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Posts Tagged ‘Blauer Himmel’


Eigentlich würde dieses Jubiläum eine ganz eigene Würdigung verdienen, aber wer Jürgen Ganzmann kennt, weiß, wie wenig ihm an Aufhebens um seine Person liegt. Ihm ging und geht es um die Menschen, in deren Dienst er sich beruflich wie ehrenamtlich stellt. So will es denn auch der Blog heute auch bei der schlichten Bemerkung bewenden lassen, daß der Leiter des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben heuer sein zwanzigjähriges Jubiläum der Zusammenarbeit mit Wladimir begeht und mit immer neuen Ideen und Impulsen weiterführt, was einmal mit der Kinderpsychiatrie begann und fortgesetzt wurde mit dem 2002 von Bundespräsident Johannes Rau ausgezeichneten Projekt „Lichtblick“, das sich dann mit einem weitverzweigten Austauschprogramm mit hunderten von Hospitationen weiterentwickelte zum „Blauen Himmel“, um schließlich in der Einführung von Erlebnispädagogik und in der inhaltlichen Unterstützung der Selbsthilfegruppe für Eltern mit schwerbehinderten Kindern „Swet“ zu münden, um nur die wichtigsten Stationen zu skizzieren.

Jurij Katz, Alina Alstut und Jürgen Ganzmann

Im Jahr 2010 dann eine wichtige Wegmarke mit der Aufnahme einer Kooperation mit Bernd Schleberger, der von Pskow aus ein Netzwerk für die Behindertenarbeit in russischen Städten und Regionen aufbaute. Siehe hierzu: https://is.gd/gjzjaw. Was sich in den Jahren seither tat, verdient höchste Anerkennung und jede denkbare Auszeichnung, denn mittlerweile ist da eine regelrechte Bewegung entstanden, die bilateral auf der Ebene von Experten und Praktikern die Fragen von Inklusion und barrierefreier Gesellschaft spürbar voranbringen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, resümiert jedenfalls Jürgen Ganzmann das letzte Treffen in Pskow vom 7. bis 11. April unter dem Titel „Entwicklung eines idealen Modells zu ambulanten Betreuungsdiensten für Menschen mit geistiger Behinderung“.

Jürgen Ganzmann, Ajschat Gamsajewa (Machatschkala), Roman Alexandrow und Jurij Katz

Acht Regionen – von Archangelsk bis Machatschkala, von Kaliningrad bis Irkutsk – und – erstmals als trilateraler Partner eine Delegation aus Minsk – trafen sich mit Jürgen Ganzmann und seiner Mitarbeiterin Arina Alstut – die beiden einzigen Fachleute aus Deutschland! – sowie mit Jurij Katz, Gründer von „Swet“, und Roman Alexandrow, Direktor des Jugendzentrums der Stadtverwaltung Wladimir. Nicht von ungefähr in dieser Konstellation, denn die Kooperation Erlangen-Wladimir gilt mittlerweile in diesen Fragen als Blaupause, und die Erfolge der russischen Partnerstadt – vor allem im Bereich „betreutes Wohnen“ – betrachtet man inzwischen landesweit als wegweisend zu einem idealen Modell. Schon entstanden nun nach dem Vorbild von Wladimir auch in Nischnij Nowgorod und Sankt Petersburg erste Projekte mit betreutem Wohnen. Um einander aber noch besser zu verstehen – die Begriffe sind in ihrer Vieldeutigkeit oft schwer zu übertragen – arbeitet man nun an einem Glossar zum Thema, das auch die unterschiedlichen bürokratischen Systeme transparent machen soll. Ermutigend dabei: Die Nichtregierungsorganisationen erfahren durch die örtlichen Behörden zunehmend Unterstützung, was sich auch darin ausdrückt, daß die Delegationen von Vertretern der kommunalen Verwaltungen begleitet wurden. Nur so lassen sich die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention, die ja auch die Russische Föderation unterzeichnete, erreichen. Die föderalen Gesetze sind nämlich – ähnlich wie in Deutschland – das eine, aber die Durchführung nach Kassenlage vor Ort etwas anderes, das sich nur mit dem Ehrenamt ins Werk setzen läßt.

Jürgen Ganzmann und Bernd Schleberger, stellvertretender Vorstand des BDWO und Koordinator des Projekts

Die nächsten Ziele sind nun neben der Einrichtung weiterer Wohnungen mit Betreuung die Organisation von Reisen für Behinderten. Nischnij Nowgorod denkt da an die Route Moskau –  Wladimir – Kasan, und Jurij Katz lädt eine Behindertengruppe aus Erlangen in sein neueröffnetes barrierefreies Haus nach Susdal ein. Noch nicht genug? Natürlich nicht: Im September reist Arina Alstut nach Irkutsk, um in Vertretung des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben zusammen mit 80 russischen Fachleuten Fragen der Betreuung von Behinderten aller Altersstufen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Eine Einladung, die zeigt, welches Ansehen sich Erlangen auf dem Gebiet erworben hat. Eine Auszeichnung, die Jürgen Ganzmann im zwanzigsten Jahr seines deutsch-russischen Fachaustausches sicher mehr bedeutet als jede Urkunde.

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Im Juli 2011 fand in Wladimir die erste deutsch-russische Konferenz zum Thema „Erlebnispädagogik“ statt, eingeführt im Rehabilitationszentrum für Kinder „Blauer Himmel“. Damals schon dabei – Olga Filatowa, Inhaberin des Lehrstuhls für Psychologie an der Universität Wladimir, und ihr Kollege, Werner Michl, einer der Väter dieses Studienfachs und seit einem Jahr emeritierter Professor des Fachs an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. Ein Jahr später unterzeichneten die beiden einen Rahmenvertrag über einen umfassenden Austausch, in dessen Folge unter anderem Gäste aus Wladimir an den Winteruniversitäten Erlebnistage im Harz und im Bayerischen Wald teilnahmen. Gleichzeitig knüpfte die Universität Wladimir Kontakte im Bereich Erlebnispädagogik in die Schweiz, nach Österreich und in die böhmische Partnerstadt, Ustí nad Labem, das frühere Aussig an der Elbe. Nicht zu vergessen ein wichtiges Projekt, die Übersetzung des Standartwerks von Werner Michl zur Erlebnispädagogik ins Russische durch ein Team aus Wladimir, erschienen in einem Moskauer Verlag und seither als Lehrbuch landesweit verwendet.

Irina Tscherkassowa, Wolfgang Wahl, Olga Filatowa, Michael Helmbrecht, Nikita Kruglow und Denis Gerstein

Gestern nun kam Olga Filatowa, begleitet von ihrer Kollegin, Irina Tscherkassowa, und den beiden Studenten, Nikita Kruglow und Denis Gerstein, mit dem Nachfolger von Werner Michl, Wolfgang Wahl, und dessen Kollegen, Michael Helmbrecht, zusammen, um über eine Wiederaufnahme des Austausches auf allen Ebenen zu sprechen. Durchaus erfolgreich! Schon ist die Rede von der Durchführung einer Sommeruniversität Erlebnistage in Wladimir, spätestens im August 2020, mit einer fünfzehnköpfigen Studentengruppe aus Nürnberg, und davor will man sich auf der Arbeitsebene schon im nächsten Jahr wiedersehen – hier wie dort, und natürlich sind Gäste bei der nächsten Winter- oder Sommeruniversität in Deutschland immer herzlich willkommen. Ein gelungener Neustart also für diese wissenschaftliche Kooperation, von der wir sicher bald mehr erfahren werden.

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Der Antrittsbesuch von Susanne Lender-Cassens ging gestern in die Zielgerade mit einem medizinisch-sportlichen Programm, unterwegs zu allen Terminen, ganz wie in Erlangen, mit dem Fahrrad. Und es zeigt sich: Entgegen der hier vorherrschenden Meinung kann man auch auf Wladimirs Straßen abgasfrei vorankommen, sogar recht zügig und ohne ständig fürchten zu müssen, so auf dem schnellsten Weg in die Unfallchirurgie zu gelangen.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens, Michail Tjukarkin und Jewgenij Jaskin

Ungläubiges Staunen denn auch in den Augen und Worten des ärztlichen Direktors vom Rot-Kreuz-Krankenhaus, wo alle schweren Fälle landen, als er von Erlangens Bürgermeisterin erfährt, wie sie sich hier fortbewegt, die den umgehend angebotenen Dienstwagen auch noch rundweg mit einem entschiedenen Lächeln ablehnt. Aber es geht hier ja auch um ein ganz anderes Thema, den Austausch von Krankenschwestern, der auf Wunsch des Gastgebers möglichst bald stattfinden soll, denn ohne die Pflege hilft dem Patienten auch die allerbeste Operation und Therapie nicht.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens und Maria Kabakowa

Wie gerufen, kommt beim Rundgang durch das Krankenhaus mit seinen 450 Betten, der Besucherin Michail Tjukarkin entgegen, der als erster Wladimirer Arzt – übrigens mit recht guten Deutsch-Kenntnissen – bereits 1989 in Erlangen hospitierte und den Anfang im Medizinaustausch machte. Ein gutes Omen für die Aufnahme von Krankenschwesternkontakten.

Gertrud Härer und Susanne Lender-Cassens beim Radkorso auf der Umgehungsstraße

Wenige Pedaltritte unterhalb des Krankenhauses eröffnete man gestern eine vierspurige Straße – ins einstige Bett des Baches Lybjed hineinasphaltiert -, von der man sich eine wesentliche Verkehrsbelastung für die bisherige Hauptachse durch die Altstadt verspricht. Mit welchem Erfolg, wird sich noch weisen.

Gennadij Stachurlow und Susanne Lender-Cassens

Erfreulich in jedem Fall, daß die Planungen auch noch Radwege entlang der Trasse vorsehen, für etwa 50 Mio. Rubel. Dabei, so buchstäblich die Erfahrung der Radler aus Erlangen, würde eine schlichte Markierung am Straßenrand auch schon ein Mehr an Sicherheit und Komfort bringen. Aber da geht man eben überall seiner eigenen Wege. Auch hier übrigens ein Wiedersehen: Susanne Lender-Cassens und der Wladimirer Fahrradpionier, Gennadij Stachurlow, kennen sich von einem Treffen in Erlangen und hoffen, noch viel gemeinsam für Umwelt und ökologische Verkehrsplanung machen zu können.

Inna Morosowa, Leiterin der Fachschule, Susanne Lender-Cassens, Jelena Owtschinnikowa, Tatjana Sajtschikowa und Olga Antropowa, beide stellv. Leiterinnen der Fachschule

Die Zeremonie freilich dauerte gar zu lange, auf die Bürgermeisterin wartete schon der nächste Termin in der Berufsschule für Pflegekräfte, die bereits in der Planung für einen Austausch mit Jena steht und natürlich auch Erlangen gern im Boot hätte. Überhaupt herrscht hier ein internationales Klima, denn es gibt auch schon Verbindungen zu einer Partnereinrichtung in Illinois. Was soll da dem Austausch noch entgegenstehen!

Interview im Garten des Erlangen-Hauses: Peter Steger und Susanne Lender-Cassens

Ein wenig später und etwa drei Radkilometer weiter geht es dann im Büro von Jelena Owtschinnikowa, der stellvertretenden Leiterin der Regionalen Gesundheitsverwaltung, um ein Herzstück der Partnerschaft, den „Blauen Himmel“. Wegen neuer föderaler Gesetze, die eine unmittelbare Anbindung von Reha-Einrichtungen an die jeweils zuständige Klinik fordern, wurde die Einrichtung in Penkino geschlossen. Man ist dort dabei, ein Sanatorium Senioren einzurichten, angegliedert an die bereits bestehende medizinische Einrichtung für Veteranen. Die Kinder hingegen sollen nach ihrer Behandlung in der Psychiatrie oder ihrem Aufenthalt in einer sozialen Einrichtung in Zukunft zur Rehabilitation und erlebnispädagogischen Nachsorge ein neues Dach, ebenfalls außerhalb Wladimir in naturnaher Lage finden. Auf keinen Fall, so die Medizinerin und ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, werde man das Projekt „Blauer Himmel“ aufgeben, das könne sie allen versichern, die sich für dieses Gemeinschaftswerk verdient gemacht haben.

Witalij Iwantschuk, Susanne Lender-Cassens und Oleg Medwedjew

Zurück im Garten des Erlangen-Hauses stand noch ein Interview mit der Lokalredaktion des TV-Senders „Rossija 1“ auf dem Programm – mit Fragen zu Zielen und Ergebnissen des Besuchs. Immer wieder erfreulich, wie sehr sich die Medien für die Partnerschaft interessieren und damit den Austausch im Bewußtsein halten.

Schule für Rhythmische Sportgymnastik

Zu diesem Austausch gehört natürlich schon immer auch der Sport, besonders das Turnen, eine Disziplin, mit der Wladimir Weltruhm genießt. Nicht vergleichbar mit Erlangen – Susanne Lender-Cassens weiß das als Sportbürgermeisterin nur zu gut -, aber die Gastgeber, Witalij Iwantschuk und Oleg Medwedjew, ihres Zeichens Leiter der Turnschule und Chef des städtischen Sportamtes, bieten Trainern und deren Schützlingen aus ihrer Partnerstadt Meisterklassen an, auch im Bereich Rhythmische Sportgymnastik, die im Gebäude gleich gegenüber unterrichtet wird. Zumal so ja auch viele neue Freundschaften entstehen könnten. Recht haben sie natürlich

Kunstwerk von Stefan Schnetz im Garten des Erlangen-Hauses

Was bleibt? Vieles, woran angeknüpft werden kann, jede Menge neuer Ideen und Initiativen und noch viel mehr, als sich hier im Blog darstellen läßt. In jedem Fall Impulse, von denen der Austausch schon bald noch vielfältiger und intensiver wird. Ganz im Sinne der Erfinder dieser wunderbaren Freundschaft.

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Was wir an Gutem erhalten wollen, müssen wir immer wieder ändern, anpassen, verbessern. So banal diese Erkenntnis sein mag, so schwer fällt ihre Umsetzung im privaten Bereich wie im Berufsleben oder in der Politik. Auch ein Lernprozeß im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir. So war zum Beispiel der Blaue Himmel von Beginn an der Psychiatrie direkt unterstellt, auch wenn sich die Einrichtung für verhaltensauffällige und psychisch behinderte Kinder etwa 40 km außerhalb der Partnerschaft befindet. Nun wurde von der regionalen Gesundheitsbehörde beschlossen, das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik an das in unmittelbarer Nähe befindliche Sanatorium für Veteranen anzugliedern. Zunächst befremdlich für die Gäste, dann aber durchaus einleuchtend, weil durch die Nachbarschaft zu dem Altenheim etwa die Verpflegung der jungen Patienten durch die eigene Küche wesentlich vereinfacht wird. Wolfram Howein, der noch bis Samstag in Wladimir bleibt, will sich deshalb die Zeit nehmen, mit der neuen Leitung zu sprechen.

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Doch der seit 1997 bestehende Kontakt zu Alexander Bersenjew soll darunter nicht leiden. Im Gegenteil. Der Chefpsychiater der Region Wladimir, auf dessen Initiative hin der Blaue Himmel entstand, wünscht sich eine Wiederbelebung der Fachkontakte zu den Kollegen von der FAU, wichtig für ihn, da er doch selbst an der Staatlichen Universität lehrt.

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw und Peter Steger

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw Poldjajew und Peter Steger

Neue Wege geht auch das Rote Kreuz in Wladimir – zusammen mit den Partnern aus Erlangen. Nachdem die Finanzierung der beiden Projekte „Erste Hilfe“ und „Häusliche Pflege“ demnächst ausläuft – allein im Rahmen des letztgenannten Programms erhielten fast 40 Patienten Unterstützung in ihrem letzten Lebensabschnitt -, will man nun mehr auf eigene ehrenamtliche Kräfte setzen. Irina Sokolowa, Vorsitzende des Roten Kreuzes auf Ebene der Region und schon in den 90er Jahren aktiv in der Kooperation mit dem BRK Erlangen-Höchstadt, stellt sich vor, daß junge Leute aus der Fachschule für medizinische Berufe zum einen etwa in Ferienlagern Kindern und Jugendlichen altersgerecht die Grundlagen einer gesunden Lebensführung näherbringen, während eine andere Gruppe mit Angehörigen die häusliche Pflege von Palliativpatienten einüben soll, unterstützt von der Stadtverwaltung, die mietfrei Räume zur Verfügung stellt. Man glaubt so, mit noch weniger Finanzen mehr Menschen in diese erfolgreich mit dem Erlanger Förderverein Rotes Kreuz Wladimir entwickelten Programme einbinden zu können. Ein Ansatz, der überzeugt, weil er rasch zu einer eigenständigen Finanzierung und Weiterentwicklung der Arbeit führen kann. Ganz im Sinne des Mottos: Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr zur Freude von Olga Dejewa, die in ihrer Zeit vor der Wahl zur Oberbürgermeisterin die Rot-Kreuz-Zusammenarbeit wiederbelebt hatte und jetzt zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, ein neues Forum ins Leben ruft, das den Austausch noch weiter intensivieren soll. Doch davon an anderer Stelle bald mehr.

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Auch hinsichtlich der russischen Variante des Buches „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ tun sich unerwartete Perspektiven auf. In einem Gespräch mit Igor Konyschew, dem erst seit einem halben Jahr amtierenden neuen Direktor des Regionalmuseums, und seiner Stellvertreterin für wissenschaftliche Arbeit, Maria Rodina, gelingt es dem Historiker Witalij Gurinowitsch und Irina Chasowa, der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, rasch das Wesen der Publikation und ihre Bedeutung für die lokale Geschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit darzustellen. Die Fachleute sind sich einig: Der im Dezember 2015 in Erlangen erschienene Band soll nach Möglichkeit mit photographischem Material aus dem Archiv ergänzt und im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Kriegsgefangenschaft in den Räumen des Museums präsentiert werden, – voraussichtlich dann freilich erst im Frühjahr. Bis dahin hat Igor Konyschew dann möglicherweise sogar schon seinen Antrittsbesuch in Erlangen gemacht. So wie er anpackt, ist das durchaus zu erwarten.

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Der Aufschub gibt aber auch dem Übersetzungstrio mehr Zeit, an den Texten zu feilen, und Altoberbürgermeister Igor Schamow kann vielleicht weitere Sponsoren für das Projekt gewinnen, von dem die russische Seite glaubt, es gebe landesweit keine vergleichbare deutsch-russische Veröffentlichung über die Kriegsgefangenschaft.

Dieter Kümpers, P. Anatolij, Maria Fedotowa und Peter Steger

Dieter Kümpers, Anatolij Seida, Maria Fedotowa und Peter Steger

Aus der Fülle der Begegnungen den ganzen Tag über sei nur noch das Treffen von Dieter Kümpers mit dem Geistlichen, Anatolij Seïda, dem spirituellen Leiter des orthodoxen Pilgerzentrums, und seiner geschäftsführenden Tourismusexpertin, Maria Fedotowa, erwähnt. Hier, noch im 19. Jahrhundert als Siechenhaus neben der Erzengel-Michael-Kirche mit Blick über die Altstadt erbaut, hat man nicht nur mehr als ein Jahrzehnt wertvolle Erfahrung mit Gästen – 50 Betten für einfachste Ansprüche stehen zur Verfügung – gesammelt, sondern man ist auch bereit, mit dem Projekt der Rosenkranzgemeinde zusammenzuarbeiten und etwa die erarbeiteten Exkursionen zu heiligen Stätten in der ganzen Region mit den Katholiken zu teilen. „Wenn wir Christen über alle konfessionellen Grenzen hinweg nicht offen aufeinander zugehen und zusammenhalten, wer soll es dann tun?“ fragt der Geistliche, der nebenher auch noch landwirtschaftliche Eigenversorgung betreibt, mit einem Lächeln in die Runde, zeigt den Besuchern frischgeschlüpfte Küken und beschenkt sie zum Abschied mit Wachteleiern. Besser hätte das Dieter Kümpers vom Verein der christlichen Hoteliers auch nicht ausdrücken können, der natürlich auch interkonfessionell denkt und im Geist der Ökumene agiert. Ermutigend also nicht nur für das Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde, sondern überhaupt eine schöne Wendung für all die vielen Windungen der Wege zwischen Erlangen und Wladimir.

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Der „Blaue Himmel“ macht seinem Namen alle Ehre. Bei ihrem gestrigen Besuch des Zentrums für Erlebnis- und Naturpädagogik nahm sich Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, begleitet von Stadtrat Jürgen Zeus und Amtsleiter Herbert Lerche viel Zeit, um mehr über die aktuelle Entwicklung der Arbeit mit Kindern zu erfahren, die für zwei Wochen aus psychiatrischen Einrichtungen, Waisenheimen oder schwierigen Familienkonstellationen der ganzen Region hierher kommen, an den Rand des Dorfes Penkino, etwa 35 km östlich von Wladimir gelegen.

Juni 43

Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter organisieren die Gruppen zwischen 20 und 25 Kindern und Jugendlichen in unterschiedlicher Zusammensetzung und schicken sie in das Zentrum, wo möglichst viel unter freiem Himmel stattfindet, auch wenn der einmal nicht so ganz blau sein sollte. Denn schon alleine der Aufenthalt draußen wirkt sich heilsam auf Körper und Seele der jungen Menschen aus.

Juni 44

Zum Konzept der Einrichtung, die vor sieben Jahren eröffnet wurde, gehört aber auch, sich die Welt unter dem mal mehr, mal weniger blauen Himmel möglichst vielfältig selbst zu gestalten und den Gegebenheiten anzupassen. Wenn bisher beispielsweise das Geld für einen Streichelzoo fehlt, greifen die Kinder unter Anleitung einfach zu Laubsäge und Pinsel, um die Tiere selbst zu erschaffen und einen kleinen Stall für sie zu bauen.

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Marina Goljakowa zeigt denn auch mit bescheiden-zurückhaltendem Stolz die Werkstatt, die davon zeugt, wie mannigfach die Betätigungen der kleinen Handwerker sein können. „Alles da an Werkzeug“, lobt Herbert Lerche nach einem Blick in die offenen Schränke die Ausstattung, finanziert aus Spenden, die Projektmanager Wolfram Howein zusammengetragen hat.

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Jeder Tag ist klar strukturiert und folgt bestimmten Aufgabenstellungen oder Motti. Gestern trug man zum Beispiel einen Wettbewerb um das schönste Straßenbild aus, an dem sich die Gäste nicht nur beteiligen konnten, sondern wo sie auch gleich in die Jury berufen wurden.

Herbert Lerche und Jürgen Zeus mit zwei Straßenmalerinnen im Blauen Himmel

Herbert Lerche und Jürgen Zeus mit zwei Straßenmalerinnen im Blauen Himmel

Gleichzeitig ging gestern das Projekt „Dschungel“ zu Ende, wo die Kinder die Aufgabe hatten, eine Begegnung zwischen heimischen Tieren und der Exotik der Urwälder in Südamerika und Afrika zu gestalten.

Herbert Lerche, Marina Goljakowa, Elisabeth Preuß und Jürgen Zeus

Herbert Lerche, Marina Goljakowa, Elisabeth Preuß und Jürgen Zeus

Auf dem weitläufigen Gelände der Einrichtung, wesentlich finanziert aus Mitteln der „Aktion Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks, finden sich aber auch Spuren der Zusammenarbeit etwa mit den Pfadfindern des Stammes Asgard aus Erlangen. Im Sommer letzten Jahres hatten die Gäste gemeinsam mit den Kindern einen Erlebnispfad gebaut, der auch für Erwachsene eine Herausforderung darstellt und den Sportplatz ideal ergänzt.

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Vor allem die Außeneinrichtungen nutzt der „Blaue Himmel“ gern gemeinsam mit der Dorfjugend von Penkino, die sich über die vielen Angebote freut. Alle unter dem Leitmotiv des Lächelns. „Laßt, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren“, heißt es in Dantes Göttlicher Kommödie, doch hier ist, wie ein Plakat über dem Eingang warnt, der Eintritt mit schlechter Laune verboten.

Juni 50

Eintritt mit schlechter Stimmung streng verboten! Lächle und tritt ein!

Diese „Idylle“ erreiche man aber, so Marina Goljakowa, meist erst gegen Ende des Aufenthalts der Kinder. Es dauere, bis sich ein Struktur in der Gruppe herausgebildet, bis sich alle geöffnet haben. Der Schlüssel dazu: Zuwendung und Anerkennung, die zu Hause oder in den anderen Einrichtungen oft nicht genug erlebt werden. „Das erste, was die Kinder morgens wollen, ist eine Umarmung. Und wenn man dann noch ein lobendes Wort für sie hat und gar auch noch ein Talent an ihnen entdeckt, bekommt man dieses Lächeln, das Kinderglück verheißt.“

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Aber als Besucher spürt man rasch: Hier ist mehr im Spiel, hier geht man mit Liebe zu Werke, sei es bei der Gestaltung von Objekten, Räumen und Orten oder vor allem im Umgang mit den Kindern. Und wenn diese Liebe gegeben ist, kann nicht mehr viel zum Wohl der Heranwachsenden fehlen.

Juni 52

Und diese Liebe kommt zurück zum pädagogischen Team, so wie auch viele der Kinder immer wieder zurück nach Penkino kommen, das sie stets mit Tränen verlassen.

Juni 53

Das Team übrigens arbeitet jetzt nicht nur mit der Technischen Universität Nürnberg, der ehemaligen Georg-Simon-Ohm-Hochschule zusammen, sondern auch mit der Universität Wladimir, wo man die Ergebnisse des Blauen Himmels evaluiert. Und im nächsten Winter ist die Einrichtung Projektpartner bei den Naturerlebnistagen mit deutschen Studenten und Fachleuten, die in Susdal und Penkino stattfinden sollen.

Juni 54

Möge für Penkino immer die Sonne scheinen!

Freude herrscht natürlich auch darüber, mit der pädagogischen Arbeit landesweit eine führende Rolle eingenommen zu haben, von den Kollegen andernorts als nachahmenswert eingestuft und sicher einmalig in der Konstellation erfolgreicher deutsch-russischer Zusammenarbeit.

Juni 55

„Immer wieder beeindruckend und berührend“, faßt Elisabeth Preuß zusammen, die das Zentrum ebenso wie Jürgen Zeus seit seiner Eröffnung kennt und begleitet.

Frauenkloster von Bogoljubowo

Frauenkloster von Bogoljubowo

Dies ließe sich auch für das Frauenkloster von Bogoljubowo und die Kirche Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl sagen, die am Weg zurück von Penkino nach Wladimir liegen.

Mariä- Schutz- und Fürbitt-Kirche an der Nerl

Mariä- Schutz- und Fürbitt-Kirche an der Nerl

Nach einem kurzen Abstecher in die russische Architekturgeschichte führt der Weg weiter ins Kinderkrankenhaus mit seinen 325 Betten, das seit 1990 im Mittelpunkt der medizinischen Zusammenarbeit der Partnerstädte steht. Mehr noch: „Wir haben in Erlangen überall so viele Freunde“, freut sich Swetlana Makarowa, die ärztliche Direktorin. „Sogar die Heinrich-Kirchner-Schule schickt uns immer wieder ihre Spenden und Bilder, Soroptimist International aus Erlangen hat uns bei der Einrichtung eines gynäkologischen Behandlungszimmers für Mädchen und bei der Ausstattung von Elternzimmern auf der onkologischen Abteilung geholfen. Und und und…“

Jürgen Zeus, Swetlana Makarowa, Elisabeth Preuß, Nadeschda Panfilowa und Herbert Lerche

Jürgen Zeus, Swetlana Makarowa, Elisabeth Preuß, Nadeschda Panfilowa und Herbert Lerche

Und im September kommen wieder die Kollegen von der Pädiatrie aus Erlangen, um den Fachaustausch fortzusetzen. Da werden jetzt schon Programmpläne geschmiedet, um die Versorgung der Kinder noch weiter zu verbessern, denn: „Wenn wir uns nicht fortbilden, geht es nicht voran.“

Juni 59

Voran geht es sichtlich mit dem Bau des Pilgerhauses der Rosenkranzgemeinde. Keller und Erdgeschoß sind nun fast fertiggestellt, und dem Zeiplan nach sollte man im Herbst schon Richtfest feiern können. Der organisatorische und finanzielle Kraftakt ist für die Wladimirer Katholiken freilich nur zu schaffen dank der vereinten Unterstützung durch die Hilfswerke Renovabis und Kirche in Not sowie des Fördervereins Nadjeschda, besonders aber des Erzbistums Bamberg, das nicht nur mit eigenen Mitteln einspringt, sondern auch erfolgreich in anderen Diözesen Spenden einwirbt.

Juni 60

Einmal fertiggestellt, sollen hier Gruppen von bis zu 40 Personen unterkommen und damit die finanzielle Autarkie der Gemeinde sicherstellen. In jedem Fall das umfangreichste, aufwendigste und komplizierteste Projekt in der Geschichte der Partnerschaft, eine Geschichte, auf die noch oft zurückzukommen sein wird.

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Irina Chasowa

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Irina Chasowa

Und eine Geschichte, an der drei Frauen schon jetzt entscheidend Anteil haben: Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses. Drei Frauen, die mit einem Lächeln in die Zukunft blicken, denen die Zusammenarbeit der Partnerstädte am Herzen liegt, von denen man noch viele Impulse und Anregungen erwarten darf. Drei Frauen, die sich gestern voneinander nicht mit einem „Lebwohl!“ verabschiedet haben, sondern mit einem „Auf Wiedersehen!“

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Von der Wladimirer Selbsthilfegruppe für Eltern mit schwerbehinderten Kindern, „Swet“, ist gestern wieder einmal ein Dankschreiben für die Hilfe aus Erlangen eingegangen.

Dank für ein Grundstück, in einem Dorf zwischen der Partnerstadt und Susdal an der Nerl gelegen, ursprünglich vorgesehen, um dort den „Blauen Himmel“ einzurichten. Da dieses Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik ja nun in Penkino an der Kljasma seine dauerhafte Heimat gefunden hat, ist der vor mehr als zehn Jahren aus Spendenmitteln erworbene Bauplatz nicht mehr nötig und wurde nun gestern rechtsverbindlich der Elterninitiative überschrieben. Zur Nutzung durch die Kinder für Freizeitaktivitäten und therapeutische Maßnahmen wie angeleitete Gartenarbeit.

Im Treibhaus

Im Treibhaus

Bei der Schaffenskraft von „Swet“, hier im Blog immer wieder mit Bewunderung verfolgt, darf man davon ausgehen, daß schon im Frühjahr zu sehen sein wird, was hier auf dem Land einmal entstehen soll. Dank der Unterstützung aus Erlangen.

Nach getaner Arbeit ist gut ruhen

Nach getaner Arbeit ist gut ruhen

Dank sagt Jurij Katz, der die Organisation gemeinsam mit seiner Frau, Ljubow, am 1. September 1995 ins Leben gerufen hat, in seinem Brief auch für die Unterstützung aus Erlangen hinsichtlich des Programms „Betreutes Wohnen“, wo man jetzt gerade die Arbeit im Obst- und Gemüsegarten abgeschlossen habe: „Am vergangenen Sonntag ernteten wir die letzten Äpfel, aßen Kartoffeln aus Eigenanbau, verbreiterten die Wege… Wir hatten eine gute Ernte: Gurken, Tomaten, Kräuter und jede Menge Kartoffeln.“

Gartenbau in Jurjewez

Gartenbau in Jurjewez

Begonnen habe nun auch, wie der Vater eines schwerbehinderten Sohnes berichtet, die Arbeit auf dem von der Stadtverwaltung kostenlos bereitgestellten Grundstück im Stadtteil Jurjewez im Westen von Wladimir, wo ein ganzes Haus für betreutes Wohnen entstehen soll. Begonnen hat man schon einmal mit dem Garten, wo Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt wurden. Immer gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, die all ihren Behinderungen trotzen.

Die Zeilen enden: „Nochmals danke für Eure Unterstützung unserer Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern. DANKE Euch allen!“

Da geht noch was drauf!

Da geht noch was drauf!

P.S.: „Swet“ – zu Deutsch „Licht“ – ist eines von vielen praktischen Beispielen dafür, daß es durchaus solidarische Initiativen der russischen Zivilgesellschaft gibt und das Bild, das gestern hier der Soziologe Dmitrij Petrosjan zeichnete, gar nicht so düster aussieht. Man muß nur genauer hinsehen, dahin, wo so manches Licht leuchtet.

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Bei seinem Antrittsbesuch in Wladimir im September 2014 wurde Oberbürgermeister Florian Janik bei der Besichtigung des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ die Idee vorgetragen, gemeinsam mit Jugendlichen aus Erlangen einen Erlebnispfad zu bauen. Spontan für das Vorhaben begeistert, sagte der Gast zu, sich um die Sache persönlich zu kümmern und sprach, gesagt – getan, nach seiner Rückkehr Stadtrat Helmut Wening an, der den Pfadfinderstamm Asgard betreut. Hier nun der Bericht der Gruppe, die sich im Sommer auf die Reise in die Partnerstadt machte:

Der Pfadfinderstamm Asgard aus Erlangen reiste im Sommer 2015 mit einer neunköpfigen Gruppe nach Wladimir, um dort einen Erlebnispfad für die Einrichtung „Blauer Himmel“ zu bauen.

Ein Teil der Gruppe am Vorabend der Abreise

Ein Teil der Gruppe am Vorabend der Abreise

23. Juli: Es geht los! Wir treffen uns an unserem Pfafindergrundstück und sprechen noch einmal alles durch, wiegen unser Gepäck und drucken unsere Bordkarten aus. Mit Peter Steger und Wolfram Howein, unseren beiden Ansprechpartnern, informieren wir uns über Details und bekommen unsere Pässe samt Visa zurück. Doch leider stellte sich heraus: Adam, einer aus unserer Gruppe, dessen Visum aus einem uns nicht ersichtlichen Grund nicht rechtzeitig ausgestellt wurde, konnte wohl am nächsten Morgen nicht mitfliegen. Trotz dieser Enttäuschung schließen wir die Vorbereitungen erfolgreich ab und gehen erwartungsvoll auf den nächsten Tag schlafen.

Flughafen Zürich

Flughafen Zürich

24. Juli: Um fünf Uhr morgens setzen wir uns ins Auto. Wir werden freundlicherweise von einem Pfadfinder aus unserem Stamm zum Flughafen gefahren. Nach kurzer Zwischenlandung in Zürich kommen wir um etwa 17.00 Uhr Ortszeit am Flughafen Moskau-Domodjedowo an, wo wir von Benni und Jakob, die schon zwei Wochen vor uns abgereist waren, bereits erwartet werden. Sie machen uns mit Johannes, einem Studenten aus Jena bekannt, der in Wladimir ein Soziales Auslandsjahr macht. Johannes führt uns zu einem Kleinbus mitsamt Fahrer, der uns schließlich nach Wladmir bringt. Es ist eine lange, zähe Autofahrt auf einem Moskauer Highway, die schließlich durch eine Wagenpanne am Straßenrand zum Erliegen kommt. Nach zwei Stunden Zeitvertreib mit Singen und Spielen im Nirgendwo kommt endlich ein Ersatzfahrzeug, welches uns um 3.00 Uhr morgens völlig erschöpft in unserem Hostel abliefert.

Auf Erkundungstour in Wladimir

Auf Erkundungstour in Wladimir

25. Juli: Gut ausgeschlafen, machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Wladimirer Innenstadt. Nach einer ausführlichen Besichtigung und fasziniert von den Unterschieden zu einer deutschen Großstadt, gehen wir in einer Shopping Mall einkaufen und lassen uns von der russischen Produktvielfalt faszinieren.

Die Asgard-Gruppe im Goldenen Tor

Die Asgard-Gruppe im Goldenen Tor

26. Juli: Johannes und Freddy fahren zurück zum Flughafen um Adam, der glücklicherweise sein Visum noch bekommen hat, und mit der nächsten Maschine nach Moskau geflogen ist, abzuholen.
Währenddessen macht der Rest der Gruppe eine Tour zur Kljasma, wo man den Nachmittag mit Spielen und Spaziergängen verbringt.

Willkommen im Blauen Himmel

Willkommen im Blauen Himmel

27. Juli: Auf nach Penkino! Um 10 Uhr morgens holt uns Johannes an unserem Hostel ab, und wir fahren, endlich vollzählig, nach Penkino zur Einrichtung „Blauer Himmel“, die zweiwöchige Aufenthalte für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien und mit geistigen Beeinträchtigungen anbietet. Dort angekommen, werden wir von den Erziehern freundlich empfangen, in unsere Wohnung geführt, und wir besprechen gleich mit Wasilij, dem für uns zuständigen Pädagogen, den Bau des Erlebnispfades.

Die Axt im Wald von Penkino

Die Axt im Wald von Penkino

28. Juli: Es geht an die Arbeit! Ein Teil der Gruppe macht sich am Vormittag auf den Weg in die Stadt, um Lebensmittel und Baustoffe zu kaufen. Unsere Baustelle ist vorzubereiten, das bedeutet von Unkraut zu befreien und zu ebnen. Die Mücken und das schwüle Wetter machen uns zu schaffen, doch am Ende des Tages wurden wir doch noch fertig und fielen müde ins Bett.

Die Arbeit am Erlebnispfad

Die Arbeit am Erlebnispfad

Die nächsten Tage verbrachten wir mit dem Bau des Erlebnispfades, der bis auf einige Kleinigkeiten planmäßig verlief.

Jeder legt Hand an

Jeder legt Hand an

1. August: Der Pfad ist fertig! Mit einer kleinen Eröffnungsfeier zusammen mit den Kindern und den Pädagogen weihen wir unser Werk ein und verabschieden uns schon einmal von der Einrichtung.

Der Pfad nimmt Gestalt an

Der Pfad nimmt Gestalt an

2. August: Früh fahren wir mit dem öffentlichen Nahverkehr in die kleine historische Stadt Susdal. Dort haben wir eine gute Unterkunft für uns gemietet. Wie sich herausstellt, ist der Ort sehr schön und wartet mit vielen Sehenswürdigkeiten auf.

Erprobungsphase für den Pfad

Erprobungsphase für den Pfad

5. August: Nach zwei Tagen in Susdal inklusive einer kleinen Tageswanderung fahren wir nach Moskau, um dort unsere Reise ausklingen zu lassen. Wir haben uns dort in einem kleinen, schicken Hostel im Botschaftsviertel eingemietet.

Der Pfad ist fertig!

Der Pfad ist fertig!

6. August: Ein langer Tag in Moskau inklusive Märkten, Kirchen, Kreml, Gorkij-Park und vielem mehr geht zu Ende, wir machen uns auf den Weg zum Flughafen, von dem wir am nächsten Morgen über München zurück nach Nürnberg fliegen werden.

In Susdal

In Susdal

Allgemein war die Großfahrt für alle Reiseteilnehmenden eine Erfahrung, die wahrscheinlich noch ewig in Erinnerung bleiben wird. Insbesondere der Bau des Pfades.

Freddy Marthol

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