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Archive for the ‘Vermischtes’ Category


Die Zeiten, als Peter I. eine Bartsteuer erhob, um die glattrasierte europäische Mode durchzusetzen, liegen lange zurück. Heute sind es längst nicht mehr nur die Geistlichen, die sich Kinn und Oberlippe zuwachsen lassen. Wie bei uns auch, entdecken immer mehr vor allem junge Männer nicht nur Dutt und Zopf, sondern auch das, von dem Salvador Dali einmal sagte, man sei ohne nicht richtig angezogen.

Und so sehen also Bartträger aus Wladimir aus, zusammengestellt von der Plattform Kluch-Media. Um der Geschichte noch eine Moral zu verleihen, einige Sprichwörter aus der russischen Volksweisheit:

Rasieren lernt man am besten am fremden Bart. – Ohne Bart kommt der Mann nicht in den Himmel. – Ein Haar macht noch keinen Bart. – Ein langer Bart verspricht nicht unbedingt einen hellen Kopf.

Der Geißbock wackelt mit dem Bart wie er es gewohnt von jung auf. – Den Himmel schmücken die Sterne, den Mann schmückt der Bart, die Frau das Haar. – Hat man erst mal einen Kopf, kommt der Bart von selbst.

Den Bock erkennt man am Bart. – Wer den Bart schert, verschandelt Christi Antlitz.

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Wie die drei schönsten Wörter der russischen Sprache klingen, hören Sie hier. Sachar Usenko, der im November 2016 beim Newcomer Festival in Erlangen als jüngster Gastsänger aller Zeiten aufgetreten war und es mittlerweile in seiner Heimat zu landesweitem Ruhm gebracht hat, bat vor laufender Kamera in Wladimir Passanten darum, jemanden anzurufen und zu gestehen: „Ich liebe dich!“ Mehr ist da nicht zu sagen. Einfach hier klicken: https://is.gd/zAiB6V und dabei das Bild von Othmar Wiesenegger genießen.

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Es ist heiß derzeit in Wladimir, hochsommerlich. Da liegt es nahe, Abkühlung zu suchen, im und am Wasser. Am besten mit eigenen vier Wänden. Und die sind rund um die Partnerstadt ausgesprochen günstig zu haben, wie jetzt eine Auflistung des Internetportals Awito zeigt. Landesweit stieg die Nachfrage nach einem Haus am See oder Fluß im Zeitraum vom Mai 2018 bis Mai 2019 um satte 38%. Und in der Region Wladimir kann man sich diesen Traum noch einigermaßen leisten. Nur im Altai und im Gouvernement Kemerowo kann man sich seinen Traum für noch weniger Rubel erfüllen. Mit knapp drei Millionen Rubel ist man im Schnitt dabei. Zum Vergleich: Landesweit kostet der Spaß durchschnittlich gute fünf Millionen Rubel, im Umland von Moskau mindestens acht Millionen Rubel.

Wer sich das nicht leisten kann oder will, greife – wieder einmal – zu dem Roman „Das Haus an der Moskwa“ von Jurij Trifonow, der vor dem Hintergrund des Stalin-Terrors zeitlos gültige Menschheitsthemen wie Freundschaft und Verrat verhandelt. Ein Stück Weltliteratur, 1976 erschienen, gut abgehangen also im Rauchfang der Zeit.

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Ich heiße Kirill Solotorewskij und bin promovierter Augenarzt, angestellt bei der Privatklinik Optikstile in Wladimir. Vom 6. bis 17. Mai hospitierte ich an der Augenklinik in der Partnerstadt Erlangen, eine der größten ihrer Art in Deutschland mit 80 Betten und sieben OP-Sälen. Die gibt die Möglichkeit, jährlich 38.000 ambulante und 6.000 stationäre Patienten zu versorgen.

An Werktagen nimmt die Klinik Patienten je nach ihrer Erkrankung auf: montags Grauer Star, dienstags Grüner Star, mittwochs Netzhauterkrankungen, donnerstags Erkrankungen der Wimpern und Tränengänge, freitags Hornhauterkrankungen. Darüber hinaus leistet man hier Nothilfe und konsultiert schwierige Fälle. Wie ich sehen konnte, verfügt die Klinik über ein breites Spektrum von diagnostischer Apparatur, die erlaubt, so gut wie jede erdenkliche Pathologie des Auges bereits im Frühstadium zu erkennen, sehr häufig sogar noch bevor sie auffällig wird. Operiert werden hier neben dem Grauen und Grünen Star verschiedene Arten der Keratoplastik; darüber hinaus findet die vitreale Chirurgie breite Anwendung.

Ich möchte mich herzlich bei all jenen bedanken, die mir bei der Organisation der Hospitation am Universitätsklinikum Erlangen halfen. Ich konnte eine unschätzbare Erfahrung machen, indem ich die Arbeit meiner deutschen Kollegen beobachtete und mich mit ihnen austauschte.

Kirill Solotorewskij

s. auch: https://is.gd/5dw8Kg

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Es gibt ja, weiß Gott, viele Hinweise auf Wladimir in Erlangen. Aber man findet wohl nur einen einzigen Wegweiser in die Partnerstadt. Und der will auch erst einmal entdeckt sein. Er steht zwar auf öffentlichem Raum, ist frei zugänglich, verbirgt sich aber im Innenhof eines stattlichen Gebäudes, von wo aus man Beziehungen in alle Welt pflegt. Nicht ungewöhnlich für Erlangen – und doch etwas mit einer besonderen Note.

Mehr an Hinweisen will der Ratefuchs der Blog-Redaktion auch auf hartnäckiges Nachfragen – mit Verweis auf die derzeit unbesetzte Pressestelle – nicht preisgeben. Die ersten drei richtigen Antworten auf die Frage nach dem Standort werden deshalb mit Überraschungspreisen belohnt. Einsendeschluß ist der 16. April, 5.00 Uhr.

P.S.: Das Rätsel ist – um 11.05 Uhr – bereits gelöst. Der Wegweiser steht im Innehof des Christian-Ernst-Gymnasiums, das vielfältige musikalische Kontakte nach Wladimir unterhält. Der Preis geht an Georg Kaczmarek. Gratulation.

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Wer denkt, die Zeit der Sauerkraut sei mittlerweile vorbei, täuscht sich. Heute ein ganz einfaches, aber ein sehr leckeres Rezept aus Wladimir:

Saftige Sauerkraft

Man nehme saftiges Sauerkraut, schneide ein paar Frühlingszwiebeln in Scheiben, vermische sie mit Kraut und schmecke das alles mit Oliven- oder Sonnenblumenöl ab. Und schon ist eine köstliche und dazu noch eine vitaminreiche Vorspeise fertig! Приятного аппетита!

Wladimirer Krautsalat

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Es ist kein Problem, das Wladimir alleine betrifft, vielmehr häufen sich in fast allen russischen Kommunen Klagen über herrenlose Hunde, die in Meuten auftreten und immer wieder auch Menschen anfallen. In der Partnerstadt hatte es immer wieder Meldungen zu diesem leidigen Thema gegeben, vor allem im östlichen Viertel Dobroje an der Ausfahrt in Richtung Bogoljubowo. Die Behörden reagierten zwar mit einem Programm zum Einfang und zur Sterilisierung der Tiere, bisher allerdings ohne nachhaltigen Erfolg.

Unterdessen ist der Ernstfall eingetreten. Vorgestern verletzte eine Hundemeute eine Frau just in jenem Stadtteil so schwer, daß sie auf der Intensivstation behandelt werden muß, und gestern fand man einen jungen Mann in einem Garagenhof besagten Viertels mit schweren Bißwunden auf. Der herbeigerufene Rettungsdienst konnte nicht mehr helfen und nur noch den Tod feststellen. Verursacht durch die Verletzungen, den Blutverlust oder Unterkühlung, das wird noch festzustellen sein, aber, gleich wie das Ergebnis der Untersuchung ausfällt, nichts dürfte mehr sein wie vorher. Die Staatsanwaltschaft nimmt sich der Sache ebenso an wie der Stadtrat, in den Sozialen Medien kursieren Videos über ähnliche Vorfälle, und es bilden sich zwei Lager: Die einen sind für den Abschuß der verwilderten Hunde oder zumindest die Einschläferung, während die anderen an die Halter appelieren, ihre Vierbeiner nicht auszusetzen und in jedem Fall sterilisieren zu lassen oder ins Tierheim zu geben. Wie auch immer, es ist ein von Menschen geschaffenes Problem, das nun auch von Menschen zu lösen ist, die ihren treuen Begleiter durch alle Epochen der Zivilisation wieder in seine ursprüngliche Wolfsnatur entlassen.

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