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Posts Tagged ‘deutsch-russische Städtepartnerschaften’


Gestern veröffentlichte die Internetplattform provladimir.ru einen Artikel über die internationalen Beziehungen Wladimirs:

Bekanntlich hat Wladimir Partnerstädte. Dabei fallen einem am ehesten das deutsche Erlangen und das tschechische Ustí an der Elbe ein. Tatsächlich aber haben wir an die 30 solcher Kontakte. Wir sind befreundet mit Chinesen, Franzosen, Amerikanern, Finnen, Polen, Bulgaren, Weißrussen… Wenn man wieder einmal von der Unterzeichnung einer weiteren Vereinbarung oder über den Besuch einer ausländischen Delegation liest, kommt einem manchmal die Frage in den Sinn, was das den Wladimirern bringen soll. Wir wollen einmal versuchen, diese Frage zu klären.

Anna Kulikowa, die Autorin des Artikels, der hier in voller Länge einzusehen ist https://is.gd/tvMP2m, gab dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, die Gelegenheit, einige Fragen zur Qualität und Quantität des Austausches mit Erlangen zu beantworten, das „sein eigenes Haus in Wladimir hat“ und weitere neun Partnerschaften sowie drei Freundschaften pflegt. Kenner der Materie dürfte das Ergebnis nicht überraschen. Für beide Städte sind die deutsch-russischen Kontakte mit etwa einhundert Begegnungen pro Jahr die intensivsten, wenn man den Sonderfall Jena einmal beiseite läßt.

Gruppe des Erlangen-Hauses in Bamberg, Juli 2019

Wie wechselhaft die Beziehungen sein können, zeigt die vierzigjährige Verbindung zu Aussig, nach dem in Wladimir eine Straße benannt ist, während das Hotel Vladimir in Ustí heute als Comfort Hotel firmiert. In den 90er Jahren kam der einst florierende Austausch völlig zum Erliegen, erst in jüngster Zeit reisen Delegationen wieder hin und her. Und dann sind da die jüngsten Partnerschaften zum usbekischen Buchara (2017) und bulgarischen Karlovo (2018), die erst noch beweisen müssen, was in ihnen steckt. Das Paar Erlangen-Wladimir braucht sich und anderen nichts mehr beweisen, aber weder hier noch dort wird man wohl darin nachlassen, die Zusammenarbeit immer weiter zu vertiefen und zu erweitern. Vor allem dank der Volksdiplomatie, von der hier im Blog so viel zu berichten ist.

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Das Städtepaar Wladimir-Erlangen tauscht intensiv aus: Gesang, Tanz, Sport, Sprache, Gelehrsamkeit, Kenntnisse, Erfahrungen und vieles mehr. Dazu gehören natürlich auch die Menschen, die mit all diesen Errungenschaften Handel und Wandel treiben und die Städtefreundschaft mit Leben füllen. Beide Städte verfügen über eine vielfältige Hotellandschaft, die selbstredend Teil des Austausches ist. Die Krönung aber ist und bleibt es, wenn man die Partnerschaft nicht via Hotel sondern untergebracht in einer Familie kennenlernt. Da lernt man Familienleben, Familientradition, Tagesablauf, fränkische oder die der jeweiligen Herkunft der Gastgeber entspringende Gerichte und Bräuche kennen. Man hört wirklich mal längere Zeit kein Deutsch oder Russisch und kann sich nur mit den vorher gelernten Wörtern ausdrücken.

Wenn man zum Beispiel erlebt, wie die Babuschka aus der Zwei-Zimmer-Plattenbauwohnung zu einer Bekannten zieht, damit der Gast aus Erlangen eine eigene Ecke hat; wie die Mutter schon morgens in der Küche steht und Sirniki (Quarkplätzchen) oder Blintschiki (Pfannkuchen) bäckt; wie keine Stunde zu spät und kein Weg zu weit ist, um den Gast zu holen oder und zu bringen… Dann spürt man Gastfreundschaft und Willkommen von Herzen.

Begrüßung der Gäste aus dem Erlangen-Haus am Flughafen Nürnberg. Photo Georg Kaczmarek

Umgekehrt öffnet sich für die Gäste aus Wladimir in Erlangen eine neue Welt, unabhängig, ob die Gastgeber in der Innenstadt, in Bruck oder in Frauenaurach wohnen. Sie lernen nicht nur die Familien kennen, sondern vielfach auch die Freunde der Familien, und die kommen, wie das in Erlangen üblich ist, aus aller Herren Länder.

Nicht nur den Gästen, auch den Gastgebern eröffnet sich durch die Besucher aus Wladimir eine neue Welt, ungezählt sind die langjährigen Freundschaften, die aus solchem Geben und Nehmen hervorgegangen sind. Wie bei uns auch, gibt es unter den russischen Gästen solche, die sich sofort als Teil der Gastfamilie sehen und sich nahtlos in Badezimmerfolge, Platz am Tisch und die Übernahme kleiner Hilfeleistungen im Haushalt einfügen, die – im Idealfall – aufs Fahrrad steigen und schon am zweiten Tag eine Begleitung zum Treffpunkt freundlich ablehnen. Andere bleiben schüchtern im Zimmer, bis sie zum Essen geholt werden, sprechen nur wenig, antworten am liebsten nur mit „ja“ und „nein“ und tauen erst nach einigen Tagen auf. Eines aber eint alle: Am letzten Tag, z.B. beim Abschiedsfest in der VHS, liegen sich alle in den Armen, und ein baldiges Wiederkommen bzw. ein baldiger Gegenbesuch werden (manchmal leichtfertig, denn Visa sind immer noch ein leidiges Problem) versprochen.

Gast und Gastgeberin: Jekaterina Ussojewa und Elisabeth Preuß

Die Moral von der Geschichte: Außer einem freundlichen Willkommen, einem einladenden Bett und einer Dusche mit Frühstück gibt es keine Bedingungen an die Gastgeber. Ich dachte immer, mein zeitraubender Beruf, mein früher Arbeitsbeginn und die späten Abende würden mich für diese Rolle ausschließen. Heute weiß ich, wie völlig falsch ich damit lag, und ich genieße nun mehrmals im Jahr den Besuch freundlicher Russinnen, viele von ihnen darf ich nun Freundinnen nennen. Logistische Probleme, z.B. Fahrten in die Umgebung, können immer von anderen Gastgebern mit übernommen werden. Limitierender Faktor für den Austausch sind nicht Sitzplätze in Autos, sondern Betten bei Familien in und um Erlangen.

Mit diesen wenigen Sätzen möchte ich daher alle ermutigen, die schon einmal darüber nachgedacht haben, ob sie denn nicht für ein paar Tage Gäste aufnehmen könnten. Tun Sie es, Sie werden es nicht nur nicht bereuen, sondern stets mit Freude im Herzen an die Tage mit den neuen Freundinnen und Freunden aus Wladimir zurückdenken.

Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen

P.S.: Wer sich angesprochen fühlt, melde sich bitte beim ehrenamtlichen „Quartiermacher der Partnerschaft“ unter gerhard@kreitz.de

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Immer einmal wieder war die Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, doch mit der Studie von Bianca Creutz aus dem Jahr 2018 gibt es erstmals auch eine Masterarbeit, die einen Vergleich zwischen fünf deutsch-russischen Paaren wagt und dabei fragt, wie sich die zwischenstaatlichen Krisen der drei vergangenen Dekaden auf die kommunalen Beziehungen auswirkten. Wie nicht anders zu erwarten: ganz unterschiedlich, gleich ob August-Putsch, Tschetschenien- und Georgien-Kriege, Kosovo, LGBT oder der Streit um die Krim und Ost-Ukraine. Je lebendiger die Kontakte, so das Fazit, desto mehr gehen die Partnerstädte auf verschiedenen Ebenen auf die Krisen ein, thematisieren sie, suchen nach Foren der Verständigung, wie etwa Erlangen und Wladimir mit der Gesprächsplattform „Prisma“, auch wenn sie, die Krisen, gar nicht auf lokaler Ebene zu lösen sind.

Gerhard Kreitz und Bianca Creutz

Klar strukturiert und übersichtlich – zur Begriffsklärung der „Städtediplomatie“ sogar in Form eines Werkstattgesprächs – stellte die auf Einladung des Freundeskreises Wladimir eigens aus Berlin angereiste Sozialwissenschaftlerin am Freitagabend im Club International der Volkshochschule ihre Thesen vor und regte damit auch eine lebhafte Diskussion mit dem deutsch-russischen Publikum über Möglichkeiten und Grenzen der Volksdiplomatie an.     Bemerkenswert dabei eine Stimme aus der Gruppe des Erlangen-Hauses, die darauf verwies, man sei doch ohne derartige Begegnungen im Rahmen von Städtepartnerschaften zu 99% auf die Medien angewiesen. Dank dieser Verbindung aber können man Deutschland hautnah aus eigenem Erleben kennenlernen. Und Deutschlehrerin Jekaterina Ussojewa ergänzte: „Die anderen russischen Sprachlernzentren beneiden uns um unsere engen Kontakte zu Erlangen. Für uns ist diese Partnerschaft ein Geschenk.“ Sicher ein gegenseitiges. Und: Die Wissenschaft hat festgestellt, wie Partnerschaft in Krisen hält.

Nachzulesen gibt es die Masterarbeit von Bianca Creutz hier: https://is.gd/DI7bBY

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Städtediplomatie – zur Rolle von Städtepartnerschaften in Zeiten zwischenstaatlicher Krisen am Beispiel deutsch-russischer Beziehungen

Städtepartnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil der deutsch-russischen Beziehungen. Auch wenn Außenpolitik im Kompetenzbereich von Staaten liegt, gibt es dennoch Situationen, in denen sich Städte zu außenpolitischen Themen positionieren. Im Vortrag geht es darum, die deutsch-russischen Beziehungen seit Beginn der 90er Jahre zu reflektieren und zu diskutieren, wie sich Kommunen in Zeiten zwischenstaatlicher Krisen verhalten. Der Vortrag bezieht sich auf Forschungen im Rahmen einer Masterarbeit zu deutsch-russischen Städtepartnerschaften, darunter auch die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir.

Bianca Creutz

Bianca Creutz M.A. hält ihren Vortrag am Freitag, den 26. Juli, um 19.00 Uhr im Club International der Volkshochschule, Friedrichstraße 17. Die Sozialwissenschaftlerin mit Fokus auf Urbanisierung und Osteuropa studierte in Münster, Leipzig und Sankt Petersburg Sozialwissenschaften, European Studies und Internationale Beziehungen. Nach dem Masterstudium arbeitete sie in Moskau im Urban Consulting bei Strelka KB und ist aktuell bei TOPOTEK 1 Landschaft und Architektur in Berlin als Business Development Managerin tätig. Bianca Creutz engagiert sich für internationale Zusammenarbeit mit Ländern des östlichen Europas.

Siehe auch: https://is.gd/DI7bBY

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Gestern abend fand die Eröffnungsveranstaltung der XV. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz im Aachener Krönungssaal mit einer Festrede von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet statt.

Armin Laschet

Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Dr. Michail Schwydkoj, Sonderbeauftragter des Präsidenten der Russischen Föderation für internationale kulturelle Zusammenarbeit, Außenministerium der Russischen Föderation, Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D., Vorsitzender des Vorstands, Deutsch-Russisches Forum e.V., Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren und Sergej Netschajew, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Russischen Föderation, hielten Grußworte.

Krönungssaal zu Aachen in voller Besetzung

Unter dem Motto „Wege der Verständigung: Partnerschaften als Mittler des Deutsch-Russischen Dialogs“ werden sich heute und morgen mehr als 700 Vertreter von Städten und Gemeinden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Politik und Wirtschaft aus beiden Ländern in sieben Arbeitsgruppen miteinander austauschen.

Elisabeth Preuß und Matthias Platzeck

„Die Konferenz steht in der langen Tradition einer vertrauensvollen städteverbindenden Zusammenarbeit mit Rußland. Sie setzt ein klares Signal für die versöhnende Kraft des Bürgerdialogs in Europas Städten und Gemeinden“, betonte Matthias Platzeck.

Martin Hoffmann, geschäftsführender Vorstand des Deutsch-Russischen Forums

Die deutsch-russische Städtepartnerkonferenz wird alle zwei Jahre wechselnd in Deutschland und in Russland ausgetragen und vom Deutsch-Russischen Forum e.V., dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften e.V. und der Stiftung West-Östliche Begegnungen in Zusammenarbeit mit der Internationalen Assoziation der Partnerstädte in Moskau durchgeführt.

Im Westen nichts Neues? Durchaus! Hier, im Länderdreieck Deutschland, Belgien und Niederlande, wo Karl der Große sein Reich einte, hier, ganz im Westen der Bundesrepublik, bekannte sich mit Armin Laschet ein westdeutscher Ministerpräsident mit ganzem Herzen zum deutsch-russischen Dialog und erinnerte an den Handelsweg, der schon im Mittelalter von Brügge via Aachen bis nach Nowgorod führte, heute noch immer nachzufahren auf der B1, die sogar das Brandenburger Tor passiert. Hier, wo Winston Churchill schon 1955, ausgezeichnet mit dem Karlspreis, betonte, Europa sei ohne die Sowjetunion und die Russen nicht zu denken und gestalten.

Michelle Müntefering

Da hat es dann schon besonderes Gewicht, wenn Staatsministerin Michelle Müntefering öffentlich überlegt, ob es nicht sinnvoll sei, in ihrem Außenministerium eine Stelle zur Koordination der deutsch-russischen Städtepartnerschaften einzurichten. Denn, bei all dem, was die beiden Staaten derzeit politisch trennt – und die Rednerin wurde da durchaus deutlich -, komme es doch vor allem darauf an, das Verbindende zu stärken.

Chor aus Mytischi

Das kann natürlich nur die Unterstützung der vielen Aktiven in den mittlerweile knapp über einhundert deutsch-russischen Kommunalpartnerschaften – zwei neue Vereinbarungen wurden an dem Abend unterzeichnet – finden und macht Hoffnung auf mehr politische Aufmerksamkeit und Begleitung dieser zivilgesellschaftlichen Verbindungen.

Jewgenij Sacharjewitsch, Elisabeth Preuß, Jekaterina Ragusina und Jewgenia Bykowskaja von der Jugendorganisation Euroklub Wladimir

Und es ist auch ein Versprechen an die Jugend, die in einem eigenen Forum eine ganze Woche lang gemeinsame Projekte erarbeitete und sich unter anderem auch über gemeinsame Aktionen zum Thema Klima- und Umweltschutz einigten, am bisher heißesten Tag des Jahres in Deutschland und vor dem Hintergrund von Fridays for Future fast schon zwingend. Der Euroklub aus Wladimir hatte eigens eine dreiköpfige Delegation nach Aachen und Düren entsandt, die gemeinsam mit einem jungen Mann aus Jena – darauf wird noch zurückzukommen sein – ein eigenes Medienprojekt initiierte.

Kurt Förster, Elisabeth Preuß, Sergej Sacharow und Erwin Bauer

Und es ist ein Auftrag an die Kommunalpolitik, der ja gottlob nicht nur in Erlangen, Rothenburg o.d.T., Susdal und Wladimir ernst genommen wird. Und so folgten denn neben Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, Bürgermeister Kurt Fuchs und Erwin Bauer vom Partnerschaftsverein in Rothenburg auch Referentin Alina Wedechina, seit sechs Jahren im Rathaus Wladimir für die Städtepartnerschaft zuständig, und Stadtdirektor Sergej Sacharow aus Susdal, vormals Oberbürgermeister von Wladimir, der Einladung nach Nordrhein-Westfalen.

Alina Wedechina, Jonas Eberlein und Elisabeth Preuß

Schön, wenn man dann auch die Früchte der Partnerschaftsarbeit ernten kann. Jonas Eberlein, 2005 im Rahmen eines musikalischen Austausches des Ohm-Gymnasiums erstmals in Wladimir und später von Moskau aus immer wieder ideenreicher Gast in der Partnerstadt – auch als Teilnehmer am ersten Halbmarathon im Jahr 2017, ist jetzt als Dolmetscher für die Jugenddelegation des Kongresses tätig. Und Sergej Siwajew, in den 90er Jahren stellvertretender Bürgermeister von Wladimir und jetzt Professor für Urbanistik in Moskau, nimmt als Fachmann für kommunale Energiesparmaßnahmen mit einem eigenen Beitrag an der Tagung teil.

Sergej Siwajew und Elisabeth Preuß

Viele bekannte Gesichter also bei der Konferenz, aber auch nicht weniger viel Neues im Westen Deutschlands, im Herzen Europas, wo auch Rußland nun endlich angekommen ist, wo es hingehört seit alter Zeit und heute erst recht.

Mehr Bilder zum gestrigen Abend unter: https://is.gd/Dlyc6c

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Gestern besuchte Sebastian Reichle, Beauftragter der Deutschen Botschaft Moskau für die Region Wladimir, im Rahmen seines ersten offiziellen Besuchs in der Partnerstadt auch das Erlangen-Haus. Der vierunddreißigjährige Diplomat interessierte sich lebhaft für die Organisation der Deutschkurse, die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und natürlich die Partnerschaft insgesamt. Er zeigte sich beeindruckt von Umfang und Intensität der Zusammenarbeit zwischen Wladimir und Erlangen und bedauerte sehr, daß es in seiner Heimatstadt Stuttgart keinen derart vielfältigen Austausch mit Samara gebe.

Natalia Korssakowa und Sebastian Reichle im Intensivkurs

Da das Programm des Gastes eng getaktet war, blieb leider nur wenig Zeit für das Gespräch, aber immerhin nutzte er noch die Gelegenheit für ein Treffen mit einer Gruppe aus dem Intensivkurs des Niveaus A2, die gerade Unterricht hatte.

Alexander Dunjuschkin

Leider konnte Sebastian Reichle nicht im Erlangen-Haus übernachten, da derzeit der Heizkessel, vor 25 Jahren von der Firma Niersberger gespendet und seither von der Firma Pillipp gewartet, auf Vordermann gebracht wird. Auf dem Bild kann man sehen, wie der Kesselraum bereits neu gefliest ist. Nach Abschluß der Arbeiten schaltet sich der Kessel je nach Außentemperatur automatisch ein und aus und arbeitet damit ökonomischer, zuverlässiger und ökologischer, zumal es dann auch in jedem Stockwerk – Keller, erste und zwei Etage – ein geschlossenes Heizsystem geben wird. Zu sehen ist hier Alexander Dunjuschkin, ein von der Firma Buderus zertifizierter Monteur.

Tatjana Kirssanowa und Swetlana Schelesowa im Gespräch mit Sebastian Reichle

Zurück zum Antrittsbesuch des Diplomaten, der bereits vorgestern mit dem Frühzug aus Moskau gekommen war und der zunächst gleich weiter nach Gus-Chrustalnyj reiste, um dort das mit deutscher Beteiligung gegründete Unternehmen Bautex zu besuchen. Der Nachmittag war dann für ein Treffen mit Oberstadtdirektor Andrej Schochin im Rathaus und mit der Staatlichen Universität sowie einen Stadtrundgang reserviert. Gestern dann noch neben den Begegnungen im Erlangen-Haus ein Empfang im Weißen Haus, der Staatskanzlei der Region Wladimir, und der Besuch der Schule Nr. 23 mit ihren intensiven Verbindungen zu Erlangen, bevor es am Abend wieder zurück nach Moskau ging.

Irina Chasowa

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Alle zwei Jahre lädt die Botschaft der Russischen Föderation in ihre Prunksäle ein und bietet dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO) ein Podium, um über die deutsch-russischen zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu diskutieren. Eine hohe Anerkennung durch die Diplomatie für diesen zuallermeist ehrenamtlich geleisteten Beitrag zur Völkerverständigung. Um die, so freute sich Botschafter Sergej Netschajew gestern nachmittag bei seiner Begrüßung der etwa 70 Gäste, sei es besser bestellt, als man gemeinhin annehme, auch dank fortgesetzter Gespräche auf Regierungsebene – parallel zu dem Arbeitstreffen hielt sich der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow zu Gesprächen in Berlin auf – und dem nun anlaufenden Partnerschaftsjahr der Wissenschaften.

Peter Franke und Sergej Netschajew

Die gut dreistündige Veranstaltung deckte ein breites Spektrum der bürgerschaftlichen Initiativen ab und stelle mit Impulsvorträgen und anschließender Diskussion Themen vor wie die Arbeit der deutsch-russischen Vereine, die Kulturbegegnungen in den Regionen, die Förderung des Russischen als Schulfach, den Hochschul- und Fachaustausch, die Zusammenarbeit mit der Krim und die Visa-Problematik.

Auditorium in der Botschaft der Russischen Föderation

Aber auch die Rolle der Städtepartnerschaften im deutsch-russischen Dialog kam zur Sprache mit Fallbeispielen aus Osnabrück, Karlsruhe und Erlangen. Blog-Lesern braucht man zur Bedeutung dieses Themas nicht mehr viel erzählen, und es ging dem Partnerschaftsbeauftragten auch nicht um eine „Leistungsschau“, vielmehr darum, an einigen Beispielen zu belegen, wie wichtig gerade in diesen Zeiten wieder die persönlichen Begegnungen sind, ganz im Sinne des Diktums des Weltkriegsveteranen Fritz Wittmann: „Da wo man Familienphotos austauscht, entstehen keine Feindbilder mehr“. Wichtig aber auch der Appell des Referenten, sich mehr darum zu bemühen, die Zahl der deutsch-russischen Städtepartnerschaften zu erhöhen. Das Verhältnis von 2.500 deutsch-französischen kommunalen Verbindungen gegenüber gerade einmal knapp über einhundert deutsch-russischen Allianzen dieser Art sollte zu denken geben und endlich auch handeln machen.

Peter Steger

Eine Anregung von Peter Franke, Vorsitzender des BDWO, findet hoffentlich auch Anklang: Treffen dieser Art nicht nur in Berlin, sondern darüber hinaus in den Regionen – verteilt nach den Zuständigkeiten der Konsulate der Russischen Föderation – zu veranstalten, um die Akteure vor Ort besser zu vernetzen und über die diplomatischen Möglichkeiten einer Unterstützung für Städtepartnerschaften und Freundschaftsvereine zu informieren. Es kann ja gar nicht genug solcher Foren zwischen Deutschen und Russen geben.

Ein P.S. erlaubt sich die Redaktion noch. Nach dem Vortrag des Partnerschaftsbeauftragten erhob sich Peter Franke und verkündete, er habe den Sozialen Netzen entnommen, der Gast feiere heute Geburtstag. Ein echter Überraschungseffekt – mit der Überreichung einer Flasche Wein. „Aber wo, wenn nicht hier“, so der Geehrte, „hätte ich heute sein sollen?! Die deutsch-russische Verständigung ist doch mein Lebenswerk…“

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