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Archive for the ‘Zahlen und Fakten’ Category


Schwere Kost à jour: Die Region Wladimir nimmt den dritten Platz unter den zentralrussischen Gouvernements hinsichtlich der Aids-Ansteckungsrate ein – mit weiterhin steigender Tendenz. Das zumindest geht aus dem Jahresbericht 2017 des Russischen Gesundheitsministeriums hervor. Ein Trend, der für das ganze Land gilt, weil es, wie Experten beklagen, vor allem an Aufklärung und Vorbeugung fehlt. Und so zählt man in der Region Wladimir aktuell fast 48 Erkrankungen auf 100.000 Einwohner. Schlimmer ist es nur noch in den Gouvernements Iwanowo und Tula mit den Kennziffern 62 und 50. Allerdings nehmen in Wladimir und Umland die Fälle weiter zu: 55 Neuinfektionen von 2016 bis 2017, während sie im Raum Tula um 123 zurückgingen.

Wichtig dabei: Die Zahl der Neudiagnosen sagt wenig über das aktuelle Infektionsgeschehen aus, denn sie erfaßt lediglich, wie viele Menschen in einem bestimmten Zeitraum positiv getestet wurden. Der Zeitpunkt der Infektion liegt dann oft schon lange zurück. Neue HIV-Infektionen werden oft erst Jahre später festgestellt und in der Statistik erfaßt. Und dann ist da immer noch die Dunkelziffer derer, die gar nichts von ihrer Infektion wissen (wollen). Daß da auch bei uns noch vieles im argen liegt, zeigt dieser Artikel der SZ: https://is.gd/N61WvR

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Immer wieder fragen Erstreisende nach Wladimir, welche Summe an Bargeld man am besten mitnehme, wie viel man schon hier oder vor Ort tauschen solle. Die Antwort: So wenig wie möglich, denn man kann so gut wie überall mit der gleichen Karte bezahlen wie hier, in jedem Restaurant, in jedem Geschäft, wo auch immer.

Nun belegt diese Beobachtung auch die Finanzstatistik, wonach im ersten Quartal des Jahres die Konsumenten der Region Wladimir 44.700.000 Mal bei Bezahlen zur Karte griffen und 91.100.000.000 Rubel bargeldlos ausgaben, fast eineinhalb Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf knapp 1.400.000 Einwohner kommen 2.100.000 Karten, und auf die entfielen bei Einkäufen im Einzelhandel und Bestellungen in der Gastronomie bereits 77% aller Zahlungen. Glaubt man den Prognosen, wird 2018 das erste Jahr in der Region Wladimir sein, in dem für Anschaffungen und Dienstleistungen insgesamt mit einem Anteil von 55,6% erstmals häufiger die Karte – übrigens immer häufiger auch kontaktlos – eingesetzt als Bargeld verwendet wird.

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Am 8. Juli feiert man überall im Land – besonders aber in Murom, wo die beiden Schutzpatrone des Festes, Pjotr und Fewronia, herkommen und verehrt werden – den „Tag der Liebe und Treue“, auch „Tag der Familie“ genannt. Leider unter einem unguten Vorzeichen. Die Statistiker nämlich vermelden keine Zahlen, die Vorfreude aufkommen ließen, sind doch 2017 die Geburtenraten in der Region Wladimir nach einem Jahrzehnt des Anstiegs nun wieder auf das Ausgangsniveau gefallen.

Von 2003 bis 2015 stiegen die Geburten auf 1.000 Einwohner von der Kennziffer 9,3 auf 11,6. Allerdings gibt es seit 2016 einen Knick von 11,2 auf aktuelle 9,7 Kinder, was einem Rückgang von 2.300 auf insgesamt 13.400 Neugeborene entspricht. Eine Tendenz, die sich heuer fortsetzen dürfte. Man geht von einem zu erwartenden Koeffizienten bei etwa 9,3 aus.

Damit liegt das Gouvernement Wladimir im Trend der zentralrussischen Regionen sowie des gesamten Landes, wo im Vorjahr 1.690.000 Geburten verzeichnet wurden, 198.400 weniger als 2016. Am niedrigsten liegt die Rate im Umland von Sankt Petersburg mit 8,3 Kindern auf 1.000 Einwohner, am höchsten in der schamanisch-buddhistisch geprägten Republik Tywa sowie in den muslimisch dominierten Kaukasusregionen Tschetschenien und Dagestan mit je 21,9, 22 und 16,4 Geburten.

Mütterkapital 2018

Damit scheint sich der Effekt des 2007 eingeführten und immer wieder erhöhten „Mütterkapitals“ in Höhe von gegenwärtig 453.000 Rubel ab dem zweiten Kind verflüchtigt zu haben.

Einige Zahlen mehr: Zum Stichtag 01.01.2018 lebten in der Region Wladimir 252.400 Kinder, davon 129.600 Buben und 122.800 Mädchen, die große Mehrheit, 80%, in Städten und 20% außerehelich. 100.300 wachsen in Familien oder mit Alleinerziehenden auf, die Sozialhilfe beziehen. 4.500 Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren betreiben organisiert Sport und etwa 50.000 kamen in den Genuß eines Kur- oder Sanatoriumaufenthalts.

Anmerkung zum Mütterkapital: Das Geld wird nicht einfach ausbezahlt, sondern kann ab dem zweiten und jedem weiteren Kind verwendet werden für die Verbesserung der Wohnverhältnisse der Familie, die Ausbildungskosten eines Kindes, als Kapitalanlage für die Mütterrente, die Anschaffung von Gegenständen oder die Bezahlungen von Dienstleistungen für die Integration und Inklusion von behinderten Kindern sowie eine monatliche Zahlung je nach Bedürftigkeit bis das Kind eineinhalb Jahre alt ist. Das Programm wurde soeben bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

 

 

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Es gibt sie noch die Fünfjahrespläne. Nicht mehr ganz wie zu unseligen Sowjetzeiten, aber doch als Periode, die Anlaß gibt, Rück- und Ausschau zu halten, zu sehen, welche Ziele man erreicht und noch vor sich hat. So zieht nun auch der Hebammendienst der Region Wladimir Bilanz der letzten fünf Jahre und kommt zu einem erfreulichen Ergebnis. In dem Zeitraum nämlich sank die Frühchen- und Säuglingssterblichkeit um 41,2%, weiß Nadeschda Tumanowa zu berichten, die auch im Kontakt mit Erlangen steht (siehe: https://is.gd/9bQwhm). Verantwortlich dafür, so die Oberhebamme der Region, sei nicht nur eine verbesserte medizinische Versorgung für Mutter und Kind, sondern auch eine optimierte Schwangerenberatung mit Monitoring, eine perinatale Diagnostik für inzwischen fast 90% aller Föten sowie ein Rückgang bei den Teenagergeburten. Dem gegenüber stehen auch Fortschritte in der Reproduktionsmedizin. Im Untersuchungszeitraum kamen bereits 193 Kinder durch künstliche Befruchtung zur Welt.

Das Leben ist ein unschätzbares Geschenk! Genieße jede Sekunde davon.

Besonders aber spricht die Senkung von Abtreibungen für sich, deren Zahl 2013 noch bei 8.827 lag und heute auf 5.788 Aborte kommt. Verantwortlich dafür wohl in der Hauptsache das Angebot für Beratung und psychologische Unterstützung der werdenden Mütter. Möge diese Entwicklung sich fortsetzen, denn es gilt hier und überall die Maxime von Friedrich Schiller: „Leben und leben lassen!“

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Der Romantik des gestrigen Tages setzte das Wladimirer Amt für Statistik am 8. März das Bild der Durchschnittsfrau aus dem Gouvernement in nackten Zahlen entgegen. Das Ergebnis klingt nicht in allen Kennziffern erfreulich. Erwartungsgemäß stellt das weibliche Geschlecht auch Anfang 2017 die Mehrheit der Bevölkerung: 760.000 Frauen versus 630.000 Männern. Auch bei der Lebenserwartung liegen die Frauen mit 76 Jahren vorne, während Männer im Schnitt fast zwölf Jahre früher sterben. Dieses Verhältnis setzt sich auch im hohen Alter fort: Zur Gruppe 85+ gehörten vor Jahresfrist 19.000 Frauen, von denen 75 sogar den hundertsten Geburtstag feiern konnten, bei den Männern sind das nur 4.400 bzw. 34.

Das Durchschnittsalter der Frau liegt bei fast 45 Jahren. Mehr als 47% von ihnen stehen in der Blüte ihres Lebens, sprich, sie sind im erwerbsfähigen Alter, das nach russischem Arbeitsrecht zwischen 16 und 54 Jahren liegt. Jünger sind gut 15% und älter die verbleibenden 38%. Auch zu den Nationalitäten liegen Angaben vor: 90% sind Russinnen, 0,9% Ukrainerinnen, 0,5% und 0,3% Armenierinnen und Weißrussinnen, 0,2% Mordwinerinnen.

Die durchschnittliche Einwohnerin der Region Wladimir lebt in einer Stadt, ist verheiratet und im Dienstleistungssektor, Gesundheitswesen oder öffentlichen Dienst berufstätig, hat eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie ein Kind und wohnt zur Miete.

So weit, so gut. Aber beim Geld hört der Spaß auf. Auch die russische Frau wird bei der Bezahlung ungleich, um nicht zu sagen ungerecht behandelt: Als Frau in der Region Wladimir verdient man ein Viertel weniger als der männliche Kollege, wobei diese Tendenz sich sogar noch verstärkt. Das Durchschnittseinkommen einer Frau lag 2017 bei 25.400 Rbl., was 72% dessen beträgt, was die Männer an Lohn und Gehalt nach Hause brachten. Der Abstand ist am größten im Baubereich. Die einzigen Bereiche, wo eine Frau die Chance hat, mehr als ein Mann zu verdienen sind Bildung, Werbeindustrie und Wissenschaft.

Erstaunlich, wie rasch sich der natürliche männliche Geburtenüberschuß verliert. Die Statistiker raten denn auch den jungen Frauen, nicht zu lange auf den Traumprinzen zu warten, ab 34 werde es schwieriger, einen Partner zu finden. In der Altersgruppe von 18 bis 19 kommen auf 1.000 Jungs nur 817 junge Frauen; von 20 bis 24 Jahren liegt das Verhältnis bei 1.000 zu 883. Und dann geht es schon rapide bergab mit der Relation in der Gruppe 30 bis 34 Jahre – 1.000 zu 943 und in der Gruppe 35 bis 39 Jahre ist der Vorsprung so gut wie dahin: 1.000 Männer zu 999 Frauen.

Mit den Geburten sind die Statistiker weiterhin unzufrieden, wie im ganzen Land übrigens. Ins gebärfähige Alter kommen jetzt die 90er Jahrgänge, die um das Eineinhalbfache schwächer ausfallen als die 80er Generation. Von 2008 bis 2015 war die Geburtenstatistik positiv und stieg von 10,6 auf 11,6. Doch nun fallen die Zahlen wieder: 2016 waren es nur noch 11,2 Geburten auf eintausend Frauen, 2017 gar bloß 9,7, es kamen also im Vorjahr 13.400 Kinder zur Welt, 2.300 weniger als 2016. Damit einher geht die Tendenz zu späten Geburten. Bis 1994 war eine Mutter bei ihrer ersten Geburt im Schnitt 18,6 Jahre jung, derzeit liegt das Alter der Erstgebärenden bereits bei 26,1 Jahren. Allerdings entscheiden sich mehr Mütter – etwa 60% – für ein zweites und drittes Kind. 8.055 Neugeborene hatten 2017 schon ein Geschwisterchen. 80% davon wurden in eine Ehe hineingeboren, bei 10% anerkannte ein Mann die Vaterschaft, 10% wachsen bei der alleinstehenden Mutter auf. Positiv auch die Dynamik bei Zwillingsgeburten: 2014 waren es 161 Pärchen, 2015 schon 203, 2016 gar 207, und 2017 zählte man 161 Zwillinge. Sogar drei Drillingsgeburten gab es im Vorjahr.

So weit der Ausflug in die Welt der Zahlen und Figuren, den Novalis ja so zu Ende bringt: „… Und man in Märchen und Gedichten / erkennt die wahren Weltgeschichten, / dann fliegt vor einem geheimen Wort / das ganze verkehrte Wesen fort.“

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Die Statistik ist schonungslos: Das Monatseinkommen von 14% aller Arbeitnehmer in der Region Wladimir übersteigt die 10.000-Rubel-Marke nicht und liegt im besten Fall beim Existenzminimum. Die Agentur „RIA-Rating“ kommt zu dem Ergebnis, das Gouvernement liege damit im Vergleich mit den anderen 84 Subjekten der Russischen Föderation auf Platz 61.

Landesweit werden folgende Angaben gemacht: Nur 4,13% der Bevölkerung verdienen mehr als 100.000 Rbl. im Monat, in absoluten Zahlen also 3.160.000 Menschen bei – laut Angaben des Staatlichen Amtes für Statistik – insgesamt 76.600.000 Erwerbsfähigen. Demgegenüber sind es gemittelt 11,3% aller Beschäftigten, die mit weniger als 10.000 Rbl. entlohnt werden, immerhin 8.650.000 Menschen. Der Median bei Gehältern und Löhnen steht im Land bei der Marke 24.700 Rbl. im Monat. Entschieden höher liegen diese Kennziffern in den fernöstlichen und nördlichen Gebieten, wo die harten Arbeitsbedingungen mit mehr Geld ausgeglichen werden. Auch in Moskau herrschen andere Bedingungen: In der Hauptstadt – freilich auch bei wesentlich höheren Lebenshaltungskosten – verdienen 17% der Beschäftigten mehr als 100.000 Rbl. im Monat. In den Armenhäusern der Russischen Föderation, Kabardino-Balkarien, Adygeja oder Dagestan – erreicht gerade einmal ein halbes Prozent dieses Niveau.

Doch zurück nach Wladimir, in eine Region, die eigentlich auch bei der Einkommensentwicklung durch die Nähe zu Moskau profitieren sollte. Doch nicht einmal ein Prozent, ganze 7.000 Personen, hat am Monatsende mehr als 100.000 Rbl. auf dem Gehaltszettel, und der Mittelwert der Einkommen beträgt 20.400 Rbl., also geringfügig mehr als das Doppelte des Existenzminimums.

Das Problem in unserem Land besteht nicht darin, daß wir die Armen nicht durchfüttern könnten, sondern darin, daß die Reichen den Hals nicht vollbekommen.

Aber auch das nimmt der Russe mit Humor und sagt sich: „Wenn du das Ohr an deine leere Geldbörse hältst, hörst du das Rauschen der Regierung…“ Oder man zitiert die Bibel und sagt sich mit Mose: „Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, daß du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande.“

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Das „Handelsblatt“ titelte zum gestrigen Welt-Aids-Tag, die HIV-Erkrankung sei in Rußland noch immer ein Tabuthema. Auch andere deutsche Nachrichtenmagazine und Zeitungen stoßen in dieses Horn. Verfolgt man freilich die Medien in Wladimir, gewinnt man einen ganz anderen Eindruck. Da nämlich berichtet etwa der staatliche Sender „Gubernia 33“ von einer Pressekonferenz und widmet der modernen Pestilenz und ihrer lokalen wie überregionalen Wirkung folgenden Beitrag. 

Der 1. Dezember wird weltweit als Tag des Kampfes gegen Aids begangen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden in Rußland stündlich zehn neue Fälle einer Infizierung mit dem Immundefizitvirus registriert. In der Region Wladimir leben allein nach offiziellen Angaben 4.000 Menschen mit dieser Diagnose. Diese Menschen arbeiten, nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel, leben möglicherweise Tür an Tür mit anderen. Wie würde da ein gesunder Mensch reagieren, wenn er neben jemandem studierte oder arbeitete, der das HIV-Virus in sich trägt? Diese Frage stellten wir einigen Wladimirern.

Ich würde wahrscheinlich gar nicht groß reagieren, denn, wie alle wissen, wird HIV nicht über die Atemluft als Tröpfcheninfektion übertragen. Das sind ganz gewöhnliche Menschen wie du und ich. – Sollte man sich öfter testen lassen? – Ja, das denke ich schon.

Kristina Knjasjewa

Ich brächte Verständnis für ihn auf. Und natürlich würde ich möglicherweise jede Art von Hilfe leisten, materielle wie spirituelle.

Daniil Dorogow

Ich verhielte mich ihm gegenüber nicht anders als zu anderen Leuten. Sie unterscheiden sich ja eigentlich durch nichts von normalen, gesunden Menschen.

Neman Galandarow

Allein in diesem Jahr registrierte man in unserer Region 556 neue Fälle einer HIV-Infizierung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 14%. Im „Regionalen Zentrum für den Kampf gegen Aids“ kommt man zu dem Ergebnis, daß diese Diagnose zumeist Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren trifft.

Um die Zahl von neuen Ansteckungen zu verringern, sollte natürlich jeder von seiner HIV-Infizierung wissen, um dann auch sein Verhalten zu ändern. Genau damit aber haben wir ein großes Problem. Die Erkrankung hat ja eine sehr lange symptomfreie Inkubationszeit. Wer also gar nichts von seinem Zustand weiß, wird zur Quelle von Ansteckungen für seine nähere Umgebung.

Tatjana Samkowaja, Leiterin des „Regionalen Zentrums für den Kampf gegen Aids“

Die Fachleute weisen auf einen wachsenden Anteil von Frauen bei den Aids-Infizierten hin. Dabei können HIV-Trägerinnen durchaus ein völlig gesundes Kind zur Welt bringen. Die Chancen erhöhen sich, wenn sich die werdende Mutter genau an die ärztlichen Empfehlungen hält. Dennoch werden in unserer Region jährlich bis zu 100 mit HIV infizierte Kinder geboren.

Von allen in unserem Perinatalen Zentrum geborenen Kindern tragen ungefähr 20% das HIV-Virus in sich, weil die meisten Mütter hier zu Risikogruppen gehören. Wir nehmen hier aus der ganzen Region die Frauen aus Risikogruppen auf, wenn eine perinatale Pathologie vorliegt. Das können Frühgeburten sein, Kinder und Frauen mit bestimmten Pathologien. Deshalb die hohe Zahl von HIV-Infektionen bei uns. Weder eine negative Einstellung noch Vernachlässigung gegenüber diesen Frauen kann und darf seitens des medizinischen Personals oder sonst jemandem vorkommen.

Nadeschda Tumanowa, ärztliche Direktorin des Regionalen Perinatalen Zentrums

Der Befund einer HIV-Infizierung stellt das Leben eines Menschen auf den Kopf. Im „Regionalen Zentrum für den Kampf gegen Aids“ heißt es, eine Diagnose könne sich nicht bestätigen. Jeder Patient erhalte neben der medizinischen Hilfe auch psychologische Betreuung.

Neben der ärztlichen Behandlung ist auch die psychologische Begleitung für das Weiterleben notwendig. So ein Mensch befindet sich in einem depressiven Zustand, er weiß nicht, was tun, wie weiterleben. Und in diesem Moment, wo der Mensch dies akzeptiert, spreche ich immer von dem wunderbaren Satz, der da lautet: „Wenn neben dir ein Mensch ist, der dich zu 100% so akzeptiert, wie du bist, hat die Therapie schon ein wenig begonnen.

Alla Nikolajewa, Psychologin

Nach Aussage von Fachleuten hat sich die Hälfte der Bevölkerung des Landes noch nie auf HIV testen lassen. Es wird ärztlicherseits dringend geraten, genau dies zu tun. Möglich ist das in jeder Poliklinik.

Tabus werden wohl anders definiert. Darüber sollte man beim „Handelsblatt“ (siehe: https://is.gd/XUabxw) und in anderen Redaktionsstuben einmal nachdenken und erst den Bericht aus Wladimir (hier im Original: https://is.gd/TuL2Bf) zur Kenntnis nehmen, bevor man zur Feder greift.

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