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Archive for the ‘Tourismus’ Category


„Unsere Stadt besuchen jährlich mehr als eineinhalb Millionen Touristen, und als Zentrum des Fremdenverkehrs sollte Susdal auf der Höhe der Zeit sein“, meint Stadtdirektor Sergej Sacharow und hat allen Grund zur Freude und zum Stolz. Der Staatskonzern „Rostelekom“ hat nämlich entsprechend einem Vertrag von Ende November vergangenen Jahres mehr als sieben Kilometer Glasfaser verlegt und garantiert nun an 19 Punkten kostenlosen Internetzugang mit einer Leistung von zwei Gigabyte pro Sekunde, ausbaubar auf zehn Gigabyte.

Die Stadtverwaltung mietet die Leitungen für zunächst drei Jahre zum Preis von fast eineinhalb Millionen Rubel p.a., was laut „Rostelekom“ keinesfalls die Investitionskosten decke, weshalb man die Aktion denn auch mehr als Geste des guten Willens verstehe. Dem Gast der Zehntausend-Seelen-Stadt jedenfalls bietet sich nun die Möglichkeit, einmal eingewählt, die Sehenswürdigkeiten zu besuchen und sich gleichzeitig frei durch die virtuellen Welten zu bewegen, seine Bilder und Eindrücke in Echtzeit um den Globus zu schicken, ohne sich immer wieder neu im Internet anmelden zu müssen. Übrigens ganz wie in Rothenburg o.d.T., der fränkischen Partnerstadt von Susdal, wo die Devise gilt: „Für die über zwei Millionen Besucher aus aller Welt, aber auch für Einheimische, ist die schnelle mobile Verbindung ins Internet, abseits des eigenen Mobilfunkvertrages, der kostengünstige Draht nach Hause oder in die Welt.“ Die beiden Partnerstädte sind halt auf Draht.

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

jetzt hat es etwas gedauert, bis ich zum Schreiben des letzten Teils gekommen bin. Ich war in der Zwischenzeit in Rom, der ewigen Stadt, und das wäre einen eigenen Reisebericht wert. Natürlich nicht in diesem Blog. Aber vielleicht doch eine kleine Anmerkung, etwas Besonders, das die Menschen in Rom auszeichnet. Also in den Bussen war es genauso voll wie in den Trollis in Wladimir. Man hätte auch hier einen „Schubser“ wie in Japan brauchen können. Frei nach der Devise „einer geht noch rein“ standen wir wie die Soldaten im Bus. Umfallen war nicht mehr möglich. Dafür habe ich mir ganz umsonst den römischen Grippevirus eingefangen. Der war wohl im Fahrpreis inbegriffen. Also was wollte ich erzählen? Wir, insgesamt elf Personen, waren im Generalat, dem Hautquartier des Ordens der Barmherzigen Brüder. Wir hatten vier Menschen mit einer Behinderung dabei. Anlaß und Hintergründe der Reise erzähle ich jetzt nicht. Natürlich wollten wir alles besichtigen. Eine Papstaudienz, ein Spaziergang durch den Vatikan, das Kolosseum, der Trevi-Brunnen, der Dom und das Vatikanmuseum, die Katakomben usw. gehörten zu unsrer Besichtigungstour. Und fast überall waren endlose Menschenschlangen, und es wurde Eintritt verlangt. So und jetzt kommt das Besondere der Römer. Als Ordner oder Wachpersonen sahen, daß wir Menschen mit Behinderung bei uns haben, hieß es immer „no line“, wir mußten uns also nicht anstellen und durften immer nach vorne durchgehen. Damit aber noch nicht genug. Nein, es kommt noch besser. Was glaube Sie ist das? Wir brauchten keinen Eintritt bezahlen und sparten so über 300 Euro. Als wir diese Erfahrung erstmals im Vatikanischen Museum machten, sagte eine der mitreisenden behinderten Frauen ganz unbedarft: „Na, wir sind halt VIPs“.

Sie können sich vorstellen, wie wir uns alle amüsiert haben und uns diese Aussage stets begleitet hat. Wir werden auch künftig nicht mehr von einem Wohnheim für Behinderte sprechen, sondern von Wohnmöglichkeiten für VIPs. Die Werkstatt für behinderte Menschen wird ebenfalls umgetauft und heißt jetzt Werkstatt für VIPs.

Jetzt geht es aber rasant weiter mit meinem Bericht über Pljos und Kostroma und..? Besonders elegant war es an der Promenade der Wolga. Einen schönen Sonnenuntergang konnte ich verfolgen.

Eindrucksvoll waren auch die brennenden Bäume. Da gab es eine Straße, die von der Promenade hoch nach oben führte. Dort habe ich auch das Bild mit dem Sonnenuntergang gemacht. Wenn man oben auf dieser Anhöhe ist, geht es in eine Allee. Es waren lauter schöne und große Platanen, die die Allee säumten, leicht abschüssig nach unten zu einer Aussichtsplattform. Als ich meinen Blick nach hinten richtete, mochte ich meinen Augen nicht trauen. Ist da ein Feuer, ein Brand ausgebrochen? Nein, kein Feuer, sondern ein Schauspiel der Natur. Just in diesem Moment war die Lichteinstrahlung von der tiefstehenden Sonne so intensiv, daß man „brennende“ Bäume sah. Sehen Sie selbst.

Und noch etwas muß erwähnt werden. Im Vordergrund des Bildes sehen Sie eine Bank. Und diese Bank, bzw. die Sitzbänke in der Stadt, zeichnet etwas Besonderes aus. Es handelt sich nämlich nicht nur um Bänke, sondern sie zeigen mir einfach, wie liebevoll die Menschen hier mit ihrer Stadt umgehen. Es ist die Liebe zum Detail, zur Schönheit und Einzigartigkeit. Im nächsten Bild werden Sie sehen, was ich meine. Diese kleine Zierde an den Bänken sorgt sofort für eine Identifikation mit der Stadt und lässt uns die Stimmung der Menschen hier erahnen.

Sie sehen, die Bank wurde mit einem Ausschnitt aus dem Stadtwappen gestaltet.

Fürst Jurij Dolgorukij war es, der im Jahr 1152 im Siedlungsgebiet finno-ugrischer Stämme Kostroma gründen ließ. Diese Völkerschaften besiedelten vermutlich schon viel früher diese Region. Unter Zar Michail Romanow entwickelte sich die Stadt rasant und wurde 1778 zur Gouvernementshauptstadt erhoben. Also so wie Ansbach für den Bezirk Mittelfranken oder Landshut für den Bezirk Niederbayern.

Die Galeere im Wappen deutet übrigens auf den Besuch der Kaiserin Katharina die Große hin. Im Jahr 1767 war die Zarin dort quasi auf der Durchreise bei ihrer Wolgafahrt.

Nicht unerwähnt bleiben darf das Ipatios-Kloster. Warum? Natürlich gibt es überall diese wunderschönen Kirchen und Klöster in Rußland. Aber das Ipatios-Kloster ist eines der bedeutendsten seiner Art und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Goldenen Ring. Es ist ein russisch-orthodoxes Männerkloster und wird erstmals urkundlich 1432 erwähnt. Hier lebte übrigens dann auch der oben bereits erwähnte Michail Romanow in der Verbannung, bevor er zum Zaren gewählt wurde.

Sicher gibt es noch viele andere besondere Gebäude in Kostroma, wie z.B. die Christi-Geburts-Kirche oder die Christi- Verklärungs-Kirche. Diese erkunden Sie, liebe Leserinnen und Leser, bei Ihrer nächsten Reise nach Rußland  aber besser selbst. Sonst werde ich ja gar nicht mehr mit meinem Bericht fertig.

Nach drei Tagen Kostroma (eigentlich zu kurz für diese großartige Stadt) geht es mit dem Auto zurück nach Wladimir. Die Rückfahrt stellen Sie sich jetzt einfach in der umgekehrten Reihenfolge wie die beschriebene Anfahrt vor.

In Wladimir selbst war dann mieses Regenwetter angesagt. Dennoch sollte ein ausführlicher Spaziergang möglich sein. Die Stadt verändert sich ja auch ständig, und da entdeckte ich diesen neugestalteten Platz zwischen der alten Apotheke und der katholischen Kirche. Ganz wundervoll, mit vielen Details und in Bronze gegossenen Statuen, werden hier kleine Geschichten erzählt, findet man Hinweise auf historische Gegebenheiten. Schon von weitem sah ich den Apotheker und assoziierte mit der Statue sofort eine in Wladimir bekannte Persönlichkeit die sich über viele Jahre hinweg in der Stadt engagierte. Wissen Sie wen ich meine? Schauen Sie sich doch einfach mal das Bild an. Ich könnte da eigentlich gleich ein Preisausschreiben damit verbinden. Gerade aber habe ich halt keinen passenden Preis für den Sieger zu Hand. Dennoch können Sie hier natürlich einen Tip abgeben. Würde mich freuen, im Blog Ihre Ideen zu lesen. Jetzt aber Vorhang auf. Sogar die Darstellung als Apotheker paßt irgendwie zu ihm. Na, schon Ideen und Gedanken?

Etwas weiter habe ich mich dann mit dem Feuerwehrmann angefreundet.

So, liebe Blogredaktion, liebe Leserschaft, jetzt höre ich aber endgültig mit der Schreiberei auf, bevor ich Sie alle noch langweile. Dennoch muß ich kurz auf das regnerische Wetter eingehen. Die letzten zwei Tage in Wladimir hat es Tag und Nacht geregnet. Aber wie! Richtig heftig! Wie wenn der Himmel einen Wassereimer nach den anderen ausschüttet. Hier sagen wir manchmal, unser heiliger Petrus sei wohl undicht geworden. Ich hatte wirklich schon Bedenken, daß es die Bahnschienen ausschwemmt und ich nicht mehr nach Hause komme. Ob es jetzt eine Befürchtung war oder vielleicht eine Hoffnung, weiß ich gerade nicht. Auf jeden Fall war ich auf meinen Ausflügen in Wladimir ständig durchnäßt. Ganze Bäche und Flüsse bildeten sich auf den Straßen, und es war trotzdem irgendwie schön.

Jetzt aber wirklich zum Schluß. Die Region um Wladimir ist ja auch eine der Kornkammern von Rußland. Und das will ich in einem abschließenden Bild zeigen. Unendliches Kornfeld in der unendlichen Weite Rußlands. Das Bild entstand in der Nähe der Stadt, Sie wissen schon, dort wo es nichts gibt außer die Unendlichkeit. Bevor ich ins Schwärmen komme, hier das Bild.

So, jetzt könnte ich noch über Landbau, Nachhaltigkeit oder alternative Landwirtschaft erzählen. Aber vielleicht deutet das Unkraut im Kornfeld einfach nur darauf hin, daß zum falschen Zeitpunkt gegen Unkraut gespritzt wurde. Ich weiß es einfach nicht.

Bis bald mal wieder, sehr geehrte Leserinnen und Leser des Blogs. Hoffe, Sie hatten etwas Freude an meiner Erzählung zur Reise. Und wer doch am Preisausschreiben teilnehmen will, der möge sich melden. Ein kleiner Preis wird mir schon noch einfallen.

Herzlicher Gruß!

Günther Allinger

Wer sich noch einmal mit dem augenzwinkernden Autor auf die vergnügliche Reise von der Kljasma über die Wolga bis zum Tiber machen möchte, klicke hier https://is.gd/xYhzPh und da https://is.gd/S8Gtdm und freue sich des Lebens.

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Nach zwei Tagen Aufenthalt und Besichtigungstour in Pljos geht es spontan weiter. Ich bin ganz froh, dem Fisch, der hier überall aufgebahrt liegt, zu entkommen.

Halt, da hätte ich vor lauter Fisch  bald eine wichtige Persönlichkeit von Pljos vergessen. Es handelt sich um Isaak Lewitan, ein Wandermaler, dessen ehemaliges Wohnhaus heute als Museum mit seinen Bildern dient.

Auf Wiedersehen, Pljos

Es geht weiter. Nach Kostroma. Wie erwähnt, eine spontane Entscheidung, da wir ohnehin in der Nähe sind und Kostroma sehenswert sein soll. Ich verlasse mich einfach darauf.

Himmelfahrtskirche in Krasnoje na Wolge

Auf dem Weg kommen wir zunächst nach Krasnoje na Wolge (Schöne an der Wolga). Dieser kleine Ort, man glaubt es kaum, ist seit Jahrhunderten ein bedeutendes Zentrum des Juwelierhandwerkes. Überall entlang der Straße gibt es Schmuckgeschäfte. Da könnte man selbst als Mann schwach werden, wenn man diese Vielfalt an Gold- und Silbergeschmeide sieht. Und noch etwas Interessantes gibt es dort zu bewundern. Was denken Sie, wird das wohl sein? Natürlich eine wunderschöne Kirche. Der Beschreibung zufolge der älteste Steinbau des Ortes, 1592 errichtet. Von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. Na, das hat sie auch verdient. Sehen sie selbst.

Himmelfahrtskirche in Krasnoje na Wolge

Jetzt geht’s aber weiter, runter zur Wolga. Hier gibt es eine Fähre und gleich ein weiteres Erlebnis. Auch wenn da am Steg was von einer maximalen Belastung von acht Tonnen steht, wartet hier ein großer LKW auf die Überfahrt, und der hat sicher mehr als acht Tonnen. Ich schätze ihn auf mindestens zwölf Tonnen. Egal, die Statiker bauen ja immer eine Sicherheit mit ein.

Fähre mit Tiefgang

Leider kann man die Dimensionen der Wolga auf dem Bild nur erahnen. Sie ist einfach nur schön, breit und lang. Der Tanker macht sich so breit, daß er auf unserer Donau Fahrverbot hat.

Vorsicht, Tanker kreuzt!

Jetzt aber flott weiter nach Kostroma. Die Zeit verrinnt wie im Flug, und wir brauchen auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Bei Einbruch der Abenddämmerung erreichen mein Wladimirer Freund und ich die Stadt und folgen einfach der Beschilderung eines Hotels. Das war einfach. Aber! Haben die noch Zimmer frei? Wir fragen, und siehe da, alles kein Problem. Das Hotel steht gerade leer, und man freut sich über uns. Übrigens ein sehr schönes und modernes Haus, sehr zentral gelegen. Soll ich Ihnen den Namen verraten? Wenn Sie mal in Kostroma sind, ist das wirklich ein guter Tip, den Sie im Reiseführer nicht finden. Der Name lautet „Troja“. Und soll ich Ihnen noch was verraten? Die Zimmer sind sehr günstig, und es gibt Frühstück. Ich gerate gerade ins Schwärmen, wenn ich an das Frühstück in diesem Hotel denke. Das war kein Frühstück, sondern ein warmes und kaltes Büffet. Einfach super.

Übrigens ist Kostroma die nördlichste Stadt des Goldenen Rings und liegt, ich denke, rund 500 km von Moskau entfernt. Kostroma ist auch ein eigenes Gouvernement, und in der Stadt leben so etwa 280.000 Menschen.

Handelsreihen

Am nächsten Tag geht es sofort in die Stadt. Wir fahren mit dem Taxi oder was immer das war. Ein alter Lada, klapprig wie ein alter Gaul mit Motorproblemen. Egal, es ging irgendwie bis zum Zentrum für 100 Rubel. Da kannst dann auch nix sagen.

Hier im Zentrum stehen dann auch bedeutende Bauten. Die Hauptwache an der Susaninskaja Ploschtschad, dem Herzen der Stadt, zählt zu den schönsten Beispielen des russischen Klassizismus. Sie (auf Russisch, die „Gauptwachta“) wurde um 1894 erbaut. Woher ich das weiß, fragen Sie? Na ich hab das nachgelesen, sonst könnte ich diese bedeutende Information nicht weitergeben.

Hauptwache von Kostroma, heute Literaturmuseum

Gleich gegenüber stehen die berühmten Handelsreihen Kostromas. Sie sind wohl die größten und schönsten ihrer Art im ganzen Land. Hier wurde und wir alles feilgeboten, was der Mensch so braucht: Mehl, Kleidung, Rauchwaren, Obst und Gemüse und was sonst? Natürlich Fisch. Schon wieder. Was soll ich bloß tun.

Erster Schultag am Milchberg von Kostroma auf direktem Weg zur Wolga

Diese Handelsreihen ziehen sich bis zur Wolga hinunter und liegen auf dem sogenannten Milchberg. Und wer kommt uns denn da entgegen, als wir Richtung Promenade gehen? Na klar, es ist Schulanfang, der wie ein Feiertag begangen wird. Alle sind hübsch herausgeputzt und freuen sich.

Danke für’s Stillsitzen

Liebe ungeduldige Leser des Blogs, eigentlich wollte ich mit dem Reisebericht abschließen. Aber es gibt doch noch ein oder zwei Bilder, vielleicht auch mehr, die gezeigt werden wollen. Und da gibt es auch noch ein oder zwei Gedanken und Geschichten, die ebenfalls an’s Licht wollen. Also gibt es irgendwann noch einen dritten, aber wirklich letzten Teil,

kündigt zur Freude der Redaktion Günther Allinger an.

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Die Reise nach und der zehntägige Aufenthalt in Wladimir waren so eindrücklich, daß mir sogar nach der langen Zeit seit April alle wunderschönen Erinnerungen noch sehr präsent sind.

Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Florian Janik mit Richard Dähler und Marie-Madeleine Jaussi (rechts im Bild) gleich nach der Ankunft im Erlangen-Haus

Was mich zuerst beeindruckte, als wir Moskau mit dem Bus verließen, war die Straße nach Wladimir. Sie schien mir während Stunden unendlich lang und gerade, beide Seiten von Birken gesäumt.

Bildergalerie im Wladimirer Landesmuseum: Vorfrühling, 1885, Iwan
Jendogurow (1861-1898)

Der Aufenthalt im Erlangen-Haus war sehr angenehm. Es gab mir ein Gefühl der Behaglichkeit, und das Zimmer, sogar mit einem Balkon, war bis zum letzten Detail mit viel Liebe ausgestattet, das Personal stets freundlich und hilfsbereit. Die lächelnden Gesichter werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Die Lage des Hauses, praktisch im Stadtzentrum, erleichterte die Ausflüge. Die Wiederherstellung des Hauses war ein Meisterwerk!

Kreuz auf der Demetrius-Kathedrale

Die Kathedralen und Kirchen in Wladimir, Susdal und Bogoljubowo haben es mir sehr angetan. Die eindrückliche Architektur und die Innenaustattung erzeugten eine mich sehr bewegende Stimmung: die wunderschönen Wandmalereien u.a. von Andrej Rubljow, die Kerzenleuchter und der Duft der Kerzen, die betenden Gläubigen. Auch die Geschichte der Maria-Entschlafens-Kathedrale mit den Phasen ihrer Entstehung sind Anlaß zu Erstaunen und Bewunderung, Mit der Demetrius-Kathedrale und dem Goldenen Tor gehören die drei Bauten zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Х(ристос) В(оскрес) – Christos Woskres – Christus ist auferstanden

Dieses Jahr fielen das westliche und das russisch-orthodoxe Osterfest zusammen. Es war berührend, es in Wladimir zu erleben. Am Ostersamstag stellten die Gläubigen ihre schön dekorierten Eier und Kuchen auf Tische in die Kirche, damit die Priester sie segneten. Sie wurden am Ostersonntag zum Frühstück verzehrt.

Kulitsch im Erlangen-Haus

Auch wir erhielten solche in jedem Restaurant. Die schönsten dekorierten Gaben bekamen wir jedoch vom Erlangen-Haus!

Russisches Osterei

Richard Dähler und ich bedanken uns nochmals sehr herzlich bei Peter Steger für diese außergewöhnliche Gelegenheit, die wunderschöne Stadt Wladimir zu entdecken und für die mit der Erlanger Delegation und deren  russischen Counterparts verbrachten, unvergeßliche Stunden.

Marie-Madeleine Jaussi, Zürich

Hier noch einige bildgewordene Erinnerungen der Autorin:

Nikita-Kirche (1762-1765)

Glockenspiel beim Fürstinnenkloster

Ostersonntag Prozession mit Priestern und Nonnen entlang der Hauptstraße

Vor der Einkaufsmeile

An das Gefängnis angrenzender Waldfriedhof mit gepflegten und verwahrlosten Gräbern seit der Vorsowjetzeit bis heute

Waldfriedhof: Erinnerungsgrabstein für die in Wladimir verstorbenen japanischen Kriegsgefangenen

Kinderspielzeug am Denkmal für den Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945

 

 

 

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„Freue Dich, oh Christenheit!“ möchte man heute singen, denn Günther Allinger hat es wieder getan. Der Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Gremsdorf machte sich Ende August – nach seiner russischen Winterreise Anfang des Jahres – erneut auf, die russischen Weiten von Wladimir aus zu erkunden und nimmt uns staunend in seinem Bericht mit.

Wieder einmal war ich in dem wunderschönen Land namens Rußland. Meine Reise führte mich u.a. nach Pljos. Wenn Sie diese kleine Stadt kennen, brauchen Sie nicht weiterlesen, denn das wäre zu schade für Ihre Zeit. Pljos ist zeitlos, und ich kann Ihnen nichts Neues berichten.

Wer dieses „kleine, russische Paradies“, so bezeichnet man sich dort selbst, noch nicht kennt, der möge weiterlesen. Und ich war auch noch wo anders! Denn nur Pljos im Urlaub wäre dann auch etwas langweilig. (Wer lacht da jetzt?)

Pljos

Also, liebe Leserinnen und Leser, freuen Sie sich auf meine Erzählungen und Berichte.

Diesmal bin ich nicht in Domodjedewo gelandet, sondern auf dem Flughafen Scheremetjewo. Da war ich schon viele Jahre nicht mehr. Doch die Reisebedingungen waren diesmal hier die günstigsten. Ich bin mit der Fluggesellschaft Aeroflot geflogen.

Frei nach WIKIPEDIA ist

Der Flughafen Moskau-Scheremetjewo (IATA: SVO, ICAO: UUEE, russisch Шереметьево) mit 33,6 Millionen Passagieren (Stand: 2016) der größte Flughafen im Großraum Moskau sowie im ganzen Land. Er ist benannt nach der nahegelegenen Ortschaft Scheremetjewo, deren Name mit der Adligendynastie Scheremetjew verbunden ist.

Flughafen Scheremetjewo

Ja, das Teil ist wirklich riesig. Ich bin ja von Frankfurt diesmal los, und da ist es auch riesig. Da brauchen Sie tatsächlich einen Bus- oder Zugtransfer, um in ein anderes Terminal zu gelangen. Und die Wege sind lang. Gott sei Dank, hatte ich immer ausreichend Zeit eingeplant.

In Schermetjewo angekommen, lag eine Fußstrecke von gut 15 Minuten vor mir, um den Aeroexpress zu erreichen. Den gibt es hier auch, ich meine wie in Domodjedewo, nur auf der anderen Seite der Stadt. Der Preis bis zur Metro in die Stadt und die Fahrzeit sind beinahe identisch. Da fühlt man sich gleich wie zu Hause.

Scheremetjewo

Wie auch immer, ich will mich mit diesem Detail diesmal nicht zu lange aufhalten. Am weißrussischen Bahnhof steige ich um in die Metro zum Kursker Bahnhof und dann ab in den „Strisch“ nach Wladimir, praktisch in mein Basislager.

Blöd waren diesmal die Wetterbedingungen. Ich bin am 27. August hier los bei 30 Grad. In der Frühe, als ich zum Zug ging, gegen 5.00 Uhr, war es schon sehr warm, und ich schwitzte, obwohl ich meinen Koffer extra leicht gepackt hatte. Egal, abends um 21.00 Uhr in Wladimir, der Partnerstadt von Erlangen, angekommen, waren es gerade mal 12 Grad. Nun was soll ich Ihnen sagen. Ich habe erst einmal gefroren wie ein Hund, trotz ausreichender Kleidung. Es gibt ja Dank der Technik Wettervorhersagen für die ganze Welt, und ich war vorbereitet.

Übrigens! Ich will jetzt keine Werbung machen, aber im Flieger der Aeroflot verteilten die Stewardessen Menükarten. Zunächst war ich etwas verunsichert, ob man hier, wie ich es bei anderen Flügen erlebt hatte, etwas zu verkaufen hat und ein Geschäft machen will. Nein, nein!! Es gab eine Auswahl von zwei Gerichten, und die Verpflegung war wirklich gut.

Am nächsten Tag ging es nach Pljos. Mit dem Auto. Wie gesagt, falls Sie schon dort waren, sparen Sie sich die Zeit zum Lesen. Dieses „kleine russische Paradies“ verändert sich eher sehr unscheinbar.

Pljos

Pljos

Ich bemühe wieder WIKIPEDA: Danke für Ihr Verständnis! Wenn die Fakten im Onlineportal richtig sind – und ich habe alles verifiziert -, kann man diese auch verwenden.

Die Stadt liegt etwa 70 km nordöstlich der Oblasthauptstadt Iwanowo, am rechten Ufer der Wolga, die hier den Pljos-Rostower Endmoränenzug durchschneidet und das sogenannte Pljoser Tor bildet. Der Ort gehört als eines der kleinsten Städtchen im Lande zum Landkreis Priwolschsk. Eine Siedlung wurde hier erstmals in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Dieser wurde 1237 von den Truppen Batu Khans zerstört. Als eigentliches Gründungsjahr gilt 1410, als hier eine Festung zum Schutz von Kostroma und Moskau entstand.

Pljos Neu 2

Christi-Auferstehungs-Kirche

Die kleine Stadt ist einfach und überschaubar. Reizvoll zeigt sich der Marktplatz mit den unterschiedlichen Geschäften. Und da war noch was. Ja, es fällt mir wieder ein. Der Fisch, nein die Fische. An jeder Ecke Fische. Geräuchert oder frisch oder getrocknet. Ich mag Fisch, aber irgendwann ist es auch genug damit. Was habe ich gelernt? „Seljodotschka i wodotschka“. Dann war die Fischphobie perfekt. Ich meine, so schnell esse ich keine Fisch mehr. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Fisch in Pljos

Auf der Fahrt nach Pljos muß man ja, wie bereits angedeutet, durch die Region Iwanowo. Und soll ich Ihnen etwas sagen? Der bayerische Blitzermarathon der Polizei, über den man sogar hierzulande informiert wird, ist ein Nichts gegenüber den dortigen Verhältnissen. Blitzer, wohin man auch schaut. Mobile Blitzer an jeder Straßenecke, Blitzer auf Autos, Blitzer hinter Bäumen und stationäre Blitzer. Da gibt es in der Tat mehr Blitzer als Kreuze auf dem Friedhof. Also fahren Sie dort stets angepaßt. Das war nur eine Information für Ihre Reise.

Die Straßen waren zudem auch sehr gut. Es wird berichtet, der ehemalige Präsident, Dmitrij Medwedew, habe dort seine Datscha. Bei der Rundfahrt auf der Wolga kommt man an seinem Feriendomizil vorbei. Ich habe die Datscha gesehen. Aus Sicherheitsgründen gibt es aber kein Bild von mir. Quatsch, ich habe Bilder, aber bin mir nicht sicher, ob ich das richtige Objekt geknipst habe.

Zurück zu Iwanowo. Zunächst vielleicht nur eine Großstadt mit rund einer halben Million Einwohner. Einzigartig ist aber dort die blühende Textilindustrie. Die „Stadt der Bräute“, so wird Iwanowo auch bezeichnet, hat wohl zu Sowjetzeiten alle Frauen des Landes gekleidet. Heute wird dort weiter produziert und viel Leinen hergestellt. (Habe mir ein weißes Leinensakko gekauft. Sieht sehr schick aus.)

Pljos Neu 3

Museale Auferstehungskirche auf dem Lewitan-Hügel über Pljos

Nach zwei Tagen Pljos und zwei Tagen Fisch in allen Varianten und zwei Tagen Besichtigung aller Sehenswürdigkeiten ist hier erstmal Schluß. Stop, noch nicht ganz. In Pljos gibt es auch eine Brauerei mit eigenem Bier. Ich hab´s probiert, und es mundet. Hier sollte man unbedingt Station machen. Es wird erzählt, der Brauer habe sein Handwerk in Österreich erlernt. Vielleicht wäre eine Ausbildung in Frankens Bierhochburgen etwas besser gewesen. Sie merken schon, da spricht ein Franke, wenn auch nur zugezogen.

Fortsetzung ist versprochen!

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So klein die Delegation um Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, so schwer, alle für ein Gruppenbild zusammenzuholen. Gertrud Härer, nach den fünf Wochen Radtour am 7. September in Wladimir angekommen, hat gestern auch die Rückreise selbst organisiert, denn nicht in jedem Zug nach Moskau ist die Mitnahme eines Fahrrads möglich. Dafür stieß nun Othmar Wiesenegger wieder zur Truppe, zusammen mit Wladimir Fedin, bei dem er wohnte und mit dem zusammen er all die Tage unterwegs war, um mit seiner Kamera die Partnerstadt und ihre Umgebung zu erkunden. Die festgehaltenen Eindrücke werden sicher bald den Blog schmücken.

Wladimir Fedin, Othmar Wiesenegger, Irina Chasowa, Susanne Lender-Cassens, Manuel und Fredi Schmidt sowie Joachim Kokott

Abschied von Wladimir nehmen, bedeutet immer danke und спасибо an die Gastgeber sagen, besonders an Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses. Danke für ein rundum gelungenes Programm und all die freundschaftlichen Begegnungen!

Im Schatten des Kreml: Fredi Schmidt, Joachim Kokott, Susanne Lender-Cassens und Joachim Kokott

In Moskau, staufrei per Zug erreicht, kehrte noch einmal der Sommer zurück in die russischen Lande. Ein prächtiger Abschluß einer Reise, die bei all den Wladimir-Neulingen Lust auf eine Wiederholung machte. Ganz wie bei den russischen Touristen, bei denen laut einer gerade veröffentlichten Statistik, Erlangens Partnerstadt auf der Beliebtheitsskala für Herbsturlaub – ohne die Kurorte – hinter Sankt Petersburg, Moskau, Kasan, Jaroslawl und Kaliningrad auf dem sechsten Platz liegt, noch vor Nischnij Nowgorod, Kostroma, Samara und Irkutsk.

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Auf dem Kathedralenplatz von Wladimir bereitete man sich gestern schon ab der Mittagszeit auf das heutige Laufereignis vor. Vor einer schöneren Kulisse könnten Start und Ziel des Neun-Kilometer-Laufs und des Halbmarathons kaum zu liegen kommen, und dann prangt da ja auch noch das Transparent mit der Aufschrift „Deutsch-Russisches Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, ausgerufen von den Außenministern Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow Ende Juni in Krasnodar, wo Erlangen und Wladimir natürlich nicht fehlen dürfen.

Zu einem Besuch der Partnerstadt gehört – besonders für Neulinge wie Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und den Großteil ihrer Delegation – nach der Tour durch Wladimir ein Abstecher nach Susdal, wo das Wetter sich noch einmal alle Mühe gab, den sommerlichen Dauerregen vergessen zu machen.

Eberesche und Birke, russischer Frühherbst

Das Freilichtmuseum in der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. bietet aber auch den Rückblick in jene längst versunkene Zeit der Bauernkaten und eines Dorflebens  – mit immer wieder überraschend anheimelnden Winkeln und Ecken.

Russische Bauernstube

Und dann all diese unerwartet weiten Panoramen, wenn man sich Susdal nähert, von allen Seiten geschützt durch sich selbst überlassene Wiesen und vom Wind bestellte Felder, dazwischen der träge Lauf der Kamenka mit ihren sumpfigen Uferstreifen.

Susanne Lender-Cassens

Zugänglich erlebt man den 10.000-Seelen-Ort, streckenweise fast schon autofrei und ausgestattet mit der ganzen Infrastruktur für Radfahrer, die sich ihr Gefährt mittlerweile sogar in einigen Hotels leihen können.

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens und Gertrud Härer mit Fahrradständer

Aber wozu hier viele Worte verlieren. Wo doch nur die unausgesprochene Stimmung gilt von stillen Farben, singenden Glocken und jenem Himmel, weit und breit, so nur erlebbar hier in Susdal.

Zeit zum Heimflug. Merely this, and nothing more.

Also ruhig ein Moment des Schweigens, dem Andrej Tarkowskij in seinen episch-mythischen Filmen den schwingenden Raum schenkt, in versiegelter Zeit gefangen. Man sehe sich nur „Nostalghia“ oder „Andrej Rubljow“ an, der ja in wichtigen Teilen in Wladimir und Susdal entstand.

Andrej Tarkowskij

Welch ein Glück muß es sein, hier die Geschicke der Menschen lenken zu dürfen, wie Sergej Sacharow, der als Stadtdirektor durchaus eigene Wege beschreitet.

Guten Abend, gute Nacht in Susdal

Etwa indem er Radwege anlegt oder alljährlich im Sommer ein dreitägiges Fahrradfest veranstaltet. Oder indem er immer einmal wieder selbst in die Pedale tritt und den Arbeitsweg von Wladimir, wo er wohnt, nach Susdal hin und retour im Sattel bewältigt – immerhin insgesamt 60 km.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Sacharow

Da interessiert er sich natürlich besonders für die Partnerschaftstour von Gertrud Härer, ihre durchschnittlich 100-km-Tagesetappen, ihre Eindrücke von der Strecke, ihr Wunsch nach asphaltierten Randstreifen entlang den russischen Fernstraßen, zumal er selbst auch auf einen Tagesrekord von 300 km verweisen kann.

Gertrud Härer, Sergej Sacharow, Susanne Lender-Cassens und Jonas Eberlein

Und natürlich weiß er sich mit der Kollegin aus Erlangen, Susanne Lender-Cassens, eins: „Wir müssen mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, wenn wir unsere Verkehrsprobleme lösen wollen.“ Doch heute geht es – siehe oben – erst einmal ums Laufen, getreu dem Motto: „Keine Gnade für die Wade!“

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