Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘deutsch-russischer Kulturaustausch’


Mittwoch, 21. August: Eintauchen in Murom – Wasserspiele in Wladimir

Die Fahrt nach Murom dauerte ca. zwei Stunden. Dort wurden wir vom russischen Sagenheld Ilja Muromez begrüßt, der sich bewundernswerterweise in seiner Ritterrüstung – trotz ca. 30 Grad – vielfach ablichten ließ.

Sergej Skuratow und Sergej Jermolin mit Ilja Muromez

Bei der Besichtigung des Klosters in Murom, konnte ich buchstäblich in die Materie eintauchen – im Kloster, 3x tief in eiskaltes Wasser. Das Bekreuzigen (so der Plan) habe ich zu Gunsten des Luftholens (Realität) weggelassen (das wird einem sicher verziehen!).

Das war sehr erfrischend.

Abends fuhr ich mit einer Mitreisenden in die Innenstadt von Wladimir, wo wir sehr viel Zeit bei den Wasserspielen verbrachten, die ab 20 Uhr mit Musik aus unterschiedlichsten Sparten unterlegt sind. Vom Kinderlied, über Pop/Rock, Klassik – in verschiedenste Sprachen. Das ist mal ein niedrigschwelliges Kulturangebot! Dank warmem Wetter hatten obendrein Kinder und Jugendliche (auch ein paar Erwachsene) ihre Freude am und im Wasser – am Versuch, nicht naß zu werden oder eben am Risiko.

Jurorinnen

Donnerstag, 22. August: Eröffnung der internationalen Ausstellung „Wo beginnt die Heimat“, Besuch des Museums im Goldenen Tor, Besuch des Erlangen-Hauses, Abschlußabend

Eine spannende Ausstellung – tolle Arbeiten! Ich sah sie ja nicht das erste Mal, sondern schon bei der Jury-Sitzung, aber das erste Mal so toll präsentiert. Während der Ausstellung erfuhr ich, daß ich in zwei Minuten eine kurze Ansprache halten sollte. Hierzu ein mir wirklich wichtiger Grundgedanke zum Thema „Heimat“ kurz skizziert:

Heimat ist dort, wo man Wurzeln findet, und es sollte gleichzeitig ein Platz sein, an dem einem Flügel wachsen können. Kunst ist eine Sprache. Kunst ist international und läßt uns Flügel wachsen, läßt uns fliegen und läßt uns liebevoll einen Blick über den Tellerrand werfen auf die Heimat aller Menschen: die ERDE.

Später erhielt ich von einer Mit-Jurorin einen bemalten Lebkuchen in Form unseres Planeten geschenkt – das hat mich sehr berührt.

Es folgten der Besuch im Museum Goldenes Tor. Erschreckend, daß sich die Menschen hier vor langer Zeit, im Kampf um ein Stück „Heimat“, die Köpfe eingeschlagen haben. Dann noch die Bilder von russischen Soldaten im 2. Weltkrieg – alles sehr bewegend.

Auf meinen Wunsch konnte ich noch eine Jugendkunstschule in Wladimir besuchen und das Erlangen-Haus. So viele Eindrücke!!! Ein Bummel durch Wladimir beendete den angefüllten Nachmittag.

Am Abend gab es die große Abschlußveranstaltung mit der Übergabe von Diplomen, und Pokalen, einer Bühnenshow vom Feinsten, alles wieder hochprofessionell. Daß Arbeiten von Kindern und Jugendlichen in einer derartigen Weise hochgeschätzt und gewürdigt werden, ist für mich als Leiterin einer Jugendkunstschule aus Deutschland tatsächlich äußerst bemerkenswert (und neu).

Gekrönt wurde der Tag mit einem wunderbaren Empfang für die Delegationsleitungen. Jeder konnte nochmal Geschenke und abschließende Worte an die Organisationsleitung überbringen, dann haben wir gefeiert, sehr lecker gegessen, uns ausgetauscht.

Als mir eine Delegationsleiterin aus der Ukraine ein Geschenk übergab, dachte ich nur noch: „Weltfrieden“. Vielleicht können solche Veranstaltungen tatsächlich einen großen Beitrag leisten.

Freitag, 23. August:

Abfahrt nach Moskau – Heimflug

Die sehr viel schnellere Heimreise führte mich mit der Bahn nach Moskau. Hier stieß ich kurz wieder auf Sprachbarrieren, fand aber dann doch die richtige Metro, die mich zum Flughafen bringen sollte. Dort hatte ich noch einen sehr, sehr langen Aufenthalt…

Annette Rollenmiller

Und hier geht es zu einer Bilderschau der Veranstaltung: https://is.gd/h3fFSV

Read Full Post »


Nur im weitesten Winkel der Wahrnehmung hatte ich Wladimir als unsere Partnerstadt registriert – bis die Anfrage von Peter Steger mich neugierig machte und Wladimir das erste Mal in meinen Fokus rückte. Der sehr kurzfristige Versuch, für das Pleinair im August noch Jugendliche „aufzutreiben“, scheiterte – was im Nachhinein betrachtet gut war. Aber dazu später.

Sehr gerne nahm ich die Herausforderung an – trotzdem alleine zu reisen, dieses „Jugendkunst-Spektakel“ mitzuerleben und zu checken, ob und wie es Ansatzpunkte für die Jugendkunstschule Erlangen geben könnte.

Einschub:

Da 2019 das Jahr der russischen Kontakte sein sollte, wurde parallel die Anfrage einer russischen Jugendkunstschule über die Kulturidee an mich herangetragen, im Rahmen der Langen Nacht, bei der die JuKS im Kinderprogramm aktiv ist, unseren Raum für eine Ausstellung im Nachtprogramm zur Verfügung zu stellen.

Annette Rollenmiller 11

Kurz vor der Reise nach Wladimir, stellte sich heraus, daß es in der Zeitplanung der Dienstreise ein kleines Zeitfenster (Freitagnachmittag, am Anreisetag) gab, das ich sogleich nutzte, um diese Jugendkunstschule in der „Nähe“ (zweistündige Fahrt) von Moskau zu besuchen.

Freitag: Anreise – Moskau – Besuch Jugendkunstschule „Obraz“ – Roter Platz

Abgeholt am Flughafen von der Leiterin der Jugendkunstschule, begrüßt von Mitarbeiterinnen der Einrichtung, dem Bürgermeister und Bergen von leckeren „Butterbroten“ (in Rußland sind das ziemlich üppige Sandwiches).

Mangels Sprachkenntnisse lief die Kommunikation über Singen, Tanzen und Lachen – schön, wie schnell man mit „politischen Entscheidungsträgern“ Kontakte knüpfen kann, wenn die Sprache fehlt. Das machte im positiven Sinn wirklich „sprachlos“.

Trotzdem: Schon bei der ersten Begegnung eine Punktlandung –  …auf russisch – ganz viel Herz, Freude, Vertrautheit!

Als ob dieser russische „Teil“ mir irgendwie schon immer gefehlt hatte, spürte ich eine wahnsinnig tiefe, kulturell-menschliche Verbindung. Ich freue mich schon sehr, diese Ausstellung in den Räumen der JuKS am 19. Oktober 2019 zeigen zu können und natürlich auf ein Wiedersehen mit dem russischen Team!

Nach dem Besuch der Jugendkunstschule wurde ich von der Leiterin der Jugendkunstschule und einer Teilnehmerin mit Englischkenntnissen nach Moskau zurückbegleitet und konnte dort noch den Roten Platz besichtigen. Meine Begleiterinnen lotsten mich dankenswerterweise durch das etwas verwirrende Metro-Netz.  Ein langer Tag – ereignisreich. Moskau wirkte auf mich offen – ganz Weltstadt. Im Hinterkopf natürlich die Schlagzeilen über Demonstrationen u.a.  Ich fühlte mich wohl, (obwohl oder weil) alles präsent war: die Geschichte des Kriegs, die Flamme für die Gefallenen. Und doch… dominierte bei meinem ersten Eindruck: die Gegenwart, die Menschen! Die Lebendigkeit. Meine Erste Reise nach Rußland!

Annette Rollenmiller und der Maler Sergej Jermolin

Samstag, 17. August:  Fahrt nach Wladimir – Jury-Sitzung – Eröffnungsabend

Am Samstag ging es dann zum eigentlichen Ziel der Reise: nach Wladimir.

8 Uhr Abfahrt am Hotel „Kosmos“, das ich mir praktischerweise für die Übernachtung ausgesucht hatte. Fast fünf Stunden benötigten wir für die Fahrt mit dem Auto (die Rückfahrt mit dem Zug war mit zwei Stunden deutlich schneller). Grund, das schon von mir am Vortag festgestellte Phänomen: „Russian Rush Hour“, das scheinbar nicht an bestimmte Uhrzeiten gebunden ist.

Ich lernte meine beiden supernetten Ansprechpartnerinnen kennen: Anna (meine Übersetzerin) und Jelena (verantwortlich für die Organisation des Pleinairs u.v.m.).

Es gab ein Ankommen im strömenden Regen, der noch bis zum Abend andauern sollte und das Überqueren so mancher Straße (gerade auch bei der Abendveranstaltung) zu einem echten Abenteuer machte. Auch der Gedanke an „Pleinair“ ab Sonntag  – mit den vielen Teilnehmern im öffentlichen Raum – machte so ein bißchen nachdenklich und suchte nach Plan B.

Bereits am Samstagnachmittag wurde ich offiziell in die Jury-Sitzung mit eingebunden. Ich lernte die sehr netten weiteren Mitglieder der Jury und ein sehr straffes Programm intensiver Jury-Arbeit kennen.

Länderkarte der Teilnehmer am 18. Internationalen Peinair junger Künstler in der Region Wladimir-Susdal

Am Samstag dann die Eröffnungsveranstaltung: mit Bühnenshow und Moderatoren, die hochprofessionell fast den Eindruck einer Fernsehsendung vermittelten. Sehr beeindruckend war vor allem, daß Delegationen aus der ganzen Welt angereist waren. Hut ab!

Sonntag: 18. August: Jury Sitzung – Meisterklassen

Am Sonntag nach einem üppigen Frühstück (ich staunte nicht schlecht darüber, was alles am Buffet zu finden war!) wurde die Jury Sitzung fortgesetzt – echt harte Arbeit. Sitzung? Eigentlich saßen wir auch nie!

Mitveranstalterin Aida Dynnikowa, N.N. und Annette Rollenmiller

Das Thema des Wettbewerbs: „Wo beginnt die Heimat?“ wurde im Vorfeld von Hunderten von Teilnehmern bearbeitet und zugesandt. Ergebnis waren Tausende (?) von Arbeiten, die gesichtet und sortiert wurden. Es gab eine mehrstufige Auswahl. Den inhaltlichen Diskussionen konnte ich leider nicht folgen, lernte aber die Worte für „gut“ und für „schlecht“, wobei „schlecht“ immer noch sehr, sehr gut war! Es fanden sich supergute Arbeiten darunter, die ich da zu Gesicht bekam. Ich war sehr beeindruckt von der Qualität.

Übrigens: Das Wetter klarte rechtzeitig zum Start der Außeneinsätze auf. Es wurde trocken und steigerte sich bis zur Abreise letztlich noch zu einem richtig heißen Sommerwetter.

Nach einem Besuch in der Kathedrale in Wladimir (sehr, sehr beeindruckend!!) wurde das Theaterstück „Kathedrale“ besucht. Es waren wunderbare visuelle Eindrücke und eine sehr professionelle Darbietung eines regionalen Puppentheaters.

Abends starteten die Meisterklassen mit Bildnis eines Freundes und des Baums des Lebens. Ich nahm als Zaungast teil und staunte über die enorme Energie der teilnehmenden Jugendlichen, die ja bereits tagsüber schon fleißig in der Stadt gemalt hatten.

Montag, 19. August: Susdal – viele Kirchen – viele Äpfel

Am Montag starteten wir mit dem Bus nach Susdal und waren alle beeindruckt von Kreml und Kathedrale, vor allem von deren großer Anzahl. Unser Standort – auch für den Blitz-Mal-Wettbewerb – war schließlich das „Erlöser-Euthymius-Koster“, das ich mit einer Mitreisenden ausführlich besichtigen konnte. Das Apfelfest, das innerhalb der Klostermauern stattfand, war ein großes Kulturereignis mit Verkaufsständen, natürlich Äpfeln in jeder erdenklichen Form, selbstverständlich einer Apfelkönigin und einer Bühnenshow.

Singende Mönche und andere gute Interpreten sorgten für einen ausgesprochen unterhaltsamen und inspirierenden Nachmittag. Die Teilnehmer des Pleinair-Festivals hatten sich überall auf dem Gelände verstreut und versuchten, die Stimmung und das Ambiente in ihren Bildern einzufangen.

Die „Blitz-Jury“ fand dementsprechend auch im Mauerwerk des Klosters statt.

Weiter ging es zum Pleinair nach Bogoljubowo – stichpunktartig: eine historische Wiese, ein Kloster, wunderschöne Eindrücke auf einem Pfad über die Wiese auf die Kirche zuzulaufen, Abendhimmel – alle verteilten sich im Gelände, zeichneten, malten – traumhaft!

Abends: wieder Meisterklassen im Hotel. Dieses Mal habe ich die Angebote in einem anderen Hotel besucht und mir einen Workshop mit einer besonderen Drucktechnik angesehen.

Dienstag, 20. August: Fahrt nach Gorochowez – Blitzwettbewerb

Eine längere Fahrt dieses Mal – 155 km – nach Gorochowez. Hier wurden wir mit einer folkloristischen Darbietung empfangen. Aber nur ganz kurz – dann tanzten wir alle selbst. Verschiedene Tanzspiele auf der Wiese, die immer schneller wurden, heizten uns bei sommerlichen Temperaturen ganz schön ein. Viel Lachen, viel Spaß!

Danach erneut ein, dieses Mal etwas längerer Blitzwettbewerb. Ich staunte schon wieder: soviel Energie! Obwohl es sehr heiß war, schwärmten die Teilnehmer aus den Bussen aus, suchten sich einen Platz zum Malen. In einer kleinen Gruppe (von fünf Personen) besichtigten wir die Stadt und besuchten ab und zu die malenden Teilnehmer an den verrücktesten Orten. Unglaublich mit welcher Geschwindigkeit hier beeindruckende Bilder entstanden.

Hier warf ich – wie meine vier Begleiterinnen – ein Geldstück in die Kljasma, ganz entgegen meinem Umweltbewußtsein, als Zeichen, daß ich wiederkomme.

Dann wieder – Jury – Preisverleihung. Soweit ich das richtig erinnere, sprachen der Bürgermeister und andere Redner. Auch ich sollte unvermittelt ein paar Worte sagen. Improvisation ist alles! – Und eine gute Übersetzerin!

Fortsetzung folgt.

Annette Rollenmiller

Read Full Post »


„Erst einmal werde ich spielen und dir später dann erklären, was es ist.“ So lautet ein berühmtes Zitat von Miles Davis. Nach diesem Motto begann vor zehn Jahren ein Austausch, von dem zunächst niemand erklären konnte, was – und ob überhaupt etwas! – daraus werden sollte. Im November 2009 donnerte mit No Trouble erstmals eine Rockband aus Wladimir beim Newcomer-Festival über die Clubbühne des E-Werks und legte damit den Grundstein für Projekt, das den Grammy der Städtepartnerschaft verdient hätte. „With a little help“ des Amtes für Soziokultur reist seit einer Dekade jene Gruppe, die beim Newcomer-Festival den Publikumspreis gewinnt, in die russische Partnerstadt, und von dort kommt im Gegenzug ein Ensemble, um das E-Werk zu rocken. Dieser Tage nun brechen gleich zwei Bands gen Osten auf: Meloco aus Wiederholungstäter, denen es schon 2014 in Wladimir so gut gefallen hatte, daß sie auf eigene Kosten nochmals dort auftreten wollten, und Impvlse, die Publikumslieblinge vom Vorjahr. Bemerkenswert: Auf der russischen Seite hat sich eine ganz eigene Rockinitiative gebildet, die sich um die Organisation und Finanzierung der Konzerte ihrer Erlanger Gäste kümmert. Mit welchem Aufwand und Drive zeigen allein schon die Plakate – und der Umstand, daß erstmals drei Auftritte in drei Städten der Region Wladimir stattfinden. Bisher waren das immer nur maximal zwei Gigs.
Den Auftakt macht das Konzert am 11. Oktober in der Wladimirer Mischanikolajew-Bar Drugoj unter der Überschrift „Partnerschaftsparty“, wobei das russische „Pobratim“ gewählt wird, ein Begriff, der noch aus der Sowjetzeit stammt und „verbrüdert“ bedeutet, weil die Stadt im Russischen weiblichen Geschlechts ist. Es handelt sich also um eine Verschwisterungsparty, zu der die Altersgruppe 16 plus „im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Schwesterstädten Wladimir und Erlangen“ bei freiem Eintritt um 21.00 Uhr eingeladen ist.
Weiter geht es am 12. Oktober um 17.00 Uhr zum Eintrittspreis von 300 Rubeln ins Freizeitzentrum Imperia beim „Rockfest“ in Murom, auf dem weitere Bands der Region Wladimir auftreten, darunter Ragged Jeans, die im November nach Erlangen kommen.
Und am 13. Oktober zieht die Karawane weiter nach Kowrow, um dort – wieder gemeinsam mit Lokalmatadoren – gegen 17.00 Uhr den „Rock-Herbst“ auszurufen.
Wie groß die Vorfreude in Erlangen schon ist, zeigt die russische Flagge von Impvlse, gehißt auf der Facebook-Seite der Band. Viel Erfolg bei der Jubiläumstour! So darf auch der Rock in die Jahre kommen, zumal ja nach wie vor gilt: Forever young!

Read Full Post »


Bald ist es ein Vierteljahrhundert her, seit das Erlangen-Haus eröffnet wurde. Am 7. Mai 1995 eröffneten die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, diese Botschaft der Volksdiplomatie, wo heute das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts untergebracht ist, die Fäden der partnerschaftlichen Beziehungen zusammenlaufen – und wo man sich gut bettet.

Oleg Modorow, Dmitrij Cholin und Swetlana Schelesowa

Was weniger bekannt ist: Der Garten des Erlangen-Hauses ist längst auch zu einem Ort der kulturellen Begegnungen geworden – mit einer Skulptur von Stefan Schnetz, einem Figurenensemble von Johannes Koch, mit den von Erlanger und Wladimirer Künstlern gestalteten Mauer zum Nachbargrundstück. Nun, zum bevorstehenden Jubiläum im Mai, ist auf Anregung von Swetlana Schelesowa, der stellvertretenden Leiterin des Erlangen-Hauses eine weitere Kunstaktion geplant, um schon von außen, von der Straßenseite auf den besonderen Charakter dieses Anwesens aufmerksam zu machen. Geht es nach Dmitrij Cholin, den Vorsitzenden des Regionalen Wladimirer Künstlerverbands, und seinen Kollegen, Oleg Modorow, wir hier bis zur 25-Jahr-Feier eine Silhouette Erlangens zu sehen sein, entworfen und gestaltet gemeinsam, wie es eben sein soll in der Partnerschaft.

Read Full Post »


Nach dem Tod ihres Vaters, des großen Versöhners zwischen Deutschen und Russen, Fritz Wittmann, kündigte Johanna Sander im November an, sie wolle im nächsten Sommer mit ihrem Sohn Paul nach Wladimir reisen, um endlich mit eigenen Augen zu sehen und in Begleitung ihres Sohnes Paul zu erleben, warum es den Weltkriegsveteranen immer wieder so in die Partnerstadt zog. Dann, im Dezember, die gemeinsamen Auftritte der Sängerin mit dem Kammerchor Wladimir unter Leitung von Tatjana Grin in Erlangen und Kirchehrenbach, und nun ist Johanna Sander bereits seit einer Woche in der einstigen russischen Hauptstadt und hatte gestern ihren ersten Auftritt im Zentrum für Klassische Musik.

Nikolaj Schtschelkonogow und Paul Sander

Einer der einprägsamen Aphorismen, die Fritz Wittmann hinterließ, lautet: „Wo Deutsche und Russen einander Familienphotos zeigen, können keine Feindbilder mehr entstehen.“ Ganz im Geiste dieses Mottos blätterten denn auch vor dem Konzert der Frontkämpfer, Nikolaj Schtschekonogow, und Paul Sander in einem Album, das zurückreicht bis ins Jahr 1991, als sich die beiden Friedenskämpfer zum ersten Mal trafen. Welch eine Begegnung!

Johanna Sander mit Nikolaj Schtschelkonogow und Sohn Paul

Und Johanna Sander? Sie erlebt ein Wladimir, wie sie es aus den Schilderungen ihres Vaters kennt und wie sie es sich doch nicht vorstellen konnte mit all der Aufmerksamkeit, die ihr entgegengebracht wird, vom Chor, vom Erlangen-Haus, vom Publikum… Eine Begeisterung, die sie sagen läßt: „Das war bestimmt nicht meine letzte Zusammenarbeit mit Wladimir und diesem Ensemble.“

Tatjana Prokuschkina und Johanna Sander

An der Seite von Tatjana Prokuschkina bestand Johanna Sander dann gestern zur Eröffnung der Konzertsaison eine schwierige Prüfung mit dem Requiem des zeitgenössischen Komponisten, Artjom Semjonow, dessen überwältigendes Werk für Chor, zwei Klaviere und Schlagwerk die Wladimirer Sopranistin oft bis an die musikalische Schmerzgrenze führte, während die deutsche Altistin eine tröstend-warme Stütze bot, ganz so, als gehörte sie schon immer zu dem Ensemble. Nur bei den allerersten Takten merkte man der Baiersdorferin noch die Aufregung an.

Tatjana Prokuschkina und Johanna Sander mit Dmitrij Fjodorow am Klavier

Nun darf sich das Publikum in Erlangen wie in Wladimir auf neue Projekte von Johanna Sander und ihren Wladimirer Freunden freuen. So geht ja auch noch hoffentlich der große Wunsch von Fritz Wittmann in Erfüllung: „Wir mögen die letzten Kriegsveteranen sein.“ Und im Album der Freundschaft von Nikolaj Schtschelkonogow gibt es nun neue Bilder.

Read Full Post »


Das Plakat ist einfach zu schön, um es nur in Wladimir zu hängen… Zur Eröffnung der Chorsaison tritt Johanna Sander aus Baiersdorf am kommenden Freitag mit dem Kammerchor der Partnerstadt als Solistin auf. Derzeit probt sie noch mit dem Ensemble, das sie bereits im Advent 2018 bei dessen Gastspielreise durch Franken kennenlernte.

Damit ist wieder einmal bewiesen, wie vielgestaltig der Kulturaustausch ist, welche unerwarteten Wendungen die Wege der Partnerschaft nehmen. Und wenn sie dann auch noch so schön auf die Sinne wirken…

Read Full Post »


Am Samstag feierte Wladimir seinen 1029. Geburtstag. Mit von der Partie als ehrenamtlicher Bildkorrespondent für den Blog Othmar Wiesenegger, der noch diese ganze Woche in der Familie seines Kollegen und Freundes, Wladimir Fedin, verbringt und mit seiner Kamera Lost Places besuchen möchte. Einsam und verloren stellte sich dem Gast aus Erlangen die Partnerstadt in strahlender Feierlaune freilich nicht vor, wie seinem Photobericht zu entnehmen.

Los ging es um 11.00 Uhr mit der Begrüßung all der vielen Gäste aus aller Welt, u.a. Weißrußland, Bulgarien und Polen. Als Photograph blieb ich außen vor und brauchte deshalb auch keine lange Rede halten.

Oberbürgermeisterin Olga Dejewa eröffnet das Fest auf dem Kathedralenplatz

Im Zentrum der Feier – ein Fest von Kunst und Kultur auf dem Kathedralenplatz. Konzerte, Tanz und Gesang den ganzen Tag. Mit Swetlana Fedina, meiner Gastgeberin, machte ich eine Ballonfahrt, die ihr Mann dokumentierte.

Die Stadt war voll wie bei uns auf dem Berg – und das bis spät in die Nacht, als um punkt 22.00 Uhr das große Feuerwerk abgebrannt wurde. Aber lassen wir die Bilder sprechen.

Othmar Wiesenegger

Othmar Wiesenegger, Olga Dejewa und Nikolaj Schtschelkonogow

Olga Dejewa

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: