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In das Jahr 1628 geht die erste Erwähnung der Freitagskirche in Wladimir zurück. Das der Ikone der Gottesmutter vom Zeichen geweihte Gotteshaus, ganz im Zentrum der Stadt gelegen, hatte eine Gemeinde von gut eintausend Seelen und wurde unter den Bolschewisten 1929 geschlossen. Bis in die 50er Jahre hinein nutzte man das seines Glockenturms beraubte Gebäude für weltliche Zwecke, etwa auch als Dach für die Philharmonie.

Freitagskirche Anfang des 20. Jahrhunderts

1960 folgte dann der Abriß, und in die entstandene Lücke baute man ein sowjetisches Pfannenkuchenhaus, wo es lange vor der weltweiten Einführung des Begriffs „Fast Food“ für alle, die bei aller Eile etwas Leckeres essen wollten, Wladimirs beste Bliny zu genießen gab.

Karfreitagskirche 1958

Bis es dann, frei nach Wilhelm Buch, vor drei Jahren hieß: „Also lautet der Beschluß, daß man wieder beten muß.“ Der Abbruch des Zeugnisses sowjetischer Architektur rief zwar einigen Widerstand hervor, aber die gegenwärtige Linie, wonach – horribile dictu – auf Teufel komm raus jede Kapelle aus den Ruinen auferstehen soll, setzte sich im Frühjahr 2016 durch.

Blintschiki kurz vor dem Abriß

Doch die Baustelle ruht seit einiger Zeit, der Mäzen, ein lokaler Bauunternehmer schlägt sich derzeit mit dem Fiskus und Staatsanwalt herum, hat also ganz irdische Sorgen und offenbar auch nicht mehr das nötige Kleingeld, um die Kirche wiederzuerrichten. Und so wird man sich vorerst an die Baulücke, nur wenige Steinwürfe vom Kathedralenplatz entfernt, gewöhnen müssen.

In Erwartung des Wiederaufbaus

Unterdessen hatten sich aber im Sommer 2015 die Archäologen in die Tiefe unter den Fundamenten gegraben und brachten eine ganze Nekropole ans Tageslicht. Ihren Schatz stellten sie jetzt vor, wie Zebra-TV berichtet.

Grabungen

In der Tat gab es hier einiges zu heben und zu bergen, befand sich doch vermutlich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts an dieser Stelle ein Friedhof. Auf einer Fläche von 370 qm entdeckte man 112 Gräber, größtenteils aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Memento mori

Die Funde mit dem Vermerk „Memento mori“ lagerte man zunächst im einst so belebten und nun leergeräumten Schnellrestaurant „Blintschiki“, bevor sie in Moskau näher untersucht wurden. Ersten Ergebnissen zufolge lag in Wladimir die Lebenserwartung von Männern bei 39 Jahren, Frauen starben im Schnitt schon mit 36 Jahren, und die Kindersterblichkeit lag bei 65%. Deutlich zu erkennen auch die harten Lebensbedingungen der Menschen. Die sterblichen Überreste weisen Spuren schwerer körperlicher Arbeit ebenso auf wie Anzeichen für gutartige Geschwüre, Entzündungen, venöse Insuffizienz, behandelte Brüche des Nasenbeins oder der Extremitäten, Zahnerkrankungen und altersbedingte Gelenkveränderungen. Viel Material für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und wohl auch die Einsicht, daß in der „guten alten Zeit“ wohl auch nicht immer alles besser war als heute in dieser besten aller Welten.

 


Allmählich verlassen auch die letzten Gäste der „Russisch-Deutschen Wochen“ aus Wladimir ihre Partnerstadt. Wladislaw Kapsjonkow macht sich am Samstag auf die Heimreise – „nach Tagen voll großartiger Eindrücke von einem Land, das ich bisher nur aus den Schilderungen meiner Schwester gekannt hatte.“

Manfred Kirscher, Kristina Kapsjonkowa und Wladislaw Kapsjonkow

Begleitet von Manfred Kirscher und seiner Schwester, die seit zwei Jahren eine Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde macht, erkundete der Student der Geophysik fast zwei Wochen lang die „Bodenschätze“ der Partnerschaft und versprach gestern bei seinem Zwischenbericht im Rathaus, bald die Ergebnisse seiner Messungen und Analysen exklusiv für den Blog vorzustellen. Die Wissenschaftsredaktion bittet deshalb noch um ein wenig Geduld.

Florian Janik und Jurij Fjodorow

Derweil hat das Politikressort noch einen Nachtrag zum Besuch von Jurij Fjodorow, Staatssekretär a.D. und Mitglied der Wladimirer Regionalduma, der sich am Montag ins Gästebuch der Stadt Erlangen eingetragen hatte. Er, 1984 als stellvertretender Vorsitzender des Exekutivkomitees des Rats der Volksdeputierten der erste „Kundschafter“ Wladimirs in der Hugenottenstadt, gilt ja als „Vater der Partnerschaft“ auf russischer Seite und konnte sich nun aufrichtig über all das freuen, was in den 35 Jahren deutsch-russischen Miteinanders alles entstanden ist: „ein einzigartiges Netzwerk einer Bürgerpartnerschaft, genau das, wovon Dietmar Hahlweg und ich damals träumten. Schön, das nun während dieser ereignisreichen Tage der Begegnungen mit so vielen Menschen und bei so großartigen Veranstaltungen selbst erlebt zu haben.“

Erlangen-Haus im Schnee

Die „Russisch-Deutschen Wochen“ gehen nun, während Wladimir im Schnee versinkt, in die Faschingsferien. Aber schon am Montag, den 19. Februar. beginnt mit dem Filmabend „Hundeherz“ die zweite Staffel der Veranstaltungen, zu denen in den nächsten Tagen hier die Vorberichte erscheinen. Einstweilen also „Helau!“ – und bitte dranbleiben.

 


Drei Jahre – vom Sommer 2014 bis zum Sommer 2017 – verbrachten Rose Ebding und Hans-Joachim Preuß zwischen Regnitz und Wolga, um genau zu sein, liegt auch noch der Neckar dazwischen, denn die mittlerweile pensionierte Pädagogin kommt aus Stuttgart, während „der Mann der Lehrerin“, als der er im Visum ausgewiesen war, in Erlangen lebt, wenn er nicht gerade irgendwo zwischen Königsberg und Kamtschatka unterwegs ist. Drei Jahre in eineinhalb Stunden zu packen? Durchaus eine Herausforderung. Aber möglich, wenn man – wie gestern abend im Großen Saal der Volkshochschule im Rahmen der „Russisch-Deutschen Wochen“ – so strukturiert und kurzweilig wie das Ehepaar zu berichten weiß – vom Alltag im Gymnasium Nr. 1 in Nischnij Nowgorod, einer von etwa 100 Schulen in der Russischen Föderation, wo das Deutsche Sprachdiplom erworben werden kann, auf das die Slawistin vorbereitete; vom Einkaufen unter den gar nicht so erschwerten Bedingungen von Sanktionen und Gegensanktionen; von den Spaziergängen entlang der Oka bis zu deren Mündung in die Wolga, unterlegt mit Sehnsuchtsbildern aus allen Jahreszeiten; vom Flanieren über die Pokrowka, die Fußgängerzone ihrer russischen Heimatstadt; von den vielen offenen und lebensfrohen Begegnungen, wo der Daumen immer hoch ging, sobald man sich als Deutscher zu erkennen gab.

Vortrag „Zwischen Regnitz und Wolga“

Überhaupt die menschliche Note: Hans-Joachim Preuß weiß von einer Kioskbesitzerin zu berichten, die ihn schon beim zweiten Einkauf als alten Bekannten begrüßte und ihm nur ihre besten Birnen – nicht aus der Auslage! – verkaufte oder vom Straßenmusiker, der schlechter Deutsch sprach als der Erlanger Russisch, bei jedem Treffen auf der Pokrowka aber stets „Dein ist mein ganzes Herz“ anstimmte. Wann es genau war, wissen die beiden wohl auch nicht zu sagen, aber die beiden haben unverkennbar ihr Herz an Nischnij Nowgorod, die russischen Menschen, die russische Musik und Lebensart verloren und kündigen denn auch nach dem Vortrag an: „Wir kommen wieder!“

Hans-Joachim Preuß und Rose Ebding

Schon für Mai, verrät Rose Ebding, plane man die nächste Reise, zunächst nach Wladimir, hat ihr Mann doch beim „Russischen Abend“ am vergangenen Freitag den Titel „Russionär“, den Hauptpreis beim Quiz, verliehen bekommen und darf sich auf einen Freiflug mit drei Gratisübernachtungen im Erlangen-Haus freuen. Ob dann im Visum der Lehrerin steht „Frau des Russionärs“ wissen wir freilich ebensowenig wie, wohin die Reise der beiden sonst noch führen wird. Jedenfalls dürfen wir dann auf eine Fortsetzung des Blogs https://stuttgartnishnij.wordpress.com hoffen, in dem zu blättern immer wieder helle Freude bereitet. Und dann gibt es bestimmt auch einmal einen Vortrag der beiden über ihre Reisen durch jenes weite Land, das sie nicht mehr loslassen will.


Bisher hatte es noch keine unmittelbare Freundberührung gegeben, erst die „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule brachte gestern abend die „Kommunalka“ und den „Freundeskreis Wladimir“ zusammen, – und schon entstand mehr als wenn man nur eins und eins zusammenzählt. So unterschiedlich der „Überbau“ der Städtepartnerschaft auf den ersten Blick sein mag, so viele Möglichkeiten eines Miteinanders zeigten sich bereits bei diesem ersten Treffen.

Facebook-Auftritt „Kommunalka“

Der Freundeskreis, vertreten durch Sprecher Gerhard Kreitz – er hatte noch um die Mittagszeit Irina Chasowa, Jelena Tschilimowa und Wiktor Malygin zum Flughafen gebracht -, besteht seit 2010 als „Stammtisch“, ohne Satzung, der sich hauptsächlich um die Unterbringung und Begleitung von Gästen aus Wladimir kümmert, aufmerksam und zuvorkommend für deren Kultur-, Ausflugs- und Wohlfühlprogramm sorgt, mit anderen Worten das bürgerschaftliche Element der Städtepartnerschaft prägt.

„Freundeskreis Wladimir“ trifft „Kommunalka“

Die „Kommunalka“ hingegen tat sich erst im Sommer vergangenen Jahres nach einer Studienreise des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa an der FAU nach Sankt Petersburg und Wladimir zusammen, wo man, wie Sonja Ruppik, Cornelia Götschel und Igor Biberman den Gästen im Club International erläuterten, so manches Klischee von „den Russen“ getrost vergessen konnte. Seither wächst die Gruppe, die sich nach den zwangsfreiwilligen Wohn- und Lebensgemeinschaften aus Sowjetzeiten benennt und bei ihren Aktivitäten und Veranstaltungen nicht nur die Partnerstadt, sondern ganz Osteuropa im Blick hat, wie eben erst bei einer Fahrt nach Prag. Doch schon entsteht im Gespräch die Idee, einander bei der Betreuung von Gästen zu unterstützen, Jugendliche aus Wladimir einzuladen, die bisher keine Gelegenheit hatten, Erlangen zu besuchen, sich einmal zusammenzusetzen, um über mögliche gemeinsame Projekt zu sprechen. Mitmachen jedenfalls kann jeder, hier wie dort, und virtuell kann man ja immer einmal bei der „Kommunalka“ unter https://is.gd/hCFyOk vorbeischauen.

Wladimir im Schnee

Derweil ist in Wladimir so richtig viel Schnee gefallen, und die Temperaturen sind endlich dort, wo sie um diese Jahreszeit auch sein sollten. Der Februar nämlich wird in den slawischen Sprachen „luty“ oder „ljutyj“, der „strenge, schreckliche und wilde“ Monat, genannt.

Der Mongolensturm auf Wladimir

Streng, schrecklich und wild erlebte Wladimir vor allem den 7. Februar 1238. Damals, vor 780 Jahren, vollendete Batu Khan mit der Einnahme der Hauptstadt der Rus das Eroberungswerk seines Großvaters, Dschingis Khan. Das Mongolenheer hatte am 20. Januar bereits das damals noch unbedeutende Moskau im Sturm genommen und traf – wohl auf der zugefrorenen Kljasma vordringend – am 4. Februar auf die Verteidigungsmauern von Wladimir. Die Angreifer führten eine Geisel aus Moskau bei sich und forderten von den Verteidigern die bedingungslose Kapitulation. Doch die Russen hofften auf baldige Verstärkung und ließen sich auf den Handel nicht ein – mit fatalen Folgen: Die Feste Wladimir hielt – übrigens ebensowenig wie Susdal, das man im Handstreich niedergeworfen hatte – der Belagerung und dem Dauerbeschuß nicht stand und verlor nach gerade einmal drei Tagen des Widerstands einen Großteil seiner Bevölkerung, erlitt die Zerstörung seiner Kirchen und Klöster und ging seiner politischen wie geistlichen Vormachtstellung für immer verlustig. Ein strenger, schrecklicher und wilder Tag in der Geschichte der Partnerstadt und des ganzen Landes, das – leider auch durch Fehlentscheidungen der eigenen Fürsten und Zaren, die etwa Hilfsangebote des Papstes ausschlugen – für fast drei Jahrhunderte den Tataren untertan und tributpflichtig blieb. Kein Wunder, daß im vorpetrinischen Russischen Reich gut ein Viertel der Adelsgeschlechter mongolische Vorfahren hatte. Und noch heute sagt man: „Kratze an einem Russen, und es kommt ein Mongole zum Vorschein.“


Als Bühne für die Kammerspiele der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule dient der Club International, geschaffen für Veranstaltungen ohne Mikrophon und Rednerpult, ganz so, wie man es sich für eine literarische Lesung vorstellt, wie sie gestern abend vor einem zweiundzwanzigköpfigen Kreis zu erleben war. Mit einer poetischen Bekanntschaft, die der Referent des Abends, Peter Steger, seit 1990 pflegt, als in seiner Übersetzung der Lyrikband „Denkmal für den unbekannten Feigling“ des Moskauer Autors Wjatscheslaw Kuprijanow erschien.

Peter Steger

Das Tandem hat seither eine Vielzahl von Büchern – auch mit Erzählungen und Romanen – veröffentlicht, eine weitere Publikation ist derzeit in Vorbereitung. Natürlich gab es aber auch Übertragungen von Lyrik aus Wladimir zu hören, und mit Wiktor Malygin – in der Partnerstadt nicht nur als Germanist bekannt, sondern auch als Rezitator geschätzt – war vereinbart, in seiner inspirierten Interpretation auch zwei Gedichte von Alexander Puschkin erklingen zu lassen.

Peter Steger und Wiktor Malygin

Nicht vereinbart war dann freilich, womit der russische Gast am Ende der Veranstaltung Publikum wie Referent überraschte: Dieser Tage wurde an der Regionalen Wissenschaftlichen Maxim-Gorkij-Bibliothek in Wladimir zum dritten Mal das „Buch des Jahres“ gewählt. In der Sparte „Memoirenliteratur“ entschied sich die zehnköpfige Jury unter elf nominierten Titeln für den Band „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, auf Deutsch zusammengestellt und herausgegeben von Peter Steger im Jahr 2015 und im April 2017 in der russischen Übersetzung von Jelena Tschilimowa erschienen.

Diplom für das „Wladimirer Buch des Jahres 2017“

Mit dieser Auszeichnung, so der glückliche Autor, ist das Buch tatsächlich dort angekommen, wo es hingehört: im kollektiven Gedächtnis der Partnerstadt. Als Gelegenheitsübersetzer fügt er freilich in Anerkennung der Arbeit von Jelena Tschilimowa an, wie schön es gewesen wäre, wenn man auch deren Leistung namentlich gewürdigt hätte. Viel zu oft noch bleibt nämlich der Anteil des Übersetzers am Erfolg eines Buches unerwähnt, nicht gebührend geschätzt. Doch die Freude über den Preis kann das nicht trüben.


Nachzutragen zu den vorhergehenden Berichten über den Auftakt zu den „Russisch-Deutschen Wochen“ ist noch ein kurzer Hinweis auf zwei junge Männer, die eher im Hintergrund blieben und gestern ihren letzten Tag in Erlangen zu einem Ausflug nach Cadolzburg zusammen mit Anna Schellenberger und Alexandra Jegorowa nutzten. An einen Ort übrigens, dessen Anfänge auf eine Zeit zurückgeht, die in etwa mit der Periode zusammenfällt, als Wladimir seine Blüte erlebte, und der auch durchaus politisch-dynastischen Vergleichen mit der einstigen Hauptstadt der Alten Rus standhält, wie die jungen Gäste erfuhren.

Michail Paryschew, Anna Schellenberger, Alexandra Jegorowa und Matwej Grigorjew

Da ist zunächst Michail Paryschew, der seine Mutter, Jelena Gorbunowa, und ihr jeweiliges Team bei all den Reisen in Sachen Spitzenklöppeln durch halb Europa – und nicht zum ersten Mal nach Erlangen – zu Kongressen, Ausstellungen oder Seminaren begleitet und als „Junge für alles“ fungiert. Still und unauffällig, aber immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird.

Matwej Grigorjew

Und Matwej Grigorjew, der nach zwei früheren Besuchen als Schüler für eine gute Woche – nun als Biologie-Student – Erlangen per Pedes und Pedalen erkundete, bis er sich, wie er selbst meint, den Wolf gelaufen und den Hintern wundgesessen und dabei natürlich vieles entdeckt hatte, was ansonsten eher nicht die Schlagzeilen des Blogs beherrscht, etwa eine Schallplatte, die sich sein Vater schon lange gewünscht hatte. „Schon allein dafür hat sich die Reise gelohnt“, so des Gastes Fazit, der freilich auch eine Erfahrung mit nach Hause nimmt, die Konsequenzen haben dürfte: „Mit Englisch und Russisch allein kommt man hier nicht zurecht, wenn man näher mit den Menschen vertraut werden und vielleicht sogar einmal ein Gastsemester an der FAU studieren will.“ Vielleicht hat da ja das Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses gerade einen neuen Kursteilnehmer gewonnen. Kein schlechter Nebeneffekt eines solchen Besuchs und ein guter Vorsatz. Bei Matwej Grigorjews nächster Erlangen-Reise werden wir die Probe aufs Exempel machen.


Kaum war der Auftakt mit dem „Russischen Abend“ verklungen, ging es gestern ab dem späten Vormittag schon weiter mit dem Programm der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule. In zwei Sparten, auf zwei Bühnen.

Anna Schellenberger und Jelena Gorbunowa ziehen die Fäden

Während im Historischen Saal des Wildenstein’schen Palais Jelena Gorbunowa und Anna Schellenberger Einzelunterricht beim Klöppeln  gaben und dabei halfen, kunstvoll die Fäden der Partnerschaft zu ziehen, füllte sich im Club Internation des Egglofstein’schen Palais mit Gästen zum „Russischen Brunch“.

Russischer Brunch im Club International

Die Organisatoren des kulinarischen Treffens, Gerhard Kreitz und Wolfram Howein, dachten dabei nicht nur an das leibliche Wohl, sondern sammelten für die „Pannenhilfe Kammerorchester Wladimir“, ein Zweck, der sein Ziel allmählich erreicht, denn der VW-Bus mit Getriebeschaden ist mittlerweile in Dresden repariert und steht zur Abholung bereit. Nach bisheriger Planung wird Mitte April Igor Besotosnyj wieder nach Erlangen kommen und dann auch sein Fahrzeug abholen können. Doch dazu bald mehr.

Pannenhilfe für das Kammerorchester Wladimir

Die Partnerschaft – ein Wunschkonzert? In vielfacher Hinsicht schon, denn sie lebt von den Ideen und Initiativen aller, die den Austausch mitgestalten wollen. Da wäre es doch einmal lohnend, Wünsche und Vorstellungen zu sammeln, wie das Miteinander von Erlangen und Wladimir in fünf Jahren aussehen könnte. Also: Wunschzettel ausfüllen, einwerfen. Auch wenn vielleicht nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, dürfen doch alle, die mitmachen, darauf hoffen, zum vierzigjährigen Partnerschaftsjubiläum – das dann in Wladimir ausgetragen wird – das große Los gezogen zu haben und einen der vielen Preise zu gewinnen. Setzen Sie also auf die Zukunft der Partnerschaft und deren Glück, dann winkt auch Ihnen Fortuna.

Wünsch dir was für die Partnerschaft

Aber die Hauptsache gestern waren natürlich Essen und Trinken, die auch Erlangen und Wladimir zusammenhalten. Schon seit dem frühen Morgen hatten sich Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, mit Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und ihrer Vorgängerin in der Funktion, Jelena Tschilimowa, auf die Speisung der 40 vorbereitet, und siehe, die Hungrigen und Dürstenden kamen ohne Zahl, sich am „Hering im Pelz“ oder Salat „Olivier“ zu laben.

Jelena Tschilimowa 1

Jelena Tschilimowa bei den Vorbereitungen auf den Russischen Brunch

Ohne Rechnung am Ende, nur mit der Bitte, sich an der Sammlung für die „Pannenhilfe Wladimir“ zu beteiligen.

Irina Chasowa, Gerhard Kreitz und Jelena Tschilimowa

Und so wurde dieser Brunch zu einem weiteren Flansch der Partnerschaft, zu einer dichten Verbindung zwischen den komplex kommunizierenden Röhren des Austausches zwischen Erlangen und Wladimir, von denen es so viele gibt, wie Menschen sich beteiligen.

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