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Posts Tagged ‘Anette Christian’


Montag, 7. August, Flug LH 2162 aus München ist fast pünktlich. Peter Steger und ich holen unsere Gäste aus Wladimir am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg ab. Der Vorstand des Roten Kreuzes in Wladimir kommt mit seiner Vorsitzenden, Olga Antropowa. und ihrem Stellvertreter, Wladimir Prosor. auf Einladung des Erlanger Fördervereins zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir zu einem intensiven Informationsbesuch nach Erlangen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Ideen und Wegen, um die unzureichende häusliche Versorgung schwerkranker Menschen in Wladimir zu verbessern.

Hans Ziegler, Melitta Schön, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Nadja Steger

Am Dienstagmorgen geht es schon um 7.30 Uhr los. Als Dolmetscherin begleitet uns Anastasia Blasch, eine Wladimirerin, die seit zwei Jahren in Erlangen lebt. Wir fahren zum Roncallistift, wo die Gäste nach kurzer Einführung durch Adelheid Seifert (Leitung Pflege und soziale Dienste) direkt beim Pflegerundgang im Bereich des betreuten Wohnens dabei sein können. In den Diskussionen werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Pflegeversicherung in Deutschland behandelt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche in den folgenden Tagen. Bemerkenswert schon hier, die herzliche Aufnahme und die umfassende Information durch die Mitarbeiter des Stifts, ein Eindruck, der sich in allen Folgeveranstaltungen wiederholt hat!

Anastasia Blasch, Adelheid Seifert, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

Am späteren Vormittag besuchen wir SAPVPalliativa (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), eine gemeinnützige GmbH, gegründet vom Hospizverein Erlangen e. V. und dem Hausärzteverein Erlangen und Umgebung e. V.. Die Ärztin Anette Christian informierte uns gemeinsam mit einem Team ausführlich über das Leistungsangebot. In der angeregten Diskussion bleibt keine der vielen Fragen unbeantwortet. Begleitet wird die Diskussion von Jürgen Binder, einem Freund der Partnerschaft und Gründer des Hausärztevereins Erlangen und Umgebung.

SAPVPalliativa-Team mit Anette Christian (Mitte), Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Anstasia Blasch und Jürgen Binder (ganz rechts)

 

 

Nachmittags steht ein Besuch des Rot-Kreuz Altenheims in Etzelskirchen an. Sein Leiter, Jan Pyschny, gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer des BRK Erlangen-Höchstadt und Leiter der ambulanten Pflegedienste, erwartet uns. Auf der Terrasse am großen Garten seiner Einrichtung diskutieren wir Themen der stationären und ambulanten Pflege. Mit der „Dementen WG“ kommt eine für die Russen neue Idee aufs Tapet. Besonders beeindruckend ist für unsere Freude der Streichelzoo im Eingangsbereich des Hauses.

Anastasia Blasch, Wladimir Prosor, Jan Pyschny und Olga Antropowa

Über die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfahren wir am Mittwochvormittag. Unser Ziel ist der Förderverein zur Unterstützung der Tagespflege am Martin-Luther-Platz e.V. Die Leiterin, Kristin Kalden, erwarten uns, und wir erleben, wie Menschen, die wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten Hilfe benötigen, liebevolle und kompetente Zuwendung erfahren. Die Besucher kommen an vorher vereinbarten Tagen, meistens für den ganzen Tag. Ein Bus des BRK sorgt für den Transport. Die Kosten können z. T. mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden, der Verein braucht aber die Unterstützung seiner Mitglieder und anderer Spender. Wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen und häuslichen Atmosphäre der behindertengerecht ausgestatteten großen Wohnung und bekommen umfassende Antworten auf unsere Fragen.

Danach gehen wir zum Verein Dreycedern e.V. am Altstädter Kirchenplatz. Brigitta Hildner, im Verein verantwortlich für den Betreuungsbereich, hat ihre Mittagspause für uns geopfert und informiert umfassend über das Konzept der fachlich geschulten „Betreuungspaten“, ehrenamtlich tätige Menschen, die die Familien mit dementen Angehörigen durch Aufklärung und Beratung sowie durch stundenweise Unterstützung und Aktivierung zuhause entlasten. Umfangreiche Schulungsangebote und Gesprächskreise im Haus des Vereins runden das Angebot ab.

Brigitta Hildner, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Anastasia Blasch

Der Nachmittag gehört dem Roten Kreuz in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen. Mit dem Vorstand und Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins diskutieren wir die bisherigen Aktivitäten in Wladimir und die Ziele für die noch zu vereinbarende Weiterarbeit. In der Diskussion sind wir uns einig: Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit der zukünftigen Aktivitäten sind die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Unterstützung durch den Förderverein.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Ein Ergebnis der bisherigen Aktivitäten in Wladimir sind Pflegekurse für Angehörige schwerkranker Menschen. Olga Antropowa berichtet über daraus entstandene neue Kontakte:

Wir arbeiten jetzt erfolgreich mit dem Institut für Justiz zusammen, wo Fachkräfte für den Strafvollzug und die Rechtsprechung ausgebildet werden. Unsere Pflegekurse finden dort großen Anklang und helfen sicher, die Versorgung von Patienten in Gefängnissen oder in U-Haft zu verbessern. Von diesem guten Beispiel ausgehend, planen wir jetzt auch eine Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren staatlichen und ehrenamtlichen Einrichtungen, die bisher alle nur eine Grundausbildung in Erster Hilfe erhalten. Ich denke, auch die Politik versteht zunehmend, wie wichtig unser Beitrag zum Gesundheitswesen ist.

Olga Antropowa, Melitta Schön und Wladimir Prosor

Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Einrichtungen des Zentrums, dessen Umfang und technischer Stand tief beeindrucken.

Wladimir Prosor und Olga Antropowa auf dem Weg nach Jena

Das Regio-Ticket Franken-Thüringen bringt uns drei am Donnerstag ab 9 Uhr für nur 32 € nach Jena (hin und zurück), wo uns mittags am Bahnhof bereits Iwan Nisowzew, ein in Jena lebender Ingenieur aus Wladimir, und Robert Hebestreit, Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, erwarten. Iwan wird die Rolle des Übersetzers übernehmen. Bei Pelmeni in einem russischen Bistro im Stadtzentrum kommt Peter Schreiber, der Vorsitzende des DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V., hinzu. Mit ihm besuchen wir die Rettungsleitstelle Jena und die DRK-Rettungszentrale, wo unsere Gäste die neuesten technischen Einrichtungen der Notarztfahrzeuge bestaunen. Anschließend erfahren wir an der Schule Duolinga, wie das Rote Kreuz in Jena sogar eine zweisprachige Grundschule und insgesamt fünf Kindertagesstätten betreiben kann. Auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums fallen die in Reih und Glied aufgestellten Kleinwagen des Pflegedienstes auf, in Wladimir müssen die Pflegekräfte bisher mit dem öffentlichen Personennahverkehr klarkommen! Peter Schreiber erläutert uns abschließend noch die Organisationsstrukturen seiner Einheit.

Peter Schreiber, Norbert Hebestreit, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

In der abschließenden Diskussion mit Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew können noch Details der geplanten Folgebesuche und Kontakte mit dem Universitätsklinikum Jena geklärt werden, außerdem wird über mögliche Schulungen und Praktika russischer Pflegekräfte in deutschen Einrichtungen diskutiert. Dazu wären aber – wie bei der Zusammenarbeit mit der Wladimirer Psychiatrie – vorher Deutschkurse zu absolvieren. Voller Ideen und Eindrücke kommen wir gegen 21 Uhr wieder in Erlangen an.

Georg Meyer, Wolfgang Köstner, Melitta Schön, Olga Antropowa, Wladimir Prosor und Waldemar Wagner

Mit dem Freitagvormittag endet das Informationsprogramm. Wir fahren zum Hospizverein Eckental und Umgebung e.V., wo uns der Vereinsvorstand mit Georg Meyer, Melitta Schön und Wolfgang Köstner sowie die Koordinatorin Frieda Meier erwarten. Waldemar Wagner, wieder ein Wladimirer der in Franken seine neue Heimat gefunden hat, unterstützt uns als Dolmetscher. Es geht hier um die Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, nach Möglichkeit in häuslicher Umgebung. Ca. 40 ehrenamtliche, durch den Verein ausgebildete Hospizbegleiter haben in den letzten Jahren etwa 60 Patienten begleitet. Wir können uns ausführlich über die Arbeit des Vereins, der über eigene Räume verfügt, informieren. Ein Sonderthema ist die in der Russischen Föderation so nicht bekannte Patientenverfügung.

Zurück in Erlangen, erwartet uns ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Susanne Lender- Cassens, die als gelernte Krankenschwester die Gelegenheit nutzen will, den Austausch bei ihrem Besuch im September fortzusetzen.

Wladimir Prosor, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Susanne Lender-Cassens

Nachmittags ist Sightseeing angesagt. Wieder unterstützt durch Anastasia Blasch, fahren wir nach Bamberg und erkunden die Altstadt, natürlich darf eine Rauchbierprobe im Schlenkerla nicht fehlen. Die Smartphones leisten als Fotoapparate Schwerstarbeit, und im Rosengarten der Residenz stoßen die Akkus an ihre Grenzen, es reicht aber noch für eine abschließende Fotoserie bei den Fachwerkfassaden am Forchheimer Rathaus im strömenden Regen!

Der Samstag stand dann für unsere Freunde aus Wladimir zur freien Verfügung. Sie berichteten am Sonntag über den schönen Tag in Nürnberg, als Peter Steger und ich Sie morgens um 6 Uhr zum Flughafen bringen. Eine Woche mit intensiven und neuen Eindrücken geht zu Ende, von der Wladimir Prosor meint, sie sei ihm vorgekommen wie ein ganzer Monat.

Es bleibt mir ein herzliches Dankeschön an alle, die an den Treffen teilgenommen und mitgeholfen haben. Ein besonderer Dank gilt Anastasia, Iwan und Waldemar, die als Dolmetscher ihre Freizeit für diesen Besuch geopfert haben. Bleibt zu hoffen, aus dem Besuch entstehen im Laufe der Jahre noch neue Ideen für die Aktivitäten des Roten Kreuzes in Wladimir.

Wolfram Howein

Was Wolfram Howein sich selbst nicht aussprechen kann, sei hier nachgeholt: Danke und спасибо für die Vorbereitung des Programms und die Begleitung durch die intensiven Tage. Die glücklichen Gäste werden es ihm nicht vergessen!

 

 

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Ich hatte bei der Wahl der Praxis für meine Pflichtfamulatur in der Allgemeinmedizin großes Glück, da ich hierbei Jürgen Binder kennenlernen konnte, einen promovierten Arzt, der sich schon seit langem für den medizinischen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir mit Herz und Seele engagiert.

Der Mediziner bot mir die unglaubliche Gelegenheit, ihn und eine Delegation von Ärzten aus Erlangen Mitte Juni in die russische Partnerstadt zu begleiten. Das Land faszinierte mich sowieso seit jeher, und nun hatte ich die Möglichkeit, sowohl die medizinische Versorgung vor Ort, als auch Land und Leute kennenzulernen. Wie könnte man da ablehnen?!

Wladimir bei Nacht

Die Anreise war sogleich unser erstes Abenteuer. Nachdem schon alle Passagiere an Bord gegangen waren, wurde ein technischer Defekt festgestellt (quasi in letzter Sekunde), woraufhin wir das Flugzeug wieder zu räumen hatten. Es folgten nervenzehrende Verhandlungen mit der Fluggesellschaft über das weitere Vorgehen, doch glücklicherweise konnten wir, zwar mit erheblicher Verspätung, unsere Fahrt dennoch am selben Tag antreten.

Bei unserer Ankunft wurden wir im Erlangen Haus trotz der frühen Zeit (4.30 Uhr) herzlich aufgenommen und konnten uns von den Strapazen der Anreise für einige Stunden erholen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, zeitlich wohl eher Brunch, starteten wir gestärkt und gespannt  in unser Programm für den ersten Tag:  die Besichtigung der Palliativabteilung sowie der Dialyseabteilung im Krankenhaus Nr. 6 und ein Treffen mit Alexander Kirjuchin, dem Leiter des Gesundheitsministeriums der Region Wladimir, am Nachmittag.

Prof. Christoph Ostgathe und seine Wladimirer Palliativkolleginen

Das Team der Palliativabteilung begrüßte uns mit Kaffee und Tee, sowie kleinen Häppchen. Anschließend wurden wir durch die Station geführt und konnten einen Eindruck von der palliativen Versorgung in diesem Krankenhaus gewinnen; durch Gespräche mit Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und auch Patienten lernten wir die Organisation  und die Herangehensweise dieser Fachdisziplin etwas näher kennen.

Flur der Palliativstation

Gerade für mich war es sehr spannend, da ich aus Studium und Praxis am Universitätsklinikum Erlangen eine hochmoderne High-Tech-Medizin gewohnt bin. Zu sehen, wie man auch mit einfachsten Mitteln den Bedürfnissen schwerkranker Patienten gerecht werden kann, weckte vor allem Demut für die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte dieser Abteilung.

Am Nachmittag waren wir dann im Gesundheitsministerium der Region bei Alexander Kirjuchin zu Gast. Hierbei wurden vor allem Brücken geschlagen, um den weiteren fachlichen und personellen Austausch im Bereich der Palliativmedizin zu festigen.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Abends lernte ich endlich meine Gastfamilie kennen, bei der ich die restlichen Tage wohnte. Dies war für mich in dieser Zeit eine besonders wichtige Erfahrung, da ich mich dort nicht nur fachlich austauschen konnte (beides Mediziner), aber auch den Alltag und das Miteinander einer russischen Familie erleben durfte. Die Gastfreundschaft, die mir in dieser Familie widerfuhr, kann man nicht beschreiben.

Felix Wackerbauer und seine Gastfamilie Seliwjorstow

Am darauffolgenden Tag besichtigten wir das Notfallkrankenhaus gemeinsam mit dessen ärztlichem Direktor, Jewgenij Jaskin. Wir wurden auch hier wieder herzlich (und kulinarisch) empfangen, bevor wir durch die Stationen geführt wurden.

Unsere Gruppe mit Jewgenij Jaskin und Irina Chasowa, unserer unermüdlichen Betreuerin und kompetenten Dolmetscherin

Die „Rot-Kreuz-Krankenhaus“ genannte Klinik dient vor allem der Notfallversorgung der Region und beherbergt insbesondere chirurgische Fachdisziplinen. Wie schon am Tag zuvor, konnte ich einen direkten Vergleich zu unseren modernen Kliniken ziehen und war wieder einmal erstaunt darüber, wie dort Medizin auf hohem Niveau betrieben wird – trotz der (in unseren Augen) einfachen, dort vorherrschenden Verhältnisse.

Ansicht des Rot-Kreuz-Krankenhauses unmittelbar nach der Fertigstellung vor gut einhundert Jahren

Hier begegneten uns auch die Krankenbetten wieder, die vor einiger Zeit, vom Uniklinikum Erlangen ausgemustert, an das Notfallkrankenhaus in Wladimir gespendet wurden.

Krankenbett aus Erlangen

Nach einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns dann vom Gastgeber und starteten anschließend in den Kulturteil unserer Reise.

Jewgenij Jaskin und Felix Wackerbauer

Hier möchte ich mich nun etwas kürzer fassen, da über Wladimir und Susdal in diesem Blog bereits mehrfach ausführlich berichtet wurde. Beide Städte liegen am sogenannten „Goldenen Ring“, nordöstlich von Moskau, mit seinen altrussischen Städten eines der bekanntesten Reiseziele im Land, das Einblick gibt in die Geschichte der Entstehung des Russischen Reiches. Hier lagen insbesondere die religiösen und wirtschaftlichen Zentren der mittelalterlichen Rus.

Ich hatte ehrlicherweise nach kurzer Zeit schon einen kleinen „Kirchenkoller“, will jedoch zugeben, die Kirchen, Kathedralen und Klöster, die wir besichtigten, wunderschön und wirklich beeindruckend gefunden zu haben. Insbesondere die Freskenmalereien im Inneren luden zum Staunen ein.

Am Tag unserer Abreise hatten wir noch die Gelegenheit, einige Stunden in der Hauptstadt zu verweilen. In der kurzen Zeit, die uns blieb, besichtigten wir den Kreml und den Roten Platz und fuhren selbstverständlich auch mit der Metro. Wir hatten auch zum ersten Mal schönes Wetter! Es war warm und die beiden Orte quollen vor Touristen schon beinahe über, dennoch war es toll, bei unserer Abreise noch „ein wenig Moskau“ mitnehmen zu können.

Felix Wackerbauer vor der Basilius-Kathedrale

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Jürgen Binder und Peter Steger bedanken, die mir diese großartige Erfahrung ermöglichten. Weiterhin möchte ich mich auch bei der Reisegruppe für die schöne Zeit und die angenehmen Gespräche bedanken, die ich mit allen führen konnte. Und zu guter Letzt möchte ich mich bei Iwan und seiner Familie bedanken, die mich für die Zeit des Aufenthalts bei sich zu Hause aufnahmen und mir die russische Lebensart ein wenig näher brachten. Ich habe hier einen sehr guten Freund gefunden!

Christoph Ostgathe, Thomas Schöllhammer, Stephan Horn, Christiane Schöllhammer, Anette Christian, Felix Wackerbauer und Jürgen Binder

„Wladimir wird mich wiedersehen“, verspricht Felix Wackerbauer

Siehe auch: https://is.gd/lzz0yh

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Derzeit hält sich eine siebenköpfige Medizinerdelegation aus Erlangen in Wladimir auf, die vorgestern vom Leiter der Regionalen Gesundheitsbehörde, Alexander Kirjuchin, und seiner Stellvertreterin, Jelena Owtschinnikowa, empfangen wurde. Hauptthema des Treffens – die Palliativmedizin.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Die Homepage der zentralen Verwaltung aller medizinischen Einrichtungen des Gouvernements Wladimir berichtet ausführlich über den Empfang für die deutsche Delegation, die der Hausarzt und medizinische „Wladimir-Beauftragte“, Jürgen Binder, zusammengestellt hatte und über deren Programm noch im einzelnen zu berichten sein wird.

Medizinstudent Felix Wackerbauer, Christiane Schöllhammer und Christoph Ostgathe

Heute deshalb hier nur erste Eindrücke von dem Besuch, der hauptsächlich der Palliativmedizin galt, die in der Region Wladimir noch im Aufbau steckt. Erst 2013 eröffnete man in der Partnerstadt eine Palliativstation, 2015 und 2016 folgten dann weitere Einrichtungen in Murom, Sudogda, Sobinka und im Landkreis Gus-Chrustalnyj mit insgesamt 60 Betten, deren Zahl man bis 2020 verdoppeln will. Ziel ist es, zehn Betten für 100.000 Einwohner bereit zu halten, was in etwa auch dem Angebot in Erlangen entspräche, wo es derzeit zwölf Betten im Universitätsklinikum gibt.

Jürgen Binder, Irina Chasowa, Anette Christian und Stephan Horn

Allein die Station in Wladimir hatte im vergangenen Jahr mehr als 200 Patienten. Allerdings wird – im Unterschied zu Erlangen – noch kaum ambulante Hilfe angeboten, die in der Hugenottenstadt von etwa 500 Patienten jährlich in Anspruch genommen wird.

Anette Christian, Jelena Owtschinnikowa und Alexander Kirjuchin, Jürgen Binder, Christoph Ostgathe, Stephan Horn, Felix Wackerbauer, Thomas und Christiane Schöllhammer

Wichtigstes Ergebnis der Unterredung: Professor Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativklinik an der FAU, sagte zu, den Austausch mit Wladimir fortzusetzen, und Hospitationen anzubieten. Dies wird dann sicherlich auch Gelegenheit geben, mit Unterstützung von Stadträtin Anette Christian, federführend in der ambulanten Palliativversorgung tätig, die häusliche Pflege in Wladimir besser zu organisieren.

Christoph Ostgathe mit seinen Wladimirer Kolleginnen auf der Palliativstation

Siehe hierzu auch: https://is.gd/xLCt8G

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Eigentlich hat in der Russischen Föderation seit einigen Jahren jedermann das Recht auf palliative Versorgung. Aber so wie es da auch in ländlichen Gegenden der Bundesrepublik mancherorts noch Mängel gibt, fehlt es in der Region Wladimir noch an der ambulanten Palliativversorgung und einem Hospiz.

Margarita Makarowa, Marina Krylowa und Anette Christian

Nachdem Marina Krylowa, die ärztliche Direktorin, und Oberschwester, Margarita Makarowa, vom einzigen Wladimirer Krankenhaus mit einer fünfzehn Betten zählenden Palliativstation drei intensive Tage lang bei ihren Erlanger Kollegen am Universitätsklinikum hospitiert hatten, blieb noch Zeit, mit Stadträtin Anette Christian über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Stadt und Landkreis zu sprechen. Etwas in der Art könnte man auch bald schon in Wladimir aufbauen, so Marina Krylowa, denn – nicht anders als hierzulande – die Pflege findet größtenteils zu Hause statt, wo es an fachkundiger Unterstützung fehlt.

Marina Krylowa, Susanne Lender-Cassens und Margarita Makarowa

Schwieriger werde es dann schon, wie die Besucherinnen bei einem Treffen mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens einräumen, mit dem Aufbau eines ehrenamtlichen Dienstes. Dafür seien die gesellschaftlichen Voraussetzungen noch nicht geschaffen. In diese Bresche springt ja das Wladimirer Rote Kreuz dank der Unterstützung des Erlanger Fördervereins mit seinem Programm „Häusliche Pflege“.

Ute Schirmer, Kristina Kapsjonkowa, Marina Krylowa und Margarita Makarowa

Tief beeindruckt waren die Gäste schließlich vom Besuch der Diakonie am Ohmplatz mit ihrem Hospiz. Begleitet von Ute Schirmer, dem Hospizverein von Beginn an eng verbunden, und Kristina Kapsjonkowa aus Wladimir, die derzeit eine Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde macht, konnten die beiden nicht nur die Einrichtung besichtigen, sondern auch viel über Struktur und Organisation erfahren. Genug jedenfalls, um sich sicher zu sein: „Wir brauchen auch in Wladimir ein Hospiz!“ Bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein, aber schon im Juni will zu den Themen „Palliativmedizin und Hospiz“ eine Erlanger Delegation in die Partnerstadt reisen und die russischen Fachleute kollegial bei den nächsten Schritten begleiten. Übrigens unterstützt auch aus Jena, wo Marina Krylowa und Margarita Makarowa gestern die Palliativstation des Universitätsklinikums besuchten, bevor sie heute wieder den Heimweg antreten.

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Beim gestrigen Empfang durch Bürgermeisterin Elisabeth Preuß für ihre Kollegin Jelena Owtschinnikowa und die Medizin-Delegation des Gesundheitsamtes der Region Wladimir war endlich Zeit, den beiden Hauptorganisatoren des Arbeitsprogramms zu danken: Stadträtin Anette Christian und Jürgen Binder. Letzterer ist seit einem Vierteljahrhundert vor allem den Partnerschaften mit Jena und Wladimir verbunden, für die der Allgemeinarzt, über viele Jahre hinweg auch Vorsitzender des Vereins „Hausärzte Erlangen und Umgebung“, ungezählte Fachkontakte vermitteln konnte. Die Kommunalpolitikerin hingegen betritt noch partnerschaftliches Neuland, hat sie doch ihr Amt erst vor einem Jahr angetreten. Das freilich aus dem Stand mit vielversprechendem Erfolg: seit Mitte Januar als Vorsitzende des Seniorenbeirates mit dessen traditionell engen Beziehungen zu Jena – und nun, vor allem auch dank ihrer großen Erfahrung in der Palliativmedizin, mit der Wladimirer Ärzteschaft.

Jürgen Binder, Tatjana Moissejewa, Tatjana Anninina, Jelena Owtschinnikowa, Elisabeth Preuß, Anette Christian und Amil Scharifow

Jürgen Binder, Tatjana Moissejewa, Tatjana Anninina, Jelena Owtschinnikowa, Elisabeth Preuß, Anette Christian und Amil Scharifow

Die Besucherinnen sind denn auch voll des Lobes für Anette Christian und Jürgen Binder, unterstützt von Amil Scharifow als Dolmetscher, deren inhaltliche Vorarbeit und fachliche Begleitung des Besuchs maßgeblich zum Erfolg beigetragen habe. Tatjana Anninina, zuständig für die Finanzen des Gesundheitswesens in der Region Wladimir, brachte dies so zum Ausdruck: „Dank unseren Kollegen konnten wir viel mehr erfahren, als wir zu hoffen wagten. Keine Frage blieb unbeantwortet, und wir haben nun eine gute Vorstellung von den Gemeinsamkeiten wie Unterschieden unserer Gesundheitssysteme, eine gute Basis für eine noch bessere Zusammenarbeit in Zukunft.“ Wie wichtig man diese Kooperation in Erlangen auch politisch nimmt, zeigt allein schon die Geste von Elisabeth Preuß, ungeachtet einer langen Tagesordnung Jelena Owtschinnikowa Gelegenheit zu geben, zu Beginn der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses ein Grußwort zu sprechen. Vielsagend eben diese kleinen Symbole einer großen Freundschaft.

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