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Posts Tagged ‘Deniel Krotter’


Seit fünf Jahren besteht der Austausch der Boxer zwischen Erlangen und Wladimir. Über die Osterfeiertage reiste nun Igor Krotter mit einem zehnköpfigen Team, bestehend aus Kämpfern des TV 1848 und weiteren Meistern ihres Fachs aus verschiedenen Regionen Deutschlands, in die Partnerstadt, um am ersten „Pokal der vier Föderationen“ – Russische Föderation, Deutschland, Polen und Usbekistan – teilzunehmen. Die Kämpfe wurden als „Wanderveranstaltung“ für alle Altersklassen in Wladimir und in den beiden Kreisstädten Murom und Kowrow mit je neun Duellen ausgetragen.

Igor Krotter, 2. v.l., mit seinen Trainerkollegen

Zunächst sah es ganz gut aus für die deutschen Sportler, nicht dank ihrer Schlagkraft, sondern, wie der Rheinländer Marcel Mangold verriet, „weil wir ständig in Bewegung blieben, um schneller als der Gegner zu sein; die Beinarbeit ist besonders wichtig beim Boxen.“ Und so stand es denn auch nach den ersten drei Kämpfen 2:1 für Deutschland. Doch dann schlugen die Russen buchstäblich zu, drehten die Sache und siegten mit 6:3. Sogar der deutsche Meister, Deniel Krotter, der im Vorjahr in Wladimir erfolgreich trainiert hatte, mußte sich hier geschlagen geben.

Deniel Krotter, mehrfacher deutscher Meister, fand hier seinen russischen Meister

Der Spätaussiedler Igor Krotter kennt beide Boxsysteme und weiß, wo die Schwächen der deutschen Verbände liegen:
Unsere Jungs, die deutsche Meister werden, kommen nicht in eine Auswahlmannschaft wie in Rußland, sondern sie boxen in ihren Vereinen unter der Anleitung ihres dortigen Trainers weiter.

Igor Krotter, links im Bild, und sein Team

Mit dem Gesamtergebnis aber kann das deutsche Team zufrieden sein: Nach den Gastgebern der zweite Platz. Rang drei und vier belegten die Polen und Usbeken.

Zufrieden ist auch Sergej Schtschedrin, der diesen Austausch so erfolgreich initiierte, weiterhin betreut und auch als Photograph begleitet:
Wir wollten von Anfang an ein Vier-Länder-Turnier veranstalten, wobei die Deutschen das polnische Team mitbrachten und wir die Usbeken zusätzlich einluden. Unser Ziel war es, verschiedene Schulen und Methoden zusammenzubringen. Dazu suchten wir auch nach einem Partner im Osten. In diesem Jahr also boxten wir hier bei uns, im nächsten Jahr geht es nach Polen, 2021 treffen wir uns in Deutschland und dann folgt Usbekistan als Gastgeber.

Gruppenbild mit Fahnen

Das Resümee für alle: Ein Turnier, das sich gut in den jährlichen Wettkampfplan fügt, ein gutes Training für die bevorstehenden Duelle und eine gute Erfahrung im internationalen Ring. Was will man mehr? Ein weiterer Sieg für die Partnerschaft war die Begegnung allemal, zumal die nächsten Runden ja schon wieder eingeläutet sind.
Unter Verwendung von Material des Senders TV6

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Dreimal Gold, zweimal Silber und dazu noch viermal Bronze für die bayerischen U21-Athleten. Das ist das stolze Ergebnis der diesjährigen Deutschen Meisterschaft, der die bayerischen Boxer ihren Stempel aufgedrückt und damit erneut bewiesen haben, in der absoluten deutschen Spitzenklasse angesiedelt zu sein. Die Vorstellung der Bayern  verdient absolute Anerkennung. Bestens vorbereitet, technisch versiert und auch hinsichtlich Kampfkraft ihren jeweiligen Gegner gleichwertig oder sogar überlegen, erzielte die Staffel ein Ergebnis, das man erhofft hatte, aber nicht unbedingt in der hohen Anzahl an Medaillen erwarten konnte. Die zehn Athleten haben den Bayerischen Amateur-Box-Verband würdig vertreten.

Mit Alina Popp (BC Piccolo Fürstenfeldbruck), Andreas Jäger (TuS Pfarrkirchen), Obeidolah Mirzaie (TV 1848 Erlangen), Deniel Krotter und Kriss Bushi (TV 1848 Erlangen und BC Weißenburg) standen gleich fünf Bayern in den jeweiligen Finals. Pechvogel war der Erlanger, Obeidolah Mirzaie, der wegen einer im Halbfinale erlittenen Verletzung Startverbot erhielt und sich mit Silber abfinden mußte. Im Halbwelter zeigte Kriss Bushi im Kampf um den Titel gegen seinen bayerischen Kollegen, Deniel Krotter, eine ganz starke Leistung. Nur indem der Boxer des TV 1848 an seine Leistungsgrenze ging, konnte er sich Gold sichern. Andreas Jäger bewies erneut sein großes boxerisches Potential, als er den Mitfavoriten auf den Titel, Kevon Kischenko (BW), auf hohen Niveau geradezu ausboxte. Dafür erhielt er den Pokal als bester Techniker der gesamten Meisterschaft.

Deniel Krotter und sein Wladimirer Trainer, Jewgenij Lobossow

So steht es auf der Homepage des Bayerischen Amateur-Box-Verbandes http://www.boxen-babv.de zu lesen. Was die Mitteilung verschweigt: Der Erfolg macht auch den Boxverein in Wladimir und die Städtepartnerschaft ingesamt stolz, hat doch der U21-Bantamgewichtler am vergangenen Samstag in Moers seinen mittlerweile fünften Titel als Deutscher Meister nach eigener Aussage gerade auch der ausgezeichneten Vorbereitung in der Partnerstadt zu verdanken. Ein Sieg der sportlichen Zusammenarbeit zwischen Erlangen und Wladimir also, zu dem man Deniel Krotter nur herzlich gratulieren kann.

Mehr über den Sportler und seine Verbindung nach Wladimir gibt es hier zu lesen: https://is.gd/Jq5xvN

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Der vierfache deutsche Meister im Boxen, Deniel Krotter, bereitet sich seit dem 26. September an der Wladimirer Schule für Faustkampf auf die nächste deutsche Meisterschaft vor. Morgen kommt der angehende Industriekaufmann wieder nach Franken zurück, doch zuvor erschien noch ein Interview mit dem 19jährigen auf der Internetplattform „Kljutsch“, das hier wiedergegeben wird.

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Deniel Krotter

Deniel, wir wissen, daß wir hier eine gute Boxschule haben. Trotzdem: Warum hast Du ausgerechnet Wladimir gewählt?

Ich lebe in Bayern, in Neustadt an der Aisch, 30km von Erlangen, der Partnerstadt von Wladimir, entfernt. Trainiert werde ich von meinem Vater, Igor Krotter. Er stammt aus Nischnewartowsk und siedelte erst 1996 nach Deutschland über. Deshalb spreche ich auch so gut Russisch. Unser Sportverein TV 1848 arbeitet schon lange mit der Wladimirer Boxschule zusammen, und so entschied mein Vater, es sei besser für mich, hier zu trainieren.

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Bedeutet das, Du betreibst den Boxsport seit Deiner frühen Kindheit?

Mein Vater ist dreifacher bayerischer Boxmeister, in seiner aktiven Zeit konnte er an den Landesmeisterschaft nicht teilnehmen, weil er noch keinen deutschen Paß hatte. Ich sah ihm bei seinen Kämpfen zu, und mit fünf Jahren fing ich an, ein wenig zu boxen, wechselte dann aber aufs Fußballfeld. Mit neun Jahren kehrte ich in den Ring zurück, und erst ein Jahr später bestritt ich meinen ersten Kampf. In Deutschland ist der Sport ein wenig anders geregelt. Man darf da erst ab zehn Jahren an Wettkämpfen teilnehmen. In Erlangen haben wir im Verein eine Boxabteilung für Erwachsene und Kinder, die mein Vater gründete. Er arbeitet dort als offizieller Trainer.

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Warum bereitet er Dich dann nicht selbst auf die Meisterschaft vor?

Das ist auch eine Frage des Sparringpartners. In Bayern gibt es kaum jemanden, mit dem ich trainieren könnte. Immerhin bin ich ja vierfacher deutscher Meister. In Ostdeutschland hätte man vielleicht noch jemanden finden können, aber nicht in Bayern. Das Boxen ist bei uns nicht so recht entwickelt, alle Deutschen sind verrückt nach Fußball, 80% von ihnen sind Fans oder spielen sogar selbst. Boxen steht nicht einmal auf dem zweiten oder dritten Platz. Aber nach Wladimir kommt bald Sadam Magomedow, der dreifache russische Meister, zum Training. Sein Trainer, Jewgenij Lobossow, kümmert sich jetzt gerade um mich. Mein Vater steht mit ihm in Kontakt, und die beiden meinten, es sei für mich am besten, zur Vorbereitung hierher zu kommen.

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Wann hast Du Dir den ersten Sieg erkämpft, der Dir etwas bedeutete?

2015 stand ich bei der Weltmeisterschaft mit einem Kubaner im Ring. Die Kubaner gelten ja als sehr stark im Boxen, weshalb ich einigermaßen aufgeregt war. Als ich ihn dann besiegte, konnte ich das kaum fassen. Ich freute mich, als hätte ich die ganze Meisterschaft gewonnen. Dabei war es der erste Kampf der Ausscheidung, im zweiten Duell besiegte ich einen Weißrussen, doch das dritte verlor ich gegen einen Amerikaner. Am Ende landete ich auf Platz 5. Insgesamt bestritt ich 110 Kämpfe bei 95 Siegen.

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Welche Unterschiede gibt es zwischen dem Training hier und dort?

Zu Hause trainiert mich mein Vater. Er ist mit der sowjetischen Boxschule groß geworden. Grundsätzlich zeichnet sich das Training in Rußland durch mehr Intensität und Betonung einer gesamtphysischen Vorbereitung aus.

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Wie sieht Dein Tagesablauf derzeit aus?

Zunächst einmal halte ich mich an eine spezielle Diät und feste Zeiten für Schlaf und Erholung. Ich stehe um 6 Uhr auf, nehme mir eine halbe Stunde für das Frühstück und schlafe dann noch einmal. Um 9 Uhr gehe ich zu Fuß zum Training, das um halb zehn beginnt. Die zweite Trainingseinheit steht dann um 18 Uhr auf dem Programm. Nach dem Morgentraining wird gelaufen, nach dem Mittagessen geschlafen, und abends ist ab 22 Uhr Ruhe.

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Und gar keine Zeit, um mal auszugehen?

Nein, natürlich weder Alkohol noch Barbesuche vor einer Meisterschaft. Kürzlich ging ich in die Banja, schwamm im Becken. In Wladimir bin ich schon zum dritten Mal, ich kenne also das Goldene Tor, besuchte bereits Susdal. Wenn ich mal Zeit habe, würde ich mir gern auch die anderen Sehenswürdigkeiten anschauen.

Und in Deutschland, gehst Du da aus?

Ja, ab und zu nehme ich mir Zeit zum Tanzen und für Treffen mit Freunden.

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Wendest Du im Fall eines Streits Deine Boxtechniken an?

In Deutschland wird das sehr streng gehandhabt, besonders wenn ein Profiboxer beteiligt ist. Meine ganzen negativen Emotionen lasse ich im Ring zurück, wenn ich ausgehe, tue ich das wie jeder normale Mensch, um Spaß zu erleben.

Jewgenij Lobossow, Sergej Schtschedrin und Maxim Karsanow im Mai 2014 in Erlangen bei dem ersten, von Sergej Schtschedrin initiierten Austausch

Hier geht es zur Biographie von Deniel Krotter: https://is.gd/WQitGa

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So jung dieser Austausch noch ist, so schwer ist es, schon zu zählen, zu wie vielen Kämpfen Mann gegen Mann es im Ring zwischen Erlangen und Wladimir gekommen ist. Sagen läßt sich aber immerhin, daß die Boxer der Partnerstädte auf Inititiative von Sergej Schtschedrin, Geschäftsführer des Verbands der Faustkämpfer der Region Wladimir, seit dem Frühjahr 2014 ihre Wettkämpfe miteinander austragen, deren drei bereits in Franken, zwei am Goldenen Ring.

Boxstaffel 21

Vereint im Ring, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Während am letzten Novemberwochenende die Schwimmschule Wladimir in Erlangen beim Röthelheim-Pokal antrat, schwang eine elfköpfige Boxstaffel unter Leitung von Igor Krotter vom TV 1848 bei zwei Turnieren, eines in Kowrow, das andere in der Partnerstadt, die Fäuste und absolvierte damit bereits die fünfte deutsch-russische Begegnung im Ring.

Igor Krotter weiß, wie man Boxer motiviert

Im Februar 2015 hatte der auch für Bad Windsheim agierende Trainer bereits eine dreiköpfige Mannschaft nach Wladimir gebracht und war so begeistert von der Aufnahme und der Stimmung dort, daß er nun erneut ein Team mit elf Sportlern unterschiedlicher Alters- und Gewichtsklassen aus ganz Deutschland – von Franken bis Nordrhein-Westfalen -, zwei Trainern und zwei Kampfrichtern zusammenstellte und begleitete, was der Coach nicht bereuen sollte:

Die Zusammenarbeit mit den Städten Erlangen und Wladimir läuft hervorragend, wir hatten super schöne vier Tage mit spannenden, verletzungsfreien Kämpfen, einem tollen Publikum und einem freundschaftlichen Gastgeber. Nächstes Jahr planen wir erneut im Juni/Juli im Rahmen der Fußball-WM ein Internationales Boxturnier in Wladimir.

Faires Boxen

Auch Sergej Schtschedrin, dem überdies die Bilder zu verdanken sind, zeigt sich zufrieden und schreibt nach Erlangen:

Alles lief bestens. Beim ersten Wettkampf gewannen wir mit 6 zu 5; beim zweiten Turnier verletzten sich dann doch zwei deutsche Boxer leicht, weshalb es nur zu neun Duellen kam, die Wladimir deutlich mit 7 zu 2 für sich entschied.

Boxstaffel 24

Au, Backe!

 

Wie zum Ausgleich wurde Deniel Krotter, der für Bad Windsheim kämpft, als bester Boxer des Turniers ausgezeichnet. Auch er selbst sparte freilich nicht mit Lob für die Gastgeber:

Das Turnier war echt klasse. Man sieht, die Leute verstehen etwas vom Boxen, lieben diesen Sport. Es war einfach klasse. Gute Kämpfe. Die Organisation war in Ordnung. Alles ausgezeichnet.

Boxstaffel 25

Linke Gerade

 

Alles nachzusehen und nachzuhören unter: https://is.gd/Klx81p

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Nehmen wir es vorweg: Die beiden Begegnungen im Ring, am Freitag in Straubing und am gestrigen Sonntag in Weißenburg hätten für die Boxstaffel aus Wladimir besser ausgehen können.

Boxstaffel Wladimir in Weißenburg

Beide Male unterlagen die Russen den Gastgebern. Aber sie schlugen sich tapfer und wissen auch zu siegen.

Karl-Heinrich Pauckner

Von 1.200 Zuschauern sprach der Veranstalter gestern im Festzelt von Weißenburg. Bestimmt nicht übertrieben, denn die Bänke waren bis in die letzten Ecken besetzt.

Besonders wichtig aber: Es herrschte eine faire Atmosphäre. Auch wenn die dicke Luft schon von Beginn an, besonders als dann zur Mittagszeit auch noch die Bräter und Grills angeworfen wurden, Publikum wie Sportler kräftig schwitzen ließ. Gleich wer nach dem Gong die Faust heben durfte, der Beifall war ihm sicher. Nicht ganz selbstverständlich im Sport, wenn die Gäste keine eigenen Fans im Troß haben.

Deniel Krotter gegen Elchin Agajew

Und die Kämpfe? Die waren ausnahmslos von einem sauberen Stil geprägt. Ermahnungen blieben die Ausnahme, kein einziger Tiefschlag, der hätte geahndet werden müssen. Dabei hätte Wladimir durchaus niedergeschlagen sein können, denn der erste Teil der Veranstaltung – die Kämpfe der Junioren – ging klar mit 5:0 an den Box-Club Weißenburg. Die Gäste nahmen es sportlich: „Da haben wir noch einiges mit unserem Nachwuchs zu arbeiten.“

Elchin Agajew und Deniel Krotter

Es waren ja auch Jungs dabei wie Deniel Krotter mit einer überragenden Technik und großen Titeln, die zu schlagen einer kleinen Sensation nahegegekommen wäre.

Boxerausweis von Ilja Kossulnikow

Im Halbwelter der Männer dann endlich der erste russische Sieg mit Ilja Kossulnikow, Jahrgang 1997, gefolgt vom Weltergewichtler Alexander Korowin, geboren 1988, der ausgerechnet über Daniel Jaß, den zweiten Sohn von Igor Krotter im Wettkampf triumphierte.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Das war sie dann wohl auch, die kleine Sensation im Ring, denn die Brüder vergeben sich nichts beim Sammeln von Titeln und traten als Favoriten an. Auch Meister müssen bisweilen noch Lehrgeld bezahlen.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Artjom Bogatow hingegen tat sich von Beginn an schwer gegen seinen Gegner, Roman Gorst. Der zwanzigjährige Schwergewichtler aus Wladimir konnte zwar auf seine gute Deckung zählen, aber ein Rezept gegen die langen Arme des Mannes aus der blauen Ecke fand er nicht. Richtig deshalb die Entscheidung des Trainers, nach der zweiten Runde das Handtuch zu werfen.

Roman Gorst und Artjom Bogatow

Die Scharte wetzte dann im Superschwergewicht Wladimir Mitrofanow aus. Wuchtig und mit Überblick ging der 1992 geborene Faustkämpfer zu Werke und setzte dem fünf Jahre jüngeren Collin Biesenberger gehörig zu. Verdient denn auch der Sieg für den Russen.

Collin Biesenberger und Wladimir Mitrofanow

Der freilich – vielleicht noch im Taumel des sicher geglaubten Triumphs – hatte das Urteil nicht richtig verstanden und meinte, den Ring als Verlierer verlassen zu müssen. Desto größer die Freude, als man ihm schon im Abgang erklärte, wie die Richter gepunktet hatten…

Wladimir Mitrofanow und Collin Biesenberger

Da läßt es sich dann gut tänzeln auf der Matte. Und daß der letzte Kampf dann ein Stellvertreterturnier wurde und verloren ging, weil Andrej Mersljakow kein Visum erhalten hatte, ist dann nur noch eine Randnotiz.

Der Tanz im Ring: Wladimir Mitrofanow

Zu einem Mißverständnis ist es aber wohl auch zwischen den Gästen und Ausrichtern des Wettkampfs gekommen. Die russischen Sportler wurden nämlich als Boxer aus Moskau angekündigt; Wladimir hatte man als Vereinsnamen aufgefaßt. Aber da wohl niemand aus der russischen Hauptstadt im Zelt zugegen war, kam es auch zu keinen Protesten.

Glücklich vereint nach dem Kampf

Karl-Heinrich Pauckner, Vorstand des Box-Clubs Weißenburg, kann zusammen mit Igor Krotter rundum zufrieden sein und freut sich schon auf die nächsten Verstanstaltungen. Geht es nach den beiden, werden nicht nur im November schon fränkische Boxer in Wladimir in den Ring steigen. Vielmehr soll es schon bald Vier-Länder-Wettkämpfe geben zwischen Deutschland, Österreich, Italien und Rußland. Vielleicht sogar mit tschechischer Beteiligung. Gute Aussichten für den Boxsport in Wladimir.

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Über das verlängerte Faschingswochenende wurde in Wladimir – schon traditionell –  wieder ein internationales Boxturnier für Junioren ausgetragen. Mit dabei erstmals, entsandt vom Erlanger TV 1848, die beiden Nachwuchssportler Deniel Krotter und Max Reband, betreut von Igor Krotter.

Einzug der beiden deutschen Boxer: Deniel Krotter und Max Reband

Einzug der beiden deutschen Boxer: Deniel Krotter und Max Reband

Vier Tage lang kämpften mehr als 100 Jungs aus Lettland, Litauern, Weißrußland, Abchasien Kasachstan, Usbekistan und eben Deutschland in dreizehn Gewichtsklassen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren mit den Gastgebern von der Nationalmannschaft um die Titel. Elf davon blieben schließlich im Land. Ein wahrhaft schlagender Beweis für die klare Überlegenheit der russischen Boxschule, die ja nicht von ungefähr Weltmeister wie Alexander Powetkin oder Nikolaj Walujew hervorbrachte.

Ring frei für Deniel Krotter, betreut von seinem Vater, Igor Krotter

Ring frei für Deniel Krotter, betreut von seinem Vater, Igor Krotter

Für die beiden Erlanger Teilnehmer und ihren Trainer war leider schon nach dem ersten Kampf Schluß. Aber richtige Sportler verstehen es ja, nach einer Niederlage immer wieder aufzustehen und aus dem Rückschlag einen Vorteil zu ziehen. So auch Max und Deniel, die in Deutschland selten Gelegenheit haben, so hochklassige Duelle in ihrer Altersklasse zu sehen und dann auch noch so starke Boxer als Sparringpartner im Ring zu haben.

Max Reband, Deniel und Igor Krotter

Max Reband, Deniel und Igor Krotter

Und dann wußten die Gastgeber natürlich auch noch zu motivieren. Deniel Krotter nämlich wurde mit dem Preis „Für den Siegeswillen“ ausgezeichnet. Mehr als nur zum Trost und verdient, wie Sergej Schtschedrin, Pressesprecher des Stadtrats von Wladimir, meint, der schon im Vorjahr den Kontakt der Faustkämpfer aus den Partnerstädten auf den Weg zu bringen geholfen hatte.

Urkunde für Deniel Krotter

Urkunde für Deniel Krotter mit Alexander Powetkin

Deny zeigte einen sehr ausgeglichenen Kampf. Allerdings war das Punktesystem recht kompliziert. Wenn der Computer für die Bewertung andere Runden gewählt hätte, wäre der Gast als Sieger aus dem Ring gegangen. Und sein Vater hat ja einen Traum. Er möchte seinen Sohn im September nach Sankt Petersburg zur Weltmeisterschaft schicken. Vor diesem Hintergrund durchlief er hier in Wladimir eine sehr gute Schule und Vorbereitung, weil er ja als deutscher Meister in seiner Heimat niemanden mehr findet, der es mit ihm aufnehmen könnte. Hier bei uns hingegen konnte er sich mit Jungs aus dem Nationalkader der teilnehmenden Länder messen. Ein hohes Niveau eben.

Max Reband in blau im Kampf

Max Reband im roten Trikot im Ring

Aus Sicht der Städtepartnerschaft aber noch erfreulicher: Die Organisatoren des Pokals der Region Wladimir teilen mit, man habe erste Absprachen darüber getroffen, in Wladimir ein weiteres Turnier zu veranstalten, allerdings nicht auf diesem ganz hohen Niveau, damit auch der lokale Boxstall eine Chance habe. Dazu würde man dann fünf bis sieben Faustkämpfer aus den beiden Partnerstädten, Erlangen und Bobrujsk in Weißrußland, einladen. Mehr als nur die Gelegenheit zur Revanche für Deny und Max!

Deniel und Igor Krotter mit Max Reband

Deniel und Igor Krotter mit Max Reband

Mehr Bilder vom Turnier und drum herum – wirklich sehenswert! – gibt es hier: http://is.gd/rzIspd – und da geht es zur Vorgeschichte des Boxeraustausches: http://tinyurl.com/m43ot9r

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So schnell und unkompliziert ist es noch nie gegangen mit der Vorbereitung und Durchführung einer Sportbegegnung. So sicher konnte man nie zuvor sein, was die Zukunft eines Austausches angeht. Ende Januar nämlich erst war Sergej Schtschedrin, Pressesprecher des Stadtrats, mit dem Auftrag des Boxverbands der Region Wladimir nach Erlangen gekommen, Kontakte zu knüpfen und Möglichkeiten für einen gemeinsamen Wettkampf zu erkunden.

Aufbau mobiler Boxring in der Turnhalle der Herman-Hedenus-Hauptschule

Aufbau mobiler Boxring in der Turnhalle der Herman-Hedenus-Hauptschule

Wolfgang Beck, Präsident des TV 1840, wollte am Samstag abend gar nicht erst verbergen, wie erfreut und überrascht er von der Entwicklung war. Und so kam er denn auch eigens mit seinem Sportleiter, Günther Beierlorzer, in die Turnhalle der Hermann-Hedenus-Hauptschule, um die Gäste zu begrüßen. Auf Russisch, das er sich aus seiner DDR-Jugend erstaunlich frisch bewahrt hat.

Günther Beierlorzer und Wolfgang Beck

Günther Beierlorzer und Wolfgang Beck

Der Verein darf sicher auf viele sportliche Erfolge stolz sein. Besondere Anerkennung aber verdient er für sein Boxprojekt. Das nämlich ist, wie Günther Beierlorzer erzählt, vor etwa zehn Jahren erst entstanden, als man Probleme mit prügelnden rußland-deutschen Jugendlichen im Stadtwesten hatte. Wenn sie schon aufeinander losgehen, so der Gedanke, dann doch wenigstens nach sportlichen Regeln. Ein Ansatz, der sich als richtig erwies.

Edmon Amrdschojan, Ilja Kasatschenko und Wladislaw Rjabinin

Edmon Amrdschojan, Ilja Kasatschenko und Wladislaw Rjabinin

Heute ist die Boxabteilung etwa 40 Mann stark (wobei durchaus auch Mädchen und Frauen die Fäuste ballen) und ist ganz bunt gemischt. Längst gehören ihr auch Sportstudenten an, längst ist Russisch nicht mehr die erste „Amtssprache“ im Ring. Obwohl Igor Krotter, Trainer des Erlanger Boxstalls, selbst aus der Sowjetunion stammt, freilich hier integriert, daß es eine wahre Freude ist.

Begrüßung der Gäste

Begrüßung der Gäste

Eine wahre Freude hat der Verein den Faustkämpfern mit dem mobilen Boxring gemacht, einer Anschaffung auf die man einige Jahre hingearbeitet hatte. 5.000 Euro ließ man sich das zerlegbare Teil kosten – mit Unterstützung der Max-und-Justine-Elsner-Stiftung und von Sponsoren. Wobei der Wert vor allem darin zu erkennen ist, wie ein junger Sportler bemerkt, daß Boxen nun auch Anerkennung finde, herausgekommen sei aus dem Schatten des Anrüchigen, des Unterprivilegierten. Aber an die Nachkriegsjahre anschließen, als Boxveranstaltungen im Amateurbereich noch die Massen in die Jahn-Turnhalle lockten, wird sicher dauern.

Wolfgang Beck

Wolfgang Beck

Wie auch immer: Wolfgang Beck, der hat schon zu seiner Zeit als Konrektor des Marie-Therese-Gymnasiums den Austausch mit Wladimir befördert hat und jetzt seine zweite Amtszeit als Stadtrat antritt, bedauerte, gestern durch eine ganztägige Fraktionssitzung verhindert gewesen zu sein. Andernfalls er natürlich zum 3. Medaillenturnier nach Neustadt an der Aisch gekommen wäre.

Willkommen in Erlangen!

Willkommen in Erlangen!

Was da Igor Krotter mit seinem Team auf die Beine stellte, verdient höchstes Lob. 23 Kämpfe in allen Alters- und Gewichtsklassen, mit hochkarätigen Sportlern aus Weißenburg, München, Eichstätt, Stein, Amberg, Mergentheim, Marktredwitz, Schonungen, Schweinfurt oder Bad Windsheim. Sogar aus dem österreichischen Braunau waren zwei Kämpfer gekommen – und eine Troika aus Wladimir, begleitet von den beiden Trainern, Maxim Karsanow und Jewgenij Lobossow.

Vereint im Ring und vor dem Ring

Vereint im Ring und vor dem Ring

Für das junge Trio, Wladislaw Rjabinin (geb. 2000), Ilja Kasatschenko (geb. 1998) und Edmon Amrdschojan (geb. 1997) ist es die erste Auslandsreise, das erste Kräftemessen internationaler Art, in jedem Fall ein unvergeßliches Erlebnis. Dabei haben sie ungeachtet ihrer Jugend schon einiges an Erfahrung im Ring.

Edmon Amrdschojan und Wladislaw Rjabinin bei der ärztlichen Untersuchung vor dem Kampf

Edmon Amrdschojan und Wladislaw Rjabinin bei der ärztlichen Untersuchung vor dem Kampf

Wladislaw war im Vorjahr schon unter den Siegern der regionalen Meisterschaften und gewann sogar schon ein Turnier. Ilja ist 2013 Regionalmeister geworden, und Edmon hat sich diesen Titel bereits für das laufende Jahr erkämpft und sich den Gouverneurspokal geholt. Eine reife Leistung.

Die Kabine für Wladimir

Die Kabine für Wladimir

Nicht möglich natürlich ohne die Betreuung durch jemanden wie Maxim Karsanow, der über das Schwimmen und Ringen schließlich zum Boxen gefunden hat, das er seit 1987 betreibt. 16 Jahre lang trainiert er nun schon Kinder und Jugendliche und freut sich immer wieder an deren Entwicklung und Erfolg. Leuten wie ihm, die ihren Schützlingen nicht nur den heimischen Ring zeigen, sondern ihnen auch Trainingslager und Auslandsreisen bieten,  ist es zu verdanken, wenn heute in Wladimir der Boxsport wieder mehr Ansehen und Beachtung findet.

Jewgenij Lobossow, Sergej Schtschedrin und Maxim Karsanow

Jewgenij Lobossow, Sergej Schtschedrin und Maxim Karsanow

Dabei hat Wladimir ja im Faustkampf ohnehin einiges zu bieten: Sechs Hallen unterhält die Boxschule mit hunderten von Mitgliedern, – und internationale Titel gibt es: Denis Sergejew unter den drei besten der Europameisterschaften, Jewgenij Lobossow im Jahr 2003 sogar Weltmeister oder die erst 16jährige Xenia Sinjawina als europäische Jugendmeisterin.

Klaus Meier, Bürgermeister von Neustadt an der Aisch, mit den Gästen aus Wladimir

Klaus Meier, Bürgermeister von Neustadt an der Aisch und selbst früher Kugelstoßer und Diskuswerfer, mit den Gästen aus Wladimir

In der Markgrafenhalle zu Neustadt freilich fanden auch die Kämpfer aus Wladimir ihre Meister: Wladislaw Rjabinin, der jüngste des Trios, stieg als erster in den Ring – und schlug sich tapfer und unverzagt gegen den mehrfachen deutschen Meister, Deniel Krotter. „Keine Niederlage“, wie nach dem Kampf Sergej Schtschedrin meinte, „denn er hat Charakter gezeigt.“

Igor Krotter, Maxim Karsanow und Sergej Schtschedrin

Igor Krotter, Maxim Karsanow und Sergej Schtschedrin

Darauf kommt es auch den beiden Trainern vor allem an, denn Boxen sei eine Lebenseinstellung: sich nicht unterkriegen lassen, immer weitermachen. Dabei überlegt und doch blitzschnell. Anders als beim Schach, wo man vor jedem Zug Zeit zum Überlegen hat. Wer hier nicht augenblicklich reagiert, riskiert mehr als ein blaues Auge.

Deniel Krotter vs. Wladislaw Rjabinin

Deniel Krotter vs. Wladislaw Rjabinin

Auch Ilja Kasatschenko muß sich Dmitrij Janin, ebenfalls deutscher Meister, vom BC Eichstätt geschlagen geben. Knapp und nach Punkten. Aber aufrecht und mit der Gewißheit, es das nächste Mal schaffen zu können.

Jewgenij Lbossow, Wladislaw Rjabinin und Maxim Karsanow

Jewgenij Lobossow, Wladislaw Rjabinin und Maxim Karsanow

Geschafft hat es dann im letzten Kampf Edmon Amrdschojan gegen Alexander Semjonow vom BC Amberg, immerhin dem bayerischen Vizemeister. Klar und deutlich. Wie ein Chirurg bearbeitete er den Gegner, ohne Schnörkel und mit sauberen Schlägen. Etwas, das die Gäste aus Wladimir auszeichnet, so etwas wie ihr Markenzeichen ist. Fair und fit.

Ilja Kasatschenko und Maxim Karsanow

Ilja Kasatschenko und Maxim Karsanow

Dabei hatten die Jungs in der Vorbereitung einiges an Strapazen auf sich zu nehmen. Der eine mußte sich für seine Gewichtsklasse herunterhungern, der andere sich einiges anfuttern. Dann die anstrengende Anreise über die 2.500 km mit zwei Autos von Wladimir bis Erlangen – angesichts des derzeitigen Rubelkurses waren die Flüge zu teuer – und natürlich die Aufregung in fremder Umgebung.

Alexander Semjonow vs. Edmon Amrdschojan

Alexander Semjonow vs. Edmon Amrdschojan

Heimfahren werden aber alle als Gewinner. Auch wenn sie nicht alle, wie im stillen erhofft, zum Tag des Sieges am 9. Mai mit dem Titel zurückkommen. Mitbringen werden sie nämlich neben all den neuen Erfahrungen im und neben dem Ring die Gewißheit, daß Igor Krotter schon bald mit einem eigenen Team nach Wladimir kommt.

Vereint im Ring

Vereint im Ring

Und schon gibt es Pläne weit darüber hinaus: ein Turnier, an dem auch Jena beteiligt sein könnte und Hirschberg, die polnische Partnerstadt Wladimirs, eine Freundschaft der Fäuste. Wie nie zuvor haben sich da nämlich Sportfreunde im Rahmen der Partnerschaft gefunden, die eine gemeinsame Sprache sprechen (Russisch ist noch immer im und außerhalb des Rings mindestens die zweite „Amtssprache“) und die wirklich voneinander lernen wollen. Igor Krotter, selbst in der Tradition des russischen Boxens zum Meister geworden, will diese Schule weiterhin pflegen – mit der Hilfe von Wladimir. Und die Trainer in der Partnerstadt möchten über den Austausch ihrer Jugend den internationalen Schliff geben. Das geht gut zusammen und verspricht eine noch bessere Zukunft, eine Freundschaft der Fäuste eben.

Und hier geht es zur Vorgeschichte dieser Begegnungen: http://is.gd/a4WBu8

 

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