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Posts Tagged ‘Behindertenarbeit in Wladimir’


Es gehört zu den Glücksfällen der Städtepartnerschaft, wenn nach einem wie auch immer bedingten Ausscheiden einer prägenden Persönlichkeit aus dem aktiven Austausch die Nachfolge gelingt. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist die Fortsetzung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Wladimir im Bereich Erlebnispädagogik, initiiert vom mittlerweile emeritierten Werner Michl, und nun fortgeführt von Cosimo Mangione und Wolfgang Wahl. Siehe hierzu: https://is.gd/Vxfr7P

Cosimo Mangione und Wolfgang Wahl, beide Professoren an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm Nürnberg, folgten einer Einladung der Staatlichen Alexander-und-Nikolaj-Stoletow-Universität und reisten vom 15. bis 20. Oktober nach Wladimir, um an einer wissenschaftlichen Tagung teilzunehmen. Das Thema der Tagung lautete „Psychological support and social assistance of a person during crisis periods“. Tagungssprachen war Russisch und Deutsch. Die Vorträge wurden jeweils synchron übersetzt.

Cosimo Mangione am Rednerpult

Organisiert wurde die Veranstaltung von Olga Filatowa, Leiterin des Lehrstuhls für die Psychologie der Persönlichkeit und Fachpädagogik an der Universität Wladimir. Neben den Nürnberger Wissenschaftlern waren auch Kollegen aus Polen, der Tschechischen Republik, von der Hochschule Linz, aus der Schweiz und natürlich aus der Russischen Föderation selbst mit dabei. Zwei Tage lang tauschten sich die Fachleute aus Forschung und Praxis zu ganz unterschiedlichen Aspekten der Krisenbewältigung aus. Spannende Einblicke in die klinisch-psychologische Arbeit vor Ort gaben Psychologinnen der regionalen Psychiatrischen Klinik von Wladimir. Ein Teil der Tagung fand dort sowie am Zentrum für Sprachpathologie und Neurorehabilitation statt.

Die beiden Nürnberger Hochschullehrer nutzten den Aufenthalt gleichzeitig dazu, Einrichtungen der Behindertenhilfe vor Ort zu besichtigen. Jurij Katz führte durch die Räumlichkeiten von „Swjet“ in Wladimir und Susdal. Ein hoher Stellenwert wird in diesen betreuten Wohnformen auf die Selbstbestimmung der Bewohner gelegt.

Behindertengerechtes Gästehaus der Selbsthilfeorganisation Swet in Susdal

Insgesamt, so fassen beide ihre Eindrücke zusammen, sind vor allem die finanziellen und räumlichen sowie materiellen Rahmenbedingungen für soziale und psychotherapeutische Arbeit vor Ort schwieriger als in vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland. Die Fachkräfte gleichen dies aber umsomehr mit persönlichem Engagement und Kreativität aus. Beeindruckt waren die Gäste auch von der außergewöhnlichen Gastfreundschaft und dem großen persönlichen Einsatz der Organisatoren, die das Treffen für beide zu einem ganz besonderen Erlebnis werden ließen. Zahlreiche Studenten waren den Tagungsgästen als Betreuer und persönliche Übersetzer zur Seite gestellt.

Im August 2020 ist in Wladimir und Susdal eine internationale „Sommeruniversität“ geplant, bei der unter anderen auch eine Studentengruppe aus Nürnberg teilnehmen wird.

Wolfgang Wahl

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Der Samstagvormittag gehört im Erlangen-Haus den Kindern. Ebenso erstaunlich wie erfreulich die Weiterentwicklung des pädagogischen Programms. Im August 2017 hatte Anna Lesnjak eine Fortbildung am Goethe-Institut in Moskau gemacht, und schon wenige Wochen später startete sie mit der Zwerglgruppe.

Man merkt es dem Großen Saal im Erlangen-Haus an: Das Unterrichtsmaterial zeigt spielerische Elemente, und die Lehrerin geht denn auch mit spielerischem Ernst ans Werk.

Man merkt es den Kindern an: kein Zwang, keine Unlust. Sie freuen sich auf den Unterricht und sind mit Eifer bei der Sache.

Wer erinnert sich noch, wie diese beiden Maskottchen heißen?

Mit einem Ball bringt Jekaterina Ussojewa alle ins Spiel. Wer ihn zugeworfen bekommt, stellt sich vor und wirft ihn dann weiter. Das ging gestern schwuppdiwupp, denn es waren nur fünf gekommen. Wo denn die andere Hälfte abgeblieben sei, fragt der Gast. „Die feiern noch den 8. Mai und die Butterwoche“, kommt prompt zur Antwort. Auch recht, wenn Festtage als Entschuldigungsgrund genügen.

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Jekaterina Ussojewa

Nachhilfe brauchen die Kleinen aber noch in Sachen Erlangen. Was das für eine Stadt ist, wo sie liegt, was sie mit Wladimir zu schaffen hat, wissen noch nicht alle. Aber, wer weiß, in fünf oder sechs Jahren kommt ja vielleicht schon die eine oder der andere per Schüleraustausch in die deutsche Partnerstadt und erinnert sich dann an diese kleine Einführung.

Peter Steger und die Zwerglgruppe

Während sich dann der Unterricht wieder dem eigentlichen Stoff – den Jahreszeiten und der Rechtschreibung – zuwendet, wartet draußen der tauende Rest des Winters.

Und wo könnte man den schöner erleben als in Susdal, wohin man für gerade einmal 100 Rubel in knapp einer Stunde mit dem Linienbus fahren kann – mit Stehplatz. Eng an eng, denn in Rothenburgs Partnerstadt gibt es etwas zu erleben: das Winteraustreiben, die Butterwoche, die Masleniza, den Höhepunkt des russischen Karnevals.

Von dem bunten Spektakel gibt es hier http://www.facebook.com/peter.steger.5492 mehr zu sehen.

Peter Steger und Sergej Skuratow

Besonders schön aber am Rand des Volksfestes: Freunde wiedersehen, wie den Bildreporter Sergej Skuratow, der die Partnerschaft seit Anfang der 90er Jahre mit seiner Kamera begleitet.

Sergej Sacharow und Peter Steger

Und natürlich Sergej Sacharow, Stadtdirektor von Susdal und bis vor dreieinhalb Jahren Oberbürgermeister von Wladimir, der sich den ganzen Nachmittag Zeit nimmt, um seine Wintermärchenstadt zu zeigen. Aber auch, was ihm besonders am Herzen liegt: das Wohl von behinderten Kindern, deren Zentrum die Stadtverwaltung nach Kräften unterstützt, etwa durch die teilweise Übernahme der Kosten für die Heizung oder des pädagogischen Personals. Ansonsten aber funktioniert die Einrichtung ganz ähnlich wie in Deutschland die Lebenshilfe.

Und dann der Höhepunkt: die Wohnung zum Lebenlernen. Eben erst eröffnet. Heute ziehen die ersten fünf behinderten Jugendlichen für zwei Wochen ein, um hier einzuüben, wie sie für sich selbst sorgen, ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Möglich wurde dies dank dem Engagement der Selbsthilfegruppe Swet, die ja seit ihrer Gründung vor einem Vierteljahrhundert eng mit Erlangen zusammenarbeitet und in Wladimir bereits Wohnungen dieser Art einrichten konnte – mit Unterstützung der fränkischen Freunde. So auch hier: Die Finanzierung des Projekts wurde möglich dank dem Verkauf eines Grundstücks – zwischen Wladimir und Susdal gelegen -, das aus Mitteln des Erzbistums Bamberg angekauft worden war, um dort eine erlebnispädagogische Einrichtung für behinderte Kinder zu schaffen. Dieses Vorhaben wurde dann in Penkino unter dem Namen „Blauer Himmel“ verwirklicht, das Bauland blieb eine Brache und ging an die Organisation Swet, die ihrerseits dort ein kleines Kinderdorf errichten wollte. Als sich auch diese Pläne zerschlugen, fiel die Entscheidung für den Verkauf, und aus dem Erlös konnte nun in Susdal – mitten im Zentrum der Stadt, gegenüber dem Marktplatz, in bester Lage – ein ganzes Haus saniert und behindertengerecht eingerichtet werden.

Guten Morgen

Viele Umwege waren nötig, um an dieses Ziel zu kommen. Aber es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben. Jeder Morgen wird daran erinnern. Möge jeder Morgen ein guter Morgen für die jungen Gäste des Hauses werden!

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Besten Dank nochmals für Ihre ausführlichen Informationen über das vielseitige und erfolgreiche Wirken, in besonderer Weise Ihrerseits und anderen Beteiligten, zur Thematik der Behindertenhilfe im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir. Ihre umfassenden, ganzheitlichen Sichtweisen, die Sie ja auch als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Landkreises umsetzen, waren beeindruckend und uns Orientierung gebend – das war ja unser Wunsch und Ziel der Informationsfahrt nach Erlangen. Bei dieser Besuchsgelegenheit konnten wir Ihnen und Peter Steger auch vermitteln, wie die Deutsch-Russische Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis und ich selbst im beruflichen Bereich (ehemals Jugendamtsleitung kreisfreie Stadt) einige Projekte erfolgreich in Irkutsk (ohne Oblast-Bezug) umsetzen konnten (DRG: z.B. Handwerkerfortbildung, Jugendamt: z.B. Jugendhilfesystem-Transformation Pflegeeltern). Es war interessant und hilfreich zugleich, in wesentlichen Punkten etwaiger Ansatzpunkte für ein Engagement zum Aufbau einer qualifizierten Behindertenhilfe in Irkutsk übereinzustimmen. Sehr angenehm war für uns, von Ihnen und vom Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Erlangen zu erfahren, daß in Wladimir Oblast- und Stadtverwaltung auch gemeinsame Kooperationspartner sind und vor allem durch die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit heute eine wesentliche Unterscheidung der formalen Zuständigkeit beider Behörden so gut wie nicht erforderlich ist. Insbesondere spielt es demnach für die städtische Partnerschaft keine Rolle, wenn bei einzelnen Projekten – aus welchen Gründen auch immer – die Region Ansprech- bzw. Kooperationspartner ist. Der wesentliche Grund und die Ausgangsbasis sind dort: die eigentliche Zielgruppe der beabsichtigten Wirkungen sind die betroffenen Behinderten(!). Dies wird für uns nunmehr auch die naheliegende Leitorientierung und Argumentation, um dabei maßgebliche Funktionsträger und sonstige Personen kennenzulernen, die mit entsprechender Kompetenz zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit bereit wären. Für die Reise nach Irkutsk von wenigstens zwei Wochen haben wir uns den Monat Mai 2020 in Aussicht genommen. Bis zum Jahresende 2019 sollte der genaue Reisezeitpunkt abgesprochen werden.

Für die Perspektive unserer Zusammenarbeit darf ich mich sehr bedanken und auch die gleichlautende sehr positive Einschätzung von Jörg Göttlicher mit einbeziehen. Ich würde mich freuen, wenn Sie im Laufe des Jahres einmal nach Pforzheim kämen, um über Ihre Aktivitäten in Wladimir und Umgebung zu berichten (Rahmen Deutsch-Russische Gesellschaft Pforzheim). Das organisieren wir sehr gerne. Nach Rücksprache mit unserer Vorsitzenden, Katharina Leicht, melde ich mich wieder.

Jörg Göttlicher, Albina Alstut, Manfred Becker und Jürgen Ganzmann

Dieses Zitat aus einem Schreiben von Manfred Becker bezieht sich auf eine Besprechung mit Jürgen Ganzmann am vergangenen Donnerstag im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben mit dem Ziel, Erfahrungen in der Behindertenarbeit in Wladimir und Irkutsk auszutauschen und in Zukunft inhaltlich zusammenzuarbeiten. Der Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland baut in den 90er Jahren in der sibirischen Partnerstadt von Pforzheim das erste System von Pflegefamilien auf, das heute landesweit eingeführt ist und erfolgreich – auch in Wladimir – praktiziert wird. Außerdem stiftete er Kindergartenpatenschaften in einer Zeit, als die Kleinen noch meinten, die Altersgenossen im andern Land trügen grüne Haare. Unterstützt von Jörg Göttlicher, promovierter Naturwissenschaftler im Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft, dürfte die Umsetzung dessen, was besprochen wurde, nicht lange auf sich warten lassen, denn Manfred Becker ist ein Mann der Praxis und der Tat, der Ideen möglich macht. Im Gespräch mit einem hochrangigen Politiker in Irkutsk gab er einmal den Tip: „Ein Antragsteller will kein Vielleicht hören, er braucht ein Ja oder ein Nein!“ Nach diesem Prinzip handelt er auch selbst, ebenso wie Jürgen Ganzmann, der im April mit seiner Mitarbeiterin Albina Alstut nach Pskow reist, um dort bei einer Konferenz u.a. die Partner aus Wladimir und Irkutsk zu treffen und zusammenzubringen.

 

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Jürgen Ganzmann, seit 1999 in der Städtepartnerschaft mit Wladimir aktiv, hielt sich Ende vergangener Woche zu einer Tagung in Berlin auf, wo sich im Russischen Haus der Wissenschaft an der Friedrichstraße eine Expertengruppe aus sieben deutsch-russischen Projektpaaren zum Thema Teilhabe von Menschen mit Behinderung trafen. Erstmals dabei auch ein Gast aus Minsk.

Jürgen Ganzmann (2. v.l.) und Jurij Katz (6. v.l.) bei einer Tagung in Pskow, November 2017

Besonders freute sich der Leiter des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben, Jurij Katz aus Wladimir, Gründer der Elternselbsthilfegruppe Swet wiederzusehen, mit dem er seit Jahren zusammenarbeitet, und der dieser Tage auch noch in Erlangen erwartet wird. Doch Jürgen Ganzmann wäre nicht der, als den man ihn kennt, wenn da nicht noch mehr wäre, etwa der Plan, auch mit Initiativen aus Irkutsk und Nischnij Nowgorod eine Projektpartnerschaft einzugehen. Denn:

Wenn wir dazu beitragen können, die Gesellschaft in unseren Ländern zu verändern, und Schritte nach vorne gehen, bringt uns das dem Ziel einer möglichst vollständigen Teilhabe für Menschen mit Behinderung näher. Hierfür lohnt sich jedes Engagement.

Jürgen Ganzmann

Gerade das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, das übrigens Anfang der 90er Jahre eine gleichartige Einrichtung in Jena zu gründen half, ist auf diesem Weg sehr weit fortgeschritten, vor allem auch mit der Schaffung von Voraussetzungen für behindertengerechte Arbeitsplätze und damit der Ermöglichung von Inklusion. Da, so Jürgen Ganzmann, ist es besonders wichtig, in Zeiten von politischen Spannungen als Nichtregierungsorganisationen grenzüberschreitend zu kooperieren:

Hier hat sich die Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir als äußerst stabil erwiesen. Ich freue mich somit auf die weiteren Gespräche und Ergebnisse dieser Tagung und die künftige Zusammenarbeit mit Wladimir, Irkutsk und Nischnij Nowgorod.

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Die Stadt

Es war Ende August 2018 nach 14 Jahren meine vierzigste Reise nach Wladimir. Strahlend blauer Himmel, die ganzen zehn Tage lang, der „Jubiläumsreise“ angemessen, meine ich.

Fußgängerzone Wladimir

Es ist immer wieder beeindruckend, zu erleben, wie sehr sich die Stadt in den wenigen Jahren entwickelt hat. Vor 14 Jahren waren Spaziergänge, vor allem bei schlechtem Wetter, eher ein Hindernislauf um Pfützen und Stolperfallen herum, heute sind Gehsteige gepflastert, und man wird allenfalls gelegentlich von Radfahrern gestört, die verständlicherweise die Bürgersteige den von Autos beherrschten Straßen vorziehen.

Fußgängerzone Wladimir

Auch die Straßen wurden modernisiert, nördlich von der Altstadt entstand eine neue, vierspurige Trasse, um den Durchgangsverkehr durch die Innenstadt besser zu verteilen. Allerdings kann der Straßenbau mit der Zunahme der Fahrzeuge nicht mithalten, und damit wird „Stop and Go“ zum Standard während der Rushhour. Das Internetportal mit der aktuellen Verkehrssituation zeigt jeden Tag morgens und nach Feierabend über die Stadt verteilt rot eingefärbte Straßenabschnitte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weniger als 2 km/h.

Patriarchengarten

Eine Oase der Ruhe und Erholung ist dagegen die neue Fußgängerzone neben der Hauptstraße am Abhang zur Kljasma. Alte, restaurierte Häuser, Boutiquen und Andenkengeschäfte, kleine Museen sowie drei Aussichtsplattformen mit Blick zur Kathedrale, zur Kljasma und zum Patriarchengarten laden zum Verweilen ein. Dieser Park (Eintritt 80 Rubel) mit einer großen Fontäne und Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale ist besonders schön im Mai, wenn die Kirschen blühen.

Springbrunnen im Zentrum von Wladimir

Ganz neu und erst zum Stadtfest am 26. August eingeweiht, ist der Springbrunnen vor dem Schauspielhaus am Goldenen Tor. Der Brunnen ist ebenerdig mit Gitterrosten angelegt, und so kann man zwischen den in der Intensität ständig wechselnden Fontänen einherspringen, ein Magnet für Kinder und gelegentlich auch für jung gebliebene Erwachsene. Abends erstrahlt das Ensemble dann in bunten Farben, und stündlich wird das Ganze noch mit Musik untermalt.

Wasserfreuden

Nicht weit entfernt liegt die Kirche der katholischen Rosenkranzgemeinde. Natürlich hat Pfarrer Sergej Sujew Zeit, mir die Fortschritte auf der Baustelle des Pilgerzentrums zu zeigen. Strom, Wasser, Abwasser und Heizung sind installiert, jetzt steht der Innenausbau an. Zurzeit wird aber noch an der Außenanlage gearbeitet. Durch einen Gerichtsentscheid wird das Grundstück geschätzte 100 m² größer, was z. B. zusätzliche Parkflächen ermöglicht. Leider erschweren und belasten immer wieder neue Auflagen die Kostenseite und damit den Fortgang der Arbeiten. So müssen jetzt alle Stromzuführungen unterirdisch verlegt werden, und dies trifft nicht nur den Neubau, sondern auch das Pfarrhaus und die Kirche. Bis zur Einweihung des Zentrums wird sicher noch mindestens ein Jahr vergehen, vorausgesetzt, die Spenden kommen rechtzeitig an.

Die Initiative Swet

Seit 1995 besteht in der Region Wladimir die Initiative Swet, in der sich mehr als 800 Eltern von Kindern mit den verschiedensten Behinderungen zusammengefunden haben. Ziel ist es, die jungen Leute aus der durch die administrativen Vorgaben und die medizinische Therapie entstandenen Isolation zu befreien und in die Gesellschaft zu integrieren, ein Recht, das ihnen durch die Gesetze der Russischen Föderation garantiert wird. Swet erfuhr vielfältige Unterstützung durch die Partnerschaft mit Erlangen. Mit Einzelspenden und Spendenaktionen wurden die Projekte gefördert. Mit Unterstützung von Erlangen entstanden Kontakte zu deutschen Einrichtungen und Institutionen der Behindertenarbeit, die WAB in Kosbach stellte z. B. Hospitationen zur Verfügung.

Jurij Katz in Susdal

Einer der Initiatoren und engagierten Repräsentanten ist Jurij Katz, mit dem ich über die Wiederbelebung von Hospitationen bei den Barmherzigen Brüder in Gremsdorf geredet habe. Diese Zusammenarbeit geht zurück auf das Projekt „Lichtblick“ mit dem Kinderzentrum „Blauer Himmel“. Aus dieser Zusammenarbeit erhielt Swet 2015 ein Datscha-Grundstück am Nerl zur geeigneten Verwendung. Das Grundstück wurde dann verkauft, weil die von Swet betreuten Menschen in der Gesellschaft, in Städten leben sollen, ein Leben auf dem Land würde wieder eine Isolierung bedeuten.

Swet-Baustelle in Susdal

Jurij Katz fuhr deshalb mit mir nach Susdal, um die aus dem Erlös des Grundstücks gekaufte Wohnung zu besichtigen. Sie liegt in der Mitte der Stadt, direkt gegenüber von den Handelsreihen. Es handelt sich um eine von drei Wohnungen in einem alten Holzhaus. Zurzeit läuft eine umfassende Renovierung, drei Handwerker waren auf der Baustelle tätig. Es entstehen drei Wohn-/Schlafzimmer, eine Wohnküche, ein WC mit Dusche und ein kleiner Lagerraum. Das Ganze soll als Schulungszentrum für Behinderte (ggf. mit Angehörigen) genutzt werden. Bis zu neun Personen können unterkommen und sollen in ein- bis mehrwöchigen Kursen die Grundlagen eines eigenständigen Lebens erlernen.

Jurij Katz im neuen Zentrum

Danach besuchten wir noch ein Therapiezentrum für behinderte Kinder in Susdal. In sozial schwachen Susdaler Familien sind 80 behinderte Kinder bekannt. Das Zentrum wurde von einer privaten Initiative gegründet, die Organisation Swet hilft beratend.

Therapiezentrum in Susdal

Die Finanzierung erfolgt durch Sponsoren, auch die Stadt Susdal gibt mit kleinen Anteilen Unterstützung. Ein verfallener Gebäudekomplex wird, getaktet durch die Verfügbarkeit von Spenden, Raum für Raum ausgebaut. Es ist immer wieder erstaunlich, was mit einfachen Mitteln erreicht werden kann!

Jurij Katz

Auf dem Weg zurück fällt uns etwa in der Mitte zwischen Susdal und Wladimir auf der linken Seite ein großer Neubau ins Auge, ein privates Museum mit Autos und Motorrädern. Darin befindet sich ein Café, an dessen Bar man auf Motorrädern Platz nimmt.

Wolfram Howein

Wir machen eine Sitzprobe, verziehen uns für unser Gespräch aber gerne auf die Stühle an den nebenstehenden Tischen. Ob sich das Investment rechnet? Ich bin mal gespannt, was daraus in einem Jahr geworden ist, wenn ich mal wieder nach Susdal fahren werde.

Wolfram Howein

Fortsetzung folgt.

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Vor dem Gespräch in großer Runde bei der WAB Kosbach meinte Jelena Owtschinnikowa, im Rathaus Wladimir unter vielem anderen zuständig für Integration und Inklusion, die Strukturen und Voraussetzungen für ein gleichberechtigtes Miteinander von Erwachsenen mit und ohne Behinderung seien in ihrer Stadt weitgehend geschaffen. Bei den Kindern bleibe aber noch viel zu tun.

Jürgen Ganzmann, Jelena Owtschinnikowa, Sylvia Vogel und Leonhard Hirl (1. Reihe), Elke Sienert, Christoph Reichert, Michael Schaab und Thomas Grützner (2. Reihe)

Jürgen Ganzmann, Jelena Owtschinnikowa, Sylvia Vogel und Leonhard Hirl (1. Reihe), Elke Sienert, Christoph Reichert, Michael Schaab und Thomas Grützner (2. Reihe)

Das Team von Geschäftsführer Jürgen Ganzmann, im ehrenamtlichen Nebenberuf auch noch Behindertenbeauftragter des Landkreises, überzeugte jedoch die Besucherin in großer Runde, unterstützt durch den WAB-Gründer Leonhard Hirl und Thomas Grützner, Behindertenbeauftragter der Stadt Erlangen, rasch davon: „Wir haben alle die gleichen Probleme bei diesem Thema. Die Idee der Inklusion ist noch längst nicht in allen Köpfen angekommen, politischen Proklamationen – gerade auch in Bayern – folgen keine Mittelzusagen, und es gibt ernstzunehmende Vorbehalte bei Eltern wie Pädagogen und Lehrkräften hinsichtlich einer kompletten Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die vor sieben Jahren in Kraft getreten ist.“ Und noch eine Erkenntnis für beide Seiten. Es gibt ein Sowohl-Als-Auch. Es kann in bestimmten Bereichen und Fällen durchaus sinnvoll sein und bleiben, behinderten Kindern einen eigenen Weg und Raum zur Entwicklung zu bieten. Da, wo aber auch nur irgend möglich, sollte die Inklusion gewagt werden, auch wenn erste Studien zu belegen scheinen, daß die Kinder insgesamt dadurch weniger gute schulische Leistungen zeigen, denn zugleich scheint bewiesen, daß diese Erziehungsform zu einem deutlich verbesserten Sozialverhalten, zu mehr Akzeptanz, Solidarität und Toleranz führt. Und das sind schließlich Kompetenzen, die eine Gesellschaft nicht minder braucht als Spitzenforschung und Hochtechnologie.

Jürgen Ganzmann, Jelena Owtschinnikowa und Thomas Grützner

Jürgen Ganzmann, Jelena Owtschinnikowa und Thomas Grützner

Dabei ist Wladimir bereits einen weiten Weg gegangen. Es gibt in den Vorschuleinrichtungen erste Gruppen mit behinderten Kindern, die allerdings noch gesondert betreut werden und nur draußen beim Spielen mit ihren nichtbehinderten Altersgenossen zusammenkommen. Eine erste Annäherung, die dann auch dazu führen soll, ab der ersten Klasse einen gemeinsamen Unterricht zu ermöglichen. Und da hat Wladimir schon mächtig vorgelegt: Alle 48 Schulen der Partnerstadt sind mittlerweile barrierefrei gestaltet, ebenso wie sämtliche Freizeiteinrichtungen. Mehr noch, sämtliche Neubauten, auch Privathäuser, müssen diesen Anforderungen entsprechen, und zwar schon im Projekt, andernfalls wird gar keine Genehmigung erteilt. Das hört Thomas Grützner mit Staunen und Respekt, denn von den 33 Schulen in Erlangen sind bisher gerade einmal neun barrierefrei gemacht worden, von den öffentlichen Einrichtungen ganz zu schweigen. Und die Auflage für Neubauten? „Da fehlt es an Kontrolle ebenso wie an Sanktionen. Da können wir uns eine Scheibe von Wladimir abschneiden!“

Jelena Owtschinnikowa

Jelena Owtschinnikowa

Dem entgegnet Jelena Owtschinnikowa freilich, man habe in ihrer Heimat noch Nachholbedarf bei der Betreuung und Unterbringung sowie der Wiedereingliederung in die Gesellschaft von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die bisherige Heimunterbringung wolle man nach dem WAB-Beispiel aufbrechen, Wohngruppen schaffen und nach Möglichkeit (und das heißt wohl vor allem auch nach Kassenstand) eine ambulante häusliche Unterstützung einrichten. Die Ansätze und Fortschritte mögen unterschiedlich sein, aber ein Fazit nahm Jelena Owtschinnikowa gestern nach den Gesprächen mit den Fachleuten mit nach Hause: „Wladimir ist auf dem richtigen Weg.“ Und den Weg wollen alle weiter beschreiten. „Gerade in diesen politisch so turbulenten Zeiten“, unterstreicht Jürgen Ganzmann, der sich im Juni selbst mit einer kleinen Gruppe aus seinem Team wieder einmal auf den Weg nach Wladimir macht. Auf den richtigen Weg, den gemeinsamen.

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Vom 5. bis 8. November diesen Jahres hatte ich die Gelegenheit, an der Internationalen Konferenz mit dem Titel „Für die Rechte von Menschen mit geistigen und psychophysischen Behinderungen in der Kommune“ in Wladimir teilzunehmen. Es war ein recht dichtes, aber gutes Programm, auf kurze drei Tage verteilt und vom BDWO (Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften) organisiert.

Moskau

Moskau

Einige der Konferenzteilnehmer trafen wir schon im Flugzeug, viele andere am ausgemachten Treffpunkt des Flughafens in Moskau. Dann begann eine sagenhafte Tour vom Flughafen Domodjedowo mit dem Zubringer und verschiedenen U-Bahn-Linien zum Kursker Bahnhof, wo der Zug nach Wladimir abfuhr. Eine Fahrt mit der Moskauer Metro, das Laufen durch ein Gewirr von prunkvollen, mit Mosaik und Marmor verzierten Gängen und Hallen, tief unter der Erde, ist schon ein besonderes Erlebnis für sich.

Die Moskauer Metro

Die Moskauer Metro

Die Tagung begann mit einer offiziellen Begrüßung, dem Willkommensgruß der jungen Menschen mit Behinderung und der Eröffnung durch die Wladimirer Vereinigung von Eltern mit behinderten Kindern, „Swet“ (Licht), im schönen Kulturhaus der Stadt. Im prächtigen Foyer waren bunte Stände mit vielerlei Produkten aus Strick-, Näh-, Papier- und anderer Handwerkskunst, zu sehen, hergestellt von Menschen mit Behinderungen in den Heimen der Selbsthilfegruppe „Swet“.

Verkaufsausstellung Swet

Verkaufsausstellung Swet

Es folgte dann im Konzertsaal eine Aufführung des „Mustergültigkeitstheaters der Freundschaft und des Guten“ der Wladimirer Regionalorganisation und der Elternvereinigung „Swet“. Es wurde ein modernisiertes Stück des sowjetischen Kinderdichters Kornej Tschukowskij in Form eines Musicals gegeben. Auch wenn ich sprachlich nicht viel verstand, war ich doch stark beeindruckt vom ungewöhnlich farbenprächtigen Bühnenbild, von der sorgfältigen Choreographie und dem spürbar großen Enthusiasmus der sehr zahlreichen, meist behinderten Laiendarsteller.

Aufführung des Musicals durch Swet

Aufführung des Musicals durch Swet

Die eigentliche Konferenz fand in den Räumen der Verwaltungsakademie statt. Von der Erkenntnis ausgehend, daß Menschen mit Behinderungen im russischen Alltag immer noch Schwierigkeiten haben, ihren Platz zu finden und daß sich das tief verwurzelte diskriminierende Menschenbild nur langsam ändert, soll eine menschengemäße Entwicklung forciert werden.

Konferenzplakat

Konferenzplakat

Auf der Basis von deutsch-russischen Städtepartnern sind bereits im November 2012 auf einer Initiativkonferenz in Pskow verantwortliche Personen aus Bildungsministerien, Stadtverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen zusammengekommen, um auf dem Hintergrund eines veränderten Menschenbildes das Recht auf ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen auf den Weg zu bringen. Damit findet das wichtige Thema auf der Ebene deutsch-russischer Städtepartnerschaften eine feste Verankerung.

Bernd Schleberger, Initiator des Projekts

Bernd Schleberger, Initiator des Projekts

Zur Konferenz in Wladimir kamen Vertreter der Städtepartnerschaften Irkutsk – Pforzheim, Petrosawodsk – Tübingen, Nischniij Nowgorod – Essen, Machatschkala – Oldenburg, Moskau – Berlin und Wladimir – Erlangen zusammen. In den verschiedenen Vorträgen der Tagung ging es unter anderem um Bildungszugang, Frühförderung, Sonderpädagogik, Vielfalt der Rehabilitation, betreutes Wohnen und Arbeitsplatzvermittlung, soziokulturelle Integration, Inklusion sowie Stadtentwicklung und natürlich um die Rechte der Menschen mit Behinderung. Wichtig war in diesen Zusammenhängen der Austausch sowohl auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene. Ein bedeutendes Ergebnis der Konferenz ist aber auch die Belebung und das „Weiterknüpfen“ dieses wichtigen themenbezogenen Netzwerkes.

Leonhard Hirl beim Studium der Unterlagen

Leonhard Hirl beim Studium der Unterlagen

In Ergänzung des theorielastigen Teils konnten wir drei verschiedene Häuser der vorwiegend auf Elterninitiative beruhenden Einrichtung „Swet“ besuchen. Da war einmal das Haus für Kinder, die Frühförderung benötigten und dort erhalten. In einem anderen Haus stellten Behinderte jene klein-künstlerische Objekte und Gebrauchsartikel her, die zu Beginn der Konferenz im Kulturhaus zum Kauf angeboten wurden. Und dann konnten wir noch eine betreute Wohngruppe besuchen, von der sich einige als Darsteller des Theater-Musicals zu erkennen gaben.

Leonhard Hirl mit seinem Vortrag

Leonhard Hirl mit seinem Vortrag

Wir hatten die Gelegenheit verpaßt, das Kinderdreirad, das ich in Einzelteilen im Koffer mitgenommen und nachts im Hotel zusammengebaut hatte, morgens beim Besuch der Frühförderung mitzunehmen und zu übergeben. So mußten wir es am Abend Jurij Katz mit dem Auftrag mitgeben, es Walentina, einer Therapeutin, für das Haus der Frühförderung zu überreichen.

Werkstätte

Werkstätte

Am letzten Tag ging es nach Susdal. Dieser kleine Museumsstadt, ca.30 km nördlich von Wladimir, zählt zu den ältesten Orte Rußlands. Zahlreiche prachtvolle Kirchen und Klostergebäude erzählen von großer Bedeutsamkeit in vergangenen Tagen. Die Erde ist dort zwar fruchtbar, aber ohne Handel und Industrie hat sich die Stadt nicht entwickeln können und ist heute mit ihren alten Gebäuden und Strukturen ein touristisches Kleinod.

Der Blaue Himmel

Der Blaue Himmel

Leonhard und Herta Seekatz fuhren anstatt nach Susdal nach Penkino zur Rehabilitationseinrichtung für Kinder und Jugendliche, „Blauer Himmel“, ein Projekt, das von der Partnerstadt Erlangen unterstützt wird. Dort wurden sie freudig von Praktikantinnen begrüßt, die schon einmal bei der WAB – Kosbach tätig waren. Sie alle waren begeisterte Teilnehmerinnen des Deutschkurses, der einen wichtigen Bestandteil der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir darstellt. Die Besucher aus Erlangen konnten nun wieder 1.000 € von der WAB als Unterstützung für weitere Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene übergeben.

Leonhard Hirl und drei seiner Praktikantinnen

Leonhard Hirl und drei seiner Praktikantinnen

Ich fand, wir waren eine gute Gruppe, die sich in Wladimir mit den Rechten der Menschen mit Behinderung beschäftigt hat. Besonders berührt hat mich der Gedankengang des russischen Regisseurs, Andrej Afonin, der in seinem Vortrag sinngemäß sagte, wir sollten weniger über die Menschen mit Behinderungen reden und weniger etwas für sie machen, vielmehr sollten wir mit ihnen reden und mit ihnen gemeinsam etwas machen.

Jurij Katz, Gründer der Selbsthilfegruppe Swet

Jurij Katz, Gründer der Selbsthilfegruppe Swet

Ich denke, wir sollten den „Wir-Raum“ erweitern, wo nicht mehr so streng unterschieden wird in Nichtbehindert und Behindert. Als wir Konferenzteilnehmer uns am Flughafen begegneten, waren wir einander auch noch ziemlich fremd. Aber dank der Tour durch die wunderschönen, aber nicht eben behindertenfreundlichen „Katakomben“ der Moskauer Metro hat sich ein „Wir-Gefühl“ entwickelt. Dies hat mir als Gehbehindertem geholfen, die nicht leichte Strecke zu bewältigen, einfach durch ein Achtgeben darauf, wie und ob jeder unserer Gruppe mitkommt, sowie durch gelegentliche Assistenz.

Michail Zarjow

Michail Zarjow

Der Traum von einem umfassenden „Wir-Raum“, wo alle Menschen „wir“ sagen können, kann nicht im Umgang mit Menschen mit Behinderung eine Orientierung sein, sondern gilt auch im Hinblick auf die (Städte-)Partnerschaften.
Einen interessanten Satz, den Andrej Zarjow von der Delegation aus Pskow auf der Konferenz sagte, möchte ich hier abschließend unkommentiert wiedergeben: „Das Wesentliche wird an der Grenze geboren.“

Uwe Muschner

Zur Vorgeschichte der Konferenz geht es hier: http://is.gd/14SlRR und da: http://is.gd/NSVwSp

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