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Archive for the ‘Vermischtes’ Category


Was den Erlangern ihr nachts in Farben der Dunkelheit trotzender Schornstein der Stadtwerke ist, könnte schon bald den Wladimirern und den Besuchern der Partnerstadt ein leuchtender Recke sein, der seit wenigen Tagen – oder besser Nächten – an der östlichen Einfallstraße Wache hält.

25 Meter ragt die Figur hoch, mit Schwert und Wappen bewehrt, und richtet den Blick gen Nischnij Nowgorod. Die Lichtgestalt aus der russischen Sagenwelt wechselt sogar, diodenbestückt, die Farbe, freilich nicht in der ganzen Palette des Erlanger Leuchtturms.

Das Projekt wurde bereits im Sommer zwischen einem Stromkonzern und den Behörden der Region Wladimir ausgehandelt. Zur Wahl standen neben dem Heros der Bylinen ein Falke, das Wappentier von Susdal, und der gelöwte Leopard, das Logo des Gouvernements und der Stadt Wladimir.

Nun darf man sich fragen, ob hier Dobrynja Nikititsch, Aljoscha Popowitsch oder der Lokalheld Ilja Muromez wiedererstanden ist. Es steht zu fürchten, daß die Frage selbst nach Lektüre dieser Deutung der russischen Sagenwelt https://is.gd/Q1GCFN offenbleibt. Mögen die drei ihr kleines Geheimnis bewahren.

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Im Rahmen der Woche der russischen Küche im Restaurant Frankenkrug, Hotel Transmar, in der Beethovenstraße 3, wo heute das NH-Hotel firmiert, trat vor 30 Jahren zum ersten Mal Igor Besotosnyj mit seinem Trio auf. Schon damals zeichnete sich für den virtuosen Musiker ab, daß er nach Erlangen zurückkehren würde. Und genau das tat er auch, nachdem jenes Ensemble auseinandergegangen war, denn 1992 schon gründete der Balalaika-Spieler sein Kammerorchester, das in leicht wechselnder Besetzung seither alljährlich in der Adventszeit Franken und Oberbayern bereist, in den letzten Jahren – mit mehr als 70 Konzerten insgesamt – von der Sängerin Dorothee Lotsch als Tourneeleiterin betreut und, wo möglich, auch auf der Bühne begleitet.

Dorothee Lotsch, Olga Besotosnaja, Alexander Schaposchnikow, Swetlana Besotosnaja und Igor Besotosnyj, Waldweihnacht 2018

Nun hat Igor Besotosnyj angekündigt, Anfang Dezember seine letzte Gastspielreise zu veranstalten. Zu lange und beschwerlich die Fahrt – hin und zurück 5.000 km – im störanfälligen Tourbus selbst am Steuer, zu viele der Verpflichtungen in russischen Sälen, zu aufwendig und wohl auch manchmal unsicher die Planung. Deshalb seien die folgenden Konzerte mit Werken der russischen und europäischen Klassik sowie aus der russischen Folklore in der Interpretation von Balalaika, Domra, Violine und Bajan allen Liebhabern guter Musik dieses (letzte) Mal besonders ans Herz gelegt.

05.12. 19 Uhr Klinikum Penzberg, 82377 Penzberg Am Schloßbichl 7

06.12. 15 Uhr Hospiz am Ohmplatz, 91052 Erlangen, Am Röthelheim 2a

07.12. 13.30 Uhr Erlanger Waldweihnacht, 91054 Erlangen, Schloßplatz

07.12. 19 Uhr Klinikum Starnberg, 82319 Starnberg, Osswaldstr. 1

08.12. 19 Uhr m&i-Fachklinik Herzogenaurach, 91074 Herzogenaurach, In der Reuth 1

09.12. 19 Uhr m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn, 83670 Bad Heilbrunn, Wörnerweg 30

10.12. 19.30 Uhr Kirche St. Sebald, 91052 Erlangen, Egerlandstr. 22

Igor 1

Igor Besotosnyj und Elisabeth Preuß, März 2018

Für treue Leser hier noch ein Bonuslink zu einem Gastbeitrag von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß: https://is.gd/glDQmm

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„Kino ist von allen Künsten die wichtigste.“ Dieses Diktum von Wladimir Lenin macht man sich auch in der russischen Partnerstadt zu eigen. Dort nämlich gibt es das landesweit einzige „Umsonst-und-Drinnen-Kino“, das gestern seinen achten Geburtstag feierte. Gegründet von dem Unternehmer und Politiker – er soll zu den reichsten seiner Zunft gehören – innerhalb des von ihm eingerichteten Begegnungszentrums „Barmherzigkeit und Ordnung“, laufen hier vor allem an Wochenenden und an Feiertagen Streifen für Familien, viele Zeichentrick- und Märchenfilme, aus der Sowjetzeit wie aus der Gegenwart, aus heimischer Produktion wie von ausländischen Regisseuren. Mehr als eine halbe Million Besucher wurden seit 2011 in dem Saal mit 280 Plätzen gezählt.

Das Begegnungszentrum „Barmherzigkeit und Ordnung“

„Kino ist ein wichtiges Instrument zur Erziehung und Bildung des Menschen, diese Kunst beeinflußt seine Weltanschauung,“ meinte bei der Geburtstagsfeier eine Besucherin. Womit wir wieder bei Wladimir Lenin wären, freilich mutatis mutandis und des Superlativs beraubt.

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Die Zeiten, als Peter I. eine Bartsteuer erhob, um die glattrasierte europäische Mode durchzusetzen, liegen lange zurück. Heute sind es längst nicht mehr nur die Geistlichen, die sich Kinn und Oberlippe zuwachsen lassen. Wie bei uns auch, entdecken immer mehr vor allem junge Männer nicht nur Dutt und Zopf, sondern auch das, von dem Salvador Dali einmal sagte, man sei ohne nicht richtig angezogen.

Und so sehen also Bartträger aus Wladimir aus, zusammengestellt von der Plattform Kluch-Media. Um der Geschichte noch eine Moral zu verleihen, einige Sprichwörter aus der russischen Volksweisheit:

Rasieren lernt man am besten am fremden Bart. – Ohne Bart kommt der Mann nicht in den Himmel. – Ein Haar macht noch keinen Bart. – Ein langer Bart verspricht nicht unbedingt einen hellen Kopf.

Der Geißbock wackelt mit dem Bart wie er es gewohnt von jung auf. – Den Himmel schmücken die Sterne, den Mann schmückt der Bart, die Frau das Haar. – Hat man erst mal einen Kopf, kommt der Bart von selbst.

Den Bock erkennt man am Bart. – Wer den Bart schert, verschandelt Christi Antlitz.

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Wie die drei schönsten Wörter der russischen Sprache klingen, hören Sie hier. Sachar Usenko, der im November 2016 beim Newcomer Festival in Erlangen als jüngster Gastsänger aller Zeiten aufgetreten war und es mittlerweile in seiner Heimat zu landesweitem Ruhm gebracht hat, bat vor laufender Kamera in Wladimir Passanten darum, jemanden anzurufen und zu gestehen: „Ich liebe dich!“ Mehr ist da nicht zu sagen. Einfach hier klicken: https://is.gd/zAiB6V und dabei das Bild von Othmar Wiesenegger genießen.

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Es ist heiß derzeit in Wladimir, hochsommerlich. Da liegt es nahe, Abkühlung zu suchen, im und am Wasser. Am besten mit eigenen vier Wänden. Und die sind rund um die Partnerstadt ausgesprochen günstig zu haben, wie jetzt eine Auflistung des Internetportals Awito zeigt. Landesweit stieg die Nachfrage nach einem Haus am See oder Fluß im Zeitraum vom Mai 2018 bis Mai 2019 um satte 38%. Und in der Region Wladimir kann man sich diesen Traum noch einigermaßen leisten. Nur im Altai und im Gouvernement Kemerowo kann man sich seinen Traum für noch weniger Rubel erfüllen. Mit knapp drei Millionen Rubel ist man im Schnitt dabei. Zum Vergleich: Landesweit kostet der Spaß durchschnittlich gute fünf Millionen Rubel, im Umland von Moskau mindestens acht Millionen Rubel.

Wer sich das nicht leisten kann oder will, greife – wieder einmal – zu dem Roman „Das Haus an der Moskwa“ von Jurij Trifonow, der vor dem Hintergrund des Stalin-Terrors zeitlos gültige Menschheitsthemen wie Freundschaft und Verrat verhandelt. Ein Stück Weltliteratur, 1976 erschienen, gut abgehangen also im Rauchfang der Zeit.

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Ich heiße Kirill Solotorewskij und bin promovierter Augenarzt, angestellt bei der Privatklinik Optikstile in Wladimir. Vom 6. bis 17. Mai hospitierte ich an der Augenklinik in der Partnerstadt Erlangen, eine der größten ihrer Art in Deutschland mit 80 Betten und sieben OP-Sälen. Die gibt die Möglichkeit, jährlich 38.000 ambulante und 6.000 stationäre Patienten zu versorgen.

An Werktagen nimmt die Klinik Patienten je nach ihrer Erkrankung auf: montags Grauer Star, dienstags Grüner Star, mittwochs Netzhauterkrankungen, donnerstags Erkrankungen der Wimpern und Tränengänge, freitags Hornhauterkrankungen. Darüber hinaus leistet man hier Nothilfe und konsultiert schwierige Fälle. Wie ich sehen konnte, verfügt die Klinik über ein breites Spektrum von diagnostischer Apparatur, die erlaubt, so gut wie jede erdenkliche Pathologie des Auges bereits im Frühstadium zu erkennen, sehr häufig sogar noch bevor sie auffällig wird. Operiert werden hier neben dem Grauen und Grünen Star verschiedene Arten der Keratoplastik; darüber hinaus findet die vitreale Chirurgie breite Anwendung.

Ich möchte mich herzlich bei all jenen bedanken, die mir bei der Organisation der Hospitation am Universitätsklinikum Erlangen halfen. Ich konnte eine unschätzbare Erfahrung machen, indem ich die Arbeit meiner deutschen Kollegen beobachtete und mich mit ihnen austauschte.

Kirill Solotorewskij

s. auch: https://is.gd/5dw8Kg

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