Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Wissenschaft’ Category


Es ist ja jedes Mal eine Freude, die Kinderklinik in Wladimir zu besuchen und zu sehen, wie sich dort beständig alles weiter verbessert – von der Patientenaufnahme über die Therapie bis hin zu den baulichen Veränderungen oder der Ausstattung und Möblierung der Wartebereiche. Wie gut das – gerade auch mit Erlanger Hilfe – gelingt, war gestern bei der Übergabe des Umschlags mit 270 Euro zu erleben, dem Erlös aus dem Pausenverkauf an der Heinrich-Kirchner-Schule im Advent.

Swetlana Makarowa, Peter Steger und Nikita

Schon im Vorjahr hatte man mit dem Geld der Grundschüler Sitzecken für die kleinen Patienten eingerichtet; nun möchte Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Krankenhauses auch die übrigen Stationen so bunt und spielerisch gestalten. Wohl fühlt sich hier jedenfalls sichtlich schon Nikita, der sich nicht lange bitten läßt, um den Spendenbrief aus Erlangen in Empfang zu nehmen und den Elchtest zu machen.

Nikita

Ein drollig-vergnügtes Kerlchen, bereits nach kurzer Untersuchung in der Poliklinik an der Hand der Mama wieder nach Hause entlassen. Und der Elch hat den Test ebenfalls wohlbehalten überstanden.

Swetlana Makarowa, Peter Steger und Nadeschda Sergejewa

Getestet werden soll in diesem Jahr aber noch ein ganz anderes Vorhaben, der Austausch von Pflegepersonal. In der Ärzteschaft gehören Hospitationen an den Universitätskliniken in Erlangen ja seit Anfang der 90er Jahre sozusagen zum Standardprogramm der Fortbildung, Krankenschwestern hingegen hatten dazu bisher – von wenigen Ausnahmen, vor allem in der Psychiatrie, abgesehen – kaum Gelegenheit. Das soll sich nun ändern: Im November kommt Oberschwester Nadeschda Sergejewa mit einer Kollegin aus der Onkologie zu einer Hospitation an die Erlanger Kinderklinik.

Wjatscheslaw Dejew, Jelena Owtschinnikowa, Olga Dejewa und Peter Steger

Und kaum ist der Anfang gemacht, schon bringt Jelena Owtschinnikowa, stellvertretende Leiterin der Regionalen Gesundheitsbehörde und ehemalige Sozialbürgermeisterin, den Vorschlag ins Gespräch, in das Programm auch weitere Bereiche der Medizin einzubeziehen. Sehr zur Freude von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, die am Abend zu einem Essen einlädt, bei dem viele Pläne für das laufende und das kommende Jahr geschmiedet werden, von denen bald mehr zu hören sein wird. Denn, so viel sei schon einmal verraten, im Mai 2020 feiert das Erlangen-Haus, das seinen Elchtest bei den Gästen immer wieder mit Auszeichnung besteht, das erste Vierteljahrhundert.

Read Full Post »


Mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Medical School of Harvard und der Unterstützung von zwei Stiftungen startete Wladimir in diesem Monat das Projekt „Stadt ohne Tuberkulose“ und übernimmt damit in dieser gesundheitspolitisch so wichtigen Frage landesweit die Führung. Das Ziel, diese Krankheit möglichst vollständig zu besiegen, will man erreichen, indem man auch all jene, bei denen TBC noch nicht ausgebrochen ist identifiziert und behandelt, vor allem also Obdachlose, HIV-Infizierte und Menschen, die mit diesen Risikogruppen in Kontakt kamen, also in erster Linie das Personal in Krankenhäusern, sozialen Einrichtungen, Polizei und Strafvollzugsanstalten. Dazu sollen mobile Brigaden eingesetzt werden, und Infizierten will man dann eine kostenlose Behandlung anbieten.

TBC ist heilbar, wenn rechtzeitig entdeckt!

TBC konnte – auch dank der Vermittlung durch das BRK Erlangen-Höchstadt – bereits Ende der 90er Jahre in Wladimir mit Hilfe eines WHO-Projekts u.a. in den Gefängnissen wesentlich eingedämmt werden, und diese Entwicklung setzte sich auch in jüngster Zeit fort. Lag die Erkrankungsrate 2011 noch bei 38,7 Fällen auf 100.000 Einwohner, so sank das Verhältnis in der Region Wladimir 2018 auf 27,5 zu 100.000, einer der landesweit besten Parameter. Noch besser sieht es bei den Todesfällen aus. Die sanken 2018 auf 2,2 je 100.000 Einwohner, und in der Partnerstadt selbst liegen sie noch einmal doppelt so niedrig. Wie weit da Stadt und Region Wladimir vorne liegen, zeigt das vom Gesundheitsministerium vorgegebene Zielmarke für das Jahr 2020: 11,2 Todesfälle auf 100.000 Einwohner.

Doch in Wladimir gibt man sich damit nicht zufrieden, man will das Niveau erreichen, das man aus Westeuropa kennt: weniger als 14 Erkrankungsfälle auf 100.000 Einwohner. Wenn das so gut weitergeht, wird dann tatsächlich bald niemand mehr in der Partnerstadt an TBC sterben müssen. Ein gutes Ziel.

Read Full Post »


„Ein ganz gewöhnliches Mädchen“, so beschreibt sich Aljona Schuwalowa bescheiden. Dabei hat die Studentin, die am Erlangen-Haus die Deutschkurse besuchte, das Zeug zu einer Botschafterin zwischen unseren Ländern zu werden. Geboren vor 17 Jahren in der sibirischen Region Kemerowo, kam das Mädchen 2011 mit ihrer Familie nach Wladimir. Ein Wendepunkt in ihrem Leben, wie die junge Frau heute meint, ohne den sie wohl kaum ihr Studium in Sankt Petersburg und erst recht nicht in Deutschland aufgenommen hätte.

Aljona Schuwalowa

Dabei zögerte Aljona nach eigener Auskunft lange, die Eltern hätten sie gern Juristin werden lassen, selbst wollte sie lieber Chinesisch lernen. Vor allem konnte sie in der Schule nichts mit Geschichte anfangen, das einzige Fach, wo sie nicht die besten Noten nach Hause brachte. Zum Glück fand sich in Sankt Petersburg eine juristische Fakultät mit vertieftem Chinesischstudium und ohne eine Aufnahmeprüfung in Geschichte. Zeitgleich der Sprachtest des Goethe-Instituts zur Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung und im Juli vergangenen Jahres dann schon gemeinsam die Reise mit der Mutter nach Deutschland. Eine schwierige Entscheidung, die nicht ohne Tränen und Verzweiflung gefallen sei.

Aljona Schuwalowa mit Kommilitoninnen

Gar nicht so leicht auch, eine deutsche Universität zu finden, wo ein Studium gewissermaßen aus dem Stand möglich ist. Eine Zusage kam schließlich aus Nordhausen in Thüringen, wo im August die Prüfung abzulegen war und die Möglichkeit bestand, Sankt Petersburg als Option nicht fallenlassen zu müssen. Doch nun ist die Entscheidung gefallen. Die Prüfung ist bestanden, das erste von zwei notwendigen Semestern im Studienkolleg – hier lernt Aljona mit Gleichaltrigen aus aller Welt zusammen – liegt schon fast wieder hinter ihr, und dann kann es im Herbst mit dem Studium der Wirtschaftsinformatik beginnen.

Aljona Schuwalowa

Die Weihnachtsferien nutzte Aljona für einen kurzen Heimaturlaub und einen Vortrag im Erlangen-Haus über ihre Erfahrungen in Deutschland. Dieser Tage kehrt sie an die Hochschule in Nordhausen zurück, das ja gar nicht so weit von Erlangen entfernt liegt. Zumindest für einen Wochenendausflug in die fränkische Partnerstadt sollte genug Zeit sein, und vielleicht wird ja dieses „ganz gewöhnliche Mädchen“ zum Vorbild für weitere junge Leute aus Wladimir, die derartige Möglichkeiten nutzen, um unsere Länder noch enger zu verbinden. Davon können wir gar nicht genug haben!

Read Full Post »


Leider gelingt es auch der Redaktion des Blogs nicht immer, alle – in diesem Jahr waren es wieder 110 an der Zahl – Austauschmaßnahmen zwischen Erlangen und Wladimir zu erfassen. Aus den unterschiedlichsten Gründen gehen auch längst nicht zu allen Begegnungen Berichte ein, etwa zu einer wissenschaftlichen Konferenz Anfang September, wo es unter Erlanger Beteiligung um Fragen der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt am Beispiel der Gewässer im Kljasmabecken ging.

Ökologischer Atlas des Kljasmabeckens

Ein Thema dabei – der Biber und die Nebenwirkung seiner Aktivitäten auf das Ökosystem. Ähnlich wie in Bayern und ganz Deutschland war der Nager auch in der Region Wladimir und auf dem Gebiet der Sowjetunion vor allem durch Bejagung fast ausgerottet. Mit dem Biberschutz begann man in der UdSSR verstärkt ab den 70er Jahren, und seither erholt sich der Bestand merklich. Abzulesen an den Zahlen, die nach der letzten Erhebung – sie fand vom 1. Oktober bis zum 30. November landesweit statt – bei gut 17.000 Exemplaren für die gesamte Region Wladimir mit einer Gesamtfläche von 29.000 qkm liegen, etwa 2.000 mehr als im Jahr 2010.  Fast so hoch schätzt man übrigens die Biberpopulation in Bayern mit seinen gut 70.000 qkm.Und noch etwas ist nachzutragen. Just zu der Konferenz erschien ein aufwendig gestalteter Atlas zu Ökologie des Beckens der Kljasma mit dem Untertitel „Der Mensch in der Umwelt“, herausgegeben von der Wladimirer Universität in Zusammenarbeit mit der Michail-Lomonossow-Universität Moskau und der 1845 gegründeten Russischen Geographischen Gesellschaft. Auf gut 300 Seiten ist da fakten- und tabellenreich die Wechselwirkung von Mensch und Natur am Beispiel der Region Wladimir dargestellt, von der Geologie über die Hydrologie bis zu Fauna und Flora; sogar Demographie, Klima oder Brauchtum haben ihre eigenen Kapitel.

Eine Schatztruhe für alle, die alles über die Partnerstadt und ihr Umland wissen wollen. Nur ein Desiderat bleibt anzumahnen: die Übersetzung des Kompendiums zumindest ins Englische.

 

Read Full Post »


Mein zweiwöchiger Arbeitsbesuch begann Anfang November in der Neurologie des Universitätsklinikums Erlangen, deren Direktor, Professor Stefan Schwab, mich mit seinem Team gleich zur morgendlichen Konferenz einlud, wo man den Zustand der in den letzten Tagen eingelieferten Patienten besprach, neurovisualisierte Unterlagen zeigte und klärte, wie die Behandlung weiterzuführen sei. Anschließend erhielt ich Gelegenheit, das Krankenhaus zu besichtigen. Ein Assistent des Lehrstuhls nahm mich an der Hand und zeigte mir die Abteilungen und Stationen, erklärte mir die jeweilige Spezifik und beantwortete meine im Lauf der „Exkursion“ aufkommenden Fragen. Angesichts dessen, daß ich in Wladimir in der Abteilung für akute Störungen des zerebralen Blutkreislaufs arbeite, interessierte ich mich vor allem für die Strategie und Praxis der Behandlung von Patienten mit Schlaganfall. In der Stroke Unit machten der Stationsleiter und sein Team gemeinsam Visite, sahen sich die Kranken an, besprachen die weitere Behandlung und Rehabilitation sowie die Notwendigkeit weiterer diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Hier lernte ich die ganzen Arbeitsabläufe und die Zuständigkeiten auch des Pflegepersonals, der Physiotherapeuten und des gesamten Teams kennen. Für einige Tage hatte ich auch Gelegenheit, die Arbeit in der Aufnahme kennenzulernen, wo festgelegt wird, welchen Weg ein Patient mit seinen jeweiligen Erkrankungen des Nervensystems durch die Abteilungen nehmen soll, welche Behandlungsmethoden für Schlaganfallpatienten in Frage kommen, jeweils abhängig davon, wie schnell sie in die Klinik gebracht wurden. Auch die Arbeit mit dem Computertomographen zeigte man mir. Außerordentlich interessant für mich war auch der Besuch in der Reha-Abteilung des Klinikums am Europakanal, wo Patienten mit neurologischen Beeinträchtigungen verschiedener Art und Abstufung auf eine Rückkehr ins normale Leben vorbereitet werden.

Jürgen Zeus, Susanne Lender-Cassens, Natalia Denissowa, Olga Jaschina und Werner Hohenberger

Zusammenfassend möchte ich bemerken: Der Besuch in Erlangen stellte für mich eine kolossale Erfahrung dar und bot mir Gelegenheit, zu sehen, wie das Gesundheitswesen in Deutschland „von innen“ funktioniert. Dieses Land mit seinem ausgesprochen hohen medizinischen Standard, seiner führenden Ausrüstung, seinem gewaltigen und unerschöpflichen technischen sowie mit seinem mächtigen intellektuellen Potential dient dem sich in der Hinsicht noch „entwickelnden“ Rußland als Eichmaß, als Beispiel, als „Admiralsschiff“. Ich meine, derartige Reisen von Ärzten helfen ihnen (uns) dabei, eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, in welche Richtung wir uns bewegen, woran wir arbeiten, worauf wir stärker unsere Aufmerksamkeit richten und wie wir die Prioritäten in diesem oder jenem Bereich des Gesundheitswesens besser setzen sollten, um nach dem Vorbild erfolgreicher Länder auch bei uns das medizinische Niveau und die Lebensqualität anzuheben. Derartige Reisen geben uns verschiedene Abläufe, Prozesse und Strukturen der Arbeit an die Hand, die wir in unseren Kliniken einsetzen und damit die Arbeit unserer Ärzte, Pflegekräfte und paramedizinischer Dienste optimieren können. An diesem Austausch sollten meiner Meinung nach neben Medizinern auch Leute aus der Medizinverwaltung teilnehmen, besonders Vertreter des Gesundheitsamtes der Region Wladimir. Ich hoffe jedenfalls sehr, daß man dieses Programm fortsetzt und Ärzte wie Krankenschwestern, wenn sie in diese gastfreundliche Stadt und an diese nicht minder gastfreundliche Klinik kommen, deren so wertvollen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen vermittelt bekommen. Bei meiner Kollegin und mir hinterließ diese Reise einen gewaltigen Eindruck. Es war ungemein interessant! Ganz herzlichen Dank für die großartige Organisation, die angenehmen Bekanntschaften sowie die herzliche Aufnahme und Unterstützung!

Olga Jaschina

siehe auch: https://is.gd/jIQSh0

Read Full Post »


Vorgestern, am Tag der Ankunft der Religionswissenschaftler, handelte es sich noch um graue Theorie und auf Papier gebannte Analyse, gestern, am ersten Jahrestag des Todes von Wolfgang Vogel, erlebten die Gäste aus Wladimir, wie intensiv in Erlangen die Ökumene praktiziert wird. Und welche Unterschiede es in Glaubensdingen zwischen West und Ost noch immer – und leider wieder zunehmend – gibt. Matthias Wünsche, Gemeindepfarrer von Herz Jesu, und Dekan Josef Dobeneck bedauerten denn auch gegenüber Jewgenij Arinin, Lehrstuhlinhaber für Philosophie und Religionswissenschaften an der Universität der Partnerstadt, und Dmitrij Petrosjan, die wachsende Entfremdung zwischen dem Vatikan und dem Moskauer Patriarchat, nicht ohne zu betonen, wie wichtig gerade deshalb derlei Begegnungen seien.

Matthias Wünsche, Jewgenij Arinin, Dmitrij Petrosjan und Josef Dobeneck

Dennoch, so die Frage der Gäste: „Wie ist es möglich, ein armenisches Steinkreuz auf dem Grund einer katholischen Gemeinde in Erinnerung an einen Katholiken weihen zu lassen, etwas, das so bei uns nicht denkbar wäre?“ – „Weil wir seit dem Zweiten Vatikanum das Verbindende stärker betonen als das Trennende zu forcieren“, lautet komprimiert die Antwort.

Dmitrij Petrosjan und Jewgenij Arinin

Wolfgang Vogels Geist der Verständigung zwischen den Konfessionen und Kulturen schwebte spürbar über der gestrigen Zeremonie, und das Gedenken an ihn hat nun einen würdigen Ort gefunden, hier in Herz Jesu mit dem keltischen Kreuz auf dem Dach, dem Kruzifix in der Kirche und dem armenischen Wegkreuz auf dem Vorplatz. Eine Inspiration sicher auch für die russischen Gäste.

Zum Nachruf auf Wolfgang Vogel geht es hier: https://is.gd/uD7uUb, und mehr Eindrücke zur gestrigen Gedenkfeier findet man unter: https://is.gd/Dlyc6c

Read Full Post »


Rechtschaffen müde traf die fünfköpfige Forschungsgruppe um Jewgenij Arinin, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie an der Universität Wladimir, gestern gleich nach der langen Reise – um kurz nach Mitternacht waren sie aufgebrochen – am frühen Abend bei der Professorin für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas, Julia Obertreis, ein und kamen rasch zum Objekt ihrer wissenschaftlichen Analyse. Anhand eines zusammen mit der Erlanger Seite ausgearbeiteten vierseitigen Fragebogens sollen unter religionswissenschaftlichen und soziologischen Aspekten deutsche und russische Jugendliche Auskunft über ihre Haltung zum Glauben geben. So ungleich bisher noch die Datenlage – ca. 500 Respondenten in Wladimir stehen bis dato erst gut 50 Befragte in Erlangen gegenüber -, so anders auch die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen: Erste Ergebnisse deuten wohl auf ein komplexeres Verständnis der deutschen Teilnehmer an der Umfrage hin. Ob sich diese erste Analyse erhärtet, kann aber nur eine Erweiterung des Kreises bestätigen. Deshalb auch die Bitte der Gäste, diese in deutscher Sprache vorliegenden Fragebögen möglichst breit an der Friedrich-Alexander-Universität zu streuen. Denkbar wäre aber auch die Einbeziehung der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit ihren Instituten für Slawistik und Theologie. Eines aber, so der Soziologe Dmitrij Petrosjan, lasse sich aber jetzt schon konstatieren:

Zwei Drittel bezeichnen sich zwar als gläubig, aber wenn es ans Eingemachte geht und nach Glaubensinhalten und die Ausübung des Glaubens gefragt wird, kommen wir rasch in den einstelligen Bereich, bei etwa fünf Prozent, die tatsächlich auch zumindest an Feiertagen den Gottesdienst besuchen. Eine Zahl, die übrigens auch die Statistik der Polizei bestätigt, die gerade zu Weihnachten und Ostern zu deren Schutz Schätzungen der Kirchgänger vornimmt.

Natalia Markowa, Witalij Galkin, Dmitrij Petrosjan, Julia Obertreis, Iwan Wikulow und Jewgenij Arinin

Ansonsten freuen sich die Gäste darauf, noch bis Dienstag ohne jede Ablenkung durch Anrufe und administrative Aufgaben am Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaften sowie vor allem in der Synodalbibliothek mit ihren mehr als 6000 Bänden in russischer und kirchenslawischer Sprache aus allen theologischen Disziplinen zu lesen und zu exzerpieren. Das, so Jewgenij Arinin, könne man in Erlangen wesentlich unkomplizierter als im viel näheren Moskau. Was man dort erst langwierig bestellen müsse, hole man sich hier zur Lektüre oder Kopie einfach aus dem Regal.

Julia Obertreis auf der Weihnachtsfeier mit den Gästen aus Wladimir

Aber auch die Wissenschaft lebt nicht vom Buch allein. Nach dem zweistündigen Gespräch über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit wartet Kommunalka, der vor zwei Jahren während der Wladimir-Exkursion ins Leben gerufene studentische Kreis für osteuropäische Kultur, mit einer vielfältigen Bewirtung auf, vom Hering im Mantel über den Vinaigrette-Salat bis hin zu polnischen Bonbons. Einen besseren Auftakt kann man sich kaum vorstellen.

Zum Thema siehe auch: https://is.gd/kTaCd8

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: