich für dieses Gemeinschaftswerk verdient gemacht haben.

Witalij Iwantschuk, Susanne Lender-Cassens und Oleg Medwedjew

Zurück im Garten des Erlangen-Hauses stand noch ein Interview mit der Lokalredaktion des TV-Senders „Rossija 1“ auf dem Programm – mit Fragen zu Zielen und Ergebnissen des Besuchs. Immer wieder erfreulich, wie sehr sich die Medien für die Partnerschaft interessieren und damit den Austausch im Bewußtsein halten.

Schule für Rhythmische Sportgymnastik

Zu diesem Austausch gehört natürlich schon immer auch der Sport, besonders das Turnen, eine Disziplin, mit der Wladimir Weltruhm genießt. Nicht vergleichbar mit Erlangen – Susanne Lender-Cassens weiß das als Sportbürgermeisterin nur zu gut -, aber die Gastgeber, Witalij Iwantschuk und Oleg Medwedjew, ihres Zeichens Leiter der Turnschule und Chef des städtischen Sportamtes, bieten Trainern und deren Schützlingen aus ihrer Partnerstadt Meisterklassen an, auch im Bereich Rhythmische Sportgymnastik, die im Gebäude gleich gegenüber unterrichtet wird. Zumal so ja auch viele neue Freundschaften entstehen könnten. Recht haben sie natürlich

Kunstwerk von Stefan Schnetz im Garten des Erlangen-Hauses

Was bleibt? Vieles, woran angeknüpft werden kann, jede Menge neuer Ideen und Initiativen und noch viel mehr, als sich hier im Blog darstellen läßt. In jedem Fall Impulse, von denen der Austausch schon bald noch vielfältiger und intensiver wird. Ganz im Sinne der Erfinder dieser wunderbaren Freundschaft.

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Ab 9.00 Uhr ist die komplette Gerade von der Einfahrt zur Altstadt von Wladimir über das Goldene Tor, den Kathedralenplatz, vorbei am Erlangen-Haus bis hinunter zum Michail-Frunse-Denkmal komplett für den Verkehr gesperrt, bereit für den ersten Halbmarathon der Partnerstadt, die Strecke abgesteckt, Bürgersteig und Straße wie geleckt.

Das Team Erlangen mit Freunden aus Wladimir vor dem Start. Photo: Dominik Steger

Gegen 11.00 Uhr nimmt das Team Erlangen mit Jonas Eberlein, Fredi Schmidt, Manuel Schmidt, Gertrud Härer und Peter Steger auf dem Kathedralenplatz Aufstellung, läuft sich ein, trifft Freunde vom Laufklub „Bodrost“, freut sich über das Wetter mit mäßiger Luftfeuchtigkeit, leichtem Wind und vor allem angenehmen Temperaturen um 16° C – unter bedecktem Himmel und ohne einen einzigen Regentropfen.

Jonas Eberlein und Fredi Schmidt. Photo: Dominik Steger

Nachgerade ideale Bedingungen, vor allem, wenn man weiß, wie verregnet und verhagelt der Wladimirer Sommer war. Und so zeigen sie denn auch ihre Lauffreude, Jonas Eberlein, der nebenbei auch noch mit drei Bällen jongliert, und Fredi Schmidt, der sich mit ihm – auf ärztlichen Rat – auf die Neun-Kilometer-Distanz macht. Beide laufen dann auch entspannt und gemeinsam als 109. und 110. von 155 Teilnehmern mit einer Zeit von 50:52 ins Ziel.

Peter Steger. Photo: Dominik Steger

Die drei anderen nehmen die Halbmarathon-Strecke mit persönlichen Bestleistungen – und das trotz der Härten des Auf-und-Ab-Parcours mit den dreieinhalb Runden und dem harten Asphaltprofil: Peter Steger kommt als 110. von 188 Teilnehmern mit 1:52:05 ins Ziel, und Manuel Schmidt bleibt als 132. im Feld mit 1:59:27 ebenfalls unter den magischen zwei Stunden.

Team Erlangen auf der Bühne. Photo: Dominik Steger

Und was ist mit Gertrud Härer? Sie zieht sich nach dem Lauf für eine halbe Stunde ins Erlangen-Haus zurück – und verpaßt leider die Team-Ehrung, von den Organisatoren ganz an den Anfang gestellt.

Team Erlangen in Siegerpose. Photo: Dominik Steger

Eine schöne Verneigung vor den Gästen, die mit ihrer Teilnahme der Veranstaltung nicht unbedingt den großen sportlichen Glanz verleihen, fehlt doch John Stackmann im Team, aber doch für ein internationales Flair sorgen.

Die Trophäen. Photo: Dominik Steger

Kompliment nicht nur für diese Geste an die Gastgeber, sondern auch für den gelungen Einstand. Zeitnahme, Verpflegungsstationen und Sauberkeit entlang der Strecke kann man nur vorbildlich nennen. Pawel Tschernow, immer wieder zu Gast beim Erlanger Winterlauf in der Brucker Lache, hat als Cheforganisator ein ausgezeichnetes Team zur Seite.

Die Freundschaft Erlangen – Wladimir hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Photo: Dominik Steger

Und da ist dann doch noch Gertrud Härer, die sich in ihrer Altersklasse nur Olga Sagitowa, ebenfalls regelmäßige Teilnehmerin am Winterlauf, mit 1:47:07 als elfte Frau im Feld durchsetzte. Und das nach fünf Wochen Radtour von Partnerstadt zu Partnerstadt. Applaus!

Gertrud Härer

An einem solchen Freudentag ist es aber auch gut, einmal innezuhalten und zurückzublicken auf die Wunder der deutsch-russischen Geschichte, wie aus Feinden Freunde wurden, kaum irgendwo mehr spürbar als hier am Platz des Sieges, in dessen unmittelbarer Nähe der Friedensbaum wächst, gepflanzt am 22. Juni 2011 von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, dem Erlanger Weltkriegsveteranen Wolfgang Morell und Wladimirer Kameraden.

Susanne Lender Cassens und Irina Chasowa

Schließlich noch eine wichtige Etappe mit dem Kauf von zwei Fahrrädern für das Erlangen-Haus. Eine Anschaffung, die sicher schon längst hätte getätigt werden müssen, die aber wohl zu warten hatte, bis Susanne Lender-Cassens ihren Antrittsbesuch macht. Die vier Kilometer zurück zum Erlangen-Haus sausen die Bürgermeisterin und der Partnerschaftsbeauftragte über deutlich schneller zurück als Irina Chasowa im Bus.

Susanne Lender-Cassens und Peter Steger. Photo: Irina Chasowa

Zu Gast bei Guram Tschjotschjew. Photo: Dominik Steger

Am Abend dann der Ausklang mit einem Bekenntnis im Freundeskreis der Orthopäden Guram Tschjotschjew: „Ich komme wieder nach Wladimir!“ Vielleicht ist ja der Bürgermeisterin die Partnerschaft auch schon zur „kleinen Heimat“ geworden, als die der gastgebende Orthopäde schon seit einem guten Vierteljahrhundert Erlangen betrachtet.

Mehr Bilder unter: https://is.gd/Nvslvw

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Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens ist gestern nach fünfstündiger Stau-Fahrt vom Moskauer Flughafen Domodjedowo mit ihrer Sportdelegation – wohlbehalten, aber leider nicht vollständig – gegen 22.00 Uhr im Erlangen-Haus eingetroffen, gastlich empfangen von Irina Chasowa. Zu Hause geblieben ist mit einer Virusinfektion ausgerechnet John Stackmann, der sich in den letzten Wochen so zielstrebig auf den Halbmarathon in Wladimir vorbereitet hatte. Aber Gesundheit geht vor sportlichem Ehrgeiz. Nun werden also Gertrud Härer, Fredi und Manuel Schmidt mit Peter Steger am Sonntag ohne ihr Zugpferd auf die Strecke gehen müssen.

Susanne Lender-Cassens und ihre Delegation: Joachim Kokott, Manuel und Fredi Schmidt, Othmar Wiesenegger und Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Der aufmerksame Betrachter vermißt sicher auch Gertrud Härer auf dem Bild. Keine Sorge! Sie hat gestern planmäßig Wladimir per Fahrrad erreicht, zusammen mit dem Jonas Eberlein, dem Erlanger, der seit einer Woche an ihrer Seite fährt. Nur leider ist Blog https://gertrud.haerer.org „abgeschnitten“, ausgerechnet im Ziel. Nach der Reparatur gibt es dann sicher auch die Bilder zur Ankunft nach mehr als 3.000 km Radreise von Erlangen bis Wladimir. Und bestimmt vieles mehr – auch zu dem, was die Mitglieder der Delegation in den nächsten Tagen in der Partnerstadt so alles erleben werden.

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Während Gertrud Härer den Meilenfresser angeworfen hat und heute nachmittag in Wolokolamsk, gute 100 km vor Moskau, auf ihrer Solo-Radtour nach Wladimir endlich auf den Erlanger Mitarbeiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Jonas Eberlein, trifft, mit dem zusammen sie am 7. September in der Partnerstadt einrollen möchte, um dann drei Tage später den Halbmarathon mitzulaufen, kruschtelte John Stackmann, der Chef de Mission des fränkischen Teams, mit Blick auf den Wettkampf am 10. September in seiner Photokiste und förderte beeindruckende Zeugnisse aus der Frühzeit des Sportaustausches zutage. Im Rückblick auf seine ersten Begegnungen mit den russischen Freunden erinnert sich der Ausnahmeathlet und Ausrichter des Winterwaldlaufs, an dem regelmäßig Gäste aus Wladimir teilnehmen:

John Stackmann in Wladimir mit der Startnummer 49

1991 war ich (nur) Zuschauer beim Sportfest mit Athleten aus Wladimir und Erlangen auf dem Uni-Sportplatz an der Gebbertstraße. Ich bestaunte den überlegenen Dmitrij Grischin beim Doppelsieg über 800 m und 5.000 m und unterhielt mich gut mit ihm bei der anschließenden Grillfeier. So richtig hatte die russisch-deutsche Sportfreundschaft für mich dann aber mit dem “Golden-Ring-of-Russia“-Marathon 1992 in Wladimir angefangen.

Das Läuferfeld in Wladimir

In meinem 15. Marathonjahr kam die Anfrage des Sportamts durch Ernst Bayerlein, ob wir mit einigen Athleten am Marathon in Wladimir teilnehmen könnten, mitten im heißen russischen Sommer des Jahres 1992. Pia Fischer, Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und ich nahmen diese Gelegenheit wahr. In Wladimir war ich bei Jurij Kissiljows Familie untergebracht. Jurij hatte seinerzeit über 1.500 m mit 3:35 min eine international hervorragende Zeit stehen. Aber dem auf die Funktionstüchtigkeit seiner Beine angewiesenen Laufprofi spielte das Schicksal einen schweren Streich. Er hatte sich damals eine Entzündung der Achillesferse zugezogen, die er später nicht mehr in den Griff bekam. Die wichtige Einnahmequelle aus seinen internationalen Starts im Ausland war entfallen! Jurij und seine Familie ließen es sich trotzdem nicht nehmen, mir damals den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. So fuhr er fast den gesamten Marathon im Auto in meiner Nähe, fotografierte, filmte und versorgte mich auch mit meinem Spezialgetränk.

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Die mit dem Marathon gestarteten 10 km hatte übrigens Jurij Michajlow gewonnen, der kurz nach dem Start schon direkt hinter der Spitze lief (im Bild des alten Zeitungsausschnitts hinter der rechten Schulter des Läufers mit Startnummer 165). Denkwürdig und gut in Erinnerung sind mir auch noch die häufigen Zusammenkünfte bzw. Tischrunden der Sportler und Funktionäre damals mit Speis und Trank. Einer hatte nämlich immer ein Aktenköfferchen dabei, das mit etlichen Flaschen Wodka gut gefüllt war. Die „sollten“ dann innerhalb der zwei Stunden alle geleert werden. Nur ich tanzte aus der Reihe, da ich schon immer keinen Alkohol trinke. Schnell hatten sich unsere Gastgeber auch auf meine vegetarische Ernährung eingestellt. Bei den Nachfragen habe ich Dmitrijs damalige Freundin und jetzige Frau Anastasia kennengelernt, die schon damals sehr am Austausch interessiert war.

Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und John Stackmann nach dem Lauf im Stadion Wladimir

Herbert, der damals noch seine Fröhlich-Brauerei in Dormitz betrieb, hatte bei den Wodka-Runden eine relativ geringe Hemmschwelle. Das merkte man ihm dann nach zwei Tagen auch deutlich an. Rudi hatte sich damals in Wladimir gesundheitlich nicht so wohl gefühlt und deshalb kurzfristig auf die Teilnahme am Marathon verzichtet. Aber für mich hatte der Aufenthalt ein trauriges Nachspiel: Ich hatte mir einen Virus eingefangen (wahrscheinlich weil öfters Strom und Wasser abgestellt worden waren) und konnte dann zu Hause für ein halbes Jahr eine Lungenentzündung auskurieren.

John Stackmann mit Team und Freunden nach dem Wettkampf

Jetzt, zum ersten Halbmarathon in Wladimirs Sportgeschichte, werden mindestens 300 Teilnehmer erwartet, hoffentlich alle gesund – davor und danach. Die Sportredaktion des Blogs jedenfalls wünscht schon heute einen fairen Wettbewerb und viel Erfolg – getreu dem Motto: Keine Gnade für die Wade! – und freut sich mit John Stackmann darauf, wenn sich für ihn nach 25 Jahren ein leichtathletischer Kreis im Lebenslauf schließt.

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Nehmen wir es vorweg: Die beiden Begegnungen im Ring, am Freitag in Straubing und am gestrigen Sonntag in Weißenburg hätten für die Boxstaffel aus Wladimir besser ausgehen können.

Boxstaffel Wladimir in Weißenburg

Beide Male unterlagen die Russen den Gastgebern. Aber sie schlugen sich tapfer und wissen auch zu siegen.

Karl-Heinrich Pauckner

Von 1.200 Zuschauern sprach der Veranstalter gestern im Festzelt von Weißenburg. Bestimmt nicht übertrieben, denn die Bänke waren bis in die letzten Ecken besetzt.

Besonders wichtig aber: Es herrschte eine faire Atmosphäre. Auch wenn die dicke Luft schon von Beginn an, besonders als dann zur Mittagszeit auch noch die Bräter und Grills angeworfen wurden, Publikum wie Sportler kräftig schwitzen ließ. Gleich wer nach dem Gong die Faust heben durfte, der Beifall war ihm sicher. Nicht ganz selbstverständlich im Sport, wenn die Gäste keine eigenen Fans im Troß haben.

Deniel Krotter gegen Elchin Agajew

Und die Kämpfe? Die waren ausnahmslos von einem sauberen Stil geprägt. Ermahnungen blieben die Ausnahme, kein einziger Tiefschlag, der hätte geahndet werden müssen. Dabei hätte Wladimir durchaus niedergeschlagen sein können, denn der erste Teil der Veranstaltung – die Kämpfe der Junioren – ging klar mit 5:0 an den Box-Club Weißenburg. Die Gäste nahmen es sportlich: „Da haben wir noch einiges mit unserem Nachwuchs zu arbeiten.“

Elchin Agajew und Deniel Krotter

Es waren ja auch Jungs dabei wie Deniel Krotter mit einer überragenden Technik und großen Titeln, die zu schlagen einer kleinen Sensation nahegegekommen wäre.

Boxerausweis von Ilja Kossulnikow

Im Halbwelter der Männer dann endlich der erste russische Sieg mit Ilja Kossulnikow, Jahrgang 1997, gefolgt vom Weltergewichtler Alexander Korowin, geboren 1988, der ausgerechnet über Daniel Jaß, den zweiten Sohn von Igor Krotter im Wettkampf triumphierte.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Das war sie dann wohl auch, die kleine Sensation im Ring, denn die Brüder vergeben sich nichts beim Sammeln von Titeln und traten als Favoriten an. Auch Meister müssen bisweilen noch Lehrgeld bezahlen.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Artjom Bogatow hingegen tat sich von Beginn an schwer gegen seinen Gegner, Roman Gorst. Der zwanzigjährige Schwergewichtler aus Wladimir konnte zwar auf seine gute Deckung zählen, aber ein Rezept gegen die langen Arme des Mannes aus der blauen Ecke fand er nicht. Richtig deshalb die Entscheidung des Trainers, nach der zweiten Runde das Handtuch zu werfen.

Roman Gorst und Artjom Bogatow

Die Scharte wetzte dann im Superschwergewicht Wladimir Mitrofanow aus. Wuchtig und mit Überblick ging der 1992 geborene Faustkämpfer zu Werke und setzte dem fünf Jahre jüngeren Collin Biesenberger gehörig zu. Verdient denn auch der Sieg für den Russen.

Collin Biesenberger und Wladimir Mitrofanow

Der freilich – vielleicht noch im Taumel des sicher geglaubten Triumphs – hatte das Urteil nicht richtig verstanden und meinte, den Ring als Verlierer verlassen zu müssen. Desto größer die Freude, als man ihm schon im Abgang erklärte, wie die Richter gepunktet hatten…

Wladimir Mitrofanow und Collin Biesenberger

Da läßt es sich dann gut tänzeln auf der Matte. Und daß der letzte Kampf dann ein Stellvertreterturnier wurde und verloren ging, weil Andrej Mersljakow kein Visum erhalten hatte, ist dann nur noch eine Randnotiz.

Der Tanz im Ring: Wladimir Mitrofanow

Zu einem Mißverständnis ist es aber wohl auch zwischen den Gästen und Ausrichtern des Wettkampfs gekommen. Die russischen Sportler wurden nämlich als Boxer aus Moskau angekündigt; Wladimir hatte man als Vereinsnamen aufgefaßt. Aber da wohl niemand aus der russischen Hauptstadt im Zelt zugegen war, kam es auch zu keinen Protesten.

Glücklich vereint nach dem Kampf

Karl-Heinrich Pauckner, Vorstand des Box-Clubs Weißenburg, kann zusammen mit Igor Krotter rundum zufrieden sein und freut sich schon auf die nächsten Verstanstaltungen. Geht es nach den beiden, werden nicht nur im November schon fränkische Boxer in Wladimir in den Ring steigen. Vielmehr soll es schon bald Vier-Länder-Wettkämpfe geben zwischen Deutschland, Österreich, Italien und Rußland. Vielleicht sogar mit tschechischer Beteiligung. Gute Aussichten für den Boxsport in Wladimir.

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Das war schon eine Tour de Force: Am Dienstagmorgen erhielt die Jugendboxstaffel erst in Moskau die Visa, setzte sich in zwei Kleinbusse und stürmte los Richtung Deutschland. Um 4.00 Uhr morgens kam dann gestern die fünfzehnköpfige Gruppe in ihrem Quartier an und fand sich schon um 11.00 Uhr vollzählig zum Empfang im Erlanger Rathaus ein.

Boxstaffel mit Ulrich Klement und Susanne Lender-Cassens in ihrer Mitte

Viel Zeit zum Regenieren bleibt den Sportlern nicht, denn heute steigen sie bereits um 14.00 Uhr in der Ejadonhalle, Straubing, in den Ring. Und am Sonntag stehen um 10.30 Uhr im Festzelt von Weißenburg die nächsten Wettkämpfe auf dem Programm, bevor es zu Wochenbeginn wieder zurück nach Wladimir geht.

Die Boxer aus Wladimir mit Igor Krotter und Sergej Schtschedrin in ihrer Mitte

Geht es nach dem Trainer Igor Krotter, der seit 2014 seitens des TV 1848 den Boxaustausch mit der russischen Partnerstadt pflegt und mit seinem Team schon im November eine Gegeneinladung nach Wladimir annimmt, soll es bereits im nächsten Jahr eine eigene Boxabteilung seines Vereins in Erlangen geben. Dann wären solche „Gastspiele“ in anderen Städten nicht mehr nötig, man könnte in Erlangen die Kräfte messen. Und überhaupt wolle man mehr Sportaustausch, betonte Sergej Schtschedrin, Initiator der Boxkontakte, gegenüber Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Sportamtsleiter Ulrich Klement und kündigte für September konkrete Vorschläge an. Ganz im Sinne der Kommunalpolitikerin, denn: „Je mehr wir an solchen Begegnungen haben, desto besser für die Verständigung und unsere Städtepartnerschaft.“

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