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Archive for the ‘VHS – Club International’ Category


Mit dem bereits ausgebuchten Doppelkurs von Jekaterina Korschofski – heute und am Donnerstag um jeweils 18.00 Uhr, wo die aus der Region Wladimir stammende Dozentin beweisen will, „Kyrillisch schreiben sei gar nicht so schwierig“, vor allem aber mit dem Jazz-Abend am Donnerstag um 19.00 Uhr im Historischen Saal der Volkshochschule klingen und swingen die zehnten Russisch-Deutschen Wochen aus. Rainer Glas, die seit bald einem halben Jahrhundert als Baßist und Veranstalter sowie als Gründer des Internationalen Jazz-Workshops prägende Persönlichkeit der Erlanger Jazz-Szene, und sein Kollege aus Wladimir, der Pianist und Geiger, Andrej Schewljakow, der mit seiner klassischen Ausbildung und als Hochschullehrer am Institut für Kunst und Musik an der Universität der Partnerstadt gern Ausflüge in die Welt des Jazz unternimmt und ein eigenes Ensemble leitet, sprechen über Geschichte und Rolle des Jazz hier wie dort und lassen das Publikum an einer Jamsession teilhaben. Alles live und ohne Eintritt!

Dmitrij Bugakow, Andrej Schewljakow und Rainer Glas im April 2014

Das Expertengespräch mit Livemusik will aber auch Lust auf das große Partnerschaftskonzert Sounds of the Orient & Russia machen, das am Sonntag um 18.00 Uhr im Markgrafentheater zu erleben ist. Das Universal Ensemble von Rainer Glas spielte im Mai 2019 in Wladimir beim Jazz-Festival und wurde begeistert gefeiert. Nun kommt ein Quartett unter Leitung des Pianisten und Violinisten, Andrej Schewljakow, aus der russischen Partnerstadt, um die musikalische Zusammenarbeit fortzuführen. Besser kann Partnerschaft nicht klingen. Noch gibt es Restkarten für den deutsch-russischen Gig auf barocker Bühne!

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Wie gestern erst zu erfahren, fällt die morgige Veranstaltung zum „Russischen Humor“ um 15.00 Uhr im Club International leider wegen Erkrankung der Referentin aus. Kein Witz! Ein oder zwei Tage mehr Vorlauf – und Hi-Ha Schelmowitsch, der Blog-Narr vom Dienst, wäre eingesprungen. Doch da er den Humor sehr ernst nimmt, bräuchte er etwas mehr Vorbereitung. Was der seriöse Witzbold hingegen jetzt schon versprechen kann, ist die Selbstverpflichtung, in zwei Jahren, bei den dann elften Russisch-Deutschen Wochen, in die Bütt zu steigen und dem Publikum die Zunge zu zeigen. Doch bis dahin geben wir Michail Schwanezkij, dem Altmeister der russischen Satire (am 6. März feiert er seinen 86. Geburtstag) das Wort und lassen ihn die Frage beantworten „Was ist Humor?“

Ich will gar nicht von mir reden. Es geht mir um die Verteidigung der ganzen Gattung. Ich selbst bin sogar eher weinerlich und grüble andauernd vor mich hin. Und dann drehe und wende ich jedes Wort hin und wieder zurück.

Im Grunde habe ich mein Leben vertan und damit auch den Humor. Und jetzt, wo ich eigentlich alles verloren habe und im abgewetzten Jackett eines heruntergekommenen Philosophen rumlaufe, kann ich’s ja sagen: Es gibt einfach nichts Besseres als das Leben. Humor ist ein Zustand. Humor hat überhaupt nichts mit Witzen zu tun. Humor ist das Aufleuchten in den Augen, die Verliebtheit in den Gesprächspartner (oder Gesprächspartnerin! Anm. der Redaktion) und die Bereitschaft, so lange zu lachen, bis einem die Tränen aus den Augen schießen. (…)

Man sollte auch die humoristischen Autoren nicht unterschätzen. Für einen einzigen Satz von Ilf und Petrow, wie etwa „Die Hunde kletterten mit der Wendigkeit von Bootsmännern hinaus“, würde ich die ganze Seite einer griechischen Tragödie hergeben, wo sich die Helden mit unglaublicher Leidenschaft in die Brust werfen. Ein Meer von Tränen, in dem vier alte Weiber ertrinken, wiegt leichter als eine Lachsalve, die einen Schuß Wahrheit auslöst.

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So wie auch der schönste Abend einmal zu Ende geht, schließt selbst der längste Fortsetzungsbericht mit dem letzten Punkt. Und im Fall des Russischen Abends mit einem großen Dankeschön an die vier ehrenamtlichen Köchinnen, die für die russischen Teil des Büfetts sorgten, während das gastronomische Team vom Club International unter Leitung von Bernd Uebel den fränkischen Part und die Getränke beisteuerte.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Jelena Schaab

Alle Getränke? Nein: Wie schon bei den letzten Russisch-Deutschen Wochen spendete Köstlich & Co. in der Friedrichstraße 18, von seinen Delikatessen aus aller Welt die richtige Teemischung für den Abend.

Gabriele Steinbach, Inh. von Köstlich & Co.

Geschmeckt hat es offensichtlich allen, jedenfalls blieb so gut wie nichts übrig, alles wurde brav aufgegessen. Kein Wunder aber auch nach dem gut eineinhalbstündigen Programm mit Reden und Präsentationen. Da war leibliche Stärkung angesagt.

Russischer Abend 46

Jekaterina Korschofski und Natalia Kaiser mit Othmar Wiesenegger als „Kiebitz“

Auch für Jekaterina Korschofski, die nicht nur beim Verpflegungsteam aktiv war, sondern auch am Dienstag, den 11. Februar, und am Donnerstag, den 13. Februar, im Rahmen der Russisch-Deutschen Wochen beweist: „Kyrillisch schreiben… ist gar nicht so schwierig“. Ob das so stimmt? Kalligraphisch ist es auf jeden Fall.

Essen hin, Trinken her, aber nie ohne den Bildungsauftrag der Volkshochschule! Viele grübelten auch noch bei Tisch, wie hier Hans Gruß, über den Quizfragen.

Unterdessen konnte sich das Orga-Team schon einmal erleichtert freuen: gut 130 Gäste beim Russischen Abend, um die 600 Teilnehmer an den bisherigen Veranstaltungen der Russisch-Deutschen Wochen. Eine Statistik, hinter der mehr als Zahlen stehen, sondern vor allem die ungezählten Ehrenamtlichen, die ihre je eigenen Verbindungen zu Wladimir pflegen, ihre je ganz besonderen Projekte entwickeln und einfach Freundschaft halten. Sie alle sind das Salz der Partnerschaft, um es biblisch auszudrücken.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Elisabeth Hein, Nadja Steger, Reinhard Beer und Peter Steger

Da ist Fredi Schmidt, Fahrer des Erlanger Oberbürgermeisters, der sich schon auf seinen nächsten Laufwettkampf in Wladimir freut.

Russischer Abend 32

Nadja Steger, Fredi und Martina Schmidt

Da ist Tom Weinhold, Frontmann der Band Meloco, der zusammen mit Marcel Desch und Christian Marsch von Impvlse so begeistert von dem nun schon zehn Jahre währenden Austausch von Rockgruppen mit Wladimir berichten kann, der im Herbst schon – dann freilich mit anderen Ensembles – fortgesetzt wird.

Tom Weinhold

Da ist John Stackmann, der hofft, nach einem Jahr Pause zum zwanzigjährigen Jubiläum seines Winterwaldlaufs in der Brucker Lache wieder Athleten aus Wladimir am Start begrüßen zu können.

Michael Cassens, Susanne Lender-Cassens und John Stackmann

Da ist der Weltkriegsveteran, Wolfgang Morell, der ungeachtet seiner 96 Jahre noch kaum eine Veranstaltung der Russisch-Deutschen Wochen ausließ und voll des Lobes für das Orga-Team ist.

Russischer Abend 35

Wolfgang Morell

Da sind Helene Decker vom Jugendamt und Haram Dar vom Jugendparlament, die Ende des Monats nach Wladimir reisen, um dort ein ganz neues Austauschprojekt zu starten, von dem sicher hier im Blog bald zu lesen sein wird.

Helene Decker und Haram Dar

Da sind Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner vom Städtischen Bauamt, die in der Planungsphase für das Erlangen-Haus die architektonischen Grundlagen schufen und im Mai zu dessen fünfundzwanzigjährigen Jubiläum in die Partnerstadt fahren.

Michael Cassens, Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner

Da sind Rolf Wurzschmitt und Abram Dyck, die mit dem „Kesselhaus Erlangen“ und den gebrauchten VAG-Bussen Anfang der 90er Jahre maßgeblich halfen, die Infrastruktur Wladimirs zu stabilisieren und auch bei der Sanierung des Erlangen-Hauses eine hilfreiche Hand anlegten, während Stadtrat und Internist i.R., Jürgen Zeus, bis heute den von Rotary Erlangen finanzierten Medizinaustausch koordiniert.

Rolf Wurzschmitt, Peter Steger, Abram Dyck und Jürgen Zeus

Da ist das Ehepaar Eva und Gerhard Hammer, das im Vorjahr Wladimir besuchte, wo auf Initiative des damaligen Direktors, Gerhard Hammer und mit Unterstützung der seinerzeitigen Partnerschaftsbeauftragten, Nadja Jewrassowa, das Gymnasium Fridericianum seit zwanzig Jahren (!) seine russische Partnerschule hat.

Gerhard und Eva Hammer

Eine Galerie, die sich noch lange fortsetzen ließe, die aber – eingedenk der Einleitung – nun zu einem Ende kommen soll. Aber nicht ohne ein Bild vom Glückspilz des Abends, der die Reise nach Wladimir (und zurück, wie Reinhard Beer verschmitzt anmerkte) gewann. Sehr zur Mitfreude des ganzen Saals.

Sieghard Hellmann, festgehalten von Othmar Wiesenegger

Eine Fortsetzung der Berichterstattung über den Russischen Abend am 31. Januar gibt es jetzt nicht mehr. Aber zum einen werden ja die Russisch-Deutschen Wochen am kommenden Samstag um 15.00 Uhr im Club International der Volkshochschule unter dem Motto „Russischer Humor“ fortgesetzt, und zum andern gibt es schon die ersten Ideen für die nächste russisch-deutsche Biennale Anfang 2022. Es gilt eben auch hierfür der Sepp-Herberger-Spruch in Abwandlung: Nach dem Russischen Abend ist vor dem Russischen Abend!

Finis cum grano salis , Ende auf Anfang gesetzt, конец – молодец!

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Im Mittelpunkt des Russischen Abends am Freitag stand natürlich das Jubiläum des Erlangen-Hauses. Vor 25 Jahren, am 7. Mai 1995, eröffnet, hatte die Botschaft der Partnerschaft natürlich auch eine Vorgeschichte.

Die Geburtstagstorte für das Erlangen-Haus

Selbst an einer solchen Festveranstaltung ist es unmöglich, die ganze Geschichte der Sanierung, Eröffnung und Fortführung des Hauses darzustellen, aber der Versuch war es wert: in zwei Teilen zu je zwei Pärchen.

Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa

Während Wolfram Howein und Peter Steger die von Helmut Eichler geleitete Entwicklung bis 1995 skizzierten, berichteten die beiden Dozentinnen, Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa, von der Entstehung des Sprachlernzentrums, das in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und dem Goethe-Institut entstand und heute so erfolgreich seine Deutschkurse anbietet: Sprachlernzentrum Erlangen-Haus

Wolfram Howein

Namen und Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart, Menschen und Erinnerungen, ohne die das Erlangen-Haus nicht denkbar wäre. Alles akribisch zusammengetragen im Jubiläumsband des Autorenduos Irina Chasowa und Wolfram Howein – zweisprachig auf gut 120 Seiten – unter dem Titel „Das Erlangen-Haus in Wladimir“.

Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa mit John Stackmann im Hintergrund

Dieses beim Russischen Abend präsentierte Standardwerk über Werden und Sein des „Deutschen Hauses“, wie es in Wladimir oft auch genannt wird, gehört ab sofort zur Pflichtlektüre aller, die sich für die Städtepartnerschaft interessieren, denn kein Projekt vorher oder nachher kann sich mit dem Erlangen-Haus und seiner Bedeutung messen. Nicht von ungefähr wurde ja das Erlangen-Haus 2001 von Bundespräsident Johannes Rau mit dem „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ ausgezeichnet. Erhältlich ist das Buch gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro unter peter.steger@stadt.erlangen.de

Wolfgang Morell und das Jubiläumsbuch zum Erlangen-Haus in Wladimir

Es ist aber auch noch ein Jubilar zu nennen, der heute seinen 75. Geburtstag feiert: der Kinderarzt und Prof. em. Dieter Wenzel, dem für seine Verdienste um die medizinische Zusammenarbeit mit Wladimir vor zehn Jahren der Ehrenbrief der Stadt Erlangen verliehen wurde https://is.gd/ULXMpm.

Dieter Wenzel und Wolfram Howein

Gratulation und ein großes SPASIBO für alles, lieber Dieter! Und danke an Nadja Steger und Othmar Wiesenegger für die Bilder!

Fortsetzung folgt

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Wir bleiben weiter beim Russischen Abend vom Freitag vergangener Woche, dem Höhepunkt, wenngleich noch lange nicht Abschluß, der Russisch-Deutschen Wochen an der Volkshochschule. Um im Bild der vorangegangenen Berichte zu bleiben: Wenn Bürgermeisterin Elisabeth Preuß der Veranstaltung den wohltemperierten Ton vorgab, dann stammt der ad lib. wiederholte Refrain des Treffens von Konsul Andrej Matwijenko, wie bereits vor zwei Jahren eigens aus München angereist: Wir wollen Freunde sein!

„Ihre Freundschaft mit Wladimir, Ihre Partnerschaft mit Wladimir kann gar nicht überschätzt werden“, rief er ins gut 130 Köpfe zählende Publikum und nahm den Ball auf, den Elisabeth Preuß ihm mit ihrem Wunschtraum zugespielt hatte, es möge doch bald – zumindest für den Austausch der deutsch-russischen Partnerstädte – der visafreie Verkehr eingeführt werden. Das, so der Diplomat, sei gar nicht so unvorstellbar, denn den elektronischen Sichtvermerk, zu beantragen via Internet, gebe es ja bereits für Sankt Petersburg und Kaliningrad. „Und vielleicht wird das auch einmal für Wladimir möglich…“

Andrej Matwijenko, gesehen von Othmar Wiesenegger

Und, wie um den 1. Konsul zu bestätigen, schrieb gestern Reiner F. Schulz, ein Erlanger Künstler mit enger Verbindung zu Wladimir, per Facebook aus dem Venedig des Nordens:

Wunderbare Repin-Ausstellung zum 175. Geburtstag – unglaublich, so viele wunderbare Porträts. Malewitsch und Freunde sind auch immer wieder genial. Für St. Petersburg gibt es jetzt vereinfachte e-Visa, kostet nichts, kurzfristig zu bekommen, im Internet…

 

Reiner F. Schulz

Tatsächlich gilt diese Regelung – wie schon länger auch für Kaliningrad – seit dem Sommer vergangenen Jahres mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu acht Tagen in Stadt und Region. Näheres unter: https://is.gd/xlZxXc – Aber auch die Europäische Union führte Erleichterungen für die Visa-Erteilung ein, die seit gestern Gültigkeit haben und einzusehen sind unter: https://is.gd/dYOoQR

Andrej Matwijenko, Oxana Löscher und Daniel Gossel

Bis dieser Wunschtraum auch für den Austausch mit Erlangen  Wirklichkeit wird mag noch einige Zeit verstreichen. Doch die will das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA), seit mehr als 30 Jahren eine tragende Säule der Städtepartnerschaft, nutzen, um sich neben den bisherigen je dreiwöchigen Studienaufenthalten des Dolmetscher- und Übersetzernachwuchses an zwischenstaatlichen Programmen für Praktika und Hospitationen zu beteiligen. Viel Stoff für Gespräche mit Oxana Löscher, der Leiterin der Russischen Abteilung, und Daniel Gossel, Direktor des IFA und Professor am Lehrstuhl für Auslandwissenschaften der FAU.

Nadja Steger und Andrej Matwijenko

Die Gespräche zwischen Erlangen und dem Russischen Generalkonsulat in München, davon darf man ausgehen, werden fortgesetzt, auch wenn eines Tages tatsächlich die Visaschranken zwischen unseren Ländern fallen sollten. Denn, um auf den Refrain des Abends zurückzukommen: „Wir Russen wollen mit euch Deutschen Freunde sein.“ Dafür wird die Partnerschaft auch weiterhin ihren Teil beitragen. Und der sollte, das zeigte der Russische Abend, nicht unterschätzt werden.

Fortsetzung folgt

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Der Russische Abend am Freitag, um den gestrigen Bericht nun fortzusetzen, brachte den Veranstaltern viel Lob ein. Einige dieser Stimmen, die als Kommentare im Blog und auf Facebook eingingen, seien hier zitiert:

Lieber Peter und liebe alle an der Partnerschaft arbeitenden wunderbaren Menschen: Es war ein grandioser Abend. Danke!

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin

Welche Wohltat, im täglichen Ohren und Geist abtötenden nationalen und internationalen Politlärm, solches zu hören,
Den Tag mit so einem Blog zu beginnen.

Richard Dähler, Zürich

Ein wunderbarer Abend mit vielen Erinnerungen , aber auch einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Birgitt Aßmus, Stadträtin und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses

Das war ein sehr schöner Abend, toll organisiert, interessante Beiträge und coole Unterhaltung: eine wunderbare Freundschaft mit Wladimir. Herzlichen Dank.

Valerie Hellmann, Freundeskreis Wladimir

SCHADE! OHNE MICH! Trotzdem!!

Wiktor Malygin, Altrektor Universität Wladimir und Mitglied des Vorstands des Erlangen-Hauses

Klaus Steinke, Prof. em. und Inhaber des aufgelösten Lehrstuhle für Slawistik der FAU, Elisabeth Preuß, Andrej Matwijenko und Susanne Lender-Cassens im Gespräch mit Sabine Lotter

Nur eitel Lob? Das gibt es nicht einmal an einem solchen Festabend. Vielfach kritisiert wurde nämlich das Quiz mit der Frage, wer sich denn all die schwierigen Fragen ausgedacht habe, die man, wie ein Teilnehmer meinte, zum Teil nicht einmal mit kreativ-modernen Methoden der Suche per Kyrillisch im Internet habe lösen können. Nun, Xaver Y. Enigma, der Ratefuchs der Redaktion, ging daraufhin durchaus streng mit sich selbst ins Gericht, will sich allerdings, eingedenk des Bildungsauftrags der Volkshochschule, keineswegs schuldig sprechen, denn vor den Preis setzten bekanntlich schon die Götter den Schweiß. Und die Preise konnten sich ja auch sehen lassen. Nun aber, wie von Reinhard Beer am Ende des Abends angekündigt, für alle, auch jene, die nicht dabei sein konnten, der Rätsel Auflösung:

  1. Welcher russische Komponist hat ein berühmtes Märchen von E.T.A. Hofmann vertont?
  • Schostakowitsch
  • Tschajkowskij
  • Borodin

Das war verhältnismäßig leicht zu erraten, weil das Flötenquartett zur Einstimmung in den Abend zwei Stücke von Peter Tschajkowskij spielte.

  1. Boris Pasternak war einer der größten russischen Schriftsteller mit Weltruhm. Seine Sprache ist unglaublich reich und faszinierend. Womit vergleicht er die Sonne in seinem Roman „Doktor Schiwago“?
  • mit einer Orange
  • mit dem Auge eines geliebten Menschen
  • mit der russischen Seele

Schwierig, zugegeben, aber wer den Roman gelesen hat, wird sich an die Szene erinnern, wo der Autor Orange und Sonne gleichsetzt.

Russischer Abend 8

Andrej Matwijenko und Rose Ebding, eine der beiden Drittplatzierten

  1. Was bemerken die Gäste aus Erlangen am schnellsten in Wladimir, das sie in Erlangen vermissen?
  • Gastfreundschaft
  • WLAN in der Stadt
  • kostenloser Nahverkehr für Gäste

WLAN ist im Unterschied zu Deutschland nicht nur in Wladimir, sondern landesweit so gut wie in jeder Stadt selbstverständlich; es funktioniert sogar in der Metro von Moskau, tief unter der Erde.

Andrej Matwijenko und Georg Kaczmarek, einer der beiden Drittplatzierten

  1. Welche Sportart nahm 2019 nach einer sehr langen Unterbrechung wieder den Austausch auf?
  • Schwimmen
  • Langlauf
  • Schach

Das kann nur wissen, wer selbst mitgespielt oder aufmerksam die Sportspalte des Blogs gelesen hat. Es ist dank einer Initiative von Höchstadt und Krasongorsk – Schach, und für dieses Jahr ist schon das nächste Turnier geplant.

Georgios Tziafetas als einer der beiden Zweitplatzierten mit Andrej Matwijenko

  1. Zum wievielten Mal finden die Russisch-Deutsche Wochen in Erlangen statt:
  • 10 x
  • 12 x
  • 14 x

Wieder eine Frage zum Durchatmen, denn die Zahl zehn erklang oft genug von der Bühne oder fand im Blog Erwähnung.

  1. Zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Wladimirer Rus bestanden enge Verbindungen. Mit wem tauschte Großfürst Andrej Bogoljubskij Geschenke aus:
  • Kaiser Friedrich I
  • Kaiser Heinrich II
  • Papst Gregor der Große.

Friedrich Barbarossa schenkte Andrej Bogoljubskij zwei Armillae; eines dieser prunkvollen Armbänder ist im Louvre zu sehen, das andere im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Russischer Abend 11

Andrej Matwijenko und Harald Luft, einer der beiden Zweitplatzierten

  1. Der Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die UdSSR firmierte als
  • Unternehmen Barbarossa
  • Operation Lebensraum
  • Vergeltung für Versailles.

Der schrecklichste Feldzug der Neuzeit, die Überfall auf die UdSSR unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.

Xenia Sakerowa, Trägerin des Titels „Russionär 2020“, mit Andrej Matwijenko

  1. Wie oft ging der Nobelpreise für Literatur an russischsprachige Autoren?
  • 6 x
  • 7 x
  • 8 x

Bonuspunkt für die Nennung von Namen: _________________________

Iwan Bunin, Boris Pasternak, Michail Scholochow, Alexander Solschenizyn, Josif Brodskij, Swetlana Alexijewitsch.

  1. Russisch ist nicht nur eine der sechs Amtssprachen der UNO, es gilt vielmehr noch immer als lingua franca im postsowjetischen Raum. Wie viele Sprecher gibt es insgesamt?
  • 300 Mio.
  • 420 Mio.
  • 550 Mio.

Es sind knapp 300 Millionen.

  1. Kaum ein Lebensmittel verbindet man enger mit der russischen Küche als Kaviar. Woher aber kommt das Wort? Der Ursprung ist
  • persisch-türkisch
  • südslawisch
  • arabisch

Kaviar galt schon im alten Persien als Delikatesse, und aus diesem Raum stammt auch der Begriff für den Fischrogen.

Überraschungspreis für Reinhard Beer, verliehen vom 1. Konsul Andrej Matwijenko außer Konkurrenz: die Einladung zum Empfang anläßlich des Russischen Nationalfeiertags nach München

  1. Die Partnerstadt Wladimir trägt den Namen eines Großfürsten. Nennen Sie drei sowjetische bzw. russische Politiker mit diesem Vornamen:
  • ………………………………….
  • ………………………………….
  • ………………………………….

Wladimir Lenin, Wladimir Putin, Wladimir Schirinowskij. So verschieden sie sein mögen, der Vorname vereint sie.

  1. Die Initiative zur Gründung der Partnerschaft ging aus von
  • Erlangen
  • Wladimir
  • Bayerisch-Sowjetische Freundschaftsgesellschaft.

1981 schon äußerte Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, in Moskau den Wunsch nach einer sowjetischen Partnerstadt.

  1. Wie viele Austauschprogramme und Projekte gibt es zwischen Erlangen und Wladimir jährlich?
  • bis zu 50
  • bis zu 80
  • gut 100.

Die Zahl der Austauschprogramme pendelt sich in den letzten Jahren bei 100 ein.

  1. Der sowjetische Regisseur Andrej Tarkowskij drehte einen seiner Filme in Wladimir und Susdal. Es handelt sich um:
  • Andrej Rubljow
  • Nostalgia
  • Iwans Kindheit.

Das Leben des Wandermönchs, Andrej Rubljow, verfilmte der Regisseur an Originalschauplätzen in Susdal und Wladimir.

Russischer Abend 14

Sieghard Hellmann, der das große Los mit der Reise nach Wladimir zog, überreicht von Andrej Matwijenko und Reinhard Beer

  1. Die „Stimme des Großen Vaterländischen Krieges“ im Radio stammte aus Wladimir. Hitler erklärte den Sprecher zu seinem persönlichen Feind. Sein Name ist:
  • Jurij Lewitan
  • Isaak Lewitan
  • Boris Diktor.

Wladimir setzte seinem berühmten Sohn, Jurij Lewitan, ein sprechendes Denkmal, eine Statue mit seiner Stimme.

  1. Das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau im Erlangen-Haus erhielt unlängst bei einem Audit Bestnoten. Wie viele dieser Zentren gibt es in der Russischen Föderation?
  • 12
  • 17
  • 20

Es sind ihrer zwanzig.

  1. Vor dem Jahreswechsel wurden in Moskau ein Chor und seine Leitung als landesweit bester ausgezeichnet. Es handelte sich um den
  • Knabenchor von Eduard Markin
  • Kammerchor von Tatjana Grin
  • Kammerchor Raspew von Natalia Kolesnikowa

Diesen begehrten Titel erhielt im Dezember der Knabenchor von Eduard Markin, der voraussichtlich im Advent wieder einmal nach Erlangen kommt.

Reinhard Beer und seine Mitstreiterinnen bei Vorbereitung und Organisation der Russisch-Deutschen Wochen und des Russischen Abends, Elisabeth Hein und Nadja Steger

Nochmals die Preise und Sieger: Der Ehrengast des Russischen Abends, der 1. Konsul Andrej Matwijenko, überreichte folgende Preise: an Rose Ebding und Georg Kaczmarek, die sich den dritten Platz teilten, je ein Kunstwerk aus Wladimir; an Georgios Tziafetas und Harald Luft, beide im zweiten Rang, einen Gutschein für einen ihrem Sprachniveau entsprechenden Russischkurs und Xenia Sakerowa als der Siegerin und Trägerin des Titels „Russionär 2020“ eine Einladung zum Empfang des Russischen Generalkonsulats anläßlich des Nationalfeiertags am 11. Juni ins Hotel Bayerischer Hof in München. Und dann die Überraschung: Der Diplomat überreichte auch Reinhard Beer, Hausherr und Cheforganisator der Russischen Wochen, eine Einladung zu diesem Fest in die Landeshauptstadt. Verdient, fürwahr! – Doch dann die Auslosung für den Hauptpreis. Fortuna entschied, und nur einer konnte die richtige Nummer gezogen haben: Sieghard Hellmann vom Freundeskreis Wladimir, der nun eine Reise nach Wladimir – hin und zurück, wie Reinhard Beer betonte – antreten und drei Tage im Erlangen-Haus wohnen darf. Ganz wie Friedrich Schiller sagte: „Das Überraschende macht Glück!“ – Glückwunsch an alle, die Lieblinge der Götter wie jene, die ihren Preis mit Schweiß verdienten!

Fortsetzung folgt

 

 

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Irgendwann bei 130 hatte Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule gestern beim Russischen Abend im Großen Saal zu zählen aufgehört, und als das Superhirn der Russisch-Deutschen Wochen dann mit einem c.t. gegen 19.15 Uhr die Veranstaltung eröffnete, war ihm die Erleichterung anzumerken, daß alle zumindest einen Notsitz gefunden hatten. Wie nun aber dieses Treffen mit seinem umfangreichen Festprogramm und dem Schwerpunkt „25 Jahre Erlangen-Haus“ hier im Blog unterbringen? Die Redaktionsleitung entschied sich dazu – hoffentlich im Sinne der Leserschaft – die Berichterstattung als Fortsetzungsgeschichte zu gestalten und mit der Eröffnungsrede von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß zu beginnen, die den wohltemperierten Ton des Abends, die freundschaftlich gestimmte Atmosphäre der Zusammenkunft vorgab:

Bernadette Rosenkranz und ihr Flöten-Quartett der Sing- und Musikschule

Geht Ihnen auch das Herz auf, wenn Sie an Wladimir denken? Sind 2.379 km weit? In Zeiten des Eisernen Vorhangs war die Strecke zwischen Erlangen und Wladimir nahezu unüberwindbar, heute reisen wir zu Hunderten zu unseren Freunden in Wladimir oder Erlangen, manche – ganz nach Erlanger Art – mit dem Rad, wie etwa Peter Smolka.

Peter Smolka

Eines stimmt damals wie heute: Wer sich traut, in die Welt der Freundschaft mit Wladimir einzutreten, dem wird eine Wundertüte unerwarteter und berührender Erlebnisse zuteil:

Manchmal hängt tatsächlich der Himmel voller Geigen, wenn Musiker aus Erlangen und Wladimir zusammen auftreten; daß viele Köche nicht den Brei verderben, merkt man bei den Festen, und daß wir nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen, erfährt man, wenn man das Fortkommen jener begleitet, die zum ersten Mal als Schüler und dann immer wieder in die Partnerstadt reisen.

Konsul Andrej Matwijenko schneidet zusammen mit den Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß die Geburtstagstorte an

Jeder Staat, und sei er noch so mächtig, besteht letztlich aus den Menschen, die in den Städten und Dörfern das Gemeinwesen bilden und leben. Auch wenn staatstragende Entscheidungen in nationalen Parlamenten getroffen werden und die Staatsführungen mal durch rauhe, mal durch glatte See segeln, immer sind es auch die Menschen, junge oder alte, die die Zeitläufte eines jeden Landes mit Geschichten und mit Geschichte füllen.

Städtepartnerschaften haben nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, Menschen aus unterschiedlichen Ländern zueinander zu führen, und zwar unabhängig davon, ob es in der großen Politik stürmt oder die Sonne scheint. Ich kann dies selbstbewußt sagen, denn beide Außenminister, Heiko Maas und Sergej Lawrow, haben mehrfach betont, stabile Städtepartnerschaften seien immer wichtig, in politisch bewegter See aber noch wichtiger. Das Wort „Volksdiplomatie“ drückt das wunderbar aus, und die Ergebnisse dieser „Diplomatie der Abertausenden“ kann sich sehen lassen.

Erlangen und Wladimir, das heißt Heizkessel montieren, Busse überführen, Menschenwürde leben im Roten Kreuz, und: gemeinsam feiern und lachen.

Erlangen und Wladimir, das heißt aber auch, zu akzeptieren, daß es – welch Wunder – woanders anders ist, daß hier Selbstverständliches drüben ganz anders verstanden werden kann. Erlangen und Wladimir, das heißt, zu leben, was wir im Stadtmotto führen, nämlich offen zu sein für das andere in der Partnerstadt.

Erlangen und Wladimir, das heißt also eine echte Bürgerpartnerschaft zu leben, die von Begegnungen in den Botschaften, von Jubiläen über Bürgerreisen, von Schulaustausch, beruflichen Kooperationen, kulturellen Begegnungen bis zu privaten Kontakten alles lebt. Engmaschig, fachkundig, weltoffen, vertrauensvoll, zuverlässig und freundschaftlich sind Adjektive, die unsere über 30jährige Geschichte beschreiben.

Es gibt aber – zum Schluß – zwei Herzensangelegenheiten, Alleinstellungsmerkmale, die ich mit Überzeugung als geschichtsträchtig bezeichnen möchte.

Die Hüter der Geburtstagstorte, Reinhard Beer und Peter Steger

Das ist zum einen das Erlangen-Haus, dessen Jubiläum wir dieses Jahr feiern. Dieses einladende, freundliche und gemütliche Haus zeigt, wie unsere beiden Länder am gleichen Ort auf Augenhöhe und Hand in Hand bestehen können: Für Wladimirer wie für Erlanger ist das Erlangen-Haus Heimat im besten, weil zusammenführenden Sinn dieses Wortes.

Es gibt in unserer Städtepartnerschaft noch ein zweites, das uns tief im Herzen berührt (manchmal zu Tränen) und das mit Fug und Recht als Kompendium des Friedens bezeichnet werden kann und muß: Ich spreche von dem Werk „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ und der damit einhergehenden Erinnerungs- und Friedensarbeit mit russischen wie deutschen Veteranen.

Komm wieder

Denn dies muß in unseren Gedanken, Worten und Taten immer ganz oben stehen: Nie wieder darf von deutschem Boden Diskriminierung, Rassenwahn, Krieg und Völkermord ausgehen.

Bis zum heutigen Tag ergreife ich die ausgestreckten russischen Hände mit Dankbarkeit und fühle mich als Bürgermeisterin, aber vor allem als Deutsche, der Friedensarbeit verpflichtet. Mы будем всегда работать для мира у дружбы. Es bleibt dabei: Erlangen und Wladimir werden immer für den Frieden und die Freundschaft arbeiten.

Fortsetzung folgt

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