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Posts Tagged ‘Alexander Usenko’


Das Amt für Statistik veröffentlichte zum Internationalen Frauentag Zahlen zur Region Wladimir, die sich der Blog heute etwas genauer ansehen will:

Zunächst: Es gibt mehr Frauen als Männer – im Verhältnis von 12:10. Diese Proportion wurde erstmals im Jahr 2002 festgestellt, als man 1.209 Frauen auf 1.000 Männer zählte. Im Oktober findet die nächste Volkszählung statt, und man hofft, daß sich da die Geschlechter wieder ein wenig annähern.

Frauen werden älter und erleben eine „zweite Jugend“. Ein Mädchen, das 2018 geboren wurde, könnte im Mittel bis zu 76,8 Jahre alt werden, eine Junge schafft es in der Prognose nur bis 65,2 Jahren. Ab dem nächsten Jahrzehnt soll es noch besser werden, Frauen könnten dann ein Alter von durchschnittlich 79 Jahren erreichen. Damit hängt allerdings ei Problem zusammen: Alterseinsamkeit. In der Gruppe 85+ herrscht ein großes Mißverhältnis von 19.000 Frauen auf 4.400 Männer. Wer da den Partner verliert, bleibt da oft allein.

Anfang 2019 zählte man 101 Frauen, die hundert Jahre und älter waren, bei den Männern schafften das nur 49. Allerdings wächst die Zahl bei beiden Geschlechtern.

Übrigens erhalten die Frauen im Schnitt eine etwas höhere Rente, in Zahlen 131 Rubel im Monat mehr als Männer.

Jede vierte Frau arbeitet im Einzel- oder Großhandel, im Hotel- und Gaststättenwesen, jede fünfte in den Bereichen Gesundheit, verarbeitendes Gewerbe oder Sozialdienste. Am stärksten sind Frauen im Dienstleistungsbereich, in der Datenverarbeitung oder in der Buchhaltung (82%) vertreten. Aber immer mehr Frauen übernehmen auch Leitungsfunktionen. 356.300 Frauen waren 2019 der Region Wladimir sind „wirtschaftlich aktiv“, 97% von ihnen bezogen ein Gehalt, nur 3% waren arbeitslos. Allerdings verdienen Frauen noch immer weniger als Männer, auch in der Region Wladimir. Und beachtlich: ein Viertel weniger! Der Durchschnittslohn im letzten Jahr lag für Frauen bei 30.500 Rubel, nur 73% der Bezüge eines Mannes. Nur in den Bereichen der Papierindustrie und der Berufsschulbildung verdienen Frauen etwas mehr als Männer.

Frauen sind hingegen viel mobiler als Männer. Sie suchen sich aktiver ihren „Platz unter der Sonne“. 54% der Frauen zog es 2019 an eine andere Arbeitsstelle jenseits der Region Wladimir, wohingegen diesen Schritt nur 46% der Männer wagten. Bei den Frauen bis 35 Jahre liegt dieser Anteil sogar bei 63%, in dem Segment etwa gleich hoch wie bei den Männern. Dies gilt auch in die andere Richtung. Unter den Arbeitskräften, die aus anderen Regionen ins Gouvernement Wladimir kommen, finden sich ebenfalls mehr Frauen als Männer, hauptsächlich in der Altersgruppe bis 35 Jahre.

Da Männer nun auch ein längeres Leben vor sich haben gleicht sich der Anteil an der Gesamtbevölkerung aus – und das immer später. Im Jahr 2016 zogen die Männer ab 36 Jahren gleich, im vergangen Jahr erst im Alter von 39 Jahren. Die größte Auswahl haben die Frauen zwischen 18 und 19 Jahren. Da liegt das Verhältnis bei 1.000 Jungs gegenüber 566 Fräulein. Auch zwischen 20 und 24 Jahren sieht es noch gut für die Wahlfreiheit der Frauen aus: 1.000 : 884. Ab dann wird es enger. In der Gruppe zwischen 30 bis 34 Jahren 1.000 : 937 und zwischen 35 und 39 Jahren 1.000 : 980.

Frauen 1

Unbekannte im Zentrum von Wladimir, gesehen von Alexander Usenko

Noch kurz zu den Geburten: 2016 kamen auf 1.000 Einwohner 11,2 Kinder zur Welt, 2019 waren es nur noch 8,1, anders 2019 wurden 11.100 Kinder geboren, 1.592 weniger als 2018. Dabei werden die Mütter – wie im Westen ja auch – immer älter. Mittlerweile ist eine Frau im Durchschnitt fast 29 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind bekommt.

Und schließlich: Frauen leben gesünder. Fast 89% rauchen nicht, während nur 40% der Männer das Laster lassen. Auch zum Glas greifen sie weniger. 46% der Frauen trinken keine scharfen Sachen, um das Doppelte weniger als Männer. 83% der Frauen geben an, Alkohol überhaupt nur zu festlichen Anlässen zu trinken. Außerdem tun sie mehr für ihr kulturelles Wohl und gehen oft häufiger in Theater, ins Museum, auf Konzerte.

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Heute ist es zehn Jahre her, seit der Blog mit folgender Anrede an den virtuellen Start ging:

Liebe Wladimir-Freunde,

ein großer Schritt für mich, ein kleiner für die Partnerschaft. Ich lege nun einen Blog an, ohne noch so recht zu wissen, wie das funktioniert und was das überhaupt bedeutet. Nehmen wir es als die zeitgemäße Weise der Mitteilung von Meldungen aus der Partnerstadt Wladimir und dem großen Ganzen der Zusammenarbeit beider Kommunen. Es mag und soll wohl auch so manches an persönlichen Eindrücken seinen Platz finden, hauptsächlich will ich mich aber auf tagesaktuelle Nachrichten beschränken und dazu aufrufen, Fragen zu stellen und möglichst viel Bereitschaft zur Mitarbeit zu bekunden.

Was als Aufbruch ins Unbekannte begann, gehört seit einer Dekade mit durchschnittlich 300 Aufrufen pro Tag zum beständigen Begleitmedium der Städtepartnerschaft, mehr noch, der Blog bietet eine immer breitere Plattform für eine wachsende Zahl von Gastbeiträgen und lebt von der Interaktion, wofür die aktuell 1.186 Kommentare und ungezählten Bewertungssternchen stehen. Die Auszeichnung durch die beiden Außenminister, Heiko Maas und Sergej Lawrow, am 14. September in Berlin brachte schließlich auch eine Anerkennung dieses Partnerschaftsprojekts mit inzwischen 3.872 Beiträgen auf höchster zwischenstaatlicher Ebene.

Wenn der Blog heute sein zehnjähriges Jubiläum feiern kann, ist das freilich vor allem seiner Muse zu verdanken, die sich lieber im Hintergrund hält. Sie ist nicht nur, wie in der Kunst üblich, für die andauernde Inspiration und all die funkelnden Initialzündungen zuständig, sie steuert selbst – nicht nur kulinarische – Einträge bei, sie zeichnet  vor allem auch verantwortlich für den Blogkodex und findet noch die unauffälligste Unstimmigkeit oder den kleinsten Flüchtigkeitsfehler. Schließlich weiß auch nur sie, wie viele Stunden tatsächlich in dieser täglichen Fron stecken, Zeit, die sie mit allen teilt, die diese und all die anderen Zeilen lesen. Danke dafür – bekannterweise.

Die Bildreporterin des Blogs beim Russischen Abend 2018 in der Volkshochschule mit Oberbürgermeister Florian Janik und Konsul Andrej Matwijenko vor dem Objektiv

Aber der Blog ist nicht für zwei, und er wäre nicht der Blog, hätte er nicht gerade auch heute eine kleine Geschichte zu erzählen: Milena Lukjanzewa aus Wladiwostok und Sachar Usenko aus Wladimir, der, damals elfjährig, 2016 beim Newcomer Festival in Erlangen mit seinem musikalischen Mentor, Dmitrij Wladimirow, den ersten großen Auftritt im Ausland hatte, nahmen heuer an den Wettbewerben „Neue Welle“ und „Die Stimme“ in Moskau teil. Dort lernten sich im Studio des Produzenten, Igor Krutoj, die beiden Nachwuchssänger kennen, sie begleitet von ihrer Mutter, er von seinem Vater, und es entstand gleich die Idee etwas Gemeinsames zu machen.

Stephan Beck, Karin Lippert, Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko, Dmitrij Wladimirow und Alexander Usenko, November 2016

Das Pärchen aus dem fernen Osten des Landes hatte im Frühjahr eine Woche für Moskau freigenommen, die beiden aus der Partnerstadt waren für zwei Tage in die Hauptstadt gekommen, wo Sachars Vater, Alexander Usenko, erste Aufnahmen von den Kindern machte, bevor Milena mit ihrer Mutter, Natalia Lukjanzewa, auf einen Sprung nach Wladimir kam, wo das Lied „Die Welt ist nicht für zwei“, geschrieben und gespielt von Dmitrij Wladimirow, aufgenommen wurde. Dann der Abschied. Aber nur räumlich, wenn auch denkbar weit voneinander entfernt, dafür künstlerisch denkbar nah beisammen: In Wladiwostok und in Wladimir entstanden nämlich weitere Videoaufnahmen, die nun Alexander Usenko zu folgendem Clip montierte, der seit zwei Tagen im Netz unter https://is.gd/qbAIyP zu sehen ist und dem Blog ein Ständchen zum Geburtstag darbringt.

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Während seit Montag das Jens-Magdeburg-Trio in Wladimir seine Jazz-Konzerte gibt, heute im Blog ein musikalischer Rückblick auf das Newcomer Festival des vergangenen Jahres, bei dem Sachar Usenko, unterstützt von Dmitrij Wladimirow, seine internationale Feuertaufe auf der Bühne erlebte.

Sachar Usenko mit Dmitrij Wladimirow an der Gitarre

Aufgenommen hat den umjubelten Auftritt Alexander Usenko, der Vater des jungen Rocksängers, sehen und hören kann man das musikalische Gewitter hier: https://is.gd/q5X4LV

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Frei nach Bob Dylan zeigt sich der Rockband-Austausch mit Wladimir gerade heuer, in seinem siebten Jahr, „forever young“, und die Formation aus der Partnerstadt, die heute abend ab 22.25 Uhr auf der Club Bühne steht, entspricht nachgerade idealtypisch den Anforderungen des Newcomer Festivals. Das Duo Free Fire gibt es nämlich erst seit März, und der Sänger, Sachar Usenko, ist just bei seiner Ankunft in Erlangen am Mittwoch ganze elf Jahre alt geworden.

Stephan Beck, Karin Lippert, Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko, Dmitrij Wladimirow und Alexander Usenko

Stephan Beck, Karin Lippert, Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko, Dmitrij Wladimirow und Alexander Usenko

Entdeckt hat die junge Stimme mit dem Gitarristen und Sänger Dmitrij Wladimirow jemand, der bereits vor zehn Jahren die erste eigene Band gründete und seit seinen drei Besuchen in Erlangen in wechselnder Besetzung von Stephan Beck, Leiter des Amts für Stadtteilkultur und Kulturförderung als Verbindungsmann in Sachen Rockmusik gehandelt wird. Damals freilich, vor einem knappen Jahr, sang sein musikalischer Ziehsohn noch eher lyrische Lieder und Werke der leichten Muse.

Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko und Dmitrij Wladimirow

Susanne Lender-Cassens, Sachar Usenko und Dmitrij Wladimirow

Dabei brannte der Schüler doch schon lange für Rockmusik, wie Dmitrij Wladimirow – ihm waren Stimme und Stimmung des Nachwuchsinterpreten bei einer Veranstaltung aufgefallen – zu seiner eigenen Freude gleich beim ersten Gespräch mit Sachar Usenko entdeckte. Von dieser ersten Begegnung war es dann nicht mehr weit bis zur Gründung von Free Fire im März diesen Jahres. Und nun schon das Gastspiel in Erlangen mit einem ersten Auftritt am Donnerstag im E-Werk bei „Umsonst und Drinnen“, eine gelungene Generalprobe für die beiden – und besonders natürlich für Sachar Usenko, der Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim Empfang mit seinem verschmitzten Lächeln erzählt, er singe zwar jetzt zum ersten Mal im Ausland, aber er habe auch schon an dem Wettbewerb „Offiziersbrücke“ auf einer Fähre in der Ostsee teilgenommen – und, wie er dann mit witzblitzendem Augenaufschlag nachreicht, den ersten Platz gewonnen.

Stephan Beck und Sachar Usenko

Stephan Beck und Sachar Usenko

Mag der Junge auch ein Naturtalent sein, ohne Förderung in der Familie ist derlei kaum denkbar. Alexander Usenko, der seinen Sohn begleitet, erzählt denn auch gern davon, wie er in seiner Jugend den Rock entdeckte, ebenso wie seine Frau eine musikalische Ausbildung machte und im Freundeskreis gern Jazz singt. Da verwundert es nicht weiter, wenn der Sängerknabe auch Klavier spielt und eine Musikschule besucht, wo es gilt, auch Stücke von Ludwig van Beethoven zu spielen, der freilich spätestens seit Chuck Berrys „Roll over Beethoven“ auch vom Rock vereinnahmt ist.

Alexander und Sachar Usenko mit Dmitrij Wladimirow

Alexander und Sachar Usenko mit Dmitrij Wladimirow

Bleibt noch hinzuzufügen: Das Repertoire von Free Fire setzt sich aus gecoverten Rock-Classics, aber auch eigenen Stücken zusammen, und es gibt bereits Pläne, eine richtige Band um das Duo herum aufzubauen. Man traut es den beiden zu, und wenn Sachar weiter so fleißig Deutsch lernt wie in den ersten drei Monaten am Gymnasium, sieht man ihn sicher nicht nur bald auf der Bühne wieder, sondern auch beim Schüleraustausch. Der Junge hat jedenfalls noch viel vor und noch viel mehr vor sich.

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