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Posts Tagged ‘Andrej Schochin’


Gestern besuchte Sebastian Reichle, Beauftragter der Deutschen Botschaft Moskau für die Region Wladimir, im Rahmen seines ersten offiziellen Besuchs in der Partnerstadt auch das Erlangen-Haus. Der vierunddreißigjährige Diplomat interessierte sich lebhaft für die Organisation der Deutschkurse, die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und natürlich die Partnerschaft insgesamt. Er zeigte sich beeindruckt von Umfang und Intensität der Zusammenarbeit zwischen Wladimir und Erlangen und bedauerte sehr, daß es in seiner Heimatstadt Stuttgart keinen derart vielfältigen Austausch mit Samara gebe.

Natalia Korssakowa und Sebastian Reichle im Intensivkurs

Da das Programm des Gastes eng getaktet war, blieb leider nur wenig Zeit für das Gespräch, aber immerhin nutzte er noch die Gelegenheit für ein Treffen mit einer Gruppe aus dem Intensivkurs des Niveaus A2, die gerade Unterricht hatte.

Alexander Dunjuschkin

Leider konnte Sebastian Reichle nicht im Erlangen-Haus übernachten, da derzeit der Heizkessel, vor 25 Jahren von der Firma Niersberger gespendet und seither von der Firma Pillipp gewartet, auf Vordermann gebracht wird. Auf dem Bild kann man sehen, wie der Kesselraum bereits neu gefliest ist. Nach Abschluß der Arbeiten schaltet sich der Kessel je nach Außentemperatur automatisch ein und aus und arbeitet damit ökonomischer, zuverlässiger und ökologischer, zumal es dann auch in jedem Stockwerk – Keller, erste und zwei Etage – ein geschlossenes Heizsystem geben wird. Zu sehen ist hier Alexander Dunjuschkin, ein von der Firma Buderus zertifizierter Monteur.

Tatjana Kirssanowa und Swetlana Schelesowa im Gespräch mit Sebastian Reichle

Zurück zum Antrittsbesuch des Diplomaten, der bereits vorgestern mit dem Frühzug aus Moskau gekommen war und der zunächst gleich weiter nach Gus-Chrustalnyj reiste, um dort das mit deutscher Beteiligung gegründete Unternehmen Bautex zu besuchen. Der Nachmittag war dann für ein Treffen mit Oberstadtdirektor Andrej Schochin im Rathaus und mit der Staatlichen Universität sowie einen Stadtrundgang reserviert. Gestern dann noch neben den Begegnungen im Erlangen-Haus ein Empfang im Weißen Haus, der Staatskanzlei der Region Wladimir, und der Besuch der Schule Nr. 23 mit ihren intensiven Verbindungen zu Erlangen, bevor es am Abend wieder zurück nach Moskau ging.

Irina Chasowa

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Nicht genug Kompetenzen, zu klein ihr dreizehnköpfiger Stab als Vorsitzende des Stadtrats und Oberbürgermeisterin von Wladimir, räumt nun Olga Dejewa selbst ein, und echte Probleme und Anliegen der Menschen könne sie ohnehin nur in enger Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltung angehen, der als Oberstadtdirektor alle Fäden in der Hand halte. Nach der Entscheidung des Stadtrats – der Blog berichtete bereits darüber – hält nun auch in einer öffentlichen Stellungnahme das Stadtoberhaupt die Entscheidung für richtig, nach den Wahlen am zweiten September des kommenden Jahres wieder alle exekutive Macht in einer Person zu konzentrieren. Olga Dejewa, seit dreieinhalb Jahren im Amt, dazu wörtlich:

Nun ist also die Entscheidung gefallen: Stadtoberhaupt sollte eine Person sein, in Personalunion mit dem City Manager. Er leitet die Stadt, weil er auch mehr Vollmachten hat. Ihm stehen alle Hebel zur Verfügung, er hat alle Möglichkeiten, etwas zum Wohl der Stadt zu tun – vom Wohnungsbau über Bildung, Kultur, Sport und Jugend, also in sehr vielen Fragen. Das ist wohl auch richtig so.

Olga Dejewa und Andrej Schochin

Damit geht ein politisches Experiment in Wladimir zu Ende. Vor neun Jahren hatte man die Direktwahlen des Stadtoberhaupts abgeschafft, seit 2011 gibt es eine Doppelspitze, zunächst mit Sergej Sacharow und Andrej Schochin, seit September 2015 mit Olga Dejewa und Andrej Schochin, der sich nun nach den Wahlen wieder – gegen Konkurrenz – einem Berufungsverfahren stellen muß, um dann erneut vom Stadtrat im Amt bestätigt zu werden und auch die bisherigen repräsentativen Aufgaben des Stadtoberhaupts zu übernehmen.

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Schon im November hatte Oberstadtdirektor Andrej Schochin durchblicken lassen, er halte die seit einem Jahrzehnt in Wladimir regierende Doppelspitze aus Citymanager und Oberbürgermeisterin für nicht länger praktikabel, als er gegenüber den Medien sagte:

Ich habe Hochachtung vor meiner Kollegin Olga Dejewa. Wenn wir aber von einem System sprechen, das meiner Meinung nach effektiver wäre, halte ich dafür, die Doppelspitze abzuschaffen. Die Bürger sollten wissen, an wen sie sich wenden, wen sie kritisieren können. Ich meine, das System sollte ein Oberhaupt der Verwaltung und einen Vorsitz des Stadtrats vorsehen. So sehe ich das. Wie das dann alles umgestaltet wird, ist noch zu klären. Die Vollmachten legt ein föderales Gesetz fest, da gibt es nicht zu rütteln. Danach übt die Exekutive alle Vollmachten zur Umsetzung der Finanzierung aus, und teilweise hat auch der Stadtrat im Rahmen der Gesetzgebung einige Vollmachten.

Andrej Schochin und Olga Dejewa

Wie auch immer, in der Bevölkerung, die ihre obersten Vertreter schon seit zehn Jahren nicht mehr direkt wählen kann – der Citymanager wird nach einem Auswahlverfahren vom Stadtrat bestimmt, und zum Stadtoberhaupt kürt der Stadtrat jemanden aus seinen Reihen –  herrschte nie so recht Klarheit darüber, wer nun für was zuständig zeichnet. Diese Dekade der Unsicherheit geht nun zu Ende. Laut einem neuen Gesetz der Regionalduma, unterschrieben von Gouverneur Wladimir Sipjagin, können die Kommunen entscheiden, nach welchen Regeln sie wählen lassen: direkt oder indirekt. Für Wladimir bedeutet dies: Ab 2020 wird es keine Trennung mehr zwischen den Ämtern des Oberstadtdirektors und des Oberbürgermeisters mehr geben. Alle Leitungsfunktionen gehen auf den Chef der Verwaltung über, während der Stadtrat nur noch einen Vorsitzenden hat, der über keine weiteren Funktionen verfügt. De facto handelt es sich dabei um die Beschreibung des Istzustandes: Olga Dejewa nennt sich rein formal Oberbürgermeisterin, ohne, abgesehen von ihren repräsentativen Funktionen, über tatsächliche Vollmachten zu verfügen. Die faktische Macht in Händen hält Oberstadtdirektor Andrej Schochin. Wenn also im September nächsten Jahres in Wladimir Kommunalwahlen stattfinden, macht man sein Kreuzchen nur noch für die Zusammensetzung des Stadtrates, der dann entscheidet, wer allein das Sagen hat.

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Gestern verstarb im Alter von 95 Jahren Pawel Mochow, der sich im Juni 1941 freiwillig zur Roten Armee gemeldet hatte und nach Abschluß der zweijährigen Panzerfahrerausbildung an die Front ging. Vielfach dekoriert nahm der spätere Oberst an der Befreiung der Ukraine, Polens und der Tschechoslowakei teil. Den Sieg über die Wehrmacht erlebte er, verwundet, in Prag. Geboren 1923 in der Region Rjasan, diente Iwan Mochow noch in Rumänien, Moldawien, Moskau, Alma-Ata, am Aralsee und Bajkonur, bevor er sich 1970 in Wladimir niederließ und hier seinen Ruhestand genoß.

Iwan Mochow und Wolfgang Morell am 22. Juni 2011

1991 übernahm Pawel Mochow die Leitung des Wladimirer Veteranenvereins im Stadtteil Leninskij, 2005 wählte man ihn zum Vorsitzenden des Verbands der Frontkämpfer. Er war einer, die das Erinnern an die Schrecken des Krieges wachhielt – im Gespräch mit der jungen Generation und im Austausch mit den einstigen Feinden, den Veteranen aus Erlangen.

Wolfgang Morell, Iwan Mochow, Sergej Sacharow, Andrej Schochin, Nikolaj Schtschelkonogow und Elisabeth Preuß am 22. Juni 2011 auf dem Platz des Sieges

Ob öffentlich auf dem Platz des Sieges oder im privaten Gespräch, Pawel Mochow streckte den Deutschen immer die Hand zur Versöhnung aus und wünschte sich ein enges Bündnis zwischen beiden Ländern, um gemeinsam gegen die Vormacht der USA bestehen zu können. Auch wenn diese Hoffnung zu seinen Lebzeiten nicht mehr in Erfüllung ging, hat sich der Veteran in vorderster Front große Verdienste um die Verständigung zwischen Russen und Deutschen erworben. Wenn Wladimir morgen in der Kasaner Kirche auf dem Platz des Sieges von dem einstigen Rotarmisten Abschied nimmt, trauern mit den Angehörigen auch seine Freunde in Erlangen.

 

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Wladimir ist ja nie um eine gute Idee verlegen, gleich ob es um Kultur oder Sport geht. Am besten gelingen die Einfälle in der Verbindung beider Felder in der Verbindung mit dem Kulinarischen. Beispiel gefällig?

Bastschuhe ohne Stollen

Wladimir läuft sich bereits warm für die Fußballweltmeisterschaft. Und da in der Partnerstadt keines der Länderspiele der FIFA ausgetragen wird, übernimmt die einstige Kapitale der Rus die Rolle der Kulturhauptstadt. Ganz offiziell, vom Sportministerium in Moskau so beschlossen. Auch wenn die lokale Elf nur in der 2. Liga spielt und Fußball ja auch eigentlich nicht als der Nationalsport gilt, läßt man in Wladimir den Ball rollen und pfeift diese fünfte Saison in Bastschuhen an. Ein traditionelles russisches Schuhwerk ohne Stollen, in dem es sich erstaunlich bequem läuft, fast wie barfuß, das aber sicher nicht für das Kicken erdacht und gemacht wurde.

Bastschuhe am männlichen Fuß

Erst recht nicht geeignet für Füße, sollte man meinen, die vor mehr als vierzig Jahren zum letzten Mal in Ballberührung kamen, also ein wenig aus der Übung geraten sind. Und dann das: Ausgerechnet der krasse Außenseiter hat das einzige Tor seiner Mannschaft auf dem bastbeschuhten Fuß und legt den einzigen Paß vor, der dem Team die Ehre hätte retten können. Wenn da nicht… Aber davon später.

Peter Steger, Anna Schukowa und Andrej Schochin

Eingeladen hat Anna Schukowa zu dem Turnier „Foodball“, die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes der Region Wladimir, und gekommen sind gestern am späten Vormittag nicht nur die Honoratioren der Partnerstadt wie Oberstadtdirektor Andrej Schochin, sondern Spitzenköche aus sechs Ländern: aus der Türkei, aus Aserbaidschan, aus Serbien, aus Kroatien, aus Slowenien und Wolfgang P. Menge aus Seidwitz bei Creußen in Oberfranken, umständehalber und kurzerhand für die Partnerschaft unwidersprochen eingemeindet.

Peter Steger und Wolfgang P. Menge

Der Vorsitzende der deutschen Euro-Toques, der schon für die Bundeskanzlerin kochte, kann es  sich im Ruhestand leisten, nur noch für kleine Gesellschaften bis zu zwölf Personen den Löffel zu rühren und ist ansonsten viel unterwegs, um sich in aller Welt für seine Gäste Anregungen zu holen. Nun, bei seinem ersten Besuch am Goldenen Ring, zeigt er sich voll des Lobes für die geschmacklich so vielfältige und optisch überaus ansprechende Küche der Gastgeber. „1 A ist hier alles“, so sein kurzes Fazit.

Internationales Köcheteam

Aber gemeinsam auf den Rasen? Und dann noch in derartigem Schuhwerk? Wolfgang P. Menge nimmt es gelassen, geht es ruhig an – wie die übrigen Athleten übrigens auch. Es geht ja um den Spaß an der Gaudi.

Peter Steger im Interview mit dem 1. Russischen Kanal

Ein Spektakel übrigens auch, an dem bei frischem Frühlingswetter nicht nur die lokalen Medien großes Interesse zeigten.

Peter Steger in der Grätsche

Als dann aber das Los entscheidet, daß die internationale Kochauswahl gegen die heimischen Küchenmeister gleich im ersten Spiel antreten soll, packt die Gäste doch der sportliche Ehrgeiz. Schon nach der ersten Angriffswelle wird allerdings klar, wer die Partie dominiert. Rasch fällt denn auch das erste Tor, und am Ende der beiden Halbzeiten zu zwölf Minuten ist die Sache mit 5:0 eindeutig entschieden. Zu behende und variantenreich gingen die Gastgeber zu Werke, zu erfolgreich waren sie regelmäßig im Abschluß.

Peter Steger beim Torschuß – an den Pfosten

Dabei mangelte es der wenig glorreichen Sieben weniger an Chancen als vielmehr an Fortune. Immerhin wäre in den letzten Augenblicken der Begegnung beinahe noch der Ehrentreffer gelungen, kommentiert von Wiktor Gusjew, dem bekanntesten russischen Sportkommentator, mit dem einprägsamen Stabreim „Штегер в штангу – Steger an den Pfosten“. Und dann auch noch ein Traumpaß aus Erlangen zum slowenischen Stürmer, der unglücklich vergibt.

Die glücklichen Verlierer des Turniers

Dennoch: Bei der Siegerehrung mit vier Mannschaften fühlen sich dann doch alle vier Teams als Sieger, auch wenn die Mannschaft von Metro Cash & Carry Wladimir ganz oben auf dem Treppchen zu stehen kommt. Und gesiegt haben auf jeden Fall die Gastfreundschaft und die Völkerverständigung.

Türkisch-russische Gastfreundschaft

Wer gut spielt, soll auch gut essen. Dafür war gestern im Stadion Lybjed, gleich hinter dem Erlangen-Haus gelegen, bestens gesorgt. Die Köche aus den elf Austragungsorten der Weltmeisterschaft hatten auch ihre lokalen Spezialitäten mitgebracht und damit gewissermaßen die gastronomische Karte Rußlands ausgerollt. Welch ein Genuß für Gaumen und Augen. Man kann da nur Schwelgen und Schwärmen.

Tischlein-deck-dich auf Russisch

Denn die russische Küche hat viel mehr zu bieten, als gemeinhin angenommen, bietet auch andernorts völlig unbekannte Getränke wie den vitaminreichen Birkensaft, der just in dieser Jahreszeit gesammelt wird, oder macht Lust auf eingelegte Pilze mit Backwaren, die offenbar noch ganz ohne Geschmacksverstärker auskommen.

Der Fußballhimmel über Wladimir

So war denn auch reichlich Prominenz aus Moskau vertreten, um nicht nur zu degustieren, sondern auch über die Medien zu propagieren: Die Fans können kommen, die Stadien werden rechtzeitig fertig, und es ist angerichtet, denn der Mensch lebt nicht vom Fußball allein.

Kulinarisches Stilleben mit Samowar

Was kann man Schöneres berichten am Internationalen Tag der Städtepartnerschaften – ja, auch dergleichen gibt es! -, wenn sogar das Auswärtige Amt in Berlin vermerkt, die bürgerschaftlichen Beziehungen, die Volksdiplomatie, spiele eine wichtigere Rolle denn je.

Igor Kechter, Fjodor Lawrow und Peter Steger

Da ist denn auch die Ankündigung von Fjodor Lawrow, Leiter des Instituts für Tourismus Wladimir, von Bedeutung, daß sich dieser Tage in Susdal Rotarier aus der ganzen Welt auf seine Einladung hin treffen, unterstützt von Igor Kechter, dem ehemaligen Stadtdirektor der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Rings, der nun dort ein Restaurant betreibt. Seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Rothenburg o.d.T.  – heuer steht übrigens das dreißigjährige Jubiläum an – hat Spuren hinterlassen.

Es ist angerichtet

Am Abend dann ein Empfang für alle Aktiven auf dem Feld und an dessen Rand – im Hotel Wosnesenskaja Sloboda. Ein Festschmaus für Augen und Zunge.

Wiktor Gusjew und Peter Steger

Mit dabei Wiktor Gusjew, die Stimme des russischen Fußballs, der sich über ein kleines Präsent, das in Erlangen entwickelte Quartett zur Fußballweltmeisterschaft, sehr freut, denn sein sechzehnjähriger Sohn sammelt ausgerechnet Kartenspiele.

Anna Schukowa

Zufrieden dann denn auch Gastgeberin Anna Schukowa, die es meisterhaft versteht, die russische Gastlichkeit zu verbreiten. Man kann ihr nur viele zufriedene Gäste aus aller Welt wünschen.

Wodka aus dem Eichenfaß

Die bekommen dann vielleicht auch einen selbstgebrauten Wodka kredenzt. Ein Jahr lang reifte er in Fässern aus einer besonderen Eiche, die nur im Raum Krasnodar wächst und dem Klaren die ungewöhnliche Farbe verleiht. Vom Aroma ganz zu schweigen.

Regenbogenhimmel über der der Auferstehungskirche

Es verwundert dann auch gar niemanden mehr groß, wenn selbst der Himmel in Feierlaune gerät und Wladimir unter seinen Regenbogen stellt. Wo sollten Himmel und Erde schöner aufeinandertreffen als hier!

Fußballtorte zum Ausklang

Es bleibt der Aufruf frei nach dem Jubilar Karl Marx: „Köche aller Länder, vereinigt euch und kommt nach Wladimir!“

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Seit genau einhundert Jahren, seit der Einführung des Gregorianischen Kalenders durch die Sowjetmacht, feiert man in Rußland am 14. Januar nach dem einstigen Julianischen Kalender das „Alte Neue Jahr“. Ein längst ins Brauchtum eingegangenes Fest, mit dem die zweiwöchigen Winterferien enden.

In Wladimir beging man diesen inoffiziellen Jahreswechsel am Sonntag mit der mittlerweile siebten Auflage des „Väterchen-Frost-Laufs“, an dem heuer bei frischen -6° C etwa 2.000 Weihnachtsmänner mit ihren Enkelinnen, den „Schneeflöckchen“, teilnahmen.

Die 600 m lange Strecke führte vom Goldenen Tor auf den Kathedralenplatz, wo Oberbürgermeisterin Olga Dejewa und Oberstadtdirektor Andrej Schochin die schnellsten ebenso wie die am originellsten kostümierten Teilnehmer auszeichneten.

Lauf, Väterchen, lauf!

Der sportliche Ehrgeiz stand freilich nicht im Vordergrund. Es ging um den Spaß an der Gaudi, um gute Laune vor dem Start in den Alltag des neuen Jahres.

Deshalb gab es auch Preise für die jüngsten und ältesten Läufer ebenso wie für alle, die in Familienstärke antraten. Dabei sein war eben alles, gleich ob Hobby- oder Profisportler.

Olga Dejewa und Andrej Schochin

Und dann gab es da noch eine Ankündigung von Olga Dejewa. Sie sei als Schülerin immer gerne gelaufen, habe an Wettkämpfen teilgenommen und wolle nun im nächsten Jahr am 14. Januar selbst an den Start gehen, als „Schneeflöckchen“, die Enkelin von „Väterchen Frost“, in dessen Kostüm ihr Kollege, Andrej Schochin, schlüpfen werde. Wenn da nicht Vorfreude aufkommt!

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Was ein richtiger Arbeitstag in Wladimir ist, beginnt – so wie am gestrigen Morgen – mit einem Empfang und Arbeitsgespräch im Rathaus mit Oberbürgermeisterin Olga Dejewa und Oberstadtdirektor Andrej Schochin, um gemeinsam mit Alina Wedechina, der Leiterin des Kulturamtes, dem die Internationalen Beziehungen unterstellt sind, Wladislaw Poldjajew, persönlicher Mitarbeiter der Oberbürgermeisterin sowie der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Irina Chasowa, und der Partnerschaftsbeauftragten, Olga Dugina, akutelle Fragen des Austausches zu besprechen – vom Newcomer Festival bis zum 2018 anstehenden 35jährigen Partnerschaftsjubiläum.

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Alina Wedechina, Olga Dejewa, Wolfram Howein, Andrej Schochin, Irina Chasowa, Wladislaw Poldjajew und Olga Dugina

Dann aber geht es mit Wolfram Howein, der vorgestern auf eigenen Wegen angereist ist, gleich weiter zur Rosenkranzgemeinde, um den Fortgang der Bauarbeiten am Pilgerzentrum in Augenschein zu nehmen.

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Und da ist tatsächlich in den letzten Wochen wieder viel passiert.

Maria im Schnee

Maria im Schnee

Die Fassaden und Fenster sind ebenso fertiggestellt wie das Dach. Sogar erste Ornamente wurden bereits angebracht.

Pilgerzentrum

Pilgerzentrum

Im Eingangsbereich, der übrigens nach russischen Bauvorschriften behindertengerecht zu gestalten ist, bleibt noch einiges zu tun, vor allem die Aufschüttung hoch zur Tür und die Anlage des Weges.

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Aber die gußeiserne Feuertreppe am rückwärtigen Teil des Gebäudes steht.

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Vor allem aber: Die Besucher sind angetan von der Qualität der handwerklichen Arbeit gerade auch im Innenbereich.

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Mauerwerk, das laut Auflagen des Denkmalschutzes den Maßen von Pfarrhaus und Kirche entsprechen soll, um die Einheitlichkeit des Komplexes zu wahren.

Eisblumen

Eisblumen

Sogar die Fenster – so die Vorschrift – sind im neugotischen Stil gehalten, was den Räumen eine ganz eigene Spiritualität verleiht, an Klosterzellen denken macht.

Fensterfront

Fensterfront

Überall sind Sorgfalt und das Bemühen um gute Ausführung zu sehen. Und auch wenn es nicht mehr gelang, vor der Frostperiode die Heizung einzubauen, braucht man sich keine Sorgen um die Substanz zu machen.

Durchblick

Durchblick

Sämtliche Anschlüsse sind verlegt, die Vorgaben der Behörden erfüllt, ein architektonisches Juwel reift da heran, das sich ideal einfügen dürfte in das Ensemble um die Rosenkranzkirche herum. Nun gilt es, die katholischen Hilfswerke „Renovabis“ und „Kirche in Not“ sowie die Bistümer, die bereits ihr Scherflein zum Gelingen des Projekts Pilgerzentrum beigetragen haben, für die Fortsetzung der Unterstützung zu gewinnen.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Dieter Kümpers läßt sich deshalb auch genau das Konzept für den späteren Betrieb des Zentrums erläutern. Der Unternehmensberater und Tourismusfachmann verfügt als Vorstandsmitglied des Vereins Christlicher Hoteliers nicht nur über jahrzehntelange Berufserfahrung, sondern ist auch mit Wladimir eng verbunden, seit er 1989 in Erlangen die „Woche der Russischen Küche“ und im Jahr darauf in der Partnerstadt die „Woche der Fränkischen Küche“ durchführte.

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Wichtig dabei auch Kennzahlen zum Fremdenverkehr in Wladimir. Gerade ist eine Statistik erschienen, wonach die Nachbarstadt Susdal unter ausländischen Touristen auf der Beliebtheitsskala den 12. Platz unter allen russischen Städten einnimmt; Wladimir kommt immerhin noch auf die Position 28.

Sergej Sujew, Ljubow Kunzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Sergej Sujew, Ljubow Kuzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Die beiden Bauunternehmer, Dmitrij Pawlow und Alexej Kurilow, haben ihren Teil bestens erledigt, die Abnahme ist fast nur noch Formsache; nun gilt es also für Pfarrer Sergej Sujew, gemeinsam mit seiner Haushälterin, Ljubow Kuzewa, und Swetlana Schelesowa, stellvertretende Leiterin des Erlangen-Hauses, sowie Dieter Kümpers und Wolfram Howein einen Geschäftsplan zu erarbeiten.

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Eine lohnende Aufgabe, wie Dieter Kümpers meint, denn eine hohe Auslastung kann er sich durchaus vorstellen. Doch um sich eine endgültige Meinung bilden zu können, sind für den anderen Tagen weitere Fachgespräche angesetzt. Seine Expertise will ja Hand und Fuß haben.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Nach all den Gesprächen gönnen sich die Gäste einen Spaziergang zurück zum Erlangen-Haus in winterlicher Abendstimmung.

Der gestiefelte Kater

Der gestiefelte Kater

Der Weg führt vorbei am Schauspielhaus, wo demnächst das Weihnachtsstück „Der gestiefelte Kater“ gegeben wird,

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

hinüber zur Altgläubigenkirche, die das berühmte Glasmuseum beherbergt und zum Goldenen Tor.

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Immer wieder begegnen den winterlichen Flaneuren unterwegs Skulpturen, die der Stadt ein künstlerisches Flair verleihen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Am Befestigungswall entlang, den die Mongolen im Februar 1238 erstürmten, richten sich die Schritte zu dem Platz, wo einst Großfürst Andrej Bogoljubskij seine Residenz errichtete und wo seit dem späten 18. Jahrhundert die Verklärungskirche steht.

Fahrradständer

Fahrradständer

Verwunderlich nur, wie wenig Passanten in der hier angelegten Fußgängerzone anzutreffen sind. Es kann nicht nur am Frost liegen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Möglicherweise fehlt doch in all dieser patriarchalen und erhabenen Schönheit ein irdischer Fixpunkt mit gastronomischen Angeboten, vielleicht auch ein Kiosk oder kleiner Laden.

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Aber das kann ja noch kommen. Bisher allerdings menschenleer, ein Freiluftmuseum ohne Publikum.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Wenn da nicht immer wieder diese Figuren und Skulpturen wären, die dem Weichbild ihre Strukturen verleihen.

Feuerwache

Feuerwache

Städtebaulich freilich bestens gelungen, was hier entstanden ist.

St. Georgij

St. Georgij

Ein großer Gewinn auch die Restaurierung der Wohnhäuser, die sich noch vor wenigen Jahren in einem beklagenswerten Zustand befanden.

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Aber jetzt sollen einfach die Bilder für sich wirken. Es muß ja nicht immer alles kommentiert werden…

dezember-27

Wladimirer Bazi-Lumpazi

historische Zollstation

historische Zollstation

Der Wladimirer Spitzel

Wladimirer Spitzel

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheke

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheker

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

zweisprachige Wegweiser

zweisprachige Wegweiser

Was Dieter Kümpers vor kurzem noch angemahnt hatte, ist jetzt schon umgesetzt: In der gesamten Altstadt von Wladimir findet man zweisprachige Wegweiser.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Und dann sind wir schon wieder im Erlangen-Haus, wo sich die Deutsch-Dozentinnen über vorweihnachtliche Mitbringsel der Gäste freuen, gut geeignet zur Auszeichnung von Kursteilnehmern mit besonderen Leistungen.

Kathedralenplatz

Kathedralenplatz

Unterdessen ist es ganz dunkel geworden, doch überall gehen die Lichter in Wladimir an. Für manchen Geschmack mancherorts ein wenig zu viel der Illumination, aber es geht auch ganz dezent mit wenigen Kerzen wie im Fenster des Erlangen-Hauses.

Abendgruß im Erlangen-Haus

Abendgruß im Erlangen-Haus

Bevor wir das Licht nun löschen noch ein Wintergruß an Erlangen bei erfrischenden 15 Grad Frost.

 

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