Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘35jähriges Partnerschaftsjubiläum Erlangen-Wladimir’


Wieder einmal schließt sich ein Kreis. Im September vergangenen Jahres, bei ihrem Antrittsbesuch in Wladimir, hatte Susanne Lender-Cassens eine Probe des Kammerchors besucht und, von der Stimmkraft des Ensembles überwältigt, eine Einladung nach Erlangen ausgesprochen. Gestern nun verabschiedete sie begeistert die 25 musikalischen Botschafter der Partnerstadt auf der Bühne des Wohnstifts Rathsberg nach dem letzten, dem vierten Konzert dieser bemerkenswerten Tournee.

Johanna Gelius und Susanne Lender-Cassens

So ein Kreis schließt sich übrigens auch für Johanna Gelius, die bereits 1989 dabei half, im Hotel Transmar, heute NH Hotel, die „Woche der russischen Küche“ auszurichten und in der ersten Hälfte der 90er Jahre die Gastspielreisen des mittlerweile aufgelösten Wladimirer Männerchors zu organisieren. Unvergessen: Ein Sänger im Kammerchor war damals schon dabei…

Jürgen Bachmann und der Kammerchor Wladimir

Vor allem aber schließt nun der Reigen der Veranstaltungen zum 35jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft, das die Bürgermeisterin mit ihrem Grußwort noch einmal kurz Revue passieren ließ: Veranstaltungen in Sport und Kultur, Diskussionsrunden, Begegnungen und das Glück, in politisch so angespannten Zeiten diese wunderbare deutsch-russische Freundschaft genießen zu dürfen.

Tatjana Grin

Und schließlich ist da auch noch der Auftrittsort zu nennen. Jürgen Bachmann, Kulturbeauftragter des Wohnstifts Rathsberg, weist in seiner Begrüßung darauf hin. Mit dem Kammerchor Wladimir war gestern – übrigens wieder vor vollem Saal – schon das dritte Ensemble aus einer Partnerstadt zu hören: die Octavians aus Jena, die Bläser von Bozen Brass und jetzt – darf man sagen als Höhepunkt? – die Gäste aus Wladimir, denen am Ende des Auftritts aus der ersten Reihe auf Russisch ein „Kommt wieder!“ entgegenschallte, vom nicht nachlassenden Applaus ganz zu schweigen, den der Chor mit drei Zugaben erwiderte.

Susanne Lender-Cassens und Tatjana Grin

Nur ein Wunsch blieb unerhört, der Ruf eines Zuhörers nach „Kalinka“. Diesem Stereotyp der russischen Folklore entspricht der Chor mit seiner ausgefeilten Stimmführung und dem exquisiten Repertoire nun auch ganz und gar nicht: ein federnd leicht dahergetupftes „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Hassler; ein Broad-Way-taugliches „White Christmas“ von Irving Berlin; eine ergreifende „Stille Nacht“ auf Russisch, Englisch und Deutsch; die alle möglichen und schier unmöglichen Tonlagen umschließenden Stücke von Georgij Swiridow; die fröhlich-frisch intonierten Volkslieder mit ihren wuchtigen Bässen oder die lyrisch-zarten Lieder von Jurij Falik, alles unter dem ebenso sanften wie zupackenden Dirigat einer beseelenden Tatjana Grin.

Bleibt tatsächlich zu wünschen, auf dem Tableau im Eingangsbereich des Wohnstifts Ratsberg möge schon bald wieder die Einladung zu einem Konzert mit dem Kammerchor Wladimir zu lesen sein. Denn, wie es in dem Gedicht „Baku“ von Sergej Jessenin heißt: „Der vorbestimmte Abschied verspricht ein Wiedersehen bald.“ In den nächsten 35 Jahren ist Zeit genug dafür…

Read Full Post »


Nehmen wir vorweg, was Alt-Maestro, Siegfried Brückner, in seiner Laudatio auf alle Mitwirkenden beim gemeinsamen Abendessen nach dem gestrigen Festkonzert in Herz Jesu so treffend sagte: „Wer den Kammerchor Wladimir in Hetzles nicht gehört hat, ist selber schuld.“ Um wie viel mehr mag das für alle gelten, die am ersten Advent den alles überstrahlenden Ausklang zum 35jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft nicht miterlebten!

Festkonzert in Herz Jesu

Schöner kann diese deutsch-russische Freundschaft auch gar nicht klingen: Zum Auftakt im März das Konzert der Camerata Franconia unter Leitung von Dorian Keilhack und unter Mitwirkung von Musikern aus Wladimir, nun, zum Finale, der gemeinsame Auftritt der Kirchenchöre von St. Sebald, Herz Jesu und St. Mauritius Röttenbach sowie des Kammerchors Wladimir, begleitet vom Kammerorchester Herz Jesu unter dem Dirigat von Norbert Kreiner. So fein eingespielt und eingestimmt aufeinander, daß sogar ein kleines Stolpern ohne Holpern derart harmonisch abgefedert wird, als wäre alles so und nicht anders in der Partitur vorgesehen. Souverän nennt man das wohl.

Tatjana Grin und ihr Kammerchor Wladimir

Zum zweiten Mal also nach der Generalprobe in Kirchehrenbach vom Samstag das Festkonzert mit dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier und der Cäcilienmesse von Charles Gounod. Musik zum Goutieren! Und zwischen den französischen Meistern, wie das Programm ausweist, „Russische Chormusik“ unter Leitung von Tatjana Grin.

Stille Nacht

Dieser eigene Block bewies einmal mehr das überragende Können der musikalischen Gäste, die in ihrem Zwischenspiel wahre Kleinodien aus ihrem reichen Repertoire aufblitzen ließen, etwa von Sergej Rachmaninow das 1900 entstandene Werk „Pantilej der Heiler“ oder von dessen Zeitgenossen, Pawel Tschesnokow, „Der Engel rief“, ganz zu schweigen von den beiden Werken des Meisters des 20. Jahrhunderts, Georgij Swiridow, und dem Volkslied „Oh, du weite Steppe“, die den Solostimmen Zeit und Raum zur prächtigen Entfaltung boten.

Norbert Kreiner und sein Gesamtensemble mit Tatjana Grin und den Solisten Manuel Krauß, Christopher Kessner, Elisabeth Böhnert, Johanna Sander und Eva-Maria Helbig

Aber auch in Wladimir fallen die Meistersänger nicht vom Himmel. Tatjana Grin leitet den bereits vor vier Jahrzehnten von Eduard Markin gegründeten Chor erst seit drei Jahren und verordnete ihm sogleich eine radiale Verjüngungskur mit sanft vermittelter, aber streng ausgeführter Disziplin. Jeden Werktag probt das Ensemble, und das Repertoire reicht von geistlicher Musik bis hin zu … Na ja, wer es nicht gehört hat, glaubt es ohnehin nicht.

Blick ins beglückte Publikum mit Staatsminister Joachim Herrmann und Stadträtin Anette Wirth-Hücking

Das Publikum jedenfalls wußte zu schätzen – auch abzulesen an den großzügigen Spenden, zu denen Stadträtin Anette Wirth-Hücking bei ihrer Begrüßung aufgerufen hatte – was da im auch in den beiden Querschiffen bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus fast zwei Stunden lang zu hören war: musikalische Partnerschaft à la bonne heure, während andernorts in Europa wieder zu den Waffen gerufen wird. Das deutsch-russische Ensemble setzte dem als Zugabe „Stille Nacht“ auf Russisch, Englisch und Deutsch entgegen, und nach dem Konzert intonierte Siegfried Brückner noch im Pfarrsaal seinen vierstimmigen Lieblingskanon: „Da nobis pacem, Domine!“ Nicht von ungefähr, denn der ehemalige Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule in Erlangen erinnert sich in diesen Tagen immer wieder an seinen älteren Bruder, der bei der Verteidigung von Breslau fiel.

Sabine Kreimendahl und Tatjana Grin

Man darf nun gespannt sein, was Sabine Kreimendahl in den Erlanger Nachrichten über das Partnerschaftskonzert schreiben wird. Da wir dem nicht vorgreifen können, hier ein Zitat von Brigitte Kreppel, Orchestermusikerin: „Man hätte dem Chor aus Wladimir ewig zuhören können. Wunderbar! Es war eine Freude, mit ihm zu musizieren.“

Bleibt noch der Hinweis: In diesem Jahr die letzte Chance, die Gäste singen zu hören, bietet sich heute um 19.00 Uhr im Wohnstift Rathsberg. Und mehr Bilder zum gestrigen Konzert gibt es wieder hier: https://is.gd/Dlyc6c

Read Full Post »


„Warum fahrt ihr denn nach Erlangen, um dort französische Musik zu singen?“ Diese Frage hatte Tatjana Grin, Leiterin des Kammerchors Wladimir immer wieder zu parieren. „Warum nicht Bach oder Schubert?“ Ihre Antwort: „Musik ist doch international, und dann ist da ja auch noch das Gounod-Jubiläum, der Komponist der Cäcilienmesse wäre heuer 200 Jahre alt geworden.“

Kammerchor Wladimir in St. Bartholomäus Kirchehrenbach

Und so studierte denn das Ensemble in den letzten Monaten das Te Deum von Marc-Antoine Charpentier mit der aus der Eurovision so bekannten Ouverture ebenso präzise ein wie die Messe solennelle en l’honneur de Saint-Cécile. So präzise und souverän, daß Norbert Kreiner bei der ersten gemeinsamen Probe mit dem Kammerorchester Herz Jesu und den Erlanger Chören von St. Sebald, Herz Jesu und St. Mauritius Röttenbach keine Mühe hatte, die Stimmen mit den trefflich gewählten Solisten, Eva-Maria Helbig, Elisabeth Böhnert, Johanna Sander, Christopher Kressner und Manuel Krauß in strahlenden Einklang zu bringen. Hier und da eine kleine Anmerkung zu dem einen oder anderen Takt, der ihm zu schnell geriet, oder da und dort, wo ihm noch das besondere festliche Element im Ausdruck fehlte.

Kammerchor Wladimir dem Kirchenchor Herz Jesu, Chorkreis St. Sebald und Mitgliedern der Chorgemeinschaft St. Mauritius Röttenbach

Bei der Aufführung dann aber ein makelloses Zusammenfinden der so unterschiedlichen Gesangstraditionen, eine überragende Aufführung der anspruchsvollen Werke, von denen ein Besucher des Auftritts in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St. Batholomäus meinte:

Norbert Kreiner und Tatjana Grin

Wir haben lange nicht so ein schönes Konzert wie heute in Kirchehrenbach gehört. Es hat eine tiefe spirituelle Befriedigung gebracht.

Eva-Maria Helbig, Johanna Sander und Tatjana Grin

Es war übrigens, um doch noch auf die Nationalitäten in der Musik zu sprechen zu kommen, kein rein französischer Abend. Den Mittelteil zwischen Marc-Antoine Charpentier und Charles Gounod gestaltete der Kammerchor Wladimir in vollendeter Meisterschaft. Pfarrer Oliver Schütz war gar so begeistert, daß er Tatjana Grin einlud, in seinen Kirchenchor einzutreten. Das Publikum würde das sicher auch begrüßen, denn der Applaus am Ende wollte auch nach der Zugabe der Gäste noch lange nicht enden.

Tatjana Grin und Oliver Schütz

Am Ende eines solch denkwürdigen Abends ist es Zeit für den Dank an die mitwirkenden Ensembles und Solisten, die Organisatoren vor Ort, die Sponsoren, den Kirchengemeinderat, die Lokalpolitik, vor allem aber den beiden Künstlern, die nicht nur das musikalische Programm zusammenstellten, sondern auch bei der Gesamtorganisation des Partnerschaftskonzerts – bis hin zur Familienunterbringung der Gäste – Regie führten: Siegfried Brückner und Norbert Kreiner.

Tatjana Grin und Siegfried Brückner

Weh dem, der für das heutige Festkonzert zum Abschluß der Feierlichkeiten zum 35jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir um 17.00 Uhr in Herz Jesu noch keine Karte hat. Bald wird es schnein. Na ja, ganz so ernst sollte man den Anklang bei Friedrich Nietzsche nicht nehmen. Es gibt sicher noch Restkarten an der Kasse zu diesem besten aller möglichen Auftakte für die Adventszeit.

Mehr Bilder gibt es hier zu sehen: https://is.gd/Dlyc6c

 

Read Full Post »


Seit Anfang September war das Schaufenster der Literarischen Buchhandlung Ilse Wierny im Rahmen des 35jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir mit Werken aus den wichtigsten Epochen der russischen Belletristik dekoriert. Gestern bot sich nun zum letzten Mal dieser Blick in diese reiche Literaturgeschichte mit all den bekannten und noch zu entdeckenden Namen. Grund genug für Oberbürgermeister Florian Janik, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Ilse Wierny und Florian Janik

Aber, wie das bei zumindest guter Literatur so ist, der Eindruck kann – und soll manchmal sogar – täuschen. Dafür nur das Beispiel von Daniil Charms, einem harmlos erscheinenden Pseudonym, hinter dem sich das schlimme Schicksal eines Autors verbirgt, der mit gerade einmal 37 Jahren 1942 in einer Gefängniszelle starb, weil der experimentelle Autor partout nicht so schreiben wollte, wie die Parteivorgabe das forderte. Dafür bleibt er unsterblich mit seinen Werken, die er als Kinderbücher ausgab, um die Zensur zu umgehen. Und so entstanden unsterblich absurd-komische Texte wie „Der Hund Bububu“, die so rätselhaft beginnen:

Florian Janik, Fjodor Dostojewskij und Ilse Wierny

Es war einmal ein sehr kluger Hund, der hieß Bububu. Er war dermaßen klug, daß er sogar zeichnen konnte. Einmal hat er ein Bild gezeichnet. Nur daß keiner erkennen konnte, was er auf dem Bild gezeichnet hatte…

Wer dann alles mit welchem Ergebnis dieses Werk eines Hundes interpretierte, sollten Sie sich selbst erlesen. Denn das Schaufenster ist zwar ab heute umdekoriert, doch ein Blick in die russische Literatur lohnt natürlich auch weiterhin.

Siehe auch hier: https://is.gd/9DONLd

Read Full Post »


Wer aus welchen Gründen auch immer das Konzert der Camerata Franconia unter Leitung von Dorian Keilhack am 18. März zum 35jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft versäumte oder sich aus verständlichen Gründen noch einmal in diesen musikalischen Festakt zurückversetzen möchte, erhält nun die Möglichkeit, die Aufzeichnung der Veranstaltung im Redoutensaal im Internet nachzuerleben. In voller Länge, einschließlich des Grußwortes von Oberbürgermeister Florian Janik, der es in nur knapp acht Minuten schaffte, ein leidenschaftliches Plädoyer für die deutsch-russische Freundschaft in diesen zunehmend schweren Zeiten zu halten.

Andrej Schewljakow, Igor Starowerow, Eva Bindere, Dorian Keilhack und Alexander Tichonow

Hörenswert, dieses politische Zeugnis des guten Willens als Vorrede auf den musikalischen Höhepunkt des Jubiläumsjahrs unter Mitwirkung der beiden Solisten aus Wladimir, Andrej Schewljakow und Alexander Tichonow, der eine am Klavier und an der Geige mit zwei eigenen Kompositionen und einem Jazz-Arrangement als Zugabe, der andere meisterhaft und umjubelt am Cello im C-Dur-Konzert von Joseph Haydn, und des Kapellmeisters des Universitätsorchesters, Igor Starowerow, verstärkt durch die Violonistin Lydia Wunderlich von der Jenaer Philharmonie. Aber hören und sehen Sie die Aufführung – auch der sechs Chansons von Eberhard Klemmstein – selbst. Nehmen Sie sich die Stunde und vierzig Minuten: https://is.gd/oJFPPI

Read Full Post »


Vom 14. bis 20. März war ich nach einer zehnjährigen Pause endlich wieder in Erlangen zu Gast, anläßlich des 35jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft auf Einladung von Othmar Wiesenegger vom Photoklub der Siemens AG.

Erlangen, gesehen von Wladimir Fedin

Müßte ich die Eindrücke von dieser Reise in ein Wort zusammenfassen, käme etwas heraus wie „umwerfend“. Vom ersten Tag an, als meine Frau Swetlana und ich mit Othmar und seiner Frau Beatrix durch Erlangen spazierten und dann in Begleitung der großartigen Lutz Weinrebe den Turm der Neustädter Kirche bestiegen. Den Eindruck der Schönheit dieses weiten Blicks konnten weder Kälte noch schneidender Wind trüben.

Straßenszene ich Erlangen

Am zweiten Tag besuchten wir das unglaublich nette und gemütliche Dorf Hetzles, eine halbe Autostunde von Erlangen entfernt, wohin uns Karin Günther begleitete, die Vorsitzende der Erlanger Foto Amateure. Jedes Fachwerkhaus am Wegrand wurde zu einer kleinen Entdeckung, jede Einzelheit erfreute das Auge.

Birgitt Aßmus, Othmar Wiesenegger, Karin Günther, Wladimir Fedin und Peter Steger

Am Abend dann eine angenehme Überraschung, die uns Karin Günther bereitete, ein Mensch, der sich darauf versteht, zu organisieren und Menschen zusammenzubringen: Die Ausstellung von Wladimir Fedin „Winter in Wladimir“. Eine überaus herzliche Atmosphäre in der Redaktion der Erlanger Nachrichten, so herzerwärmend, daß fast der Schnee auf den Bildern getaut wäre.

Karin Günther und Wladimir Fedin

Tag drei brachte mit dem Ausflug nach Würzburg eine weitere erstaunliche Überraschung. Man kann sich ja nicht anders als begeistern für diese alte und klassische Stadt am Main!

Würzburg, gesehen von Wladimir Fedin

Nicht unterschlagen will ich auch ein weiteres Ereignis dieses Tages, den Geburtstag von Othmar. Wir waren ganz wißbegierig zu sehen, wie ein Geburtstag in Deutschland gefeiert wird. Zu unserer Verwunderung gab es da jede Menge Übereinstimmungen, besonders die wichtigste, die für Wladimir wie Erlangen gilt: Kommen gute Freunde zum Fest, ist die Feier gelungen.

Wladimir Fedin in Würzburg

Der vierte Tag führte uns zusammen mit unseren Gastgebern ins märchenhafte Rothenburg o.d.T., wo es wieder großartige Eindrücke gab, so etwa eine für uns ganz unerwartete Begegnung mit ganz arglosen Störchen und den Besuch eines fränkischen Weingutes.

Rothenburg, gesehen von Wladimir Fedin

Und dann all die Motive für die Kamera, all das Schöne in der Stadt! Einfach umwerfend!

Przewalski-Wildpferde im Tennenloher Forst

Tag fünf begann mit einem Spaziergang durch den verschneiten (!) Tennenloher Forst, wo wir ganz ungewöhnliche Skulpturen bewunderten und uns an den Wildpferden erfreuten.

Othmar Wiesenegger

Lustig gestaltete sich dann ein weiterer Spaziergang durch Erlangen, wobei wir immer wieder einen Blick in eines der kleinen Geschäfte waren, wo uns immer wieder etwas Angenehmes erwartete, mal Live-Musik oder eine Begegnung mit Landsleuten, ein Glas Sekt zum Anstoßen und vieles mehr. Danke, Beatrix!

Am Wegrand

Der Tag klang dann aus dem dem Festkonzert zum 35jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft.

Fachwerk

Eine großartige Tour durch die Fränkische Schweiz mit Familie Martin erwartete uns am sechsten Tag. Diese geheimnisvolle Gegend zeigt sich übervoll mit allen möglichen Schönheiten der Natur und Geschichte, ungezählten bizarren Felsen und gigantischen Brocken. Einfach unmöglich, sich da von der Kamera loszureißen. Ein Ort schöner als der andere.

Swetlana Sirko, Othmar Wiesenegger und Renate Winzen

Einen unauslöschlichen Eindruck machte zum Abschluß unserer Reise an Tag sieben der kleine Spaziergang durch Nürnberg und die improvisierte Photosession mit Othmar, Renate Winzen und meiner Frau Swetlana im Museumsladen „Leika“. Zwei Photographen, die sich hier so richtig austoben konnten.

Wladimir Fedin mit seinen Bildern im Club International der Volkshochschule Erlangen

Um 18.25 Uhr dann – auf Wiedersehen, Deutschland, auf Wiedersehen, du heimeliges Erlangen. Bis zum nächsten Mal, bis zu den nächsten Photoeindrücken!

Wladimir Fedin

Read Full Post »


Fast ein Jahr ist es her, seit sich Andrej Schewljakow und Dorian Keilhack am Abend des 8. Mai trafen, auf Anhieb eine musikalische Freundschaft eingingen und begeistert die Anregung aufnahmen, zum 35. Jubiläum der Städtepartnerschaft gemeinsam ein Festkonzert zu geben. Auch auf den Termin hatten sich der Multiinstrumentalist aus Wladimir und der Leiter der Camerata Franconia rasch geeinigt, freilich ohne Abstimmung mit der Kanzlei des Kreml, wie Oberbürgermeister Florian Janik bei der Eröffnung des Jubiläumsabends gestern anmerkte, die im Dezember just für den 18. März die Präsidentschaftswahlen ansetzte.

Andrej Schewlajkow, Igor Starowerow, Lydia Wunderlich, Dorian Keilhack und Alexander Tichonow

Der protokollarische Teil der Veranstaltung nahm denn auch nur wenige Minuten in Anspruch, denn aus gegebenen Gründen konnte keine offizielle Delegation aus der Partnerstadt anreisen. Desto hochrangiger dafür das künstlerische Aufgebot mit dem Musiker und Komponisten, Andrej Schewljakow, mit dem Konzertmeister des Wladimirer Universitätsorchesters, Igor Starowerow, und dem Cellisten, Alexander Tichonow, verstärkt von Lydia Wunderlich, Mitglied der Jenaer Philharmonie in den 2. Violinen, denn es gab ja noch ein zweites Jubiläum zu feiern: zehn Jahre Partnerschaftsdreieck Erlangen-Jena-Wladimir.

Dorian Keilhack, Christian Hilz, Tilmann Stiehler und Eberhard Klemmstein

Vor dem Feiern aber standen – nach Wochen und Monaten des Austausches von Noten und Audiofiles – die Proben, von Donnerstagabend mit den ersten Einstudierungen im Christian-Ernst-Gymnasium über die offenen Proben am Freitag im Wohnstift Rathsberg und das Hauptkonzert dort am Samstagabend bis zur Generalprobe am gestrigen Vormittag im Redoutensaal. Konzentriert und diszipliniert, vor allem aber bestens aufeinander abgestimmt, obwohl doch die häufig noch ganz jungen Mitwirkenden aus einem Dutzend verschiedener Länder kommen, von Venezuela bis Österreich, von Serbien bis Israel. Vielleicht auch deshalb das einhellige Urteil der russischen Gastmusiker: „Es ist als hätten wir schon immer mit diesem Ensemble gespielt. Dieses Orchester besitzt große Klasse, und es ist uns Freude wie Ehre, hier mitzuspielen.“

Alexander Tichonow und Gerhard Rudert

Gerhard Rudert, Kontrabaßist aus Möhrendorf, der mit Alexander Tichonow bereits in den 90er Jahren gemeinsame Konzerte gab und Alben dieser deutsch-russischen Verbindung veröffentlichte, dazu in seiner fränkisch-lapidaren Ausdrucksweise: „Die Camerata ist halt ein Profi-Orchester, und das spürt und hört man.“

Camerata Franconia

In der Tat darf Erlangen stolz sein auf diese musikalische Visitenkarte, die nicht nur höchsten künstlerischen Ansprüchen genügt, sondern auch eindrucksvoll den internationalen Flair der Stadt verkörpert. Und nun auch noch die Verbindung zu Wladimir, wo Dorian Keilhack bereits vor mehr als einem Vierteljahrhundert als Pianist aufgetreten war, ganz in der Tradition seiner Eltern, Dirk und Vivien, die schon 1986 an den Erlanger Kultur- und Sporttagen in der Partnerstadt teilgenommen hatten.

Florian Janik

Oberbürgermeister Florian Janik beschwor denn auch in seiner Ansprache diesen Geist der Verständigung, der sich – unter Anspielung auf die sich weiter zuspitzende politische Gemengelage – nicht nach dem richte, was da gerade in London, Moskau oder Berlin übereinander gesagt werde – und erinnerte an die schweren Zeiten der Anfänge in Zeiten des Kalten Krieges, von denen die Begründer der Städtepartnerschaft, besonders Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg und Altbürgermeisterin Ursula Rechtenbacher, passend zum musikalischen Abend „ein Lied singen können“.

Redoutensaal

Im Saal war dann übrigens doch mehr Wladimir vertreten, als man meinen möchte: die Athleten, die am Winterwaldlauf teilgenommen hatten, der Photograph Wladimir Fedin, eine Gruppe Austauschstudenten, private Gäste… Vor allem aber natürlich war die Bühne frei für Wladimir, dem der Auftakt des Abends vorbehalten blieb.

Andrej Schewljakow

Andrej Schewljakow hatte zwei Eigenkompositionen mitgebracht, die gestern ihre deutsche Erstaufführung erlebten: „Die Mühle“, ein pointillistisches Werk mit jazzig perlenden Läufen am Flügel, bevor der von Alexander Skrjabin inspirierte Leiter einer eigenen Cross-Over-Combo zur Violine wechselte und seine „Serenade“ vorstellte, eine beschwingt virtuose Hommage an Joseph Haydn, an die das Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur des großen Meisters der Wiener Klassik nahtlos anschließen konnte.

Alexander Tichonow

Wer sein Können am Cello zeigen will, spielt dieses Stück. Entweder man scheitert daran grandios, oder man spielt sich in die Herzen des Publikums. Alexander Tichonow ergriff den Saal von den ersten wuchtigen Takten seines Solos an und riß die Zuhörer mit auf seinem halsbrecherischer Wettlauf über alle Stege hinweg, in einem faszinierenden Wechselspiel mit dem Orchester, wobei man nie so recht hätte zu sagen wissen, wer da wen mehr antreibt, der Solist das Ensemble oder dieses den Cellisten. Wenn aber beide immer wieder am Ende jeden Satzes glücklich-gleichzeitig im harmonisch sich auflösenden Schlußakkord ankommen, ist das besonders dem wachsamen Blickkontakt zwischen Konzertmeisterin Eva Bindere aus Riga und dem zupackenden Tempomacher Tilmann Stiehler, dem Leiter des Erlanger Musikinstituts, zu verdanken.

Andrej Schewljakow, Igor Starowerow, Eva Bindere, Dorian Keilhack und Alexander Tichonow

Ein strahlender Auftritt unter dem so unangestrengt lächelnden Dirigat von Dorian Keilhack, der keiner großen Gesten und herrischer Einsätze bedarf, um sein Ensemble zu leuchtender Spielkraft zu führen. Auch im zweiten Teil des Konzerts mit der Uraufführung der sechs Chansons von Eberhard Klemmstein mit dem Erlanger Bariton Christian Hilz, die ein nicht minder konzentriertes Musizieren verlangt.

Dmitrij Tichonow, Eberhard Klemmstein, Werner Heider, Dietmar Hahlweg und Alexander Tichonow

Klar deshalb auch das Urteil von Dmitrij Tichonow, der den Bruder begleitete und ebenfalls bereits in den 90er Jahren in Erlangen auftrat. „Ein ganz außerordentlicher Dirigent, den wir unbedingt auch einmal nach Wladimir einladen müssen. Ein wirklich großer seines Fachs!“ Nun wünscht sich der Pianist zunächst aber Noten von Werner Heider, um sie zu Hause einzustudieren und vielleicht auch einmal selbst wieder in Erlangen zu musizieren .

Udo und Asja Neumann mit Alexander Tichonow

Wer weiß aber heute schon zu sagen, was da alles gestern in Gang kam, welche künstlerische Energie der Abend freisetzte. In jedem Fall war das Festkonzert ein Höhepunkt nicht nur des Jubeljahres, sondern wird weit darüber hinaus seine Wirkung entfalten.

Alexander Tichonow und Bürgermeisterin Elisabeth Preuß

Übrigens: Auch Eberhard Klemmstein ist Wladimir bereits seit langem verbunden. Bereits 1991 trat er mit seinem Marteau-Ensemble in Wladimir auf und kooperierte mit Eduard Markin und dessen Kammerchor bei Festival des Hörens in Erlangen ein Jahr zuvor. Aber noch ist das Konzert ja nicht am Ende. Man merkt es Dorian Keilhack an, wie sehr er mit der russischen Musik verbunden ist, wenn er auswendig die „Sinfonie classique“ von Sergej Prokofjew dirigiert und durch diese verzauberte Notenwelt gleitet, als wäre es ein Bild von Marc Chagall oder eine Ode an die Freude, wo er weilt, jener sanfte Flügel der Kunst. Und dann als Zugabe eine hauchzarte Ahnung von „Summertime“, ein feinst gewobenes Arrangement von Andrej Schewljakow nach Motiven von George Gershwin, hingebungsvoll interpretiert von Christian Hilz. Beifall, Beifall und nochmals Beifall.

Eberhard Klemmstein, Christian Hilz, Dorian Keilhack und Tilmann Stiehler

Am Ende eines solchen Abends ist der Sparkasse Erlangen ebenso zu danken wie der Bürgerstiftung Erlangen für ihre Unterstützung. Dank all den Gastgebern, die für diese ereignisreichen Tage den Gästen aus aller Welt ihre Türen öffneten, und ein Vergelt’s Gott an Geigenbaumeister Günter H. Lobe auf dessen wundervollen Instrumenten die Musiker aus Wladimir ihr Können zeigen durften.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: