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Posts Tagged ‘Axel Mölkner’


Am 3. März bereits verstarb, wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag, Johann Adam Stupp, Ehrenvorsitzender des Erlanger Kunstvereins, dem die Städtepartnerschaft, angeregt vom Journalisten Axel Mölkner, die erste Gemeinschaftsausstellung von vier Wladimirer Künstlern verdankt. Im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung im November 1992 schreibt er selbst:

Freundschaftliche Beziehungen zu den bildenden Künstlern unserer russischen Partnerstadt Wladimir bestehen nun schon seit einer Reihe von Jahren. Wir erinnern uns dankbar an die Ausstellung von Malerei, Graphik und Plastik aus Erlangen in Wladimir 1986. Im darauffolgenden Jahr konnten wir einen Maler aus Wladimir – es war Kim Britow – im Rahmen der Wladimirer Kultur- und Sporttage als Gast bei uns begrüßen. Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Begegnungen in beiden Partnerstädten fortgeführt werden können.

Johann Adam Stupp

Und Andrej Filinow, heute Direktor des Staatlichen Wladimirer Lokalsenders, der damals die Gruppe als Journalist begleitete, erinnert sich:

Erlanger Nachrichten, 24./25. Oktober 1992

Vor fast dreißig Jahren… Damals taten Wladimir und Erlangen, wenn ich es richtig sehe, mit dem Austausch von Kulturschätzen einen der ersten und ausgesprochen erfolgreichen Schritte in der Volksdiplomatie aufeinander zu. Ich meine jene Ausstellung mit Arbeiten von Wladimirer Graphikern in Erlangen, organisiert unter Mitwirkung des Kunstvereins und persönlich von Johann Adam Stupp, die zu einer ausgezeichneten Visitenkarte unserer altrussischen Stadt zu einer Zeit wurde, als sich die partnerschaftlichen Beziehungen, angetrieben von dem glänzenden Russisten und großartigen Organisator, Peter Steger, erst so richtig zu entfalten begannen. Mit glühendem Enthusiasmus halfen ihm und den Künstlern die jungen Journalisten, Axel Mölkner von den „Erlanger Nachrichten“ und der Autor dieser Zeilen, Andrej Filionow, damals Mitarbeiter der Lokalzeitung „Mestnoje Wremja“ („Ortszeit“). Die Zusammensetzung der Ausstellungsteilnehmer erwies sich als einzigartig. Vorneweg mit den Arbeiten von zwei bereits damals anerkannten Meistern, Pjotr Dik und Boris Franzusow. Letzterer konnte nicht mit nach Deutschland kommen, weil er bereits todkrank war, aber seine Arbeiten, die zu den allerbesten Beispielen der russischen Graphik gehören, fanden viel Raum in der Ausstellung. Aus seinem Schaffen in der Technik der klassischen Radierung bildete sich eine eigene Schule heraus. Aber auch die damals noch jungen und später mit dem Titel „verdiente Künstler Rußlands“ ausgezeichneten Anatolij Denissow und Jurij Tkatschow erhielten die Möglichkeit, ihr reiches Können zu zeigen. Diese klassische Tradition umschatteten großartig die tiefgründigen, emotionalen und philosophisch aufgeladenen Pastelle von Pjor Dik. Der Umstand, daß er ethnischer Deutscher war, brachte eine besondere Note in die Betrachtung seiner Arbeiten und zeugte von der schon seit langer Zeit wirkenden gegenseitigen Durchdringung der russischen und deutschen Kultur, zweier großer europäischer Völker. Aber diesem Austausch wohnte noch eine weitere interessante Synergie inne: Die Arbeiten der Künstler wurden im Katalog von Gedichten des Autors dieser Zeilen in der Übersetzung von Peter Steger kommentiert. Ein weiterer Beweis dafür, wie eng Kunst und Literatur unsere Völker verbinden. Dieses Ereignis hinterließ jedenfalls in den Herzen der Teilnehmer (leider weilen Pjotr Dik und Boris Franzusow bereits nicht mehr unter uns, und nun ist dieser Tage auch Johann Adam Stupp von uns gegangen) die farbenfrohesten Erinnerungen und wurde auf viele Jahrzehnte zum Unterpfand der guten Beziehungen zwischen den Partnerstädten.

Johann Adam Stupps Hoffnung sollte sich erfüllen: Es folgten ungezählte weitere Ausstellungen in Zusammenarbeit der Kunstvereine Erlangen und Wladimir, auch längere Aufenthalte hier wie dort, um vor Ort an Kulturprojekten mitzuarbeiten. Den bisherigen Höhepunkt erlebte die Partnerschaft in dieser Hinsicht vor einem Jahr, als sich die beiden Verbände darauf vorbereiteten, zum 75. Jahrestag des Kriegsendes eine gemeinsame Ausstellung in Wladimir zu zeigen, die dann freilich wegen Corona nur virtuell gezeigt werden konnte.

Eine besonders enge und freundschaftliche Verbindung entstand zwischen Pjotr Dik und dem Erlanger Kunstfreund. Auf Initiative von Johann Adam Stupp verlieh im Jahr 2000 dem Wladimirer Graphiker denn auch den Hauptpreis des Rußlanddeutschen Kulturpreises in der Kategorie Kunst. Zweifellos ein Höhepunkt auch für die Partnerschaft insgesamt. Auch mit Percy Gurwitz verband den Verstorbenen viel, denn seine Frau stammte, ebenso wie der Wladimirer Gelehrte, aus Riga.

Der Dichter

Er sieht so manches lang voraus,
sobald es ihn zu sprechen drängt.
Kaum macht man sich etwas daraus,
man ihn am liebsten gleich erhängt.
Andrej Filionow

Im gemeinsamen Vorwort zum Ausstellungskatalog schreiben Axel Mölkner und Andrej Filinow ein Wort des Dankes, das heute noch Gültigkeit besitzt und deshalb abschließend hier zitiert werden soll:

Vielen in Erlangen gebührt für ihre Unterstützung Dank. Die Ausstellung ermöglicht hat der Kunstverein und sein Vorsitzender, Adam Stupp. Bei der Stadt Erlangen haben sich der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, der die Gedichte mit viel Liebe übersetzte, und Kulturreferent Wolf-Peter Schnetz für die Ausstellung eingesetzt. Für die finanzielle Unterstützung durch die Siemens AG haben sich Rita Werneyer und Jörg Hahn stark gemacht; beim OBI Baumarkt Franken sorgte dafür Hermann Gumbmann.

Ausstellungseröffnung im Palais Stutterheim: Johann Adam Stupp, Jelena Prokofjewa, Andrej Filinow und, fast verdeckt, Jurij Tkatschow. Im Hintergrund: Hermann Gumbmann, Axel Mölkner, Natalia Oserowa und Anatolij Denissow

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Heute begeht der Künstlerverband der Region Wladimir seinen 75. Jahrestag mit der Eröffnung einer großen Ausstellung. Die Verbindungen nach Erlangen reichen bis ins Jahr 1986 zurück, als im Rahmen der Kultur- und Sporttage in Wladimir die ersten Künstlerbegegnungen stattfanden.

Dmitrij Cholin bei der Begrüßung einer Gruppe des Kunstvereins Erlangen in Wladimir 2009

Seither finden immer wieder wechselweise Ausstellungen statt, wobei die letzte, im Mai d.J. zum 75. Jahrestag des Kriegsendes ins Internet verlegt wurde. Unmöglich, alle gemeinsamen Aktionen und Initiativen hier zusammenzustellen – allein schon die erste Ausstellung mit Graphikern aus Wladimir im Jahr 1991, angeregt und betreut vom Journalisten Axel Mölkner mit dem Kunstvereinsvorsitzenden Adam Stupp wäre einen eigenen Rückblick wert -, aber die nun folgenden Glückwünsche mögen einen Eindruck von Intensität und Vielfalt der Verbindungen geben.

Rudolf Schloßbauer und Natalia Britowa 2011 vor Arbeiten des 2010 verstorbenen Wladimirer Künstlers Kim Britow, der bereits 1987 erstmals in Erlangen ausgestellt hatte.

Zuvor aber auch noch ein Wort des Dankes an Jutta Brandis.

Jutta Brandis

Sie betreute über drei Jahrzehnte hinweg die Kunstkontakte seitens der Volkshochschule und feierte mit der von der Gruppe Andersartig mit Kirill Wedernikow gestalteten Ausstellung im Februar 2019 ihren Ausstand.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer, 2019

Lieber Herr Cholin, liebe Künstlerinnern und Künstler,

zu Ihrem 75jährigen Jubiläum wünschen wir Ihnen im Namen des Kunstvereins Erlangen und der Gruppe Plus alles Gute, weiterhin viel Erfolg und eine gute Zukunft!

Auch wenn uns ein paar Steine in den Weg gelegt werden, so bleiben wir weiterhin in Kontakt und hoffen, eine Ausstellung und eine Begegnung nachholen können. Die Beziehungen zwischen unseren Vereinen bestehen ja schon viele Jahre, und wir freuen uns darauf, auch in Zukunft etwas gemeinsam zu gestalten.

Viele Grüße & alles Gute

Jutta Keller (1. Vorsitzende ) & Nils Naarmann (Sprecher Gruppe Plus)

Herzliche Grüße und Glückwünsche aus Erlangen-Tennenlohe!

Der „Kunstkreis Tennenlohe“ gratuliert dem Kunstverein der Region Wladimir sehr herzlich zum 75jährigen Jubiläum. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen, die jetzt genau halb so alt wie Ihr Verein ist, haben zahlreiche Künstler ihres Verbandes Tennenlohe besucht und bei uns Arbeiten geschaffen, die dazu beitragen, diese Partnerschaft fest in unserem Stadtteil zu verankern. Für diesen künstlerischen Beitrag sind wir sehr dankbar.

Sergej Tschernoglasow und Dieter Puschmann, 2019

Ihr Verein ist unmittelbar nach dem Ende des furchtbaren Krieges gegründet worden, der über unsere beiden Völker unendliches Leid gebracht hat. Wir sind glücklich über den Frieden, der seitdem zwischen unseren Völkern herrscht. Heute ist der enge Austausch von Künstlern aus Wladimir und Erlangen ein starkes Zeichen dafür, wie gut sich die Menschen in unseren Regionen verstehen.

Isabelle Brisset, Nuna Frei, Sergej und Igor Tschernoglasow sowie Kirill Wedernikow vor ihrem kollektiv geschaffenen Bild, 2019

Der Beitrag, den Mitglieder Ihres Vereins dazu leisten, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Dazu übermitteln wir nochmals unseren Dank und unsere Glückwünsche.

Dietrich Puschmann,Vorsitzender des Kunstkreises Tennenlohe

Liebe Wladimirer und Mitglieder des Kunstvereins der Region Wladimir,

es ist mir eine besondere Ehre, Ihnen, meine liebgewonnenen Freunden und Künstlerkollegen, zu Eurem 75. Jubiläum gratulieren zu dürfen.

Jelena Jermakowa vor dem Trafohäuschen in Tennenlohe, gestaltet von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Ob Prof. Sergej Jermolin, Igor Tschernoglasow mit Sohn Sergej, Anatolij Denissow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa, Kirill Wedernikow oder auch die Gruppe der werdenden Kunsterziehungslehrer, wir können schon auf einige erstaunliche partnerschaftliche Projekte zurückblicken. Igor Tschernoglasow haben wir sogar bis nach Guatemala entführt.

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko, 2015

Beim Künstlertreffen im Lewitan-Haus, hat es mir besonders gut gefallen! Das ist und war und bleibt echt gelebte Partnerschaft.

Dieter Erhard und sein im Lewitan-Haus entstandener Stein „Run 2016“

Für Eure und unsere gemeinsame Zukunft wünschen wir, meine Frau Miriam und ich, Euch eine gute Zeit alles erdenklich Gute und ein Glas Wodka zu Eurem 75. Geburtstag. Bleibt gesund!

Dieter und Miriam Erhard aus Erlangen-Tennenlohe

Im Anhang grüßt Euch mein Aquqila Giganteus aus Tennenlohe!

Meine liebe Freunde, meine lieben Kollegen,

Zu Eurem 75. Jubiläum wünschen Euch die Erlanger Künstler und ich alles Gute, weiterhin mindestens noch 75 kreative Jahre und sicherlich noch viele-viele Treffen und gemeinsame Ausstellungen mit uns.

Christian Hamsea und Oleg Modorow im Lewitan-Haus 2014

Ich schätze mich zu den Glücklichen, die die Ehre hatten, solch talentierte, hingebungsvolle und großartige Künstler wie Euch kennenzulernen. Neben gemeinsamen Treffen und Ausstellungen kann ich heute behaupten, unter Euch richtige Freunde für’s Leben gefunden zu haben. Ich bin bis heute dankbar für die gegenseitige Inspiration und die intensiv gemeinsam erlebte Zeit. 

Henrike Franz im Gespräch mit Anatolij Denissow, 2014

Was mit einem kleinen Clash of Civilizations 2002 bei unserem ersten Treffen in Wladimir begann, entwickelte sich zu einer der schönsten Freundschaften aller Zeiten! Hier auch mein Dank an die, die es möglich machten. 

Wladimir Rusin, verstorben an COVID-19 am 16. Juli 2020

Mit Trauer erinnere ich mich auch an die schon Verstorbenen unter uns und versichere, sie in meinen Gedanken, Malereien und in meinem Herzen lebendig zu halten. Ich bin überzeugt davon und glaube fest daran, was unser lieber Wolodja Rusin sagte: „Wir Künstler sind eine Nation mit einer eigenen Sprache!“

„Ausflug mit dem Lehrer“ von Pjotr Dik, verstorben 2002 im Künstlerdorf Worpswede

Seid herzlich umarmt und feiert schön, morgen kann alles anders sein! „Maybe чуть-чуть ЗА нашу дружбу!“

Prof. h.c. Lucian Christian Hamsea, Fine Artist

Zu guter Letzt noch die Grußbotschaft von Nils Naarmann nach Wladimir vom Mai des Jahres:

P.S.: Die besten Wünsche zum 75jährigen Jubiläum des Kunstvereines Wladimir nachgereicht von den Mitgliedern der Gruppe Andersartig, Hans-Peter Singer, Irene Hetzler, Carolin Gugel und Michael Ort, mit dem Wunsch auf zukünftig verstärkte Zusammenarbeit.

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Das Erlangen-Haus in Wladimir, immer wieder das Erlangen-Haus als Drehscheibe, Kopfbahnhof und Heimathafen der Partnerschaft. Oder, wie vor 25 Jahren bei der Einweihung der Regionalbeauftragte der Deutschen Botschaft Moskau, Frank Hoffer, im Interview mit Axel Mölkner meinte, „in diesem Sinne sicher ein Vorbild für viele andere.“

Damals, vor einem Vierteljahrhundert, mit dabei auch Hans Zahn, der den Besuch in Wladimir nutzte, um als Gast seines Künstlerfreunds, Pjotr Dik, verschiedene Arbeiten vor allem in Susdal zu schaffen. Darunter auch ein Aquarell des Erlangen-Hauses, das er der Stadt Erlangen schenkte.

Hans Zahn: Erlangen-Haus 1995

Und dann, fünf Jahre später, reiste er wieder mit in die Partnerstadt und machte dort erneut eine Skizze vom Erlangen-Haus. Das daraus entstandene Aquarell stellte er auf den Tag genau vor zwanzig Jahren, am 27. Mai 2000, fertig.

Hans Zahn: Erlangen-Haus 2000

Mehr zu Hans Zahn, der am 1. Januar 2019 verstarb, unter diesem Link: https://is.gd/SO9O0J

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„Freundschaften sind entstanden, das wichtigste Verdienst der Städtepartnerschaft Wladimir-Erlangen.“ So lautet der Kommentar des Journalisten Axel Mölkner am Ende seiner episch-poetischen Reportage „Wladimir und die Städtepartnerschaft mit Erlangen“. Fast eine dreiviertel Stunde lang führt uns der im Jahr 2000 entstandene, einfühlsame Film, in den auch Reportagen aus früherer Zeit einfließen, durch eine nun schon weit zurückliegende Geschichte der deutsch-russischen Begegnungen: mit belebten Szenen von der Eröffnung des Erlangen-Hauses, mit atmosphärischen Betrachtungen von Kirchen und Klöstern, mit ausgelassenen Festen zum 50. Jahrestag des Kriegsendes, mit den Friedensbotschaften von Veteranen, mit der abendlichen Geburtstagsfeier von Austauschschülern, mit heute schon historisch zu nennenden Reportagen von der Aktion „Hilfe für Wladimir“, kurzum mit allem, was bereits damals die Beziehungen ausmachte und sie bis heute prägt. Nehmen Sie sich die Zeit für diese mit der verzaubernden Musik des Ensembles „Rus“ unterlegten Rückschau, in der Ihnen sich viele altbekannte Gesichter wiederbegegnen, aber auch Menschen, die leider schon nicht mehr unter uns sind, um nur Alfred Trautner zu nennen. Ein Riesendank an Axel Mölkner-Kappl, der geplant hatte, in der vergangenen Woche mit nach Wladimir zu fahren und uns nun mit der Digitalisierung seiner zwanzig Jahre alten und doch so frischen Reportage auf eine Zeitreise schickt. Спасибо, Аксель!

 

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Eigentlich wäre ich heute zum 75. Jubiläum des Tags des Sieges in Wladimir. Ich hätte eine Delegation aus der Partnerstadt Erlangen begleitet. Vor genau 25 Jahren, am 9. Mai 1995, war ich zum 50. Jahrestag des Kriegsendes auch in Wladimir. Eine von fünf Reisen dorthin in den 90ern, auf der ich viel gelernt habe über Rußland und die Russen. Dafür profitiere ich bis heute und bin sehr dankbar dafür. #niewiederkrieg hat für mich damals eine sehr klare Bedeutung bekommen. Und ich spüre bis heute eine sehr enge Verbindung nach Wladimir und zu den Freunden dort. Deswegen habe ich ein paar alte Dias zum 9. Mai herausgesucht.

So schrieb gestern der Journalist Axel Mölkner-Kappl auf Facebook und fügte dann in einer Notiz für die Blog-Redaktion hinzu:

Ich spüre in diesen Tagen, wie wichtig es ist, daß wir dahinreisen – sobald es die Gelegenheit dazu gibt. Ich freue mich drauf.

Diesen Erinnerungsschatz will der Blog gerne zu heben helfen. Deshalb hier eine Abfolge von Aufnahmen, die ein Vierteljahrhundert alt, aber auch von ungeahnter Aktualität sind.

An bekannten Gesichtern auf dem Bild zu sehen: Andrej Filinow, Journalist und heute Intendant des Lokalsenders Wladimir, Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg und Peter Steger; der Herr, der sich zu dem Kind umdreht, ist Jurij Fjodorow, Vater der Partnerschaft auf russischer Seite. 9. Mai 1995

Erlangen-Haus Jubiläum 11

Andrej Filinow mit seiner Frau Tatjana am 9. Mai 2019

Gabriel Lisiecki vom Erlanger Bürgermeister- und Presseamt und Dietmar Hahlweg legen am Platz des Sieges einen Kranz nieder.  9. Mai 1995

 

Rechts im Bild der Weltkriegsveteran Nikolaj Schtschelkongow. 9. Mai 1995

Erlangen-Haus Jubiläum 7

Der 50. Jahrestag des Großen Sieges. 9. Mai 1995

Ganz bewußt zum 50. Jahrestag des Kriegsendes wurde vor 25 Jahren als Zeichen des Friedens und der Verständigung in Wladimir das Erlangen-Haus eröffnet. Auch hierzu hat Axel Mölkner-Kappl ein Dia ausgegraben und digitalisiert.

7. Mai 1995: Peter Steger, die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, sowie Tatjana Garischina, die erste Leiterin des Erlangen-Hauses; dahinter Percy Gurwitz, Jurij Fjodorow, Frank Hoffer, Deutsche Botschaft Moskau, Gouverneur Jurij Wlassow und Nikolaj Winogradow, Vorsitzender der Regionalduma

Und wenn wir schon bei Botschaften sind. Elisabeth Preuß, die – man kann es kaum anders sagen – eine Seelenverwandtschaft mit Wladimir verbindet, nahm in den letzten Stunden ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin auf bewegende Weise Abschied vom Erlangen-Haus. Sicher nur in ihrer politischen Funktion. Sicher nicht als Wahl-Wladimirerin. Aber hören und sehen Sie selbst:

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Namen zu nennen, ist immer so eine Sache. Manches Mal notwendig, weil nur so Umfang und Fülle zu erkennen sind, oftmals undankbar, weil man doch immer wieder jemanden zu erwähnen vergessen kann, meist dann gleich die wichtigste Person. Heute besteht Anlaß, den Versuch der Vollständigkeit zu unternehmen, heute am 70. Geburtstag von Udo B. Greiner, dem langjährigen Leiter der Lokalredaktion der Erlanger Nachrichten.

Udo B. Greiner, 2. v.l., umgeben von Helmut Schmitt, Sergej Sacharow, dem Ehepaar Angelika und Siegfried Balleis, Peter Steger und Rudolf Schwarzenbach

Udo B. Greiner, 2. v.l., umgeben von Helmut Schmitt, Sergej Sacharow, dem Ehepaar Angelika und Siegfried Balleis, Peter Steger und Rudolf Schwarzenbach, Juni 2012

Sein segensreiches Wirken für die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir fand im Blog schon vielfachen Ausdruck. Hinzuzufügen ist dem freilich ein ganz besonderer Umstand. Der Jubilar ist nicht nur selbst mehrfach in die russische Partnerstadt gereist. Er hat es vielmehr verstanden, fast seine gesamte Redaktion für dieses Werk der Völkerverständigung zu gewinnen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit deshalb hier einmal die Namen all der Journalisten, die im Auftrag von Udo B. Greiner die Partnerschaftsarbeit vor Ort erlebt haben: Peter Millian, Wolf-Dietrich Nahr, Axel Mölkner, Rainer Wich, Manfred Öfele, Klaus Springen, Lothar Hoja, Stefan Mößler-Rademacher; für das Bildmaterial aus Wladimir sorgten Hilde Stümpel und Bernd Böhner, wenn die Korrespondenten nicht gleich selbst auf den Auslöser drückten. Und auch wer nicht zu den „Reisekadern“ gehörte, kam nie ganz um das Thema „Wladimir“ herum, sei es in den Bereichen Kultur, Sport, Wissenschaft oder Wirtschaft. Dies erst sorgte für die so breit angelegte Berichterstattung über das Geschehen zwischen Erlangen und Wladimir, und dafür wieder einmal Dank zu sagen, ist heute die Zeit gekommen. Alles Gute zum Geburtstag, lieber Herr Greiner, und auf Wiederlesen!

Mehr zu Udo B. Greiner u.a. hier: http://is.gd/m2g52X

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Till Berger von den Erlanger Rangers, der Freizeitkicker, die zum sechsten Mal das mittlerweile 17. Benefiz-Hallenfußballturnier ausrichteten, hatte schon recht, als er nach dem dritten Spiel mit Bedauern konstatierte, dem Team Inter Wladimir fehle es heuer an Biß, die Jungs wirkten weniger spritzig als in den Vorjahren. Pawel Bondarjew, Spielführer der Mannschaft aus der Partnerstadt, widersprach dem zwar, freilich nur mit dem halbherzigen Hinweis darauf, man habe ja auch schon so gut wie alles gewonnen: beim vorletzten Mal den Siegerpokal, 2013 dann den dritten Platz. Und noch habe man ja nicht einmal die Hälfte der Begegnungen hinter sich.

Inter Wladimir beim Anschlußtreffer gegen das Team der FAU

Inter Wladimir beim Anschlußtreffer gegen das Team der FAU

Schon im nächsten Spiel gegen die Mannschaft der Friedrich-Alexander-Universität, unterlagen allerdings die russischen Gäste mit 4:2, und am Ende landete Inter Wladimir immerhin auf dem vierten von zehn möglichen Plätzen. Immerhin. Aber gegenüber Bürgermeisterin Birgitt Aßmus, die gemeinsam mit dem Schirmherrn des Turniers, dem Rektor der FAU, Thomas Schöck, die Sieger- und Teilnehmerurkunden übergab, gestand dann Pawel Bondarjew doch ein: „In Sotschi lief es besser für die Russen.“

Jekaterina Logowowa und Pawel Bondarjew

Jekaterina Lugowowa und Pawel Bondarjew

Als Beobachterin auf den Rängen – wie schon in den Tagen zuvor als aufmerksame Begleiterin der Ärztinnen im Kinderkrankenhaus und beim Besuch der Heinrich-Kirchner-Schule, die Journalistin, Jekaterina Lugowowa, vom Staatlichen Lokalsender Wladimir, die nicht schlecht staunte über das ständige Hin und Her in der Partnerschaft, über die Vielseitigkeit des Austausches. Gekommen ist die Absolventin der Wladimirer Universität bereits vor einer Woche und wird noch bis Donnerstag bleiben – auf Anregung von Oberbürgermeister Siegfried Balleis, der sich während des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums in Wladimir über die Vielzahl der Sender und Zeitungen wunderte und meinte, man sollte doch den journalistischen Austausch wiederbeleben.

Jekaterina Logowowa und Thomas Rex

Jekaterina Lugowowa und Thomas Rex vor der Frankenschau

Der Bayerische Rundfunk mit seinem Studio Franken in Nürnberg bist für eine solche Hospitation der perfekte Gastgeber. Bereits in den frühen 90er Jahren hat der Sender mit Christoph Baumann und Axel Mölkner mit dokumentarischer Sorgfalt die humanitäre Aktion „Hilfe für Wladimir“ und die Entstehung des Erlangen-Hauses begleitet. Thomas Rex, bekannt mindestens in ganz Nordbayern durch seine Moderation der Frankenschau, setzte diese gute Tradition fort mit seinem einfühlsamen Bericht über das zwanzigjährige Jubiläum der Partnerschaft in Wladimir, besonders aber mit den ausführlichen Reportagen „Spasibo Erlangen“ über Schwerpunkte und Erfolge der Zusammenarbeit insgesamt und „Leben lernen“ über das Projekt „Blauer Himmel“. Nun darf man gespannt sein, welches Material Jekaterina Lugowowa, die wie ihr fränkischer Kollege selbst dreht und moderiert, nach Hause bringt und was sie davon auf den Bildschirm bringt. Denn angesichts des fortwährenden „kalten Krieges“ der Massenmedien – leider mehr hier als dort – können differenzierte Berichte über die von den Redaktionen leider nur zu oft verschwiegenen, vielen kleinen Bausteine der Volksdiplomatie und Bürgerpartnerschaft der Verständigung nur dienlich sein.

Mehr zu Thomas Rex im Blog unter: http://is.gd/RmATl4

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