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Posts Tagged ‘deutsch-russischer Kulturaustausch’


Zum gestrigen Internationalen Kindertag hatte die Journalistin Olga Slobodnjuk den Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, am Freitag gebeten, eine Aufnahme für ihren Wladimirer lokalen Radiosender über ein Buchprojekt zu machen. TV My, in der Pandemie entstanden, ließ sich da nicht lange bitten, und drehte, in bewährter Besetzung mit Amil Scharifow als Kameramann, Toningenieur, Regisseur und Produzent (alles ohne Rundfunkgebühren und Werbeeinnahmen) folgenden Beitrag, der – allerdings nur im Ton – gestern zwei Mal ausgestrahlt wurde.

Worum geht es? Am 2. Januar hatte sich in der Sebaldussiedlung ein junger Igel verirrt, der, untergewichtig wie er war, bei der Kälte wohl eingegangen wäre, hätten ihn nicht mitfühlende Menschen zu sich in die Küche geholt und dann ins Tierheim gebracht. Zum 6. Januar, dem orthodoxen Weihnachtsfest, entstand dazu ein Märchen, „Mecki und sein erster Winter“ genannt, das bei der Lesepremiere im Freundeskreis auf Anhieb gefiel. Sogleich entstand die Idee, die Geschichte bebildern und als Buch veröffentlichen zu lassen. Von da war der Weg nicht mehr weit zu Aida Dynnikowa, deren Kunststudio für Kinder schon seit gut zwei Jahrzehnten die Partnerschaft illustriert, unlängst sogar das Erlanger Theaterprojekt „Der kleine Prinz“ gestaltete: https://is.gd/xNnbc4. Die Pädagogin sagte denn auch sofort zu und will nun dieser Tage das ins Russische übersetzte Märchen tatsächlich in Buchform präsentieren. Der Videogruß aus Erlangen kann da nur ein erstes Dankeschön für diese wunderbare Zusammenarbeit sein. Mecki Petrowitsch überlebte übrigens den Winter und geht seit April wieder seiner eigenen Wege. Nachzulesen auf Facebook unter: https://is.gd/tGM3p7 und https://is.gd/KQifLV

Mecki und sein erster Winter

Noch ein Zitat von Aida Dynnikowa zur gestrigen Radiosendung:

Eltern und Großeltern riefen mich schon deswegen an. Wir werden die Reportage über das Buch gleich heute all den Kindern vorspielen, die sie noch nicht gehört haben. Ich sehe schon die Augen leuchten. Das Buch ist richtig lustig geworden.

Bis das Buch den Weg nach Erlangen genommen hat, hier schon exklusiv im Blog einige Bilder, die in der Vorbereitung entstanden. Welche davon Verwendung fanden, werden wir hoffentlich bald zu sehen bekommen.

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Was wäre die Städtepartnerschaft in Zeiten der Pandemie ohne die Sozialen Medien? Man mag es sich gar nicht vorstellen. Ein Segen, gerade in diesen Tagen der räumlichen Trennung Facebook & Co. zu haben! Und so kommt denn auch folgende Geschichte zustande. Darja Jermolina aus Wladimir teilte gestern ihrer fast fünftausendköpfigen „Gefolgschaft“ mit:

Die einen zieht’s hierhin, die andern dorthin zum Pleinair. 😀 Diese Skulptur nennt sich G8 und wurde dem Lewitan-Museum in Jelisejkowo von einem gewissen deutschen Bildhauer zum Geschenk gemacht. Dahinter steckt eine verworrene Geschichte über das Weltei. In der Art, wonach dessen Besitzer auch die Welt beherrsche. Nur was hat das mit Isaak Lewitan zu tun? Fragt mich lieber nicht.🤣

Daria Jermolina und der „Run 2016“ von Dieter Erhard

Eine Frage, die nicht unbeantwortet bleiben sollte. Auf den Hinweis, der Künstler komme aus Erlangen, erkundigte sich Darja Jermolina nach dessen Namen – mit der Bemerkung, es handle sich dabei ja um eine wirklich außergewöhnliche Arbeit. Nun, er heißt Dieter Erhard, dem der Austausch mit Wladimir wahrlich viele Impulse verdankt und zu dessen Skulptur und deren Zusammenhang mit dem großen russischen Maler hier in Ihrem Blog mehr zu lesen ist unter: https://is.gd/mSJ5m2

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Die Märchenwelt feiert heute den Geburtstag von Hans Christian Andersen, der seit 1967 auch Pate für den Internationalen Kinderbuchtag steht. In Wladimir aber gibt es ein Jubiläum das auch gebührend begangen werden will: Seit einem Vierteljahrhundert nämlich leitet dort Aida Dynnikowa das Studio „Schticheljonok“, zu übersetzen etwa als „Sticheljunges“. Aber hören wir doch, was die Kunstpädagogin selbst dazu sagt:

Margrit Vollertsen-Diewerge im Jahr 2000 bei der Präsentation des Buches „Drei schwarze Schiffe“, illustriert von der damals zwölfjährigen Natascha Kusnezowa

Ich möchte heute der bekannten Märchenerzählerin Margrit Vollertsen-Diewerge aus Erlangen danken. Ihre Märchen kennen alle meine Kinder im Studio. Bis heute illustrieren wir ihre Texte. Besonders beliebt ist bei meinen Kleinen das Märchen „Matschmännchen“. Für die Anfängerkurse ist diese lustige Geschichte ideal zu bebildern. Die älteren Kinder machen sich an die „Drei Schiffe“, wo es um Ökologie und das Gute geht. Ich danke Ella Rogoschanskaja für ihre Veröffentlichungen über unser Studio und natürlich Peter Steger, der seit so vielen Jahren unsere Idee der „Freundschaftsbrücken“ unterstützt und uns auch den Kontakt zur Erlanger Jugendkunstschule vermittelte. Ich danke allen, die malen, zeichnen und die Kinder mit den Geheimnissen unseres Planeten vertraut machen.

Das Buch ist inzwischen dreisprachig und ergänzt durch Illustrationen von weiteren Kindern erschienen

Was Aida Dynnikowa nicht schreibt: Im August nimmt, wie ihre Kollegin, Annette Rollenmiller, bestätigt, die Erlanger Jugendkunstschule – leider wohl nur digital – wieder am Mal- und Zeichenfestival in der Partnerstadt teil. Zudem arbeiten derzeit die Kinder in Wladimir an der Illustrierung des Märchens „Der kleine Prinz“ und folgen damit einem Aufruf des Theaters Erlangen, und demnächst soll in Zusammenarbeit mit den deutschen Freunden ein neues Buch mit dem Titel „Meckis erster Winter“ erscheinen. Aber davon – wie so oft hier im Blog – etwas später, zu seiner Zeit.

Mehr Märchenstoff gibt es hier zu lesen: https://is.gd/SbZmiA

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Am 3. März bereits verstarb, wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag, Johann Adam Stupp, Ehrenvorsitzender des Erlanger Kunstvereins, dem die Städtepartnerschaft, angeregt vom Journalisten Axel Mölkner, die erste Gemeinschaftsausstellung von vier Wladimirer Künstlern verdankt. Im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung im November 1992 schreibt er selbst:

Freundschaftliche Beziehungen zu den bildenden Künstlern unserer russischen Partnerstadt Wladimir bestehen nun schon seit einer Reihe von Jahren. Wir erinnern uns dankbar an die Ausstellung von Malerei, Graphik und Plastik aus Erlangen in Wladimir 1986. Im darauffolgenden Jahr konnten wir einen Maler aus Wladimir – es war Kim Britow – im Rahmen der Wladimirer Kultur- und Sporttage als Gast bei uns begrüßen. Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Begegnungen in beiden Partnerstädten fortgeführt werden können.

Johann Adam Stupp

Und Andrej Filinow, heute Direktor des Staatlichen Wladimirer Lokalsenders, der damals die Gruppe als Journalist begleitete, erinnert sich:

Erlanger Nachrichten, 24./25. Oktober 1992

Vor fast dreißig Jahren… Damals taten Wladimir und Erlangen, wenn ich es richtig sehe, mit dem Austausch von Kulturschätzen einen der ersten und ausgesprochen erfolgreichen Schritte in der Volksdiplomatie aufeinander zu. Ich meine jene Ausstellung mit Arbeiten von Wladimirer Graphikern in Erlangen, organisiert unter Mitwirkung des Kunstvereins und persönlich von Johann Adam Stupp, die zu einer ausgezeichneten Visitenkarte unserer altrussischen Stadt zu einer Zeit wurde, als sich die partnerschaftlichen Beziehungen, angetrieben von dem glänzenden Russisten und großartigen Organisator, Peter Steger, erst so richtig zu entfalten begannen. Mit glühendem Enthusiasmus halfen ihm und den Künstlern die jungen Journalisten, Axel Mölkner von den „Erlanger Nachrichten“ und der Autor dieser Zeilen, Andrej Filionow, damals Mitarbeiter der Lokalzeitung „Mestnoje Wremja“ („Ortszeit“). Die Zusammensetzung der Ausstellungsteilnehmer erwies sich als einzigartig. Vorneweg mit den Arbeiten von zwei bereits damals anerkannten Meistern, Pjotr Dik und Boris Franzusow. Letzterer konnte nicht mit nach Deutschland kommen, weil er bereits todkrank war, aber seine Arbeiten, die zu den allerbesten Beispielen der russischen Graphik gehören, fanden viel Raum in der Ausstellung. Aus seinem Schaffen in der Technik der klassischen Radierung bildete sich eine eigene Schule heraus. Aber auch die damals noch jungen und später mit dem Titel „verdiente Künstler Rußlands“ ausgezeichneten Anatolij Denissow und Jurij Tkatschow erhielten die Möglichkeit, ihr reiches Können zu zeigen. Diese klassische Tradition umschatteten großartig die tiefgründigen, emotionalen und philosophisch aufgeladenen Pastelle von Pjor Dik. Der Umstand, daß er ethnischer Deutscher war, brachte eine besondere Note in die Betrachtung seiner Arbeiten und zeugte von der schon seit langer Zeit wirkenden gegenseitigen Durchdringung der russischen und deutschen Kultur, zweier großer europäischer Völker. Aber diesem Austausch wohnte noch eine weitere interessante Synergie inne: Die Arbeiten der Künstler wurden im Katalog von Gedichten des Autors dieser Zeilen in der Übersetzung von Peter Steger kommentiert. Ein weiterer Beweis dafür, wie eng Kunst und Literatur unsere Völker verbinden. Dieses Ereignis hinterließ jedenfalls in den Herzen der Teilnehmer (leider weilen Pjotr Dik und Boris Franzusow bereits nicht mehr unter uns, und nun ist dieser Tage auch Johann Adam Stupp von uns gegangen) die farbenfrohesten Erinnerungen und wurde auf viele Jahrzehnte zum Unterpfand der guten Beziehungen zwischen den Partnerstädten.

Johann Adam Stupps Hoffnung sollte sich erfüllen: Es folgten ungezählte weitere Ausstellungen in Zusammenarbeit der Kunstvereine Erlangen und Wladimir, auch längere Aufenthalte hier wie dort, um vor Ort an Kulturprojekten mitzuarbeiten. Den bisherigen Höhepunkt erlebte die Partnerschaft in dieser Hinsicht vor einem Jahr, als sich die beiden Verbände darauf vorbereiteten, zum 75. Jahrestag des Kriegsendes eine gemeinsame Ausstellung in Wladimir zu zeigen, die dann freilich wegen Corona nur virtuell gezeigt werden konnte.

Eine besonders enge und freundschaftliche Verbindung entstand zwischen Pjotr Dik und dem Erlanger Kunstfreund. Auf Initiative von Johann Adam Stupp verlieh im Jahr 2000 dem Wladimirer Graphiker denn auch den Hauptpreis des Rußlanddeutschen Kulturpreises in der Kategorie Kunst. Zweifellos ein Höhepunkt auch für die Partnerschaft insgesamt. Auch mit Percy Gurwitz verband den Verstorbenen viel, denn seine Frau stammte, ebenso wie der Wladimirer Gelehrte, aus Riga.

Der Dichter

Er sieht so manches lang voraus,
sobald es ihn zu sprechen drängt.
Kaum macht man sich etwas daraus,
man ihn am liebsten gleich erhängt.
Andrej Filionow

Im gemeinsamen Vorwort zum Ausstellungskatalog schreiben Axel Mölkner und Andrej Filinow ein Wort des Dankes, das heute noch Gültigkeit besitzt und deshalb abschließend hier zitiert werden soll:

Vielen in Erlangen gebührt für ihre Unterstützung Dank. Die Ausstellung ermöglicht hat der Kunstverein und sein Vorsitzender, Adam Stupp. Bei der Stadt Erlangen haben sich der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, der die Gedichte mit viel Liebe übersetzte, und Kulturreferent Wolf-Peter Schnetz für die Ausstellung eingesetzt. Für die finanzielle Unterstützung durch die Siemens AG haben sich Rita Werneyer und Jörg Hahn stark gemacht; beim OBI Baumarkt Franken sorgte dafür Hermann Gumbmann.

Ausstellungseröffnung im Palais Stutterheim: Johann Adam Stupp, Jelena Prokofjewa, Andrej Filinow und, fast verdeckt, Jurij Tkatschow. Im Hintergrund: Hermann Gumbmann, Axel Mölkner, Natalia Oserowa und Anatolij Denissow

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Derzeit entsteht die Langversion der Dokumentation zur letzten Reise des Weltkriegsveteranen Nikolaj Schtschelkonogow aus Wladimir nach Erlangen. Die Filmmusik schrieb Nicolas Celoro, ein in Paris geborener, italienisch-spanisch stämmiger Komponist, der seit drei Jahren in der Partnerstadt lebt und mit der Regisseurin und Produzentin dieser Reportage verheiratet ist. Zum Soundtrack gehört auch ein Vater unser, das in russischer und deutscher Sprache erklingen soll. Damit dies auf möglichst hohem künstlerischem Niveau gelinge, wurde die Kantorei Sankt Matthäus in Erlangen gebeten, das Gebet zu interpretieren. Wie gut das am vergangenen Freitag – noch unter verschärften Corona-Bedingungen, also mit Abstand und in Minimalbesetzung – gelungen ist, können Sie hier exklusiv vorab hören.

Vorab – weil der Film sich noch in der Endmontage befindet, also noch etwas auf sich warten läßt. Die Geduld, das sei hier aber schon einmal versprochen, lohnt sich.

Nicolas Celoro, Kira Limonowa, Jekaterina Zwetkowa und Peter Steger, Mai 2018

Und wenn wir schon einmal beim Hören sind, noch dieser Hinweis: Im Februar wurde von BR-Klassik ein Chor-Corona-Wettbewerb ausgeschrieben. Ziel war, den „mit Abstand“ besten Chor Bayerns zu ermitteln. Bei den drei ausgeschriebenen Kategorien „bester Live-Mitschnitt“, „bestes Musikvideo“ und „beste Video-Produktion“ wurden aus den Einsendungen von einer hochkarätigen Jury jeweils zehn Beiträge ausgewählt und zur öffentlichen Abstimmung auf die BR-Klassik-Seite gestellt.

Susanne Hartwich-Dürfel beim Partnerschaftskonzert mit dem Haydn-Orchester aus Bozen am 3. Oktober 2019 in Sankt Matthäus

Die Kantorei Sankt Matthäus unter Leitung von Susanne Hartwich-Düfel nahm an diesem Sängerstreit teil, ihr Chor-Video kam in die Endauswahl und steht seit Sonntag auf der Liste der besten zehn Beiträge. Jetzt kommt es darauf an, innerhalb dieser Woche möglichst viele Stimmen für das Erlanger Projekt zu sammeln. Hören, sehen und staunen Sie, und machen Sie vor allem an der richtigen Stelle Ihren Klick.

https://www.br.de/themen/kultur/br-klassik-choraktion-abstimmung-musikvideo-100.html


 

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Gestern unterrichtete Dmitrij Tichonow den Freundeskreis seiner Familie über den Tod seines Bruders Alexander, des großen Cellisten, der 1985 das Konservatorium in Tiflis abgeschlossen und dann als Solist und Dozent an der Universität Wladimir gewirkt hatte. Als 1995 die Junge Philharmonie aus Erlangen in der Partnerstadt gastierte, lernte Alexander Tichonow den Kontrabaßisten, Gerhard Rudert, kennen, mit dem ihn fortan eine enge musikalische Freundschaft verband, die ihren Ausdruck in ungezählten gemeinsamen Auftritten fand. Aber es gibt auch noch einen zweiten Menschen, Ute Schirmer, mit der dieser harmonische Begleiter der Partnerschaft eng verbunden war. Ihr, die vor 30 Jahren zum ersten Mal nach Wladimir gekommen war, sei gedankt für den folgenden Nachruf.

Alexander Tichonow und Gerhard Rudert im März 2018

Jetzt bleibt uns nichts von dir als die Erinnerung an deine Augen, dein Lächeln, deine Hände …

                            Antoine de Saint-Exupéry

Alexander Tichonow und Ute Schirmer, 17. März 2018

Wir erinnern uns an den Cellisten, der zuletzt im März 2018 als Solist das Cello-Konzert in C-Dur von Joseph Haydn zusammen mit der Camerata Franconia im Redoutensaal spielte. Das Konzert fand zum Jubiläum „35 Jahre Partnerschaft Erlangen-Wladimir“ statt. Aus Wladimir waren Alexander Tichonow, Andrej Schewljakow und Igor Starowerow zu dem Festauftritt eingeladen.

Andrej Schewlajkow, Igor Starowerow, Lydia Wunderlich, Dorian Keilhack und Alexander Tichonow, März 2018

Im Sommer 2019 konnte ich einen Hausmusik-Abend in der Familie Tichonow erleben. Alexander spielte ein Stück am Flügel. Die beiden Töchter des Bruders Dmitrij sangen, vom Vater am Klavier begleitet, Lieder und Arien aus Opern, einer der drei Söhne hatte ein Stück auf der Geige vorbereitet. So viel Freude beim Musizieren durfte ich erleben! Dieser Abend ist mir in lebendiger Erinnerung geblieben.

Alexander und Dmitrij Tichonow mit Ute Schirmer und Familie, August 2019

Meine erste Begegnung mit seinem Vater, Alexander Tichonow sen., kam während meines ersten Aufenthaltes in Wladimir 1991 zustande, als ich im Auftrag von Adolf Pongratz die Noten und Instruktionen für ein für 1992 geplantes Jubiläumskonzert des Erlanger Kammerorchesters zu überbringen hatte. Aus Wladimir waren dazu vier Musiker eingeladen: der Kontrabaßist, Alexander Tichonow sen., die Geigerinnen, Mutter und Tochter Schewljakow, und der früh verstorbene Bratschist, Jurij Dobrotworskij. Später, 1998, lernte ich auch die ebenfalls mittlerweile verstorbene Pianistin, Liana Tichonowa, die Mutter von Alexander und Dmitrij, kennen. Sie war zum 15jährigen Partnerschafts-Jubiläum Erlangen-Wladimir mit zwei jungen Musikern gekommen, mit einer Pianistin und einem Flötisten, die mit Reiner Hesse als Flötentrio den Festakt in der Stadthalle begleiteten.

Dorian Keilhack und Alexander Tichonow, 18. März 2019

In einem Brief hatte ich Alexander Tichonow das Konzert der Camerata Franconia unter der Leitung von Dorian Keilhack  angekündigt, das als “Weihnachtsüberraschung“ über das Internet zu empfangen war. Im letzten Brief Alexanders hat er sich noch bedankt und seiner Freude Ausdruck gegeben, dieses Konzert – wenn auch nur über das Internet – miterleben zu dürfen.

Liebe Ute, sehr angenehm, von Ihnen einen Brief zu erhalten. Ja, die Hände spielen schon wieder. Ich werde mir gern das Konzert der mir lieb gewordenen Camerata Franconia mit ihrem großartigen Dirigenten, Dorian Keilhack, anhören! Unser Konzert kann ich einfach nicht vergessen. Viel Erfolg für ihn und Peter Steger. Wenn es das Video dazu gibt, schicken Sie es mir, bitte. Alles Gute, Sascha.

                                                                           Ute Schirmer

Dmitrij Tichonow, Eberhard Klemmstein, Werner Heider, Dietmar Hahlweg und Alexander Tichonow, 18. März 2019

Ute Schirmer schreibt es: „Gern hätte Alexander noch einmal in Erlangen bei einem Konzert mitgewirkt.“ Und es gab sogar schon erste Pläne dafür, nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, als sei seine musikalische Karriere durch einen Sturz, bei dem er sich den rechten Arm gebrochen hatte, jäh beendet. Nun, wo diese leidige Sache ausgestanden schien, riß den Musiker der Tod aus dem Leben, viel zu früh. Aber ist nicht das Leben immer viel zu kurz?! Wie schön, daß da die Kunst weiterlebt, wie hier auf diesem Video der 35-Jahr-Feier der Städtepartnerschaft:

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Es ist wieder Konzertzeit: Am Freitag, den 5. Februar, tritt Sergej Gostjew mit seiner sechssaitigen russischen Gitarre um 16.15 Uhr (MEZ) im Erlangen-Haus auf. Das Live-Konzert wird per Zoom übertragen, die Zugangsdaten veröffentlicht der Blog noch rechtzeitig. Sie sollten sich einstweilen den Termin vormerken.

Sergej Gostjew und Patrizia

Dieses Mal steht dem Multiinstrumentalisten allerdings Sängerin Patrizia zur Seite. Sehr viel mehr soll aber noch nicht verraten werden, auch nicht, was das Team vom Erlangen-Haus für eine Überraschung vorbereitet. Genießen Sie die Vorfreude!

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… erhalten die Freundschaft. Gerade in Zeiten wie diesen, wo die physische Trennung – wie zwischen Erlangen und Wladimir – nun schon zehn lange Monate schmerzlich währt. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, wenn das Päckchen mit den Neujahrswünschen, dem Schokoriegel und dem Stier aus dem Atelier von Igor Tschernoglasow erst am Montag, nach vier Wochen Reise mit der Schneckenpost, im Rathaus eintraf und gestern an die beiden Adressaten übergeben werden konnte.

Der Stier von Igor Tschernoglasow

Dieter Erhard, selbst Künstler und Gründer der Fiesta de Arte sowie Initiator der Kunstachse in Tennenlohe, nutzte die Gelegenheit, um mit dem Zusteller aus dem Partnerschaftsbüro die Skulptur „Das letzte Opfer“ von Jurij Iwatko buchstäblich zurechtzurücken. Das Stahlkonstrukt war nämlich auf seinem Betonsockel im Tennenloher Forst in einen leichte Schieflage geraten, die bei dem weichen Untergrund demnächst den Kippunkt hätte erreichen können. Nicht auszudenken!

Dieter Erhard und „Das letzte Opfer“ von Jurij Iwatko

Ein paar Holzblöcke und Ziegelsteine stabilisieren das Kunstwerk nun; aber weitere Beobachtung ist nötig, damit die weithin sichtbare Arbeit des Bildhauers aus Alexandrow in der Region Wladimir nicht zu Fall komme.

Dieter Erhard und der „Dialog“ von Igor Tschernoglasow

Fest wie ein Fels hingegen steht das Engelspaar „Dialog“ vor der evangelischen Kirche in Tennenlohe, geschaffen von Igor Tschernoglasow, wo – erst nach getaner Arbeit – Dieter Erhard nun endlich auch seine Geschenke erhält und sich buchstäblich wie ein Schneekönig darüber freut.

Helmut Zeitler vervollständigt seine Sammlung mit Arbeiten von Igor Tschernoglasow

Und noch jemand in Tennenlohe hat Grund zur Freude, Helmut Zeitler, der bereits drei Skulpturen von Igor Tschernoglasow besitzt und ebenso wie Dieter Erhard nun schon zwei Jahrzehnte lang eine Freundschaft mit dem Wladimirer Künstler pflegt. Da bleibt nur noch, herzlich zu danken und auszurufen: Hoch lebe die Kunst, lang lebe die Freundschaft!

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In Zeiten der Pandemie schaut man ja nicht mehr mal einfach so vorbei im Büro für Städtepartnerschaften. Jedes Treffen, so überhaupt möglich, will geplant und vorbereitet sein. So auch gestern die Übergabe des Bildbandes von Sergej Skuratow – hier im Blog schon des öfteren vorgestellt – an die Mitwirkenden aus Erlangen: Karin Günther und Othmar Wiesenegger (Barbara Warner konnte den Termin leider nicht wahrnehmen) vor dem Bürgertreff Röthelheim am Berliner Platz, in dessen Vitrinen derzeit die Ausstellung „Stille“ mit Arbeiten der Erlanger Foto Amateure zu sehen ist.

Othmar Wiesenegger und Karin Günther mit dem Bildband von Sergej Skuratow

In Händen hält das Buch mittlerweile aber auch Udo B. Greiner, ehemals Leiter der Redaktion der Erlanger Nachrichten und Förderer der Städtepartnerschaft mit Wladimir. 1993 hielt der Journalist die Laudatio auf Sergej Skuratow, für den er eine Ausstellung in den Räumen der VR-Bank initiiert hatte. Nun gibt er uns einige Einblicke in seine Wahrnehmung der Publikation aus Wladimir:

Sergej Skuratow, S. 23, Palast des Fürsten Wladimir Chrapowizkij, Muromzewo 1996

Das Buch vermittelt die ganze Palette Skuratows erstaunlicher Schaffenskraft. Viele Fotos zeigen starke Emotionalität. Sie lassen z. B. tiefe Religiosität erleben, verbunden mit einem festen Glauben an Gottes Hilfe (Seite 7), aber auch das Landleben, dessen Zukunftsperspektive sich im Nichts auflöst, ein mittelalterlich anmutender Kampf ums nackte Dasein (13), der aufgezwungene Verzicht auf Würde (19 oben), der strahlende Gegensatz dazu mit jugendlicher Freude und Ausgelassenheit, ohne Angst vor der Zukunft (78), schließlich das Märchenhafte, bei dem sich schroffe Gegensätze vereinen (126 oben). Meisterhaft in höchster Form die Aufnahme 23 oben, bei der man eigentlich nicht unterscheiden kann zwischen Foto und Gemälde. Ganz am Ende (142) noch eine Aufnahme von Karin Günther mit einem Mann, bei dem man nicht weiß: Ist das jetzt der Papst bei seinem Segen, zumal beide Begleiter links und rechts die Hände zum Gebet verschränken – oder doch Siegfried Balleis.

Der Band findet einen angemessenen Platz im Bücherschrank!

Karin Günther, S. 142: Igor Schamow, Siegfried Balleis und Peter Steger, Russisches Dorf, Bürgerreise im Jahr 2000

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Im Dezember 2018 konzertierte der Kammerchor der Philharmonie Wladimir mit seiner Dirigentin, Tatjana Grin, zusammen mit der Chorkreis St. Sebald und dem Kammerorchester von Herz Jesu unter der Gesamtleitung von Norbert Kreiner in Erlangen, Kirchehrenbach und Hetzles. Mit dabei damals als Solistin bei den Partnerschaftsauftritten – Johanna Sander, die schon im September 2019 eine Einladung nach Wladimir annahm, um dort aufzutreten. Die Künstlerin selbst stellte diese musikalische Freundschaft in einem Bericht für den Blog zusammen: https://is.gd/TwajcA

Norbert Kreiner, Johanna Sander und Pascal Aldoais, der das Duo mit seinen Weihnachtsplätzchen überraschte #savechristmas2020

Nun gab die Sängerin zusammen mit Norbert Kreiner an der Orgel am vierten Advent ein exklusives Konzert für Wladimir und trug von Johann Sebastian Bach „Ich steh an Deiner Krippe hier“ vor. Eine Produktion von TV Мы, wieder mit Amil Scharifow, der, wie immer, verantwortlich zeichnet für Kamera, Ton, Regie und Technik. Aber hören und sehen Sie selbst.

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