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Archive for the ‘VHS – Club International’ Category


Auch der mittlerweile zwölfte zweiwöchige Deutschkurs an der Volkshochschule in Folge ging gestern für die Gäste aus dem Erlangen-Haus mit einem von der Wladimirer Gruppe gestalteten Abschiedsabend zu Ende. Ein wenig vorgezogen, denn nach Hause brechen die 16 zumeist jungen Besucher ja erst am Montag wieder auf. Aber heute heißt es zum letzten Mal die Schulbank im Club International drücken und das eigens zusammengestellte Lehrprogramm abzuschließen, bevor das Wochenende noch Ausflüge nach Bayreuth und in die Fränkische Schweiz bringt, zusammen mit dem Freundeskreis Wladimir, der sich von Besuch zu Besuch mit seinen Angeboten immer weiter steigert.

Iwan Schtscherbakow

Die Gäste wissen das zu schätzen und sind denn auch voll des Lobes für die Volkshochschule und Reinhard Beer, den „Vater dieser Sommerkurse“, den Freundeskreis Wladimir und natürlich besonders für die Familien, bei denen man sich „wie die eigenen Kinder fühlen“ durfte, wie es die mitgereiste Deutschlehrerin aus dem Erlangen-Haus, Jekaterina Ussojewa, so anrührend ausdrückt. Und so durften sich gestern abend, dem bisher heißesten Tag in der Wettergeschichte Erlangens, die Gastgeber entspannt zurücklehnen und genießen, was ihnen die russische Dankbarkeit zu bieten hatte. Iwan Schtscherbakow – Sie erinnern sich, der Feuermann? – brachte sogar einen in der Küche von Heidi und Jürgen Binder selbstgebackenen Apfelkuchen mit, der sinnbildlich für die liebevolle Phantasie steht, mit der die Gäste zu Werke gingen.

Wie sehr die Kommunalpolitik in Erlangen diese Bürgerpartnerschaft schätzt, erlebte die Gruppe dann aber auch, als Bürgermeisterin Elisabeth Preuß die Pause der Stadtratssitzung nutzte, um allen ihre Anerkennung auszusprechen und auf die unverzichtbare Bedeutung der Volksdiplomatie hinzuweisen. Dabei gehört die Politikerin selbst zum engen Kreis dieser Verständigung über die Grenzen hinweg, denn immer wieder nimmt sie selbst Besucher aus Wladimir bei sich auf. So auch dieses Mal in Person von Jekaterina Ussojewa.

Elisabeth Preuß vor dem Auditorium im Club International

Seit Juni vergangenen Jahres gehört die Germanistin, die in Sankt Petersburg studierte und dann in ihre Heimatstadt zurückkehrte, zum sechsköpfigen Dozententeam am Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts in Wladimir. Zum ersten Mal ist sie nun – nach zwei vorgelagerten Besuchen in Berlin – in Erlangen und leitete nicht nur die Gruppe souverän, sondern führte auch ebenso selbstischer wie sympathisch durch das deutsch-russische Unterhaltungsprogramm des Abends.

Jekaterina Ussojewa und Elisabeth Preuß

Auch Igor Rjaschtschenko kennt Deutschland von früheren Besuchen und kam nun zum ersten Mal in die Partnerstadt, wo Matthias Utzschneider ihm Kost und Logis mit nicht ausgeschlossener späterer Freundschaft bietet. Der Sänger seinerseits kennt Wladimir vom vorjährigen Auftritt seines Chores „Vocanta“ und will der nicht mitgereisten Frau des Gastes helfen, vielleicht einmal mit ihrem Puppentheater nach Erlangen zu kommen. Wenn man so hineinhört in die Gespräche, ist ohnehin immer wieder zu vernehmen, wie da auch ganz neue Verbindungen entstehen, die in der Zukunft die Städtepartnerschaft auf ihre Weise prägen dürften. Denn, das sei nie vergessen: Wer an diesen Sommerkursen – gleich auf welcher Seite – teilnimmt und mitwirkt, spielt stets auch eine Rolle im deutsch-russischen Miteinander und der Gestaltung von Beziehungen zwischen unseren Städten und Ländern.

Igor Rjaschtschenko und Matthias Utzschneider

Zum Kanon des Unterrichtsprogramms gehört von Beginn an die Stadt-Rallye, bei der die Kursteilnehmer in zumeist dreiköpfigen Teams ausschwärmen, um im „gemischten Doppel“ im Praxistest Erlangen zu erkunden und – dieses Mal – 18 Fragen zu beantworten, von denen die nach der täglich über die Städtepartnerschaft berichtenden Internetquelle noch die einfachste war. Die Siegertroika schaffte dabei etwas, das es so bisher nicht gegeben hatte: Das Trio machte keinen einzigen Fehler und holte alle 18 Punkte. Dazu war übrigens auch folgendes Rätsel zu lösen: „Es hat zwei Flügel und kann doch nicht fliegen. Es hat einen Rücken und kann doch nicht liegen. Es trägt eine Brille und kann doch nicht sehen. Es hat ein Bein und kann doch nicht stehen. Zwar kann es laufen, aber nicht gehen.“ Hätten Sie es gewußt? Kleine Denkhilfe für Literaturfreunde: Es handelt sich um ein Organ, dem Nikolaj eine seiner klassischen Grotesken widmete.

Artjom Isjumow, Jekaterina Tatarnikowa, Nadeschda Stachowskaja und Reinhard Beer bei der Verleihung des 1. Preises

Lew Kopelew, der Weltkriegsveteran, Autor und große Friedensstifter zwischen Russen und Deutschen, meinte einmal, ein guter Wille könne vieles leisten, auch den bösen Gewalten widerstehen und sie sogar bewältigen. Diesen guten Willen zeigten am gestrigen Abend alle. Möge er nicht der letzte seiner Art gewesen sein!

Erlangen-Haus 12

Siehe auch: https://is.gd/2sAgrM und https://is.gd/9VBTuU

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Am späten Montagabend in Nürnberg gelandet, sitzt die 16köpfige Gruppe aus dem Erlangen-Haus nun seit Dienstag jeden Morgen bis Freitag nächster Woche im Deutschkurs von Heide Thies im Club International der Volkshochschule, paukt Grammatik und übt Konversation. In der Freizeit und am Wochenende sollen die Gäste dann Erlangen – von „Klassik am Berg“ bis zu den Regnitzwerkstätten – und möglichst viel von Franken kennenlernen und sogar einen Ausflug bis nach Kloster Weltenburg unternehmen. Ein vielseitiges Programm, zusammengestellt vom Freundeskreis Wladimir, der auch diese, die zwölfte Sprachreise des Erlangen-Hauses in Folge, aufmerksam vorbereitete und begleitet. Immer für die zweiten Julihälfte schreibt das Erlangen-Haus in Kooperation mit der Volkshochschule Erlangen für seine jährlich gut 200 Deutsch-Kursteilnehmer diese Möglichkeit der Vertiefung von Sprachkenntnissen aus. Es kann nicht oft genug gesagt werden: Was von Klaus Wrobel, dem seinerzeitigen Direktor der VHS, und seinen Nachfolgen, Christine Flemming und Markus Bassenhorst, mit der tatkräftig-kompetenten Unterstützung des Sprachenbeauftragten, Reinhard Beer, schon Mitte der 90er Jahre ins Werk gesetzt wurde und unermüdlich fortgesetzt wird, trägt nicht nur erstaunliche Früchte, sondern entwickelt eine großartige Eigendynamik.

Markus Bassenhorst

Dank den Bemühungen von Klaus Wrobel und Reinhard Beer kamen die Deutsch-Kurse des Erlangen-Hauses unter die Fittiche des Goethe-Instituts Moskau, die wachsende Dozentenschar aus Wladimir wurde dort geschult und auf die eigenen pädagogischen, an der Sprachpraxis ausgerichteten Lehrmethoden eingeschworen. Mit Erfolg. Das Konzept hebt sich offenbar so wohltuend von den Angeboten anderer Einrichtungen – vor allem der Schulen und Universitäten – ab, daß die Kurse ungeachtet des allgemein zu Gunsten des Englischen nachlassenden Interesses an der deutschen Sprache immer stärker nachgefragt werden, besonders übrigens von jungen Leuten.

Florian Janik und Irina Chasowa

Beim gestrigen Treffen mit Oberbürgermeister Florian Janik zeigte denn auch Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, eine gehörige Portion Selbstbewußtsein, als Markus Bassenhorst bei seiner Begrüßung meinte, man werde an seiner Volkshochschule erst demnächst das erste Smartboard einsetzen können, eine Technik, die im Wladimirer Sprachlernzentrum bereits vor gut zwei Jahren den Praxistest bestanden hatte. Die Besucherin bot nämlich gleich schlagfertig ein Praktikum in der Partnerstadt vor, um die Erlanger Dozentenschaft von den Vorteilen der schlauen Weißwandtafel zu überzeugen. Ein Angebot, das Florian Janik, der als Gastgeschenk seine russische Lieblingsleckerei erhielt, gern aufgriff, denn: „Gründe, Wladimir zu besuchen, gibt es viele!“

Aber natürlich gibt es auch nicht weniger Gründe, Erlangen zu besuchen. Gerade in diesen Zeiten, wie das Stadtoberhaupt anmerkte, wo, ohne Schuldzuweisungen aussprechen zu wollen, das Verhältnis zwischen unseren Staaten besser sein könnte. Gerade da komme es auf den bürgerschaftlichen Austausch, auf die Volksdiplomatie an. Und die lebt tatsächlich zwischen Erlangen und Wladimir, zumal wieder alle Gäste in Familien untergebracht sind und so, wie sich Florian Janik wünscht, neue Verbindungen und Freundschaften zwischen Deutschen und Russen entstehen. Denn davon kann es gar nicht genug geben. Gerade in diesen Zeiten.

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Zu wenig Gelegenheit, Ihr Russisch auf die Probe zu stellen? Kann nicht sein in Erlangen bei all den Gästen aus Wladimir und denen, die oft schon seit Jahr und Tag, aus der Partnerstadt stammend, hier in Franken ihre neue Heimat gefunden haben. So wie Natalia Grebnev, die nach einem über die Partnerschaft vermittelten Au-Pair-Aufenthalt in der Oberpfalz und ihrem anschließenden Studium an der FAU in Erlangen blieb. Viele werden die Mutter zweier Töchter vom Russischen Stammtisch im Club International oder den Kochkursen zur russischen Küche in der Michael-Poeschke-Schule kennen. Doch nun besteht Gelegenheit, mit der Wahlfränkin und ihrer wladimirerfahrenen Freundin, Rita Nagel, Erlangen auf Russisch zu erkunden.

Natalia Grebnev

Wer die ostslawische Sprache mindestens auf Niveau A2 beherrscht – und natürlich alle Muttersprachler -, ist eingeladen, am Freitag, den 12. Juli, ab 15 Uhr einen entspannten, etwa zweistündigen Spaziergang durch Erlangen zu machen. Die Gruppe ist auf zwölf Personen begrenzt. Noch sind Plätze frei und Anmeldungen bei der Volkshochschule möglich unter: https://is.gd/jvBLKU

Hierzu der Hinweis: Vom 13. bis 31. Januar 2020 veranstaltet die Erlanger Volkshochschule wieder die Biennale „Russisch-Deutsche Wochen“. Am Programm – bald schon mehr davon – wird bereits emsig gebastelt. Vorfreude darf aufkommen!

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Es herrscht ja gottlob kein Mangel an Zeichen und Gesten der Verständigung zwischen den Partnerstädten Erlangen und Wladimir. Aber was da am Mittwoch beim Abschiedsabend für die Gäste aus dem Erlangen-Haus im Club International der Volkshochschule seinen ebenso symbolischen wie handwerklichen Anfang nahm, dürfte eine besondere Strahlkraft entwickeln.

Reinhard Beer mit Ludmila Safronowa, Soja Ilina und Weronika Rytschkowa, dem Siegertrio

Doch der Reihe nach. Es gehört zum guten Brauch, die mittlerweile elfte Gruppe von Teilnehmern an den Deutschkursen des Erlangen-Hauses  im Club International der Volkshochschule mit einem bunten Abend zu verabschieden, den die Gäste einfallsreich mitgestalten und der Gelegenheit bietet, all denen zu danken, die den Besuchern für zwei Wochen ihre Türen öffneten und Familienanschluß boten. Fester Bestandteil dieses geselligen Beisammenseins ist immer eine von Reinhard Beer, dem Spirtus rector dieses Austausches, ersonnene Stadtrallye mit immer wieder neuen Fragen zu Geschichte und Gegenwart, dieses Mal mit einem weiblichen Trio auf dem Siegerpodest mit einem Allzeit-Rekordergebnis: 19 von 20 möglichen Punkten.

Robert Lerch, Gerhard Willner und Sabine Wellhöfer mit Elisabeth Preuß

Aber es gab auch eine Premiere. Seit 2011 ist die Erlanger Volkshochschule Prüfungszentrum für die russische Sprache, die einzige in ganz Bayern, nachdem Freising das Angebot mittlerweile aus dem Programm nahm. Eine sechsköpfige Gruppe legte dieser Tage die telc-Prüfungen auf der Stufe A1 ab, ausnahmslos erfolgreich, und so lag nahe, das an dem Abend anwesende Trio vorzustellen und Bürgermeisterin Elisabeth Preuß – sie hatte zu Gunsten dieser Veranstaltung auf das Konzert „Klassik am See“ verzichtet – um Überreichung der Urkunden zu bitten.

Natalia Kaiser, Natalia Korssakowa, Tatjana Kirssanowa und Jekaterina Korschofski

Anwesend neben den beiden Deutschdozentinnen aus dem Erlangen-Haus, Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa, auch Natalia Kaiser und Jekaterina Korschofski, die erfolgreich Russisch an der Volkshochschule unterrichten. Ein Bild, das keiner weiteren Kommentare bedarf, weder auf Russisch noch auf Deutsch, es spricht für sich.

Gäste und Gastgeber im Club International

Eigentlich tut es auch dieses Bild, wo Gäste und Gastgeber so bunt gemischt sind, wie man sich das nur wünschen kann. Dennoch, so gefährlich es sein mag, weil man doch immer jemanden vergessen könnte, Elisabeth Preuß wagt es, namentlich zu danken: Markus Bassenhorst und Reinhard Beer sowie Heide Thies, der bewährten Dozentin, für die Volkshochschule, Gerhard Kreitz für den Freundeskreis Wladimir, den gastgebenden Familien. Der Chronist bürgt erst recht nicht für Vollständigkeit…

Gemischter Wladimirer Chor mit Stefan Barth, dritter v.l.

Tatjana Kirssanowa, sichtlich bewegt, tut das auf ihre Weise – mit der Regie für den weiteren Ablauf des Abends und den Worten: „Wir lassen unsre Herzen hier, wenn wir morgen wieder nach Wladimir fahren!“ Schon erstaunlich, was die Gäste da alles innerhalb der knappen zwei Wochen vorzubereiten verstanden: Ein Ständchen, ein Stück am Klavier, Präsentationen zu Traditionen und Trends der Russen…

Kochkurs „Wladimirer Pfannkuchen“ mit Heide Thies links im Vordergrund

Und dann die Arbeitskreise. Schaukochen, ein Quiz, ein Malkurs und dann eben jenes bestrickende Symbol, von dem eingangs die Rede war: ein Freundschaftsschal.

Russisches Quiz

Diese Handarbeit, deren erste Maschen Tatjana Krutogolowa, Nachtwächterin im Erlangen-Haus, und Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, gemeinsam anschlugen, soll nun in der Partnerstadt von den deutschen Gästen – zusammen mit den russischen Freunden – fortgesetzt werden. Welch schönes Versprechen für die Zukunft!

Beobachtet von Marina Bit-Ischo stricken Tatjana Krutogolowa und Gerhard Kreitz am Freundschaftsschal

In die Zukunft gerichtet war dann auch noch der Besuch im Deutsch-Französischen Institut am gestrigen Vormittag, wenige Stunden vor der Heimreise. Linda Lahner nahm sich eine ganze Stunde Zeit, um ihren russischen Kolleginnen das pädagogische und kulturelle Angebot – mit allen Unterschieden wie Parallelen zu Wladimir – vorzustellen. Und schon entstanden neue Ideen für das Programm am Erlangen-Haus, etwa eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Kindergarten oder eine engere Kooperation mit der Universität. Besonders beeindruckt aber waren die beiden Besucherinnen von der Mediathek für Kinder. Man wird sehen, ob und wie sich dies und das auch in Wladimir umsetzen ließe.

Linda Lahner, Natalia Korssakowa und Tatjana Kirssanowa

Ein Schlußwort? Vielleicht genügt der Hinweis darauf, wie ernst dieses Austauschprojekt in Erlangen genommen wird. Zur Eröffnung kam Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, zum Abschiedsabend erschien ihre Kollegin, Elisabeth Preuß; VHS-Leiter Markus Bassenhorst besuchte beide Veranstaltungen und ließ sich dazwischen immer wieder sehen, von Reinhard Beer und dem Freundeskreis Wladimir, für das Aufenthaltsprogramm und die Unterbringung verantwortlich, ganz zu schweigen. Wladimir ist eben in Erlangen Herzenssache – und nun lassen die Wladimirer auch noch ihre Herzen in Erlangen zurück.

Gerhild Fabian und Soja Ilina, gesehen von Georg Kaczmarek

Wer wollte daran noch zweifeln, angesichts dieses Bildes: Wenn Abschiedstränen sprechen könnten…

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Wollte man Mark Twain folgen, sollte man die deutsche Sprache ja sanft und ehrfruchtsvoll zu den toten Sprachen ablegen, „denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen.“ Doch die Russen halten es da mehr mit Johann Wolfgang von Goethe und dem nach ihm benannten Institut mit Hauptsitz in Moskau sowie 21 Sprachlernzentren, darunter eines im Erlangen-Haus zu Wladimir: „Wer die deutsche Sprache versteht und studiert, befindet sich auf dem Markte, wo alle Nationen ihre Waren anbieten; er spielt den Dolmetscher, indem er sich selbst bereichert.“

Markus Bassenhorst und Susanne Lender-Cassens bei der Begrüßung der Gruppe aus dem Erlangen-Haus im Club International

Landesweit geht die Zahl derer, die sich an russischen Schulen, Universitäten, Instituten und Filialen des Goethe-Instituts mit Deutsch plagen zwar zurück – um etwa 800.000 auf etwa eineinhalb Millionen -, aber nach dem Englischen behauptet das Deutsche als „erste zweite Fremdsprache“ vor dem Spanischen, Französischen oder Chinesischen seine Position. Und daran ändern offenbar auch die schwieriger gewordenen politischen Beziehungen glücklicherweise nichts.

Die Gäste aus dem Erlangen-Haus mit Markus Bassenhorst, Susanne Lender-Cassens, Dozentin Heide Thies und Reinhard Beer

Daran knüpfte denn auch Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim gestrigen Empfang im Club International zusammen mit Markus Bassenhorst, dem Leiter der Volkshochschule an, als sie den Austausch mit der Partnerstadt Wladimir als Möglichkeit zur Begegnung bezeichnete, „egal, worüber die ganz oben sich gerade streiten“. Die Chef-Dozentin des Sprachlernzentrums von Wladimir und Leiterin der zwanzigköpfigen Gruppe, Tatjana Kirssanow, ging in ihrer Erwiderung noch weiter:

Bei der Vorbereitung auf diese zweiwöchige Reise erzählte ich natürlich viel über Erlangen. Einmal wurde ich da gefragt, ob das denn wirklich alles so märchenhaft sei, wie ich es schildere. Ja, nun sehen es alle, die mitgekommen sind. Wir fühlen uns hier im Kurs und bei den Gastfamilien wie im Paradies. Danke für dieses Märchen!

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Gestern nachmittag traf die diesjährige, gut zwanzigköpfige Gruppe aus dem Erlangen-Haus per Flug und Bus via München in Erlangen ein, schon voller Vorfreude erwartet von ihren Gastgebern – und selbst wohl voll freudiger Erwartung dessen, was der Freundeskreis Wladimir für die Gäste so alles vorbereitet hat.

Man kennt sich schon: Elisabeth Preuß und Tatjana Kirssanowa, gesehen von Georg Kaczmarek

Im elften Jahr nun schon kommen immer in der zweiten Julihälfte etwa zwanzig Teilnehmer an den Deutschkursen des Sprachlernzentrums im Erlangen-Haus, um bei einem speziell auf ihr Niveau abgestimmten Unterricht ihre Kenntnisse zu vertiefen, vor allem aber auch, um Land und Leute zu erleben. Dabei ergibt sich sicher genug, worüber hier im Blog noch zu berichten sein wird.

Lagebesprechung mit Gerhard Kreitz, gesehen von Georg Kaczmarek

Aber nun lassen wir den Wladimirern erst einmal Zeit, um in den Gastfamilien – denen wieder einmal ein großes Dankeschön! – so richtig anzukommen, sich einzuleben. Willkommen und добро пожаловать!

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Heute darf ich, Nikolaj Kaplenko, Sie herzlich begrüßen. Ich bin 22 Jahre alt, habe 2017 die Akademie für Verwaltung und Wirtschaft in Wladimir abgeschlossen und dann die Gelegenheit wahrgenommen, in Jena ein Jahr im Rahmen des „Europäischen Freiwilligendienstes“ zu verbringen. Vorher war ich schon Mitglied des Wladimirer „Euro-Klubs“ und engagierte mich dort im Bereich der Städtepartnerschaft. Meine Entscheidung für Jena kam also nicht zufällig zustande, denn auch hier beschäftige ich in der „Eurowerkstatt“ mit der deutsch-russischen Zusammenarbeit und dem Partnerschaftsdreieck Erlangen-Wladimir-Jena. Zu meinen Aufgaben gehört es, meinen Leiter, Iwan Nisowzew, den Vorsitzenden der „Eurowerkstatt“ bei der Durchführung von Kulturveranstaltungen, bei der Kommunikation mit dem Euro-Klub, beim Austausch zwischen dem Universitätsklinikum Jena und der Wladimirer Fachschule für Medizinische Berufe ebenso zu unterstützen wie bei der Vorbereitung von Delegationsbesuchen aus den Partnerstädten oder bei der Arbeit im Büro der „Eurowerkstatt“, bei Freiwilligenfestivals und bei vielem anderen zu helfen. Mit Alexander Fomin hält sich derzeit ein weiterer Freiwilliger aus Wladimir in Jena auf.

Nikolaj Kaplenko und Iwan Nisowzew

In meiner Freizeit treffe ich mich mit anderen Freiwilligen und Studenten aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Der Austausch mit ihnen hilft mir, andere Menschen besser zu verstehen und zu begreifen, daß wir so verschieden gar nicht sind. Ich erlerne die deutsche Sprache und reise viel, um die deutsche Kultur besser zu verstehen.

Vom 19. bis 23. Februar besuchte ich unsere Partnerstadt Erlangen, um an den „Russisch-Deutschen Wochen“ teilzunehmen. Daneben wollte ich neue Kontakte knüpfen, von der Erfahrung bei der Durchführung derartiger Veranstaltungen profitieren und einen ausländischen Blick auf die russische Kultur verstehen lernen.

Cornelia Bartlau und „ihre“ Freiwilligen

In dieser Woche sah ich den Film „Hundeherz“ aus dem Jahr 1988, versuchte mich in der russischen Kaligraphie und fühlte mich wieder wie in der ersten Klasse, als ich überlegen mußte, wie man die Buchstaben untereinander verbindet. Dann war da jener überwältigende Vortrag zum Thema „Russische Klassik gestern und heute“ mit einem Lektor, Dorian Keilhack, der nicht nur erzählte, sondern auch zusammen mit seiner Frau und Tochter selbst einige Stücke spielte. Auch der Abend, der einer Radfahrt von Erlangen nach Wladimir gewidmet war, hat mir sehr gut gefallen. Schön auch, nach dem Bericht all die vertrauten Bilder aus Wladimir und der Region um meine Stadt wiederzusehen.

Anastasia Blasch, Wolfgang Morell und Nikolaj Kaplenko

Besonders freute mich die Bekanntschaft mit dem Weltkriegsveteranen, Wolfgang Morell. Er lieh mir sein Exemplar der russischen Fassung des Buches „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ von Peter Steger. Es handelt sich dabei um die Sammlung von Erinnerungen ehemaliger Kriegsgefangener an ihre Lagerzeit auf dem Gebiet der Region Wladimir.

Meine Eindrücke von dieser Woche waren durchweg positiv, ich hatte das Gefühl, eine Woche lang gar nicht in Erlangen, sondern zu Hause, in Wladimir, zu sein. Ich hoffe nun, mit meinen in dieser Zeit erworbenen Kenntnissen eine ähnliche Veranstaltung auch in Jena organisieren zu können.

Nikolaj Kaplenko

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