Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘deutsch-russischer Ärzteaustausch’


Gleich nach der Ankunft zeigte gestern nachmittag Stadtrat Jürgen Zeus den Gästen aus Wladimir, Julia Gerassimowa und Sergej Artamonow, Erlangens Krankenhausviertel, wo die beiden Mediziner noch bis Ende des Monats in den Fachbereichen Neurologie und Abdominalchirurgie hospitieren.

Sergej Artamonow, Julia Gerassimowa und Jürgen Zeus

Damit setzen die Rotarier in Erlangen ihre Unterstützung des Ärzteaustausches mit der Partnerstadt fort, der bis ins Jahr 1989 zurückreicht und seit 2014 auch von dem Serviceklub gefördert wird. Ein Beitrag, der weit über das medizinisch gebotene „primum non nocere“ hinausgeht und allen Dank verdient.

Read Full Post »


Ich hatte bei der Wahl der Praxis für meine Pflichtfamulatur in der Allgemeinmedizin großes Glück, da ich hierbei Jürgen Binder kennenlernen konnte, einen promovierten Arzt, der sich schon seit langem für den medizinischen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir mit Herz und Seele engagiert.

Der Mediziner bot mir die unglaubliche Gelegenheit, ihn und eine Delegation von Ärzten aus Erlangen Mitte Juni in die russische Partnerstadt zu begleiten. Das Land faszinierte mich sowieso seit jeher, und nun hatte ich die Möglichkeit, sowohl die medizinische Versorgung vor Ort, als auch Land und Leute kennenzulernen. Wie könnte man da ablehnen?!

Wladimir bei Nacht

Die Anreise war sogleich unser erstes Abenteuer. Nachdem schon alle Passagiere an Bord gegangen waren, wurde ein technischer Defekt festgestellt (quasi in letzter Sekunde), woraufhin wir das Flugzeug wieder zu räumen hatten. Es folgten nervenzehrende Verhandlungen mit der Fluggesellschaft über das weitere Vorgehen, doch glücklicherweise konnten wir, zwar mit erheblicher Verspätung, unsere Fahrt dennoch am selben Tag antreten.

Bei unserer Ankunft wurden wir im Erlangen Haus trotz der frühen Zeit (4.30 Uhr) herzlich aufgenommen und konnten uns von den Strapazen der Anreise für einige Stunden erholen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, zeitlich wohl eher Brunch, starteten wir gestärkt und gespannt  in unser Programm für den ersten Tag:  die Besichtigung der Palliativabteilung sowie der Dialyseabteilung im Krankenhaus Nr. 6 und ein Treffen mit Alexander Kirjuchin, dem Leiter des Gesundheitsministeriums der Region Wladimir, am Nachmittag.

Prof. Christoph Ostgathe und seine Wladimirer Palliativkolleginen

Das Team der Palliativabteilung begrüßte uns mit Kaffee und Tee, sowie kleinen Häppchen. Anschließend wurden wir durch die Station geführt und konnten einen Eindruck von der palliativen Versorgung in diesem Krankenhaus gewinnen; durch Gespräche mit Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und auch Patienten lernten wir die Organisation  und die Herangehensweise dieser Fachdisziplin etwas näher kennen.

Flur der Palliativstation

Gerade für mich war es sehr spannend, da ich aus Studium und Praxis am Universitätsklinikum Erlangen eine hochmoderne High-Tech-Medizin gewohnt bin. Zu sehen, wie man auch mit einfachsten Mitteln den Bedürfnissen schwerkranker Patienten gerecht werden kann, weckte vor allem Demut für die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte dieser Abteilung.

Am Nachmittag waren wir dann im Gesundheitsministerium der Region bei Alexander Kirjuchin zu Gast. Hierbei wurden vor allem Brücken geschlagen, um den weiteren fachlichen und personellen Austausch im Bereich der Palliativmedizin zu festigen.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Abends lernte ich endlich meine Gastfamilie kennen, bei der ich die restlichen Tage wohnte. Dies war für mich in dieser Zeit eine besonders wichtige Erfahrung, da ich mich dort nicht nur fachlich austauschen konnte (beides Mediziner), aber auch den Alltag und das Miteinander einer russischen Familie erleben durfte. Die Gastfreundschaft, die mir in dieser Familie widerfuhr, kann man nicht beschreiben.

Felix Wackerbauer und seine Gastfamilie Seliwjorstow

Am darauffolgenden Tag besichtigten wir das Notfallkrankenhaus gemeinsam mit dessen ärztlichem Direktor, Jewgenij Jaskin. Wir wurden auch hier wieder herzlich (und kulinarisch) empfangen, bevor wir durch die Stationen geführt wurden.

Unsere Gruppe mit Jewgenij Jaskin und Irina Chasowa, unserer unermüdlichen Betreuerin und kompetenten Dolmetscherin

Die „Rot-Kreuz-Krankenhaus“ genannte Klinik dient vor allem der Notfallversorgung der Region und beherbergt insbesondere chirurgische Fachdisziplinen. Wie schon am Tag zuvor, konnte ich einen direkten Vergleich zu unseren modernen Kliniken ziehen und war wieder einmal erstaunt darüber, wie dort Medizin auf hohem Niveau betrieben wird – trotz der (in unseren Augen) einfachen, dort vorherrschenden Verhältnisse.

Ansicht des Rot-Kreuz-Krankenhauses unmittelbar nach der Fertigstellung vor gut einhundert Jahren

Hier begegneten uns auch die Krankenbetten wieder, die vor einiger Zeit, vom Uniklinikum Erlangen ausgemustert, an das Notfallkrankenhaus in Wladimir gespendet wurden.

Krankenbett aus Erlangen

Nach einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns dann vom Gastgeber und starteten anschließend in den Kulturteil unserer Reise.

Jewgenij Jaskin und Felix Wackerbauer

Hier möchte ich mich nun etwas kürzer fassen, da über Wladimir und Susdal in diesem Blog bereits mehrfach ausführlich berichtet wurde. Beide Städte liegen am sogenannten „Goldenen Ring“, nordöstlich von Moskau, mit seinen altrussischen Städten eines der bekanntesten Reiseziele im Land, das Einblick gibt in die Geschichte der Entstehung des Russischen Reiches. Hier lagen insbesondere die religiösen und wirtschaftlichen Zentren der mittelalterlichen Rus.

Ich hatte ehrlicherweise nach kurzer Zeit schon einen kleinen „Kirchenkoller“, will jedoch zugeben, die Kirchen, Kathedralen und Klöster, die wir besichtigten, wunderschön und wirklich beeindruckend gefunden zu haben. Insbesondere die Freskenmalereien im Inneren luden zum Staunen ein.

Am Tag unserer Abreise hatten wir noch die Gelegenheit, einige Stunden in der Hauptstadt zu verweilen. In der kurzen Zeit, die uns blieb, besichtigten wir den Kreml und den Roten Platz und fuhren selbstverständlich auch mit der Metro. Wir hatten auch zum ersten Mal schönes Wetter! Es war warm und die beiden Orte quollen vor Touristen schon beinahe über, dennoch war es toll, bei unserer Abreise noch „ein wenig Moskau“ mitnehmen zu können.

Felix Wackerbauer vor der Basilius-Kathedrale

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Jürgen Binder und Peter Steger bedanken, die mir diese großartige Erfahrung ermöglichten. Weiterhin möchte ich mich auch bei der Reisegruppe für die schöne Zeit und die angenehmen Gespräche bedanken, die ich mit allen führen konnte. Und zu guter Letzt möchte ich mich bei Iwan und seiner Familie bedanken, die mich für die Zeit des Aufenthalts bei sich zu Hause aufnahmen und mir die russische Lebensart ein wenig näher brachten. Ich habe hier einen sehr guten Freund gefunden!

Christoph Ostgathe, Thomas Schöllhammer, Stephan Horn, Christiane Schöllhammer, Anette Christian, Felix Wackerbauer und Jürgen Binder

„Wladimir wird mich wiedersehen“, verspricht Felix Wackerbauer

Siehe auch: https://is.gd/lzz0yh

Read Full Post »


Dieser Tage hatte die Medizin-Delegation in Wladimir noch auf ein gnädiges Ende des schwer erkrankten Kollegen und großen Freundes des deutsch-russischen Austausches angestoßen, und nun teilte Jürgen Binder gestern mit, Walter Otto sei bereits am Dienstag verstorben.

Walter Otto, zweiter von links in der ersten Reihe, inmitten von Freunden: dem Ehepaar Heidi und Jürgen Binder, den Wladimirer Ärzten, Magir Katschabajow und Jewgenij Jaskin, sowie Helmut Schmitt, Altbürgermeister Gerd Lohwasser (beide im Vorjahr verstorben), Rita Stolz und Peter Steger

Ein großer Verlust für alle, die den lebensfrohen Allgemeinarzt kannten, ein schmerzlicher Verlust auch für die Städtepartnerschaft insgesamt, der sich das langjährige Vorstandsmitglied im Ärztlichen Bezirksverband Mittelfranken fachlich wie menschlich eng verbunden fühlte.

Jürgen Binder, Melanie Huml und Walter Otto

Welch herausragende Persönlichkeit Walter Otto war, belegt auch die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande – zusammen mit Jürgen Binder – im Oktober vergangenen Jahres bei einem Festakt in Bayreuth durch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Walter Otto

Die Auszeichnung, die dem Mediziner aber sicher am wichtigsten war, bestand in der Freundschaft mit seinen russischen Kollegen und Freunden.

Mit Walter Otto ist jemand für immer gegangen, der sich stets der Verantwortung der Deutschen gegenüber den Russen bewußt war, besonders erlebbar heute, wo man von Maikop bis Murmansk den Tag der Erinnerung und der Trauer begeht, den Tag des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion mit all dem unsäglichen Schmerz und Leid – am 22. Juni 1941. Nun tragen wir das Gedächtnis an den stets um Versöhnung werbenden Verstorbenen und die ungezählten Opfer der unbarmherzigen Kriegslogik weiter in eine Zeit, wo Menschen wie Walter Otto besonders fehlen.

 

 

Read Full Post »


Als Heidi Binder mit einer kleinen Schüler- und Lehrergruppe der Waldorfschule im April 2014 nach Wladimir reiste, wohnte sie in der Familie von Jelena Below. Die beiden blieben seither in Kontakt, und als nun die Gastgeberin von damals mit ihrem Sohn Daniil Berlin besuchten, lag gestern ein Abstecher nach Erlangen nahe, wenn auch nur für einen Tag. Bald schon gibt es dann ein Wiedersehen, denn der dem Austausch eng verbundene Allgemeinarzt, Jürgen Binder, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Ehrenmitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes, hat wieder einmal eine Medizinerdelegation zusammengestellt, die Wladimir im Juni einen Fachbesuch abstattet. Mit dabei natürlich auch seine Frau, wieder in Sachen Waldorfpädagogik.

Heidi Binder, Daniil Below, Jelena Belowa und Jürgen Binder

Jelena Belowa ihrerseits unterrichtet zu Hause Englisch am Amerikanischen Haus und nimmt selbst – man hört es: ausgesprochen erfolgreich – Deutschunterricht bei Marina Gajlit, ehemals Dozentin am Erlangen-Haus und jetzt an der Universität Wladimir tätig, während Daniil Deutsch an der Schule lernt. So kommt man sich näher, so versteht man sich in der Bürgerpartnerschaft – abseits der offiziellen Agenda des Austausches. Gut so!

Leseempfehlung: https://is.gd/HqEFKu

Read Full Post »


Eigentlich hat in der Russischen Föderation seit einigen Jahren jedermann das Recht auf palliative Versorgung. Aber so wie es da auch in ländlichen Gegenden der Bundesrepublik mancherorts noch Mängel gibt, fehlt es in der Region Wladimir noch an der ambulanten Palliativversorgung und einem Hospiz.

Margarita Makarowa, Marina Krylowa und Anette Christian

Nachdem Marina Krylowa, die ärztliche Direktorin, und Oberschwester, Margarita Makarowa, vom einzigen Wladimirer Krankenhaus mit einer fünfzehn Betten zählenden Palliativstation drei intensive Tage lang bei ihren Erlanger Kollegen am Universitätsklinikum hospitiert hatten, blieb noch Zeit, mit Stadträtin Anette Christian über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Stadt und Landkreis zu sprechen. Etwas in der Art könnte man auch bald schon in Wladimir aufbauen, so Marina Krylowa, denn – nicht anders als hierzulande – die Pflege findet größtenteils zu Hause statt, wo es an fachkundiger Unterstützung fehlt.

Marina Krylowa, Susanne Lender-Cassens und Margarita Makarowa

Schwieriger werde es dann schon, wie die Besucherinnen bei einem Treffen mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens einräumen, mit dem Aufbau eines ehrenamtlichen Dienstes. Dafür seien die gesellschaftlichen Voraussetzungen noch nicht geschaffen. In diese Bresche springt ja das Wladimirer Rote Kreuz dank der Unterstützung des Erlanger Fördervereins mit seinem Programm „Häusliche Pflege“.

Ute Schirmer, Kristina Kapsjonkowa, Marina Krylowa und Margarita Makarowa

Tief beeindruckt waren die Gäste schließlich vom Besuch der Diakonie am Ohmplatz mit ihrem Hospiz. Begleitet von Ute Schirmer, dem Hospizverein von Beginn an eng verbunden, und Kristina Kapsjonkowa aus Wladimir, die derzeit eine Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde macht, konnten die beiden nicht nur die Einrichtung besichtigen, sondern auch viel über Struktur und Organisation erfahren. Genug jedenfalls, um sich sicher zu sein: „Wir brauchen auch in Wladimir ein Hospiz!“ Bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein, aber schon im Juni will zu den Themen „Palliativmedizin und Hospiz“ eine Erlanger Delegation in die Partnerstadt reisen und die russischen Fachleute kollegial bei den nächsten Schritten begleiten. Übrigens unterstützt auch aus Jena, wo Marina Krylowa und Margarita Makarowa gestern die Palliativstation des Universitätsklinikums besuchten, bevor sie heute wieder den Heimweg antreten.

Read Full Post »


In der Erzählung „Das Göttliche und das Menschliche“ von Lew Tolstoj schreibt ein zum Tode verurteilter Häftling an seine Mutter:

Den Tod fürchte ich nicht. Und wenn ich die Wahrheit sagen soll, verstehe ich ihn nicht und glaube auch nicht an ihn. Denn falls der Tod wirklich die Vernichtung sein sollte, ist es dann nicht gleichgültig, ob man mit dreißig Jahren stirbt oder eine Minute früher oder später? Wenn es aber keinen Tod gibt, dann ist es völlig einerlei, ob man früher oder später stirbt.

Es sind diese ewigen Fragen, denen sich all jene stellen, die in der Palliativmedizin tätig sind und täglich entscheiden müssen, ob es ethisch geboten sei, alle ärztliche und technische Kunst aufzuwenden, um das Leben zu verlängern, oder ob man dem leidenden Menschen gerechter werde, wenn man, seinem Willen entsprechend, die letzte Phase vor dem Tod „nur“ noch lebenswerter macht. Fragen auch der unterschiedlichen Rechtsprechung, der kulturellen Verschiedenheiten, etwa im Umgang mit den Themen „Wahrheit“ und „Hoffnung“. Tobias Steigleder, Assistenzarzt und Koordinator für Lehre in der Palliativmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, kennt diese andersartigen Ansätze: Patienten aus Mittel- und Westeuropa wollen in der Regel möglichst früh wissen, wie es wirklich um sie steht, während man im östlichen Kulturkreis oft wider besseres Wissen so handelt, wie es einem die Hoffnung eingibt, als wäre Heilung noch möglich. So sehr dies trennen mag, vereint weiß man sich im Bemühen um das Wohl des todkranken Menschen.

Christoph Ostgathe, Marina Krylowa, Margarita Makarowa und Tobias Steigleder

Auf Einladung von Professor Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung, hospitieren seit gestern Marina Krylowa, ärztliche Direktorin des Krankenhauses Jurjewez in Wladimir, und Margarita Makarowa, Oberschwester der dortigen Palliativabteilung, in Erlangen. Eine medizinische Premiere, denn bisher ist dieser Bereich zwischen den Partnerstädten nur seitens des Wladimirer Roten Kreuzes im Rahmen der Pflege abgedeckt worden. Nun soll endlich auch die ärztliche Seite zu ihrem Recht kommen, zumal die beiden Besucherinnen in Wladimir im Jahr 2013 Pionierarbeit mit der Einrichtung der ersten und bisher einzigen Palliativabteilung für fünfzehn Patienten geleistet haben.

Marina Krylowa und Margarita Makarowa

Es wird noch viel zu besprechen geben in dieser gemeinsamen Woche. Etwa die Notwendigkeit, auch in Wladimir ein Hospiz einzurichten und die häusliche Pflege auszubauen, denn bisher kann die Verweildauer auf der dortigen Palliativstation mangels Alternativen mehrere Wochen dauern, während die Patienten in Erlangen schon nach wenigen Tagen wieder entlassen werden, um zu Hause oder im Hospiz zu versterben, sollte keine Heilung mehr möglich sein. Im Bereich der Pflege will man viel voneinander lernen, freilich begrenzt vom unterschiedlichen rechtlichen Rahmen, wenn die russische Justiz etwa vorgibt, auch in medizinisch offensichtlich aussichtslosen Fällen und ggf. sogar gegen den Willen des Patienten noch Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten, wie das etwa auch in Italien der Fall ist. Oder auf dem Feld der psychologischen und „spirituellen“ Betreuung, wo in Erlangen alles möglich ist, von der Seelsorge über Musik- und Kunsttherapie bis zum Einsatz von speziell trainierten Hunden. Man wird sich jedenfalls gemeinsam auf die Suche nach Antworten, der Wahrheit machen und Lew Tolstoj mit seinem harten Urteil nicht bestätigen: „Bei dem Deutschen ist das Selbstbewußtsein schlimmer, hartnäckiger und widerwärtiger als bei allen andern. Der Deutsche bildet sich ein, die Wahrheit zu kennen.“

Read Full Post »


Wolfgang Rascher, Direktor der Erlanger Kinder- und Jugendklinik, besuchte vom 16. bis 22. September mit Hans-Georg Topf, Leiter der Neonatologie und pädiatrischen Intensivmedizin, Wladimir, um den bewährten Medizineraustausch fortzusetzen. Schon vor fünf Jahren war der Professor für Pädiatrie mit seinem Kollegen, Dieter Wenzel, zu einem dreitägigen Besuch in der Partnerstadt, und vor zwei Jahren kam Swetlana Makarowa, ärztliche Leiterin des Kinderkrankenhauses Wladimir, nach Erlangen, um sich über die moderne Behandlung von Frühgeborenen zu informieren und über verschiedene Behandlungsverfahren auszutauschen.

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa, Hans-Georg Topf

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa, Hans-Georg Topf, Natalia Isprawnikowa und Olga Wlassowa

Im Jahre 2011 hatten die Erlanger Kinderärzte vor Ort von einem neuen staatlichen Programm erfahren, wonach fünf Milliarden Rubel (ca. 122 Millionen Euro) in das Gesundheitssystem der Region Wladimir investiert würden, ein Viertel davon sollte in die Geburtsmedizin und Neonatologie fließen.

Bei ihrem aktuelle Besuch konnten sich die beiden Pädiater davon überzeugen, welch großen Erfolg die Investitionen für die Ausstattung und damit auch für die Behandlungsmöglichkeiten der kranken Kinder in der Region Wladimir gebracht haben. Wie vom Staat beabsichtigt, profitierten vor allem auch Frühgeborene von der hohen technischen Ausstattung der Klinik.  So konnten sich die Besucher mit ihrer Kollegin, Swetlana Markarowa, und der Leiterin der Neonatologischen Intensivstation am Kinderkrankenhaus, Olga Wlassowa, über moderne Beatmungsverfahren und die Behandlung von Komplikationen bei sehr kleinen Frühgeborenen austauschen.

Wolfgang Rascher, Nadeschda Tumanowa und Hans-Georg Topf

Wolfgang Rascher, Nadeschda Tumanowa und Hans-Georg Topf

Im Geburtshaus Nr. 2 stand deshalb im Gespräch mit Chefärztin Irina Kirjuchina und ihrem Team die Weiterentwicklung der Geburtsmedizin im Mittelpunkt, während beim Besuch des vor drei Jahren errichteten Perinatalzentrums die Leiterin Nadeschda Tumanowa, stolz die Gebäude und die hervorragende Ausstattung der Klinik unter Anwesenheit von Pressevertreten zeigen konnte, wobei eine noch engere Zusammenarbeit mit Erlangen in Form eines Medizineraustauschs vereinbart wurde.

Auch zeigte sich bei einem Besuch in der Kreisstadt Murom, wie nicht nur in Wladimir, sondern auch hier in der Region die Geburtsklinik von Murom unter Leitung von Konstantin Owtschinnikow und das Kinderkrankenhaus unter Führung von Tatjana Piwikina eine enorme Entwicklung genommen haben.

Wolfgang Rascher und Hans-Georg Topf

Wolfgang Rascher und Hans-Georg Topf

Insgesamt war es für die deutschen Kinderärzte eine Freude, zu sehen, wie staatliche Investitionsprogramme die Behandlung von Kindern zu verbessern vermögen und diese Maßnahmen effektiv vor Ort umgesetzt werden können.

Prof. Dr. Wolfgang Rascher

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: