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Archive for the ‘Verkehr’ Category


Im Ersten Kanal des Zentralen Russischen Fernsehens lief dieser Tage ein Beitrag über die in Wladimir und Umgebung gestartete Aktion „Verschenke ein Fahrrad“. Es handelt sich dabei um einen Aufruf an alle, die in der Garage ein nicht mehr benötigtes, aber funktionsfähiges Velo stehen haben, das ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen brauchen könnte. Die Aktion wurde von einer Elterngruppe ins Leben gerufen, die sich neben der technischen Instandsetzung auch darum kümmert, die Kinder auf den Verkehr vorzubereiten.

Mit dem Fahrrad in den Mai vom Goldenen Tor bis zum Kathedralen-Platz

Und so treten sie denn in die Pedale, die glücklichen Kinder, auch wenn der Rahmen etwas verrostet sein oder das Rad einen Achter haben sollte. Und eines Tages, wenn sie groß sind, leben sie dann hoffentlich in einer Welt, wo nicht mehr nur das eigene Auto als das allein seligmachende Mittel der alltäglichen menschlichen Fortbewegung gilt. Hier zu sehen unter: https://is.gd/kYCzg1

Mit dem Fahrrad in den Mai vor dem Hindergrund des Wladimirer Kreml

Dank für den Hinweis auf die Sendung an Jonas Eberlein

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Seit dem ersten Vademecum von Wolfram Howein https://is.gd/qhLBsZ sind fast acht Jahre vergangen, hat sich vieles verändert. Grund genug für Frederick Marthol, sich an eine Neuauflage zu machen:

Da der projektierte Großflughafen in Wladimir leider noch keine nennenswerte Planungsfortschritte zu verzeichnen hat, sind Reisende in die Partnerstadt vorerst noch auf die Flughäfen der russischen Hauptstadt angewiesen. Es gilt also, eine sinnvolle und günstige Verbindung zu buchen und anschließend die ca. 180 Kilometer von Moskau nach Wladimir auf schnellstem Wege zurückzulegen.

Das Auto ist für uns hierbei keine Option, da die Verkehrslage und somit auch die Reisedauer absolut unberechenbar und langwierig sein können. Mehr als 200 Ampeln liegen auf der Strecke vom Flughafen in die Partnerstadt.

Ungewohnt für die meisten sind aber sicherlich auch die vielen Sicherheitskontrollen auf den Wegen, die ich jetzt vorschlage: Von der Landung in Moskau bis Wladimir müssen wir drei (!) flughafenähnliche Checks passieren. Gerade mit viel Gepäck kann das, genauso wie die vielen Treppen, nerven. Das sollte uns klar sein, bevor wir uns auf die Reise machen.

Diese Handreichung soll also eine kleine Unterstützung bei dem (zugegebenermaßen etwas komplexen) Reiseverlauf sein. Speziell Reisende ohne Russischkenntnisse, die auch die kyrillische Schrift nicht lesen können, werden die Fahrt hiermit problemlos bewerkstelligen können.

Flug nach Moskau

Ab Nürnberg gibt es keine Direktverbindung nach Moskau, weshalb entweder ein Zubringerflug oder ein anderer Flughafen genutzt werden muß. Welche der beiden Optionen die günstigere oder schnellere ist, läßt sich pauschal nicht sagen. Umweltfreundlicher ist aber sicherlich die letztere.

In Moskau gibt es drei gängige Flughäfen: Domodjedowo, Scheremetjewo und Wnukowo.

Flüge ab Nürnberg

Ab Nürnberg gibt es zahlreiche Umsteigeverbindungen nach Moskau: Eine Variante mit den Gesellschaften der StarAlliance über Frankfurt/München/Zürich/Brüssel nach Domodjedowo bietet eine komfortable Möglichkeit, die gerne und oft von vielen Partnerschaftsreisenden genutzt wird.

Eine Alternative stellt ein Flug nach Scheremetjewo via Paris oder Amsterdam dar. Diese Verbindungen sind oft günstiger und haben den Vorteil erschwinglicher Preise auch bei kurzfristiger Buchung. Zudem sind die Gepäckgebühren im Ticketpreis bereits enthalten, und Jugendliche erhalten flexible Tickets kostenfrei.

Flüge ab München / Frankfurt

Ab München und Frankfurt gibt es mehrmals täglich Direktverbindungen von Lufthansa, S7 sowie Aeroflot. Diese fliegen die Flughäfen Domodjedowo oder Scheremetjewo an. Vom Erlanger Bahnhof zum Flughafen kommt man bequem mit dem Fernbus, welcher sich auch direkt über die Lufthansa-Webseite buchen läßt. Ein Vorteil hierbei: Steht der Bus im Stau, und der Flug wird verpaßt, bucht die Gesellschaft kostenfrei um. Eine Anreise mit der Bahn ist ebenfalls möglich, birgt aber aufgrund der möglichen Verspätungen auch immer ein gewisses Risiko. Selbst mit dem eigenen Auto zum Airport zu fahren wäre in der Theorie möglich. Hier sind aber die teuren Parkgebühren meist das Ausschlußkriterium.

Flüge ab Memmingen

Pobeda Airlines fliegt ab dem Allgäu-Airport zu Dumpingpreisen (ab 12 € für eine Richtung) nach Moskau/Wnukowo. Das Tochterunternehmen von Aeroflot bietet sich also für Reisegruppen, die nach Memmingen gefahren werden, oder für Sparfüchse an, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind. Zu beachten sind bei dieser Gesellschaft jedoch die strengen Gepäckrichtlinien sowie die seltenen Abflugzeiten.

Nach Moskau mit dem Aeroexpress

Alle Flughäfen sind mit den modernen Aeroexpress-Zügen bestens an die Moskauer Innenstadt angebunden. Der Aeroexpress-Terminal ist in allen Ankunftshallen bestens ausgeschildert. Die Taktung dieser Züge ist sehr eng. Tagsüber sollte man also nicht länger als eine halbe Stunde auf einen entsprechenden Zug warten müssen. Die etwa eine dreiviertel Stunde dauernde Fahrt kostet 500 Rubel, ein Ticketkauf ist an einem der vielen mehrsprachigen Automaten unkompliziert möglich. Für Reisende mit einer kontaktlosen Kreditkarte ist ein Fahrkartenkauf nicht erforderlich, hier kann am Drehkreuz einfach die Kreditkarte auf den Scanner aufgelegt werden. Bitte die Fahrscheine ggf. bis zum Ziel aufbewahren, da nur mit ihnen das Verlassen des Bahnhofs möglich ist.

Praktisch ist auch die im Aeroexpress vorhandene kostenlose Internetverbindung. Eine kurze Nachricht an Bekannte über die Ankunft in Moskau ist hier also ohne teure Roaming-Gebühren möglich.

Flughafen Ankunftsbahnhof Weitere Infos
Domodjedowo Pawelezkaja https://aeroexpress.ru/en/aero/route/domodedovo.html
Scheremetjewo Belorusskaja https://aeroexpress.ru/en/aero/route/sheremetyevo.html
Wnukowo Kiewskaja https://aeroexpress.ru/en/aero/route/vnukovo.html

Wie aus der Tabelle ersichtlich, kommen die Zubringer der verschiedenen Flughäfen auch alle an unterschiedlichen Bahnhöfen in Moskau an. Die Züge nach Wladimir fahren aber alle ab dem Fernbahnhof Kurskaja, bei dem keine der drei Linien hält. Um diesen Bahnhof zu erreichen, kommt nun die Moskauer Metro zum Einsatz.

Metro: Ringbahn Nummer 5

Wir suchen gleich nach dem Verlassen des Zuges nach dem großen „M“; die Ausschilderung ist an allen Bahnhöfen gut. Notfalls kann man auch ohne Sprachkenntnisse nach dem Weg fragen, das Wort „Metro“ (mit Betonung auf dem „o“) wird wohl jeder verstehen.

Das große „M“

Nachdem wir das Metrogebäude betreten haben, ist ein Fahrschein zu lösen. Wir bevorzugen auch hier aus genannten Gründen wieder den Automaten. Ein Einzelticket kostet 55 Rubel, eine Kartenzahlung ist immer möglich und die Automaten besitzen auch ein englisches Interface. Auch hier die Fahrkarte bitte nicht nach dem Drehkreuz wegschmeißen, denn es gibt Kontrollen im Zug.

Wir müssen nun, egal von welchem Flughafen wir kommen, in die Linie 5.

Das Praktische an einer Ringbahn ist deren Kurs im Kreis. Es gibt bezüglich der Richtung also kein richtig oder falsch, sondern nur schnell und langsam, und dieser Zeitunterschied ist für uns vernachläßigbar. Wir steigen in die nächste U-Bahn, egal auf welcher Seite der Plattform.

Im Inneren des Zuges gibt es über den Türen eine Anzeige aller Haltestellen. Der Vorteil für uns hier: Die Namen der Haltestellen sind auch in lateinischer Schrift aufgelistet. Der jeweils nächste Halt wird gut sichtbar angeleuchtet. Wir verlassen den Zug bei der Station Kurskaja.

Die Bahnhöfe Belorusskaja, Kurskaja, Pawlezkaja und Kiewskaja liegen auf der Ringbahn 5 („Kolzewaja“)

Ticketkauf

Angekommen an der Haltestelle Kurskaja, ist der schwierigste Teil bereits geschafft. Wir fahren hoch ins Bahnhofsgebäude. Nun brauchen wir nur noch einen Zug nach Wladimir und, wenn nicht schon vorher gebucht, auch noch ein Ticket.

Zugverbindungen im Internet buchen

Um vor Ort Hektik zu vermeiden, suchen wir uns bereits in Erlangen mögliche Zugverbindungen heraus. Die russische Eisenbahngesellschaft RZD hat eine eigene Buchungsseite, die auch in englischer Sprache verfügbar ist. Dort lassen sich, ähnlich wie bei der Deutschen Bahn, Fahrkarten kaufen und direkt ausdrucken. Die Buchung ist ausschließlich mit Kreditkarte möglich und erfordert eine vorherige Registrierung bei der Internetseite: http://pass.rzd.ru

Ticketkauf am Schalter

Es gibt sehr viele Ticketschalter am Kursker Bahnhof, wir nutzen aber nur diejenigen für Fernverkehrszüge („ticket offices for long-distance trains“). Dort gibt es nämlich ein „Ticket office for disabled persons“. Diesen Schalter nutzen auch wir, denn Reisende mit einer „Sprachbehinderung“ werden ohnehin dorthin verwiesen.

Der Ticketkauf am Schalter gestaltet sich ohne Russischkenntnisse aber auch hier als kompliziert. Sehr hilfreich ist es daher, eine Übersicht mit den verschiedenen Zügen vorher auszudrucken und die gewünschte Reiseverbindung zu markieren. Gegen Vorlage des Reisepasses bucht das Bahnpersonal uns dann auf den gewünschten Zug und kassiert das Geld, zwischen 600 und 800 Rubel.

Welcher Zug ist der Richtige?

Die Züge „Swift“ und „Strizh“ (jeweils gut eineinhalb Stunden bis Wladimir) sind aus Bequemlichkeitsgründen der „Lastoschka“ (sie braucht eine Viertelstunde länger) vorzuziehen. Denn diese Hochgeschwindigkeitszüge sind mit dem deutschen ICE ähnlich, während die „Lastoschka“ eher mit einer Regionalbahn zu vergleichen ist. Nach einem langen Reisetag kein sonderlich angenehmes Fortbewegungsmittel, da die Beinfreiheit zugunsten zusätzlicher Sitzplätze minimiert wurde.

Zeitlich beträgt der Unterschied aber nur fünf Minuten, da die „Lastoschka“ noch einen Zwischenhalt einlegt, beide Züge jedoch gleich schnell fahren. In den meisten Fällen werden wir also den Zug nehmen, der sich zeitlich besser anbietet.

Vom Kursker Bahnhof nach Wladimir mit dem Zug

Praktisch ist für uns: Mittlerweile sind fast alle Schilder und Lautsprecheransagen auf auf Englisch zu lesen und zu hören. Die Anzeigetafeln, auf denen das Gleis ersichtlich wird, sind leider nach wie vor nur in kyrillischer Schrift. Wir orientieren uns daher am einfachsten an Abfahrtsuhrzeit + Nummer des Zuges, denn die Zahlen sind ja dieselben wie bei uns.

Auf der Anzeigetafel steht dann die Nummer einer „platform“, die aber nicht mit dem deutschen Begriff „Gleis“ gleichzusetzen ist: Jede Plattform hat mehrere (meist zwei) „tracks“.

Die Strizh-Züge nach Wladimir / Nischnij-Nowgorod fahren alle ab „platform 1 / track 1“ und sind gesondert ausgeschildert. Sie sind zudem auch direkt aus der Bahnhofshalle (direkt neben unserem Fahrtkartenschalter) erreichbar (ähnlich dem Erlanger Gleis 1).

Bei den Lastoschka-Zügen kann das Gleis variieren, häufig ist es aber zum Beispiel „platform 3 / track 7“.

Um zu diesen Gleisen zu gelangen, fahren wir die Rolltreppe hinunter und folgen der Beschilderung „Long-Distance-Trains“ (z.B. Tunnel 2).

Anders als in Deutschland hat jedes Zugticket einen zugehörigen Sitzplatz. Der Einstieg in den Zug ist nur gegen Vorlage der Bordkarte und des Reisepasses möglich. Außerdem darf der Zug nur in dem Wagon bestiegen werden, in dem sich auch der persönliche Sitzplatz befindet. Es ist zudem auch unbedingt der eigene Sitzplatz einzunehmen, da häufig noch eine Kontrolle im Zug stattfindet. Die Schaffner werden sonst schnell unfreundlich.

Bahnangestellte gehen während der Fahrt durch den Zug und verkaufen Kopfhörer, Speisen und Lotteriescheine. Hier kann es öfters vorkommen, gefragt zu werden, ob wir auch etwas wollen. Ein freundlich-bestimmtes „Njet, spasibo“ sollte uns aber in jedem Fall zukünftig Ruhe bescheren.

Strizh auf dem Kursker Bahnhof

Taxi in Wladimir

In Wladimir angekommen, müssen wir noch eine letzte Treppe überwinden, um über die Brücke in das Bahnhofsgebäude zu gelangen. Vor diesem stehen dann Taxen bereit, wenn man sich nicht – etwa vom Erlangen-Haus – abholen lassen will. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Zieladresse in kyrillischer Schrift vorab auszudrucken, um Komplikationen zu vermeiden. Für eine Fahrt in die Innenstadt (z.B. zum Erlangen-Haus) sind Preise um die 150 Rubel der Regelfall.

Noch ein wichtiger Hinweis: Vor allem für die Rückreise – Anleitung einfach „umdrehen“ – empfiehlt sich die Bahnvariante, die sich viel genauer als der Transfer auf der Straße an die jeweilige Abflugzeit abstimmen läßt. Außerdem hat man dann schon ein wenig Akklimatisierung hinter sich. Bevor man sich aber für diese Variante entscheidet, bitte unbedingt beachten: Es sind in der Metro einige Treppen zu Fuß zu bewältigen, was anstrengend sein kann, wenn man schweres Gepäck zu schleppen hat.

Eine allzeit gute Reise wünscht jedenfalls

Frederick Marthol

P.S.: Seit gestern verkehrt nach zweijähriger Pause wieder einmal täglich der Saspan, der russische ICE, zwischen Nischnij Nowgorod und Sankt Petersburg mit Halt in Wladimir und Moskau. Um 7.02 Uhr geht es in der Partnerstadt los, und schon sechs Stunden später, um 13.20 Uhr landet man auf des Wanderfalken – so die deutsche Übersetzung von „Sapsan“ – Fittichen im Venedig des Nordens. Retour pfeift der Schaffner um 17.00 Uhr an der Newa, und um 23.04 Uhr steigt man an den Gestaden der Kljasma aus seinem Abteil. Wer wollte da noch fliegen und vom Airport Wladimir träumen…

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Bereits im Februar 2015 hatte es wöchentlich eine Flugverbindung von Wladimir-Semjasino nach Petersburg-Pulkowo gegeben, die freilich mangels Nachfrage schon bald wieder eingestellt wurde. Anfang August letzten Jahres dann die Neuauflage mit einer anderen Gesellschaft: „Komiaviatrans“ setzte im gleichen Zeittakt eine 50-Sitze-Embraer auf der Linie ein – zum Tarif von fast 5.000 Rubeln einfach. Doch auch die Zuschüsse aus föderalen und regionalen Töpfen konnten das erneute Ende nicht verhindern. Von Beginn an fehlte es an einer Auslastung, die einen rentablen Betrieb ermöglicht hätte. Nun haben die zuständigen Stellen in Moskau die Reißleine gezogen. Die Regionalregierung will zwar selbst weiter an der Förderung festhalten, aber ob aus der Hauptstadt doch wieder Geld für den Höhenflug Wladimirs fließen wird, ob es beim tertium non datur bleibt, weiß derzeit niemand zu sagen. Einstweilen jedenfalls bleiben seit Jahresbeginn die Maschinen am Boden, wenn sie nicht andere, lohnendere Ziele anfliegen.

Sapsan am Bahnhof Wladimir

Derweil bietet die Russische Staatsbahn zu den bereits bestehenden Fernzügen ab dem 1. März eine Verbindung von der Kljasma an die Newa mit dem von der Siemens AG gefertigten „Sapsan“ – zu Deutsch „Wanderfalke“ – an, der freilich für die 900-km-Strecke zum Preis von knapp 2.500 Rubeln immer noch sechseinviertel Stunden braucht, deutlich länger als die 80 Minuten in der Luft, dafür täglich unterwegs sein wird und garantiert pünktlich, ein Alleinstellungsmerkmal der russischen Eisenbahnen. In jedem Fall verkehrs- und umweltpolitisch die bessere Alternative.

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Keine guten Nachrichten für alle Eisenbahnfreunde. Wie „Zebra-TV“ berichtet, rückt der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau via Wladimir nach Kasan mit späterem Anschluß bis in den Ural und nach Sibirien in weite Ferne. Das zumindest ist Ergebnis eines Arbeitstreffens im Rahmen des 11. Internationalen Verkehrsforums in Moskau, wo auch der zuständige Minister, Maxim Sokolow auftrat und folgende Erklärung zu dem Projekt abgab, das ursprünglich einmal als Infrastrukturmaßnahme zur Fußballweltmeisterschaft gedacht war:

Der Investitionsumfang für dieses Vorhaben wird heute unterschiedlich hoch angegeben – ungeachtet einer zu den Streckenteilen bereits vorliegenden Dokumentation zwischen 1,3 und 1,5 Trillionen Rubel -, und ich denke, aus dem, was vorher über das Finanzdefizit gesagt wurde, ist gut begründet, warum wir bisher diese Sache nicht angehen können… Denn im Haushalt ist für dieses Projekt kein einziger Rubel vorgesehen. Eine solche Summe bereitzustellen und die Rentabilität für private Investoren zu gewährleisten, ein solches Modell bekommen wir bisher nicht hin. Eben deshalb befindet sich ein aus meiner Sicht so wichtiges und strategisches Projekt noch immer im Planungsstadium. Obwohl ja auch die Planung schon ein Vorwärtsbewegung in die Sache bringt.

Wirklich schade drum, zumal erst Mitte Oktober bekannt wurde, man wolle die ursprünglich im ersten Schritt bis Kasan führende 770 km lange Trasse zunächst nur auf die ersten 172 km von Moskau bis Wladimir anlegen und damit die Fahrtzeit um etwa eine Stunde verkürzen. Nun wird auf absehbare Zeit auch daraus nichts. Schade für das Land, das so zusammen mit China die moderne Variante der „Seidenstraße“ bauen wollte – von Moskau bis Peking – , aber immerhin für die Partnerstadt verkraftbar, denn mit den gegenwärtigen Verbindungen in die Metropole in weniger als zwei Stunden ist man ja auch schon recht schnell und bequem unterwegs. Und wie man gestern bei der Jungfernfahrt des ICE zwischen München und Berlin sah, kann die herkömmliche und erprobte Verbindung durchaus schneller und weniger pannenanfällig sein als die neue Sprintvariante.

S. auch die früheren Beiträge, die man nun schon zur Verkehrsgeschichte rechnen kann: https://is.gd/U0l554, https://is.gd/q2RO8w, https://is.gd/SGm5dn und https://is.gd/K4FYGl

 

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Der schreckliche Unfall bei Pokrow in der Region Wladimir ging bereits durch die Presse, sogar Angela Merkel kondolierte den Angehörigen der 16 Todesopfer, darunter ein Kind. Ein vollbesetzter 58-Plätze-Bus aus Kasachstan war gestern nacht um 3.39 Uhr auf einem Bahnübergang mit einer Panne liegengeblieben und von einem Zug erfaßt worden.

Einige Passagiere des Busses hatten trotz nachtschlafener Zeit, vom Fahrer alarmiert, den Ernst der Lage begriffen und versucht, das Fahrzeug von den Gleisen zu schieben; gleichzeitig zog der Lokführer die Notbremse. Doch der Aufprall war nicht mehr zu vermeiden und hinterließ ein Bild des Grauens.

Die Einsatzkräfte brachten die Verletzten, darunter auch Kinder, in die umliegenden Krankenhäuser, ein Patient verstarb später in der Wladimirer Notfallklinik.

Die Tragödie hinter dem Unfall: Der Bus war von Schleusern organisiert und mit illegalen Gastarbeitern aus Usbekistan besetzt, die für 5.000 Rubel die eine ganze Woche währende Reise angetreten hatten, um in Rußland ihr Glück zu suchen.

Der Kopf der Schleuser, ein Kasache, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Aber Fachleute gehen davon aus, daß derlei Unternehmungen recht häufig vorkämen, daß dahinter ein System stecke. Die nicht verletzten Fahrgäste haben denn auch schon Anzeigen erhalten und werden ausgewiesen, was auch denen droht, die noch in den Krankhäusern behandelt werden, wobei da wohl noch zu klären sein wird, wer für die Kosten aufkommt.

Ebenfalls gestern nacht ein grausiger Unfall im Landkreis Alexandrow: Ein Lkw rammte frontal einen Pkw, der sofort Feuer fing und dessen Insassen, drei Erwachsene und ein Kind, in den Flammen umkamen.

Gennadij Karaulow

Und schließlich wird heute der Arzt Gennadij Karaulow zu Grabe getragen, der in seinem 77. Lebensjahr verstarb und schon 1990 im Rahmen der Aktion „Hilfe für Wladimir“ sein Orthopädisches Zentrum in Jurjewez, inzwischen in die Partnerstadt eingemeindet, weit öffnete für die Kontakte mit den Kollegen aus Erlangen. Ihnen allen ein bleibendes R.I.P.

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Im nächsten Jahr beginnen die Arbeiten an der 770 km langen Bahnstrecke von Moskau nach Kasan mit Halt in Wladimir, auf der nach Fertigstellung ab 2023 Hochgeschwindigkeitszüge – mit großer Wahrscheinlichkeit aus chinesisch-russischer Gemeinschaftsproduktion – mit einer Fahrzeit von nur noch dreieinhalb Stunden zwischen der Hauptstadt und der Metropole in Tatarstan verkehren. Die Vorarbeiten für das erste Teilstück, Moskau – Wladimir, sind bereits im Gange, und, wie das bei derartigen Infrastrukturprojekten nicht ausbleiben kann, man trifft auf Widerstände, muß einen Ausgleich zwischen Verkehr und Umwelt finden. Eine Herausforderung, die von den Planern offenbar ernstgenommen wird.

Russischer Desman oder Wassermaulwurf

So will man etwa 20 Wassermaulwürfe – der Blog berichtete schon öfter von diesen fast ausgestorbenen Kleinsäugern – aus einer Zone im Becken der Kljasma umsiedeln, weil man befürchtet, die in der Nähe verlaufende Trasse könnte den russischen Desman stören. Aber auch für Grau- und Silberreiher oder Schnepfen überlegt man Schutzmaßnahmen, und in der Brutzeit will man besonders Rücksicht auf das wilde Federvieh nehmen. Mehr noch: Im Grenzgebiet zwischen den Regionen Wladimir und Nischnij Nowgorod verlegt man die Schienen über eine Strecke von neun Kilometern auf Stelzen, um die Natur weitgehend sich selbst zu überlassen. Insgesamt verlaufen sogar 20% der Trasse als „Hochbahn“, um die Natur zu schonen und den Wildwechsel  nicht zu beeinträchtigen, für den zusätzlich insgesamt 89 Brücken vorgesehen sind. Sogar an Unterführungen für Amphibien denken die Projekteure. Wer hätte das gedacht! Gut so. Dann müssen die Kröten nur noch an die richtigen Stellen wandern.

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Es hat, wie Zebra TV berichtet, ein wenig länger gedauert als geplant, aber jetzt kommt die Produktion der neuen Busse im Werk Sobinka bei Wladimir auf Touren. Während hierzulande auf Dieselgipfeln noch verhandelt wird, wie Fahrverbote für Städte zu verhindern seien, schafft man dort bereits die Voraussetzungen für eine abgasfreie Personenbeförderung. durch den Bau von Elektrobussen.

Die ersten drei Prototypen der Neuentwicklung mit zwei Modellen sind jetzt einsatzbereit und sollen Kunden werben.

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Noch hält sich die Nachfrage in Grenzen, bisher hat nur Kowrow, die zweitgrößte Stadt der Region Wladimir, konkretes Kaufinteresse gezeigt, aber aus Sankt Petersburg, Moskau und Wolgograd gehen bereits erste Absichtserklärungen der dortigen Verkehrsbetriebe für die Busse mit bis zu 90 Plätzen ein, die eine Reichweite von 250 bis 300 km haben und über Nacht innerhalb von acht Stunden ihre Batterie laden können.
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Bemerkenswert an den Fahrzeugen: Sie werden komplett in der Region Wladimir montiert, und 90% der Komponenten – bis hin zur Batterie – stammen aus inländischer Produktion, 20% davon sogar aus lokalen Werkstätten. Bisher ist noch einiges an Handarbeit notwendig, aber im nächsten Jahr schon soll die Produktion vollautomatisch mit Robotern und auf Hochtouren laufen. Dann könnte – ja nach Eingang der Bestellungen –  auch der Preis um mindestens ein Drittel fallen, der momentan noch über dem für herkömmliche Busse liegt.
Welch eine erfreuliche Entwicklung von den ausgemusterten Bussen der VGN Anfang der 90er Jahre über die Beratung der Erlanger Stadtwerke für den ÖPNV, die Privatisierung der Linien bis hin zur eigenständigen Bussen, die in die Zukunft fahren. Jetzt muß nur noch der Strom ökologisch produziert werden.
Bilder-Quelle: Zebra-TV

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