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Posts Tagged ‘Brigit Gruß’


Unsere Reise begann Ende Oktober vergangenen Jahres. Unsere Eltern beschlossen, mit uns nach Deutschland zu fahren. Das Wetter war damals nicht besonders. Von oben rieselte Schneeregen. Das versprach alles einen nahen und kalten russischen Winter. Als wir Wladimir verließen, herrschte dunkle Nacht, und wir wollten nichts mehr als schlafen. In Moskau flogen wir im Morgengrauen ab. Nach einigen Stunden des Flugs fanden wir uns in Deutschland wieder, wo uns großartige Menschen gastfreundlich in Empfang nahmen und uns ein richtig goldener Herbst freundlich zunickte. Vom Flughafen brachte man uns nach Erlangen. Diese Stadt verzauberte uns mit ihren sauberen Ecken, den gepflegten Häusern, den gemütlichen Restaurants und Bäckereien. Wir atmeten saubere Luft. Vom ersten Moment an spürten wir Gastfreundschaft und eine behagliche Atmosphäre.

Während unseres kurzen Besuchs in Erlangen reisten wir auch viel in Bayern herum. Zu erzählen, wo wir überall waren, würde viel Zeit erfordern. Wichtiger ist wohl, das Schlüsselwort zu all diesen Orten zu erwähnen: „erstmals“. Wir waren ja überall zum ersten Mal. Wir erzählen deshalb lieber nur von einigen besonderen Eindrücken, wie vom Besuch der Höhlen in der Fränkischen Schweiz, die wir mit Lampen betraten, um uns die Stalaktiten und Stalagmiten anzusehen. Zum ersten Mal konnten wir deren Wachsen so genau beobachten und uns den Unterschied zwischen ihnen einprägen. Unglaublich, daß so ein Regentropfen sich seit einer Million Jahren an der Decke einer Höhle halten kann. Nach der Verdampfung des Wassers kristallisierte ein winziger Kalkring an der Decke. Dann kam der zweite Tropfen, der dritte, vierte und fünfte, und alle hinterließen sie Kalk an jener Stelle. Und wir können jetzt diese ungewöhnlichen Formationen sehen, die aus einer unendlichen Zahl von Tropfen im Lauf von vielen Jahren geschaffen wurden. Ein Wunder!

Plötzlich blieben wir stehen… In einer Deckenspalte entdeckten wir eine Fledermaus! Zum ersten Mal sahen wir dieses Tierchen so aus der Nähe. Wir hätten es sogar berühren können, wollten aber den Schlaf der nächtlichen Schönheit nicht stören.

Und dann noch zum Schwimmbad in Staffelstein. Behablich ist es da im Becken mit dem warmen Salzwasser. Eine ruhige und heilsame Atmosphäre. Sprudel, Unterwassermassage, Sauna mit Aromen. Besonders gefallen hat uns die Möglichkeit, nach draußen zu schwimmen. Und alles so sauber und ruhig. Auch das erlebten wir zum ersten Mal!

Unsere Reise nach Deutschland fiel in unsere Ferien. Klar, wer will schon in den Ferien zur Schule gehen? Aber wir brachten das fertig und besuchten die Waldorfschule. Wir begegneten da unseren Freunden wieder, Leonie, Elena und René, die im Sommer ein Praktikum in Wladimir gemacht hatten. Sie fanden Zeit, uns Nürnberg zu zeigen. Natürlich hinderte uns die Sprachbarriere daran, uns in allem ganz auszutauschen, wir verstanden nicht immer, was man uns erzählte, wir konnten nicht immer richtig antworten und den Dialog aufrecht erhalten. Aber spornt uns auch an, jetzt mehr in der Fremdsprache zu sprechen – und sei es auch nur untereinander.

Doch wir haben ja Freunde in Erlangen! Wir sind den Familien Binder und Gruß dankbar für die Organisation der Reise, für ihre Hilfe und Fürsorge. Persönlich danken wir Heidi und Jürgen Binder für die Gastfreundschaft und die angenehmen Gespräche sowie für das außergewöhnliche Frühstück an jedem Morgen und das immer so leckere Abendessen! Unser Dank gilt auch dem Ehepaar Brigit und Hans Gruß für die Aufmerksamkeit, die interessanten Begegnungen und die Unterstützung bei verschiedenen Ausflügen und Konzerten. Und schließlich herzlichen Dank an unsere Fremdenführerin und Ideengeberin für alle möglichen Reisen, die energiegeladene und – wir scheuen uns nicht, das zu sagen – junggebliebene Ute Schirmer

Hoch sollen sie leben, unsere Freunde!

Warwara und Wassilissa Fjodorow, unterstützt von ihren Eltern und Tatjana Parilowa

Siehe auch: https://is.gd/iiv2o1 und https://is.gd/U6YymD

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Tatjana Parilowa muß man Kennern der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir nicht mehr groß vorstellen. Seit sie 1990 zum ersten Mal, seinerzeit als Sängerin mit dem Akademischen Chor von Lina Weilert, nach Franken gekommen ist, hat sich die Musiklehrerin, angefangen bei den Familien Wittmann und Gruß, einen fast nicht mehr überschaubaren Freundeskreis aufgebaut und ehrenamtlich eine Vielzahl von Aufgaben übernommen: von der musikalischen Erziehung für Kinder in der Wladimirer Psychiatrie bis hin zur Betreuung von Gästen aus Erlangen in der russischen Partnerstadt. Ganz zu schweigen von ihren Hospitationen an Erlanger Schulen oder bei den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf. Ein eigenes Kapitel sind ihre kulturellen Verbindungen, die von der Jungen Philharmonie bis zu hiesigen Tanzstudios reichen. Man gebe nur einmal ihren Namen in die Suchmaske des Blogs ein und lese und staune!

Tatjana und Galina Parilowa

Tatjana und Galina Parilowa

Ursprünglich hatte Tatjana Parilowa ja schon im Frühjahr kommen wollen. Mit einer Gruppe, die sich hier in orientalischen und afrikanischen Tänzen hatte weiterbilden wollen. Aber mit dem fallenden Rubel wurde es einigen zu teuer, und so verschob man die Reise auf unbestimmte Zeit. So lange wollte die Sängerin in einem Kirchenchor aber nicht warten und bot deshalb ihrer Schwägerin, Galina Parilowa aus Jaroslawl, an, sie zu begleiten und zum ersten Mal Deutschland zu besuchen. Und Italien.

Tatjana Parilowa

Tatjana Parilowa

Was die beiden in den zwei Wochen so alles erlebt haben, will Tatjana Parilowa demnächst als Reisebericht für den Blog zusammentragen, ganz nach dem Motto: Deutschland und Italien mit den Augen von zwei Russinnen.

Festtafel zum Abschied von Tatjana und Galina Parilowa im Hause Gruß

Festtafel zum Abschied von Tatjana und Galina Parilowa im Hause Gruß

Vorab sei aber schon verraten, was die Gastgeberin des gestrigen Abschiedsabends, Brigit Gruß, so formulierte: „Von Italien hatte Galina ein strahlendes Bild, schon immer hatte sie dieses schöne Land besuchen wollen. Von Deutschland hatte sie keine rechte Vorstellung. Und trotzdem gefällt es ihr hier jetzt viel besser als dort im Süden.“

Piroggen zum Abschied

Piroggen zum Abschied

Nicht verwunderlich angesichts des Freundeskreises, in den sie eingeführt wurde, und für den die beiden Gäste zum Abschied nicht nur Piroggen buken, sondern auch sangen und tanzten, kurzum alles aufboten, was ein Abendmahl zu einer Festtafel macht. Mit einer leisen Note Abschiedsschmerz.

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Heute feiert Hans Gruß seinen 70. Geburtstag. Für diese „glückliche Fügung und Führung“ ist er sehr dankbar, und diese Dankbarkeit möchte der Baiersdorfer weitergeben. Wie er selbst schreibt, hat ihn das Thema Rußland im allgemeinen und Wladimir im besonderen während der letzten 15 Jahre begleitet und bereichert. Anstelle einer großen Geburtstagsfeier will er deshalb den entsprechenden Gegenwert – wie hoch er diesen veranschlagt, werden wir sicher auch bald erfahren! – für Aktivitäten des Roten Kreuzes in der Partnerstadt zur Verfügung stellen. Zu dem Zweck steht heute sein Haus für alle Freunde offen, die dort eine Sammelbox finden.

Hans Gruß im "Wladimir-Winkel" seines Hauses mit seiner Frau Brigit, der Besucherin aus Wladimir, Wera Jemelina, dem Ehepaar Elisabeth und Fritz Wittmann sowie dem kleinen Wladimirer Gast Alexander Krawez

Hans Gruß im „Wladimir-Winkel“ seines Hauses mit seiner Frau Brigit, der Besucherin aus Wladimir, Wera Jemelina, dem Ehepaar Elisabeth und Fritz Wittmann sowie dem kleinen Wladimirer Gast Alexander Krawez

Wer den Weg nach Baiersdorf heute nicht findet, sich aber dem Ziel des Jubilars verpflichtet fühlt, ist eingeladen, mit dem Zweck „Hans Gruß“ seinen Obulus – gegen Spendenbescheinigung – auf das Konto des Vereins zur Förderung des Roten Kreuzes Wladimir zu überweisen: Kt.-Nr. 91181, Stadtsparkasse Erlangen, BLZ 763 500 00. Vorab schon Dank an alle und alles Gute für das Geburtstagskind, dem so viele schöne Berichte hier im Blog zu verdanken sind – und noch mehr Freundschaften mit Menschen aus Wladimir und weit darüber hinaus. Viele, sehr viele Querverweise gäbe es da. Doch dem Anlaß entsprechend hier nur der eine Link: http://is.gd/0yfBbp

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Es ist wieder einmal von einem dieser Familientreffen zu berichten, die unbemerkt und ganz im privaten Kreis vonstattengehen, ohne die aber die Bürgerpartnerschaft Erlangen – Wladimir nicht wäre, was sie ist. Springen wir also gleich rein in die Geschichte, die sich im Hause Gruß zu Baiersdorf zuträgt. 

Wera Jemelina inmitten ihrer Freunde im "Wladimirer Eck": Brigit und Hans Gruß, Elisabeth und Fritz Wittmann mit dem kleinen Zaungast Alexander Kravets.

Wera Jemelina inmitten ihrer Freunde im „Wladimir-Winkel“: Brigit und Hans Gruß, Elisabeth und Fritz Wittmann mit dem kleinen Zaungast Alexander Kravets.

Am Samstag holte Hans Gruß, den Bloglesern von seinen großartigen Reiseschilderungen aus dem Vorjahr bestens in Erinnerung,  Wera Jemelina vom Flughafen ab. Sie bleibt noch bis morgen. Dabei war das Ziel ihrer Reise ursprünglich ein ganz anderes. Als halbprofessionelle Sängerin – ihrem Brotberuf geht die gelernte Juristin bei einer Baufirma in Moskau nach – hatte sie vor, sich mit ihrem russischen Bühnenpartner in Stuttgart das Musical „Elizabeth“ im Original ansehen, um es dann selbst aufzuführen. Der Künstler aber bekam nun doch nicht frei und blieb zu Hause. Wera Jemelina hingegen wollte ihr Visum nicht ungenutzt lassen und entschied sich zu einem Gegenbesuch bei ihren fränkischen Freunden.  Hans Gruß nämlich hatte Familie Jemelin, Iwan und Maria, im Sommer in Sudogda bei Wladimir besucht. Zu dem Treffen auf dem Land war auch Wera hinzugestoßen, die schon als Kind in diese Familienfreundschaft hineingewachsen ist. Es war nämlich schon im Jahr 2000, als Fritz Wittmann seinen Freund Hans Gruß mit den Jemelins zusammengebracht hatte. Damals drückte Wera noch die Schulbank, ihr Vater war Klärwerksdirektor in Sudogda; heute ist er für Infrastrukturprojekte der ganzen Region zuständig und arbeitet im Weißen Haus in der Partnerstadt, der Schaltzentrale für Politik und Verwaltung des Gouvernements Wladimir. Iwan Jemelin kam dann 2002 zum ersten Mal nach Erlangen, wo ihm Fritz Rösch half einen gebrauchten Ford Taunus zu kaufen, mit dem der Gast dann später glücklich nach Hause fuhr. Und Wera? Sie war natürlich auch schon einmal zu Besuch, 2005, unmittelbar vor ihrem Studium. Jetzt freut sich Familie Gruß über die Gelegenheit, wieder einmal ausführlich miteinander zu sprechen – die Besucherin ist firm in Englisch und kommt auch mit Deutsch gut zurecht, während der Hausherr gern sein Russisch pflegt – und macht bestimmt schon neue Pläne für künftige Treffen.

P.S.: Wer den elfteiligen Reisebericht von Hans Gruß noch nicht gelesen hat, hole dies nach. Einfach seinen Namen in die Suchmaske oben rechts im Blog eingeben und eintauchen in eine Welt, in der aus Fremden Freunde werden.

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