Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Behindertenarbeit in Rußland’


Es gehört zu den Glücksfällen der Städtepartnerschaft, wenn nach einem wie auch immer bedingten Ausscheiden einer prägenden Persönlichkeit aus dem aktiven Austausch die Nachfolge gelingt. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist die Fortsetzung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Wladimir im Bereich Erlebnispädagogik, initiiert vom mittlerweile emeritierten Werner Michl, und nun fortgeführt von Cosimo Mangione und Wolfgang Wahl. Siehe hierzu: https://is.gd/Vxfr7P

Cosimo Mangione und Wolfgang Wahl, beide Professoren an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm Nürnberg, folgten einer Einladung der Staatlichen Alexander-und-Nikolaj-Stoletow-Universität und reisten vom 15. bis 20. Oktober nach Wladimir, um an einer wissenschaftlichen Tagung teilzunehmen. Das Thema der Tagung lautete „Psychological support and social assistance of a person during crisis periods“. Tagungssprachen war Russisch und Deutsch. Die Vorträge wurden jeweils synchron übersetzt.

Cosimo Mangione am Rednerpult

Organisiert wurde die Veranstaltung von Olga Filatowa, Leiterin des Lehrstuhls für die Psychologie der Persönlichkeit und Fachpädagogik an der Universität Wladimir. Neben den Nürnberger Wissenschaftlern waren auch Kollegen aus Polen, der Tschechischen Republik, von der Hochschule Linz, aus der Schweiz und natürlich aus der Russischen Föderation selbst mit dabei. Zwei Tage lang tauschten sich die Fachleute aus Forschung und Praxis zu ganz unterschiedlichen Aspekten der Krisenbewältigung aus. Spannende Einblicke in die klinisch-psychologische Arbeit vor Ort gaben Psychologinnen der regionalen Psychiatrischen Klinik von Wladimir. Ein Teil der Tagung fand dort sowie am Zentrum für Sprachpathologie und Neurorehabilitation statt.

Die beiden Nürnberger Hochschullehrer nutzten den Aufenthalt gleichzeitig dazu, Einrichtungen der Behindertenhilfe vor Ort zu besichtigen. Jurij Katz führte durch die Räumlichkeiten von „Swjet“ in Wladimir und Susdal. Ein hoher Stellenwert wird in diesen betreuten Wohnformen auf die Selbstbestimmung der Bewohner gelegt.

Behindertengerechtes Gästehaus der Selbsthilfeorganisation Swet in Susdal

Insgesamt, so fassen beide ihre Eindrücke zusammen, sind vor allem die finanziellen und räumlichen sowie materiellen Rahmenbedingungen für soziale und psychotherapeutische Arbeit vor Ort schwieriger als in vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland. Die Fachkräfte gleichen dies aber umsomehr mit persönlichem Engagement und Kreativität aus. Beeindruckt waren die Gäste auch von der außergewöhnlichen Gastfreundschaft und dem großen persönlichen Einsatz der Organisatoren, die das Treffen für beide zu einem ganz besonderen Erlebnis werden ließen. Zahlreiche Studenten waren den Tagungsgästen als Betreuer und persönliche Übersetzer zur Seite gestellt.

Im August 2020 ist in Wladimir und Susdal eine internationale „Sommeruniversität“ geplant, bei der unter anderen auch eine Studentengruppe aus Nürnberg teilnehmen wird.

Wolfgang Wahl

Read Full Post »


Besten Dank nochmals für Ihre ausführlichen Informationen über das vielseitige und erfolgreiche Wirken, in besonderer Weise Ihrerseits und anderen Beteiligten, zur Thematik der Behindertenhilfe im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir. Ihre umfassenden, ganzheitlichen Sichtweisen, die Sie ja auch als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Landkreises umsetzen, waren beeindruckend und uns Orientierung gebend – das war ja unser Wunsch und Ziel der Informationsfahrt nach Erlangen. Bei dieser Besuchsgelegenheit konnten wir Ihnen und Peter Steger auch vermitteln, wie die Deutsch-Russische Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis und ich selbst im beruflichen Bereich (ehemals Jugendamtsleitung kreisfreie Stadt) einige Projekte erfolgreich in Irkutsk (ohne Oblast-Bezug) umsetzen konnten (DRG: z.B. Handwerkerfortbildung, Jugendamt: z.B. Jugendhilfesystem-Transformation Pflegeeltern). Es war interessant und hilfreich zugleich, in wesentlichen Punkten etwaiger Ansatzpunkte für ein Engagement zum Aufbau einer qualifizierten Behindertenhilfe in Irkutsk übereinzustimmen. Sehr angenehm war für uns, von Ihnen und vom Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Erlangen zu erfahren, daß in Wladimir Oblast- und Stadtverwaltung auch gemeinsame Kooperationspartner sind und vor allem durch die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit heute eine wesentliche Unterscheidung der formalen Zuständigkeit beider Behörden so gut wie nicht erforderlich ist. Insbesondere spielt es demnach für die städtische Partnerschaft keine Rolle, wenn bei einzelnen Projekten – aus welchen Gründen auch immer – die Region Ansprech- bzw. Kooperationspartner ist. Der wesentliche Grund und die Ausgangsbasis sind dort: die eigentliche Zielgruppe der beabsichtigten Wirkungen sind die betroffenen Behinderten(!). Dies wird für uns nunmehr auch die naheliegende Leitorientierung und Argumentation, um dabei maßgebliche Funktionsträger und sonstige Personen kennenzulernen, die mit entsprechender Kompetenz zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit bereit wären. Für die Reise nach Irkutsk von wenigstens zwei Wochen haben wir uns den Monat Mai 2020 in Aussicht genommen. Bis zum Jahresende 2019 sollte der genaue Reisezeitpunkt abgesprochen werden.

Für die Perspektive unserer Zusammenarbeit darf ich mich sehr bedanken und auch die gleichlautende sehr positive Einschätzung von Jörg Göttlicher mit einbeziehen. Ich würde mich freuen, wenn Sie im Laufe des Jahres einmal nach Pforzheim kämen, um über Ihre Aktivitäten in Wladimir und Umgebung zu berichten (Rahmen Deutsch-Russische Gesellschaft Pforzheim). Das organisieren wir sehr gerne. Nach Rücksprache mit unserer Vorsitzenden, Katharina Leicht, melde ich mich wieder.

Jörg Göttlicher, Albina Alstut, Manfred Becker und Jürgen Ganzmann

Dieses Zitat aus einem Schreiben von Manfred Becker bezieht sich auf eine Besprechung mit Jürgen Ganzmann am vergangenen Donnerstag im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben mit dem Ziel, Erfahrungen in der Behindertenarbeit in Wladimir und Irkutsk auszutauschen und in Zukunft inhaltlich zusammenzuarbeiten. Der Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland baut in den 90er Jahren in der sibirischen Partnerstadt von Pforzheim das erste System von Pflegefamilien auf, das heute landesweit eingeführt ist und erfolgreich – auch in Wladimir – praktiziert wird. Außerdem stiftete er Kindergartenpatenschaften in einer Zeit, als die Kleinen noch meinten, die Altersgenossen im andern Land trügen grüne Haare. Unterstützt von Jörg Göttlicher, promovierter Naturwissenschaftler im Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft, dürfte die Umsetzung dessen, was besprochen wurde, nicht lange auf sich warten lassen, denn Manfred Becker ist ein Mann der Praxis und der Tat, der Ideen möglich macht. Im Gespräch mit einem hochrangigen Politiker in Irkutsk gab er einmal den Tip: „Ein Antragsteller will kein Vielleicht hören, er braucht ein Ja oder ein Nein!“ Nach diesem Prinzip handelt er auch selbst, ebenso wie Jürgen Ganzmann, der im April mit seiner Mitarbeiterin Albina Alstut nach Pskow reist, um dort bei einer Konferenz u.a. die Partner aus Wladimir und Irkutsk zu treffen und zusammenzubringen.

 

Read Full Post »


Vom 5. bis 8. November diesen Jahres hatte ich die Gelegenheit, an der Internationalen Konferenz mit dem Titel „Für die Rechte von Menschen mit geistigen und psychophysischen Behinderungen in der Kommune“ in Wladimir teilzunehmen. Es war ein recht dichtes, aber gutes Programm, auf kurze drei Tage verteilt und vom BDWO (Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften) organisiert.

Moskau

Moskau

Einige der Konferenzteilnehmer trafen wir schon im Flugzeug, viele andere am ausgemachten Treffpunkt des Flughafens in Moskau. Dann begann eine sagenhafte Tour vom Flughafen Domodjedowo mit dem Zubringer und verschiedenen U-Bahn-Linien zum Kursker Bahnhof, wo der Zug nach Wladimir abfuhr. Eine Fahrt mit der Moskauer Metro, das Laufen durch ein Gewirr von prunkvollen, mit Mosaik und Marmor verzierten Gängen und Hallen, tief unter der Erde, ist schon ein besonderes Erlebnis für sich.

Die Moskauer Metro

Die Moskauer Metro

Die Tagung begann mit einer offiziellen Begrüßung, dem Willkommensgruß der jungen Menschen mit Behinderung und der Eröffnung durch die Wladimirer Vereinigung von Eltern mit behinderten Kindern, „Swet“ (Licht), im schönen Kulturhaus der Stadt. Im prächtigen Foyer waren bunte Stände mit vielerlei Produkten aus Strick-, Näh-, Papier- und anderer Handwerkskunst, zu sehen, hergestellt von Menschen mit Behinderungen in den Heimen der Selbsthilfegruppe „Swet“.

Verkaufsausstellung Swet

Verkaufsausstellung Swet

Es folgte dann im Konzertsaal eine Aufführung des „Mustergültigkeitstheaters der Freundschaft und des Guten“ der Wladimirer Regionalorganisation und der Elternvereinigung „Swet“. Es wurde ein modernisiertes Stück des sowjetischen Kinderdichters Kornej Tschukowskij in Form eines Musicals gegeben. Auch wenn ich sprachlich nicht viel verstand, war ich doch stark beeindruckt vom ungewöhnlich farbenprächtigen Bühnenbild, von der sorgfältigen Choreographie und dem spürbar großen Enthusiasmus der sehr zahlreichen, meist behinderten Laiendarsteller.

Aufführung des Musicals durch Swet

Aufführung des Musicals durch Swet

Die eigentliche Konferenz fand in den Räumen der Verwaltungsakademie statt. Von der Erkenntnis ausgehend, daß Menschen mit Behinderungen im russischen Alltag immer noch Schwierigkeiten haben, ihren Platz zu finden und daß sich das tief verwurzelte diskriminierende Menschenbild nur langsam ändert, soll eine menschengemäße Entwicklung forciert werden.

Konferenzplakat

Konferenzplakat

Auf der Basis von deutsch-russischen Städtepartnern sind bereits im November 2012 auf einer Initiativkonferenz in Pskow verantwortliche Personen aus Bildungsministerien, Stadtverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen zusammengekommen, um auf dem Hintergrund eines veränderten Menschenbildes das Recht auf ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen auf den Weg zu bringen. Damit findet das wichtige Thema auf der Ebene deutsch-russischer Städtepartnerschaften eine feste Verankerung.

Bernd Schleberger, Initiator des Projekts

Bernd Schleberger, Initiator des Projekts

Zur Konferenz in Wladimir kamen Vertreter der Städtepartnerschaften Irkutsk – Pforzheim, Petrosawodsk – Tübingen, Nischniij Nowgorod – Essen, Machatschkala – Oldenburg, Moskau – Berlin und Wladimir – Erlangen zusammen. In den verschiedenen Vorträgen der Tagung ging es unter anderem um Bildungszugang, Frühförderung, Sonderpädagogik, Vielfalt der Rehabilitation, betreutes Wohnen und Arbeitsplatzvermittlung, soziokulturelle Integration, Inklusion sowie Stadtentwicklung und natürlich um die Rechte der Menschen mit Behinderung. Wichtig war in diesen Zusammenhängen der Austausch sowohl auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene. Ein bedeutendes Ergebnis der Konferenz ist aber auch die Belebung und das „Weiterknüpfen“ dieses wichtigen themenbezogenen Netzwerkes.

Leonhard Hirl beim Studium der Unterlagen

Leonhard Hirl beim Studium der Unterlagen

In Ergänzung des theorielastigen Teils konnten wir drei verschiedene Häuser der vorwiegend auf Elterninitiative beruhenden Einrichtung „Swet“ besuchen. Da war einmal das Haus für Kinder, die Frühförderung benötigten und dort erhalten. In einem anderen Haus stellten Behinderte jene klein-künstlerische Objekte und Gebrauchsartikel her, die zu Beginn der Konferenz im Kulturhaus zum Kauf angeboten wurden. Und dann konnten wir noch eine betreute Wohngruppe besuchen, von der sich einige als Darsteller des Theater-Musicals zu erkennen gaben.

Leonhard Hirl mit seinem Vortrag

Leonhard Hirl mit seinem Vortrag

Wir hatten die Gelegenheit verpaßt, das Kinderdreirad, das ich in Einzelteilen im Koffer mitgenommen und nachts im Hotel zusammengebaut hatte, morgens beim Besuch der Frühförderung mitzunehmen und zu übergeben. So mußten wir es am Abend Jurij Katz mit dem Auftrag mitgeben, es Walentina, einer Therapeutin, für das Haus der Frühförderung zu überreichen.

Werkstätte

Werkstätte

Am letzten Tag ging es nach Susdal. Dieser kleine Museumsstadt, ca.30 km nördlich von Wladimir, zählt zu den ältesten Orte Rußlands. Zahlreiche prachtvolle Kirchen und Klostergebäude erzählen von großer Bedeutsamkeit in vergangenen Tagen. Die Erde ist dort zwar fruchtbar, aber ohne Handel und Industrie hat sich die Stadt nicht entwickeln können und ist heute mit ihren alten Gebäuden und Strukturen ein touristisches Kleinod.

Der Blaue Himmel

Der Blaue Himmel

Leonhard und Herta Seekatz fuhren anstatt nach Susdal nach Penkino zur Rehabilitationseinrichtung für Kinder und Jugendliche, „Blauer Himmel“, ein Projekt, das von der Partnerstadt Erlangen unterstützt wird. Dort wurden sie freudig von Praktikantinnen begrüßt, die schon einmal bei der WAB – Kosbach tätig waren. Sie alle waren begeisterte Teilnehmerinnen des Deutschkurses, der einen wichtigen Bestandteil der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir darstellt. Die Besucher aus Erlangen konnten nun wieder 1.000 € von der WAB als Unterstützung für weitere Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene übergeben.

Leonhard Hirl und drei seiner Praktikantinnen

Leonhard Hirl und drei seiner Praktikantinnen

Ich fand, wir waren eine gute Gruppe, die sich in Wladimir mit den Rechten der Menschen mit Behinderung beschäftigt hat. Besonders berührt hat mich der Gedankengang des russischen Regisseurs, Andrej Afonin, der in seinem Vortrag sinngemäß sagte, wir sollten weniger über die Menschen mit Behinderungen reden und weniger etwas für sie machen, vielmehr sollten wir mit ihnen reden und mit ihnen gemeinsam etwas machen.

Jurij Katz, Gründer der Selbsthilfegruppe Swet

Jurij Katz, Gründer der Selbsthilfegruppe Swet

Ich denke, wir sollten den „Wir-Raum“ erweitern, wo nicht mehr so streng unterschieden wird in Nichtbehindert und Behindert. Als wir Konferenzteilnehmer uns am Flughafen begegneten, waren wir einander auch noch ziemlich fremd. Aber dank der Tour durch die wunderschönen, aber nicht eben behindertenfreundlichen „Katakomben“ der Moskauer Metro hat sich ein „Wir-Gefühl“ entwickelt. Dies hat mir als Gehbehindertem geholfen, die nicht leichte Strecke zu bewältigen, einfach durch ein Achtgeben darauf, wie und ob jeder unserer Gruppe mitkommt, sowie durch gelegentliche Assistenz.

Michail Zarjow

Michail Zarjow

Der Traum von einem umfassenden „Wir-Raum“, wo alle Menschen „wir“ sagen können, kann nicht im Umgang mit Menschen mit Behinderung eine Orientierung sein, sondern gilt auch im Hinblick auf die (Städte-)Partnerschaften.
Einen interessanten Satz, den Andrej Zarjow von der Delegation aus Pskow auf der Konferenz sagte, möchte ich hier abschließend unkommentiert wiedergeben: „Das Wesentliche wird an der Grenze geboren.“

Uwe Muschner

Zur Vorgeschichte der Konferenz geht es hier: http://is.gd/14SlRR und da: http://is.gd/NSVwSp

Read Full Post »


Schon Ende Februar sind in Wladimir fünf junge Erwachsene mit Behinderungen in eine bisher für Rußland einzigartige Wohnung eingezogen. Mit Unterstützung aus Erlangen und dank dem katholischen Hilfswerk Renovabis.

Luftballons für ganz Rußland

Luftballons für ganz Rußland

Gestern nun die Einweihungsfeier mit Gästen aus Moskau, Pskow und Nischnij Nowgorod dieser neuen Heimat für junge Menschen, die noch vor wenigen Jahren bestenfalls hätten in ein Heim ziehen können.

Jurij Katz in einem der Zimmer

Jurij Katz in einem der Zimmer

Die fünf jungen Männer haben eine intensive Vorbereitung auf den Einzug hinter sich. Die vor fast zwanzig Jahren gegründete Elterninitiative Swet hat nämlich eine „Schule des Lebens“ eingerichtet, wo die Heranwachsenden bereits lernen konnten, wie man sich mit ein wenig Unterstützung von Fachkräften weitgehend selbständig in der Welt der „Normalen“ zurechtfindet. Hippotherapie gehörte ebenso zum Programm wie das „Theater der Freundschaft“, die Arbeit in Werkstätten oder die Übernahme von Haushaltsarbeiten.

Jurij Katz im behindertengerechten Bad der Wohnung

Jurij Katz im behindertengerechten Bad der Wohnung

Mit diesem Projekt geht Wladimir dank der Selbsthilfeorganisation Swet, vergleichbar mit der Lebenshilfe, die vor 50 Jahren in Deutschland den Umgang mit Behinderten von unten reformiert hat und bis heute unverzeichtbar bleibt, wieder einmal landesweit voran. Gemeinsam mit Pskow, wo es bereits ähnliche Ansätze gibt. Aber sogar in der Partnerstadt wäre in dem Bereich noch viel zu tun. Es ist erst ein Anfang gemacht.

Ljubow Katz und Wladimir Kissiljow

Ljubow Katz und Wladimir Kisseljow

Aber ein guter Anfang, auch wenn noch fast 400 Behinderte auf einen Heimplatz warten, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, in eine derartige Wohnung einziehen zu können und ganz zu schweigen, wie Ljubow Katz meint, mit ihrem Mann Jurij zusammen die treibende Kraft dieser Organisation, von denen, die sich gar nicht erst bewerben.

Ljubow Katz und Sergej Sacharow

Ljubow Katz und Sergej Sacharow

Aber die Botschaft ist angekommen. Was vor einem Jahr mit viel Bauschutt und kahlen Wänden begonnen wurde, ist nun vollendet. Auch mit Hilfe der Lokalpolitik. Sowohl auf regionaler Ebene, vertreten durch Wladimir Kisseljow, den Vorsitzenden der Gouvernements-Duma, als auch in der Partnerstadt selbst, repräsentiert durch Oberbürgermeister Sergej Sacharow. Mit Hilfe vor allem aber der Eltern, vieler Freiwilliger (sogar aus dem Amerikanischen Haus haben Studenten aus den USA mit Hand angelegt) und einer langen Liste von Sponsoren.

Ljubow Katz und Peter Steger

Ljubow Katz und Peter Steger

In dieser Liste hat das Hilfswerk Renovabis aus Freising einen Ehrenplatz, beteiligte es sich doch mit 50.000 Euro an der guten Sache. Geld, das bereits im Vorjahr im Rahmen eines Programms für Behindertenarbeit in Osteuropa freigegeben worden war und das nun eine wunderbare Wirkung zeigt: 177 qm, sieben Zimmer, inmitten eines Wohnbezirks etwas am Stadtrand, Platz zum leben vier fünf junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Ljubow Katz und P. Jewgenij

Ljubow Katz und P. Jewgenij

Jeder hat sein eigenes Zimmer mit 14 qm Fläche, und für den Empfang von Freunden, Angehörigen und Gästen gibt es einen Gemeinschaftsraum, mit seinen 35 Quadratmetern groß genug, um auch die Einweihungsfeier auszurichten. Zu Swet (auf Deutsch: Licht) gehört auch eine enge Verbindung zur orthodoxen Kirche. P. Jewgenij ist denn auch von Erzbischof Jewlogij eigens für die Seelsorge bei Menschen mit Behinderungen abgestellt.

Musikgruppe Swet

Musikgruppe Swet

Wer die Familie Katz kennt, weiß, daß sie sich damit noch nicht zufrieden geben. Ihr nächstes Ziel ist nun der Bau eines ganzen Hauses im Ortsteil Jurjewez. Die Stadt hat das Grundstück bereits zur Verfügung gestellt, und nach dem Motto – nach dem Einzug ist vor dem Einzug – beginnen jetzt schon die Vorbereitungen auf das nächste Projekt.

Luftballons für Rußland

Luftballons für Rußland

Längst kennt man Swet auch in anderen Regionen Rußlands und nimmt sich ein Beispiel an den Erfolgen der Initiative aus Wladimir. So stiegen denn auch die Luftballons nicht einfach aus Jux und Dollerei in den blauen Himmel auf, sondern mit dem Wunsch, es möge bald in vielen anderen Städten Rußlands ähnliche Wohnungen geben, wo junge Behinderte zu leben lernen. Selbständig. Eines Tages auch ohne ihre Eltern und Angehörigen. Und ohne die einzige Perspektive: ab ins Heim.

Luftballons für Rußland

Luftballons für Rußland

Dazu braucht es Menschen wie Ljubow und Jurij Katz, die begeistern und überzeugen, die vor allem aber auch ein offenes Ohr bei den Behörden finden. Denn sowohl die regionalen zuständigen Ämter als auch die städtischen Dienststellen ermöglichen das Projekt unter anderem dadurch, daß sie die Kosten für Pädagogen übernehmen, die an dem Projekt mitarbeiten. Eine Arbeit, die von Ehrenamtlichen und den Eltern allein nicht zu bewältigen wäre.

Natalia Bugajewa

Natalia Pugajewa

Mit einer ganz ähnlichen Thematik beschäftigt sich Natalia Pugajewa aus Raduschnyj bei Wladimir. Selbst Mutter von drei Kindern hat sie auch noch einen Sohn und eine Tochter in Pflege – und zwölf Jugendliche um sich geschart, die aus unterschiedlichen Gründen mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind  und am Leben zu scheitern drohen. Mit ihnen übt sie Theaterstücke ein und fertigt Kunstwerke der besonderen Art. Als gelernte Malerin hat sie dafür ein besonderes Händchen. Nun möchte sie mit ihrer Gruppe einmal nach Erlangen kommen, um von ihrer Arbeit zu berichten, um ihre Kleinodien zu zeigen, um Kontakte zu knüpfen. Noch in diesem Jahr.

Lira Trozenko

Lira Trozenko

Lira Trozenko hingegen, die als erste Zahnärztin Wladimirs mit Erlanger Unterstützung eine eigene Praxis schon in den 90er Jahren gegründet hat, kennt Erlangen schon seit gut 20 Jahren. Erst im Januar waren drei ihrer Ärzte in der Partnerstadt zu einer Hospitation. Nun will sie den Gegenbesuch organisieren, die erste Konferenz für Stomatologen in Wladimir mit Dozenten aus Erlangen. „Was die anderen medizinischen Fachrichtungen schon vorgemacht haben, können wir sicher nicht schlechter“, meint Lira Trozenko dazu mutig.

Demonstration auf dem Kathedralenplatz

Demonstration auf dem Kathedralenplatz

Natürlich läßt sich die Weltpolitik in diesen Tagen nicht ausblenden. Auch nicht in der Partnerstadt, wo sich gestern der Kathedralenplatz bis gegen 17.00 Uhr für eine halbe Stunde füllte, um auf einer Kundgebung die Unterstützung für die Politik des Staatspräsidenten zum Ausdruck zu bringen.

Wir sind mit dem Präsidenten. Wir sind mit der Krim.

Wir stehen zum Präsidenten. Krim, wir stehen zu dir.

Viele Vertreter von Jugendorganisationen, Repräsentanten aller im Parlament vertretenen Parteien, Betriebsangehörige, Gewerkschaftsmitglieder.

Gouverneurin Swetlana Orlowa auf der Demonstration

Gouverneurin Swetlana Orlowa auf der Demonstration

Politiker aus der ersten Reihe traten zwar nicht ans Mikrophon, zeigten sich aber dennoch prominent. Eben eine Sympathiekundgebung mit Aufrufen, die Ukraine und die Krim nicht im Stich zu lassen, für die Opfer der dort drohenden Übergriffe auf Russen Spenden zu sammeln, moralischen Beistand zu leisten.

Die Krim ist Rußland

Die Krim ist Rußland

Auch wenn nach Umfragen zwei Drittel der Russen klar gegen den Einsatz von Waffen in der Ukraine sind, sollte man nicht zweifeln daran, daß dort für die Mehrheit vom Westen eine rote Linie überschritten wurde.

Ukraine, wir sind mit dir!

Rußland und die Ukraine, wir sind zusammen!

Ob es nun stimmt oder nicht – die Historiker werden das bald rekonstruieren -, daß auf dem Maidan in Kiew mehr ausländische Agenten und angeworbene Provokateure zu Gange waren als aufrechte Demokraten im Kampf gegen ein korruptes Regime, kann hier nicht geklärt werden. Aber selbst in der EU verstehen immer mehr Politiker, daß man die russische Sicht der Dinge zu wenig im Auge gehabt habe.

Sergej Sacharow und Sergej Schochin

Sergej Sacharow und Andrej Schochin

Noch ist ja Zeit für Gespräche. Noch ist es nicht zu spät. Niemand auf dem Kathedralenplatz ruft zum Krieg auf. Alle sind zum Dialog bereit. Aber es wird lange dauern, bis die Russen wieder Vertrauen zum Westen fassen. Wie gut es da ist, eine Bürgerpartnerschaft zu pflegen, erfährt man just in diesen Tagen des Umbruchs.

Nein zum Faschismus. Krim, wir sind mit dir.

Nein zum Faschismus. Krim, wir stehen zu dir.

Vielleicht sollten wir nicht nur über eine Wohnung für Behinderte nachdenken und nun ein Haus für sie planen, sondern uns an das Wort von Michail Gorbatschow erinnern, der vom gemeinsamen europäischen Haus gesprochen hat. Darin sollten, können und wollen wir doch alle Platz finden. Die Hausordnung freilich müssen wir dann gemeinsam entwerfen – ohne Drohungen, sondern im Miteinander. Wie das gehen kann, können wir von Swet lernen!

Read Full Post »


Es ist jetzt ziemlich genau drei Jahre her, seit die Selbsthilfegruppe Swet in Wladimir ein Projekt gestartet hat, das junge Menschen mit Behinderungen befähigen soll, selbständig zu leben, ohne Eltern, ohne Verwandte und vor allem ohne die Perspektive, eines Tages, wenn die bisherigen Betreuer aus dem familiären Umfeld aus welchen Gründen auch immer ausfallen, in ein Pflegeheim ziehen zu müssen. Einen ganzen Monat dauert diese Lebensschule in Begleitung von eigens für diesen Zweck ausgebildetem Betreuungspersonal.

Swet Wohnung 1

Ein Ständchen für Swet

Die Dreizimmerwohnung hat ein Wladimirer Unternehmer mietfrei zur Verfügung gestellt. Die Eltern der jungen Behinderten halfen, ebenso wie die künftigen Bewohner, bei der Renovierung und Umgestaltung der Räume. Möbel und Material stellten ebenfalls Sponsoren und Firmen. Inzwischen beteiligt sich auch das Jugendamt der Stadt Wladimir an dem Projekt.

Einen Monat lang üben immer vier junge Erwachsene den eigenständigen Lebensalltag. In den drei Jahren durchliefen schon mehr als 50 behinderte Jugendliche dieses Programm, die größtenteils als „nicht beschulbar“ eingestuft waren und damit durch die Raster des Bildungssystems gefallen waren. Es war und ist die Gruppe Swet, die beweisen konnte, daß auch diese Menschen eine Ausbildung erhalten können, und es war an Swet zu zeigen, daß es sehr wohl möglich ist, Behinderte auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Wer nämlich an dem Wohnungsprojekt teilnimmt, hat schon vorab in einem vorgelagerten Programm bewiesen, ein ganzes Wochenende lang – mit Hilfe von Pädagogen natürlich – ohne die Eltern auskommen zu können.

Swet Wohnung 2

Ljubow Katz mit dem Ehrenbrief der Stadt Wladimir

Die jungen Bewohner besuchen werktags von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr einen speziell für sie angebotenen Unterricht im Zentrum der Selbsthilfeorganisation. Am Sonntag kommen Gäste, oder man macht selbst Besuche, geht ins Museum, in Konzerte, hat am „Leben draußen“ Anteil.

Swet Wohnung 3

Ein Geburtstagskuchen für Swet

Daneben schult Swet auch Pflegefamilien und unterstützt die leiblichen Eltern von behinderten Kindern mit fachkundigem Rat. Eine Aufgabe, die immer mehr Anerkennung seitens der Wladimirer Stadtverwaltung findet, die es nicht bei der Verleihung von Auszeichnungen beläßt, sondern auch aktiv hilft, indem sie die pädagogischen und pflegerischer Kräfte finanziert. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie in Rußland Staat und Bürgergesellschaft einvernehmlich zum Nutzen der Gesellschaft zusammenarbeiten können.

Swet Wohnung 4

Die Festtafel

Swet ist mittlerweile landesweit ein Begriff und steht für eine möglichst weitgehende Inklusion. Man darf also davon ausgehen, daß auch in anderen Regionen Rußlands derartige Projekte entstehen werden, wo behinderten Menschen zu ihrem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben verholfen wird, zu ihrem Recht auf ein Leben in Würde und inmitten der Gesellschaft. Und bald wird man hier schon berichten können von der Fertigstellung der Wohnung, wo es dann ernst wird mit dem selbständigen Leben, wo junge Behinderte dann auf Dauer bleiben sollen. Einer Wohnung, eingerichtet u.a. mit einem 50.000-Euro-Zuschuß des Hilfswerks der katholischen Kirche, Renovabis, vermittelt durch die Städtepartnerschaft.

Read Full Post »


Eine Woche nach den Jubiläums-Feierlichkeiten reiste ich erneut nach Wladimir, um die bei dem ganzen Trubel liegengebliebenen Dinge aufzuarbeiten. Meine erste Aufmerksamkeit galt dabei der Revision des Erlangen-Hauses. Die Überprüfung des Jahresabschlusses 2012 ergab keine Unstimmigkeiten, so konzentrierte ich mich mit der Leitung des Hauses auf die Durchsprache und Abstimmung der ständig notwendigen Wartungs- und Renovierungsarbeiten, Maßnahmen, die zum Erhalt des mehr als 100 Jahre alte Hauses unverzichtbar sind und die aus den laufenden Einnahmen finanziert werden müssen.

Das Erlangen-Haus in neuem Glanz

Das Erlangen-Haus in neuem Glanz

Das Erlangen-Haus hat sich zum Jubiläum herausgeputzt. Dabei war die Zeit zwischen der Schneeschmelze und dem Partnerschaftsjubiläum sehr, sehr kurz. Die Handwerker waren bestellt, aber die Schneemassen um das Haus wollten nicht weichen. Erst im Mai konnte mit den Arbeiten begonnen werden, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Frische Farben und ein neues, großes Schild am Eingang machen das Haus am östlichen Ende der Altstadt zu einem Blickfang, den kein Hotelgast mehr übersehen kann. Bisher  war nämlich das 2012 zum besten kleinen Hotel Wladimirs gewählte Erlangen-Haus für späte und ortsunkundige Gäste nicht immer leicht zu finden. Immerhin ist es dem Team des Erlangen-Hauses gelungen, durch intensive Werbung auch im Internet die Auslastung des Hotels auf fast 60 % zu steigern. Für ein Hotel mit insgesamt nur 12 Betten ist dies ein ausgezeichneter Wert. Dazu beigetragen hat auch die seit drei Jahren konsequent vorangetriebene Modernisierung der Einrichtung. Stammgäste des Erlangen-Hauses sind in der Mehrzahl Russen, die die Atmosphäre des historischen Ensembles und das täglich frisch zubereitete Frühstück sehr zu schätzen wissen.

Die Modernisierung macht auch vor der Sprachschule nicht halt. Die seit Jahren konstante Zahl von ca. 200 Deutschlernenden aller Altergruppen spricht für die Qualität der Schule. 2012 erhielt das Erlangen Haus die Anerkennung als Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau sowie einer “privilegierten Partnerschaft“ mit dem Hauptsitz in München. Diese Anerkennung gibt Kraft für neue Ziele. Der weitere Ausbau interaktiver Medien ist eine Herausforderung für Dozenten und Schüler, dem sich das Erlangen-Haus mit allen Beteiligten stellen wird. Zur Zeit läuft übrigens wieder die Vorbereitung für die Gruppe von 17 Schülern der fortgeschrittenen Kursgruppen, die im Juli an der Sommersprachschule der Volkshochschule Erlangen teilnehmen werden. Wir suchen übrigens noch Gasteltern für einige aus dieser Gruppe. Meldungen nimmt Gerhard Kreitz unter gerhard@kreitz.de entgegen!

In der Werktstatt des Blauen Himmels

In der Werktstatt des Blauen Himmels

Erfreulich war auch der Besuch des Rehabilitationszentrums „Blauer Himmel“ in Penkino. Seit nunmehr einem Jahr ist die Ärztin Olga Andrijenko als neue Leiterin der Einrichtung tätig. Sie ist gut vorangekommen in ihren Bemühungen, die Lücken in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern zu schließen, die ihre Vorgängerin hinterlassen hat. Vier von fünf vorgesehenen Stellen in der Pädagogik sind inzwischen besetzt, und man ist bemüht, wieder zu den methodischen Ansätzen der ersten zwei Jahre aufzuschließen. Dabei hilft die Zusammenarbeit mit der Staatlichen Universität Wladimir, die gerade ihren Kooperationsvertrag mit der Ohm-Hochschule in Nürnberg unter Dach und Fach gebracht hat. Das größte Hindernis für die Zusammenarbeit mit Deutschland ist die Sprachbarriere, ohne Deutschkenntnisse ergibt eine erlebnispädagogische Hospitation in Deutschland keinen Sinn. Aber ein Lichtblick zeigt sich: Das Grundlagenbuch von Werner Michl ist jetzt ins Russische übersetzt, und ein russischer Verlag ist gefunden. In Kürze wird dieses pädagogische Standardwerk also auch auf dem russischen Markt erhältlich sein!

Das Team in Penkino, die Ärztin Olga, vier pädagogische Fachkräfte, zwei Frauen und zwei Männer sowie fünf Krankenschwestern, arbeiten mit viel Liebe und Engagement mit den Kindern. Die Werkstatt ist nun Dank der im Dezember installierten Elektroheizung das ganze Jahr über, vor allem  bei schlechtem Wetter, eine wichtige Alternative für die Arbeit mit den Kindern. Dabei sind die von den Kulturreise-Teilnehmern  mitgebrachten Materialien und Werkzeuge eine große Hilfe. Die finanzielle Unterstützung durch die Psychiatrie als Betreiber der Einrichtung ist in diesem Punkt immer noch mangelhaft. Größter Wunsch für die Werkstatt ist deshalb die Anschaffung einer kleinen Werkbank. Vielleicht findet sich ja in Erlangen ein großzügiger Spender!

Viel Raum für Kreativität im Blauen Himmel

Viel Raum für Kreativität im Blauen Himmel

Aber die meiste Zeit sind die Kinder im Freien und mit Ballspielen, Wandern, Klettern, Hüttenbauen und Werkeln beschäftigt. Die kleinen, bunten Kunstobjekte, „Land-Art“  aus Holzresten und bunten Plastikverschlüssen, sind Beispiele dieser Aktivitäten. Ich habe das Zentrum „Blauer Himmel“ mit viel Freude und gutem Gefühl zurück gelassen.

Jurij Katz im Erlanger Zimmer

Jurij Katz im Erlanger Zimmer

Besonders am Herzen liegt mir die Elterninitiative SWET, die ihren behinderten Kindern mit ihrer „Schule für´s Leben“ die Inklusion ermöglichen will. Ich habe bereits mehrfach über diese Initiative im Blog berichtet. Mit Ljubow und Jurij Katz traf ich mich zunächst bei dem bereits im letzten Jahr eröffneten Rehabilitationszentrum für Eltern und Kinder. Aus unserer Spendenaktion vom Herbst 2011 konnte das Erlanger Zimmer eingerichtet werden.

Der Spendenbaum im Zentrum von SWET

Der Spendenbaum im Zentrum von SWET

Ein Spendenbaum am Eingang zeigt auf seinen Blättern die Beiträger vieler Unterstützer. Erfreulich, wie inzwischen auch russische Mäzene mit z.T. großen Beträgen dabei sind.

Pflanzaktion von SWET

Pflanzaktion von SWET

An meinem Besuchstag lief gerade eine PR-Aktion von SWET: Behinderte verschönerten die Stadt und bepflanzten an verschiedene Orten Wladimirs bisher brachliegende Blumenbeete. Ich wurde freundlich aufgenommen und durfte für Pressefotos mit aufs Bild.

Pressetermin mit Wolfram Howein in der Bildmitte

Pressetermin mit Wolfram Howein in der Bildmitte

Dann besuchten wir das jüngste Projekt der Initiative, eine Wohnung, in der fünf Behinderte mit Unterstützung durch ein rund um die Uhr besetztes Sozialzimmer eigenständig ihr Leben gestalten werden.

Ortstermin in der Wohnung von SWET mit Wolfram Howein, rechts im Bild

Ortstermin in der Wohnung von SWET mit Wolfram Howein, rechts im Bild

Die Behinderten arbeiten zum Teil selber mit bei der Renovierung, einer von ihnen zeigte mir stolz sein zukünftiges Zimmer.

Wolfram Howein bei der Spendenübergabe an Familie Katz

Wolfram Howein bei der Spendenübergabe an Familie Katz

Bei unserem abschließenden Gespräch konnte ich dann die Spende der Teilnehmer der jüngsten Kulturreise übergeben. Da die Kosten für den Abschiedsabend der Jubiläumsfeiern von der Stadt Wladimir übernommen wurde, kamen die dafür im Reisebudget vorgesehenen 700 € der Initiative SWET zugute, und die ist die Unterstützung durch Erlanger Bürger allemal wert!

Wolfram Howein

Hinweis: Am Donnerstag, den 11. Juli, lädt die WAB um 19.00 Uhr zu einem Russischen Abend nach Höchstadt in die Kapuzinerstraße 7a ein. Auf dem Programm unter anderem ein Vortrag von Jürgen Ganzmann, Leiter der WAB Kosbach und Initiator des Projekts Lichtblick, aus dem der Blaue Himmel hervorgegangen ist. Eintritt frei. Mehr Information unter: Einladung Russischer Abend

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: