Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Bevölkerungsentwicklung Wladimir’


Keine guten Nachrichten von den Statistikern. In den vergangenen neun Jahren konnten nur die Städte Wladimir und Raduga einen leichten Zuwachs an Bevölkerung verzeichnen, alle übrigen Landkreise und Kommunen verloren zum Teil deutlich an Einwohnern.

Die Partnerstadt gewann seit 2010 immerhin 14.400 Neubürger hinzu und zählt nun 360.400 Einwohner, von denen 2.500 in den eingemeindeten Dörfern leben. Doch auch hier übertrifft die Sterblichkeit, wie in der ganzen Region, die Geburtenquote fast um das Doppelte.

stat_population.jpg

Schautafel für die Bevölkerungsentwicklung der Landkreise der Region Wladimir 2010-2019

Der Zuwachs in Wladimir rührt also wesentlich von der Migration innerhalb des Gouvernements her, geht demnach zu Lasten der „Provinz“. Zuzug aus anderen Region der Russischen Föderation findet hingegen kaum statt, und aus dem Ausland meldeten sich im vergangenen Jahr gerade einmal ca. einhundert Personen neu an. Seine Größe zumindest halten konnte nur Murom mit 116.800 Einwohnern, alle übrigen Kommunen und Landkreise verloren zum Teil massiv, wie etwa Wjasniki mit einem Minus von 13.000.

Die Entwicklung setzt sich leider für die gesamte Region Wladimir fort. Die Statistik weist für die ersten sieben Monaten des Jahres im Vergleichszeitraum von 2018 einen Rückgang der Geburten um 10% und der Sterbefälle um 5%. Und: Es sterben 1,9 mal mehr Menschen als Geburten zu verzeichnen sind, wobei die Kindersterblichkeit auf 3,5% anstieg und jetzt bei 5,9 Todesfällen auf 1.000 Geburten liegt – gut zwei mehr als in Deutschland, aber deutlich niedriger als im Landesschnitt (ca. acht Todesfälle auf tausend Geburten).

Read Full Post »


Zum heutigen Tag des Vaterlandsverteidigers veröffentlichen die Statistiker Zahlen zum Thema „Männer“, die nachdenklich stimmen. Zunächst einmal sind sie in der Unterzahl: 624.000 zählte man im Vorjahr in der Region Wladimir, 130.000 weniger als Frauen. Damit kamen 2018 auf 1.000 Männer 1.207 Frauen, ein Verhältnis, das sich bereits Jahren so darstellt – seit 2010 stehen 45% Männer 55% Frauen gegenüber. Demographisch geraten die Männer zunehmend ins Hintertreffen, denn 2018 wurden sie um 7.300 weniger, wobei der Anteil der älteren Männer konstant bei 17% bleibt, was die allgemeine Alterung der Gesellschaft widerspiegelt. Alarmierend dabei die hohe Zahl von Männern, die das Gouvernement Wladimir verlassen. 2018 waren das 9.200, 300 mehr als 2017. Dieser „Fluchtreflex“ zeigt sich freilich bei den Frauen noch ausgeprägter. 11.000 waren es im vergangenen Jahr, die ihrer Heimat den Rücken kehrten, 2017 lag die Zahl noch bei 10.400.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Schneesturm, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Positiv zu vermerken ist aber die gute Beschäftigungslage. Die Arbeitslosigkeit unter Männern ist zwar nur leicht, aber immerhin nachweisbar gefallen, von 5% im Jahr 2017 auf 4,8% im Vorjahr. 95% von ihnen verfügen über ein stabiles Einkommen. Dabei besetzen die Herren ungeachtet aller Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit weiter vornehmlich Leitungspositionen und typische „Männerberufe“ und dominieren diesen Bereich mit teilweise mehr als 60% Anteil: Versorgung und Entsorgung, Bau, Transportwesen, Logistik, Land- und Forstwirtschaft, Naturwissenschaften, Energie-Erzeugung, Abfallverwertung – und Straßenreinigung, besonders heute, denn gestern tobte über Wladimir ein Schneesturm.

Schnee 5

Nikolaj Liwschiz, Chefredakteur des Prisyw

 

Read Full Post »


Die Spitzen der Graphik machen es anschaulicher als jede Statistik: Der Großteil der russischen Bevölkerung lebt in der Hauptstadt, gute zwölf Millionen, und in der Region Moskau, siebeneinhalb Millionen, gefolgt von Sankt Petersburg mit mehr als sieben Millionen und dem Gouvernement Leningrad, wo 1,78 Millionen Menschen leben. Überhaupt ist vor allem der westliche Teil Rußlands besiedelt, während es in den ohnehin schon dünn bewohnten nördlichen und östlichen Teilen der Föderation nach wie vor mehr Abwanderung als Zuzug gibt. Statistiker teilen das größte Land der Erde gern in zwei Zonen ein, den West-Süd-Streifen mit mehr als acht Einwohnern pro qkm und die nördliche Hälfte, wo weniger als sechs Menschen auf dem Quadratkilometer leben. So gerechnet steht es, auf die 85 Gouvernements bzw. Regionen heruntergebrochen: 62:23. Noch konkreter: Von den knapp 147 Mio. Einwohnern Rußlands leben 126 Millionen auf 35% der Fläche, während auf die restlichen 65% der nördlichen Zone nur 15% der Bevölkerung, also gerade einmal 21 Millionen entfallen, also 3,8 Millionen qkm versus 13,3 Millionen qkm. Zur Ergänzung das Stadt-Land-Verhältnis: 74% der Menschen leben in Städten, davon 23% in den 15 Millionenmetropolen; allein 12% entfallen auf Moskau und Sankt Petersburg.

Bei so vielen Zahlen darf natürlich auch die Statistik zu Wladimir nicht fehlen. Derzeit zählte man 1 389 599 Einwohner in der Region, mit abnehmender Tendenz. In der Partnerstadt leben aktuell 352.681 Menschen, gefolgt von Kowrow mit 140.117 und Murom mit 110.746 Einwohnern. Auf den qkm kommen knapp 48 Einwohner. Zum Vergleich: Das Bundesland Brandenburg, für deutsche Verhältnisse sehr dünn besiedelt, bringt es bei der in etwa gleichen Fläche wie die Region Wladimir mit ihren gut 29.000 qkm mit 84 Einwohnern pro qkm fast auf das Doppelte.

Read Full Post »


Keine erfreulichen Zahlen, die da vom Amt für Statistik der Region Wladimir veröffentlicht werden: Immer noch wandern mehr Menschen in die Nachbargouvernements Moskau und Nischnij Nowgorod ab, als geboren werden und zuziehen. So leben derzeit – Stand vom 1. Januar 2017 – 1.390.000 Einwohner in der Region Wladimir, 78% davon in Städten, 22% auf dem Land. Den Prognosen zufolge werden es 2036 nur noch 1.231.000 sein, wobei man ein Verhältnis von Stadt zu Land in der Größenordnung von 81% vs. 19% erwartet. Dies würde in 18 Jahren einen Verlust von gut 11% bedeuten, sprich 160.000 Menschen weniger als derzeit. Nicht verwunderlich angesichts einer kontinuierlich sinkenden Geburtenrate – von 11,5 Promille im Jahr 2012 auf 9,7 Promille im Vorjahr und erwarteten 9 Promille im Jahr 2035. Gleichzeitig verstarben in der Region im Jahr 2016 fast 23.000 Menschen, etwa so viele wie 2015, also 16,5 Todesfälle auf 1.000 Personen, verursacht – wie schon in den vergangenen fünf Jahren – vorrangig durch Herz- und Kreislauferkrankungen (mehr als die Hälfte), Krebsleiden (gut 15%) und Versagen innerer Organe und des Verdauungstrakts mit etwa 8% Anteil. Aktuell zeichnet sich ein Trend ab, wonach im ersten Quartal des Jahres eine Zunahme um das 2,3-fache der Erkrankungen des Nervensystems – bei gleichzeitigem Rückgang der anderen Faktoren – als Todesursache zu vermerken ist. Für 2035 geht man bereits von 17 Sterbefällen auf 1.000 Personen aus. Leider fällt da kaum ins Gewicht, wenn Erfolge beim Kampf gegen Kindersterblichkeit zu vermelden sind: In den letzten fünf Jahren lag zu Zahl so niedrig wie nie zuvor, bei 6,4 Todesfällen im ersten Lebensjahr auf 1.000 Neugeborene. Im ersten Quartal 2017 sank diese Ziffer sogar auf 5.

Die sinkende Geburtenrate in Rußland brachte man mit der geringen Zahl junger Frauen in Zusammenhang

 

Wenig Trost bietet auch die Entwicklung der Migration: 2016 zogen 17.600 Neubürger in die Region, während 19.500 Einwohner des Gouvernements Wladimir ihre Heimat verließen. Ein Verlust, den auch Zuwanderer aus dem Ausland nicht ausgleichen können. 2015 waren es gerade einmal 46 Personen mehr als im Vorjahr, 491 aus der Ukraine und 305 aus Tadschikistan. Allerdings rechnet man in der Perspektive mit einem Zuwachs von 400 ausländischen Migraten im Jahr 2021 auf 1.300 Neubürger im Jahr 2035.

Read Full Post »


Wenig erfreuliche Zahlen gibt das Amt für Statistik der Region Wladimir bekannt. Die Bevölkerung schrumpft nämlich schier unaufhaltsam weiter, besonders im arbeitsfähigen Alter. Dafür nimmt die Gruppe der Rentner beständig zu, wobei schon ab dem Alter von 35 Jahren der Frauenanteil wächst und wächst.

Demographie 1

Konkret sieht das so aus: Anfang des Jahres 2013 lebten 1.421.700 Menschen im Gouvernement Wladimir, das eine Fläche einnimmt, so groß wie ganz Franken und die halbe Oberpfalz zusammengenommen. Damit hat die Region gegenüber dem Vorjahr 10.000 Einwohner verloren, eine Tendenz, die seit 1990 etwa in dem Rahmen beobachtet wird. Der Minusrekord wurde 2002 mit einem Rückgang um 19.000 Menschen verzeichnet. Das Zahlenverhältnis von Frauen zu Männern könnte zur baldigen Ausrufung des Matriarchats führen: 55% zu 45%. Auf 1.000 Männer kommen 1.217 Frauen. Der Knabenvorschuß, den die Natur mit 51,3% auch im Gouvernement Wladimir gewährt, ist bereits im Alter von 34 Jahren aufgebraucht. Arbeits- und Verkehrsunfälle, Alkohol, Drogen, Armee, Selbstmorde und vieles andere, was ein Männerleben gefährlich macht, sorgen für eine ebenso frühe wie harte „Auslese“. In der Altersgruppe bis 35 Jahren haben die Frauen bereits ein Mehr an einem halben Prozent, bis 55 Jahren ist daraus bereits ein Drittel geworden. Ab dann wird es dramatisch. Ein richtiger Riß geht durch die Geschlechter. Von 60 bis 64 Jahren stehen mehr als 60% Frauen knappen 40% Männern gegenüber, und ab einem Alter von 70 Jahren kommt es fast zu einer Zweidrittel-Gesellschaft mit einem Frauenanteil von 73,7%.

Arithmetik des Lebens: Wir müssen mehr werden

Arithmetik des Lebens: Wir müssen mehr werden!

Auch wenn ein kleines Plus bei der Geburtenrate zu vermelden ist und es jetzt im Vergleich zum Vorjahr um 1,7% mehr Kinder im Alter bis zu 15 Jahren gibt, ist der Anteil von Heranwachsenden an der Gesamtbevölkerung mit gerade einmal 15% freilich viel zu gering. Zumal es immer weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter gibt. Ihre Zahl ging im Zeitraum 2009 bis 2012 um 62.000 Frauen und Männer, von 888.000 auf 826.000, zurück, was gerade einmal 58% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Dabei nahmen die Rentner im gleichen Zeitraum in absoluten Zahlen um 17.000 zu.

Demographie 3

Dieser Tendenz zur Selbstauslöschung etwas entgegenzusetzen, wird die Hauptaufgabe von Swetlana Orlowa sein, die heute als erste Frau ins Amt des Gouverneurs der Region Wladimir eingeführt wird. Ihr ist dabei in den nächsten fünf Jahren eine glückliche Hand zu wünschen.

Read Full Post »


Die Region Wladimir bleibt bei einem hohen Anteil von alten Menschen. Eine alte Bevölkerung hat man nach internationalen Standards, wenn der Anteil von Menschen, die älter als 65 Jahre sind, mehr als 7% beträgt. Diese Grenze hat das Gouvernement Wladimir längst überschritten. Man geht davon aus, daß 2025 auf zehn Erwerbsfähige acht Nichterwerbsfähige kommen, darunter nur zwei Heranwachsende.

Ungleiche Ehe. Wassilij Pukirjew

Der Einwohnerzahl nach nimmt das Gouvernement Wladimir in Zentralrußland den sechsten Platz ein; bei der letzten Volkszählung 2002 lag die Region noch auf dem fünften Platz. Augenblicklich zählen die Statistiker 1.444.000 Einwohner im Gouvernement von der Größe unseres Bundeslandes Brandenburg. Fast 98.000 Menschen oder 7% verlor die Region allein im vergangenen Jahr. Manche Städte trifft es besonders hart, zum Beispiel Sudogda mit einem Minus von 11%. Die Frauen haben und behalten ihre Dominanz mit 5%. Doch selbst wenn sie alle im gebärfähigen Alter wären und mindestens zwei Kinder zur Welt brächten, ließe sich der Bevölkerungsrückgang kurzfristig nicht auffangen. Gerechnet auf 1.000 Einwohner standen 2010 18 Sterbefälle ganze 11 Geburten gegenüber. In Gesamtrußland ist das Verhältnis 14 zu 12,5. Man steht vor gewaltigen Problemen für die Sozialsysteme, die Infrastruktur, die Produktivität. Noch eine Zahl, die man hier ins Verhältnis setzen sollte: Rußland zählt aktuell 143 Mio. Einwohner, 2025 werden es nur noch 140 Mio. sein, gerade einmal 2% der Weltbevölkerung und das in einem Land, das ein Sechstel der Erdoberfläche bedeckt. Da drohen noch ungeahnte Konflikte um Siedlungsflächen und Bodenschätze vor allem mit dem Nachbarland China.

Unterdessen aber sind viele Russen mit dem Überlebenskampf beschäftigt. Man geht davon aus, daß 23% der Bevölkerung am oder jenseits des Existenzminimums leben und sich nicht jeden Tag sattessen können. 46% müssen sich sogar bei Kleidung einschränken, nur 11% können sich Urlaub in einem Kurort, gerade einmal 7% im Ausland leisten. Das Existenzminimum, das sei nachgetragen, liegt in der Region Wladimir bei 5.144 Rbl. für Rentner, 6.840 Rbl. für Erwerbsfähige und 6.172 für Kinder.

Noch etwas zum Thema Alter: In der ganzen Region leben nicht mehr als 58 Menschen, darunter nur drei Männer, die 100 Jahre und älter sind, 14 davon leben in der Partnerstadt, und die älteste ist soeben 106 Jahre alt geworden.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: