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Posts Tagged ‘Anatolij Denissow’


Am 3. März bereits verstarb, wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag, Johann Adam Stupp, Ehrenvorsitzender des Erlanger Kunstvereins, dem die Städtepartnerschaft, angeregt vom Journalisten Axel Mölkner, die erste Gemeinschaftsausstellung von vier Wladimirer Künstlern verdankt. Im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung im November 1992 schreibt er selbst:

Freundschaftliche Beziehungen zu den bildenden Künstlern unserer russischen Partnerstadt Wladimir bestehen nun schon seit einer Reihe von Jahren. Wir erinnern uns dankbar an die Ausstellung von Malerei, Graphik und Plastik aus Erlangen in Wladimir 1986. Im darauffolgenden Jahr konnten wir einen Maler aus Wladimir – es war Kim Britow – im Rahmen der Wladimirer Kultur- und Sporttage als Gast bei uns begrüßen. Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Begegnungen in beiden Partnerstädten fortgeführt werden können.

Johann Adam Stupp

Und Andrej Filinow, heute Direktor des Staatlichen Wladimirer Lokalsenders, der damals die Gruppe als Journalist begleitete, erinnert sich:

Erlanger Nachrichten, 24./25. Oktober 1992

Vor fast dreißig Jahren… Damals taten Wladimir und Erlangen, wenn ich es richtig sehe, mit dem Austausch von Kulturschätzen einen der ersten und ausgesprochen erfolgreichen Schritte in der Volksdiplomatie aufeinander zu. Ich meine jene Ausstellung mit Arbeiten von Wladimirer Graphikern in Erlangen, organisiert unter Mitwirkung des Kunstvereins und persönlich von Johann Adam Stupp, die zu einer ausgezeichneten Visitenkarte unserer altrussischen Stadt zu einer Zeit wurde, als sich die partnerschaftlichen Beziehungen, angetrieben von dem glänzenden Russisten und großartigen Organisator, Peter Steger, erst so richtig zu entfalten begannen. Mit glühendem Enthusiasmus halfen ihm und den Künstlern die jungen Journalisten, Axel Mölkner von den „Erlanger Nachrichten“ und der Autor dieser Zeilen, Andrej Filionow, damals Mitarbeiter der Lokalzeitung „Mestnoje Wremja“ („Ortszeit“). Die Zusammensetzung der Ausstellungsteilnehmer erwies sich als einzigartig. Vorneweg mit den Arbeiten von zwei bereits damals anerkannten Meistern, Pjotr Dik und Boris Franzusow. Letzterer konnte nicht mit nach Deutschland kommen, weil er bereits todkrank war, aber seine Arbeiten, die zu den allerbesten Beispielen der russischen Graphik gehören, fanden viel Raum in der Ausstellung. Aus seinem Schaffen in der Technik der klassischen Radierung bildete sich eine eigene Schule heraus. Aber auch die damals noch jungen und später mit dem Titel „verdiente Künstler Rußlands“ ausgezeichneten Anatolij Denissow und Jurij Tkatschow erhielten die Möglichkeit, ihr reiches Können zu zeigen. Diese klassische Tradition umschatteten großartig die tiefgründigen, emotionalen und philosophisch aufgeladenen Pastelle von Pjor Dik. Der Umstand, daß er ethnischer Deutscher war, brachte eine besondere Note in die Betrachtung seiner Arbeiten und zeugte von der schon seit langer Zeit wirkenden gegenseitigen Durchdringung der russischen und deutschen Kultur, zweier großer europäischer Völker. Aber diesem Austausch wohnte noch eine weitere interessante Synergie inne: Die Arbeiten der Künstler wurden im Katalog von Gedichten des Autors dieser Zeilen in der Übersetzung von Peter Steger kommentiert. Ein weiterer Beweis dafür, wie eng Kunst und Literatur unsere Völker verbinden. Dieses Ereignis hinterließ jedenfalls in den Herzen der Teilnehmer (leider weilen Pjotr Dik und Boris Franzusow bereits nicht mehr unter uns, und nun ist dieser Tage auch Johann Adam Stupp von uns gegangen) die farbenfrohesten Erinnerungen und wurde auf viele Jahrzehnte zum Unterpfand der guten Beziehungen zwischen den Partnerstädten.

Johann Adam Stupps Hoffnung sollte sich erfüllen: Es folgten ungezählte weitere Ausstellungen in Zusammenarbeit der Kunstvereine Erlangen und Wladimir, auch längere Aufenthalte hier wie dort, um vor Ort an Kulturprojekten mitzuarbeiten. Den bisherigen Höhepunkt erlebte die Partnerschaft in dieser Hinsicht vor einem Jahr, als sich die beiden Verbände darauf vorbereiteten, zum 75. Jahrestag des Kriegsendes eine gemeinsame Ausstellung in Wladimir zu zeigen, die dann freilich wegen Corona nur virtuell gezeigt werden konnte.

Eine besonders enge und freundschaftliche Verbindung entstand zwischen Pjotr Dik und dem Erlanger Kunstfreund. Auf Initiative von Johann Adam Stupp verlieh im Jahr 2000 dem Wladimirer Graphiker denn auch den Hauptpreis des Rußlanddeutschen Kulturpreises in der Kategorie Kunst. Zweifellos ein Höhepunkt auch für die Partnerschaft insgesamt. Auch mit Percy Gurwitz verband den Verstorbenen viel, denn seine Frau stammte, ebenso wie der Wladimirer Gelehrte, aus Riga.

Der Dichter

Er sieht so manches lang voraus,
sobald es ihn zu sprechen drängt.
Kaum macht man sich etwas daraus,
man ihn am liebsten gleich erhängt.
Andrej Filionow

Im gemeinsamen Vorwort zum Ausstellungskatalog schreiben Axel Mölkner und Andrej Filinow ein Wort des Dankes, das heute noch Gültigkeit besitzt und deshalb abschließend hier zitiert werden soll:

Vielen in Erlangen gebührt für ihre Unterstützung Dank. Die Ausstellung ermöglicht hat der Kunstverein und sein Vorsitzender, Adam Stupp. Bei der Stadt Erlangen haben sich der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, der die Gedichte mit viel Liebe übersetzte, und Kulturreferent Wolf-Peter Schnetz für die Ausstellung eingesetzt. Für die finanzielle Unterstützung durch die Siemens AG haben sich Rita Werneyer und Jörg Hahn stark gemacht; beim OBI Baumarkt Franken sorgte dafür Hermann Gumbmann.

Ausstellungseröffnung im Palais Stutterheim: Johann Adam Stupp, Jelena Prokofjewa, Andrej Filinow und, fast verdeckt, Jurij Tkatschow. Im Hintergrund: Hermann Gumbmann, Axel Mölkner, Natalia Oserowa und Anatolij Denissow

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Heute begeht der Künstlerverband der Region Wladimir seinen 75. Jahrestag mit der Eröffnung einer großen Ausstellung. Die Verbindungen nach Erlangen reichen bis ins Jahr 1986 zurück, als im Rahmen der Kultur- und Sporttage in Wladimir die ersten Künstlerbegegnungen stattfanden.

Dmitrij Cholin bei der Begrüßung einer Gruppe des Kunstvereins Erlangen in Wladimir 2009

Seither finden immer wieder wechselweise Ausstellungen statt, wobei die letzte, im Mai d.J. zum 75. Jahrestag des Kriegsendes ins Internet verlegt wurde. Unmöglich, alle gemeinsamen Aktionen und Initiativen hier zusammenzustellen – allein schon die erste Ausstellung mit Graphikern aus Wladimir im Jahr 1991, angeregt und betreut vom Journalisten Axel Mölkner mit dem Kunstvereinsvorsitzenden Adam Stupp wäre einen eigenen Rückblick wert -, aber die nun folgenden Glückwünsche mögen einen Eindruck von Intensität und Vielfalt der Verbindungen geben.

Rudolf Schloßbauer und Natalia Britowa 2011 vor Arbeiten des 2010 verstorbenen Wladimirer Künstlers Kim Britow, der bereits 1987 erstmals in Erlangen ausgestellt hatte.

Zuvor aber auch noch ein Wort des Dankes an Jutta Brandis.

Jutta Brandis

Sie betreute über drei Jahrzehnte hinweg die Kunstkontakte seitens der Volkshochschule und feierte mit der von der Gruppe Andersartig mit Kirill Wedernikow gestalteten Ausstellung im Februar 2019 ihren Ausstand.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer, 2019

Lieber Herr Cholin, liebe Künstlerinnern und Künstler,

zu Ihrem 75jährigen Jubiläum wünschen wir Ihnen im Namen des Kunstvereins Erlangen und der Gruppe Plus alles Gute, weiterhin viel Erfolg und eine gute Zukunft!

Auch wenn uns ein paar Steine in den Weg gelegt werden, so bleiben wir weiterhin in Kontakt und hoffen, eine Ausstellung und eine Begegnung nachholen können. Die Beziehungen zwischen unseren Vereinen bestehen ja schon viele Jahre, und wir freuen uns darauf, auch in Zukunft etwas gemeinsam zu gestalten.

Viele Grüße & alles Gute

Jutta Keller (1. Vorsitzende ) & Nils Naarmann (Sprecher Gruppe Plus)

Herzliche Grüße und Glückwünsche aus Erlangen-Tennenlohe!

Der „Kunstkreis Tennenlohe“ gratuliert dem Kunstverein der Region Wladimir sehr herzlich zum 75jährigen Jubiläum. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen, die jetzt genau halb so alt wie Ihr Verein ist, haben zahlreiche Künstler ihres Verbandes Tennenlohe besucht und bei uns Arbeiten geschaffen, die dazu beitragen, diese Partnerschaft fest in unserem Stadtteil zu verankern. Für diesen künstlerischen Beitrag sind wir sehr dankbar.

Sergej Tschernoglasow und Dieter Puschmann, 2019

Ihr Verein ist unmittelbar nach dem Ende des furchtbaren Krieges gegründet worden, der über unsere beiden Völker unendliches Leid gebracht hat. Wir sind glücklich über den Frieden, der seitdem zwischen unseren Völkern herrscht. Heute ist der enge Austausch von Künstlern aus Wladimir und Erlangen ein starkes Zeichen dafür, wie gut sich die Menschen in unseren Regionen verstehen.

Isabelle Brisset, Nuna Frei, Sergej und Igor Tschernoglasow sowie Kirill Wedernikow vor ihrem kollektiv geschaffenen Bild, 2019

Der Beitrag, den Mitglieder Ihres Vereins dazu leisten, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Dazu übermitteln wir nochmals unseren Dank und unsere Glückwünsche.

Dietrich Puschmann,Vorsitzender des Kunstkreises Tennenlohe

Liebe Wladimirer und Mitglieder des Kunstvereins der Region Wladimir,

es ist mir eine besondere Ehre, Ihnen, meine liebgewonnenen Freunden und Künstlerkollegen, zu Eurem 75. Jubiläum gratulieren zu dürfen.

Jelena Jermakowa vor dem Trafohäuschen in Tennenlohe, gestaltet von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Ob Prof. Sergej Jermolin, Igor Tschernoglasow mit Sohn Sergej, Anatolij Denissow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa, Kirill Wedernikow oder auch die Gruppe der werdenden Kunsterziehungslehrer, wir können schon auf einige erstaunliche partnerschaftliche Projekte zurückblicken. Igor Tschernoglasow haben wir sogar bis nach Guatemala entführt.

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko, 2015

Beim Künstlertreffen im Lewitan-Haus, hat es mir besonders gut gefallen! Das ist und war und bleibt echt gelebte Partnerschaft.

Dieter Erhard und sein im Lewitan-Haus entstandener Stein „Run 2016“

Für Eure und unsere gemeinsame Zukunft wünschen wir, meine Frau Miriam und ich, Euch eine gute Zeit alles erdenklich Gute und ein Glas Wodka zu Eurem 75. Geburtstag. Bleibt gesund!

Dieter und Miriam Erhard aus Erlangen-Tennenlohe

Im Anhang grüßt Euch mein Aquqila Giganteus aus Tennenlohe!

Meine liebe Freunde, meine lieben Kollegen,

Zu Eurem 75. Jubiläum wünschen Euch die Erlanger Künstler und ich alles Gute, weiterhin mindestens noch 75 kreative Jahre und sicherlich noch viele-viele Treffen und gemeinsame Ausstellungen mit uns.

Christian Hamsea und Oleg Modorow im Lewitan-Haus 2014

Ich schätze mich zu den Glücklichen, die die Ehre hatten, solch talentierte, hingebungsvolle und großartige Künstler wie Euch kennenzulernen. Neben gemeinsamen Treffen und Ausstellungen kann ich heute behaupten, unter Euch richtige Freunde für’s Leben gefunden zu haben. Ich bin bis heute dankbar für die gegenseitige Inspiration und die intensiv gemeinsam erlebte Zeit. 

Henrike Franz im Gespräch mit Anatolij Denissow, 2014

Was mit einem kleinen Clash of Civilizations 2002 bei unserem ersten Treffen in Wladimir begann, entwickelte sich zu einer der schönsten Freundschaften aller Zeiten! Hier auch mein Dank an die, die es möglich machten. 

Wladimir Rusin, verstorben an COVID-19 am 16. Juli 2020

Mit Trauer erinnere ich mich auch an die schon Verstorbenen unter uns und versichere, sie in meinen Gedanken, Malereien und in meinem Herzen lebendig zu halten. Ich bin überzeugt davon und glaube fest daran, was unser lieber Wolodja Rusin sagte: „Wir Künstler sind eine Nation mit einer eigenen Sprache!“

„Ausflug mit dem Lehrer“ von Pjotr Dik, verstorben 2002 im Künstlerdorf Worpswede

Seid herzlich umarmt und feiert schön, morgen kann alles anders sein! „Maybe чуть-чуть ЗА нашу дружбу!“

Prof. h.c. Lucian Christian Hamsea, Fine Artist

Zu guter Letzt noch die Grußbotschaft von Nils Naarmann nach Wladimir vom Mai des Jahres:

P.S.: Die besten Wünsche zum 75jährigen Jubiläum des Kunstvereines Wladimir nachgereicht von den Mitgliedern der Gruppe Andersartig, Hans-Peter Singer, Irene Hetzler, Carolin Gugel und Michael Ort, mit dem Wunsch auf zukünftig verstärkte Zusammenarbeit.

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Zum siebten Mal in Folge fand im August das Künstlertreffen in Jelisejkowo bei Petuschki statt, wohin alljährlich der Kunstverein der Region Wladimir einlädt. Immer wieder auch Gäste aus Erlangen, heuer, wie bereits berichtet, Dieter Erhard. Nicht von ungefähr finden diese Begegnungen in dem kleinen Dorf statt, gut 70 km südlich von der Partnerstadt gelegen.

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Plakat zum 7. Freiluft-Künstlertreffen zu Ehren von Isaak Lewitan und zum 25. Lewitan-Festival

Hier, genauer im Nachbardorf Gorodok, machte nämlich auch schon Isaak Lewitan im Mai 1891 Station und quartierte sich in der Datscha des Historikers Wassilij Kljutschewskij am Ufer der Pekscha ein.  Im Jahr darauf schuf der Maler hier sein wohl berühmtestes Werk, die „Wladimirka“, zu der dem Künstler die Idee kam, als er nach der Jagd mit Freunden auf die alte Wladimirer Landstraße stieß. Die Chaussee zog sich bis an den Horizont, rechts und links von ihr die weiten Felder und Waldstreifen.

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Skulptur auf dem Gelände des Isaak-Lewitan-Museums

Der Anblick erschütterte den Künstler, denn vor seinem inneren Auge sah er all die unglückseligen Menschen, die auf dem Weg in Fußfesseln via Wladimir bis nach Sibirien in die Verbannung zu laufen hatten. Das Gemälde entstand wie in einem Atemzug und gilt seither als Meilenstein nicht nur in der russischen Kunstwelt, sondern auch in der Geschichte des Landes. Bis heute liest man aus dem Bild den Wunsch heraus, Willkür zu überwinden und Veränderungen hin zu mehr Freiheit zu ermöglichen.

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow

Im Herbst 1982 kam Isaak Lewitan dann selbst schon als Verbannter. Der Ukas des Zaren über die Ausweisung der Juden aus Moskau betraf auch den Künstler, der erst im Dezember des Jahres wieder in die Metropole zurückkehren durfte. Das Exil nutzte er freilich kreativ und schuf in den wenigen Monaten 17 Gemälde, Etüden und Skizzen (z.B. „Am See“, „Weg“, „Mondnacht im Dorf“, „Zug unterwegs“, wo die Landschaft um Gorodok, Jelisejkowo und Kosterjowa Modell stand.

Igor Tschernoglasow und Anatolij Denissow

Igor Tschernoglasow und Anatolij Denissow

Hundert Jahre später entstand dann die Idee, hier ein Museum einzurichten, das an das Schaffen des großen Meisters erinnern sollte. Lokale Künstler und Heimatforscher taten sich zum „Lewitan-Komitee“ zusammen, das sich mit dem Erbe des Malers und der Einrichtung eines Museums beschäftigte. Zunächst stellte man das Popkow-Haus in Gorodok unter Denkmalschutz, wo Isaak Lewitan 1892 gelebt und gearbeitet hatte nach ihm schon eine Straße benannt war. 1990 dann begann man mit dem Bau des Museums.

Isaak Lewitan, Skulptur von Igor Tschernoglasow

Isaak Lewitan, Skulptur von Igor Tschernoglasow

1992 dann feierte man den 100. Jahrestag des Aufenthalts von Isaak Lewitan hier und beschloß, regelmäßig Künstlertreffen abzuhalten, an denen auch Kunstwissenschaftler aus Moskau und anderen russischen Städten teilnahmen.

Künstlerfreunde von Dieter Erhard: Igor Tschernoglasow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Künstlerfreunde von Dieter Erhard: Igor Tschernoglasow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Leider brannte dieses Gebäude 1999 unter bis heute nicht geklärten Umständen ab. Doch die Lewitan-Freunde beschlossen darauf, ein neues Museum im Nachbardorf Jelisejkowo zu eröffnen, mehr noch: dort auch ein Gästehaus für Künstler einzurichten, wovon der Meister selbst schon geträumt hatte. Hier sollte ein Ort der Begegnung mit der Natur und Kollegen entstehen, ein Ort der Inspiration und des Austausches, wo man die künstlerischen Ergebnisse der Treffen sammeln würde.

Im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus

Es fand sich in dem Unternehmer Wladimir Kosjarumow sogar ein Mäzen, der bereit war, das Künstlerzentrum zu finanzieren. Der Verehrer des Werks von Isaak Lewitan hatte schon vorher immer wieder Künstler zu sich nach Jelisejkowo geladen und ihnen Gelegenheit gegeben, einige Zeit in Ruhe zu arbeiten, wozu er eine Volksschule aus dem frühen 20. Jahrhundert restauriert hatte.

Im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus

Heute ist hier das Isaak-Lewitan-Museum untergebracht, wo Kopien der Werke zu sehen sind, die der Künstler im Gouvernement Wladimir geschaffen hat. Zum Fundus gehören außerdem einige persönliche Gegenstände und Photographien des Landschaftsmalers. Nebenan liegt das große Holzhaus im russischen Stil, das Wassilij Kosjarumow 2008 erbaut hatte und wo heute Arbeiten von Künstlern aus der Region Wladimir, aus Moskau, Sankt Petersburg, Kaluga, Rjasan, Lipezk und eben auch aus Erlangen zu sehen sind. 2009 besuchten übrigens die Urenkel von Isaak Lewitan den Komplex.

Malstunde im Freien

Malstunde im Freien

Igor Tschernoglasow, Vorsitzender des Kunstvereins der Region Wladimir und in Erlangen-Tennenlohe mit zwei Skulpturen prominent vertreten, schuf für das Museum eigens ein Lewitan-Denkmal.

Dieter Erhard und sein Stein "Run 2016"

Dieter Erhard und sein Stein „Run 2016“

Und nun steht der Stein mit den Kopffüßlern von Dieter Erhard hier und erwartet spätestens im nächsten Sommer die nächsten Gäste aus Erlangen.

Mehr zu der Arbeit von Dieter Erhard unter: https://is.gd/H51PPG – und mehr zu Isaak Lewitans „Wladimirka“ unter: https://is.gd/LxqEdN

 

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Während sich in den Erlanger Nachrichten derzeit Leserbriefschreiber in der Selbstproklamation zu Herolden der schweigenden Mehrheit üben und einen offenbar lange angestauten Furor gegen die angeblich dem gesunden Geschmack von Tennenlohe widerstrebende Skulpturenwelt des Dieter Erhard austoben, nimmt der Künstler an einem Symposium für Bildhauer des Wladimirer Kunstvereins teil. Auf Einladung von Igor Tschernoglasow, dem Vorsitzenden der Organisation, der selbst auf Initiative seines Erlanger Freundes bereits zwei Skulpturen in Tennenlohe geschaffen hat. Nun also, bei seinem zweiten Besuch in Wladimir – der erste liegt sechzehn Jahre zurück -, ein Kunstwerk von Dieter Erhard für Wladimir.

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Den Stein für den „Run 2016“ hatten die Gastgeber gestellt, seine Metallfiguren, die uns alle auf der Welt symbolisieren, die wir mit großen Köpfen und ohne Bauch und Körper den politischen Anführern hinterherrennen, brachte der Erlanger Künstler vorgefertigt im Gepäck mit. Nun steht die Skulptur aus Kalkstein und Edelstahl mit einer Höhe von 2,5 m und einem Gewicht von 2,5 t vor dem Museum in Jelissejewo, Region Wladimir, wo zehn Tage lang 14 russische Künstler zusammen mit Dieter Erhard an jenem Ort arbeiteten, wo Isaak Lewitan unter anderem sein berühmtes Gemälde „Wladimirka“ schuf.

 

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Der Besuch von Dieter Erhard in Wladimir war überfällig. Denn was hat der 2009 mit dem Erlanger Ehrenbrief für Kultur ausgezeichnete Schöpfer des Skulpturenparks Tennenlohe nicht schon alles an Projekten mit den russischen Künstlern ins Leben gerufen: die Skulpturen von Igor Tschernoglasow und Jurij Iwatko, die Bemalung von Trafhäuschen mit Sergej Jermolin und Anatolij Denissow, die Kunstaktion mit Praktikantinnen aus Wladimir bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, den Freundschaftsring am OBI-Kreisel in der Kurt-Schumacher-Straße, um nur die wichtigsten Stationen zu nennen.

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Nun wird man in Wladimir ein Urteil über die Kunst des Dieter Erhard und seine Kopffüßler fällen. Sicher auch dort nicht allfällig und einhellig, aber gewiß nicht in dem Geist und Ton jener, die wieder einmal den Sinnspruch bestätigen: nulla poeta in patria!

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Für das Künstlerehepaar Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko war ihr Besuch im Winter vergangenen Jahres eine Erfahrung, vergleichbar nur mit der ersten Liebe. Verständlich deshalb der Wunsch, möglichst bald in die deutsche Partnerstadt zurückzukehren. Nun ging es dann aber doch schneller, als gedacht mit der Erfüllung dieses Wunsches. Dank einem Projekt von Dieter Erhard aus Tennenlohe.

Willkommensgruß für die Künstler aus Wladimir

Willkommensgruß für die Künstler aus Wladimir

Geplant ist nämlich eine Kunstachse, die durch den Tennenloher Forst bis zum Freigehege der Przewalski-Wildpferde führen soll. Mit Skulpturen von zunächst drei Bildhauern, zwei von ihnen aus der Region und einer, Jurij Iwatko, aus den Reihen des Wladimirer Kunstvereins, womit Dieter Erhard an eine schöne Tradition anknüpft, dank der auch bereits Igor Tschernoglasow, Sergej Jermolin oder Anatolij Denissow aus der russischen Partnerstadt ihren kreativen Beitrag zu „Kunst im öffentlichen Raum“ im Süden Erlangens beitrugen.

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Nun also Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa, die am Mittwoch vergangener Woche ankamen und schon tags darauf halfen, auf der Skupturenwiese am Löschweiher den Stahlkäfig aufzubauen, in dem bis Ende Juli das neue Werk entstehen soll. Am 8. August nämlich wird die erste Etappe der Skupturenachse eröffnet.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Ebenfalls noch am Donnerstag fiel dann einvernehmlich die Entscheidung, welches der Modelle den Zuschlag bekommen sollte. Alle thematisch an den Fragen des Krieges und seiner Folgen ausgerichtet, alles Figuren, die Risse haben, Verwundungen in sich tragen, Versehrungen erlitten. Nicht von ungefähr gewählt, das Thema, wenn man bedenkt, wie lange der Tennenloher Forst von den US-Streitkräften als Truppenübungsplatz genutzt wurde.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko mit dem Modell der Skulptur

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko mit dem Modell der Skulptur

Jurij Iwatko wollte schon immer einmal abstrakt arbeiten – und mit Stahl. Als dann aber die Entscheidung gefallen war und es am Freitag an die Arbeit ging, befielen den Künstler dann doch erste Zweifel. Er hatte nämlich noch nie ein Schweißgerät in den Händen…

Jurij Iwatko und Dieter Erhard

Jurij Iwatko und Dieter Erhard

Aber mit Dieter Erhard an seiner Seite springt der Funke dieser handwerklichen Seite der Kunst ganz rasch über. „Das lernst du schnell, keine Sorge“, ist sich der Gastgeber sicher. „Du bist nämlich nicht der erste, der hier das Schweißen gelernt hat.“ Und in der Tat, die ersten Schweißnähte sind rasch gesetzt, und schon dieser Tage werden die stets willkommenen Besucher auf der Skupturenwiese zu sehen bekommen, wie ein Kunstwerk entsteht, erdacht in Wladimir und ausgeführt in Erlangen. Partnerschaftlich eben.

Siehe auch: http://is.gd/gXF5F9 und http://is.gd/gXF5F9 sowie http://is.gd/2PqGxz

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Heute nun die Fortsetzung des Künstlertagebuchs, dessen erster Teil hier zu finden ist: http://is.gd/XkD0X8, zusammengestellt von Christian Hamsea.

21.08. Donnerstag

Unsere Arbeit wird ernster und nimmt Fahrt auf. Und unser arbeitsreicher Tag wird von Oleg mit einem köstlichen Plow gekrönt!

Festtafel nach arbeitsreichem Tag mit Anatolij Denissow

Festtafel nach arbeitsreichem Tag mit Anatolij Denissow

22.08. Freitag

Ein regnerischer und sehr kalter Tag in Jelisejkowo, den wir trotz allem genutzt haben, um uns mit den russischen Kollegen auszutauschen und ein paar neue Techniken zu erlernen. Am Abend erwartete uns ein usbekisches Taliban-Essen – Damlama. Igor Tschernoglasow, der landesweit berühmter Bildhauer, besuchte uns in unserem Camp und bekochte die komplette Mannschaft.

Hier kocht Igor Tschernoglasow persönlich

Hier kocht Igor Tschernoglasow persönlich

Dieser Abend wurde festlich mit vielen Toasts gefeiert,

23.08. Samstag

Am sonnigen Morgen hatten wir eine Fotosession mit allen Kollegen für den Katalog des Symposiums. Um die Skulptur von Lewitan versammelt, lächelten wir alle ganz fleißig in die Kameras.

Künstlerarbeit

Künstlerarbeit

Danach folgten alle ganz brav ihrer täglichen Arbeit, der Landschaftsmalerei.

Künstlerarbeit

Künstlerarbeit

Am Abend erwärmten sich die Damen der Mannschaft in der russischen Banja. Man merkt, daß der russische Winter schon ganz nahe ist, die Abende werden immer kälter.

Künstlerarbeit

Künstlerarbeit

24.08. Sonntag

Es gibt wieder leckere Bliny! Ludmila verwöhnt uns wie jeden Tag mit leckeren und sehr kalorienreichen Mahlzeiten, so daß wir Kraft haben, unseren Jetjudnik und die Leinwände durch die Felder und über die Wege zu tragen! Oder uns eher veranlaßt, genügend Mittagsschläfchen zu halten. Henrike nutzte heute die Gelegenheit, mit zwei Kollegen Moskau zu besichtigen; sie wird morgen in unsere kleine russische Welt zurückkehren.

Christian Hamsea

Galina Rytschkowa, Vorsitzende des Lewitan-Komitees, und Christian Hamsea

Am Abend genießen diesmal die Männer eine gemeinsame Runde in der Banja. Christian schaffte es sogar in die Lokalpresse.
Morgen geht’s nach Wladimir.

Im Einkaufszentrum von Wladimir

Im Einkaufszentrum von Wladimir

25.08. Montag

Henrike berichtet uns von ihrem Turboday in Moskau. Natalia Britowa und ihr Mann, Sascha, lieferten ihr Einblicke in den speziellen Moskauer Kunstbetrieb. Im Gegensatz zur deutschen Art der anonymen Jury lief für diese Jurierung der kommenden Ausstellung – Tag für Moskau – alles komplett öffentlich ab.

An den Fleischtöpfen des Globus in Wladimir

An den Fleischtöpfen des Globus in Wladimir

Ein kurzes Sightseeingprogramm mit Rotem Platz und Metro war vor der Heimreise im Stau noch drin. Aber nicht nur Henrike, sondern auch Christian und Uschi wurden an diesem Tag Highlights geboten. Für sie gab es eine kleine Sightseeingtour in Wladimir: Auch der Globus hat so einiges zu bieten. Zum Glück hielt Jordanka unsere Künstlerehre an diesem Tage hoch und arbeitete für vier.

Geistliches im Globus von Wladimir

Geistliches im Globus von Wladimir

26.08. Dienstag

Heute lockte uns das Wetter wieder, im Freien zu arbeiten. Die russischen Kollegen beeindrucken uns auch heute mit ihrem unermüdlichen Fleiß.

Künstlerfleiß

Künstlerfleiß

27.08. Mittwoch

Regen, Regen, Regen. Aber unser Gastgeber zaubert eine Exkursion nach Petuschki. Dort besuchten wir drei Museen, besonders beeindruckte uns das Petuch-Museum: Hähne in allen Variationen.

Hahn-Museum in Petschuki

Hahn-Museum in Petschuki

Das Museum über den berühmten Dichter Wenedikt Jerofejew, der den berühmten Roman „Moskau – Petuschki“ geschrieben hat, bot dagegen ernstere Kost.

Plakat zu Wenedikt Jerofejew

Plakat zu Wenedikt Jerofejew

Beim letzten Museum wurden die Männer gefordert. Dreschen kann halt nicht jeder. Doch vor der Pink Lady wollten sie sich keine Blöße geben.

Halle der Inspiration

Halle der Inspiration

Auch am Nachmittag wollte der Regen nicht aufhören. Eine Halle voll mit Allerlei bot uns einen inspirierenden Arbeitsraum.

28.08. Donnerstag

Juhu! Die Sonne scheint wieder. Doch unsere Arbeitswut wird unsanft von den Journalisten abgebremst. Ein Team des Regionalfernsehens stattet uns einen Besuch ab. Wir freuen uns sehr über dieses Interesse!

Rundblick

Rundblick

Eine Jury tritt plötzlich zusammen, und Arbeiten werden für die Sammlung ausgewählt. Es ist faszinierend, wie schnell die Entscheidungen getroffen werden. Nach 30 Minuten sind die Arbeiten verladen und fertig für den Transport  nach Wladimir zum Rahmen. Wolodja fährt sie hin, und wir kehren wieder zu unserem täglichen Kunstgeschäft zurück.

Früchte der Künstlerarbeit

Früchte der Künstlerarbeit

29.08. Freitag

Der Tag fängt langsam mit Kaffee an. Lumilas Frühstück steht bereit, aber wir warten auf die anderen. Nach dem Frühstück beginnen alle plötzlich, die Ausstellung aufzuhängen und auch die nicht ausgewählten Arbeiten in das „Haus der Landschaft“ hineinzutragen.

Christian Hamsea bei der Arbeit

Christian Hamsea bei der Arbeit

Christian zieht nochmals seine Arbeitskleider an und faßt seine Skulptur auf einen Granitfindling mit einem Stahlstift. Ein kraftvolles Unterfangen bei dem ein paar Kollegen anpacken müssen. Natürlich wird der Stein, jetzt endgültig in seiner Position, nochmals mit tschu-tschut (ein klein wenig) Wodka geweiht. Nach mehreren Erklärungen geben sich die russischen Kollegen und Gastgeber endlich zufrieden mit dem Sinn und dem Namen dieser abstrakten Skulptur: Eine Blume für Lewitan. Langsam entdecken sie das Lichtspiel auf der Steinoberfläche und beginnen das Werk zu mögen.

Künstler 23

Wolodja kommt mit den etwas zu „barock“ gerahmten Bilder zurück, und in etwa einer Stunde steht die ganze Ausstellung. Zum Abendessen spendiert Jordanka einen Abschiedswodka und bringt einen sehr schönen Trinkspruch auf die schöne Zeit aus, die sie hier verbracht hat. Eine Wassermelone wird noch rituell geschlachtet und in Ehren verzehrt.

Weihwässerchen für das Kunstwerk von Christian Hamsea

Oleg Modorow mit Weihwässerchen für das Kunstwerk von Christian Hamsea

30.08. Samstag – Lewitans Geburtstag

Schwere Wolken hängen über dem Land und auch die Furcht, das langerwartete Fest könne ins Wasser fallen. Um 8.00 Uhr fährt Oleg Jordanka nach Wladimir zum Bahnhof. Sie tritt heute ihre Heimreise an. Sie fahren sehr zeitig, da Wladimir wegen des Besuchs des russischen Patriarchen zum Hochsicherheitsraum erklärt wurde.

Künstlerarbeit

Künstlerarbeit

Es ist kalt, regnet stark, nur langsam trudeln die Besucher ein. Das Lewitan-Komitee bezieht Stellung im Haupthaus, es wird auch ein kleiner Markt mit Souvenirs aufgebaut, und ein paar Busse mit Schülern rangieren im Hof. Wahlkampf. Autos nebst Wahlkampfteam des lokalen Duma-Abgeordneten stehen auch auf dem Parkplatz. Das Wahlkampfteam bezieht Stellung in der Gartenlaube und schmeißt den Grill an. Auf der Freiluftbühne probiert ein Orchester bei strömendem Regen zu tönen.

Oleg Modorow im Interview

Oleg Modorow im Interview

Drinnen im Haus der Landschaft beginnt der offizielle Teil der Feier zu Ehren von Isaak Lewitan und der Teilnehmer am Symposium.

Der Duma-Abgeordnete hält seine Rede, und dann wird das Mikrofon einer Moderatorin übergeben. Sie führt in einer sehr poetischen Weise und in Versen durch die Veranstaltung. Ein langes Lobgedicht wird von drei Schülern rollenweise feurig vorgetragen. Ein Vokaltrio singt Lieder, und die Namen der Teilnehmer werden genannt. Der Abgeordneten überreicht die Diplome und Urkunden. Am Ende sprechen noch Oleg Modorow als Kommissar des Symposiums und Christian Hamsea ein paar abschließende Worte.

Christian Hamsea im Interview

Christian Hamsea im Interview

Der Regen hat aufgehört, und das große Feiern beginnt. Etwa 250 Besucher stellen viele Fragen an die deutschen Teilnehmer und deren Werke. Das große Team des Symposiums bezieht Stellung im Speisesaal, und bei einem Festmahl werden viele Trinksprüche und Herzlichkeiten ausgetauscht. Christian beginnt den ersten Trinkspruch, der allen in Erinnerung bleiben wird: ..Liter by Liter ( Little by Little) the Symposium ends…!“ Es ist ein gelungener Tag und ein schönes Fest geworden. Aber es schwingt auch die Traurigkeit des Abschieds im Raum.

Lohn der Künstlerarbeit

Lohn der Künstlerarbeit

31.08. Sonntag, Abschied von Jelisejkowo

Um 10.30 Uhr kommt die Limousine für Henrike für den Transfer zum Flughafen. Uschi und Christian werden sich noch paar Tage auf Olegs Datscha erholen.

Christian Hamsea und Oleg Modorow

Christian Hamsea und Oleg Modorow

Die Gewißheit einer Fortsetzung dieser alten Freundschaft zwischen den Künstlern aus Wladimir und Erlangen besteht, und der Wille, die Begegnung im nächsten Jahr in Erlangen zu wiederholen auch.

Künstler 27

Abschiedsmahl

Jelisejkowo auf ein Neues! Lewitan in Ehren!

Anmerkung: Am Sonntag wurde die Ausstellung „14-18-14 – Im Westen nichts Neues?!“ im Stadtmuseum Erlangen eröffnet. Zu sehen dort Arbeiten von Christian L. Hamsea, Reinhold Knapp und Reiner F. Schulz. Und nur noch dies Ende der Woche ist die Ausstellung „Pulverfässer 1914 / 2014“ in den Räumen des Kunvereins Erlangen zu sehen, mit Arbeiten aus Wladimir. Alles angeregt und begleitet von Reiner F. Schulz. Wenn es noch der Beweise für die Künstlerfreundschaft bedürfte…

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Eindrücke und Material auf Wochen und Monate hinaus nimmt Jurij Iwatko heute nach Hause zurück: „Ich muß das alles erst einmal verdauen und ordnen. Aber dann werde ich bestimmt einen ganzen Zyklus von Arbeiten über diesen großartigen Besuch zusammenstellen.“ Dabei hat er jetzt schon erste Skizzen, kleine Momentaufnahmen angefertigt, die zeigen, wie sehr ihn die fränkische Umgebung fasziniert.

Jurij Iwatko: Kraftshof

Jurij Iwatko: Kraftshof

Nicht einmal eine halbe Stunde hat der Künstler für diese Zeichnung seines Blicks aus dem ersten Stock des Anwesens Nr. 12 in der Glaserstraße von Kraftshof gebraucht. Andere Arbeiten, größer im Format, sind noch im Entstehen, müssen warten, bis Jurij Iwatko sich ihnen zu Hause wieder zuwenden kann. „Wenn ich nur mehr Zeit hier hätte“, ruft er immer wieder aus. Und dann: „Ich will unbedingt wiederkommen. Im Sommer – und dann für länger, für viel länger, um einen ganzen Zyklus über Nürnberg und Erlangen zu machen. Und über das Freilandmuseum in Bad Windsheim, das uns Rosie und Hans Zahn gezeigt haben. Unglaublich, was es da alles zu sehen gibt!“ Dabei wußte der Graphiker und Bildhauer zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, was ihn alles in Bamberg erwarten würde, wohin sie Reiner Schulz begleiten würde. Oder davor schon in Tennenlohe.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko vor der "Begegnung" von Igor Tschernoglasow in Tennenlohe

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko vor der „Begegnung“ von Igor Tschernoglasow in Tennenlohe

Hier, ganz im Süden von Erlangen, wanderte das Ehepaar Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko gestern morgen staunend die Spuren ihrer Wladimirer Kollegen ab, die mehr Zeit mitgebracht hatten, um in Erlangen zu arbeiten. Wo der sanfte Flügel der Engel von Igor Tschernoglasow weilt.

Jurij Iwatkow und Jelena Jermakowa mit dem "Engel" von Igor Tschernoglasow im Skulpturengarten von Tennenlohe

Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa mit dem „Engel“ von Igor Tschernoglasow im Skulpturengarten von Tennenlohe

Wo der Engel des wohl berühmtesten Bildhauers der Partnerstadt im Skulpturenpark über seinem Felsbrocken schwebt.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko am Trafohäuschen in Tennenlohe

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko am Trafohäuschen in Tennenlohe

Wo das Trafohäuschen, gestaltet von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow, farbenfrohe Kinderträume auslebt.

Jelena Jermakowa vor dem Trafhäuschen in Tennenlohe mit den Märchenfiguren von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Jelena Jermakowa vor dem Trafhäuschen in Tennenlohe mit den Märchenfiguren von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Wo Wladimir künstlerisch präsent ist, wie sonst nirgendwo in Erlangen.

Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko im Walgerüst

Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko im Walgerüst

Dank Dieter Erhard, der die russischen Kollegen schon vor einem Jahrzehnt zum Austausch eingeladen hatte, zur Teilnahme an seiner Fiesta de Arte, und der nun das Gerippe seines Wals fertiggestellt hat und sich daran macht, dem friedfertigen Leviathan eine bunte Haut aus Plexiglas zu geben und dann im nächsten Jahr auf Reisen zu schicken, wo er bei Wohltätigkeitsveranstaltungen wie der berühmte Fisch im Märchen kleine Wünsche für Kinder erfüllen soll. Auch in Jena. Und warum nicht in Wladimir? Man müßte nur einen Spediteur finden. Ohnehin kann sich der Erlanger Künstler, der von der Malerei über Beton und Metall zu dem bunten Kunststoffmaterial gefunden hat, gut vorstellen, im nächsten Jahr wieder einmal in die russische Partnerstadt zu reisen und vor Ort etwas zu schaffen. So wie vor kurzem erst in Riverside. Die Gäste übrigens sind hellauf begeistert von dieser Technik und wollen ohnehin wiederkommen. Wenn da also nicht bald schon etwas Neues entsteht… Da kommt Vorfreude auf!

Mehr zu der Arbeitsweise von Dieter Erhard in einer BR-Reportage hier: http://is.gd/orOoij – und zu seinem Riverside-Projekt da: http://is.gd/bNeWBi

 

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