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Posts Tagged ‘Alexander Rybakow’


1992 besuchte die erste Delegation aus Wladimir via Erlangen die thüringische Partnerstadt Jena, und schon ein Jahr später reiste deren Oberbürgermeister, Peter Röhlinger, zum ersten Mal an den Goldenen Ring. In den folgenden Jahren setzte ein zunächst sporadischer Austausch vor allem im Bereich Jugend ein, der schließlich noch vor der Jahrtausendwende durch das Projekt „Move together“ eine Plattform erhielt. Im September 2008 dann der große Schritt: Jena unterzeichnet während der 25-Jahr-Feier der Partnerschaft mit Wladimir in Erlangen einen Kooperationsvertrag, der eine Zusammenarbeit der beiden deutschen Partnerstädte mit den russischen Freunden festgelegt. Schon ein Jahr später macht Jenas Oberbürgermeister, Albrecht Schröter, seinen Antrittsbesuch in Wladimir und sieht erstmals die Originalikonen von Andrej Rubljow, über die der Theologe seinerzeit promoviert hatte.

Albrecht Schröter und sein Kollege, Alexander Rybakow, im Gespräch mit einem orthodoxen Geistlichen, Mai 2009

In den letzten zehn Jahren ist viel geschehen – vom Schüleraustausch über Kulturkontakte bis hin zu konkreten Projekten im Bereich Medizin, oft im Doppel zwischen Jena und Wladimir, häufiger aber noch im Dreiklang mit Erlangen. Zur Besonderheit dieser Troika spricht nun der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, auf Einladung des Katholischen Kaufmännischen Vereins und der Katholischen Erwachsenenbildung am Donnerstag, den 18. Januar, ab 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Sebald, Ecke Egerlandstraße / Marienbader Straße. Bei freiem Eintritt.

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Schon Mitte Juni ging in der Redaktion des Blogs eine Zuschrift von Waltraut Firgau ein, die erst heute veröffentlicht wird, weil die dazugehörigen Bilder noch zu scannen und nachzureichen waren. Aber was bedeutet schon die Frist von einem Monat des Wartens angesichts der Spanne eines Vierteljahrhunderts, die zwischen damals und heute liegt…

Start mit einer Chartermaschine von Aeroflot auf dem Flughafen Nürnberg

Mein Enkel, Max Firgau, verbringt gerade ein Stipendiumssemester in Wladimir. Vielleicht haben Sie hier im Blog schon von und über ihn gelesen. Ich verfolge sein Leben dort mit großem Interesse, weil mein Mann und ich 1993 beim zehnjährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir dort einen Besuch gemacht haben.

Das Rasthaus „Skaska“ („Märchen“), vor fast einem Jahr abgebrannt, siehe: https://is.gd/JY4FfF

Die alten Bilder habe ich mir jetzt wieder angeschaut und mit denen von Max verglichen. Manches ist noch genau so geblieben, wie wir es damals kennengelernt haben.

Neubauvierte in Wladimir

Es war eine große Delegation¹, die damals zum Jubiläum fuhr. Wenn ich mich recht erinnere, wurde alles von Peter Steger² organisiert.

Die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow

Mit dabei waren natürlich Oberbürgermeister Dieter Hahlweg, mehrere Vereine, z.B. der Kosbacher Stadlchor und die Speeldeel Ihna und sehr viele Erlanger Bürger.

Die Kavalkade von Bussen bei einem Zwischenhalt an der Raststätte „Skaska“

Weil damals eine Partnerschaft zwischen einer deutschen und russischen Stadt noch etwas Besonderes war, wurden wir vom Flugplatz in Moskau mit vielen Bussen abgeholt und mit Polizeigeleit nach Wladimir gebracht.

Die Kirche der Altgläubigen, bisher noch Museum für Kristallglas, mit einem Motiv, das man heute dort nicht mehr zu sehen bekommt

Dort empfing man uns mit großer Herzlichkeit. Uns wurden viele Ausflüge und Führungen angeboten, in Wladimir selbst und in der Umgebung.

Auf dem Weg zu Mariä Schutz und Fürbitt

Das Erlangen-Haus war damals schon in der Planung, aber noch nicht eröffnet. Schön war unser Ausflug über die grüne Wiese zu der Kapelle Mariä Schutz und Fürbitt mit ihrer wundervoll gestalteten Fassade.

Bogoljubowo

Wir besuchten natürlich auch Gus Chrustalnyj und Susdal. Besondern hat mich dort das Glockenspiel fasziniert, das wir von außen gut beobachten konnten.

Fränkisches Fest

Der Jubiläumstag wurde bei schönem Wetter groß gefeiert mit Folkloreveranstaltungen und Chordarbietungen von beiden Seiten.

Kosbacher Stadlchor

Den Abschluß unserer Fahrt bildete ein kurzer Aufenthalt in Moskau auf dem Roten Platz, wo wir auch das Innere der Basilius-Kathedrale besichtigen konnten. Interessant dabei:

Folklore-Ensemble Rus

Damals standen das Historische Museum und das Tor daneben noch nicht. Sie wurden nach ihrer  Zerstörung erst 1996 wieder aufgebaut.

Dietmar Hahlweg auf dem Roten Platz im Gespräch

Es war eine beeindruckende Reise und ich freue mich darüber, wie mein Enkel das alles heute auch intensiv erleben kann.

Waltraut Firgau

Hier liegt heute die Fußgängerzone Wladimirs

Anmerkungen: 1) Es handelte sich tatsächlich um die bisher größte Bürgergruppe, die nach Wladimir reiste: 350 Personen. 2) An der Organisation waren natürlich noch viele beteiligt, vor allem, federführend, der Stadtverband Kultur und sein damaliger Vorsitzender, Karl Heinz Lindner, sowie natürlich die Gastgeber mit einem Arbeitsstab unter dem späteren Oberbürgermeister, Alexander Rybakow.

Das Motiv von damals heute

Sollte jemand noch ähnliche Schätze im Album bergen, freut sich die Redaktion immer über ähnliche Funde. Deutlich genug? Immer her damit!

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„Wer, wenn nicht Rudolf Schwarzenbach hätte ein so komplexes Projekt wie die Städtepartnerschaften mit Jena und Wladimir ins Werk setzen können?“ fragte gestern Oberbürgermeister Florian Janik bei der Trauerfeier für seinen politischen Mentor. Und Peter Röhlinger, Altoberbürgermeister von Jena, der bereits 1993 Wladimir besuchte, erinnert sich an seinen Erlanger Freund als einen „großartigen Strategen, der es meisterhaft verstand, die Menschen zusammenzubringen“.

schwarzenbach

Es werden viele Spuren des völkerverbindenden Wirkens von Rudolf Schwarzenbach zurückbleiben, die wohl einprägsamste davon das Dreieck Erlangen – Jena – Wladimir, an dem er schon in den frühen 90er Jahren arbeitete, als auf seine Initiative hin die Verwaltungsseminare für Wladimir gemeinsam mit und in Jena veranstaltet wurden, also lange bevor 2009 endlich die Verbindung auch vertraglich fixiert wurde. Mittlerweile gehen Jena und Wladimir ja auch schon ganz eigene Wege, etwa wenn in den nächsten Tagen wieder eine russische Jugendgruppe von der Kljasma an die Saale kommt, wenn im Februar eine Ärztegruppe aus der Lichtstadt an den Goldenen Ring reist, wenn im Mai sich Frauen aus Jenas Partnerstädten im Erlangen-Haus zu einem Kongreß treffen.

Peter Röhlinger und Rudolf Schwarzenbach

Peter Röhlinger und Rudolf Schwarzenbach

Der ehemalige Partnerschaftsreferent beschränkte sich in seiner Arbeit nie auf den theoretischen und ideellen Teil. Er griff selbst ein und zu. Das konnte ganz handfest sein, wenn er zum Erstaunen von Hausmeister Franz Teuber dabei half, bei einem Empfang für den Chor Raspew aus Wladimir fehlende Tische und Stühle hereinzutragen. Das konnte ganz praktisch sein, wenn er Gründungsmitglied des Fördervereins für das Rote Kreuz Wladimir wurde und so auch schon früh die jetzige Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, kennenlernte.

Wolfram Howein, Olga Dejewa und Rudolf Schwarzenbach

Wolfram Howein, Olga Dejewa und Rudolf Schwarzenbach

Früh wußte er, wie wichtig die Vermittlung durch Dolmetscher in der Verbindung mit Wladimir sein würde, deshalb galt schon in der Anfangsphase der Kontakte sein besonderes Interesse der Zusammenarbeit des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde bei der FAU mit dem Pädagogischen Institut und der späteren Universität von Wladimir. Selbst brachte es der einst leidenschaftliche Raucher übrigens nicht sehr weit im Studium der russischen Sprache. Ihm genügte пепельница – pepelniza für Aschenbecher… In jender Zeit entstanden Freundschaften zu den Dozenten Leonid Chorjew, Genrich Oserow und besonders Wiktor Malygin, mit dem er auch zusammen im Vorstand des Erlangen-Hauses saß.

Natalia Oserowa und Rudolf Schwarzenbach

Natalia Oserowa und Rudolf Schwarzenbach

Bei seiner gestrigen Ansprache erinnerte Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg aber auch an seine Kollegen in Wladimir, Igor Schamow und Alexander Rybakow, mit denen Rudolf Schwarzenbach in freundschaftlicher Vertrautheit zusammenarbeitete, immer bereit, wieder Neues zu wagen. Und alles natürlich im großen Rahmen der Vereinbarung beider Städte, die er selbst mit Dmitrij Makejew, dem damaligen Rektor des Pädagogischen Instituts, in einer Nachtsitzung ausgehandelt hatte, und die bis heute gültig bleibt.

Dietmar Hahlweg, Igor Schamow, Angelika und Siegfried Balleis, Berta Schamowa und Rudolf Schwarzenbach

Dietmar Hahlweg, Igor Schamow, Angelika und Siegfried Balleis, Berta Schamowa und Rudolf Schwarzenbach

Weitere Weggefährten in Wladimir, um nur drei zu nennen, sind der einstige Kommunist, Jurij Fjodorow, mit dem der Vollblut-Sozialdemokrat hitzig-witzig über die Sozialistische Internationale streiten konnte; oder der Reformpolitiker, Sergej Siwajew, dessen Unterstützung beim Bau des Erlangen-Hauses er überaus schätzte; der Gründer und Leiter des Zentrums für Chormusik, Eduard Markin, dessen Musik dem Verstorbenen so zu Herzen ging, daß er die Sponsorenmittel für die Tourneen des Knabenchors persönlich einwarb und sogar eine Ausfallbürgschaft anbot, die freilich nie in Anspruch genommen werden brauchte.

Dietmar Hahlweg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Rudolf Schwarzenbach

Dietmar Hahlweg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Rudolf Schwarzenbach

Der 18 Jahre ältere Percy Gurwitz, in Riga geborener Sozialdemokrat der ersten Stunde, hatte für Rudolf Schwarzenbach eine besondere Bedeutung. Mit ihm teilte er viel mehr als die Parteizugehörigkeit, in ihm hatte er einen Mitstreiter für Weltoffenheit gefunden, der nie in der Kategorie von Nationalitäten dachte. Nicht von ungefähr war es Rudolf Schwarzenbach, der anregte, dem deutsch-baltisch-russischen Juden noch auf dem Sterbebett im Frühjahr 2011 die August-Bebel-Uhr zu verleihen, die höchste Auszeichnung der Erlanger SPD, die er selbst auch schon erhalten hatte.

Dietmar Hahlweg, Percy Gurwitz, Robert Thaler und Rudolf Schwarzenbach

Dietmar Hahlweg, Percy Gurwitz, Robert Thaler und Rudolf Schwarzenbach

Spuren im Gedächtnis hinterlassen auch die humoristischen Aussprüche des Rudolf Schwarzenbach. In der Hochphase der Vorbereitung zum Fränkischen Fest 1993 kündigte er Karl Heinz Lindner, damals Vorsitzender des Stadtverbands Kultur, und dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, mit seinem manchmal so knurrig-knorrigen Witz an, er werde sie beide eigenhändig in die Kljasma werfen, wenn die Veranstaltung nicht gelinge. Ob der Fluß nun damals Niedrigwasser führte, oder ob das Fest dann doch zu einem Erfolg wurde, sei dahingestellt. Jedenfalls erinnerten sich die drei noch oft an diese Androhung bei der Überquerung der Kljasma trockenen Fußes.

Dmitrij Neronow, Walentin Babyschin, Rudolf Schwarzenbach, Peter Steger und Jewgenij Jaskin

Dmitrij Neronow, Walentin Babyschin, Rudolf Schwarzenbach, Peter Steger und Jewgenij Jaskin

Eines der vielen Programme in der Partnerschaft, die auf den Brückenbauer zurückgehen, ist der Ärzteaustausch. Niemand im Erlanger Rathaus hat sich so wie Rudolf Schwarzenbach für die Fachbegegnungen der Mediziner beider Städte eingesetzt, niemand hat mehr getan für die Aktion „Hilfe für Wladimir“ – und niemand hat sich so stark gemacht für die Unterstützung des Kinderkrankenhauses.

Rudolf Schwarzenbach und Tatjana Zwetkowa

Rudolf Schwarzenbach und Tatjana Zwetkowa, 1991

Die Spuren am Grab mögen bald zugeschneit und weggetaut sein, aber die Spuren, die Rudolf Schwarzenbach im Leben von Menschen hinterlassen hat, bleiben unauslöschlich. Nicht von ungefähr haben denn seine Witwe Inge und sein Sohn Jörn darum gebeten, keine Blumen und Gebinde zu kaufen, sondern für das Kinderkrankenhaus in Wladimir zu spenden. Mit diesem Aufruf endet auch dieser – nur vorläufige – Nachruf auf einen Menschenfreund von hohen Gnaden. Überweisungen bitte auf das Konto der Stadt Erlangen: DE 797635 0000 0000 000031 mit dem Vermerk 0117537-Schwarzenbach/Wladimir. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt. – Und auf vielfachen Wunsch hier der Link zu dem Stück aus der „Göttlichen Liturgie“ von Dmitrij Bortnjaskij, „Erhöre, Herr, dies mein Gebet“ – https://is.gd/ofgiQM -, das gestern bei der Trauerfeier erklang.

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Die vierjährige Amtszeit von Sergej Sacharow endet nach den Kommunalwahlen am 13. September und der für eine Woche danach anberaumten konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats, der aus seiner Mitte ein neues Stadtoberhaupt bestimmt, das gemeinsam mit einem City-Manager bis 2019 die Geschicke der Partnerstadt lenken soll. Der 1968 in Wladimir geborene Ingenieur und Geschäftsmann, der bereits vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister drei Amtsperioden lang im Regionalparlament politische Erfahrung gesammelt hatte, sah sich immer in der guten Tradition seiner Vorgänger, Igor Schamow und Alexander Rybakow, und widmete der Entwicklung der Städtepartnerschaft seine ganz besondere Aufmerksamkeit.

Albrecht Schröter, Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Albrecht Schröter, Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Besonders am Herzen lag ihm stets die vor sieben Jahren geschlossene Dreiecksverbindung Erlangen – Jena – Wladimir, weshalb er in den so kurzen drei Tagen seines Abschiedsbesuchs vorgestern auch gern die Einladung seines Amtskollegen, Albrecht Schröter, annahm, ihn zusammen mit Erlangens Altoberbürgermeister, Siegfried Balleis, zu besuchen. Gerade dieses Trio nämlich ist es, das in der deutsch-deutsch-russischen Städteachse entscheidende Akzente setzte, vor allem im Bereich des Jugendaustausches, aber auch im Rettungswesen oder in der medizinischen Zusammenarbeit.

Sergej Sacharow und Wolfgang Morell

Sergej Sacharow und Wolfgang Morell

Selbst aufgewachsen in einem Haus, das von deutschen Kriegsgefangenen gebaut worden war, und beruflich gestartet im Traktorenwerk, wo tausende von ihnen arbeiteten, fühlte sich Sergej Sacharow immer ganz innig mit den Veteranen verbunden. Seine Freundschaft mit Wolfgang Morell, der bereits Anfang 1942 als einer der ersten Gefangenen überhaupt nach Wladimir gekommen war, hat schon etwas von einem Sohn-Vater-Verhältnis. Mehr noch: Der Gast überbrachte wieder einmal die besten Grüße der Veteranen aus Wladimir, nahm selbst Post für diese mit, erlebte ein weiteres Mal, wie beglückend gelungen die Aussöhnung der Generation der einstigen Feinde ist.

Dietmar Hahlweg, Dirk Krüger und Sergej Sacharow

Dietmar Hahlweg, Dirk Krüger und Sergej Sacharow

Und wie vollendet damit das 1983 begonnene und so staunenswerte Friedenswerk von Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg ist, der sich gestern zwei Stunden Zeit nahm, um Sergej Sacharow per Fahrrad durch Erlangen zu führen. Mit vielen kleinen Zwischenhalts, nicht nur, um die Verkehrspolitik zu erläutern und Stationen der Geschichte zu zeigen, sondern weil da immer wieder Menschen am Weg waren, die mit der Städtepartnerschaft verbunden sind, so wie Dirk Krüger vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung, der Mitte des Monats wieder nach Wladimir reisen wird.

Sergej Sacharow und Dietmar Hahlweg

Sergej Sacharow und Dietmar Hahlweg

Bevor es gestern schon wieder nach Hause ging, besuchte der Gast auf eigenen Wunsch zusammen mit Oberbürgermeister Florian Janik noch das Erstaufnahmelage für Flüchtlinge. Ein aufwühlender Eindruck für Sergej Sacharow, der sich als Freund Erlangens angesichts der Herausforderungen durch diese Migration ernste Sorgen um den Zusammenhalt der Europäischen Union macht, der seinem Amtskollegen und Freund aber auch zusagen kann: „Gleich in welcher Funktion, Erlangen und der Städtepartnerschaft bleibe ich verbunden, und ich werde meine so guten Erfahrungen mit Euch weitergeben an alle, die nach der Wahl Verantwortung für unsere Zusammenarbeit tragen. Für immer verabschieden will ich mich deshalb auch nicht von Euch. Ich komme bestimmt wieder und bleibe Erlangen in Freundschaft erhalten.“

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„Wenn Dietmar Hahlweg in unsere Stadt kommt, ist es eine Sache der Ehre, sich mit ihm zu treffen. – Und eine Sache des Herzens“, bekennt Nikolaj Winogradow, von Dezember 1996 bis März 2013 Gouverneur der Region Wladimir. Die beiden Politiker kennen und schätzen einander bereits seit 1995, als sie gemeinsam das Erlangen-Haus eröffneten. Der spätere Landesvater des Gouvernements war damals noch Präsident der Regionalduma.

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg

Auch wenn die Städtepartnerschaft sicherlich nicht zu seinen Kernaufgaben gehörte, haben ihm die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir viel zu verdanken. Ohne seine persönliche Unterstützung gäbe es beispielsweise den Blauen Himmel nicht, und viele andere Projekte, die über den engeren Rahmen der beiden Städte hinausgehen, wären ohne sein aktives Wohlwollen nur schwer vorstellbar. Desto mehr freut er sich jetzt, wenn er sieht, wie die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, – und er bietet, wo nötig und möglich, an, auch in Zukunft beim Austausch anzupacken. „Denn diese Kontakte sind in der momentanen politischen Lage wichtiger denn je. Mindestens ebenso wichtig wie damals gegen Ende des Kalten Krieges“, mahnt Nikolaj Winogradow am gestrigen Vormittag zum Abschied von seinem deutschen Freund.

Anna und Fjodor Lawrow, Wiktor Malygin, Dietmar Hahlweg und Alexander Rybakow

Anna und Fjodor Lawrow, Wiktor Malygin, Dietmar Hahlweg und Alexander Rybakow

Altoberbürgermeister Alexander Rybakow, in der Amtszeit von Dietmar Hahlweg stellvertretendes Stadtoberhaupt von Wladimir und u.a. zuständig für die Organisation des Fränkischen Festes 1993 und die Koordination der Sanierungsarbeiten am Erlangen-Haus, sieht das nicht anders. Der Nachfolger von Igor Schamow und Vorgänger von Sergej Sacharow hat viel Kärrnerarbeit für die Partnerschaft geleistet und ist, wenn auch schon vier Jahre nicht mehr im Dienst, noch immer am Austausch interessiert. Da kommt es auch nicht von ungefähr, wenn er gemeinsam mit Fjodor Lawrow und Wiktor Malygin im Erlangen-Haus erscheint, die beide vor allem in den Bereichen Sport, Tourismus und Bildung ihre ganz eigenen Akzente setzen.

Jurij Iwatko und Jelena

Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Fast gleichzeitig klingeln Jermakowa und Jurij Iwatko an der Tür des Erlangen-Hauses. Das Künstlerehepaar hatte ja schon gleich nach seinem ersten Besuch in Erlangen im vergangenen Dezember angekündigt, möglichst bald wieder in die Partnerstadt kommen zu wollen, nachzulesen unter  http://is.gd/w0ZWqK. Und nun ist es tatsächlich schon im Juli so weit. Jurij Iwatko hat bereits die Skizzen und Modelle für eine Arbeit gefertigt, die er für den geplanten Skulpturenweg in Tennenlohe schaffen will. Ob sie figürlich wird mit einem tiefen Riß durch den Oberkörper als symbolisches Wundmal des Krieges oder eher abstrakt als „erster Stein“, den ein Mensch auf einen anderen geworfen, wird sich vor Ort weisen.

Marlene Wüstner und Soroptimist International Wladimir

Schon seit einigen Jahren trifft sich der Frauenklub Soroptimist International, gegründet 2001 mit Unterstützung aus Erlangen, und entwickelt Projekte, die mit den fränkischen Schwestern umgesetzt werden. Genannt werden sollen hier nur die Unterstützung für die Kinder-TBC-Station, die Einrichtung eines gynäkologischen Behandlungsraums für Mädchen, die Aussstellung zum Thema „Heimat“ mit Schülerarbeiten aus den Partnerstädten oder die Übersetzung eines Romans der Erlanger Krimi-Autorin Ines Schäfer. Gestern nun versammelte sich der Service-Klub, um mit Marlene Wüstner und Bürgermeisterin Jelena Owtschinnikowa die nächsten Aktionen zu besprechen, von denen der Blog sicher bald berichten kann.

Margartia Bersenjewa, Elke Sausmikat, Alexander Bersenjew und Jürgen Ganzmann

Margartia Bersenjewa, Elke Sausmikat, Alexander Bersenjew und Jürgen Ganzmann

Ebenso wie von dem, was Alexander Bersenjew, Chefpsychiater der Region Wladimir, mit Jürgen Ganzmann und seiner Mitarbeiterin, Elke Sausmikat, besprochen hat. Seit 1999 sind die beiden Fachleute für die Therapie von Menschen mit psychischen Erkrankungen nun schon befreundet, wollen es aber nicht beim Rückblick auf ihre großartigen Leistungen – das Projekt „Lichtblick“ gehört ebenso dazu wie das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ – belassen, sondern arbeiten schon wieder an neuen Ideen für den Austausch, von dem es ja gerade jetzt gar nicht genug geben kann.

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Zum zehnjährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses erschien 2005 eine zweisprachige Sonderausgabe des Wladimirer Magazin „Goroschane – Stadt und Menschen“, heute vor einer Woche stellte Wolfram Howein, Berater und Revisor dieser Botschaft der Volksdiplomatie, sein in monatelanger, ehrenamtlich zusammen mit Irina Chasowa geleisteter Arbeit entstandenes Buch vor, das man getrost schon jetzt das Standardwerk zum Thema nennen darf. Wie prägend für den so lebendigen Austausch zwischen Erlangen und Wladimir dieses wichtigste Gemeinschaftsunternehmen war, ist und bleibt, zeigt bereits das Vorwort von sechs Oberbürgermeistern – Dietmar Hahlweg, Igor Schamow, Siegfried Balleis, Alexander Rybakow, Florian Janik und Sergej Sacharow – in deren Amtszeit dieses Zentrum der Partnerschaft entstand und seine vielfältige Arbeit aufnahm. Auf fast 60 Seiten, reich bebildert, lassen sich nun auf Deutsch und Russisch, übersetzt von Nadja Steger, alle Phasen der Planung, Renovierung und Nutzung des Erlangen-Hauses nacherleben; aber auch der wechselvollen Geschichte des Gebäudes vor seiner Umwidmung zur Begegnungsstätte von Russen und Deutschen spüren die Autoren nach. Breiten Raum nimmt in der Darstellung darüber hinaus die so erfreuliche Entwicklung der Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut zum Sprachlernzentrum ein.

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Nicht vergessen wird der Dank an all die vielen Sponsoren; an die Spender von Material und Technik; an die Firmen, die Monteure freistellten; an die Künstler, die ihre Spuren im Garten hinterließen – und natürlich an die Mannschaft um Helmut Eichler, die handwerklich erst möglich machte, was Sergej Sacharow dieser Tage als „Wunder“ bezeichnete. Welche herausragende Bedeutung die Einrichtung hat, brachte Oberbürgermeister Florian Janik am 7. Mai zum Ausdruck, als er beim Jubiläumskonzert den mitgereisten und anwesenden Aktiven aus beiden Städten dankte:

Irina Chasowa, stehend, und ihr Team in der guten Stube des Erlangen-Hauses

Irina Chasowa, stehend, und ihr Team in der guten Stube des Erlangen-Hauses

Wenn die große Politik heute schon wieder Abschied nimmt vom Europäischen Haus, so hat das Team des Erlangen-Hauses um Irina Chasowa in Wladimir bewiesen: Deutsche und Russen können miteinander, gehören zusammen und haben eine gemeinsame Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Der Band ist ab sofort für eine  Schutzgebühr von acht Euro erhältlich bei der Volkshochschule, Friedrichstr. 19, 91054 Erlangen. Auch ein Versand ist möglich gegen Anfrage bei reinhard.beer@stadt.erlangen.de, und natürlich ist die Broschüre auch vor Ort zu haben, im Erlangen-Haus selbst!

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Es ist jenes besondere Licht, das die Ikonen von Andrej Rubljow zum Erstrahlen bringt, ein Leuchten, das tief von innen kommt und das der russische Wandermönch ebenso wie sein deutscher Bewunderer, der evangelische Pfarrer und Jenas Oberbürgermeister, Albrecht Schröter, auf den Schöpfer, auf Gott zurückführt. Eine innig-transzendente Verbindung zu Wladimir ist da vor fast genau sechs Jahren entstanden, die schon in der Studienzeit des Theologen gründet, als der spätere Politiker zu der russischen Sakralkunst forschte. Und dann dem Geheimnis der göttlichen Schönheit gegenüber, in Wladimir, in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, in einem Augenblick der Zurückgezogenheit, außerhalb des Protokolls und Programms seines offiziellen Besuchs. Das hält zusammen. Über Ämter und Fristen hinaus.

Anja Schwind, Albrecht Schröter, Percy Gurwitz, Winfried Röpke und Bruno Spessert

Anja Schwind, Albrecht Schröter, Percy Gurwitz, Winfried Röpke und Bruno Spessert

Wenn Albrecht Schröter mit einer kleinen offiziellen Delegation vom 6. bis 10. Mai wieder nach Wladimir reist, kommt er zu Freunden zurück, kann er mit ihnen zurückblicken auf all die Erfolge und Höhepunkte, seit 2008 das Partnerschaftsdreieck Erlangen – Jena – Wladimir geschaffen wurde: Jugend- und Schüleraustausch, Kulturbegegnungen, Hochschulkontakte, alles, was man sich nur wünschen kann, um die deutsch-russische Verständigung voranzubringen. In jedem Fall viel mehr, als der Blog je abbilden könnte.

Albrecht Schröter und Alexander Rybakow vor dem Andrej-Rubljow-Denkmal

Albrecht Schröter und Alexander Rybakow vor dem Andrej-Rubljow-Denkmal

Albrecht Schröter feiert heute seinen 60. Geburtstag. Die Grüße aus Erlangen und Wladimir überbringen ihm Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, persönlich in Jena. Grund genug für eine Laudatio, die auch die vielen Verdienste des Jubilars um die deutsch-deutsche Partnerschaft würdigte, was an anderer Stelle – versprochen – noch geschehen wird. Heute aber nur noch die besten Wünsche nach Jena und ein großes Vergelt’s Gott für alles, was Albrecht Schröter für die Zusammenarbeit mit Erlangen und Wladimir (die Kooperation mit den beiden Partnerstädten in Nikaragua verdient noch eine ganz eigene Würdigung!) und natürlich für das Gedeihen Jenas getan hat und noch zu tun vorhat.

Ein kleiner Rückblick auf Albrecht Schröter und Wladimir unter: http://is.gd/imm1gv

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