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Posts Tagged ‘Christofer Zwanzig’


Zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal in Erlangen, zum ersten Mal in der Redaktion der Lokalzeitung in der Partnerstadt. Auf diesen Termin hatten sich die Journalistinnen Karina Romanowa und Julia Kusnezowa nach der Podiumsdiskussion am Montagabend besonders gefreut. Weniger die eigene Arbeit erklären, als vielmehr sich mit Kollegen austauschen und erfahren, was eint und was trennt.

Karina Romanowa, Markus Hörath und Julia Kusnezowa

Schnell wird im Gespräch mit Markus Hörath, Redaktionsleiter der Erlanger Nachrichten, klar, da ist mehr was eint als trennt: der Schwund bei der Printausgabe, die zurückgehenden Werbeeinnahmen, der Kostendruck mit Auswirkungen auf die Personaldecke, die Orientierung auf das Internet. Aber auch ein fairer Umgang mit Politikern ohne Schongang, ein Vertrauensbasis mit der Leserschaft, eine emotionale Bindung an Stadt und Region.

Wjatscheslaw Kartuchin, Elisabeth Preuß, Julia Kusnezowa, Karina Romanowa und Amil Scharifow

Und: Man weiß viel zu wenig voneinander, sollte mehr die Möglichkeiten der Partnerschaften nutzen, um sich auch unter Journalisten besser kennenzulernen und vielleicht sogar das eine oder andere Material zwischen den Redaktionen auszutauschen. Denn, auch darin ist man sich einig, die völkerverbindenden Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir will man auch in Zukunft journalistisch begleiten, gerade auch vor dem Hintergrund der schwierigen geopolitischen Lage.

Julia Kusnezowa, Florian Janik, Karina Romanowa und Wjatscheslaw Kartuchin

Ganz im Sinne von Oberbürgermeister Florian Janik, der dritten Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und von Landrat Alexander Tritthart, die alle mit ihren je eigenen Worten den Wert der Kontakte betonen. Ganz nebenbei können die Gäste beim Besuch des Landratsamtes eine Besonderheit feststellen: Nirgendwo sonst in einem bayerischen Landkreis gibt es zwei deutsch-russische Städtepartnerschaften wie hier, das Paar Höchstadt an der Aisch mit Krasnogorsk und eben die Verbindung Erlangen-Wladimir.

Julia Kusnezowa, Alexander Tritthart und Karina Romanowa

Und noch etwas verbindet, von dem Christofer Zwanzig, Pressesprecher der Stadt Erlangen, berichtet. Es werde, so die übereinstimmende Auffassung, hier wie dort, immer schwieriger, komplexe Zusammenhänge und Entscheidungswege – etwa im Fall der Stadt-Umland-Bahn – angemessen zu vermitteln. Durch eine Vermischung von Fakten und Meinungen, besonders in den Sozialen Medien, komme es häufig rasch zu Verdrehungen der Sachverhalte, zu absichtlichen Entstellungen und oft auch zu offener Ablehnung, ohne sich mit dem Wesen der Sache beschäftigt zu haben. Leider wirke dann derlei Meinungsmache oft regelrecht ansteckend und untergrabe das Vertrauen in den Journalismus ebenso wie in Behörden und Institutionen.

Christofer Zwanzig, Julia Kusnezowa und Karina Romanowa

Wichtig ist den beiden aber: „Wir haben uns hier gleich wie zu Hause gefühlt, nicht wie Fremde.“ Und noch etwas freut sie: „In Erlangen scheinen die Politiker für Journalisten so zugänglich und offen zu sein.“ Spürbar schon am freien, unkontrollierten und unangemeldet möglichen Zugang zu Behördengebäuden ohne Wachpersonal. Vielleicht auch daher der Eindruck von Julia Kusnezowa und Karina Romanowa nach gerade einmal drei Tagen in Erlangen: „Es ist, als gingen hier für uns alle Türen von selbst auf.“

 

 

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Beim gestrigen Abschiedsabend für neunköpfige Damengruppe aus Wladimir präsentierte jede Besucherin ihr persönliches Lieblingswort der deutschen Sprache. Anna Nikonowa bekannte sich zu „geil“ und fand auch gleich die richtige Verwendung dafür, sogar im Superlativ: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Tatjana Kirssanowa, im Bild ganz links, begründete ihre persönliche Neigung zu dem Verb „lieben“ mit dessen Nähe zum „Leben“ und versprach: „Wir lieben Erlangen und nehmen diese Liebe zu Erlangen in unseren Herzen mit nach Hause, wo wir sie dann an unsere Schüler und Kursteilnehmer weitergeben.“

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Wie groß diese Liebe zur deutschen Partnerstadt ist und wie gut sie Erlangen kennen, bewiesen die Besucherinnen denn auch mit dem Erfolg beim „Quiz 2016 für die Gäste aus Wladimir“, an dem sich auch die deutschen Freunde und Gastgeber beteiligten. Zwölf knifflige Fragen zum Knobeln hatte sich Reinhard Beer, Leiter der Sprachenabteilung an der Volkshochschule, ausgedacht, etwa danach, wo ein goldener Handschuh aus welchem Grund hängt, wann das Palais Egloffstein gebaut wurde und welche berühmte Persönlichkeit dort lebte oder wie viele Stockwerke das Erlanger Rathaus hat… Bis zu 14 Punkte konnten erreicht werden, und Anna Nikonowa hat mit einer Wertung von 13,5 das Maximum fast erreicht. Natalia Korsakowa und Tatjana Kolesnikowa belegten nur knapp hinter ihr mit einem halben Punkt weniger gemeinsam den zweiten Platz und freuten sich mit der Siegerin über einen Stick aus den Händen von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Christine Flemming, der Leiterin der VHS.

Dieter Argasts und die Gruppe aus Wladimir

Dieter Argast und die Gruppe aus Wladimir

Der Abend im Club International bot aber auch Gelegenheit, nochmals den Gastgebern zu danken und dem Freundeskreis Wladimir, besonders aber auch den ehrenamtlichen Dozenten, die den Gästen die unterschiedlichsten Themen näherbrachten. Dieter Argast, pensionierter Lehrer für Sozial- und Erdkunde, stellte das verwirrend vielfältige Schulsystem in Deutschland und Bayern vor.

Christofer Zwanzig und die Gruppe aus Wladimir

Christofer Zwanzig und Praktikantin Anja Kuplich mit der Gruppe aus Wladimir

Wie die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus funktioniert, wie die Verwaltung mit den Medien und der Stadtgesellschaft interagiert, erklärte Pressesprecher Christofer Zwanzig.

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer, ehemaliger Schulreferent und einer der Väter der Erlanger Bürgerstiftung, empfing zu seinem Vortrag über die „Methodik des Fremdsprachenunterrichts“ sogar in seiner „Datscha“ in Waischenfeld, die über einem ehemaligen, in Stein gehauenen Bierkeller steht. Neun Mal war der begeisterte Pädagoge schon in Wladimir, bepackt mit Lehrmaterial und inspiriert vom Wissensdurst der russischen Kollegen an den bis heute 18 Schulen, wo Deutsch als erste Fremdsprache gelehrt wird.

Klaus Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Franz Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Auf Rudolf Schloßbauer gehen die ersten Deutsch-Olympiaden zurück, ausgetragen schon Mitte der 90er Jahre, und damals, vor gut 20 Jahren hatte er auch erstmals eine Gruppe von Deutschlehrerinnen nach Erlangen und Waischenfeld geladen. Eine gute Tradition, die nun ihre Fortsetzung fand.

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Ein Thema des zehntägigen Arbeitsprogramms aber auch „Frauen in der Politik“, Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Stellung der Frau in der Politik, aus eigenem Erleben und Gestalten dargestellt von Stadträtin Birgitt Aßmus, die auch qua Amt, ihre Zugehörigkeit zum Vorstand der Stiftung „Erlangen-Haus“, eine ganz besonders enge Beziehung zu Wladimir pflegt.

Abschiedsabend im Club International

Abschiedsabend im Club International

Nimmt man all die Ausflüge von Coburg bis Weimar, von Bamberg bis Prichsenstadt oder Nürnberg, vor allem aber die vielen Gespräche und Begegnungen mit den Gastgebern hinzu, stimmt sicher, was Bürgermeisterin Elisabeth Preuß bei ihrem gestrigen Abschiedswort den Besucherinnen mit auf den Heimweg gab: „Ich hoffe, Sie haben erlebt und gespürt, wie freundschaftlich man in Erlangen – und nicht nur hier – russische Gäste aufnimmt, wie willkommen Sie uns sind.“ Aber das wurde ja eingangs schon von Anna Nikonowa unaufgefordert bestätigt: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

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