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Posts Tagged ‘deutsch-russische Wissenschaftszusammenarbeit’


Im Juli 2011 fand in Wladimir die erste deutsch-russische Konferenz zum Thema „Erlebnispädagogik“ statt, eingeführt im Rehabilitationszentrum für Kinder „Blauer Himmel“. Damals schon dabei – Olga Filatowa, Inhaberin des Lehrstuhls für Psychologie an der Universität Wladimir, und ihr Kollege, Werner Michl, einer der Väter dieses Studienfachs und seit einem Jahr emeritierter Professor des Fachs an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. Ein Jahr später unterzeichneten die beiden einen Rahmenvertrag über einen umfassenden Austausch, in dessen Folge unter anderem Gäste aus Wladimir an den Winteruniversitäten Erlebnistage im Harz und im Bayerischen Wald teilnahmen. Gleichzeitig knüpfte die Universität Wladimir Kontakte im Bereich Erlebnispädagogik in die Schweiz, nach Österreich und in die böhmische Partnerstadt, Ustí nad Labem, das frühere Aussig an der Elbe. Nicht zu vergessen ein wichtiges Projekt, die Übersetzung des Standartwerks von Werner Michl zur Erlebnispädagogik ins Russische durch ein Team aus Wladimir, erschienen in einem Moskauer Verlag und seither als Lehrbuch landesweit verwendet.

Irina Tscherkassowa, Wolfgang Wahl, Olga Filatowa, Michael Helmbrecht, Nikita Kruglow und Denis Gerstein

Gestern nun kam Olga Filatowa, begleitet von ihrer Kollegin, Irina Tscherkassowa, und den beiden Studenten, Nikita Kruglow und Denis Gerstein, mit dem Nachfolger von Werner Michl, Wolfgang Wahl, und dessen Kollegen, Michael Helmbrecht, zusammen, um über eine Wiederaufnahme des Austausches auf allen Ebenen zu sprechen. Durchaus erfolgreich! Schon ist die Rede von der Durchführung einer Sommeruniversität Erlebnistage in Wladimir, spätestens im August 2020, mit einer fünfzehnköpfigen Studentengruppe aus Nürnberg, und davor will man sich auf der Arbeitsebene schon im nächsten Jahr wiedersehen – hier wie dort, und natürlich sind Gäste bei der nächsten Winter- oder Sommeruniversität in Deutschland immer herzlich willkommen. Ein gelungener Neustart also für diese wissenschaftliche Kooperation, von der wir sicher bald mehr erfahren werden.

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Da sage noch jemand, zwischen den Jahren und Festen ereigne sich kaum etwas, der Berichterstattung wert. Für die Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir gilt das jedenfalls nicht. Ein HURRA erscholl da nämlich gestern in der Redaktion des Blogs, als folgende Eilmeldung vom Leiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaft, Jewgenij Arinin, einging:

Die Universität Wladimir erhält seitens der „Russischen Stiftung für Grundlagenforschung“ auf den Zeitraum von drei Jahren (2018 bis 2020) die Förderungszusage zum Thema „Philosophische Religionswissenschaft als globales Projekt: deutsche und russische Jugendliche im Dialog über Religion“.

Jelena Woronzowa, Julia Matuschanskaja, Ojuna Dorschiguschajewa, Jewgenij Arinin, Dmitrij Petrosjan und Wadim Schdanow

Doppelt erfreulich: Als Forschungsgegenstand der Studie dienen die Begegnungen der Katholischen Jugend Erlangens mit Gleichaltrigen aus Wladimir – unter Einbeziehung der Universität, der Rosenkranzgemeinde und der orthodoxen Erzdiözese, begleitet und koordiniert auf deutscher Seite von Jutta Schnabel und Sabrina Pfau mit ihrem Team aus Ehrenamtlichen. Bei aller Freude sollte nicht vergessen werden, daß die entscheidenden Weichen für diesen in der Art bundesweit einzigartigen interkonfessionellen Austausch jemand gestellt hat, dessen ersten Todestag wird bald begehen müssen: Rolf Bernard. Sein gutes Werk erfährt nun die Weihen der Wissenschaft; den Segen von ganz oben genießt sein Wirken mit all den angenehmen Nachwirkungen ja schon von Beginn an. Ein neuer Anfang ist nun gemacht, frisch also, mutig ans Werk!

Siehe auch: https://is.gd/A1rrtg

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Schon zum dritten Mal in diesem Jahr reiste Julia Obertreis – nach der Delegation zum Gesprächsforum „Prisma“ und der Exkursion mit einer Studentengruppe im Frühsommer – in die Partnerstadt. Dieses Mal kam die Leiterin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas an der FAU auf Einladung der Staatlichen Universität Wladimir in Begleitung ihrer Mitarbeiterin am Lehrstuhl, Olga Malinova-Tziafeta, um am Mittwoch und Donnerstag an der internationalen Konferenz zum Thema „100 Jahre Oktoberrevolution – Ursprünge, Einschätzungen und Bedeutung“ teilzunehmen.

Ansor Saralidse, Olga Malinova-Tziafeta und Julia Obertreis

Grund genug für Rektor Ansor Saralidse, zur Eröffnung der Veranstaltung die beiden Historikerinnen aus Erlangen zu einem Gespräch über die weitere wissenschaftliche Zusammenarbeit der Partnerstädte zu empfangen – und die Möglichkeit, den Wissenschaftlerinnen ein Podium zu bieten, das Fachleute von führenden russischen Hochschulen zusammenführte und wo auch ein Historiker der Anglia Ruskin University einen Vortrag hielt.

Julia Obertreis, rechts neben Vizegouverneur Michail Kolkow, im Präsidium des Kongresses

Ljubow Naumowa, zuständig für die Internationalen Beziehungen ihrer Universität, zeigte sich in einer kurzen Stellungnahme recht erfreut über den Besuch:

Es gab viele interessante Vorträge zu hören, und wir sind sehr froh und dankbar, daß unsere Kolleginnen von der FAU an der Konferenz teilnahmen und referierten. Ich konnte beide Beiträge hören und fand sie als jemand, der seinerzeit Geschichte studiert hatte, ausgesprochen interessant und unerwartet. Wir sprachen gewöhnlich immer im Zusammenhang mit der Revolution über Politik oder Wirtschaft, während hier ein ganz neuer und ungewohnter Aspekt angesprochen wurde. Großartig, daß auch unsere Studenten das hören konnten!

Julia Obertreis

In der Tat forschen die beiden Wissenschaftlerinnen zu Fragen der Alltagsgeschichte vor, während und nach dem kommunistischen Umsturz. So arbeitete Julia Obertreis in ihrem Vortrag unter dem Titel „Die Revolution im Wohnungswesen: Petrograd / Leningrad und das Entstehen von Kommualwohnungen von 1917 bis 1937“ heraus, wie der Übergang von der bürgerlichen Vermietung zur behördlichen Verwaltung der beschlagnahmten Immobilien und das Phänomen der sogenannten „Kommunalka“ – bis in die jüngste Vergangenheit als Auslaufmodell der staatlichen Zuweisung von Zimmern an Parteien mit gemeinsamer Küche, Toilette und Naßzelle verbreitet – den politisch postulierten „neuen Menschen“ sozial prägte, gleich ob ehemaliger Eigner oder oft aus dem Umland Zugezogener.

Olga Malinowa-Tsiafeta

Auch Olga Malinova-Tziafeta widmete sich den Lebensverhältnissen der „kleinen Leute“ im vorrevolutionären Sankt Petersburg, also einem Teil der Geschichte, der ganz entscheidend ist für das Verständnis der revolutionären Umbrüche in der russischen Gesellschaft vor 100 Jahren.

Audimax an der Staatlichen Universität Wladimir, rechts in der zweiten Reihe Olga Malinowa-Tsiafeta

Dieser außergewöhnliche Blick auf Revolution und Geschichte entging auch den Wladimirer Medien nicht, und so bot denn auch der Sender „Gouvernement 33“ Julia Obertreis ein achtminütiges Forum, um ihren wissenschaftlichen Ansatz einem breiten, freilich nur russischsprachigen Publikum zu erläutern unter https://is.gd/SZSOxH. Aber vielleicht können ja die wichtigsten Thesen hier im Blog noch nachgereicht werden. Allemal lohnend auch für ein deutsches Publikum.

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Der Erfolg hat immer viele Väter. Einer freilich hat einen besonderen Anteil am Zustandekommen des Kooperationsvertrags zwischen der Friedrich-Alexander-Universität, dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen und der Staatlichen Universität Wladimir vom Jahr 2001: Alexander Samojlow, Dekan der Fakultät für Radiophysik, Elektronik und Medizintechnik mit ihren gut 1.300 Studenten und fast 90 Dozenten. Dem habilitierten Erfinder ist es wesentlich zu verdanken, wenn heute Dutzende von jungen Forschern aus Wladimir Erfahrungen nutzen können, die sie im Austausch mit Wissenschaftlern aus Erlangen sammeln konnten.

Elivira und Heinz Gerhäuser, Sergej Mosin, Ludmila Suschkowa, Peter Steger, Alexander Samojlow und Wiktor Morosow

Wissenschaftspartner: Elvira und Heinz Gerhäuser, Sergej Mosin, Ludmila Suschkowa, Peter Steger, Alexander Samojlow und Walentin Morosow im Oktober 2011

Ein großer Beitrag zur Städtepartnerschaft, zum Hochschulaustausch, zum Wissenstransfer, der heute, am 70. Geburtstag von Alexander Samojlow, mit einem dankbaren Gruß nach Wladimir in der Hoffnung Würdigung finden soll, daß auf seinem festen Fundament noch viel aufgebaut werde. Woraus dieses Fundament besteht, dazu hat Renate Winzen mit ihrem folgenden Gastbeitrag viel mehr zu sagen:

Samojlow

Prof. Alexander Samojlow zu Besuch in Erlangen zur Errichtung eines deutsch-russischen Alumni-Netzwerkes im Rahmen der »Pilotmaßnahme Forschungsmarketing Russland« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: http://www.drportal.pt-dlr.de/de/186.php

Forschen und Fördern – und heute: Feiern!

Prof. Alexander G. Samojlow zum 70. Geburtstag

Erreichen konnte man Prof. Samoilow in seinem Universitätsbüro am besten ab ca. 18.00 Uhr Ortszeit. Dann ließ der Betrieb in seinem Dekanat für Hochfrequenzphysik, Elektronik und Medizintechnik nach. Und diese Ruhe am Abend nutzte der Wissenschaftler gerne zum konzentrierten Arbeiten an seinen Forschungen und Veröffentlichungen, z.B. zu Fragen der einwandfreien Signalübertragung an den Schnittstellen in hochkomplexen Systemen des Gas-Transfers per Pipeline über Tausenden von Kilometern.

Über Tausende von Kilometern hinweg gestaltete der vielfach ausgezeichnete Forscher auch die Zusammenarbeit mit den Erlanger Kooperationspartnern am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dabei galt es, die strategischen Überlegungen zu Forschungs- und Bildungsinhalten sowie die organisatorischen Vorgaben aller Kooperationspartner miteinander abzustimmen. Und dafür übernahm Alexander Samojlow neben seinen umfangreichen Verpflichtungen als Dekan viele zusätzliche Aufgaben.

So manches Mal ließ er seine ruhige Zeit am Abend fahren, wenn das Telefon klingelte und er aus Erlangen über „Signalstörungen“ informiert wurde, die an den Schnittstellen zwischen russischen und deutschen Planungsvorgaben auftraten. Immer wieder war er bereit, neue Lösungen zu entwickeln.

Prof. Samoilow hat die Erlanger-Wladimirer Zusammenarbeit gefördert und dafür sei ihm heute herzlich gedankt!

Diesen Beitrag verdankt der Blog Renate Winzen, seit 1995 Initiatorin und Koordinatorin von Erlanger-Wladimirer Wissenschaftskooperationen (FuE, Wissenschaftler- und Studentenaustausch) in den Bereichen Werkstoff- und Materialwissenschaften, Umweltverfahrenstechnik, Ingenieurwissenschaften, Informatik; Medienwissenschaften, Theologie, Philosophie, Pädagogik für Lehrstühle der FAU, Fraunhofer IIS und weitere Einrichtungen. Freiberuflich tätig, erreichbar für Nachfragen unter: renate.winzen@odn.de

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