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Archive for the ‘Umwelt’ Category


Angesichts der Millionen von Hektar Wald, die Jahr für Jahr in Sibirien und im Fernen Osten jenseits der von den Behörden angegebenen Daten abbrennen, erscheinen sogar aus Sicht von Greenpeace die Flächen, die in den dichter besiedelten Regionen von Zentralrußland dem Feuer zum Opfer fallen, ohne im ganzen Umfang gemeldet zu werden, sich eher in einem fast schon zu vernachlässigenden Umfang zu bewegen. Dennoch zählt für die Umweltschutzorganisation, die auch in der Russischen Föderation registriert und aktiv ist, allein der wahre Zustand der Natur. Deshalb auch eine Klage, eingereicht bei der Generalstaatsanwaltschaft in Moskau wegen eines Waldbrandes Anfang Mai, etwa elf Kilometer nordwestlich von Gorochowez, Gouvernement Wladimir, wo Luftaufnahmen eine Fläche von 75 ha für ein Feuer nachweisen, das dort Anfang Mai wütete, während die Forstverwaltung angibt, es habe sich nur um knapp eineinhalb Hektar gehandelt. Als Großbrände sind nach russischer Gesetzeslage aber Feuer ab 25 ha anzuzeigen – mit Ausrufung des Ausnahmezustands für das betroffene Gebiet.

Waldbrand bei Gorochowez

Während dieser Fall wohl die Gerichte beschäftigen dürfte, ist in Sachen russischer Wald vs. russischer Staat auch eine erfreuliche Nachricht zu vermelden. Landesweit liegen etwa 40 Mio. Hektar brach, eine gewaltige Fläche, die sich allmählich wieder mit Wald bedeckt. Just diese Gebiete wollte ein Gesetzesentwurf aus dem Forstschutzprogramm herausnehmen, sprich die Besitzer – unter Androhung der Enteignung – wieder zur landwirtschaftlichen Nutzung zu zwingen, wogegen Greenpeace eine Aktion gestartet hatte. Erfolgreich. Die Novelle wurde vorgestern zurückgezogen und soll überarbeitet werden. Nun darf man hoffen, daß auf diesen Brachen Bäume wachsen können, die in einigen Generationen die Rodung der letzten russischen Urwälder überflüssig machen.

Natürliche Wiederaufforstung auf Brachland in der Region Nowosibirsk

Eine Hoffnung, die gerade am heutigen „Welterschöpfungstag“ das ansonsten zappendustere Bild unter unserem Himmel ein wenig aufhellt, auch wenn wir alle wissen: Es ist längst fünf nach zwölf für die Erde, deren allein wir in Deutschland ganze drei verbrauchen, um unsere unbescheidenen Bedürfnisse zu befriedigen. Man muß nicht gläubig zu sein, um zu sehen, wie mindestens drei der sieben Todsünden – Habsucht und Unmäßigkeit, gefolgt von Trägheit – unser globales Ökosystem kollabieren lassen. Unser Leitstern bleibt wohl, wider besseres Wissen, auf unabsehbare Zeit unser aller Gier nach mehr, bleibt unsere Maxime des Unwillens zu teilen und zu verzichten, bleibt unser Lebensstil der Bequemlichkeit, die sich in einem stetigen Zuwachs an Unterlassungen spiegelt. Wir, im nimmersatten Klub der G20, verfrühstücken gerade an unserer Festtafel schamlos die Zukunft der ausgesperrten Habenichtse dieser Welt. Doch die wollen nicht mehr abgespeist werden, sie kommen und fordern ihren gerechten Anteil, gleich wie hoch wir Zäune und Mauern ziehen, gleich wie viele wir zurückweisen und abschieben, zurück in eine geschröpfte Schöpfung. Ein wahrlich erschöpfendes Thema.

Welterschöpfungstag

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„Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet“, meinte einmal Paul Cézanne. Was den französischen Maler zum Pinsel greifen ließ, ist für viele Photographen heute Antrieb, nach Orten zu suchen, wo die Vergänglichkeit alles Irdischen zerfallende Gestalt annimmt. Die sogenannten „lost places“ sind die modernen Motive der Vanitas und ersetzen die Attribute Totenschädel und Sanduhr durch den mensch- und gottverlassenen Ort.

Die Region Wladimir bietet diesem Genre ein Übermaß an Anschauungsmaterial, etwa ein ehemaliges Wasserkraftwerk an der Nerl, das, vor 65 Jahren in Betrieb genommen, einmal mit vier Turbinen und einer Leistung von 525 Kilowatt das größte von 68 seiner Art werden sollte. 30 Dörfer und vier Kolchosen erhielten von hier Strom, die bis dahin ihre Elektrizität von störanfälligen Dieselgeneratoren erhalten hatten.

Eine ganze Kaskade weiterer Wasserkraftwerke sollte an der Nerl entstehen, doch bereits Anfang der 60er Jahre stellte man in der Region hauptsächlich auf Kohle, später auf Gas um, und die Bauten blieben sich selbst überlassen.

Vor acht Jahren dann noch ein Architektenwettbewerb mit dem Vorschlag, das Ensemble zu einer Wassermühle mit Gastronomie umzubauen, doch es fand sich kein Investor.

Nur wenige Kilometer weiter, in Starodub, die Überreste einer vor einhundert Jahren gebauten Textilmanufaktur, die in den 90er Jahren aufgegeben wurde. Auch so ein Ort, den sich die Natur zurückholt. Doch bevor er verschwindet, besuchen ihn noch die Chronisten mit der Kamera. Vielleicht auch Othmar Wiesenegger, der Ende August wieder nach Wladimir aufbricht, um dort die Patina des Verfalls zu bewahren.

Vielleicht auch den Zauber der Landschaft, in dem diese verlorenen Orte liegen, wie Starodub an der Kljasma, wo 1935 ein Naturschutzgebiet zur Wiederansiedlung des Wassermaulwurfs und einige Jahre später zur Biberzucht eingerichtet wurde. Beide einst von der Ausrottung bedrohte Arten findet man heute übrigens wieder im Einzugsbereich der Kljasma. Lost places und Natur gehen eben gut zusammen.

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In diesem Jahr erscheint eine neue Ausgabe des Roten Buchs der bedrohten und aussterbenden Fauna und Flora in der Region Wladimir. 2008 hatte man zum ersten Mal eine Bestandsaufnahme vorgenommen, damals noch unvollständig, mit vielen blinden Flecken. Die Datenbasis ist mittlerweile viel besser geworden, leider aber eben auch das Tempo des Artenschwunds. Wäre ja auch zu schön, könnte man die Gegend um die Partnerstadt als Insel der seligen Tiere und Pflanzen bezeichnen. Ungeachtet aller erfreulicher Tendenzen beim Schutz etwa des Wassermaulwurfs oder des Wisents, drohen leider auch hier viele Spezies, für immer zu verschwinden, besonders unter den Kerbtieren – mit all den verheerenden Folgen für Pflanzen und Vögel.

Distelhummel

Einer der Mitautoren des Roten Buches weist nun auf das Bienensterben hin, das besonders auch die Hummeln betrifft, von denen man in Wald und Flur des Gouvernements Wladimir von der Größe des Bundeslandes Brandenburg 28 Arten zählt, darunter vier Spezies der parasitären Kuckuckshummeln. Alle werden sie seltener, besonders aber die auch in Deutschland vom Aussterben bedrohte Samthummel und die Distelhummel. Erstere mag es trocken, die zweite braucht Feuchtgebiete. Spezialistinnen, denen zunehmen der Lebensraum fehlt.

Samthummel

Ob der Eintrag im Roten Buch den brummelnden Insekten, denen man nachsagt, sie seien noch emsiger und effektiver als die kleinere Honigbiene, zu überleben hilft, sei dahingestellt, aber immerhin wissen wir so, was wir in absehbarer Zeit verlieren – sehenden Auges. Spätere Generationen werden uns fragen, warum wir wider besseres Wissen nicht handelten.

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Am Sonntag gingen sintflutartige Regenfälle über Wladimir nieder, vermischt mit Hagel, begleitet von Gewitterböen. Weltuntergangswetter.

Ganze Straßenzüge standen unter Wasser, Keller liefen voll, Decken und Wände tropften. Das ganze Repertoire von Unwettern mit lokalem Platzregen, wie in Zeiten des Klimawandels allenthalben und immer öfter zu beobachten.

Die Vorhersage verheißt nichts Gutes. Auch heute und morgen soll es noch Niederschläge in der Partnerstadt geben. Mit welcher Intensität? Wer sollte das genau prognostizieren!

Auch wenn es noch keine Angaben zum Schaden gibt, dürfte es teuer für Stadt und Bürger werden. Ganze Treppen wurden unterspült, Autos blieben liegen, Wohnungen und Geschäfte nebst Mobiliar müssen renoviert bzw. ersetzt werden.

Der Wolkenbruch setzte aber vor allem die Kanalisation einer Bewährungsprobe aus, leider mit stellenweise mangelhaftem Ergebnis, bedingt freilich auch durch das Relief der Partnerstadt auf ihren Hügeln, die hinunter sich ganze Sturzbäche ergossen, für deren Malstrom in den Senken kein Gully der Welt geschaffen ist.

So darf man nur hoffen, daß die noch ausstehenden Regengüsse weniger dramatisch fallen und nicht weitere Schäden anrichten, vor allem auch nicht im Erlangen-Haus, das wegen seiner Hanglage immer wieder mit Wassereinbrüchen zu kämpfen hat.

Trösten kann da nur der „Gesang der Geister über den Wassern“ von Johann Wolfgang von Goethe, ein Gedicht, dessen letzter Vers lautet:

Seele des Menschen, / wie gleichst du dem Wasser. / Schicksal des Menschen, / wie gleichst du dem Wind.

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Die Behörden in Wladimir schlagen Alarm. Mitten im Zentrum, auf dem Hügel der Mutter-Gottes-Geburts-Kirche, schoß in den letzten Tagen der Riesen-Bärenklau ins Kraut. Diese invasive, ursprünglich nur im Kaukasus beheimate Pflanze hat seit langer Zeit in ganz Zentralrußland Wurzeln geschlagen und dominiert auf vielen Flächen, vor allem auf Ödland, die gesamte Flora. Berührungen mit Stengel oder Blättern führen beim Menschen regelrecht zu Verbrennungen, und das liebe Vieh macht auch gern einen Bogen darum.

Riesen-Bärenklau in Wladimir

Angesichts der raschen Ausbreitung und der extrem schwierigen Bekämpfung der Pflanze macht man sich in der Partnerstadt ernsthafte Sorgen, da der Riesen-Bärenklau nun unerwartet so zentral und massiv auftaucht. Wo er einmal da ist – man weiß das auch aus Deutschland und von überall dort, wo er eingeschleppt und sogar oft absichtlich als vermeintliche Bienenweide oder gar zur Zierde der Gärten angesiedelt wurde -, bleibt er nicht nur, sondern er breitet sich fast unaufhaltsam weiter aus. Da kann man fast nur wieder auf den Winter hoffen. Da sterben die Biester – zumindest oberirdisch – ab und stehen ungefährlich als Zellulosegerippe in der Landschaft. Bis dahin kann man es nur mit Genesis halten. Die Band hatte nämlich schon 1971 erkannt: „turn and run, nothing can stop them, around every river and canal their power is growing…“

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Passend zum gestrigen Weltumwelttag wurde am 5. Juni die aktuelle ökologische Rangliste für die 85 untersuchten Regionen der Russischen Föderation veröffentlicht. Das Gouvernement Wladimir kommt dabei auf Platz 53 zu liegen, eine Position, die – wer wollte das bestreiten? – verbesserungsfähig ist.

Der sogenannte Müllaufstand von Wolokolamsk. Quelle Tass

Ein weites Feld, die Umweltproblematik. Beschränken wir uns deshalb auf den Müll, der im Mai landesweit Schlagzeilen machte, als in Wolokolamsk die Menschen auf die Straßen gingen, weil sie nicht mehr dulden wollten, die Abfälle Moskaus vor der eigenen Haustür abgeladen zu bekommen. Als dann die Kippe auch noch zu brennen anfing und Atembeschwerden um sich griffen, war für viele das Maß voll, und es erging sogar eine Petition an den Präsidenten im Kreml. Angesicht von 200-fach erhöhten Schwefelwasserstoffwerten in der Luft schlossen die Behörden alle Schulen, einige Kinder lieferte man mit Vergiftungen ins Krankenhaus ein.

Treibgut in der Wolga, gesehen in Nischnij Nowgorod

Ebenfalls im Mai unternahm es in der Region Wladimir das Katastrophenschutzamt, 190 km Ufer von Gewässern von den Hinterlassenschaften der Zeitgenossen zu reinigen. Insgesamt kamen ungefähr 200.000 m³ Müll zusammen. Allein ein 250-Meter-Abschnitt brachte eine Ausbeute von elf Kubikmetern, darunter drei Dutzend Autoreifen.

Deponie bei Alexandrow, Quelle Zebra-TV

Und wenn man den Schamott eingesammelt hat, wohin damit? Es gibt neun Deponien in der Region, deren Zustand auch nach offizieller Lesart als kritisch zu bezeichnen sei. Bis 2026 sollen sechs Mülltrenn- und Recyclinganlagen gebaut werden. Doch wer zählt all die illegalen Schutthalden in den Datschensiedlungen, entstanden, weil niemand für die Beseitigung bezahlen will, all die Haufen an den Rändern der Dörfer und in der freien Natur?

Am Wegrand, gesehen in Kameschkowo bei Wladimir

Hinzu kommt nun auch noch der Mülltourismus aus Moskau, ein Korruptionsfall in Gus-Chrustalnyj, der wohl noch vieles in der Art von „Der Müll, die Stadt und der Tod“ von Rainer Maria Fassbinder nach sich ziehen dürfte. In Alexandrow, schon ganz an der Grenze zur Region Moskau, regt sich massiver Widerstand gegen die Fuhren aus der hauptstädtischen Nachbarschaft, wo doch schon die eigene Deponie aus allen Nähten platzt und längst geschlossen werden sollte.

Bis das Gras darüberwächst, gesehen am Ortsrand von Kameschkowo

Aber es wird wohl noch schlimmer werden müssen, bis es besser wird, bis Gesellschaft und Staat verstehen, welch gewaltigem Problem man gegenübersteht. Es gibt kein Pfandsystem, alles, aber auch alles, was man kauft, kommt in Plastik verpackt daher, das kaum wiederverwertet wird. Das seinerzeit aus der Not geborene Rückgabe- und Sammelsystem aus Sowjetzeiten ist schon Anfang der 90er Jahre zusammengebrochen, um einem hemmungslosen Wegwerfmodus nach westlichem Vorbild Platz zu machen.

Kleinvieh macht auch Mist, gesehen in Wladimir, unweit vom Bahnhof

Hauptstraßen und Plätze sind heute ebenso wie Bahnhöfe oder andere öffentliche Anlagen oft fast pingelig gepflegt. Doch schon wenige Schritte abseits kann einen das schiere Heulen überkommen. Reist man übers Land oder will man sich im Wald die Beine vertreten, vermag man die Augen nicht davor verschließen: Die Plastikflut erscheint unaufhaltsam. Es kann einem passieren, ein Geräusch unter den Füßen zu hören, das man zunächst für das Knacken von Ästen hält, doch es sind PET-Flaschen, über die schon Gras gewachsen ist. Man möchte sich nicht ausmalen, was all die Weichmacher und sonstigen Bestandteile eines Tages in der Vegetation und im Grundwasser anrichten. Vielleicht begreift man es erst, wenn die Pilze und Beeren nicht mehr genießbar sind.

Für die Schließung der Deponie! Für das Leben! Demonstration in Alexandrow. Quelle Zebra-TV

Hätte die Umwelt-Redaktion des Blogs das Sagen, käme die ökologische Frage ganz nach oben in der Agenda der russischen – und natürlich auch deutschen und weltweiten – Politik, und beginnen würde sie beim Müll, in erster Linie mit dessen Vermeidung – und sei es mit drastischen Steuern und drakonischen Strafen. Bisher ist das Denken der Russen – ähnlich wie das der Amerikaner – geprägt von der unendlichen Größe des Landes, wo eigentlich ja auch Platz für jede Art von Unrat sein sollte. Aber die Fläche ist dennoch begrenzt, während jeden Tag immer noch unbeschränkt mehr und mehr Dreck und Abfall hinzukommt. Quousque? Wir wissen was wir tun und tun es trotzdem. Nachhaltig falsch.

Wie viel auf diesem ja weltweit verwahrlosten Feld auch in Erlangen noch zu tun bleibt, ist hier unter dem Eintrag vom 3. Juni zu sehen und nachzulesen: https://is.gd/Dlyc6c

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Im September veranstaltet die Staatliche Universität Wladimir ein Symposium zum Thema „Ökosystem der Flußläufe“, an dem auch eine Mitarbeiterin des Umweltamtes der Stadt Erlangen teilnimmt. Unterdessen geschieht einiges, um die Biodiversität der Gewässer in der Region Wladimir zu verbessern. Bis Oktober, so das Nachrichtenportal Gubernia 33, will man zum Beispiel fünf Millionen junge Exemplare der Spezies Sterlet in der Oka aussetzen, eine Aktion, finanziert von den Betreibern der Brücken und Sandwerke entlang des Zuflusses der Wolga als Ausgleichsmaßnahme für den Schaden, den sie durch ihre Eingriffe dem Ökosystem zufügen. In den beiden vorangegangenen Jahren hatte man übrigens bereits im großen Stil eine Sterletpopulation in der Kljasma aufgebaut.

Die Kljasma

Nun hat sich für den Sommer in der Region Wladimir eine Gruppe von Wissenschaftlern auf dem Forschungsinstitut für Fischwirtschaft und Ozeanographie angekündigt, die erkunden will, wie sich die Ichtyofauna vor allem in den Fließgewässern entwickelt. Schon jetzt aber beunruhigt der Rückgang der Besatzzahlen bei Hecht und Zander, der wohl mit dem zunehmenden Fang vom Motorboot aus per Echolot zusammenhängt. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres liefen bereits 40 Verfahren wegen illegaler Fangmethoden, während es 2017 insgesamt nur 49 Fälle waren. Meistenteils handelt es sich dabei um das Aufstellen von Netzen in der Laichzeit, während die früher häufige Verwendung von Dynamit und Stromschlägen zurückgeht. Überhaupt sollen Quoten eingeführt werden, denn bisher gibt es beim Fang von nicht als gefährdet eingestuften Arten keine Obergrenze, während in der Sowjetzeit noch ein Limit von fünf Kilogramm pro Tag und Angler galt.

Die Uschna im Landkreis Murom

Positiv hingegen: Die Qualität des Wassers scheint mancherorts sogar den Flußkrebsen zu bekommen. In der Uschna und Kolp sind sie ebenso zu finden wie in der Kljasma, wo sie ein halbes Jahrhundert nicht mehr gesichtet wurden. Besonders bei Kowrow, wo das Flußbett steinig ist, kommen die Krustentiere häufig vor. Doch, kaum klappern sie wieder mit ihren Zangen, will der Mensch sie gleich auch fangen, gern verbotenerweise mit der Hand in ihren Höhlen, wobei oft die Scheren abgerissen werden, oder wenn sie noch nicht die Mindestgröße von zehn Zentimeter erreicht haben…

Die Kolp im Landkreis Gus-Chrustalnyj

Welch ein Versäumnis der Evolution, die geschuppte und gepanzerte Fauna stumm belassen zu haben. Was wäre wohl, wenn Fisch und Krebs ihre Todesangst und Schmerzen ihren Peinigern vernehmlich kundtun könnten?!

P.S.: Ein russisches Sprichwort lautet in freier Übersetzung: Gibt es einmal keinen Fisch, kommen Krebse auf den Tisch.

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