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Archive for the ‘Verkehr’ Category


Wenn alles so kommt, wie es die Ausschreibung vorsieht, verläuft die geplante Maut-Autobahn Moskau – Kasan entgegen aller Proteste durch das Landschafts- und Naturschutzgebiet entlang der Kljasma. Immerhin aber zeigt die russische Politik mehr Vernunft in Sachen Ökologie und Sicherheit als hierzulande, indem sie für die Trasse noch vor deren Bau eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h festlegt. Na ja, bevor man in Deutschland ein Limit am Steuer einführt, verteilt man in den USA zur Selbstverteidigung statt teurer Feuerwaffen kostenlose Spritzpistolen.

Straßenbauprojekt bei Nowgorod. So könnte es bald auch in der Region Wladimir aussehen…

Dennoch: Die Entscheidung, auf die Hochgeschwindigkeitseisenbahntrasse zu verzichten und an ihrer Statt eine vierspurige Autobahn zu bauen, bleibt umstritten: Die IHK der Region Wladimir fürchtet, die Streckenführung werde der Wirtschaft nicht die erhofften Impulse bringen, weil sie an den industriellen Zentren vorbeilaufe, und die Umweltschützer zittern um das ökologische Gleichgewicht. Alarm schlägt nun aber auch eine Berufsgruppe, die sich ansonsten aus derartigem Streit eher heraushält. Der Künstlerverband der Region Wladimir, vertreten durch den Maler und Professor an der Universität der Partnerstadt, Wladimir Rusin, wird deutlich:

Wir waren sehr verärgert über die Nachricht. Ich weiß, das wird eine große Straße. Es geht um Infrastruktur, um Rodungen. Diese wunderschönen Orte werden einfach weggebügelt. An ihrer Stelle kommt Lärm, kommt Staub, kommt Gestank. Wir sehen das alles entlang der M7 „Wolga“, die unsere Dörfer durchschneidet. Überall Schutzplanken, Billboards. Die reinste Verhöhnung der Menschen. Man sollte die Strecke besser andernorts verlaufen lassen. Ansonsten gehen unschätzbare Orte verloren.

Anatolij Kuwin. Landschaft, die durch die Autobahn zerstört würde.

Man erkennt zwar unschwer eine russische Variante des Sankt-Florian-Prinzips, aber der Widerstand zeigt doch auch, wie sensibel hier wie dort die Zivilgesellschaft auf Prozesse und Projekte reagiert, an denen sie sich nicht ausreichend beteiligt fühlt. Ob das ausreicht, die neue Autobahn zu verhindern? Eher nicht. Längst ist auch des Russen liebstes Kind – das Auto.

Siehe auch: https://is.gd/NCwhQg

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Gestern fand landesweit in der Russischen Föderation die Aktion „Zur Arbeit mit dem Fahrrad“ statt. Mit welchem Erfolg in Wladimir? Darüber geben die Medien bisher keine Auskunft.

Aber einen zumindest gibt es, Altoberbürgermeister Sergej Sacharow, der dafür keiner besonderen Einladung bedarf. Er fährt nicht nur regelmäßig Straßenrennen, sondern setzt sich auch auf den Sattel, wenn er von der Partnerstadt aus, wo er nach wie vor wohnt, ins gut 30 km entfernte Rathaus von Susdal radelt, dessen Geschicke er als Stadtdirektor leitet.

John Stackmann und Sergej Sacharow am 7. September vor dem Erlangen-Haus

Unterdessen stritt man im Wladimirer Stadtrat darüber, ob man einen Bußgeldkatalog für die E-Roller-Fahrer einführen solle, deren Zahl beständig wachse. Zu einem Ergebnis kam die Lokalpolitik in der Sache noch nicht, zumal man erst einmal, wie der Abgeordnete Dmitrij Kuschpita einwarf, die Infrastruktur für die neuen Verkehrsmittel schaffen sollte. Mit dem zweigleisigen System – Straße und Bürgersteig – sei man nicht für die Zukunft gerüstet. Man brauche endlich auch das dritte Element: Fahrradwege, die es in Wladimir leider immer noch erst in Ansätzen gibt. Ein Grund auch, warum den Pedalen noch immer nicht trauen: zu gefährlich bei all dem Verkehr. Dabei kann es noch viel schlimmer kommen, wie vor einigen Tagen in der Kreisstadt Petuschki, wo ein 2018 aus dem Gefängnis entlassener 28jähriger Straftäter einen 59jährigen, der mit dem Rad zum Angeln unterwegs war, lebensgefährlich mit einem Beil verletzte und bei seiner Festnahme nicht einmal ein Motiv für seine bizarre Attacke angeben konnte. Einfach so, aus heiterem Himmel. Gottlob überlebte das Opfer, dem auch einige Finger abgehackt wurden. Bizarr eben.

Der gestrige weltweite Klimastreik mit Großdemonstrationen auch in Erlangen und seinen Partnerstädten Jena, Bozen, Rennes, Eskilstuna, Riverside und sogar Stoke-on-Trent blieb in Wladimir übrigens unbemerkt. Dort geht nach einem viel zu kühlen und verregneten Sommer ein bisher warmer und trockener Herbst in die jahreszeitlich übliche trübe Witterung über. Eben so, wie man es gewohnt ist. Klimawandel hin, Klimawandel her.

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Nun liegen die konkreten Pläne für die mautpflichtige Autobahn vor, die anstelle der Hochgeschwindigkeitstrasse für die Eisenbahn – möglicherweise mit Hilfe italienischer Investoren – weitgehend parallel zur bestehenden M7 ab 2025 Moskau via Wladimir mit Nischnij Nowgorod und Kasan verbinden soll, wovon der Blog bereits berichtete: https://is.gd/NCwhQg

Die erste Wildbrücke Rußlands in der Region Kaluga

Auf einer Länge von 36 km verläuft die Streckenführung nach Meinung von Umweltschützern durch hochsensible Ökosysteme, die großen Schaden nehmen könnten. Derzeit läuft deshalb eine Unterschriftenaktion, gerichtet an Staatspräsident Wladimir Putin, die zumindest für dieses Teilstück – das gesamte Projekt wird nicht in Frage gestellt – eine alternative Trasse vorschlägt.

Mit dem Fahrrad aufs Land statt mit dem Auto!

Am westlichen Stadtrand von Wladimir beabsichtigt ein Bauträger die Errichtung eines neuen Wohnviertels am Rand eines Naherholungsgebiets. Dem breiten Widerstand bis hin zu einem Protestkonzert schloß sich nun sogar Gouverneur Wladimir Sipjagin an, der sich für den Erhalt der grünen Zone aussprach.

Reinigung eines Teiches in Wladimir bei einem Subbotnik

In der Region Wladimir – vor allem an der Grenze zum Gouvernement Moskau – laufen die Menschen Sturm gegen den aus der Hauptstadt importierten Müll. Die Zufahrten zu Flächen, die im Wald für Deponien vorgesehen sind, werden blockiert, gleichzeitig fordert die Bevölkerung überall, illegale Halden zu schließen beziehungsweise zu entfernen und zu rekultivieren. Sogar die Staatsanwaltschaft nimmt sich des Themas verstärkt an.

Und auch die Kommunalpolitik steuern allmählich um. Gerade eben richtete man die drei ersten Annahmestellen für quecksilberhaltiges Material in der Region Wladimir ein. Und in der Partnerstadt läuft ein Pilotprojekt an, das die Abholung von Sperrmüll organisiert. Landesweit schließlich gibt es Aufrufe, den Müll zu trennen. Hier, unter diesem Link, gut zu sehen, auch wenn man kein Russisch kann: http://просторазделяй.рф – Auffallend allerdings die Ablehnung der Müllverbrennung als umweltschädlich, während sie ja in Deutschland seit Jahrzehnten mit großer Akzeptanz praktiziert wird. Wie man in Rußland tatsächlich ohne die thermische Behandlung der Abfallberge Herr werden will, muß sich noch zeigen.

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In dreieinhalb statt bisher vierzehn Stunden von Moskau ins 800 km entfernte Kasan, in weniger als einer Stunde von Moskau nach Wladimir – so seit 2013 die Pläne für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke der Eisenbahn, die später einmal bis nach Sibirien weiterführen sollte. Schon für 2015 plante man die Arbeiten mit einem sagenhaften Kostenvolumen von einer Trillion Rubel aufzunehmen, finanziert zu einem Drittel von privaten Investoren und zu zwei Dritteln vom Staat. Ganz so schnell ging es natürlich nicht, aber immerhin stand die Streckenführung durch die Region Wladimir schon fest, öffentliche Anhörungen hatten stattgefunden, alles sah nach einer Umsetzung der Schienenträume von Premier Dmitrij Medwedjew aus. Doch Ende März des Jahres dann das plötzliche Aus. Präsident Wladimir Putin hält die Sache für nicht finanzierbar, erwartet ein zu geringes Fahrgastaufkommen und stellt die Signale nur auf die ebenfalls geplante Hochgeschwindigkeitstrasse Moskau – Sankt Petersburg, die sich wohl schneller refinanzieren ließe. Festgehalten hingegen wird bisher an dem eurasischen Vorhaben eine superschnelle Bahnverbindung zwischen Berlin und Peking mit chinesischem Geld zu bauen. Bisher.

Kaum hatte der Kreml gesprochen, schon zog das Verkehrsministerium neue Pläne aus der Schublade: Eine Maut-Autobahn soll es richten, privat finanziert, zwischen Moskau und Kasan – im Verein mit mehr Billigfliegern. Von Verkehrswende also keine Spur. Es ist als hätte man sich von den Kollegen in Berlin beraten lassen, wo man ja auch über Jahrzehnte auf den Individualverkehr setzte und bis heute Straßen um Straßen baut. Nun liegt die Streckenführung auf dem Tisch, und die Behörde für die Landschaftsschutzgebiete der Region Wladimir erhebt Einspruch: zu groß die Gefahren für bedrohte Fauna und Flora, zu viele Einschnitte in bisher unberührte Natur, zu unkalkulierbar die Folgen für das Grundwasser, zu laut für Anwohner, besonders Laubenpieper und Datschenbesitzer, deren Ruhe wohl bald dahin sein könnte. Aufhalten wird man den Bau wohl nicht können – 2025 schon soll der Verkehr rollen -, weshalb auch nur eine alternative Streckenführung vorgeschlagen wird. Ob sich die Autobahn freilich rechnet und die versprochenen Vorteile für die Wirtschaft bringt, muß sich noch zeigen. Viel Arbeit jedenfalls für alle beteiligten Seiten am Tag der Arbeit. Ein Anlaß aber zum Feiern? Der Verkehrsexperte der Blog-Redaktion macht jedenfalls keinen Hehl aus seiner Enttäuschung darüber, wenn nun zur bereits bestehenden M7 eine parallele Autobahn das Land durchschneidet.

 

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Vorbei die Zeiten, als in Wladimir die öffentlichen Busse dicke Rußfahnen hinter sich herzogen und einem den Atem anhalten ließen, gezählt damit auch die Tage jener gebrauchten Busse, die aus oder via Erlangen seit Anfang der 90er Jahre in die Partnerstadt rollten, um die dortigen Linien zu bedienen. Noch ist es nicht ganz so weit, aber die Vorgaben sind eindeutig. Man will weg vom Diesel und hin zum Flüssiggas als Treibstoff des innerstädtischen Verkehrs.

Geht es nach den Plänen von einem der beiden Unternehmen, die in Wladimir die Personenbeförderung gewährleisten, wird die ganze Flotte von mehr als 50 Fahrzeugen durch gasbetriebene Busse der Firma Volgabus mit ihrem Stammsitz in Wolgograd und einer Niederlassung in Sobinka, vor den Toren der Partnerstadt ersetzt. Und die ersten fünf stehen nun schon bereit, nach eingehender technischer Prüfung, Schulung des Personals, Zulassung und Abschluß der Versicherung.

Eine kostspielige Investition. Die Gasbusse kosten nämlich nicht nur bis zu zwei Millionen Rubel mehr als die Dieselvariante, sie benötigen auch mehr teure Wartung, die Schulungen des etwa zweihundertköpfigen Personals schlagen zu Buche… Mittel- und langfristig sind die neuen Fahrzeuge demnach – auch wenn bei den Ausgaben für Treibstoff gespart werden kann – nicht günstiger als die konventionellen Busse, ohne Subventionen sogar eher unwirtschaftlich für das Unternehmen. Aber welch ein Gewinn für die Luftqualität!

Ein anderes Projekt bringt freilich Wladimirs Ökobilanz wieder zum Kippen, wenn sich denn bewähren sollte, was gerade fertiggestellt wird: eine elektrische Bodenheizung für eine Bushaltestelle. Schon in diesem Winter soll der Probelauf an einer Station beginnen, auf sechs Quadratmetern. Von 6 Uhr bis 8 Uhr und von 17 Uhr bis 19 Uhr, also nur in den Stoßzeiten (damit keine frierenden Berber hier platte machen), will man den Strom anstellen, den, ebenso wie die Installation der Technik, ein Unternehmen für Außenreklame bezahlt. Immerhin 700 Euro würde das für den Betrieb während der fünf kalten Monate insgesamt bedeuten, nach Meinung der Stadtverwaltung ein verkraftbarer Betrag, während der Einbau der Heizung auf etwa 800 Euro kommt. Gelingt das Experiment, sollen die Fahrgäste Schritt für Schritt an allen 450 Haltestellen keine kalten Füße mehr bekommen. Die Rechnung für den Klimaschutz ist da freilich noch nicht eingepreist.

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Die Stadt

Es war Ende August 2018 nach 14 Jahren meine vierzigste Reise nach Wladimir. Strahlend blauer Himmel, die ganzen zehn Tage lang, der „Jubiläumsreise“ angemessen, meine ich.

Fußgängerzone Wladimir

Es ist immer wieder beeindruckend, zu erleben, wie sehr sich die Stadt in den wenigen Jahren entwickelt hat. Vor 14 Jahren waren Spaziergänge, vor allem bei schlechtem Wetter, eher ein Hindernislauf um Pfützen und Stolperfallen herum, heute sind Gehsteige gepflastert, und man wird allenfalls gelegentlich von Radfahrern gestört, die verständlicherweise die Bürgersteige den von Autos beherrschten Straßen vorziehen.

Fußgängerzone Wladimir

Auch die Straßen wurden modernisiert, nördlich von der Altstadt entstand eine neue, vierspurige Trasse, um den Durchgangsverkehr durch die Innenstadt besser zu verteilen. Allerdings kann der Straßenbau mit der Zunahme der Fahrzeuge nicht mithalten, und damit wird „Stop and Go“ zum Standard während der Rushhour. Das Internetportal mit der aktuellen Verkehrssituation zeigt jeden Tag morgens und nach Feierabend über die Stadt verteilt rot eingefärbte Straßenabschnitte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weniger als 2 km/h.

Patriarchengarten

Eine Oase der Ruhe und Erholung ist dagegen die neue Fußgängerzone neben der Hauptstraße am Abhang zur Kljasma. Alte, restaurierte Häuser, Boutiquen und Andenkengeschäfte, kleine Museen sowie drei Aussichtsplattformen mit Blick zur Kathedrale, zur Kljasma und zum Patriarchengarten laden zum Verweilen ein. Dieser Park (Eintritt 80 Rubel) mit einer großen Fontäne und Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale ist besonders schön im Mai, wenn die Kirschen blühen.

Springbrunnen im Zentrum von Wladimir

Ganz neu und erst zum Stadtfest am 26. August eingeweiht, ist der Springbrunnen vor dem Schauspielhaus am Goldenen Tor. Der Brunnen ist ebenerdig mit Gitterrosten angelegt, und so kann man zwischen den in der Intensität ständig wechselnden Fontänen einherspringen, ein Magnet für Kinder und gelegentlich auch für jung gebliebene Erwachsene. Abends erstrahlt das Ensemble dann in bunten Farben, und stündlich wird das Ganze noch mit Musik untermalt.

Wasserfreuden

Nicht weit entfernt liegt die Kirche der katholischen Rosenkranzgemeinde. Natürlich hat Pfarrer Sergej Sujew Zeit, mir die Fortschritte auf der Baustelle des Pilgerzentrums zu zeigen. Strom, Wasser, Abwasser und Heizung sind installiert, jetzt steht der Innenausbau an. Zurzeit wird aber noch an der Außenanlage gearbeitet. Durch einen Gerichtsentscheid wird das Grundstück geschätzte 100 m² größer, was z. B. zusätzliche Parkflächen ermöglicht. Leider erschweren und belasten immer wieder neue Auflagen die Kostenseite und damit den Fortgang der Arbeiten. So müssen jetzt alle Stromzuführungen unterirdisch verlegt werden, und dies trifft nicht nur den Neubau, sondern auch das Pfarrhaus und die Kirche. Bis zur Einweihung des Zentrums wird sicher noch mindestens ein Jahr vergehen, vorausgesetzt, die Spenden kommen rechtzeitig an.

Die Initiative Swet

Seit 1995 besteht in der Region Wladimir die Initiative Swet, in der sich mehr als 800 Eltern von Kindern mit den verschiedensten Behinderungen zusammengefunden haben. Ziel ist es, die jungen Leute aus der durch die administrativen Vorgaben und die medizinische Therapie entstandenen Isolation zu befreien und in die Gesellschaft zu integrieren, ein Recht, das ihnen durch die Gesetze der Russischen Föderation garantiert wird. Swet erfuhr vielfältige Unterstützung durch die Partnerschaft mit Erlangen. Mit Einzelspenden und Spendenaktionen wurden die Projekte gefördert. Mit Unterstützung von Erlangen entstanden Kontakte zu deutschen Einrichtungen und Institutionen der Behindertenarbeit, die WAB in Kosbach stellte z. B. Hospitationen zur Verfügung.

Jurij Katz in Susdal

Einer der Initiatoren und engagierten Repräsentanten ist Jurij Katz, mit dem ich über die Wiederbelebung von Hospitationen bei den Barmherzigen Brüder in Gremsdorf geredet habe. Diese Zusammenarbeit geht zurück auf das Projekt „Lichtblick“ mit dem Kinderzentrum „Blauer Himmel“. Aus dieser Zusammenarbeit erhielt Swet 2015 ein Datscha-Grundstück am Nerl zur geeigneten Verwendung. Das Grundstück wurde dann verkauft, weil die von Swet betreuten Menschen in der Gesellschaft, in Städten leben sollen, ein Leben auf dem Land würde wieder eine Isolierung bedeuten.

Swet-Baustelle in Susdal

Jurij Katz fuhr deshalb mit mir nach Susdal, um die aus dem Erlös des Grundstücks gekaufte Wohnung zu besichtigen. Sie liegt in der Mitte der Stadt, direkt gegenüber von den Handelsreihen. Es handelt sich um eine von drei Wohnungen in einem alten Holzhaus. Zurzeit läuft eine umfassende Renovierung, drei Handwerker waren auf der Baustelle tätig. Es entstehen drei Wohn-/Schlafzimmer, eine Wohnküche, ein WC mit Dusche und ein kleiner Lagerraum. Das Ganze soll als Schulungszentrum für Behinderte (ggf. mit Angehörigen) genutzt werden. Bis zu neun Personen können unterkommen und sollen in ein- bis mehrwöchigen Kursen die Grundlagen eines eigenständigen Lebens erlernen.

Jurij Katz im neuen Zentrum

Danach besuchten wir noch ein Therapiezentrum für behinderte Kinder in Susdal. In sozial schwachen Susdaler Familien sind 80 behinderte Kinder bekannt. Das Zentrum wurde von einer privaten Initiative gegründet, die Organisation Swet hilft beratend.

Therapiezentrum in Susdal

Die Finanzierung erfolgt durch Sponsoren, auch die Stadt Susdal gibt mit kleinen Anteilen Unterstützung. Ein verfallener Gebäudekomplex wird, getaktet durch die Verfügbarkeit von Spenden, Raum für Raum ausgebaut. Es ist immer wieder erstaunlich, was mit einfachen Mitteln erreicht werden kann!

Jurij Katz

Auf dem Weg zurück fällt uns etwa in der Mitte zwischen Susdal und Wladimir auf der linken Seite ein großer Neubau ins Auge, ein privates Museum mit Autos und Motorrädern. Darin befindet sich ein Café, an dessen Bar man auf Motorrädern Platz nimmt.

Wolfram Howein

Wir machen eine Sitzprobe, verziehen uns für unser Gespräch aber gerne auf die Stühle an den nebenstehenden Tischen. Ob sich das Investment rechnet? Ich bin mal gespannt, was daraus in einem Jahr geworden ist, wenn ich mal wieder nach Susdal fahren werde.

Wolfram Howein

Fortsetzung folgt.

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Wladimir gibt Gas


Wie Vertreter von Gasprom und des Ministeriums für Energetik bei ihrem Besuch in Wladimir dieser Tage konstatierten, habe die Region das Zeug dazu, landesweit eine Pilotfunktion bei der Einführung von Flüssigerdgas als Treibstoff für Fahrzeuge zu übernehmen. Die seit diesem Monat funktionstüchtige Station in der Partnerstadt, auf bis zu acht Tankvorgänge (15 Minuten für einen Bus, fünf Minuten für einen Pkw) gleichzeitig ausgelegt, könne Ausgangspunkt für ein ganzes Netz von Tankstellen – bisher gibt es sie schon in drei weiteren Kreisstädten – im Gouvernement werden, das man in den nächsten vier bis fünf Jahren ausbauen wolle. Um den Faktor drei billiger als Benzin oder Diesel und wesentlich weniger umweltschädlich, könnte das Methan an Bedeutung gewinnen, nicht nur in und um Wladimir, sondern landesweit.

Für eine saubere Stadt umweltfreundliche Verkehrsmittel

Schon jetzt verkehrt auf einer Linie in Wladimir ein methangetriebener Bus, hergestellt von Volgabus in jenem Werk vor den Toren Wladimirs, das auch die Delegation der IHK Nürnberg im vergangenen Winter besuchte. Hier liefen bereits 2016 221 Erdgasbusse vom Band, im Vorjahr waren es schon deren 302, nächstes Jahr soll die volle Leistung mit 650 Fahrzeugen erreicht werden. Aber auch bis zu 1.500 Pkws will man dann hier produzieren, die den blauen Kraftstoff tanken. Insgesamt sind lt. Statistik 340 Gasfahrzeuge in der Region Wladimir im Einsatz. Damit haben die Flüssiggastankstellen eine Auslastung von 73%, während dieser Anteil landesweit bei gerade einmal 27% liegt. Als nächstes will man nun die Busflotte für Touristen, die den Goldenen Ring bereisen, umstellen. Immerhin zwölf Busse fahren schon mit Gas. Ein guter Anfang in Wladimir, der hoffentlich tatsächlich landesweit Schule macht.

Siehe auch: https://is.gd/UEtwZL

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