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Posts Tagged ‘Aktion „Hilfe für Wladimir“’


Beide sind sie zum ersten Mal in Erlangen, und doch verbindet beide Gäste aus Wladimir eine lange und ganz persönliche Geschichte mit der deutschen Partnerstadt. Olga Antropowa brachte ihren Sohn 1994 zur Welt, als die russische Wirtschaft, insbesondere auch das Gesundheitswesen, am Boden lagen und die Aktion „Hilfe für Wladimir“ noch auf Hochtouren lief. Nicht einmal der Großvater des Jungen, der heute selbst Arzt ist, konnte als Leiter eines Krankenhauses helfen: Es gab einfach nirgends Babynahrung im Fall, daß Mütter nicht stillen konnten. „Wenn damals nicht die Hilfslieferungen aus Erlangen und das Bayerische Rote Kreuz gewesen wären… Wer weiß, ob ich den Kleinen durchgebracht hätte. Noch heute läuft es mir heiß und kalt über den Rücken, wenn ich daran denke“, erinnert sich die stellvertretende Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege und seit einem Jahr ehrenamtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prochor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Wladimir Prochor ist seit 1965 mit dem Roten Kreuz in Wladimir verbunden und hatte eine Vielzahl von Leitungsfunktionen im Gesundheitswesen, später auch in der regionalen Verwaltung, inne. In den 90er Jahren allerdings, während der intensivsten Zeit der humanitären Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Erlangen-Höchstadt des BRK, war der gelernte Mediziner als stellvertretender Leiter des städtischen Gesundheitsamtes tätig und machte die ganzen Ausschreibungen für die Medikamente und Verbrauchsmaterialien, die vor Ort mit Spendenmitteln gekauft wurden, um sie dann an Wladimirer Krankenhäuser abzugeben. Seit fast zwanzig Jahren betreut Wladimir Prochor ehrenamtlich als Koordinator die Programme des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt und steht nun Olga Antropowa als Stellvertreter zur Seite. Ein gutes Doppel, von dessen einwöchigen Arbeitsprogramm hier bald mehr zu lesen sein wird.

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Als Anfang Mai 2009 Brüne Soltau nach 16 Jahren als Vorsitzender des Kreisverbands Bayerisches Rotes Kreuz Erlangen-Höchstadt aus dem Ehrenamt verabschiedet wurde, zollte ihm Siegfried Balleis, der damalige Erlanger Oberbürgermeister, Lob für einen „beispielhaften Einsatz im humanitär-ehrenamtlichen Bereich“ und bescheinigte dem scheidenden Präsidenten, die Aktion „Hilfe für Wladimir“ zu einem „wahren Vorzeigeprojekt gemacht“ zu haben. Florian Janik, Nachfolger im Amt, geht in seinem Glückwunschschreiben zum heutigen 75. Geburtstag noch einen Schritt weiter und hält fest, ohne Brüne Soltau, sei die Aktion „Hilfe für Wladimir“ gar nicht denkbar gewesen.

Brüne Soltau

Brüne Soltau 1994 in Wladimir

Wir wissen nicht, ob der Jubilar die Maxime von Leo Tolstoj kennt, wonach die allerwichtigste Sache sei, Gutes zu tun, weil der Mensch nur dafür lebe, was wir aber wissen ist: Brüne Soltau hat sein Leben danach ausgerichtet – und daran offenbar gut getan. Wenn nämlich heute Erlangen in den Herzen der Menschen von Wladimir untrennbar mit Begriffen wie „Freundschaft“, „Hilfsbereitschaft“ oder „Menschlichkeit“ verbunden ist, kommt dem in Hamburg geborenen Herzogenauracher ein erheblicher Anteil daran zu. Die Anerkennung für sein humanitäres Wirken blieb denn auch nicht lange aus: 1998 der „Ehrenbrief für Soziales Engagement“ der Region Wladimir, 2002 der „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“, verliehen von Bundespräsident Johannes Rau. Vor allem aber die vielen Dankesworte von Ärzten und Pflegekräften, von Patienten und Politikern, von Kindern und Alten, von all den ungenannten Menschen, die Unterstützung durch die Hilfsaktionen des „Ritters vom Roten Kreuz“ erhielten.

Brüne Soltau neben Johannes Rau

Peter Steger, Alexandra Gräfin Lambsdorff, Fritz Wittmann, Brüne Soltau, Johannes Rau und Jürgen Ganzmann

Neben der akuten Nothilfe vor allem zu Beginn der 90er Jahre und in den Krisenmonaten von 1998 war es Brüne Soltau stets besonders wichtig, das Rote Kreuz in Wladimir wieder handlungsfähig zu machen, den weitgehend paralysierten Ortsverband in den Stand zu versetzen, seine Aufgaben wahrzunehmen und Menschen in Notlagen beizustehen. Ungeachtet der vielen Rückschläge hielt der Retter vom BRK Kurs und bewies einen bewundernswert langen Atem. Und wurde für seine Ausdauer und Beharrlichkeit belohnt.

Brüne Soltau, 2013, mit Jelena Owtschinnikowa, damals stellv. Bürgermeisterin, heute stellv. Leiterin des Gesundheitsamts der Region Wladimir, und Olga Dejewa, damals Leiterin des Sozialwerks und Vorsitzendes des Roten Kreuzes, heute Oberbürgermeisterin von Wladimir

Brüne Soltau, 2013, mit Jelena Owtschinnikowa, damals stellv. Bürgermeisterin, heute stellv. Leiterin des Gesundheitsamts der Region Wladimir, und Olga Dejewa, damals Leiterin des Sozialwerks und Vorsitzendes des Roten Kreuzes, heute Oberbürgermeisterin der Partnerstadt

Heute kann das Geburtstagskind erleichtert durchatmen, denn der russischen Partnerorganisation kommt mittlerweile dank ihren Programmen zur Ersten Hilfe und Häuslichen Pflege eine geachtete Rolle in der Wladimirer Sozialpolitik zu, und der von Brüne Soltau 1999 aus der Taufe gehobene Förderverein für das Wladimirer Rote Kreuz sorgt für die notwendige Kontinuität und Verläßlichkeit der Zusammenarbeit. Dafür und für vieles mehr kann der Blog nur DANKE und СПАСИБО sagen sowie die besten Glückwünsche von den Ufern der Regnitz und Kljasma an die Aurach schicken.

 

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