Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Zivilgesellschaft’ Category


Wie umstritten die Haltung von Delphinen in Deutschland ist, sieht man am Beispiel des Nürnberger Zoos, der von Tierschützern immer wieder aufgefordert wird, sein Zuchtprogramm für die Meeressäuger einzustellen. Noch die besten Bedingungen der Gefangenschaft seien nicht geeignet, den intelligenten Tümmlern – jeder kennt ihn, den klugen Delphin – die Voraussetzungen für ein artgerechtes Leben zu bieten.

Delphinarium in Wladimir

In Wladimir nun gastiert seit dem 16. Mai und noch bis Ende der Woche eine mobile Show einer Privatfirma aus Moskau – übrigens in unmittelbarer Nähe zum Erlangen-Haus, am Lybjed-Stadion – mit zwei Schwarzmeerdelphinen und einem Paar Seebären, begleitet von Aufrufen, die vierzigminütigen Vorführungen zum Preis von 600 Rubeln einzustellen. Zu belastend sei für die Tiere der lange – übrigens in Deutschland verbotene – Transport von Stadt zu Stadt, zu flach das vier Meter tiefe Becken heißt es in einer Petition mit etwa 2.500 Unterschriften.

Nun droht der Unternehmer, Tierschützer und Journalisten wegen Rufschädigung zu verklagen – und startet eine Öffentlichkeitskampagne. Wie auch immer die Sache ausgeht, sie zeigt, wie auch in der russischen Gesellschaft die Sensibilität dafür wächst, wie der Mensch mit Geschöpfen umgehen sollte.

Photos: Zebra-TV

Read Full Post »


Im Ersten Kanal des Zentralen Russischen Fernsehens lief dieser Tage ein Beitrag über die in Wladimir und Umgebung gestartete Aktion „Verschenke ein Fahrrad“. Es handelt sich dabei um einen Aufruf an alle, die in der Garage ein nicht mehr benötigtes, aber funktionsfähiges Velo stehen haben, das ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen brauchen könnte. Die Aktion wurde von einer Elterngruppe ins Leben gerufen, die sich neben der technischen Instandsetzung auch darum kümmert, die Kinder auf den Verkehr vorzubereiten.

Mit dem Fahrrad in den Mai vom Goldenen Tor bis zum Kathedralen-Platz

Und so treten sie denn in die Pedale, die glücklichen Kinder, auch wenn der Rahmen etwas verrostet sein oder das Rad einen Achter haben sollte. Und eines Tages, wenn sie groß sind, leben sie dann hoffentlich in einer Welt, wo nicht mehr nur das eigene Auto als das allein seligmachende Mittel der alltäglichen menschlichen Fortbewegung gilt. Hier zu sehen unter: https://is.gd/kYCzg1

Mit dem Fahrrad in den Mai vor dem Hindergrund des Wladimirer Kreml

Dank für den Hinweis auf die Sendung an Jonas Eberlein

Read Full Post »


Von allen Medizinkontakten zwischen Erlangen und Wladimir erweisen sich die Verbindungen der Pädiatrie als die beständigsten. Seit 1990 im Kinderkrankenhaus die ersten Hilfskonvois eintrafen, besteht auch der ärztliche Austausch zwischen den Partnerstädten, und seit 1999 spendet auf Initiative von Christine Delfs, Lehrerin an der Heinrich-Kirchner-Schule, alle Jahre wieder in der Adventszeit ihr Taschengeld bzw. verkauft Leckereien in der Pause zu Gunsten der kranken Kinder in Wladimir. 300 Euro sind dieses Mal zusammengekommen, eine Rekordsumme, die vor allem auf der Krebsstation Freude machen soll, wie Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Krankenhauses, bei der Übergabe versichert.

Peter Steger und Swetlana Makarowa

Gebastelte, gezeichnete und gemalte kleine Kunstwerke gehen im Gegenzug als Dankeschön nach Erlangen. Aber auch schon als Grundstock für eine Ausstellung, die 2019 zum zwanzigjährigen Jubiläum der Aktion an der Heinrich-Kirchner-Schule zu sehen sein wird. Wie eng die kreative Bewältigung der Krankheit hier Erlangen und Wladimir verbindet, zeigen die vielen Bilder in den Korridoren, die 2008 im Rahmen des Projekts „Heimat“ entstanden, wo, unterstützt von Soroptimist International, Kinder Einblicke in ihre Vorstellung von Heimat gaben.

Weltkarte der Kinder mit Swetlana Makarowa und Peter Steger

Eine Freude für alles Sinne ist es mittlerweile, die Klinik zu besuchen: hell und farbenfroh die Gestaltung und patientenorientiert die Verwaltung. Vorbei die Zeiten der Warteschlangen. Bei der Anmeldung bekommt man zentral alle notwendige Auskunft bis hin zur Terminvergabe.

Anmeldung

Und die Ausstattung? Auch die mittlerweile auf modernstem Niveau. Dabei war man ohnehin immer vorne mit dabei. Etwa als – ebenfalls im Rahmen einer Aktion von Soroptimist International – 2001 hier ein gynäkologisches Behandlungszimmer für Mädchen eingerichtet wurde. Das erste seiner Art in der ganzen Region. Erst in jüngster Zeit gibt es diese Angebote auch andernorts, die Politik hat am Beispiel von Wladimir landesweit die Notwendigkeit solcher Beratungs- und Therapiemöglichkeiten für junge Frauen verstanden und handelt nun.

Gynäkologisches Behandlungszimmer für Mädchen

Nur ein großer Wunsch ist noch nicht erfüllt: das Perinatalzentrum für Wladimir. Zwar, so Swetlana Makarowa, sei man stolz, mittlerweile sogar Frühgeburten mit einem Gewicht von 450 Gramm gesund groß zu bekommen, aber es bleibe noch einiges in der Neonatologie zu tun. Möglichst gemeinsam mit den Kollegen aus Erlangen, von denen man schon so vieles gelernt und übernommen habe.

Heimat

Für diese Erfolge steht eine kontinuierlich sinkende Kindersterblichkeit. Auf 1.000 Geburten kommen statistisch nur noch fünfeinhalb Todesfälle. Schon ganz nah an den Daten für Deutschland, die bei etwa dreieinhalb Toten liegen – und weit entfernt von den fast zweistelligen Zahlen aus den 90er Jahren. Schön, wenn die Partnerschaft dazu – etwa mit den ersten Inkubatoren oder einem Rettungswagen – etwas hat beitragen können.

Heimat

Als Pjotr Dik im August 2002 in Worpswede während eines Studienaufenthalts unerwartet mit gerade einmal 63 Jahren verstarb, hinterließ der deutsch-russische Künstler seiner Witwe, neben all seinen Graphiken und Gemälden auch das gemeinsam erbaute Haus in Susdal. Von hier aus organisiert Kira Limonowa bis heute Ausstellungen ihres Mannes im ganzen Land.

Das Haus von Peter Dik

Aber hier, bei der Architektin des Erlangen-Hauses, gehen auch nach wie vor Musiker, Maler und Meister des Wortes ein und aus – wie die Lyrikerin Jekaterina Zwetkowa, die auch als Filmemacherin tätig ist und der italienisch-spanischstämmige Nicolas Celoro, in Paris geboren, und derzeit als Pianist auf russischen Bühnen zu erleben. Der kosmopolitsche Komponist arbeitet derzeit an einem Werk über Susdal. Bis zum dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft mit Rothenburg im Sommer dürfte der Maestro die Arbeit zwar kaum abschließen, aber vielleicht ist sie ja später einmal in Erlangen zu hören. Bis dahin begnügen wir uns mit einem Epigramm von Jekaterina Zwetkowa:

Nicolas Celoro, Kira Limonowa, Jekaterina Zwetkowa und Peter Steger

Ich fand im Schreibtischfach auf einem Fetzen Papier die Notiz: Ich lebe, wenn ich Gedichte schreibe, einfach einer Eingebung folgend, schlicht in die Welt hineinhörend… Mehr noch liebe ich es, zu schweigen und in der Stille zu verharren. Und wenn man einen andern schätzt und mag, ist man mit ihm schweigend viel glücklicher, weil die Worte… Sie sind zu einer gewaltigen zerstörerischen Kraft geworden.

Blickfang in Susdal an der Kamenka

So soll denn auch dieser Bericht mit einem stillen Blick auf Susdal glücklich enden.

Read Full Post »


Welche Bedeutung für die Stadtgesellschaft der Rotary Preis in den zehn Jahren gewonnen hat, seit er von allen drei Erlanger Klubs in einer Gemeinschaftsaktion vergeben wird, bringt Bürgermeisterin Elisabeth Preuß in ihrem Grußwort zum Ausdruck. Dank ihrer Funktion als Referentin für den Sozialbereich kennt sie wie kaum jemand sonst die Lage von Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sie weiß aber auch, welche ehrenamtlichen Initiativen, karitative Einrichtungen und Serviceklubs es hier gibt, die mit Sachverstand und Herz großzügig zu helfen bereit sind. Und sie ist dankbar für deren Engagement, das auch in Erlangen notwendig bleibt, auch wenn man hier die Chance hat, älter und glücklicher als andernorts zu werden.

Rotary 5

Elisabeth Preuß

Schön und ermutigend, wenn es da Netzwerke wie Rotary gibt, die sich nicht nur selbst auf vielfache Weise für das Gemeinwohl einsetzen, sondern auch Menschen auszeichnen, die ihren Beitrag leisten, um das Leben anderer reicher zu machen. Der Preis, der gestern im „Haus der Kirche Kreuz & Quer“  nach einem erhellenden Festvortrag des Stadtarchivars, Andreas Jakob, zum „Gemeinsinn in Erlangen in der guten alten Zeit“ an den „Sonderfonds für Kinder der Bürgerstiftung“ und an den „wabe e.V.“ sowie an Peter Steger vergeben wurde, gilt denn auch als die höchste zivilgesellschaftliche Ehrung in Erlangen.

Andreas Knorr und Peter Steger

Als solche verstand sie denn auch Peter Steger, der den Preis aus den Händen des Präsidenten von Rotary Erlangen, Andreas Knorr, entgegennehmen durfte. Als Anerkennung und Ermunterung stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen, die in der Völkerverständigung, besonders in der Partnerschaft mit Wladimir, tätig sind. Als Verpflichtung, gerade jetzt, wo die geopolitische Lage es mehr denn je erfordert, die bürgerschaftlichen Verbindungen zwischen unseren Ländern zu erhalten und zu festigen.

Peter Steger

Gerade in der Zusammenarbeit mit Wladimir hat Rotary bereits die unterschiedlichsten Projekte unterstützt: von der Aktion „Hilfe für Wladimir“ in den frühen 90er Jahren über Schul- und Bildungsprojekte bis hin zum bis heute geförderten Austausch von Medizinern und Hospitanten im Bereich Gastronomie.

Rotary 6

Andreas Jakob

Und schließlich der Band „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ mit Erinnerungen von Wehrmachtssoldaten an ihre Zeit in den Gefangenenlagern in und um Wladimir, der ohne den finanziellen Beitrag von Rotary und die Unterstützung durch Stadtarchivar Andreas Jakob so nicht hätte erscheinen können.

Evelin Lehmann-Leopold, Ursula Kosmalla (wabe e.V.), Michaela Weiß (Präsidentin RC Erlangen-Ohm), Andreas Knorr (Präsident RC Erlangen), Peter Steger, Ute Hirschfelder (Sonderfonds für Kinder der Bürgerstiftung Erlangen) und Andreas Magerl (Präsident RC Erlangen-Schloß)

In seiner Dankrede wies denn Peter Steger auch auf die Besonderheit Erlangens hin, wo gerade die Partnerschaft mit Wladimir, aber auch die anderen internationalen Kontakte, von der Politik gewollt sind und von der Gesellschaft getragen werden: „An welche Tür man auch klopft, es wird einem aufgetan.“ Besonders das Haus der Rotarier steht immer offen, wenn man Hilfe braucht.

Jürgen Ganzmann und Peter Steger

Eine schöne Fügung: Vor zehn Jahren wurde bereits Jürgen Ganzmann, damals noch Werkstattleiter der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, später Leiter der WAB Kosbach und heute designierter Geschäftsführer des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben, mit just diesem Preis für sein Psychiatrie-Projekt mit Wladimir ausgezeichnet. Nun kehrt die Auszeichnung noch einmal in die Partnerstadt zurück, und bald wird davon zu berichten sein, wofür das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro eingesetzt wird. Fortsetzung folgt.

Read Full Post »


Neben dem täglichen Unterricht, den dazu gehörigen Hausaufgaben und dem Büffeln von Vokabeln (mein Gehirn gewöhnt sich tatsächlich wieder daran) gibt es mit zahlreichen Freunden und Partnern auch Gespräche zur aktuellen Situation, sowohl zur politischen Großwetterlage, als auch zum fast wöchentlichen Austausch zwischen unseren beiden Städten.

Dieser Blog, der meiner Meinung nach gar nicht genügend gewürdigt werden kann in einer Zeit, wo es immer schwieriger wird, Wahrheit und Nicht-Wahrheit (sollte man nicht besser ehrlich sein, und „Lüge“ sagen) zu unterscheiden, ist der lebende Beweis dafür, daß es zwischen Russen und Deutschen herzliche Beziehungen gibt, Menschen einander gerne und unkompliziert kennenlernen, Kultur und Sport, Pädagogik und Politik einander auf Augenhöhe begegnen.

WIRD Zeichen der Hoffnung: Wiederaufbau der Freitagskirche

Und vor allem ist er Beweis dafür, daß viele dieser Begegnungen keine Eintagsfliegen sind, sondern daß neben dem Jubiläum der Städtepartnerschaft auch viele einzelne Jubiläen gefeiert werden können, sei es im Sport, im Schüleraustausch oder in der Kultur.

Wie ein roter Faden zieht sich die Erkenntnis durch diese abendlichen Gespräche, wie wichtig in diesen Zeiten die Begegnung auf Ebene der Städte ist. Mehr noch, alle Gesprächspartner wünschen sich ein noch mehr, noch mehr persönliche Erfahrung, noch mehr Erlanger und Wladimirer, die bisher noch nicht am Austausch beteiligt waren.

Dieser Wunsch wurde auch von den beiden Außenministern, Sergej Lawrow und Sigmar Gabriel, geäußert, die 2017 anläßlich einer Konferenz in Krasnodar ganz offen sagten, die „große Politik“ schiffe derzeit durch rauhe See und daher sei die kommunale Ebene quasi für das Aufrechterhalten funktionierender Strukturen des zivilgesellschaftlichen Austausches verantwortlich.

BLEIBT Zeichen der Hoffnung: das Erlangen-Haus

Auch in Wladimir blickt man mit Sorge auf die rauhe See der schwierigen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern.

Ein Gesprächspartner sagte, er schaue schon seit langem keine Nachrichten mehr, sondern konzentriere sich auf das, was ihn und die Stadt weiterbringt, nämlich „einfach machen“: Deutsch lernen, die Kinder zum Schüleraustausch schicken, Sportaustausch unterstützen, beruflichen Austausch aufnehmen, persönliche Freundschaften pflegen.

Ein anderer, gerade mit Blick auf die täglichen Nachrichten, forderte mich und damit die Stadt Erlangen auf, überregional zu zeigen, wie einvernehmlich, produktiv und problemlos auf der operativen und persönlichen Ebene zusammengearbeitet werde.

Ein weiterer schließlich, Deutscher und Geschäftsführer eines in Wladimir ansässigen großen Unternehmens, argumentierte ganz ähnlich, aber von der Wirtschaftsseite her: Als Unternehmer und gesellschaftlich aktiver Bürger Wladimirs ist er Gast bei den Treffen des Petersburger Dialogs, bei Empfängen der deutschen Botschaft und natürlich bei vielen geschäftlichen Terminen. Auch er war sehr besorgt und frage sich, ob der großen Politik immer bewußt sei, wie viel droht, kaputt zu gehen, und ob die Konsequenzen, auch die in der dritten oder vierten Reihe, immer absehbar sind.

Gemeinsam ist allen Gesprächspartnern, daß sie intime Kenner der Situation hier vor Ort sind, daß sie sich täglich mit dem Flechten des Beziehungsnetzwerkes zwischen unseren Städten und Ländern befassen, daß sie sehen, was alles aufgebaut wurde und gut läuft, daß sie unzählige persönliche Beziehungen zu den Menschen in beiden Städten unterhalten. Es wurde zwar nicht so offen ausgesprochen, aber zwischen den Zeilen schwang die Angst mit, die Konsequenzen dessen, was derzeit zwischen unseren Staaten geschehe, könnten fürchterlich sein und Folgen haben, wie sie sich kein vernünftiger Mensch wünschen kann. Unberechenbare Staatschefs auf beiden Seiten des großen Teiches tragen nicht eben dazu bei, diese Befürchtungen zu mindern.

Mit Blick auf die Erfahrungen zwischen den früheren beiden deutschen Staaten, auf die Jahre der Annäherung zwischen uns, auf die Jahre des Aufbaus der Freundschaft zwischen Erlangen und Wladimir, heißt das für mich als Bürgermeisterin: Diese Städtepartnerschaft hat höchste Priorität in meinem Arbeitsalltag, jede zusätzliche deutsche Hand, die eine russische drückt, ist ein neuer Knoten im Geflecht zwischen unseren Ländern und macht das Miteinander stabiler.

Daher: дружба!

Elisabeth Preuß

Read Full Post »


Wie ernst man das Themenjahr „Ehrenamt“ in Wladimir nimmt, zeigt eine eigene Schule, die als Pilotprojekt Standards entwickelt soll, wie welche Freiwillige wo am besten einzusetzen seien. Da kann es darum gehen, verbotene Internetauftritte aufzuspüren, kranken Kindern zu helfen oder alte Menschen zu betreuen. Besonders die medizinischen Initiativen erfreuen sich offenbar bei Jugendlichen großer Beliebtheit, die eine Ausbildung an der Berufsfachschule für Pflegeberufe machen. Nicht von ungefähr kooperiert ja auch das Wladimirer Rote Kreuz mit diesem Institut eng bei seinen Sozialprogrammen. Bereits mehr als einhundert Nachwuchskräfte haben sich hier zu einem Freiwilligenzentrum zusammengetan. Jetzt will man ähnliche Einrichtungen auch in den größeren Kreisstädten schaffen.

Werde Volontär!

In diesen Schulen des Ehrenamts sollen aber nicht nur Jugendliche das Handwerk der freiwilligen Hilfe erlernen, zunehmend entdecken nämlich auch Berufstätige und Rentner für sich diese Arbeit als Bereicherung des eigenen Lebens. Es scheint, auch in dieser Hinsicht ändert sich die russische Gesellschaft, besinnt sich nach all den Jahren des Raubtierkapitalismus wieder auf Werte wie Gemeinsinn, Solidarität und Mitmenschlichkeit. Sympathisch und erfreulich. – Und schon stellen die Initiatoren und Koordinatoren der Schule des Ehrenamts öffentlich die Frage, welche Formen des Ehrenamts noch fehlen. Antworten per Anruf oder E-Mail erbeten… So kann es gehen mit Zivilgesellschaft, die selbst ihr Zusammenleben definiert.

Read Full Post »


Zur russischen Tischkultur gehört er ebenso wie Banja und Datscha als feste Bestandteile der angenehmsten Seiten russischer Lebensart gelten. Nun steht der Samowar auch symbolisch für „Expats“, die, größtenteils noch in der Sowjetunion geboren und aus Städten wie Moskau, Kirow, Baku, Donezk und natürlich Wladimir stammend, in Erlangen leben bleiben wollen. Gestern traf sich erstmals eine – die Kinder eingerechnet – fast dreißigköpfige Gruppe, um sich näher kennenzulernen, einander wiederzusehen, sich auszutauschen. Ohne Tagesordnung, Protokoll oder Satzung, dennoch mit dem Vorsatz, diese Begegnungen regelmäßig zu veranstalten, ähnlich wie das etwa die niederländische „Auslandsvertretung“ in Erlangen schon seit langem tut.

Samowar

Ein schöner Ansatz und ein gelungener Auftakt am Ende der „Russisch-Deutschen Wochen“ in der Volkshochschule; sicher auch eine Bereicherung für die Städtepartnerschaft mit Wladimir und ihre bereits so bunte bürgerschaftliche Struktur, die vom „Förderverein Rotes Kreuz“ und „Nadjeschda“ bis zum „Freundeskreis Wladimir“ oder zu „Kommunalka“ und dem Verein „Brücken“ und deren verschiedenen Aktivitäten reicht. Nun also auch noch der Stammtisch „Samowar“, bei dessen nächstem Treffen der Blog dann sicher auch das eine oder andere Interview führt.

Nikolaj Kaplenko

Nicht so lange dauern wird es mit dem Bericht von Nikolaj Kaplenko, in der Städtepartnerschaft erstmals aktenkundig geworden im Mai 2016: https://is.gd/UY2lQW. Der Wladimirer war eigens für acht Tage aus Jena angereist, wo er seit Dezember ein Europäisches Freiwilligenjahr absolviert, um sich das Konzept der „Russisch-Deutschen Wochen“ in der praktischen Umsetzung anzusehen und der Volkshochschule Jena etwas in der Art vorzuschlagen. Außerdem will er gerne wiederkommen, um bei einem Treffen des „Freundeskreises Wladimir“ über seine Aufgaben in Jena zu berichten, wo er gleich nach seiner Rückkehr das Programm für eine Jugendgruppe aus Wladimir vorzubereiten hat. Gut so!

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: