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Posts Tagged ‘Alexandrow’


„Aber höher als ihr, Zaren, sind die Glocken“, lautet eine Mahung an die Mächtigen aus der Feder von Marina Zwetajewa, jener Lyrikerin, die für sich in den despotischen Jahren des Stalinismus den Ausweg im Freitod fand. Ausgerechnet in Alexandrow, der Stadt in der Region Wladimir, wo die mit Rainer Maria Rilke seelenverbundene und vom Leben zutiefst verwundete Dichterin sich von 1915 bis 1917 niedergelassen hatte und wo 1991 das erste ihr gewidmete Museum eröffnet wurde, ausgerechnet hier, wo sie mit einem weiteren Opfer der kommunistischen Tyrannei, mit dem Schriftsteller Ossip Mandelstam, zusammengetroffen war, ausgerechnet hier sollte Iwan dem Schrecklichen, jenem Altmeister des Terrors gegen das eigene Volk, ein Denkmal errichtet werden. Das zweite seiner Art landesweit nach einem ähnlichen Monument der Apotheose des Menschenschinders auf dem Zarenthron in Orjol im Herbst vergangenen Jahres.

Nicht ganz von ungefähr, denn jener Moskauer Großfürst, der sich einen Stammbaum andichten ließ, der bis zurück zu den römischen Kaisern reichte, hatte in Alexandrow von 1564 bis 1581 seine Residenz eingerichtet, um, wie er selbst sagte, jenseits von Moskau Gott näher sein zu können, was ihn freilich nicht hinderte, gegen Nowgorod ins Feld zu ziehen. Immerhin aber wurde hierher 1571 auch die landesweit einzige Druckerei – nach einem Brand in Moskau – verlegt, wo 1577 eines der seltensten Bücher der russischen Literatur entstand, ein Gebetsbuch, von dem es vermeintlich nur noch 24 Exemplare gab, bis unlängst auf einer Auktion Nummer 25 auftauchte und nun für eine wahrscheinlich nicht geringe Summe in die Heimat zurückkehrte.

Doch zurück zum Denkmal für Zar Iwan IV. Die Skulptur hatte ein Künstler in Moskau geschaffen, das Projekt wurde von einer privaten Gruppe betrieben, aber die örtlichen Behörden zeigten sich nicht allzu enthusiastisch von dem Vorhaben, das immer wieder verschoben wurde. Schließlich wurde der Bildhauer der Sache überdrüssig und kündigte an, sein Werk andernorts zu präsentieren.

Kulturell sicher ein zu verschmerzender Verlust, in jedem Fall mehr als aufgewogen durch eine Gedenktafel für Marina Zwetajewa an dem Haus, wo sie seinerzeit mit ihrer Schwester Anastasia wohnte und dichtete. Jahre später, 1925, schrieb die Vertreterin einer Weltliteratur auf Deutsch, das sie perfekt beherrschte, an Rainer Maria Rilke:

Dichten ist schon Übertragen, aus der Muttersprache in eine andere, ob Französisch oder Deutsch wird wohl gleich sein. Keine Sprache ist Muttersprache. Dichten ist Nachdichten. Darum versteh ich nicht, wenn man von französischen und russischen etc. Dichtern redet. Ein Dichter kann Französisch schreiben, er kann nicht ein französischer Dichter sein. Das ist lächerlich. Ich bin kein russischer Dichter und staune immer, wenn man mich für einen solchen hält und als solchen betrachtet. Orpheus sprengt die Nationalität, oder dehnt sie so weit und breit, daß alle (gewesenen und seienden) eingeschlossen sind.

Wie schön, sie in Alexandrow, 130 km nordwestlich von Wladimir, geehrt zu wissen, wo es im Juni alljährlich ein Zwetajewa-Lyrik-Festival gibt. Die Glocken der Dichtung sind eben doch höher als die Macht der Zaren…

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Erstmals erhält ein Junge in der Russischen Föderation den Vornamen Putin. Auf Anregung des Großvaters von Rassul Dschurajew, eines erklärten Verehrers des Staatspräsidenten, haben die aus Tadschikistan stammenden und nach fünf Jahren in Moskau nun seit eineinhalb Jahren in einem Dorf bei Alexandrow in der Region Wladimir wohnenden Eltern die Namensänderung beantragt. Die Behörden, so berichten lokale Medien, fanden nach anfänglicher Skepsis keinen formalen Grund, dem Ansinnen nicht nachzukommen, und so wird der Kleine wohl bald als erster auf den Nachnamen des ersten Mannes im Staate hören müssen.

Putin Dschurajew und seine Eltern

Putin Dschurajew und seine Eltern

Sicher zumindest kurios diese Namensgebung, zumal man gespannt sein darf, welche Koseformen für Putin verwendet werden. Ein russischer Vorname steht nämlich nur formal im Ausweis; im richtigen Leben – je nach Alter, Umgebung und Situation – hören die Menschen aber auf ganz andere Varianten mit jeweils ganz unterschiedlichen Abstufungen der menschlichen Nähe. Um nur Wladimir als wohlfeiles Beispiel zu wählen. Den ruft man im Kindesalter gern Wowa, Wolodjenka oder Wowotschka, später Wolodja oder Wowtschik. Man versuche das einmal mit Putin. Oder doch lieber nicht?

Präsidiale Devotionaliensammlung der Familie Dschurajew

Präsidiale Devotionaliensammlung der Familie Dschurajew

Kuriose Eigennamen gab es übrigens besonders in der frühen Sowjetzeit und in der Periode des Personenkults, die unter Genosse Josef Stalin Stilblüten trieb in der Art von Stalen (zusammengesetzt aus Stalin und Lenin), Ninel (Akronym von Lenin), Stalij oder Stal (maskulines oder feminines Adjektiv des Pseudonyms von Josef Dschungaschwili), Stalber (zusammengesetzt aus Stalin und Berija) oder Wladlen (gebildet aus den Anfangssilben von Wladimir und Lenin). Noch nicht bizarr genug? Dann sei mit Ikki gedient, der russischen Abkürzung für Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationalen. Überliefert ist auch noch Nisercha, zu dechiffrieren als Nikita Sergejewitsch Chruschtschow. Zur Ehrenrettung der sowjetischen Eltern sei gesagt, daß derartige Wortungetüme eher selten Eingang in die Geburtsurkunden fanden, und spätestens seit der Machtübernahme durch Leonid Breschnjew und der schleichenden Entzauberung der Sowjet-Ideologie verschwanden all diese Kunstnamen aus den Registern, und die Kinder wurden wieder nach christlichen Märtyrern, griechischen Heroen, slawischen Helden, skandinavischen Adeligen, alttestamentarischen Gottesknechten genannt, bevor zunehmend auch westliche Vorbilder in Mode kamen.

Sowjetische Vornamen

Sowjetische Vornamen: Widlen – Große Ideen Lenins

Übrigens auch in Deutschland gibt es in dem Bereich Kuriosa: Vor einem Jahr ging der Vorname Angela Merkel durch die Medien. Ophelya Adé, aus Ghana geflüchtet, hatte ihre Tochter nach der deutschen Kanzlerin genannt – als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung. Motive, die man durchaus auch der Familie aus Tadschikistan gegenüber dem russischen Präsidenten unterstellen darf. Dennoch eher fraglich, daß sich die beiden Vornamen durchsetzen. Den Kindern wird das nur recht sein.

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Beide sind zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal überhaupt in Europa und fühlen sich gleich in ein Märchenland versetzt voller Häuser und Gassen, die sie bisher nur aus Büchern und Bildern oder den Nachstellungen von historischen Schlachten eines befreundeten Künstlers kennen. Und werden bis zum Sonntag zu Gast in einem Haus in Kraftshof sein, dessen Geschichte man bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurückdatieren kann, heute bewohnt von Hans und Rosie Zahn, die seit Anfang der 90er Jahren schon ungezählten Malern und Graphikern aus Wladimir großzügig Quartier und Freundschaft angeboten haben. So nun auch Jurij Iwatko und seiner Frau, Jelena Jermakowa, die ihr Glück noch gar nicht fassen können, in der Stadt von Albrecht Dürer angelangt und bei einem deutschen Kollegen untergebracht zu sein, der schon mit Pjotr Dik befreundet war.

Jelena Jermakowa, Jurij Iwatko, Rosie und Hans Zahn

Jelena Jermakowa, Jurij Iwatko, Rosie und Hans Zahn

A propos Pjotr Dik: Jurij Iwatko ist selbst erstaunt, wie sehr seine Karriere dem Weg des großen deutsch-russischen Graphikers gleicht, der vor zwölf Jahren in Worpswede verstorben ist: zeitversetzt die gleiche Ausbildung im Ural und in Moskau mit anschließender Übersiedlung in die Region Wladimir, künstlerischer Beginn mit Großplastiken und Skulpturen für Ehrenmale, später die ganz individuelle Entwicklung eines eigenen Stils. 1993 kam der aus dem Ural stammende Freund der Avantgarde ganz in den Nordwesten der Region Wladimir, nach Alexandrow, wo einst Iwan der Schreckliche seine Residenz und Hauptstadt eingerichtet hatte und eine Zitadelle von vergangener Pracht zeugt. „Heute ist da nicht mehr viel los, ganze vier Berufskünstler gibt es in der Kreisstadt mit 60.000 Einwohnern, aber die Nähe zu Moskau kommt uns sehr entgegen“, meint der Gast, der über viele Jahre seine Bilder auf dem Arbat, der Fußgängerzone in der Hauptstadt, verkauft hat. 1.500 Arbeiten ingesamt, darunter auch viel, was er dem Publikumsgeschmack habe anpassen müssen, bis genug Geld beisammen war, um sich in Alexandrow ein altes Haus zu kaufen, wo er jetzt mit seiner Familie lebt und ein Atelier eingericht hat, um Kinder und Jugendliche in den Grundtechniken der Kunst zu unterrichten. Übrigens gehörte auch seine Frau, mittlerweile selbst künstlerisch tätig, zu seinen Schülern.

Die schematische Anatomie der Aggression: willkürliche Form, Eindringen und Spuren der Gewalt

Die schematische Anatomie der Aggression: willkürliche Form, Eindringen und Spuren der Gewalt

Jurij Iwatko hat seine Bilder und Skulpturen schon überall in Rußland gezeigt und kann von seiner Inspiration und Hände Arbeit leben. In Deutschland freilich waren seine Arbeiten noch nie zu sehen. Das soll sich ändern: Morgen, am 3. September wird um 19.00 Uhr in den Räumen des Erlanger Kunstvereins, Hauptstraße 72, die Ausstellung „Pulverfässer 1914 – 2014“ eröffnet (s. http://is.gd/JE6S9Z) . Mit Exponaten der beiden Wladimirer Künstler, Jurij Iwatko und Igor Tschernoglasow, der selbst nicht kommen konnte, seine Beiträge aber dem Kollegen mitgegeben hat. Man braucht Jurij Iwatko nicht lange zu bitten. Seinen Beitrag zur Ausstellung zeigt er gerne vorab, das Triptychon „Die schematische Anatomie der Aggression“, gegossen aus Altmetall in ihren drei Stadien der willkürlichen Form, des Eindringens oder der Invasion und schließlich der Spuren der Gewalt. Wie das Publikum seine Interpretation des Themas aufnimmt, wird man sehen, aber vorab freut sich der Künstler schon einmal darüber, wie die deutschen Zollbeamten begeistert reagierten, als sie die Plastiken im Gepäck des Reisenden aufspürten, wie sie einander herbeiriefen und anerkennend nickten, bevor sie den Künstler durchwinkten. „Das hat mich riesig beeindruckt“, erinnert sich Jurij Iwatko. „Da habe ich mich gleich verstanden gefühlt, auch wenn ich kein Deutsch spreche.“

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Bevor es ins Bett geht, will das Ehepaar unbedingt noch Kraftshof erkunden, voller Entdeckerfreude und Lebenslust. Und man will es gar nicht glauben, daß mit ebenso unerwarteter wie erschreckender Aktualität das Ausstellungsthema „Pulverfässer 1914 – 2014“ in ihrer Heimat täglich mehr an Brisanz gewinnt, wo die Lunte wieder brennt. Wenn Gouverneurin Swetlana Orlowa im 1. Kanal des Russischen Staatsfernsehens – auf die demokratisch gewählte Regierung der Ukraine gemünzt – prophezeit: „Diese Junta wird besiegt, glauben Sie mir!“ und den „rotzfrech gewordenen Amerikanern“ unterstellt, sie wollten „die ganze Welt an sich reißen“, während die Landemutter dem russischen Volk einen „Sieger-Code“ attestiert, ohne auch nur mit einem Wort die russischen Soldaten zu erwähnen, die in der Ukraine bzw. bei „Manövern an der Grenze“ ums Leben gekommen sind, wie Sergej Selesnjow, der gestern in Wladimir bestattet wurde. Wenn drei stramm patriotisch gestimmte Organisationen im ideologischen Gleichschritt ein Auftrittsverbot in Wladimir für Diana Arbenina und ihre Band fordern, weil die populäre Rocksängerin und Liedermacherin sich „für Kiew“ ausgesprochen und damit zu den „verhaßten Personen“ gehört, die „staatsfeindlich agieren“. Wenn ein Stadtrat dazu aufruft, als Reaktion auf die Sanktionen des Westens „massenhaft auf die Verwendung des Dollars“ zu verzichten und alle Greenbacks via Zentralbank an Barack Obama zurückzuschicken, um in Zukunft nur noch eine „harte Währung“ zu verwenden, den Rubel. Die Lunte brennt. Künstler allein können die neue „schematische Anatomie der Aggression“ allein nicht aufhalten. Sie werden später neue Formen der Verarbeitung dieses europäischen Traumas finden müssen. Heute tun sie gut daran, ihre Kritik an den Verhältnissen oder gar Sympathie für die „Faschisten und Revanchisten in der Ukraine“ für sich zu behalten oder bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden, wenn sie nicht an den medialen Pranger gestellt werden wollen, wie in dieser Reportage – einer Kulturnation unwürdig – mit deutschen Untertiteln des zentralen Senders NTV zu sehen:  http://is.gd/8TRQV2

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Was Studiosus an Qualität in der großen Tourismuswelt bietet, hat die Städtepartnerschaft dank Wolfram Howein mit seinen Bürgerreisen nach Wladimir und entlang dem Goldenen Ring im Programm: kleine Gruppen, intensive Betreuung, Begegnungen mit Menschen vor Ort, Besichtigungen auch abseits der großen Besucherströme, Einblicke in den Alltag, Kultur und Lebensart sowie eine Reiseleitung, die kompetenter nicht sein könnte.

Winterimpression von Jelena Gontscharowa.

Winterimpression von Jelena Gontscharowa.

Die Erfahrungen, die Wolfram Howein, unterstützt vom Team des Erlangen-Hauses und in Zusammenarbeit mit der VHS Erlangen, bei der Zusammenstellung des Programms und der Durchführung der Reisen seit 2009, garantieren denn auch einzigartige Einblicke in das russische Mittelalter ebenso wie intensive Begegnungen mit Menschen aus der Partnerstadt oder Besichtigungen von Kooperationsprojekten wie etwa des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik Blauer Himmel.

Winterimpression von Jelena Gontscharowa.

Winterimpression von Jelena Gontscharowa.

Die diesjährige Kulturreise rund um das dreißigjährige Jubiläum führt vom 26. Mai bis 2. Juni über Sergijew Possad, den größten Wallfahrtsort der russisch-orthodoxen Kirche mit seiner imposanten Klosteranlage über Alexandrow, wo Iwan der Schreckliche vorübergehend seine Residenz eingerichtet hatte, nach Wladimir, zu dem hier nicht mehr viel auszuführen ist. In der Partnerstadt schlägt die Gruppe dann ihr „Basislager“ auf und unternimmt von hier aus Exkursionen in die Museumsstadt Susdal – nirgendwo ist Rußland so russisch wie hier! – und nach Mstjora, ein Städtchen inmitten gewaltiger Wälder, das berühmt ist für seine Lackminiaturen. Im Zentrum der Kulturreise  steht aber natürlich das Programm zu 30 Jahren Städtepartnerschaft mit einem bunten Veranstaltungsreigen in Wladimir. Noch bis Ende des Monats sind Anmeldungen möglich unter wladimir@stadt.erlangen.de. Doch mehr dazu unter: Reiseablauf Kulturreise. Und wer einmal nachlesen will, was so eine Reise mit Wolfram Howein alles bieten kann, lese nach unter: http://is.gd/ZjrpTk

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Mindestens zwei Dinge sind noch unklar, was das Schicksal von Gouverneur Nikolaj Winogradow angeht. Zum einen, ob er, der letzte Kommunist auf diesem Posten, im nächsten Jahr noch einmal zur Wahl antritt, zum andern, wann die Wahlen überhaupt stattfinden: im März oder im September. Klar aber sagt er seine Meinung zu gesellschafts- und parteipolitischen Fragen, eine Meinung, die man auch außerhalb der Region Wladimir zur Kenntnis nehmen sollte. Im folgenden Auszüge aus einem Interview, das der Landesvater der Redaktion von Region 33 gegeben hat:

Nikolaj Winogradow

Jene Veränderungen, die in unserer Gesellschaft vonstattengehen, müssen in der Politik des Staates ihren Ausdruck finden. Wo das Hauptmotiv der Kritiker und Demonstranten darin besteht, konstruktiv Rußland zu einem starken Land zu machen, muß sich die Staatsmacht etwas überlegen und Änderungen durchführen. Dabei ist es so, daß die Veränderungen „von oben“ heute chaotischen Charakters sind. Wir eiern herum zwischen der Ernennung der Gouverneure und deren Direktwahl. Wir lassen das Mehrparteiensystem hinter uns, um dann wieder zu ihm zurückzukehren.

Was die Demonstrationen angeht, so sind sie eine Reaktion darauf, daß die Organe der Staatsmacht die Situation nicht immer adäquat einschätzen. Wenn man die Ereignisse vom Frühjahr nimmt, so ist das im wesentlichen die Antwort der Gesellschaft auf die Unzulänglichkeiten im Wahlkampf. Dabei wurden meiner Meinung nach noch immer nicht die richtigen Konsequenzen daraus gezogen. In einer Reihe von Fällen fanden als Ergebnis von Gerichtsprozessen die einen oder anderen Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen ihren Richter, aber noch immer stellt man sich die Frage, wer denn nun auf Bundesebene oder auf regionaler Ebene die Verantwortung dafür zu tragen habe. Soweit ich das beurteilen kann – noch immer unbeantwortet.

Mehr noch: Es kommt zu Versuchen eines „Rückfalls“ zu jenen Fälschungen, die bei der Durchführung der Dumawahlen vorkamen, beispielsweise in der Region Wladimir. Etwa bei der Zusammensetzung der regionalen Wahlkommission oder der Wahlkommission in Alexandrow. In ganz Rußland gibt es keinen einzigen Fall, wo der Kandidat des Gouverneurs nicht in die Wahlkommission aufgenommen würde. Nur in unserer Region ist das so.

Wir haben mit großer Mühe den politischen Monopolismus überwunden. Das war richtig so. Doch leider ist es in Rußland während der vergangenen Jahre zu einer Rückwärtsbewegung hin zur Herrschaft einer einzigen Partei gekommen. Dabei sollte doch keine Partei Mittel oder Instrument der Unterdrückung von Andersdenkenden sein. Denn die Demokratie stützt sich ja eben nicht auf die Unterdrückung von Kritik, sondern auf deren Berücksichtigung und Umwandlung in Politik. 

Was die weitere Entwicklung Rußlands angeht, braucht sie mindestens zwei Grundprinzipien: das Prinzip des Föderalismus und das Prinzip der Demokratie. Das ist die Zukunft. Hinsichtlich des Föderalismus ist zu sagen, daß er gleiche Rechte und gleiche Verpflichtungen garantieren sollte. Doch es lassen sich viele Beispiele für Verstöße finden. Nehmen wir nur den Föderationsrat, der, von wenigen Ausnahmen abgesehen, hauptsächlich durch Moskau vertreten wird. Und bei der gegebenen Mehrheitsverteilung in Föderationsrat und Staatsduma ist es einigermaßen sinnlos, diese oder jene Gesetzesentwürfe vorzulegen. Die Mehrheit hat nämlich hier wie dort die Partei Einiges Rußland, und da ist es klar, wie das Ergebnis ausfallen wird.

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Sammlungen und Ausstattung des Wladimirer Landesmuseums mit seinen drei Standorten in der Partnerstadt, in Susdal und Gus-Chrustalnyj haben noch jeden Besucher beeindruckt. Wladimir Putin so sehr, daß er dem Reich der Grande Dame der Kultur, Alissa Axjonowa, bereits drei Mal seine Aufwartung machte. Wir wissen nicht, wie oft Erzbischof Ludwig, der nach Gesprächen mit der Moskauer Kurie und einem Abstecher zu dem Wallfahrtsort Sergijew Possad gemeinsam mit Markus Günther, als Gemeindepriester im Bistum Fulda tätig, noch nach Wladimir kommen wird. Sicher läßt sich aber sagen: Es gibt hier Orte, Projekte und vor allem Menschen, die den Oberhirten der Erzdiözese Bamberg nicht unberührt gelassen und eine tiefe Verbindung zu ihm geknüpft haben.

Ludwig Schick und Markus Günther vor dem Denkmal des hl. Sergij von Radonesch in Sergijew Possad

Um die russische Geschichte und Gegenwart zu erleben, kann man kaum etwas Besseres tun, als nach dem Besuch der Hauptstadt zu den Orten aufzubrechen, wo das Reich der Moskowiter seinen Anfang genommen hat. Dazu gehört sicher auch die Verlegung des Regierungssitzes vom Kreml in die Residenz von Alexandrow durch Iwan IV, besser bekannt als der „Schreckliche“. Fast zwei Jahrzehnte lang herrschte der erste Zar an dem Ort, wo später auch Peter der Große schon als Junge seine „Spielregimenter“ befehligte und sich auf die Regierungsgeschäfte vorbereitete. Hier, in Alexandrow, wurde im späten 16. Jahrhundert die Idee von der Sammlung und Einigung der russischen Erde Wirklichkeit, eine Idee, an der bereits Großfürst Andrej Bogoljubskij in Wladimir, fünf Jahrhunderte vor Iwan dem Schrecklichen seine Politik ausrichtete.

Markus Günther und Ludwig Schick in Alexandrow

Dieses Streben nach Zusammenhalt prägt die russische Politik bis heute und gelingt wohl auch bei all den oftmals fragwürdigen Methoden, die in Geschichte und Gegenwart dem hehren Staatsziel untergeordnet bleiben. Nach Einheit strebt in Rußland aber auch die Kirche, nach dem Schisma von 1054, in West und Ost getrennt und seither auch innerhalb der Himmelsrichtungen immer wieder und immer noch zersplittert und zerteilt. Gut, daß es da gemeinsame Projekte gibt, die an der Basis und unter dem Dach der Städtepartnerschaft an der Einheit der Christen gemahnen. Denn, so Sergej Sujew, Pfarrer der Rosenkranzgemeinde zu Wladimir: „Wir Christen geben da bisher kein gutes Beispiel.“

Alissa Axjonowa und Ludwig Schick

Alissa Axjonowa freilich lobt den katholischen Geistlichen für sein tiefes Verständnis gegenüber der Orthodoxie und seinen ausgeprägten Sinn für die Zusammenarbeit der Konfessionen mit staatlichen Behörden, darunter auch mit ihrem Museum, das sie vor 52 Jahren zu einem der zehn besten in ganz Europa aufgebaut hat. Die Amtsgeschäfte führt seit 2010 Swetlana Melnikowa, doch als Präsidentin – sie selbst bezeichnet sich gern als „Englische Königin“ mit rein repräsentativen Aufgaben – bestimmt Alissa Axjonowa  noch immer wesentlich über Sein und Nichtsein in ihrem Reich mit 52 Gebäuden und 500 Mitarbeitern.  Ihr Museum hat sich in der Sowjetzeit besonders um den Erhalt von Kirchen und Ikonen bemüht und übrigens auch das katholische Pfarrhaus vor dem Zerfall gerettet. Da mag es schon schmerzlich sein, wenn seit 1992 bereits 18 Gotteshäuser und mehr als 500 Exponate an die orthodoxe Erzdiözese zurückgegeben wurden, zumal dann, wenn die Ikonen nicht ihrem historischen und künstlerischen Wert entsprechend konserviert werden und unter schlechten räumlichen und klimatischen Bedingungen leiden oder wenn die Gemeinden nicht in der Lage sind, den Bauunterhalt für die Kirchen zu leisten.

Sergej Sujew, Ludwig Schick, Markus Günther

Diese Last wäre auch für die Rosenkranzgemeinde mit ihren über das ganze Gouvernement verstreuten 500 Mitgliedern sicher zu schwer, wäre da nicht die Unterstützung durch das Erzbistum Bamberg, das Dekanat Erlangen und den Förderverein Nadjeschda. Denn eine Kirchensteuer gibt es in der Russischen Föderation nicht, die Kollekte reicht hinten und vorne nicht, und religiös aufgeschlossene Mäzene aus der Wirtschaft machen ihre Zuwendungen lieber orthodoxen Pfarreien. Viel Stoff für lange Gespräche zwischen Gemeindepfarrer Sergej Sujew und dem hohen Gast aus Bamberg, zumal die beiden einander von früheren Begegnungen in der Bischofsstadt kennen und schätzen.

Alexander Bersenjew, Marina Goljakowa, Wassilij Grischin, Olga Andrijenko, Ludwig Schick

Nur vom Hörensagen kannten Ludwig Schick, vor seiner Berufung nach Bamberg Lehrstuhlinhaber für Kirchenrecht in Marburg, und sein früherer Student, Markus Günther, den Blauen Himmel, dessen Säulen vom katholischen Orden der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf errichtet wurden und wo auf Anregung von Sergej Sujew auch bereits einmal das interkonfessionelle Symposium „Mariä-Schutz-Vorträge“ stattfand. Alexander Bersenjew, Initiator des Projekts auf russischer Seite und als Chefpsychiater der Region für die Einrichtung zuständig, unterbricht da gerne für einen Nachmittag seinen Urlaub und stellt den Besuchern die neue Leiterin des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik, Olga Andrijenko, vor. Gerade erst seit einem Monat ist sie im Amt, aber schon ganz in ihrem Element. Aus ihrer Berufspraxis bringt sie viel Erfahrung mit Kindern mit, und sie will lernen und ihre Team zur Ausbildung nach Deutschland schicken. Die Erlebnispädagogik soll unter ihrer Leitung noch mehr Gewicht bei der zweiwöchigen Therapie von jeweils bis zu 20 Kindern mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten erhalten. Dazu will sie die Zusammenarbeit mit Erlangen intensivieren und wünscht sich möglichst bald im Blauen Himmel ein Fachseminar zum Thema Erlebnispädagogik.

Olga Andrijenko und Ludwig Schick auf dem Spielplatz des Blauen Himmels

Das sind freilich noch längst nicht alles Ziele. Da ist die Kinderwerkstatt, die man kürzlich renoviert hat, wo aber noch Geräte und Werkzeug fehlen und die Heizung installiert werden muß; da ist der Gemüsegarten, den die Leiterin den Kindern wünscht; da ist das Pferd, das man für die Reittherapie anschaffen möchte. Sicher nicht alles schon in allernächster Zeit erfüllbar. Aber Erzbischof Ludwig Schick, kann, umringt von den kleinen Bewohnern des Blauen Himmels und umschwirrt von Seifenblasen, mit der Kollekte vom Weinberggottesdienst http://is.gd/d9jKjE in Uttenreuth, aufgestockt vor Ort auf 700 Euro, an Olga Andrijenko eine erste „Anzahlung“ übergeben – mit den Worten: „Tun Sie mit dem Geld Gutes für die guten Kinder!“

Olga Andrijenko und Ludwig Schick bei der Spendenübergabe

Besonders berührend nicht nur der Dank der Kinder, sondern eine eher zufällige Begebenheit. Als die Deutschen schon wieder im Abreisen begriffen sind, kommen zwei russische Kriegsveteranen aus dem nahegelegenen Sanatorium vorbei und danken für die segensreiche Arbeit mit den Kindern. „Danke, daß ihr unsere kranken Kinder nicht vergeßt! Eure Mühe ist nicht vergebens. Wir wissen das zu schätzen.“ Überwältigend.

Gruppenbild mit Erzbischof Ludwig Schick in der Rosenkranzkirche

Nach einer Konzelebration in der Rosenkranzkirche – im lateinischen Ritus – kommt es schließlich im Pfarrhaus zu einer ersten Begegnung mit einem Wladimirer orthodoxen Geistlichen. Archimandrit Sossima kennt ebenfalls Erlangen und Bamberg aus eigener Anschauung im Rahmen des ökumenischen Jugendaustausches. Der frühere Regens des Priesterseminars in Iwanowo ist seit einigen Jahren in der Partnerstadt zuständig für die Jugendarbeit der orthodoxen Kirche und pflegt einen freundschaftlichen Umgang mit den Katholiken, die zumindest hier in der Partnerstadt längst nicht mehr als Fremdkörper oder gar Gegenspieler empfunden werden. Dabei waren es gerade, wie Sergej Sujew betont, die Austauschbegegnungen mit den Freunden aus Erlangen und Bamberg, durch die man einander entscheidend nähergekommen sei. Was wollte man sich mehr wünschen.

Katholiken und Orthodoxe gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick und Archimandrit Sossima in der Mitte

Das Schisma werden Bamberg und Wladimir nicht aus der christlichen Welt schaffen, aber sie machen ein Klima des Vertrauens, des Miteinanders entstehen, wo die Gemeinsamkeiten mehr Gewicht erhalten als alles Trennende. Und das ist viel, viel mehr als man kleinmütig glauben mag. Zum Beispiel eine Suppenküche für Obdachlose, die man gemeinsam am Bahnhof betreibt. Oder das Angebot der Katholiken an die Anonymen Alkoholiker und Anonymen Drogensüchtigen, sich zwei Mal in der Woche im Gemeindesaal zu treffen, gleich ob gläubig oder nicht.  Oder das Konzertprogramm in der Rosenkranzkirche, das gerade von orthodoxen Gläubigen geschätzt wird, weil in ihrem Ritus außer der menschlichen Stimme kein Instrument erklingen darf. Alles ad majorem Dei gloriam und zum Segen der Menschen.

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Von den vielfältigen Polizeikontakten zwischen Erlangen und Wladimir, vor allem dank der International Police Association, war hier schon öfter die Rede. Nun aber hat eine weitere Polizeiorganisation, nämlich der Polizeimotorsport Club, Tuchfühlung zur Partnerstadt aufgenommen. Anzumerken ist dabei, daß dieser internationale Verein bereits seit vielen Jahren enge Verbindungen zu den Kollegen in Rennes, Frankreich, unterhalten. Was aus dem Kontakt zu Wladimir wird, muß die Zeit zeigen. In jedem Fall scheint ein guter Anfang gemacht, wie man dem folgenden Reisebericht von Friedrich Gorny entnehmen kann:

Die diesjährige, die 65. Internationale Polizeisternfahrt, hatte vom 26. bis 30. Juli 2011 Wladimir zum Ziel, die Partnerstadt von Erlangen. Eine Delegation des Polizeimotorsport Clubs (PMC) Erlangen nahm mit den Sternfahrern Helga Völkl, Friedrich Gorny und dem Ehepaar Sabine und Hans-Georg Wilken an dieser Veranstaltung teil.

Lomonossow-Universität, Moskau, bei Nacht

Vorgeschaltet war ein dreitägiger Besuch von Moskau mit Stadtrundfahrt, Besichtigung des Roten Platzes (Krasnaja = schöner Platz), des Alexandergartens mit der Gedenkstätte für den Unbekannten Soldaten und seiner näheren Umgebung, also des Manegenplatzes, sowie der Märchenfiguren im Neglinnaja-Fluss. Auch einige der schönsten Metrostationen sahen wir uns an. Ein Abendspaziergang an der Universität vorbei zur Aussichtsplattform auf dem Sperlingsberg, mit einem herrlichen Blick auf das nächtliche Moskau schloß sich an..

Nach einer dreieinhalbstündigen Busfahrt ereichten wir den Domplatz in Wladimir zum Zieleinlauf. Weiter ging es zum Erlangen-Haus, wo wir sehr herzlich von Swetlana und Tatjana empfangen wurden.

Am Abend des 26. Juli fand im Hotelkomplex „Heiße Quellen“ in Susdal die offizielle Eröffnungsfeier der 65. Internationalen Polizei-Sternfahrt statt.

Dreifaltigkeitskathedrale in Murom

Das Beiprogramm der Sternfahrt führte uns am Mittwoch nach Murom an der Oka, dem ehemaligen Grenzfluss des alten Russlands, der heute die Grenze zwischen den Gouvernements Wladimir und Nischnij Nowgorod bildet. Diese 190 000 Einwohner zählende Großstadt ist ein Zentrum für Holzverarbeitung und Lokomotivenbau. Sie wurde 862 auf dem Gebiet eines finno-ugrischen Stammes gegründet und gilt als eine der ältesten Städte des Russischen Reichs. Wie in allen russischen Städten, gibt es auch hier zahlreiche aktive Frauen- und Männerklöster. Besichtigt haben wir das Erlöserkloster, das Kloster Mariä Verkündigung mit der Dreifaltigkeitskathedrale, in der die Heiligen, Pjotr und Fewronja als Symbol der Ehebeständigkeit verehrt werden. In einer Werkstatt für Volkskunst durften wir selbst Kreuze aus Stoff herstellen und Minztee trinken. Vorher besichtigten wir noch das Uwarow-Museum, wo uns ein als Fürst Uwarow verkleideter Recke begrüßt hatte.

Während das Ehepaar Wilken am „Globus-Parkplatz“ in Wladimir am Geschicklichkeitsturnier mit Erfolg teilnahm, führte das Beiprogramm Helga Völkl und Friedrich Gorny am Dienstag in das 11 000 Einwohner zählende Susdal. Erwähnt wurde Susdal schon 1024 unter seinem Herrscher Jurij Dolgorukij. Der Ort hat über 100 geschützte Denkmale, wovon 70 sakrale Bauten sind, 22 Museen und fünf aktive Klöster; und das bei einer Fläche von 9,5 qkm. Wir besichtigten die Klöster Mariä Gewand, Mariä Schutz und Fürbitte (gegr. 1364), welches Verbannungsort für ungeliebte Zarenfrauen war. Dieses Kloster besaß in seiner Blütezeit im 17. Jahrhundert 9500 Leibeigene. 1923 wurde es, wie alle Klöster in Russland, aufgelöst. Es ist 1995 wieder aktiviert worden. Bekannt ist dieses Kloster dank seinen Goldstickereien für kirchliche Gewänder. Auch den Kreml, der vormals Residenz des Fürsten von Susdal und später Sitz des Erzbischofs war, besichtigten wir. Die Glocke im Turm besitzt die Eigenart, jede Minute zu schlagen. Susdal umgibt, wie auch in Wladimir zu sehen, ein sehr hoher, teilweise erhaltener Erdwall. Im Hotelkomplex “Heiße Quellen“ sind die Bauten und Requisiten des Filmes „Der Zar“ (Geschichte über Iwan den Schrecklichen) zu besichtigen.

Am Freitag fuhren wir nach Alexandrow, eine Stadt mit 100 000 Einwohnern und von 1564 an 17 Jahre lang Hauptstadt von Russland unter Iwan IV, genannt „Iwan der Schreckliche“ (Grosnyi = der Bedrohliche). Wir besichtigten den Kreml, der von Iwans Vater 1518 erbaut wurde; das Männerhaus mit Hochzeitszimmer, in dem Iwan IV nur eine Nacht mit seiner Frau verbrachte, die Folterkammer, den Schlafraum, das Empfangs- und Speisezimmer, in dem, so die Führerin unserer Gruppe, die Gäste 100 – 300 Speisen in sechs bis acht Stunden gereicht bekamen. Weiterhin sahen wir den Thronsaal, in dem sich verschiedene Gemälde von Fürsten und deren Frauen, ein imposanter handbemalter Kachelofen, Waffen und eine Büste von Iwan IV befinden.

Nach dem Besuch eines Museums für traditionelle Handwerkskunst gingen wir in das als Museum eingerichtete Haus einer Kaufmannsfamilie, die eine Stoffmanufaktur und Stoffdruckerei betrieb. Dort trug man uns die Geschichte der Familie vor und zeigt die Räumlichkeiten sowie u.a. ein altes Stoffmusterbuch. Zum Abschied gab es  schwarzen Tee und Lebkuchen.

Sabine und Hans-Georg Wilken, Friedrich Gorny, Helga Völkl

Höhepunkt der Sternfahrt war die Sternfahrerparade zu Fuß, mit Motorrädern und Autos, die in Wladimir vom Goldenen Tor zum Domplatz führte. 408 Sternfahrer aus acht Nationen wurden dabei von vielen Wladimirer Bürgern begleitet und begrüßt.

Beim Abschlussabend in Susdal, bei der u.a. die Gesangsgruppen „Goldener Apfel“ und „Wischenka“ auftraten, überreichten Friedrich Gorny und Hans-Georg Wilken dem Oberbürgermeister von Wladimir, Sergej Sacharow, ein Erinnerungsgeschenk des PMC Erlangen, das er dankend annahm und, wie er sagte, in seinem Büro aufhängen wird.

Den Sonntag widmeten Tatjana und Swetlana vom Erlangen Haus uns vier. Tatjana führt uns am Vormittag zum Domplatz, wo wir uns die Mariä-Entschlafens-Kathedrale und die angrenzenden Gebäude ansahen. Nachmittags führte uns Swetlana in ein Restaurant an der Straße nach Susdal und anschließend zum Kloster Bogoljubowo. Von dort aus sahen wir auch die angeblich älteste Kirche „an der Nerl“ aus dem 11. Jahrhundert.

Bogoljubowo

Freundliche und hilfsbereite Menschen trafen wir überall. Ein schönes, weites und fruchtbares Land mit vielen Sehenswürdigkeiten. Ein schönes Erlangen-Haus mit einem aufmerksamen Team; viele Deutsch sprechende Bürger von Wladimir, die neben dem Namen „Putin“ genau so oft den Namen „Steger“ aussprachen. Es hat sich gelohnt, unsere Partnerstadt in Russland zu besuchen.

Friedrich Gorny

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