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Posts Tagged ‘Club International’


Gäste aus Wladimir ohne Dolmetscher auf Deutsch begrüßen zu können, passiert Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens nicht bei jedem Empfang. Aber eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus bringt natürlich ganz andere Voraussetzungen mit: das Sprachniveau A2 und eine zehnjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Gerhard Kreitz und Susanne Lender-Cassens

Am Donnerstag angekommen und auf die Gastfamilien verteilt, stand gestern zunächst einmal auf dem Programm, die gastgebende Volkshochschule kennenzulernen und zu erfahren, was in den kommenden zwei Wochen alles an Kursangeboten und Freizeitmöglichkeiten auf sie wartet. Stets begleitet und betreut vom Freundeskreis Wladimir und dessen Sprecher, Gerhard Kreitz.

Susanne Lender-Cassens und Heide Thies

Nach dem Wochenende in der Fränkischen Schweiz und bei landeskundlichen Exkursionen beginnt dann am Montag für die zwölf Gäste im Club International die Arbeit. Vormittags steht Deutsch auf dem Stundenplan, unterrichtet von Heide Thies und koordiniert von Reinhard Beer, dem Leiter der Sprachenabteilung an der VHS. Ein bewährtes Duo für Wladimir!

Die Gäste und ihre Gastgeber mit Reinhard Beer ganz rechts im Bild

Am Nachmittag und Abend geht es hinaus in das bunte deutsche Leben in und um Erlangen, wo es gilt, die Sprache zu sprechen, Sicherheit in der Praxis zu gewinnen.

Natalia Korssakowa, Dozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe, mit Susanne Lender-Cassens

Zum Abschiedsabend übernächste Woche hat sich die Bürgermeisterin übrigens schon angekündigt. Da will sie sich persönlich von den sprachlichen Fortschritten der Gäste überzeugen. Die Prüfungsergebnisse werden sicher im Blog nachzulesen sein, aber keine Sorge, ein Rigorosum dürfte das schon nicht werden.

Bilder: Nadja Steger

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Ein großartiges Angebot, das die Volkshochschule Erlangen da seit der Einrichtung des Club International vor fast zehn Jahren allen macht, die eine Fremdsprache lernen – von Arabisch bis Spanisch: vier bis fünf moderierte Treffen pro Semester mit Muttersprachlern, wo man – gebührenfrei und ohne Anmeldung – Land und Leute im Miteinander kennenlernen kann.

Das Russisch-Deutsche Treffen im Plenum

Gestern abend versammelte sich unter Leitung von Natalia Grebnev, Absolventin der Universität Wladimir wie der FAU, und Rita Nagel, ehrenamtliche Betreuerin der Bibliothek des Kulturvereins „Brücken – Мосты“, eine Gruppe zum Russisch-Deutschen Treffen, bunt zusammengesetzt aus Einheimischen wie Zugezogenen aus der Ukraine, der Russischen Föderation oder Montenegro, alle an mehr Praxis in der jeweiligen Fremdsprache interessiert.

Jelena Jewdokimowa, Studentin aus Wladimir, und Manfred Kirscher

Mit dabei auch Austauschstudentinnen und eine Hospitantin aus Wladimir, die viel Gelegenheit hatten, ihre Fähigkeiten als künftige Pädagoginnen unter Beweis zu stellen. Es galt nämlich – nach einer Vorstellrunde – zwei humorvolle russische Videofilme zum Thema „Internationaler Frauentag“ zu verstehen, Wort für Wort.

Alexandra Klemeschowa, Studentin aus Wladimir, Hans Gruß und Jekaterina Tscherepanowa aus Murom, Region Wladimir

Genug Zeit und Gelegenheit, einander über die Sprache näherzukommen und zu verstehen. Ganz im Geist von „docendo discimus“.

Irina Schadina, Hospitantin aus Wladimir an der WAB, mit zwei Russisch-Schülerinnen

Das nächste Treffen findet bereits am 4. April statt und ist – man darf es schon verraten – dem Thema „Aprilscherz“ gewidmet. Da läßt sich dann ja auch überpüfen, ob Fjodor Dostojewskij recht hatte mit seinem Ausspruch:

Wenn du einen Menschen richtig kennenlernen und etwas über sein innerstes Wesen in Erfahrung bringen willst, so mach dir nicht erst die Mühe zu analysieren, wie er spricht, schweigt, weint oder von hehren Gedanken ergriffen wird. Du brauchst ihn bloß beim Lachen zu beobachten. Hat er ein gutes Lachen, ist er ein guter Mensch.

Mehr unter: https://is.gd/xEaY1A

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Beim gestrigen Abschiedsabend für neunköpfige Damengruppe aus Wladimir präsentierte jede Besucherin ihr persönliches Lieblingswort der deutschen Sprache. Anna Nikonowa bekannte sich zu „geil“ und fand auch gleich die richtige Verwendung dafür, sogar im Superlativ: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Tatjana Kirssanowa, im Bild ganz links, begründete ihre persönliche Neigung zu dem Verb „lieben“ mit dessen Nähe zum „Leben“ und versprach: „Wir lieben Erlangen und nehmen diese Liebe zu Erlangen in unseren Herzen mit nach Hause, wo wir sie dann an unsere Schüler und Kursteilnehmer weitergeben.“

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Wie groß diese Liebe zur deutschen Partnerstadt ist und wie gut sie Erlangen kennen, bewiesen die Besucherinnen denn auch mit dem Erfolg beim „Quiz 2016 für die Gäste aus Wladimir“, an dem sich auch die deutschen Freunde und Gastgeber beteiligten. Zwölf knifflige Fragen zum Knobeln hatte sich Reinhard Beer, Leiter der Sprachenabteilung an der Volkshochschule, ausgedacht, etwa danach, wo ein goldener Handschuh aus welchem Grund hängt, wann das Palais Egloffstein gebaut wurde und welche berühmte Persönlichkeit dort lebte oder wie viele Stockwerke das Erlanger Rathaus hat… Bis zu 14 Punkte konnten erreicht werden, und Anna Nikonowa hat mit einer Wertung von 13,5 das Maximum fast erreicht. Natalia Korsakowa und Tatjana Kolesnikowa belegten nur knapp hinter ihr mit einem halben Punkt weniger gemeinsam den zweiten Platz und freuten sich mit der Siegerin über einen Stick aus den Händen von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Christine Flemming, der Leiterin der VHS.

Dieter Argasts und die Gruppe aus Wladimir

Dieter Argast und die Gruppe aus Wladimir

Der Abend im Club International bot aber auch Gelegenheit, nochmals den Gastgebern zu danken und dem Freundeskreis Wladimir, besonders aber auch den ehrenamtlichen Dozenten, die den Gästen die unterschiedlichsten Themen näherbrachten. Dieter Argast, pensionierter Lehrer für Sozial- und Erdkunde, stellte das verwirrend vielfältige Schulsystem in Deutschland und Bayern vor.

Christofer Zwanzig und die Gruppe aus Wladimir

Christofer Zwanzig und Praktikantin Anja Kuplich mit der Gruppe aus Wladimir

Wie die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus funktioniert, wie die Verwaltung mit den Medien und der Stadtgesellschaft interagiert, erklärte Pressesprecher Christofer Zwanzig.

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer, ehemaliger Schulreferent und einer der Väter der Erlanger Bürgerstiftung, empfing zu seinem Vortrag über die „Methodik des Fremdsprachenunterrichts“ sogar in seiner „Datscha“ in Waischenfeld, die über einem ehemaligen, in Stein gehauenen Bierkeller steht. Neun Mal war der begeisterte Pädagoge schon in Wladimir, bepackt mit Lehrmaterial und inspiriert vom Wissensdurst der russischen Kollegen an den bis heute 18 Schulen, wo Deutsch als erste Fremdsprache gelehrt wird.

Klaus Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Franz Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Auf Rudolf Schloßbauer gehen die ersten Deutsch-Olympiaden zurück, ausgetragen schon Mitte der 90er Jahre, und damals, vor gut 20 Jahren hatte er auch erstmals eine Gruppe von Deutschlehrerinnen nach Erlangen und Waischenfeld geladen. Eine gute Tradition, die nun ihre Fortsetzung fand.

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Ein Thema des zehntägigen Arbeitsprogramms aber auch „Frauen in der Politik“, Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Stellung der Frau in der Politik, aus eigenem Erleben und Gestalten dargestellt von Stadträtin Birgitt Aßmus, die auch qua Amt, ihre Zugehörigkeit zum Vorstand der Stiftung „Erlangen-Haus“, eine ganz besonders enge Beziehung zu Wladimir pflegt.

Abschiedsabend im Club International

Abschiedsabend im Club International

Nimmt man all die Ausflüge von Coburg bis Weimar, von Bamberg bis Prichsenstadt oder Nürnberg, vor allem aber die vielen Gespräche und Begegnungen mit den Gastgebern hinzu, stimmt sicher, was Bürgermeisterin Elisabeth Preuß bei ihrem gestrigen Abschiedswort den Besucherinnen mit auf den Heimweg gab: „Ich hoffe, Sie haben erlebt und gespürt, wie freundschaftlich man in Erlangen – und nicht nur hier – russische Gäste aufnimmt, wie willkommen Sie uns sind.“ Aber das wurde ja eingangs schon von Anna Nikonowa unaufgefordert bestätigt: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

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Ja, der Abschied gestern fiel Olga Dejewa schwer. Auch wenn Wladimirs Oberbürgermeisterin dank ihrem ersten Besuch vor drei Jahren, damals als Vorsitzende des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt, sowie einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Bereich Hospiz und Erste-Hilfe-Ausbildung mit dem Förderverein bereits kunstvoll an dem Beziehungsnetz mitgeknüpft hatte, waren der Einblick in die Fülle der Kontakte und der Ausblick auf die weiteren Möglichkeiten der Kooperation doch überwältigend für die Besucherin.

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl © Karin Günther

Vor allem die Allgegenwart des Partnerschaftsgeistes in Erlangen taten es Olga Dejewa an. Nicht nur bei den Veranstaltungen wie im Club International der Volkshochschule oder bei der Eröffnung der Tschernobyl-Ausstellung im Rathaus und den Unterredungen mit ihrem Kollegen, Florian Janik, sondern im Alltag, auf der Straße, wenn etwa eine Marktfrau den Gast aus Wladimir erkennt und anspricht oder Dekan Josef Dobeneck sich in der Fußgängerzone Zeit für einen kleinen Plausch nimmt. Kleine Zeichen, die oft mehr sagen als wohlgesetzte Deklarationen und Absichtserklärungen.

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Aber für diesen Partnerschaftsgeist stehen natürlich auch ganz konkrete Projekte wie der Austausch von Fachkräften mit der WAB Kosbach, die in den nächsten Tagen wieder vier Hospitanten aus Wladimir aufnimmt, um ihre Ansätze bei der Arbeit mit Menschen zu vermitteln, die an psychischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. Ein Austausch übrigens, der bis in das Jahr 1999 zurückreicht und aus dem u.a. das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ hervorgegangen ist.

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs hoch über dem Klärwerk Erlangen

Noch weiter in die Geschichte der Partnerschaft zurück, bis ins Jahr 1991, reicht die Kooperation des Entwässerungsbetriebs der Stadt Erlangen mit den Kollegen aus Wladimir. Und zum 25jährigen Jubiläum dieser so pragmatischen Freundschaft bietet das Erlanger Klärwerk dem russischen Partnerbetrieb – kostenlos – eine hochmoderne Schlammentwässerungsanlage an, die hier wegen der Umstellung auf eine andere Technik nicht mehr benötigt wird. Schon im Sommer kommen dann Fachleute von der Kljasma an die Regnitz, um Fragen der Demontage und des Transports all der vielen Gewerke und Aggregate für das erste Halbjahr 2017 vorzuklären. Da erklärt es sich fast von selbst, daß Wolfgang Fuchs, Leiter des Entwässerungsbetriebs, und Stefan Engelhardt, zuständig für das Klärwerk, Olga Dejewa zusagen, den Kollegen in Wladimir auch weiterhin bei allen Modernisierungsmaßnahmen beratend zur Seite stehen zu wollen.

Karin Lippert und Olga Dejewa

Karin Lippert und Olga Dejewa

Noch nicht so lange, aber immerhin auch schon seit fünf Jahren, betreut Karin Lippert vom Kulturamt den Austausch von Newcomer-Rockbands mit Wladimir, so erfolgreich, daß eine Erlanger Band, die schon einmal in der Partnerstadt von den Fans gefeiert wurde, nun auf eigene Faust und Kosten nochmals nach Osten aufbrechen will. „Es ist unglaublich, wie begeistert bisher alle Musiker zurückgekehrt sind“, freut sich Karin Lippert, und Olga Dejewa weiß von ihren ersten Erfahrungen mit dem Projekt, daß auch schon die erste Wladimirer Band gerne ein zweites Mal nach Erlangen käme… Was könnte deutlicher für den Erfolg sprechen?! Schön jedenfalls zu wissen: Unter Olga Dejewa soll nichts von dem, was bereits in der Zusammenarbeit geschaffen wurde, auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Neue Projekte sollen dazukommen.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Besonders wünscht sich Wladimirs Oberbürgermeisterin unmittelbar vor dem Abflug bei ihrem Überraschungstreffen mit Altoberbürgermeister, Siegfried Balleis, der die Partnerstadt seit 1989 aus eigener Anschauung kennt, einen Ausbau der Wirtschaftskontakte, ein „steiniges Feld“, wie das ihr Gegenüber nennt, aber natürlich wert, immer wieder neu bestellt zu werden. Und so war es denn für Olga Dejewa ein Abschied, der neue Treffen, der ein Wiedersehen in der Zukunft verheißt, um Altes zu bewahren und Neues zu gestalten.

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Beim gestrigen Finale der 5. Russisch-Deutschen Wochen gab es nur Sieger – im Großen wie im Historischen Saal der Volkshochschule Erlangen. Vor allem die Vortragsveranstaltungen und der Liederabend waren, wie Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der VHS sowie preiswürdiger Produzent und Regisseur des Programms, hochzufrieden konstatieren konnte, bestens besucht und zeigten durchweg ein hohes Niveau.

Jelena Ljubar und Klaus Becker

Jelena Ljubar und Klaus Becker

Noch deutlicher wurde Christine Flemming, Leiterin der Volkshochschule, in ihrer Begrüßung, als sie versprach: „Dies waren bestimmt nicht die letzten Russisch-Deutschen Wochen!“ Eine Anerkennung nicht nur für die vielen Dozenten und Interpreten sowie das Organisationsteam, vor allem auch für die vielen ehrenamtlichen Helferlein, die vor allem diesen Abschlußabend auch kulinarisch zu einem Genuß machten.

Jelena Ljubar mit Doris Lang, sowie Angela und Hartmut Dörfler

Jelena Ljubar mit Doris Lang, sowie Angela und Hartmut Dörfler

Star des Abends war freilich unbestritten Jelena Ljubar. Ihren Vortrag über die architektonischen Wunder der Wladimirer Rus ging sie in ihrer zupackend-herzlichen Art und Weise an, wie ihre so ansprechenden Stadtführungen: mit dem geballten Wissen einer Kunsthistorikerin und der Vermittlungskunst einer passionierten Pädagogin, gepaart mit einem präzisen Gefühl für Publikum und Pensum.

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar

Es ist schon eine besondere Kunst, innerhalb einer Dreiviertelstunde die Anfänge der russischen Staatlichkeit von der Kiewer über die Wladimirer bis hin zur Moskauer Rus, also die Periode vor dem Zartentum, auszuleuchten und in gesamteuropäische Zusammenhänge zu stellen, ohne dabei die Zuhörer mit Jahreszahlen und Namen zu traktieren. Möglich ist das nur, wenn man so in der Materie lebt und denkt, wie Jelena Ljubar.

Volles Haus im Großen Saal der Volkshochschule

Volles Haus im Großen Saal der Volkshochschule

Was alles in ihr steckt, ließ die Mitarbeiterin des Wladimirer Landesmuseums dann bei den anschließenden Fragen noch einmal so richtig hell aufblitzen. Aber da drängte dann doch schon die Zeit, denn nebenan, im Historischen Saal, wartete bereits das russisch-fränkische Buffet – und das Quiz „Wer wird Russionär?“ mit 21 Fragen hauptsächlich zu Wladimir, aber auch zur russischen Landeskunde insgesamt.

Reinhard Beer

Reinhard Beer

„Viel zu schwer für mich“, klagte Christine Flemming schon vorab im Gespräch nach einem kurzen Blick auf die drei gelben Seiten, und bei der Begrüßung meinte sie gar: „Wenn die Volkshochschule den Fragenkatalog zusammengestellt hätte, wäre es bestimmt leichter geworden.“ Weit gefehlt, Frau Direktorin! Sie hatte sich und die Abendgesellschaft gehörig unterschätzt.

Nadja Steger und Reinhard Beer

Nadja Steger und Reinhard Beer

Rasch stellte das Bewertungstrio – Natalia Kaiser, Nadja Steger und Reinhard Beer – nämlich fest: Kaum jemand war bei der Punktezahl im einstelligen Bereich geblieben. Mehr noch: Es gab vier Mal das gleiche Ergebnis mit 19 richtigen Antworten auf die 21 Fragen. Da konnte nur das Los entscheiden.

Christine Flemming, Reinhard Beer, Elisabeth Preuß, Dagmar Denzler und Peter Steger

Christine Flemming, Reinhard Beer, Elisabeth Preuß, Dagmar Denzler und Peter Steger

Dies war die Stunde der Glücksfee, Elisabeth Preuß, der als Bürgermeisterin mit Partnerschaftsexpertise die Aufgabe zukam, den ersten Preis, einen Sprachkursgutschein,  an die neue Russisonärin, Dagmar Denzler, zu verleihen. Eine verdiente Siegerin, die im Sommer vergangenen Jahres an der vom Freundeskreis Wladimir und Erlangen-Haus veranstalteten Studienreise teilgenommen hatte. Wie sich nun zeigt – mit großem Gewinn.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Inge Howein

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Inge Howein

Verdient haben ihre Preise aber natürlich alle, etwa Inge Howein, die ebenfalls 19 Punkte erreicht hatte, oder – hört, hört! – Christine Flemming, die, ebenso wie Elisabeth Preuß, nur einen Platz dahinter zu liegen kam. So unbeantwortbar können die Fragen dann ja doch nicht gewesen sein…

Elfriede Vittinghoff

Elfriede Vittinghoff

Eine davon übrigens lautete, wann die Volkshochschule ihr Engagement für Wladimir aufgenommen habe: Anfang der 80er Jahre, Ende der 80er Jahre oder 1993? Ja, bereits Anfang der 80er Jahre, noch vor Aufnahme der partnerschaftlichen Beziehungen hatte die VHS unter Klaus Wrobel bereits Bürgerreisen nach Wladimir im Programm und damit eine Tradition begonnen, die bis heute mit den Stationen „Arbeitskreis Wladimir“, „Arbeitskreis Ost“, „Club International“, „Freundeskreis Wladimir“ sowie „Russisch-Deutsche Wochen“ fortlebt und die Volksdiplomatie so richtig aufleben läßt, von Mal zu Mal und gestern allemal wieder ganz besonders. Wie gesagt: Es gab nur Sieger und natürlich eine Russionärin.

 

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Welcher See wird in einem Volkslied aus dem 19. Jahrhundert als „ruhmreiches Meer“ gepriesen und sogar in den Stand der Heiligkeit erhoben? Wo kommen die weltweit einzigen Süßwasserrobben vor – mit weiteren eintausend endemischen Arten? Wo geht es auf einer Länge von 650 km stellenweise bis zu 1.600 m tief hinab? Wo liegt das größte Süßwasserreservoir der Erde, mit seinen 32.000 qkm Fläche gebettet in eine einzigartige Landschaft, eingestuft als Weltnaturerbe der UNESCO und doch bedroht durch Einleitungen der Papier- und Zelluloseherstellung, Industrieansiedlung und Einflüsse des wachsenden Tourismus? Sie haben es längst erraten: Es ist der Baikal, dessen Namen wohl aus dem Burjatischen kommt und in etwas „großes Wasser“ bedeutet. Superlativ an Superlativ ließe sich da hängen. Am besten aber drückt der unlängst verstorbene Walentin Rasputin, der wohl bekannteste zeitgenössische sibirische Schriftsteller, aus, was den Baikal ausmacht:

Baikal

Baikal

Der Baikal, so scheint es zunächst, sollte den Menschen mit seiner schieren Größe und Fläche eher erdrücken – ist doch alles an ihm so gewaltig, alles so breit, so entgrenzt -, doch das Gegenteil ist der Fall, der See wirkt eher erhebend. Ein seltenes Gefühlt des Schwebens und der Vergeistigung erlebt man am Baikal, so als wollte im Angesicht der Ewigkeit und Vollkommenheit auch dich der geheimnisvolle Stempel dieser zauberhaften Begriffe berühren, als wollte auch dich der nahe Atem einer allmächtigen Gegenwart umschließen, als wollte auch in dich ein Teil des magischen Geheimnisses dieses Wesens eindringen. Du trägst offenbar schon das Mal, bist bezeichnet, wenn du an diesem Ufer stehst, diese Luft atmest und dieses Wasser trinkst. Nirgendwo sonst wirst du eine solch vollkommene und ersehnte Verbundenheit und Durchdringung mit der Natur erleben: Diese Luft berauscht dich, packt und trägt dich über dieses Wasser – so schnell, daß du gar nicht erst zu dir kommst; du gelangst in solch ursprüngliche und abgelegene Gebiete, wie man sie sich im Traum nicht vorzustellen vermag. Und zurück kommst du mit der vervielfachten Hoffnung, dort, vor dir, liege das verheißene Leben… (Übers. Peter Steger)

Baikal 1

Baikal

Morgen, am 25. Januar, stellt Wolfram Howein im Rahmen der „Deutsch-Russischen Wochen“ von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr im Club International seine Bilder zum Thema “Städte und Landschaften am Baikalsee” vor. Danach – versprochen! – wird jeder von sich sagen können: Ich kam, sah und war begeistert.

Baikal

Baikal

Hier schon einmal zum Reinhören – mit vielen Bildern vom Baikal: http://is.gd/gXTdGL

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Der Auftakt ist gemacht. Im bis auf den letzten Platz besetzten Club International der Volkshochschule eröffnete Nikolaj Winogradow, Altgouverneur der Region Wladimir, die mittlerweile schon fünften Russisch-Deutschen Wochen mit seinem Vortrag, in dem er immer wieder betonte, wie wichtig es sei, in seinem Land die Zivilgesellschaft zu fördern und an allen politischen Prozessen teilhaben zu lassen, welche Bedeutung eine freie Presse habe und für wie entscheidend er die Demokratie insgesamt für eine erfolgreiche Entwicklung Rußlands halte. Morgen nun setzt der emeritierte Professor für Slawistik, Klaus Steinke, ab 19.00 Uhr in der Aula der Volkshochschule, Friedrichstraße 17, die Vortragsreihe schon fort und spricht unter dem Motto „Anmerkungen zum deutsch-russischen Dialog“ just auch über den gegenwärtigen Zustand der russischen Zivilgesellschaft. – Bei freiem Eintritt.

Klaus Steinke und seine Co-Autoren Natalia Judina und Wiktor Malygin

Klaus Steinke und seine Co-Autoren Natalia Judina und Wiktor Malygin

Seit seiner Berufung zum ordentlichen Professor und Leiter der Slawistik an der Friedrich-Alexander-Universität im Jahr 1991 hat Klaus Steinke konsequent auch für seine wissenschaftliche Arbeit immer wieder die Möglichkeiten der Städtepartnerschaft genutzt und den Fachaustausch mit den Kollegen von der Wladimirer Universität gepflegt. Im Vorjahr erschien nun auch eine Publikation unter Beteiligung des morgigen Referenten, die sich diesem Dialog widmet und hier im Blog bereits vorgestellt wurde (s. http://is.gd/HEaU1k) . Wer mehr darüber erfahren will, wird bestimmt nicht enttäuscht vom Besuch der Veranstaltung.

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