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Posts Tagged ‘Carolin Gugel’


Natalja Britowa, Tochter des legendären Vaters der Wladimirer Malschule und selbst eine vielbeachtete Künstlerin, ist nicht um Komplimente verlegen, wenn sie nach ihren Eindrücken von dem zweiwöchigen Aufenthalts einer Künstlergruppe  in Erlangen im Herbst vergangenen Jahres gefragt wird: „Eine Bruderschaft der Künstler ist da entstanden. Man hat uns Ateliers gezeigt, wir haben viel gemeinsam unternommen…“ Nun ist es an den Wladimirer Künstler, sich für die Gastfreundschaft zu bedanken. Daß dies bravourös gelingen würde, daran bestand nie ein Zweifel, aber es ist doch eine schöne Bestätigung, wenn einem Photos Gewißheit davon liefern.

Ausstellung in WladimirAm Montag vergangener Woche ist die vierköpfige Gruppe von Erlangen abgereist, schon tags darauf eröffnete am Abend Maragarita Malachowa, die Altmeisterin der Städtepartnerschaft, die Ausstellung von Arbeiten aus Franken und Wladimir. Gerade dieses Mischausstellungen haben sich bewährt, stellen sie doch die Kontraste her, die den Blick für die unterschiedlichen Maltraditionen öffnen.

Ausstellung in Wladimir - Reiner F. Schulz, Gisela Heinrici, Carolin Gugel, Antja Fries mit Dmirtij Cholin am MikrophonGroßer Bahnhof also für die Gäste aus Erlangen: die besten Räume, die Wladimir für Ausstellungen zu bieten hat; sämtliche Medien vom TV bis zu den Lokalzeitungen; viel politische Prominenz – die bereits genannte Margartia Malachowa, die von Beginn an, seit 1983 (!) die Partnerschaft in unterschiedlichen Positionen politisch fördert, und Sergej Kruglikow, Vorsitzender des Stadtrats -; vor allem aber Publikum, wie man es sich nur wünschen kann, und natürlich all die Kollegen aus der Wladimirer Kunstwelt.

Ausstellung in Wladimir - Antje Fries, Gisela Heinrici, Carolin GugelDa kann man sich nur mit der weiblichen Trias der Erlanger Kunst freuen. Ein Bild, das keines weiteren Kommentars bedarf, ein Moment des versammelten Glücks, dankenswerterweise festgehalten von Irina Chasowa, der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses.

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Erlanger Künstler - Gisela HeinriciDer Kulturaustausch ist für die Städtepartnerschaften – es kann nicht oft genug gesagt werden – die Grundlage allen Seins. Heute, wo man den Kulturbegriff ohnehin so weit faßt, daß er kaum noch zu fassen ist, ohnehin. Aber auch im engeren, im traditionellen, im klassischen Sinn schafft die Kultur den Raum und die Perspektiven für das Miteinander, aus ihr wächst, was später in allen Bereichen – bis in die Wirtschaft hinein – zusammengehört. Das weiß man in Erlangen, dessen ist man sich in Wladimir bewußt. Es waren und sind die Chöre, Folklore-Ensembles und Orchester beider Städte, die hier wie dort und oft bei gemeinsamen Auftritten die inneren Verbindungen schaffen, ohne die eine Städtepartnerschaft nicht viel mehr als eine politische Willensbekundung und der Blog – s. Stichwortwolke „Kultur“ – blutleer bliebe.

Erlanger Künstler - Carolin GugelSeit 1987 gehört mit der ersten Ausstellung des Altmeisters der Wladimir Malschule, Kim Britow, auch die bildende Kunst zum festen und unverzichtbaren Repertoire des Austausches, stets wohlwollend begleitet und gefördert vom Erlanger Kunstverein und deren Vorsitzenden Johann Adam Stupp, Renate Werbelow, Uwe Fischer und Hannelore Heil-Vestner, die es sich alle nicht nehmen ließen, Wladimir persönlich zu besuchen bzw. enge Verbindungen zu Wladimirer Künstlern aufzubauen. Und natürlich trafen und treffen sich die Künstler selbst, von denen stellvertretend nur genannt werden sollen: Hans Zahn, Stefan Schnetz, Walter Förster, Christian Hamsea, Dieter Erhard, Gisela Heinrici, Erika Zimmermann, Elvira Gerhäuser…

Erlanger Künstler - Antje Fries Besonders ergiebig wird der Austausch immer dann, wenn sich die Künstler beider Städte treffen, um gemeinsam zu arbeiten, sich gegenseitig zu inspirieren und nicht einfach ihre Bilder bringen, die ausstellen und wieder nach Hause fahren. Wie kreativ solche gemeinsamen Aktionen sein können, läßt sich im Garten des Erlangen-Hauses mit der Gestaltung der Mauer erkennen. Dort ist übrigens auch noch Platz für mindestens zwei weitere Arbeiten…

Erlanger Künstler - Henrike FranzAber vielleicht werden diese Lücken ja bald gefüllt, denn am Montag macht sich eine vierköpfige Künstlergruppe aus Erlangen -Antje Fries, Carolin Gugel, Gisela Heinrici und Reiner F. Schulz – mit vielen eigenen Arbeiten im Gepäck nach Wladimir auf, um dort elf Tage lang die Szene zu erkunden. Aquarell, Öl, Acryl und Ton sind die Medien der Erlanger, die auch Arbeiten der Kollegin Henrike Franz mitnehmen, die farbige Flächen mit Graphit-Zeichnung korrespondieren läßt. Wohnen werden die Gäste -wo sonst?! – im Erlangen-Haus, die unvollendete Mauer, an ihre Kreativität appellierend, stets vor Augen. Den Anstoß für den Besuch gab die große Ausstellung Wladimirer Künstler im Herbst vergangenen Jahres in der Galerie im Treppenhaus aus Anlaß des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums, er steht aber, wie bereits angedeutet, in einer langen Tradition derartiger Treffen, aus denen ganz gewiß wieder neue Kunstprojekte entstehen.

Erlanger Künstler - Reiner F. SchulzDaß diese in aller Regel dann auch Wirklichkeit werden, ist – das wird zu selten dankend erwähnt – ein Verdienst des Kulturamtes Erlangen, das gemeinsam mit dem Kunstverein und manches Mal auch mit Hilfe von Sponsoren, den materiellen Unterbau stellt. Auch diese Reise wäre ohne einen großzügigen Zuschuß aus dem Rathaus, genauer aus dem Museumswinkel, nicht möglich. So aber werden die Wladimirer schon in der nächsten Woche betrachten können, wie Erlanger Künstler die Welt sehen und ihre Sicht gestalten. Da wird es sicher auch so manche kunsttheoretische Diskussion geben, denn die Auffassungen von Wesen und Tradition der bildenden Kunst sind durchaus verschieden. Aber genau von solch gegenseitigen Beeinflussungen lebt ja die Kultur und belebt unser Leben.

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