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Posts Tagged ‘deutsch-russischer Jazzaustausch’


Nach unserem ersten Aufenthalt vor zwei Jahren freuten wir uns über eine erneute Einladung vom 12. bis 16. Juni nach Wladimir, verbunden mit der Teilnahme an dem dort seinerzeit ins Leben gerufenen Jazzfestival „Jazz Grom“.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann

Nastja und Igor, die derzeit an der Hochschule Geige studieren, holten uns wieder am Flughafen Domodedowo in Moskau ab, und so konnten wir schon auf der mehrstündigen Fahrt nach Wladimir unser geplantes Besuchsprogramm besprechen.

Wladimir im Frühsommer

Untergebracht waren wir erneut in einer Wohnung der Universität, wo uns am nächsten Vormittag Igor abholte und von wo wir gemeinsam mit dem elektrischen Bus der Linie 8 zur Philharmonie fuhren. Dort waren wir Zuschauer einer Aufführung von Studierenden des Instituts für Kunst und Musik, die unter Leitung von Larissa Uljanowa ein humorvolles Kindermusical über den russischen Schulalltag darboten.

Kindermusical

Danach lauschten wir in der Kunst- und Musikfakultät einer Probe und dem Konzert des „High Life Jazz Orchestras“ unter Leitung von Andrej Schewljakow, das dieses Mal ihren musikalischen Schwerpunkt auf Bossa Nova und Samba legten, und gaben selbst noch eine halbstündige Kostprobe unseres Konzertprogramms.

Andrej Schewljakow (ganz rechts stehend) und sein Ensemble

Der nächste Tag war zunächst angefüllt mit einem Seminar der Dekanin Larissa Uljanowa über die musikalische Ausbildungssituation hier wie dort, wobei Florian Fischer, unser Schlagzeuger und derzeit Student an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg, ein begehrter Gesprächspartner war. Einen Dank hier noch an Irina Chasowa vom Erlangen-Haus, die für uns dolmetschte.

Florian Fischer und Gunther Rissmann

Danach ging es in die Philharmonie für einen ersten Soundcheck für das morgige Konzert und dann noch weiter an die Berufsfachschule für Musik in Wladimir. Hier spielten wir Ausschnitte aus unserem Konzertprogramm, beteiligten uns an einer kleinen Jamsession mit den dortigen Studierenden und kamen in ein angeregtes Gespräch über Improvisationskonzepte und mögliche didaktische Umsetzungen.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann im Schatten von Wladimir Lenin

Gemeinsames Musizieren hat eben eine ganz stark verbindende Wirkung auch über Ländergrenzen hinweg, die in diesem Workshop auch gut zu spüren war.

Das Trio vor der Philharmonie

Am Donnerstag blieb am Vormittag noch Zeit, die neu angelegten Gärten eines ehemaligen Klosters zu besuchen, bevor wir am Nachmittag dann in die Philharmonie gingen für einen letzten Soundcheck und die Vorbereitung auf das Festivalkonzert. Der Konzertabend wurde von einem Chor aus Wladimir eröffnet, der jazzinspirierte Kompositionen darbot, gefolgt von unserem Trioauftritt.

Auftritt des „High Life Jazz Orchestra“

Nach einer Pause spielte zunächst die landesweit bekannte russische Formation „Acapella Express“, die Vokalmusik auf höchstem Niveau bot. Dann folgte das Konzert unserer Gastgeber, des “High Life Jazz Orchestra“, bevor der Moskauer Pianist, Sergej Schilin, den Abend mit seiner Darbietung beendete.

Das Jens-Magdeburg-Trio inmitten der Wladimirer Freunde

Am nächsten Morgen traten wir schon früh die Heimreise an und bestiegen den Zug nach Moskau, begleitet von Natalia Dumnowa, Dozentin am Erlangen-Haus, die sich freundlicherweise an ihrem freien Tag bereit erklärt hatte, uns Gesellschaft zu leisten.

Florian Fischer, Gunther Rissmann mit Natalia Dumnowa in der Moskauer Metro

So konnten wir abschließend noch ein paar Impressionen aus der beeindruckenden Zehnmillionen-Metropole Moskau erhaschen, bevor wir über Zürich wieder ins heimatliche Franken flogen.

Das Jens-Magdeburg-Trio auf dem Roten Platz

Unser Dank gilt wieder unseren herzlichen Gastgebern in Wladimir, Peter Steger sowie den Damen des Erlangen-Hauses für ihre Mühe und ihr Wohlwollen.

Jens Magdeburg

s. auch: https://is.gd/9clJsG

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Der österreichische Jazzmusiker hat einmal über sein Genre gesagt:

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rißmann

Es gibt heute kaum noch Musiker mit einer persönlichen Klangfärbung, einem eigenen Sound. Wie bei Ellington. Wir leben heute im Zeitalter der Akademisierung des Jazz, wo alle mehr oder weniger gleich klingen. Meine persönliche Meinung ist, daß die Entwicklung des Jazz mehr oder weniger abgeschlossen ist. Das heißt nicht, daß es in der Zukunft keinen Jazz mehr geben wird. Er wird partikelweise weiter existieren, kombiniert mit Elementen der klassisch-europäischen Musik, eventuell auch mit Elementen verschiedenster Folkloren. Die Jazz-Geschichte ist so abgeschlossen wie die Geschichte der abendländischen Musik von der Frühtonalität bis zur Atonalität. Diese hat der Jazz sehr schnell nachvollzogen. Jetzt sind sie beide auf dem gleichen Stand. Und wo geht’s jetzt hin?

Jens-Magdeburg-Trio in concert

Wenn schon Fachleute auf diese Frage nur Mutmaßungen anstellen können, wie wollte dann der Blog eine Antwort finden? Freuen aber darf man sich über die nun schon dritte Auflage des Jazz-Austausches zwischen Erlangen und Wladimir.

Jazz marsch in Wladimir: Jens Magdeburg und Florian Fischer

Nach einem kleineren Auftritt am Institut für Kunst der gastgebenden Universität Wladimir steht heute abend für das Jens-Magdeburg-Trio der große Auftritt beim Jazz-Festival an. Erste bildhafte Eindrücke von dem Ensemble zeigen: Das Ensemble – Jens Magdeburg am Klavier, Gunther Rißmann am Baß und Florian Fischer am Schlagzeug – hat sich gut eingespielt und ist bereit für das Konzert. Man wird auf der Bühne und im Blog noch sehen und hören, wo es jetzt hingeht mit dem Jazz. Zumindest zwischen den Partnerstädten.

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Mit der aufgehenden Sonne verließen wir Franken am 31. Mai in Richtung Moskau via Frankfurt. Dort angekommen, erwarteten uns am Flughafen Domodedowo schon Igor und Nastja, beide Studenten am Institut für Kunst und Musik der Universität Wladimir. So fuhren wir am Spätnachmittag mit dem Kleintransporter der Uni bei bestem Wetter vorbei an unzähligen Holzhäusern und offenen Landschaften nach Erlangens russischer Partnerstadt.

Jens Magdeburg

Jens Magdeburg, Gunther Rissmann und Jens Liebau an der Universität

Wir waren in einer Wohnung der Universität untergebracht und nutzten unseren ersten Abend in Wladimir zum Kennenlernen unserer Gastgeber.

Jens_Magdeburg-Trio in Wladimir unterwegs mit den neuen Freunden

Jens-Magdeburg-Trio in Wladimir unterwegs mit den neuen Freunden

Der erste Tag war angefüllt mit Interviews, Proben in der Philharmonie und einem Workshop (Masterclass) für Studenten verschiedener Institute. Am Vormittag des zweiten Tages gab es ein Treffen mit dem Rektor der Universität Wladimir, bevor wir uns dann in der Philharmonie am Nachmittag auf das bevorstehende Konzert vorbereiteten.

Jazz-Donner

„Jazz-Donner“ mit Sergej Schilin als Gast

„Jazz Donner“ nannte sich Wladimirs erstes Jazzfestival, welches vor vollen Rängen und über 500 Zuhörern aller Alterstufen über die Bühne ging. Für uns ein denkwürdiges und schönes Konzerterlebnis, welches mit viel Aufwand und persönlichem Einsatz von unseren Gastgebern organisiert wurde.

Jens Magdeburg, Irina Chasowa und Larissa Uljanowa bei der Übergabe des Diploms

Jens Magdeburg, Irina Chasowa und Larissa Uljanowa bei der Übergabe des Diploms

Überraschend dabei war für uns auch die Aushändigung eines Diploms für unsere Trioformation.

Das Jens-Magdeburg-Trio auf der Bühne in Wladimir

Das Jens-Magdeburg-Trio auf der Bühne in Wladimir

Am nächsten Tag gewannen wir bei einem Seminar noch Einblicke in die vielfältigen musikalischen Aktivitäten in der Region in und um Wladimir.

Jens Magdeburg bei der Zugabe

Jens Magdeburg bei der Zugabe

Unsererseits informierten wir die Studierenden über die musikalische Bildung und Ausbildung in Deutschland von der musikalischen Früherziehung bis zur beruflichen Bildung an den Hochschulen.

Jens Liebau

Jens Liebau

An unserem letzten Aufenthaltstag wurden wir von Studentinnen der Kunsthistorik vor Ort über die kulturellen Schätze in Susdal und Wladimir informiert. Bevor wir in der Nacht wieder Richtung Moskau die Heimreise antraten, war noch Zeit für einen letzten gemeinsamen Abend mit unseren Musikkollegen aus Wladimir, die uns einluden, wieder zu kommen.

Gunther Rissmann

Gunther Rissmann

Einen besonderen Dank auch an die Damen des Erlangen-Hauses, die uns als Dolmetscherinnen tatkräftig unterstützten bei Seminaren, Workshop und Sightseeing.

Jens Magdeburg

S. auch: http://is.gd/jE8110

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Nichts Geringeres als ein internationales Jazz-Festival schwebte Larissa Uljanowa, der Leiterin des Instituts für Kultur an der Universität Wladimir, vor, als sie die Einladung an das Jens-Magdeburg-Trio vor einem guten halben Jahr aussprach. Und nun ist es vollbracht. Dank der Combo aus Erlangen sind die russischen Ensembles, die gestern in der Philharmonie der Partnerstadt auftraten, nicht unter sich geblieben, und die umjubelten Auftritte erhielten einen Anklang von Weltkultur.

Larissa Uljanowa, Jens Liebau, Sergej Schilin, Jens Magdeburg und Gunther Rißmann

Larissa Uljanowa, Jens Liebau, Sergej Schilin, Jens Magdeburg und Gunther Rissmann

Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses und Lieferantin des heutigen Bildmaterials, hält denn auch nicht lange hinterm Berg, wenn sie ihre Eindrücke von dem musikalischen Abend schildert: „Gerade komme ich von dem Jazz-Festival zurück. Das Publikum war begeistert von Eurem Trio, die Jungs sind einfach klasse! Mir persönlich hat ihr Auftritt am besten gefallen. Ein hohes Niveau, und besonders nimmt ein, daß alle gespielten Stücke Eigenkompositionen sind.“

Jens Liebau

Jens Liebau

Eingespielt haben sich Jens Magdeburg am Piano, Gunther Rissmann am Baß und der Schlagzeuger Jens Liebau bereits am Montag mit der Jazz-Band der Universität und ihrer Streicherformation. Eine Meisterklasse stand auf dem Programm, um voneinander zu lernen, buchstäblich aufeinander zu hören. Denn, wie Jens Magdeburg gegenüber dem Wladimirer Lokalfernsehen sagte, „hier zu sein, hier zuzuhören, erweitert den professionellen und persönlichen Horizont. Jazz kann deshalb nur verbinden.“

Gunther Rißmann

Gunther Rissmann

Heute nehmen die Jazzer aus Erlangen noch an einem Runden Tisch mit Musikern der Universität teil, und am Abend geben sie dann ihr Solokonzert. Der Donnerstag ist Susdal vorbehalten, bevor es am Freitag auch schon wieder nach Hause geht, nach einem „einmaligen Erlebnis und voll unvergeßlicher Eindrücke“, wie Jens Liebau betont.

Jens Magdeburg mit der Jazz-Band der Universität Wladimir und der Sängerin Aljona Wenkowa

Jens Magdeburg mit der Jazz-Band der Universität Wladimir und der Sängerin Aljona Wenkowa

Und dann? Was vor zwei Jahren mit dem Auftritt der Bigband aus Wladimir begonnen hat und nun seine Fortsetzung findet, soll, geht es nach Larissa Uljanowa, zu einer festen Tradition werden: jedes Jahr ein Jazz-Festival und jedes Mal Musiker aus Erlangen dabei. Der erfolgreiche Auftakt ist gemacht. Nun soll es weitergehen ad lib!

Und hier geht es schon einmal zur Fernsehreportage mit O-Ton und Musik: http://is.gd/N0doNh – und da kann man nachlesen, wie alles begann: http://is.gd/0KNNcc

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Im orthodoxen Kirchenkalender beginnt heute die Lichtwoche, erhellt von der Flamme des Osterfeuers, gespeist vom Glauben an die Auferstehung, durchdrungen von einer Inspiration, die in den kommenden Tagen auch zwei Gäste aus Wladimir erfüllen soll, die am Karsamstag zum Internationalen Jazz Workshop gekommen sind, mit dem Rainer Glas seit 1981 (!) Erlangen auch in diesem Jahr für 120 Teilnehmer und natürlich das Publikum zu einer einzigen swingend-klingenden Bühne macht. Gestern abend ging es so richtig mit einer Jam Session los, und am Samstag lassen dann ab 17.00 Uhr im Frankenhof alle Combos und die Bigband hören, was sie während der lichten Tage dazwischen geprobt und erarbeitet haben. Von solchen Veranstaltungen in Wladimir können Dmitrij Bugakow und Andrej Schewljakow, die im Vorjahr zusammen mit dem Universitäts-Ensemble Jazztring zum ersten Mal in Erlangen aufgetreten waren, nur träumen, denn die beiden Musikdozenten wissen: Der Jazz hat in der Partnerstadt schon einmal bessere Zeiten erlebt.

Dmitrij Bugakow, Andrej Schewljakow und Rainer Glas

Dmitrij Bugakow, Andrej Schewljakow und Rainer Glas

Begonnen hat es nach allgemeiner Lesart mit dem Jazz, als 1954, ein Jahr nach Stalins Tod, der „finnische Amerikaner“, Leo Altonen, mit seinem Saxophon nach Wladimir kam. Er scharte Musiker aus den Militärkapellen und von der Hochschule um sich, schuf eine Bigband und begründete eine Tradition, die 1987 von Nikolaj Grunskij fortgeführt wurde. Er organisierte in den 90er Jahren regelmäßig Festivals, bei denen auch Rainer Glas auftrat, er brachte seine Bigband 1996 nach Erlangen, und seine Studenten schickte er zum Jazz Workshop in die Partnerstadt. Tempi passati seit dem Tod des großen Musiklehrers 2004. Doch noch ist der Jazz in Wladimir nicht verloren. Seit 2010 bietet die Staatliche Universität auch den Studiengang „Instrumentale und vokale Unterhaltungsmusik, Jazz“, und Rainer Glas hat schon am ersten Tag erfreut feststellen können: „Die beiden aus Wladimir sind richtig gut, die können spielen!“ Ein Urteil, das die Dozenten aus Wladimir als musikalischen Ritterschlag begreifen, denn ihren Gastgeber verehren sie seit der ersten Begegnung im Vorjahr, und sie wünschen sich möglichst bald einen Meisterkurs mit dem Erlanger Klangzauberer am Baß. Sein Kommen könnte auch endlich den Anstoß geben, um die Jazz-Szene wiederzubeleben, der es, nach Meinung von Dmitrij Bugakow an Musikern mangelt. Denn: „Während des Studiums sind die meisten so ausgelastet, daß sie kaum Zeit finden, um nebenher in einer Band zu spielen. Und später gehen die besten nach Moskau oder in andere Städte…“ Gemeinsame Projekte mit Erlangen könnten dem etwas entgegenwirken, könnten mehr Interesse am Jazz bei Musikern wie Publikum wecken, zumal die professionellen Voraussetzungen durchaus gegeben sind. Der Violonist und Tastenmann, Andrej Schewljakow, hat nämlich eine Partitur mitgebracht, von ihm selbst komponiert, die er Rainer Glas zur Begutachtung übergeben möchte. Wer weiß… Vielleicht läßt das Werk sich ja eines Tages von einem gemischten Ensemble hier und dort aufführen. Die Lichtwoche hat ja eben erst begonnen, und da darf man schon einmal einen hellsichtigen Blick in die fernere Zukunft wagen. Wie die sich im Miteinander des Jazz anhört, kann aber schon am Samstag erleben, ab 17.00 Uhr im Saal des Frankenhofs.

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