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Archive for the ‘Zahlen und Fakten’ Category


Nun scheinen sich in der Region Wladimir die frühen Lockerungen und der Rückstand bei den Impfungen gegen Corona zu rächen. Bereits vor einigen Tagen hatte ein Krankenhausleiter gewarnt, man stehe unmittelbar vor der dritten Welle, und es werde nun hauptsächlich jüngere Menschen treffen. In Moskau ist die Lage sogar derart dramatisch, daß nun staatliche Bedienstete mit Publikumsverkehr einer Impfpflicht unterliegen. Die Halbinsel Sachalin im Fernen Osten des Landes hat bereits eine allgemeine Impfpflicht eingeführt.

Russisches Impfzentrum

In Wladimir ist man noch nicht so weit. Auch wenn die Fallzahlen noch beherrschbar erscheinen – knapp 60 Neuerkrankungen gestern in der ganzen Region -, muß man aber die Zahlen immer ins Verhältnis der Intensivbetten setzen. Diese hatte man in den letzten Wochen stark abgebaut, weshalb nun nur noch 15% freie Kapazitäten zur Verfügung stehen. Zu wenig nach Ansicht der Behörden, die nun angesichts der Entwicklung in Moskau aufstocken wollen. Ein weiteres Warnsignal: Der an die Region Moskau – hier dürfen nur noch geimpfte Fahrer ans Steuer von Bussen und Taxis – angrenzende Landkreis Petuschki verbietet ab sofort alle Massenveranstaltungen, und die Berufsfachschule für Kultur und Kunst steht unter Quarantäne. Noch immer sind erst etwa neun Prozent der Einwohner der Region Wladimir erstgeimpft, die Zahl der Menschen mit vollem Impfschutz liegt aktuell bei 7,5%. Da bleibt noch viel zu tun. Kein Wunder, wenn sogar der Präsident immer wieder mehr Tempo und Vorsicht anmahnt.

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Gute Nachrichten von der Corona-Front: Bei einer seit Wochen in etwa gleichbleibenden Zahl von täglich um die 50 Neuinfektionen in der gesamten Region Wladimir findet dieser stabiler Wert seinen Niederschlag nun auch in der Übersterblichkeit. So hoch sie noch vor kurzem gewesen sein mag – bis zum Dreifachen im Jahresvergleich -, so niedrig erweist sich dieser Parameter nun für den Mai. Die 1.967 Todesfälle im vergangenen Mai, davon 88 in Zusammenhang mit Covid-19, weisen gegenüber den Vergleichszahlen der zurückliegenden fünf Jahre eine Steigerung um 0,4%, ganze acht Verstorbene mehr, aus. Gleichzeitig kommen nun neben Sputnik V auch die beiden weiteren russischen Eigenentwicklungen Epi-Vak-Corona und Covi-Vak zum Einsatz, allerdings noch mit Lieferengpässen, was uns ja bekannt vorkommen dürfte. Die beiden Neulinge sind einfacher zu lagern und werden deshalb vor allem auf dem flachen Land verimpft. Im Moment sind es 2.500 bis 3.000 Menschen, die täglich den Pieks bekommen. Stand 4. Juni sind 16,7% geimpft, aber nicht einmal die Behörden glauben noch daran, bei dem Tempo der Lieferung und gleichzeitiger Impfskepsis der Bevölkerung bis zum September die angepeilten 60% zu erreichen. Immerhin sollen gestern wieder 10.200 Dosen von Sputnik V ausgeliefert worden sein.

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Etwa sieben Prozent der Bevölkerung in der Partnerstadt Wladimir sind mittlerweile vollständig gegen COVID-19 geimpft, in der ganzen Region sieht das Bild, Stichtag 26. Mai, folgendermaßen aus:


102.480 Personen (7.64% der Bevölkerung) erhielten die erste Impfung;
84.000 Personen (6.26% der Bevölkerung) sind vollständig geimpft,
186.480 Impfungen wurden insgesamt durchgeführt.

In der vergangenen Woche zählte man täglich 926 Erstimpflinge (0,07% der Bevölkerung). Bei diesem Tempo bräuchte man noch 614 Tage, um 50% der Bevölkerung der Region Wladimir zu immunisieren. 1.497 Menschen erhielten auch die Zweitimpfung.

Von den 1.342.000 Einwohnern des Gouvernements sollen laut Plan 600.000 Personen geimpft werden. Diese Vorgabe ist bisher zu 17.08% erfüllt. Um das Ziel zu erreichen, braucht es beim gegenwärtigen Tempo noch 537 Tage.

Kein Wunder, wenn die Fachleute Druck machen und schnellere und größere Lieferungen des Vakzins fordern und die Bevölkerung mahnen, die Sache mit Corona nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, auch wenn im Alltag von der Pandemie nicht mehr viel zu spüren sein mag. Immerhin kommen in der Region täglich etwa 50 Neuerkrankungen hinzu (insgesamt zählt man seit Ausbruch der Seuche mehr als 33.000 Fälle), und nach offiziellen Angaben starben fast 1.200 Personen an den Folgen von Covid-19. Etwa ein Viertel der 738 Intensivbetten bleibt im Moment ungenutzt.

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Die in der Region Wladimir täglich neu gemeldeten Fälle von Infektion mit Corona geht weiter zurück und liegt mittlerweile bei nur noch um die 50 Personen. Grund genug für die Behörden, nun, nach über einem Jahr, für alle ab 65 Jahren die Ausgangssperre aufzuheben. So ganz streng wurde diese häusliche Quarantäne zwar in der Praxis nie kontrolliert, aber immerhin galten die Einschränkungen seit März 2020. Seit dem 1. Mai tragen diese Maßnahmen nur noch „empfehlenden“ Charakter. Die Gefahr ist nämlich noch nicht gebannt. Zwar sind mittlerweile alle Bewohner von Alten- und Pflegeheimen durchgeimpft, aber insgesamt haben zwischen Pokrow und Gorochowez, zwischen Murom und Alexandrow erst gut sechs Prozent den ersten Pieks und knapp fünf Prozent auch die zweite Spritze erhalten. Zu wenig, um schon Großveranstaltungen zu erlauben. Und so blieb denn der Tag der Arbeit eher ein Familienfest, und am Tag des Sieges, am 9. Mai, wird es, wie im Vorjahr, keine Paraden geben.

Ein Bild, das hoffentlich bald für immer der Vergangenheit angehört.

Das Amt für Statistik meldet unterdessen wenig erfreuliche Zahlen. Von der hohen Übersterblichkeit war hier schon des öfteren die Rede, doch nun alarmieren auch die Angaben zu Geburten und Todesfälle im Jahresvergleich. Für die beiden ersten Monate 2021 weisen die Standesämter der Region Wladimir gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Geburtenrückgang um 5,1%, während 25,1% Menschen mehr starben. Auch im März setzte sich diese Tendenz des Bevölkerungsrückgangs fort: 861 Neugeborene vs. 2.080 Sterbefälle. Zusätzlich beunruhigend der Anstieg bei der Kindersterblichkeit, der für Januar und Februar mit einem Plus von 40% angegeben wird: 8,4 Todesfälle auf 1.000 Geburten. Im gleichen Zeitraum schlossen auch 17,4% weniger Paare den Bund fürs Leben, während es bei den Scheidungen ein Minus von 12,3% gab. Wann sich das alles wieder auf welchem Niveau einpendelt, wird die Zeit zeigen. Aber diese Nebenwirkungen der Pandemie dürften leider noch lange spürbar bleiben.

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Man lebt vielleicht nicht sicherer in Wladimir, aber man kann in der Partnerstadt sehr sicher sein, daß ein Kapitalverbrechen zu 100% aufgeklärt wird. Das zumindest geht aus den Zahlen hervor, die die Strafverfolgungsbehörden der Region für das erste Quartal 2021 veröffentlichen. Zudem sank in den ersten drei Monaten des Jahres die Kriminalität um 4,6% auf 4.064, bei Gewalttaten um 2,6% auf insgesamt 1.243 Fälle. Von den zwanzig Mordfällen, fünf davon in Wladimir, wurden alle, also 100%, gelöst. Das gleiche gilt für Vergewaltigungen; der bisher in diesem Jahr einzige Fall ist ebenfalls geklärt. Schwere Verletzungen mit Todesfolge gab es zehn; auch hier sind alle Täter überführt. Selbiges ist für die 30 Akte sexueller Gewalt – nur sechs waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahres -, wo alle Schuldigen dingfest gemacht wurden. Die Kriminalpolizei schreibt sich diese Erfolge nicht nur aufs eigene Konto gut, sondern lobt die Zusammenarbeit mit dem Inlandsgeheimdienst und dem Innenministerium.

Die russische Baker Street

Bis Ende März d.J. gingen 1.161 Anzeigen ein, 22,9% weniger als im Vorjahreszeitraum. 553 Akten wurden bereits bearbeitet, und 233 gingen mit der Anklageschrift an die Gerichte. Mehr noch: Es gelang in den drei Monaten, 16 Altfälle zu klären, hauptsächlich Gewaltverbrechen, darunter auch zwei Morde. Wer „Schuld und Sühne“ gelesen hat, weiß freilich ohnehin, was Mord und Totschlag mit einem selber machen. Fjodor Dostojewskij läßt es Rodion Raskolnikow nach der Bluttat an der Pfandleiherin deutlich sagen:

Mordet man denn so? Geht man zu einem Mord so, wie ich damals gegangen bin?… Habe ich die Alte ermordet? Mich selbst habe ich ermordet und nicht die Alte! Mit einem Schlag habe ich mir den Garaus gemacht, ein für allemal!… Und diese Alte hat der Teufel ermordet, nicht ich.

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Das Wladimirer Nachrichtenportal „Prisyw“ schickte unlängst eine Reporterin aufs Land, um einmal zu sehen, wie dort die Impfkampagne vonstattengehe. 17 mobile Teams sind nämlich im ganzen Gouvernement unterwegs und fahren Dörfer an, die kaum auf der Landkarte zu finden sind, wo Menschen leben, die im Fernsehen und von Nachbarn alle möglichen Gerüchte hören, wonach der Pieks in den Arm erst so richtig krank mache und in einigen Fällen auch gar nicht vor dem Virus schütze. Eine 80jährige meint mit schwarzem Humor dazu: „Sterben werde ich sowieso. Und so geht’s halt vielleicht schneller…“ – Und läßt dann doch die Spritze setzen. Von einem andern älteren Herrn ist die Rede, der nicht aus Einsicht den Ärmel hochkrempelt, sondern weil seine Frau ihm andernfalls nicht mehr erlauben will, zum Angeln zu gehen. Aber es gibt natürlich auch die Einsichtigen, die ihre Kinder und Enkel schützen wollen, die wissen, was die Infektion anrichten kann, die den drei Vakzinen vertrauen, die in russischen Laboren entwickelt wurden und nun im ganzen Land zur Verfügung stehen. So oder so, erste Dörfer gelten bereits als durchgeimpft. Gut so! An die 60.000 haben in der Region Wladimir mittlerweile die erste Dosis erhalten, die zweite nach drei Wochen gut 40.000. Es könnten und sollten mehr sein, meinen Fachleute, viel zu viele in der Bevölkerung trauen nämlich der Sache und dem Stoff nicht recht und sagen sich entweder: „Mich wird’s schon nicht erwischen“, oder sie setzen gleich auf die Immunisierung nach Ansteckung.

Winken zum Abschied nach der Impfung

Auch wenn die Pandemie in der Partnerstadt und der Region einigermaßen stabil bei 70 Neuansteckungen pro Tag verharrt und die Zahl der freien COVID-Betten zurückgeht – mehr als 40% der insgesamt 864 Behandlungsplätze sind derzeit nicht belegt – hält die Gesundheitspolitik Schutzkleidung für das medizinische Personal vor, schafft weiter Beatmungsgeräte an, bleibt für den Notfall gerüstet. Richtig so, denn die Übersterblichkeit bereitet Sorge. Für den vergangenen März nämlich meldete die Statistik 2.080 Todesfälle in der Region, 112 mehr als im Februar und 335 mehr als im März vergangenen Jahres. Ins Verhältnis zu den Zahlen im März während der vergangenen fünf Jahre ergibt sich gar eine Übersterblichkeit von 13%, die ja nach Ansicht von vielen Fachleuten das tatsächliche Bild wahrheitsgetreuer widergibt, fließen darin doch auch jene Sterbefälle ein, bei denen Corona wohl nur als „Nebenwirkung“ einer anderen Erkrankung zum Tode geführt hatte. Vergleicht man die Statistiken von 2019 und 2020 kommt man sogar aufs Jahr gerechnet auf eine Übersterblichkeit von 15,5% Die New York Times hatte zu dem Thema die Statistiken einiger Länder einander gegenübergestellt – mit schlimmen Zahlen für die Russische Föderation, während das von uns so leidenschaftlich ob des „Impfchaos“ gescholtene Deutschland einigermaßen glimpflich aus der Krise kommt.

Auf 126 Seiten listet unterdessen die Menschenrechtsbeauftragte der Region Wladimir, Ludmila Romanowa, Verstöße der Behörden in Zusammenhang mit der Seuchenbekämpfung auf. Kritisiert werden vor allem die mangelnde Transparenz der Entscheidungen bei den Kontaktbeschränkungen und der damit einhergehende Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber Politik und Verwaltung. Überzogen seien u.a. Ausgangsbeschränkungen gewesen, zu schwierig die Einhaltung bestimmter Regeln zur Nutzung von digitalen Passierscheinen, die Versorgung mit Medikamenten habe Mängel aufgewiesen, es sei zu Fällen gekommen, wo sich Ärzte weigerten, Hausbesuche zu machen, bei der Rückführung aus Urlaubsländern habe man manchen Menschen unhaltbare Bedingungen zugemutet, das Recht auf Bildung sei in Familien mißachtet worden, die technisch nicht für den Fernunterricht eingestellt sind, viele ältere Lehrkräfte seien nicht ausreichend für die neuen Bedingungen geschult worden, angefallene Mehrarbeit in Krankenhäusern und Betrieben sei nicht hinlänglich vergütet worden, die Betriebe und Behörden seien ihren Verpflichtungen zum Arbeitsschutz ihres Personals nicht im vollen Umfang nachgekommen, es habe an der gebotenen Kontrolle der Auflagen gefehlt… Eine lange Liste der Verfehlungen, deren Aufarbeitung noch dauern dürfte und die gerade auch hierzulande zumindest eines zeigt: In jedem Staat werden in Zeiten der Pandemie Fehler gemacht, das eine gelingt hier besser, das andere dort schlechter. So wie kein Mensch perfekt ist, ist auch kein System perfekt. Bleibt zu hoffen, daß die russischen Behörden aus unserem Umgang mit der dritten Welle lernen. Möge sie ihnen am besten erspart bleiben.

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Seit 2016 ermittelt man in der Region Wladimir anhand von Umfragen alljährlich die Einstellung der einheimischen Bevölkerung zu Fragen der Migration. Insgesamt, das sei vorweggenommen, ergibt sich das Bild einer durchaus toleranten Gesellschaft, was die Politologen und Soziologen auf die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit der verschiedenen Landsmannschaften sowie die ausgewogene und auf Ausgleich zielende Politik zurückführen. Vier Punkte lassen sich aus der Erhebung für das Jahr 2020 herauslesen, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Arbeitsmigration für den Zeitraum Januar bis Juni 2019 in Zahlen und nach Ländern gruppiert. Man beachte, darunter auch 10.800 aus Deutschland.

Erstens bleibt der nationale Konsens auf seinem traditionell hohen Niveau. Als verbindende Faktoren nennen die Vertreter der verschiedenen Nationen und Völkerschaften die territoriale Geschlossenheit der Region, die Teilhabe an deren jahrhundertealter Geschichte und das Gemeinwesen der Kultur. Zweitens halte sich der Prozentsatz derer stabil, die den Zustand der zwischennationalen Beziehungen als positiv bezeichnen; mehr als 60% meinen, die unterschiedlichen ethnischen und konfessionellen Gruppen verhielten sich untereinander und in bezug auf die Mehrheitsgesellschaft zumindest konfliktfrei, wenn nicht sogar harmonisch. Drittens beurteilen die Befragten ihre eigene Haltung zu Migranten als entspannt, nur 24% sehen das Verhältnis zu ihnen als besorgniserregend, ein Umstand, den die Gesellschaftswissenschaft auch mit dem Umstand erklärt, daß sich der Zuzug vor allem im vergangenen Jahr, pandemiebedingt, stark verringerte. Und so ging in den vergangenen fünf Jahren der Anteil derer, die eine negative Auswirkung auf das Leben in ihrem jeweiligen Lebensumfeld durch die Präsenz von Zuzüglern aus einem anderen Kulturkreis erwarten, von 32% auf 16% zurück. Viertens – und das ist wohl das wichtigste Ergebnis der Umfrage – sehen nur zehn Prozent die Gefahr von Konflikten vor dem Hintergrund von Migration. Bleibt nur zu wünschen, daß diese Tendenz anhalte.

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Landauf, landab, auch in Erlangen, wächst die Unzufriedenheit mit dem Impftempo. Selbst Menschen guten Willens verlieren allmählich Geduld und Verständnis angesichts schleppender Fortschritte. Dies braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Jedenfalls kommt da immer wieder und immer öfter das russische Vakzin Sputnik V als Stoff ins Spiel, der aus der mißlichen Lage helfen könnte. Auf höchster Ebene gab es dazu schon im Januar Gespräch, nun ist man dabei in Illertissen eine Produktion aufzubauen, während wegen der unbefriedigenden Datenlage die Zulassung für die Europäische Union noch auf sich warten lassen dürfte. Bei aller möglicherweise berechtigten Kritik an unserer Politik, sollte man auch einmal fragen, wie es andernorts, etwa in der Russischen Föderation und in der Partnerstadt Wladimir aussieht. Dort ist zwar inzwischen bereits das dritte Serum zugelassen, aber es fehlt an Nachschub wie an Impfwilligen, und dann unterlaufen den Behörden auch noch bisweilen statistische Fehler.

Drei Regeln, die Sie vor Covid-19 schützen

So korrigierte man dieser Tage in der Partnerstadt die Statistik nach unten. Von den 357.000 Einwohnern hatten zum Stichtag 25. März erst 13.590 die erste Komponente und gerade einmal 10.001 Impflinge auch die zweite Spritze erhalten. Kurz zuvor war man noch von einer fast doppelt so hohen Zahl ausgegangen. Auch in der Region bleiben die Erfolge hinter den Erwartungen zurück: Erst knapp vier Prozent der Bevölkerung hat beide Piekser erhalten. Und von den insgesamt 56.000 Dosen, die geliefert wurden, sind erst 84% verimpft. Bis Ende des Monats erwartet man weitere 20.600 Einheiten für eine Gesamtbevölkerung in der Region von 1.343.000 Einwohnern. Landesweit genießen übrigens auch erst drei Prozent der Bevölkerung den vollen Schutz gegen das Virus. Üppig klingt das nicht gerade – und auch nicht so, als könnte man in mehr als homöopathischen Dosen exportieren, zumal endlich die Impfskepsis zurückgeht. Anfangs war ja nicht einmal ein Drittel der Russen bereit, den Arm freizumachen. Nun halten sich die Zauderer und Entschlossenen schon fast die Waage.

Auch wenn bei dem Thema alle Angaben kritisch zu betrachten sind, hier noch einige Zahlen: Die Neuansteckungen in der Region Wladimir pendeln derzeit um die 70 täglich, insgesamt 30.000 Ansteckungen kamen seit Beginn der Pandemie zusammen, 2.000 gelten noch als aktiv, und 1.000 Tote wurden offiziell gezählt.

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In den letzten drei Jahren werden in der Region Wladimir immer weniger Abtreibungen vorgenommen. Wenn es 2018 noch 2.772 Fälle waren, so weist die Statistik für 2019 nur noch 2.401 und für 2020 insgesamt 1.284 Aborte aus.

Frauenklinik Erlangen

Diese Entwicklung erklärt man sich durch die verstärkte Schwangerenberatung durch das Gesundheitsamt. Allein im letzten Jahr sollen sich 325 werdende Mütter nach solchen Gesprächen für das Austragen ihres Kindes entschieden haben. Seit 2015 sind das zusammengenommen sogar 1.258 verhinderte Abtreibungen. Dem stehen im Jahr 2020 gut 9.000 Geburten gegenüber. Genauere Angaben zur Bevölkerungsentwicklung folgen demnächst.

Mehr zu diesem kontroversen Thema und dessen landesweiter Bedeutung stellt dieser Artikel zusammen: https://is.gd/tmQ8FA

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Wer Gästen Wladimir zeigt, sollte auch wissen, wie es um die Städtepartnerschaften bestellt ist. Keine aus der Riege der Fremdenführer wäre berufener als Jelena Ljubar – erlangenkundig seit bald dreißig Jahren -, zu dem Thema eine Fortbildung anzubieten. Und so kam die Museumsmitarbeiterin denn auch am vergangenen Freitag auf Anregung von Irina Chasowa mit einer zwanzigköpfigen Gruppe ins Erlangen-Haus, um sich vor Ort ein Bild von den Räumlichkeiten und Funktionen der Schaltzentrale des deutsch-russischen Austausches zu machen. Eine Idee übrigens von Irina Chasowa, der Direktorin der Einrichtung, die ihr kam, als sie über einer Präsentation saß, die sie im Landesmuseum hätte vorstellen sollen: „Besser einmal sehen, als hundert Mal hören.“ Und weiter berichtet sie:

Besuch im Erlangen-Haus zum Abschied vom Winter

Viele aus der Gruppe kannten wir natürlich schon, einige räumten aber ein, noch die Schwelle des Hauses überschritten zu haben, als sie zu uns kamen, um Gäste aus Erlangen zu einer Führung abzuholen. Da war es doppelt angenehm, gerade auch diesen für die Partnerschaft so wichtigen Leuten unsere Einrichtung vorstellen zu können. Wobei allerdings die deutschsprachigen unter ihnen auch sagten, sie seien bereits Hörer unserer Deutschkurse gewesen oder hätten sich gerade eingeschrieben. Jelena Ljubar erzählte von Erlangen und zeigte dessen Sehenswürdigkeiten. Am Ende herrschte dann Einigkeit, man sollte doch ebenso wie das Erlangen-Haus auch die Partnerstadt einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Natürlich gefiel es allen bei uns, sie interessierten sich für unsere Geschichte und versprachen, den Gästen der Stadt unser kleines Hotel zu empfehlen. Abschließend tranken wir noch Tee zu fränkischer Musik und machten, wie von der Blog-Redaktion gewünscht, unser letztes Winterbild vor dem Haus. Heute morgen hatte es noch einmal 17 Grad Frost, doch schon für Sonntag ist Tauwetter gemeldet, und dann solle es mit Plustemperaturen weitergehen. Der Frühling kommt, und wir freuen uns auf ihn!

Jelena Ljubjar, stehend, mit ihrer Gruppe im Erlangen-Haus

Wenn Sie sich nun fragen, wie ein Treffen von so vielen Menschen in einem Raum ohne Mindestabstand möglich sei, kann man von hier aus nur ungläubig den Kopf schütteln. Die Infektionszahlen fallen in der Partnerstadt langsam aber stetig, gestern meldete man für Wladimir nur noch 24 Neuansteckungen, das öffentliche Leben nimmt an Fahrt auf, die Krankenhäuser gehen wieder zum Regelbetrieb über, erste COVID-19-Stationen schließen schon wieder. Am Impfen allein kann es nicht liegen, denn nach offiziellen Angaben erhielten bis zum Stichtag 9. März von den 356.937 Einwohnern auch erst 17.655 den ersten und 6.791 den zweiten Pieks mit Sputnik V, das – wir kennen das ja leidlich von den bei uns bisher zugelassenen Vakzinen – nicht immer so zuverlässig in den Mengen an die sieben impfberechtigten medizinischen Einrichtungen geliefert wird, wie man sich das wünscht. Immerhin: Fünf Prozent der Wladimirer sind geimpft, mehr als landesweit, wo die Quote bei 3,5% liegt. Dennoch scheint insgesamt die Lage derzeit entspannter, als sie sich bei uns darstellt, und das möge auch so bleiben – und bei uns besser werden, selbst wenn es derzeit leider nicht danach aussieht!

Masleniza, gesehen von Sergej Skuratow

Morgen ist übrigens Schluß mit lustig. Die Butterwoche, die Masleniza, geht heute mit ihrem bunten Treiben zu Ende, morgen beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, wo die russische Küche fast schon auf vegan umstellt: kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier, in der strengen Observanz sogar ohne Fisch. Deshalb heute noch einmal drei klassische Rezepte für die russischen Pfannkuchen, die Bliny, zu denen es natürlich ungezählte Varianten und leckere Aufstriche oder Füllungen gibt. Am besten, Sie experimentieren selbst – und sparen nicht an Butter, denn der verwöhnte Volksmund sagt: „Den Brei verdirbt man nicht mit Butter.“ Ein Spruch, der für die Bliny nicht minder gilt. Und bei uns nimmt man das ja auch nicht so streng mit dem Fasten. Lassen Sie es sich also schmecken!

Masleniza, gesehen von Sergej Skuratow

Rezept 1 – Russische Bliny nach Hausfrauenart (für vier Personen)

Zutaten: 800 g Weizenmehl, 800 ml warme Milch, 4 Eier, 50 g Butter, 1 Prise Salz, 1 TL Zucker, 20 g Hefe.

Zubereitung: Hefe in 600 ml Milch auflösen und in eine Schüssel mit dem Mehl geben, verrühren und zum Gehen an einen warmen Ort stellen. Die Eier aufschlagen und Dotter von Eiweiß trennen. Die vier Dotter im Rest der Milch mit zerlassener Butter, Salz und Zucker vermischen. Die Mischung dem Teig beigeben, verrühren und nochmals an einem warmen Ort gehen lassen. Das Eiweiß schlagen und unmittelbar vor dem Backen der Bliny in einer gefetteten Pfanne unterheben.

Rezept 2 – Bliny aus Buchweizen (ein altes Rezept)

Zutaten: 2 Gläser Buchweizen, 2 1/2 Gläser warme Milch, 30 g Hefe, Salz.

Zubereitung: Mehl in Milch oder Wasser verrühren und die in Milch aufgelöste Hefe und Salz hinzugeben. Den Teig an einem warmen Ort gehen lassen. Nach zwei bis drei Stunden erst mit dem Backen beginnen. Erst wenn der Teig sich gehoben hat, sorgfältig die Bliny in einer heißen ausgefetteten Pfanne backen, ohne den Teig nochmals umgerührt zu haben. 

Rezept 3 – Bliny mit Quark

Zutaten: 1 l Kefir mit mindestens 3% Fettgehalt, 1/2 l Milch, 1,5 Teelöffel Soda, 3 Eßlöffel Zucker, Salz, 2 Eier und Mehl; für die Füllung: 1 kg Quark (möglichst russischen aus „Irina“ in der Dorfstraße) oder Topfen, 2 Eier, Puderzucker.

Zubereitung: Kefir in eine Schüssel gießen und zusammen mit einem Ei verrühren, Puderzucker, Soda und Salz beigeben und umrühren. Dann Mehl dazu, bis der Teig sämig und dickflüssig wird. Abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen Öl in der Pfanne heiß werden lassen und den Teig portionsweise in die Pfanne geben und die Bliny backen. Jeden Pfannkuchen mit einem Stück Butter einfetten und in eine Form geben. In die Mitte der Bliny eine Quarkfüllung geben, rollen und mit Konfitüre oder saurer Sahne (am besten Smetana) reichen. Für die Füllung ist wichtig, den Quark gut mit den Eiern und dem Zucker zu vermischen.

Vorgeschmack auf die Fastenzeit, ein russischer Fakir, gesehen von Sergej Skuratow

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