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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

jetzt hat es etwas gedauert, bis ich zum Schreiben des letzten Teils gekommen bin. Ich war in der Zwischenzeit in Rom, der ewigen Stadt, und das wäre einen eigenen Reisebericht wert. Natürlich nicht in diesem Blog. Aber vielleicht doch eine kleine Anmerkung, etwas Besonders, das die Menschen in Rom auszeichnet. Also in den Bussen war es genauso voll wie in den Trollis in Wladimir. Man hätte auch hier einen „Schubser“ wie in Japan brauchen können. Frei nach der Devise „einer geht noch rein“ standen wir wie die Soldaten im Bus. Umfallen war nicht mehr möglich. Dafür habe ich mir ganz umsonst den römischen Grippevirus eingefangen. Der war wohl im Fahrpreis inbegriffen. Also was wollte ich erzählen? Wir, insgesamt elf Personen, waren im Generalat, dem Hautquartier des Ordens der Barmherzigen Brüder. Wir hatten vier Menschen mit einer Behinderung dabei. Anlaß und Hintergründe der Reise erzähle ich jetzt nicht. Natürlich wollten wir alles besichtigen. Eine Papstaudienz, ein Spaziergang durch den Vatikan, das Kolosseum, der Trevi-Brunnen, der Dom und das Vatikanmuseum, die Katakomben usw. gehörten zu unsrer Besichtigungstour. Und fast überall waren endlose Menschenschlangen, und es wurde Eintritt verlangt. So und jetzt kommt das Besondere der Römer. Als Ordner oder Wachpersonen sahen, daß wir Menschen mit Behinderung bei uns haben, hieß es immer „no line“, wir mußten uns also nicht anstellen und durften immer nach vorne durchgehen. Damit aber noch nicht genug. Nein, es kommt noch besser. Was glaube Sie ist das? Wir brauchten keinen Eintritt bezahlen und sparten so über 300 Euro. Als wir diese Erfahrung erstmals im Vatikanischen Museum machten, sagte eine der mitreisenden behinderten Frauen ganz unbedarft: „Na, wir sind halt VIPs“.

Sie können sich vorstellen, wie wir uns alle amüsiert haben und uns diese Aussage stets begleitet hat. Wir werden auch künftig nicht mehr von einem Wohnheim für Behinderte sprechen, sondern von Wohnmöglichkeiten für VIPs. Die Werkstatt für behinderte Menschen wird ebenfalls umgetauft und heißt jetzt Werkstatt für VIPs.

Jetzt geht es aber rasant weiter mit meinem Bericht über Pljos und Kostroma und..? Besonders elegant war es an der Promenade der Wolga. Einen schönen Sonnenuntergang konnte ich verfolgen.

Eindrucksvoll waren auch die brennenden Bäume. Da gab es eine Straße, die von der Promenade hoch nach oben führte. Dort habe ich auch das Bild mit dem Sonnenuntergang gemacht. Wenn man oben auf dieser Anhöhe ist, geht es in eine Allee. Es waren lauter schöne und große Platanen, die die Allee säumten, leicht abschüssig nach unten zu einer Aussichtsplattform. Als ich meinen Blick nach hinten richtete, mochte ich meinen Augen nicht trauen. Ist da ein Feuer, ein Brand ausgebrochen? Nein, kein Feuer, sondern ein Schauspiel der Natur. Just in diesem Moment war die Lichteinstrahlung von der tiefstehenden Sonne so intensiv, daß man „brennende“ Bäume sah. Sehen Sie selbst.

Und noch etwas muß erwähnt werden. Im Vordergrund des Bildes sehen Sie eine Bank. Und diese Bank, bzw. die Sitzbänke in der Stadt, zeichnet etwas Besonderes aus. Es handelt sich nämlich nicht nur um Bänke, sondern sie zeigen mir einfach, wie liebevoll die Menschen hier mit ihrer Stadt umgehen. Es ist die Liebe zum Detail, zur Schönheit und Einzigartigkeit. Im nächsten Bild werden Sie sehen, was ich meine. Diese kleine Zierde an den Bänken sorgt sofort für eine Identifikation mit der Stadt und lässt uns die Stimmung der Menschen hier erahnen.

Sie sehen, die Bank wurde mit einem Ausschnitt aus dem Stadtwappen gestaltet.

Fürst Jurij Dolgorukij war es, der im Jahr 1152 im Siedlungsgebiet finno-ugrischer Stämme Kostroma gründen ließ. Diese Völkerschaften besiedelten vermutlich schon viel früher diese Region. Unter Zar Michail Romanow entwickelte sich die Stadt rasant und wurde 1778 zur Gouvernementshauptstadt erhoben. Also so wie Ansbach für den Bezirk Mittelfranken oder Landshut für den Bezirk Niederbayern.

Die Galeere im Wappen deutet übrigens auf den Besuch der Kaiserin Katharina die Große hin. Im Jahr 1767 war die Zarin dort quasi auf der Durchreise bei ihrer Wolgafahrt.

Nicht unerwähnt bleiben darf das Ipatios-Kloster. Warum? Natürlich gibt es überall diese wunderschönen Kirchen und Klöster in Rußland. Aber das Ipatios-Kloster ist eines der bedeutendsten seiner Art und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Goldenen Ring. Es ist ein russisch-orthodoxes Männerkloster und wird erstmals urkundlich 1432 erwähnt. Hier lebte übrigens dann auch der oben bereits erwähnte Michail Romanow in der Verbannung, bevor er zum Zaren gewählt wurde.

Sicher gibt es noch viele andere besondere Gebäude in Kostroma, wie z.B. die Christi-Geburts-Kirche oder die Christi- Verklärungs-Kirche. Diese erkunden Sie, liebe Leserinnen und Leser, bei Ihrer nächsten Reise nach Rußland  aber besser selbst. Sonst werde ich ja gar nicht mehr mit meinem Bericht fertig.

Nach drei Tagen Kostroma (eigentlich zu kurz für diese großartige Stadt) geht es mit dem Auto zurück nach Wladimir. Die Rückfahrt stellen Sie sich jetzt einfach in der umgekehrten Reihenfolge wie die beschriebene Anfahrt vor.

In Wladimir selbst war dann mieses Regenwetter angesagt. Dennoch sollte ein ausführlicher Spaziergang möglich sein. Die Stadt verändert sich ja auch ständig, und da entdeckte ich diesen neugestalteten Platz zwischen der alten Apotheke und der katholischen Kirche. Ganz wundervoll, mit vielen Details und in Bronze gegossenen Statuen, werden hier kleine Geschichten erzählt, findet man Hinweise auf historische Gegebenheiten. Schon von weitem sah ich den Apotheker und assoziierte mit der Statue sofort eine in Wladimir bekannte Persönlichkeit die sich über viele Jahre hinweg in der Stadt engagierte. Wissen Sie wen ich meine? Schauen Sie sich doch einfach mal das Bild an. Ich könnte da eigentlich gleich ein Preisausschreiben damit verbinden. Gerade aber habe ich halt keinen passenden Preis für den Sieger zu Hand. Dennoch können Sie hier natürlich einen Tip abgeben. Würde mich freuen, im Blog Ihre Ideen zu lesen. Jetzt aber Vorhang auf. Sogar die Darstellung als Apotheker paßt irgendwie zu ihm. Na, schon Ideen und Gedanken?

Etwas weiter habe ich mich dann mit dem Feuerwehrmann angefreundet.

So, liebe Blogredaktion, liebe Leserschaft, jetzt höre ich aber endgültig mit der Schreiberei auf, bevor ich Sie alle noch langweile. Dennoch muß ich kurz auf das regnerische Wetter eingehen. Die letzten zwei Tage in Wladimir hat es Tag und Nacht geregnet. Aber wie! Richtig heftig! Wie wenn der Himmel einen Wassereimer nach den anderen ausschüttet. Hier sagen wir manchmal, unser heiliger Petrus sei wohl undicht geworden. Ich hatte wirklich schon Bedenken, daß es die Bahnschienen ausschwemmt und ich nicht mehr nach Hause komme. Ob es jetzt eine Befürchtung war oder vielleicht eine Hoffnung, weiß ich gerade nicht. Auf jeden Fall war ich auf meinen Ausflügen in Wladimir ständig durchnäßt. Ganze Bäche und Flüsse bildeten sich auf den Straßen, und es war trotzdem irgendwie schön.

Jetzt aber wirklich zum Schluß. Die Region um Wladimir ist ja auch eine der Kornkammern von Rußland. Und das will ich in einem abschließenden Bild zeigen. Unendliches Kornfeld in der unendlichen Weite Rußlands. Das Bild entstand in der Nähe der Stadt, Sie wissen schon, dort wo es nichts gibt außer die Unendlichkeit. Bevor ich ins Schwärmen komme, hier das Bild.

So, jetzt könnte ich noch über Landbau, Nachhaltigkeit oder alternative Landwirtschaft erzählen. Aber vielleicht deutet das Unkraut im Kornfeld einfach nur darauf hin, daß zum falschen Zeitpunkt gegen Unkraut gespritzt wurde. Ich weiß es einfach nicht.

Bis bald mal wieder, sehr geehrte Leserinnen und Leser des Blogs. Hoffe, Sie hatten etwas Freude an meiner Erzählung zur Reise. Und wer doch am Preisausschreiben teilnehmen will, der möge sich melden. Ein kleiner Preis wird mir schon noch einfallen.

Herzlicher Gruß!

Günther Allinger

Wer sich noch einmal mit dem augenzwinkernden Autor auf die vergnügliche Reise von der Kljasma über die Wolga bis zum Tiber machen möchte, klicke hier https://is.gd/xYhzPh und da https://is.gd/S8Gtdm und freue sich des Lebens.


Liebe Leser des erlangenwladimir-Blogs, ich bin Mathilda Wenzel, 18 Jahre als und komme aus Saalfeld, in der Nähe von Jena. Vielleicht fragt sich der ein oder andere wie ich dazu komme, über mich etwas auf Peter Stegers Blog zu schreiben. Der Grund ist, seit August profitiere ich selbst in ganz besonderer Weise von der (hier immer so anschaulich beschriebenen) Verbindung zwischen Wladimir und den Städten Erlangen und Jena. Ich mache seit Mitte August einen Europäischen Freiwilligendienst in Wladimir. Dieses Programm wird nicht nur von der EU ermöglicht, sondern auch von der Eurowerksatt Jena und seiner Schwesterorganisation, dem Euroklub Wladimir, die das alles organisieren. Beide Einrichtungen haben sich auch auf dieser Website einen Namen gemacht, und ich möchte nun die Chance nutzen und an dieser Stelle etwas von den ersten Eindrücken mitteilen, die ich von diesem so  anderen und zugleich so schönen Land habe.

Mathilda Wenzel

Eigentlich wollte ich schon immer einmal nach Rußland. Nach den Gründen dafür gefragt, konnte ich nie eine richtige Antwort geben, zumal ich noch nicht einmal Russisch spreche. Deshalb haben meine Familie und Freunde mich auch eher für verrückt erklärt, als ich beschlossen habe, im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes, ein Jahr in Wladimir zu verbringen. Nach fast einer Woche hier würde ich sagen: Es ist vielleicht verrückt, aber vor allem interessant. Die Autofahrt von Moskau nach Wladimir bestätigte erst mal die gängigen Vorstellungen vom Land: auf der einen Seite Reichtum und Prunk in Moskaus Zentrum und den vielen goldkuppeligen Kirchen. Auf der anderen Seite Plattenbausiedlungen, bei denen manche Etagen aussehen, als würden sie bald zusammenbrechen. Oft hat man den Eindruck, als wäre das Geld, das bei der Instandhaltung der Wohnsiedlungen gespart wurde, für Blattgold und Kristallkreuze ausgegeben worden. Man muß allerdings zugeben, daß sich das für den Anblick der wunderschönen Kathedralen vielleicht gelohnt hat. Dank einigen netten Euroklub-Mitgliedern habe ich auch in Wladimir schon ein paar der architektonischen Meisterwerke besichtigt. Natürlich gibt es hier noch viel mehr, das ganz anders ist. Das Klischee der russischen Gastfreundschaft beispielsweise erweist sich als sehr wahr. Man wird zum Essen eingeladen, und alle helfen einem, den Weg zurück zum Wohnheim oder ins Zentrum zu finden. Das Studentenwohnheim ist zwar (natürlich) nicht wie in Deutschland, aber doch besser als erwartet. Nach ein paar Tagen weiß ich jetzt aber, daß der Satz „Es gibt keinen Plan“ hier wirklich wahr ist. Das meiste wird „später“ geregelt. Das ist zwar manchmal frustrierend, aber auch lustig. Von allen Stereotypen über das Land trifft der der russischen Gastfreundschaft am meisten zu. Auch wenn das Eingewöhnen natürlich schwer und alles sehr fremd ist, gibt es viele nette Menschen, die mir dabei helfen und Zeit investieren, damit ich mich wohlfühle.

Die obenstehenden Zeilen habe ich direkt fünf Tage nach meiner Ankunft geschrieben, sie spiegeln meinen allerersten Eindruck wieder. Nach über drei Wochen in Wladimir (die ziemlich schnell vergangen sind), bleibt derzeit vor allem ein sehr positives Gefühl. Ich freue mich auf die Arbeit im Euroklub, und auch der Alltag läßt sich etwas einfacher meistern, jetzt wo ich in der Stadt ein bißchen Orientierung gefunden habe. Wladimirs Zentrum ist wunderschön, und eigentlich ist allein der Anblick der Mariä-Entschlafens-Kathedrale ein Grund, hier zu sein. Inzwischen habe ich mich auch an den vielen Schwarztee gewöhnt und freue mich darauf, in den nächsten Wochen hoffentlich mit dem Russischlernen zu beginnen.

Mathilda Wenzel

Vom 17. bis 23. August fand in Wladimir das 16. internationale Treffen von jungen Künstlern, „Pleinair“ genannt, statt. Die diesjährige Zusammenkunft war dem Jahr des Umweltschutzes gewidmet. Hierzu fanden sich rund 400 Jugendliche aus dem ganzen Land und sieben weiteren Staaten zusammen. Die russischen Teilnehmer und die Jugendlichen aus Deutschland, Spanien, Slowenien, der Ukraine, aus Weißrußland, Usbekistan und Kasachstan trafen sich, um eine Woche lang zu zeichnen, die Umgebung zu erkunden und sich über Kunst auszutauschen. Hauptorganisator der Veranstaltung war die Organisation „Dom mira“ (auf deutsch „Haus des Friedens). Unterstützt wurde diese vom Euroklub Wladimir, der mit seinen Mitgliedern Jugendgruppen betreute, für einen reibungslosen Ablauf des Programms sorgte und übersetzte, kurz: mithalf um das Plenum auch in diesem Jahr wieder zu einem vollen Erfolg zu machen. Die internationalen, jungen und älteren Gäste besichtigten während ihres Aufenthaltes verschiedene Städte der Region und hatten reichlich Gelegenheit, ihren Impressionen auch künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Ehrengast des Treffens 2017 war der Pädagoge, Künstler und Professor Boris Nemenskij. Das Großereignis zur Förderung von jungen Künstlern und internationaler Zusammenarbeit im Bereich Jugend, fand am letzten Abend mit einem kulturellen Programm im Haus der Kultur seinen Abschluß. Es gab eine Vorstellung von traditionellen Tänzen und Gesängen, die sehr beeindruckend war. Anschließend wurden Urkunden an die Kinder und Jugendlichen verliehen (geordnet nach Altersklassen und Kategorie des jeweiligen Werks), die stolz in Empfang genommen wurden. Im Rückblick kann man sagen, daß auch das Plenum 2017 wieder großen Anklang bei den Jugendlichen aus verschiedenen Ländern fand und erneut bewies, wie einfach Völkerverständigung sein kann, wenn die junge Generation durch ein gemeinsames Interesse verbunden ist.

Jelena Guskowa und Mathilda Wenzel

Erster Schultag

Am 1. September waren wir in der Schule Nr. 2 zu Gast. Wir wollten den Schülern etwas über die Partnerschaft zwischen den Städten Jena und  Wladimir vermitteln und zugleich die Sache des Euroklubs an der Schule noch bekannter machen. Im kommenden Schuljahr wird, in Zusammenarbeit mit dem Euroklub, möglicherweise ein Austausch zwischen einer deutschen Schule und der Schule Nr. 2 organisiert. Nebenbei hatte ich die Möglichkeit, zu erleben, wie der erste Schultag hierzulande zelebriert wird. Während das nämlich in Deutschland, außer für die Erstklässler, einfach ein normaler Schultag ist, wird der Schulbeginn hier mit einigen Feierlichkeiten begangen. Es gab ein Programm mit verschiedenen Liedern und Tänzen, und einige Leute wurden ausgezeichnet. Am Ende sind alle Schüler klassenweise in die Schule gegangen. Im Unterricht haben wir schließlich in zwei neunten Klassen eine kurze Präsentation über Jena und den Jugendaustausch mit Wladimir gehalten. Meine Worte auf Deutsch wurden abwechselnd von Jelena und den Schülern (beziehungsweise jeweils von dem, der am Meisten verstanden hatte) ins Russische übersetzt. Auch wenn der Schultag in vielen Punkten so anders als in Deutschland verläuft, ist doch das Verhalten der Schüler im Unterricht überall dasselbe. Und so gab es natürlich auch hier die Klassenkasper und diejenigen, die echtes Interesse an Jena und den Aktivitäten des Euroklubs zeigten. Insgesamt war es ein sehr interessanter und schöner Vormittag, an dem wir sowohl den Euroklub etwas bekannter machen, als auch einen Einblick in den russischen Schulalltag gewinnen konnten.

Mathilda Wenzel


 

Bei der Präsentation der russischen Ausgabe des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ im April zeigte ein eigens aus Nischnij Nowgorod nach Wladimir angereistes Schülerensemble Szenen eines gleichnamigen Stücks, das auf Motiven des Buches mit Erinnerungen von Wehrmachtsangehörigen an ihre Zeit in Kriegsgefangenenlagern fußt und dessen Titel auf einen Satz zurückgeht, den eine alte Russin 1949 in der späteren Partnerstadt Erlangens zu dem Wehrmachtssoldaten Alfons Rujner unmittelbar vor dem Heimtransport sagte. Oberbürgermeister Florian Janik zeigte sich tief beeindruckt von der Bühnenfassung und sprach spontan eine Einladung nach Erlangen aus. Nun geht die Truppe Ende des Monats in Süddeutschland auf Tournee und startet ihre Gastspiele am Sonntag, den 22. Oktober, um 17.00 Uhr im Gemeindezentrum St. Xystus im Erlanger Stadtteil Büchenbach, Kolpingweg 16. Tags darauf ist es vormittags in der Waldorfschule, Rudolf-Steiner-Str. 2 (nur nach Anmeldung, da geschlossene Veranstaltung), zu sehen.

Rose Ebding, Initiatorin des Projekts, war von 2014 bis 2017 Landesprogrammlehrerin am Gymnasium Nr. 1 in Nischnij Nowgorod und erarbeitete zusammen mit ihrer Kollegin, Marina Kotschkina, und der Klasse 10 das Stück, das sich um drei Protagonisten rankt. Einer von ihnen, der 95jährige Wolfgang Morell aus Erlangen, wird die Truppe begleiten und nach den Aufführungen für Fragen zur Verfügung stehen. Das Schauspiel wird in deutscher und russischer Sprache (mit deutschen Übertiteln) dargeboten. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Wolfgang Morell und Schanna Woronzowa, gesehen von Rose Ebding

Folgender Trailer gibt Aufschluß darüber, worum es in dem Stück geht:

Der Fernsehsender NTV drehte in Nischnij Nowgorod einen Film über die Begegnung von Wolfgang Morell mit seiner Jugendliebe, Schanna Woronzowa, nach 68 Jahren, der in den Tagesnachrichten ausgestrahlt wurde und unter folgendem Link zu sehen ist: https://is.gd/bQAJMK (auf Russisch)

Außer in Erlangen wird die Aufführung noch gezeigt: am 24.10., um 19.00 Uhr am Immanuel-Kant-Gymnasium in Leinfelden, am 26.10. vormittags am Gymnasium Markdorf sowie um 19.30 in der Waldorfschule Überlingen, am 27.10. vormittags am Graf-Zeppelin-Gymnasium in Friedrichshafen und zum Abschluß am 29.10. um 16.00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Immenstaad. Hier zum Nachlesen und als Vorgeschmack noch einmal die schönste deutsch-russische Liebesgeschichte: https://is.gd/3DVrjV


Der schreckliche Unfall bei Pokrow in der Region Wladimir ging bereits durch die Presse, sogar Angela Merkel kondolierte den Angehörigen der 16 Todesopfer, darunter ein Kind. Ein vollbesetzter 58-Plätze-Bus aus Kasachstan war gestern nacht um 3.39 Uhr auf einem Bahnübergang mit einer Panne liegengeblieben und von einem Zug erfaßt worden.

Einige Passagiere des Busses hatten trotz nachtschlafener Zeit, vom Fahrer alarmiert, den Ernst der Lage begriffen und versucht, das Fahrzeug von den Gleisen zu schieben; gleichzeitig zog der Lokführer die Notbremse. Doch der Aufprall war nicht mehr zu vermeiden und hinterließ ein Bild des Grauens.

Die Einsatzkräfte brachten die Verletzten, darunter auch Kinder, in die umliegenden Krankenhäuser, ein Patient verstarb später in der Wladimirer Notfallklinik.

Die Tragödie hinter dem Unfall: Der Bus war von Schleusern organisiert und mit illegalen Gastarbeitern aus Usbekistan besetzt, die für 5.000 Rubel die eine ganze Woche währende Reise angetreten hatten, um in Rußland ihr Glück zu suchen.

Der Kopf der Schleuser, ein Kasache, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Aber Fachleute gehen davon aus, daß derlei Unternehmungen recht häufig vorkämen, daß dahinter ein System stecke. Die nicht verletzten Fahrgäste haben denn auch schon Anzeigen erhalten und werden ausgewiesen, was auch denen droht, die noch in den Krankhäusern behandelt werden, wobei da wohl noch zu klären sein wird, wer für die Kosten aufkommt.

Ebenfalls gestern nacht ein grausiger Unfall im Landkreis Alexandrow: Ein Lkw rammte frontal einen Pkw, der sofort Feuer fing und dessen Insassen, drei Erwachsene und ein Kind, in den Flammen umkamen.

Gennadij Karaulow

Und schließlich wird heute der Arzt Gennadij Karaulow zu Grabe getragen, der in seinem 77. Lebensjahr verstarb und schon 1990 im Rahmen der Aktion „Hilfe für Wladimir“ sein Orthopädisches Zentrum in Jurjewez, inzwischen in die Partnerstadt eingemeindet, weit öffnete für die Kontakte mit den Kollegen aus Erlangen. Ihnen allen ein bleibendes R.I.P.


2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Das E-Werk Kino nimmt dies zum Anlaß für eine russische Filmwoche, in der bedeutende Werke der sowjetischen Kinematographie ebenso gezeigt werden wie neue Filme, davon zwei als Preview vor Kinostart. Beginnend mit einer (fast) zeitgenössischen Nachzeichnung der Ereignisse während der Revolution („Oktober“) über einen Tarkowskij-Klassiker („Iwans Kindheit“) hin zu Filmen aus der nachsowjetischen Zeit.

Oktober – Dieser Film läuft in…

Die Streifen laufen in der russischen Originalfassung mit deutschen Unter- bzw. Zwischentiteln:

Iwans Kindheit, 1962

Fr., 20.10., 18.15 Uhr Leviathan
21.00 Uhr Iwans Kindheit
Sa., 21.10., 19.00 Uhr Leviathan
So., 22.10., 18.00 Uhr Iwans Kindheit
20.00 Uhr Loveless
Di., 24.10., 18.00 Uhr Leviathan
20.00 Uhr ОКТЯБРЬ / Oktober (Stummfilm mit Pianobegleitung)
Mi., 25.10., 18.00 Uhr Iwans Kindheit
20.00 Uhr Liebe auf Sibirisch

E-Werk 2

Leviathan

Eine seltene Gelegenheit, das sowjetisch-russische Kino kennenzulernen, die hoffentlich zahlreich genutzt wird, damit es bald eine Fortsetzung gebe im E-Werk an der Fuchsenwiese. Mehr zu den Filmen und Eintrittspreisen unter: https://is.gd/otOO9J

Schlau schlafen


Die digitale Technik wacht nun auch über den Schlaf. Wie das Internetportal Zebra-TV berichtet, hat die Firma Askona aus der Region Wladimir ein Kissen entwickelt, das zwar keine süßen Träume verspricht, nach dem Aufwachen aber alle Daten zur Nachtruhe bereithält und sogar Hinweise darauf an die Hand gibt, wie sie noch erholsamer werden kann. Nach Auskunft des Herstellers handele es sich dabei um eine Entwicklung mit Pioniercharakter, weltweit – und das zu einem Verkaufspreis von nur 13.000 Rubeln, also deutlich unter 200 Euro, was in einem Rahmen liegt, der niemandem den Schlaf rauben dürfte. Die Kundschaft soll schon in wenigen Wochen rund um den Globus zugreifen können, die Gebrauchsanweisung liegt bereits in zwölf Sprachen vor, denn die Konkurrenz schläft nicht, auch andere Firmen arbeiten an ähnlichen Konzepten. Die ausgeschlafensten Entwickler freilich kommen aus Wladimir.

Was zeichnet das weltweit erste Smart-Kissen nun aber bei der Vermessung des Schlafs auf? Die Schlafphasen, die Frequenz und Qualität der Atmung, eine ggf. vorliegende Apnose und die Herzfunktionen, alles Parameter, die Auskunft über die Güte der Nachtruhe Auskunft geben. Alles anwenderfreundlich und mit allen gängigen Geräten zu verbinden, wie bei allen IT-Konzernen auch schon mit den Perspektiven auf die Versionen 2.0 und 3.0. Sobald es in Rußland ein Gesetz für Telemedizin gibt, könnte  der Absatz auf dem heimischen Markt so richtig anspringen, und dann wird es sich auch lohnen, die Arbeit an der Entwicklung einer smarten Matratze fortzusetzen, die natürlich noch viel mehr Daten liefern könnte. Schon jetzt rechnet die Firma, die fast 50% des heimischen Marktes abdeckt, mit bis zu 12 Mio. Kissen, die man jährlich neu in russischen Betten aufschütteln könnte, auch als Vorsorge etwa gegen den Tod durch Apnoe. Eine Lebensversicherung hingegen schließt man auch so nicht ab, denn es bleibt dabei: Des Schlafes Bruder ist der Tod, – und eine Straße muß ich gehen, die noch keiner ging zurück: https://is.gd/V0J1Ju

 


Johann Wolfgang von Goethe spricht in seinen Theoretischen Schriften davon, daß wer die deutsche Sprache verstehe und studiere sich auf dem Markte befinde, wo alle Nationen ihre Waren anbieten; er spiele den Dolmetscher, indem er sich selbst bereichere. Das Erlangen-Haus verfügt über einen ungewöhnlich großen Erfahrungsschatz auf dem Markt der Sprachen und versucht sich nun darin, das Deutsche von klein auf als erste Fremdsprache zu vermitteln.

„Ich weiß nicht, mit welcher Sprache ich anfangen soll.“ – „Fang doch mit Deutsch an, Du wirst es nicht bereuen.“

Unter anderem mit dem Argument, damit erhöhe sich später die Motivation eine oder gar mehrere weitere Fremdsprachen zu erlernen, polyglott zu werden. Dies legen tatsächlich Untersuchungen nahe, die auch belegen, daß das Studium des Deutschen hilft, das logische Denken und die Artikulation zu entwickeln.

Die Kindergruppe des Erlangen-Hauses

Seit gut zwei Wochen gibt es denn nun auch die erste Kindergruppe am Erlangen-Haus, ganz nach dem unverwüstlichen Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Wer weiß, wo wir eines Tages diesen sieben Zwerglein auf ihrem langen Weg in der weiten Welt der Städtepartnerschaft wieder begegnen…

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