Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Wirtschaft’ Category


Bei all dem, was Tatjana Terentjewa, Leiterin des Wirtschaftsamtes der Stadt Wladimir, und Konrad Beugel einander gestern vormittag zu erzählen hatten, hätten die Gäste es beinahe nicht mehr zum Mittagszug nach Moskau geschafft. Nach all den Treffen und Präsentationen auf der ökonomischen „Makroebene“ gab es nun aber auch wirklich mehr als genug Themen aus dem Bereich der kommunalen Zuständigkeit für die Wirtschaftsförderung zu besprechen. Und siehe da, bei allen strukturellen Unterschieden zwischen den Partnerstädten – in Wladimir dominieren die lebensmittelverarbeitende Industrie, etwa mit einer Molkerei von „Danone“ oder der Großbäckerei, sowie die Chemie gibt es durchaus gemeinsame Sorgen und Nöte, zum Beispiel den Mangel an Gewerbeflächen und den Widerstand der Anwohner gegen die Ansiedlung eines Bitumenwerks oder einer Müllsortieranlage, vergleichbar mit dem Erlanger Volksentscheid gegen die Ausweisung eines Industrieparks entlang der Autobahn im Süden der Stadt.

Konrad Beugel, Tatjana Terentjewa und Peter Steger

Auch das Problem mit den Aus- und Einpendlern kennt man in Wladimir – und die Ansiedlung von Betrieben im Umland, wo dann auch die Einkommenssteuer bleibt. Genug Gemeinsamkeiten, doch zu wenig Zeit, um alles im Detail zu besprechen, weshalb denn auch Konrad Beugel seiner Kollegin vorschlägt, ein Seminar in Erlangen zu veranstalten, wo man gemeinsam nach Lösungen suchen könnte. Jetzt braucht es nur noch einen Termin…

Read Full Post »


Ob die Premiere gelungen ist, werden später die Abschlüsse und Ergebnisse zeigen. Als nützlich erwies sich der erste Besuch einer Wirtschaftsdelegation des Freistaates Bayern in der Region Wladimir auf jeden Fall. Die nämlich wird häufig noch von außen als ökonomischer „Hinterhof“ von Moskau und mehr als kulturelles Zentrum wahrgenommen.

Dabei kann man in dem Gouvernement von der Größe des Bundeslandes Brandenburg auf eine lange Industrietradition verweisen, die von der Glasverhüttung bis zu chemischen Werken, von der Rüstung bis zur Lasertechnik reicht und auch ein großes Potential im Bereich Fahrzeugproduktion aufweist. Besonders von Bedeutung in jüngster Zeit darüber hinaus, so Vizegouverneur Alexej Konyschew, der Tourismus.

Begrüßung und Vorstellung im Sitzungssaal des „Hauses der Freundschaft“

Die Region Wladimir unterhält dabei engste Beziehungen zu Deutschland: 31 Unternehmen arbeiten unter Führung oder Beteiligung von Partnern aus der Bundesrepublik. Allein in diesem Jahr ist der Handel zwischen dem Gouvernement und Deutschland um 21% gestiegen.

Konrad Beugel und Roman Matwejew

Einen noch stärkeren Anteil daran verspricht sich nun auch die Metropolregion Nürnberg mit ihrer „Perle Erlangen“, wie IHK-Präsident Dirk von Vopelius anerkennend in Richtung Konrad Beugel bemerkt.

Botschaftsrat Thomas Multhaupt, Ministerialrat Martin Grossmann, Wirtschaftsreferent Konrad Beugel, Vizegouverneur Alexej Konyschew, Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, Präsident der IHK Nürnberg Dirk von Vopelius, Präsident der IHK der Region Wladimir Iwan Axjonow, Leiter der Repräsentanz des Freistaates Bayern in Moskau Fjodor Chorochordin und Staatsminister a.D. Otmar Bernhard MdL

In der Tat hat Erlangen auch in wirtschaftlicher Hinsicht mit seiner Partnerschaft so manchen Impuls in Wladimir gesetzt, vom ersten Gemeinschaftsunternehmen „Transmoros“ in den frühen 90er Jahren über die Zusammenarbeit mit Busunternehmen bis hin zum Aufbau einer Brauerei und der Lieferung von Malz für das Bier „Jusberg“

Irina Chasowa und Richard Heindl

Aber auch die von Richard Heindl – er war 1993 mit der Fahrradstaffel des damaligen Wirtschaftsreferenten, Siegfried Balleis, zum ersten Mal in Wladimir – Mitte der 90er Jahre gegründete „Wirtschaftsakademie“, die sich, ebenso wie „Transmoros“, im Erlangen-Haus einmietete.

Kirill Gawrilow und Dirk von Vopelius

Alles eine gute Basis, aber Dirk von Vopelius und seine Wladimirer Gesprächspartner wollen mehr. Im nächsten Jahr veranstaltet die Region Wladimir eine Fachmesse mit den Schwerpunkten Automation und Robotertechnik, wo ein eigener Stand für die Bayern eingerichtet werden könnte, und man macht sich erste Gedanken über einen „Wladimir-Tag“ bei der IHK Nürnberg. Ob nun schon nächstes Jahr oder erst 2019 wird sich zeigen.

Dirk von Vopelius, Konrad Beugel, Swetlana Schelesowa, Thomas Multhaupt, Otmar Bernhard, Martin Grossmann, Claudia Schleicher und Axel Just

Während die Gespräche zwischen den Firmenvertretern im „Haus der Freundschaft“, dem ehemaligen Sitz des Stadtrates, weitergehen, besucht auf Initiative von Konrad Beugel eine kleine Abordnung das Erlangen-Haus. Swetlana Schelesowa, stellvertretende Leiterin des Sprachlernzentrums, darf sich dabei wieder einmal über viel Lob und Anerkennung freuen, vor allem dafür, wie es über all die Jahre seit der Eröffnung im Mai 1995 gelungen ist, sich selbst zu finanzieren und dabei nebenbei zu beweisen, daß auch eine von zwei Städten ins Leben gerufene Stiftung versteht, sich als Gästehaus und Sprachkursanbieter auf dem Markt zu behaupten.

Bevor die Delegation am frühen Abend via Moskau und nach einer Übernachtung dort heute wieder die Heimreise nach München antritt, steht aber noch der Besuch bei dem Fahrzeughersteller „Volgabus“ auf dem Programm. Das Anfang der 90er Jahre in Wolgograd gegründete Familienunternehmen produziert Busse in allen Größenordnungen und setzt dabei auch auf mit Erdgas oder Batterie betriebene Fahrzeuge (sogar autonome Prototypen gibt es im Angebot)  für den heimischen Markt, durchaus aber auch mit internationaler Perspektive. Was die Fertigung anbelagt, kooperiert man ohnehin schon vor allem mit Partnern aus Deutschland sowie Japan und China. Noch läuft die Montage – übrigens unter Einsatz von Kuka-Robotern – nicht auf Hochtouren, noch ist der Ausbau der für gut 600 Mitarbeiter geplanten Anlage mit später einmal fast 50.000 qm Fläche, eine halbe Autostunde vom Zentrum Wladimirs entfernt und an der Strecke nach Moskau gelegen, nicht abgeschlossen, aber die landesweit arbeitende Holding mit einem Marktanteil von etwa 17% berichtet bereits von Großaufträgen aus Moskau und Sankt Petersburg und hofft auch, am Standort selbst die eigenen Busse verkaufen zu können, immerhin geplante 1.200 p.a.

Axel Just 30

Volgabus

Wie gesagt, die Abschlüsse und Ergebnisse müssen zeigen, ob die Premiere gelungen ist. Aber bei „Volgabus“ freut man sich schon jetzt über die erste ausländische Wirtschaftsdelegation überhaupt, und bereits im nächsten Jahr will man eine Fachmesse in München besuchen, um spätestens dann die Gespräche fortzusetzen. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht. Ein guter, an dessen Zustandekommen, das soll nicht unterschlagen bleiben, Altoberbürgermeister Siegfried Balleis einen entscheidenden Anteil hatte: Siehe: https://is.gd/kIUW4X

Read Full Post »


Beginnen wir bei den Unterschieden: Das Jugendparlament der Region Wladimir, dessen Mitglieder zwischen 16 und 30 Jahre alt sind, gibt es seit 2005, das Pendant in Erlangen blickt bereits auf 15 Jahre Erfahrung zurück. In der russischen Partnerstadt bewirbt man sich mit einer Empfehlung seitens einer Partei, Schule, Universität, Organisation oder Firma bei der Duma, der gesetzgebenden Versammlung des Gouvernements, und dem Nachweis, selbst eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen zu können.  In der Hugenottenstadt bewirbt man sich – ob Schüler oder schon in der Ausbildung im Alter von 12 bis 17 Jahren – selbst und wird, wenn alles gut geht, wie im Fall von Axel Just, für zwei Jahre gewählt, die gleiche Amtsperiode wie in Wladimir. Doch da gibt es – wieder anders als in Erlangen – keinen Haushalt für die Nachwuchspolitiker, sie müssen die notwendigen Mittel selbst einwerben, sei es über Sponsoren oder Ausschreibungen. Und damit machen die jungen Russen dann hauptsächlich Projektarbeit, für die ihre jeweiligen Ausschüsse verantwortlich zeichnen: von Kultur über Sport bis zu Wirtschaft oder Medien. Ausgesprochen ausdifferenziert und ausdrücklich professionell der Ansatz, was sicher auch mit dem Alter zu tun hat.

Axel Just und die Gruppe des Regionalen Jugendparlaments

Dennoch: Das Gemeinsame bei dem Treffen im Erlangen-Haus ist natürlich stärker als alle Unterschiede. Hier wie dort will die Jugend politische Prozesse verstehen, begleiten und gestalten, vor allem aber will man sich näher kennenlernen, und am Ende der Begegnung steht deshalb der Beginn einer neuen partnerschaftlichen Verbindung mit gegenseitigen Einladungen. Ein gelungener Einstand!

Axel Just beim Netzwerken

Während dann Axel Just zu seinem nächsten Treffen mit der katholischen Jugend aufbricht, kommt am späteren Nachmittag mit dem Zug aus Nischnij Nowgorod eine dreißigköpfige bayerische Wirtschaftsdelegation an, der auch Konrad Beugel, berufsmäßiger Stadtrat für Wirtschaft und Finanzen, angehört.

Konrad Beugel, Roman Matwejew und Olga Dejewa

Seit 17 Jahren im Amt – man glaubt es kaum – besucht Erlangens Kämmerer nun erstmals Wladimir. Doch die Gastgeber vermitteln ihm das Gefühl, schon immer dazugehört zu haben, und so besteht er denn auch bravourös die Feuertaufe mit einer Tischrede, gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Olga Dejewa beim abendlichen Empfang an die Geschäftsleute aus ganz Bayern gerichtet. Ein gelungener Einstand, der zuversichtlich macht für die heute und morgen bevorstehenden Gespräche und Besichtigungen.

Read Full Post »


Erstaunt reibt man sich die Augen und fragt: „Ist das nicht … auf dem Bild?“ Er ist es tatsächlich, Andreas Galster. Nur wie kommt der 1. Bürgermeister von Erlangens Nachbarstadt Baiersdorf auf die Internetausgaben der Wladimirer Medien? Dafür gibt es einen guten Grund, wie etwa beim Staatlichen Lokalsender nachzulesen:

Andreas Galster (links) und Swetlana Orlowa (Mitte)

Bei der soeben zu Ende gegangenen 33. Sitzung des Rates der Gemeinden und Regionen Europas in Straßburg kam es zu einem Treffen der russischen und deutschen Delegationen, an der auch Swetlana Orlowa, Gouverneurin der Region Wladimir, teilnahm, in Personalunion Leiterin der nationalen Delegation der Russischen Föderation und Stellvertreterin des ständigen Vertreters der Russischen Föderation beim Europarat, Wjatscheslaw Jegorow. Ihr deutsches Pendant, Bernd Vöhringer, Oberbürgermeister von Sindelfingen, leitete die Delegation der Bundesrepublik, der auch Andreas Galster angehörte. Wie berichtet wird traf man sich in der russischen Vertretung beim Europarat, nachdem die deutsche Seite bereits am Rande der vorhergehenden Sitzung zum partnerschaftlichen Dialog in die eigenen Räume eingeladen hatte. Der Austausch geht also in die zweite Runde, findet seine Fortsetzung. Bernd Vöhringer wird hierzu zitiert:

Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen, gehen Fragen der lokalen Agenda an, und dabei spielt der Kongreß des Europarats eine sehr große Rolle. Wir sind froh darüber, daß unsere Delegationen eine Freundschaft pflegen. Wir haben eine große gemeinsame Geschichte und weitreichende Verbindungen, die es gilt, weiter auszubauen und zu festigen. Auf dem Forum der Sitzung haben wir heute die Möglichkeit zum Gespräch und zur Diskussion, wobei wir unsere freundschaftlichen Beziehungen aufrechterhalten.

Swetlana Orlowa erwiderte ganz im Geist der Zusammenarbeit und betonte, wie wichtig die Beziehungen gerade zu Deutschland, dem zweitgrößten Handels- und Wirtschaftspartner der Russischen Föderation, seien, bevor sie konkret auf ihr Gouvernement zu sprechen kam:

Die Region Wladimir ist ein gutes Beispiel dafür. Wir erweitern planmäßig die wirtschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen mit deutschen Partnern. Auf dem Gebiet der Region gibt es mehr als 30 Organisationen mit einer Beteiligung von Investoren aus Deutschland, von denen viele auch soziale Aspekte berücksichtigen, etwa Bautex, eine Firma, die ein Programm der dualen Ausbildung umsetzt.

Anzumerken ist noch eine positive Entwicklung des Außenhandels, dessen Umsatz zwischen der Region Wladimir und Deutschland in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zu 2016 um 21,2% stieg und einem Wert von etwa 130 Mio. Euro darstellt. Der Export legte dabei um fast 13% zu, der Import um gut 22%.

Gut, wenn das die russisch-deutsche Freundschaft in Straßburg stärkt. Wer die europäische Geschichte und die historische Rolle Deutschlands auch nur ansatzweise kennt, kann sich nur freuen über derlei Begegnungen der Verständigung von Deutschen und Russen auf französischem Boden. Und mit Andreas Galster – das darf man sagen – saß auch die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir mit am Tisch im Elsaß, denn Baiersdorf nimmt in diesem deutsch-russischen Zusammenspiel gerade auch dank seinem Bürgermeister einen wichtigen Platz ein.

Siehe auch: https://is.gd/c8HTAa

Read Full Post »


Die digitale Technik wacht nun auch über den Schlaf. Wie das Internetportal Zebra-TV berichtet, hat die Firma Askona aus der Region Wladimir ein Kissen entwickelt, das zwar keine süßen Träume verspricht, nach dem Aufwachen aber alle Daten zur Nachtruhe bereithält und sogar Hinweise darauf an die Hand gibt, wie sie noch erholsamer werden kann. Nach Auskunft des Herstellers handele es sich dabei um eine Entwicklung mit Pioniercharakter, weltweit – und das zu einem Verkaufspreis von nur 13.000 Rubeln, also deutlich unter 200 Euro, was in einem Rahmen liegt, der niemandem den Schlaf rauben dürfte. Die Kundschaft soll schon in wenigen Wochen rund um den Globus zugreifen können, die Gebrauchsanweisung liegt bereits in zwölf Sprachen vor, denn die Konkurrenz schläft nicht, auch andere Firmen arbeiten an ähnlichen Konzepten. Die ausgeschlafensten Entwickler freilich kommen aus Wladimir.

Was zeichnet das weltweit erste Smart-Kissen nun aber bei der Vermessung des Schlafs auf? Die Schlafphasen, die Frequenz und Qualität der Atmung, eine ggf. vorliegende Apnose und die Herzfunktionen, alles Parameter, die Auskunft über die Güte der Nachtruhe Auskunft geben. Alles anwenderfreundlich und mit allen gängigen Geräten zu verbinden, wie bei allen IT-Konzernen auch schon mit den Perspektiven auf die Versionen 2.0 und 3.0. Sobald es in Rußland ein Gesetz für Telemedizin gibt, könnte  der Absatz auf dem heimischen Markt so richtig anspringen, und dann wird es sich auch lohnen, die Arbeit an der Entwicklung einer smarten Matratze fortzusetzen, die natürlich noch viel mehr Daten liefern könnte. Schon jetzt rechnet die Firma, die fast 50% des heimischen Marktes abdeckt, mit bis zu 12 Mio. Kissen, die man jährlich neu in russischen Betten aufschütteln könnte, auch als Vorsorge etwa gegen den Tod durch Apnoe. Eine Lebensversicherung hingegen schließt man auch so nicht ab, denn es bleibt dabei: Des Schlafes Bruder ist der Tod, – und eine Straße muß ich gehen, die noch keiner ging zurück: https://is.gd/V0J1Ju

 

Read Full Post »


Im russischen Internet spielt sich derzeit ein Duell der Giganten ab. Bis vor einem Jahr dominierte ganz klar die vor allem für das kyrillisch geprägte Netz in den Nachfolgestaaten der UdSSR entwickelte Suchmaschine yandex.ru, doch Google holt seit Monaten zielstrebig auf und liegt nun sogar mit einem Nutzerverhältnis von 49% zu 45% klar vorne, während die Mitbewerber mail.ru und rambler.ru nur noch ein digitales Schattendasein fristen. Für Wladimir aber ist yandex.ru die absolute Nummer eins. Und das hat gute Gründe.

Yandex-Rechenzentrum Wladimir, Photo Pressestelle Yandex

Der Konzern hatte nämlich im November 2014 angekündigt, in der Region Wladimir ein Datenzentrum zu bauen. Später wurde bekannt, das Projekt werde auf einer Fläche von sechs Hektar im Ortsteil Energetik der Partnerstadt realisiert. Im Februar 2015 dann die Unterzeichnung des Vertrags mit der Ankündigung, man werde die Anlage bis Ende 2017 eröffnen. Ehrgeizig, aber nicht großsprecherisch. Im Mai 2016 nämlich begannen die Bauarbeiten, und dieser Tage nun schon die Eröffnung des ersten von insgesamt vier Blöcken des derzeit wohl modernsten russischen Rechenzentrums. Mehr als zweieinhalb Milliarden Rubel flossen in der Zeit nach Wladimir, und fast 20 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. 40 Millionen Rubel dürften jährlich in den Säckel der Region Wladimir wandern, während der Betrieb mit – nach Fertigstellung auch der restlichen drei Module – 40 Megawatt Leistung für die Kilowattstunde Strom (ohne Mehrwertsteuer) gerade einmal zwei Rubel bezahlt. Man rechne das einmal bei einem Kurs von einem Euro zu 70 Rubeln um… Die Energie-Effizienz kommt dennoch auf die beachtliche Kennmarke von 1.07, wohl auch dank der Technologie Full Free Cooling, wobei zur Kühlung der Server keine Kältemaschinen eingesetzt werden; vielmehr nutzt man mittels einer besonderen Ventilation die Außenluft. Die abgeleitete Wärme – so die Planung – will man nicht nur zur Beheizung der eigenen Büroräume, sondern auch für Wohnhäuser des Stadtteils und vielleicht sogar ein Treibhaus einsetzen.

Yandex-Datenzentrum; Photo Pressestelle Yandex

Ein Erfolg, zu dem man Wladimir nur gratulieren kann. Bleibt freilich zu hoffen, daß sich yandex.ru gegenüber Google behaupten kann. Man wird sehen, ob der Patriotismus sich auch in Klicks und Nutzerzahlen durchsetzt und behauptet.

Read Full Post »


Aus gegebenem Anlaß: Es gibt noch immer virtuell abgelegene Gegenden in den Freistaaten Bayern und Thüringen, wo ein schneller Internetanschluß nicht selbstverständlich ist. Sehr zum Verdruß des dort beheimateten Gewerbes, das über Wettbewerbsnachteile klagt. Da kann es, wenn die Blog-Redaktion sich auf einer Fortbildungsreise befindet, schon auch einmal zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung des aktuellen Materials kommen, wie heute bedauerlicherweise geschehen.

internet

Internet – Server der Fiskaldaten mit ausfallsicherem Verteilungsspeicher – Finanzamt und Überprüfung der Kassenbons durch jeden Kunden

Ähnliches fürchten derzeit Unternehmer in der Region Wladimir, denn ab dem 1. Juli d.J. müssen alle Kassen automatisch die Einnahmen per Internet an das Finanzamt melden, gläsernes Einkaufen also. Das macht zum einen natürlich Investitionen in die Technik notwendig, legt aber auch etwas offen, was die russische Telekom anders vermittelt. Es gibt nämlich in Region Wladimir – von der Größe des Bundeslandes Brandenburg – durchaus noch Orte, wo der Zugang zum Netz für größere Datenmengen entweder zu schwach oder zu instabil ist, wie jetzt das Amt für Wirtschaftsförderung zugab. Von den 2.318 Ortschaften im Gouvernement sind erst 270 (davon 230 auf dem Land) mit Glasfaserkabel erschlossen. In allen übrigen läßt sich also zur Einführung der online-Kassen der Stichtag nicht halten.

Aber es handelt sich nur um eine Fristverlängerung. Früher oder später wird der Große Bruder dann jedem an der Kasse über die Schulter und auf die Finger schauen.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: