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Archive for the ‘Sport’ Category


Dreimal Gold, zweimal Silber und dazu noch viermal Bronze für die bayerischen U21-Athleten. Das ist das stolze Ergebnis der diesjährigen Deutschen Meisterschaft, der die bayerischen Boxer ihren Stempel aufgedrückt und damit erneut bewiesen haben, in der absoluten deutschen Spitzenklasse angesiedelt zu sein. Die Vorstellung der Bayern  verdient absolute Anerkennung. Bestens vorbereitet, technisch versiert und auch hinsichtlich Kampfkraft ihren jeweiligen Gegner gleichwertig oder sogar überlegen, erzielte die Staffel ein Ergebnis, das man erhofft hatte, aber nicht unbedingt in der hohen Anzahl an Medaillen erwarten konnte. Die zehn Athleten haben den Bayerischen Amateur-Box-Verband würdig vertreten.

Mit Alina Popp (BC Piccolo Fürstenfeldbruck), Andreas Jäger (TuS Pfarrkirchen), Obeidolah Mirzaie (TV 1848 Erlangen), Deniel Krotter und Kriss Bushi (TV 1848 Erlangen und BC Weißenburg) standen gleich fünf Bayern in den jeweiligen Finals. Pechvogel war der Erlanger, Obeidolah Mirzaie, der wegen einer im Halbfinale erlittenen Verletzung Startverbot erhielt und sich mit Silber abfinden mußte. Im Halbwelter zeigte Kriss Bushi im Kampf um den Titel gegen seinen bayerischen Kollegen, Deniel Krotter, eine ganz starke Leistung. Nur indem der Boxer des TV 1848 an seine Leistungsgrenze ging, konnte er sich Gold sichern. Andreas Jäger bewies erneut sein großes boxerisches Potential, als er den Mitfavoriten auf den Titel, Kevon Kischenko (BW), auf hohen Niveau geradezu ausboxte. Dafür erhielt er den Pokal als bester Techniker der gesamten Meisterschaft.

Deniel Krotter und sein Wladimirer Trainer, Jewgenij Lobossow

So steht es auf der Homepage des Bayerischen Amateur-Box-Verbandes http://www.boxen-babv.de zu lesen. Was die Mitteilung verschweigt: Der Erfolg macht auch den Boxverein in Wladimir und die Städtepartnerschaft ingesamt stolz, hat doch der U21-Bantamgewichtler am vergangenen Samstag in Moers seinen mittlerweile fünften Titel als Deutscher Meister nach eigener Aussage gerade auch der ausgezeichneten Vorbereitung in der Partnerstadt zu verdanken. Ein Sieg der sportlichen Zusammenarbeit zwischen Erlangen und Wladimir also, zu dem man Deniel Krotter nur herzlich gratulieren kann.

Mehr über den Sportler und seine Verbindung nach Wladimir gibt es hier zu lesen: https://is.gd/Jq5xvN

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Der vierfache deutsche Meister im Boxen, Deniel Krotter, bereitet sich seit dem 26. September an der Wladimirer Schule für Faustkampf auf die nächste deutsche Meisterschaft vor. Morgen kommt der angehende Industriekaufmann wieder nach Franken zurück, doch zuvor erschien noch ein Interview mit dem 19jährigen auf der Internetplattform „Kljutsch“, das hier wiedergegeben wird.

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Deniel Krotter

Deniel, wir wissen, daß wir hier eine gute Boxschule haben. Trotzdem: Warum hast Du ausgerechnet Wladimir gewählt?

Ich lebe in Bayern, in Neustadt an der Aisch, 30km von Erlangen, der Partnerstadt von Wladimir, entfernt. Trainiert werde ich von meinem Vater, Igor Krotter. Er stammt aus Nischnewartowsk und siedelte erst 1996 nach Deutschland über. Deshalb spreche ich auch so gut Russisch. Unser Sportverein TV 1848 arbeitet schon lange mit der Wladimirer Boxschule zusammen, und so entschied mein Vater, es sei besser für mich, hier zu trainieren.

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Bedeutet das, Du betreibst den Boxsport seit Deiner frühen Kindheit?

Mein Vater ist dreifacher bayerischer Boxmeister, in seiner aktiven Zeit konnte er an den Landesmeisterschaft nicht teilnehmen, weil er noch keinen deutschen Paß hatte. Ich sah ihm bei seinen Kämpfen zu, und mit fünf Jahren fing ich an, ein wenig zu boxen, wechselte dann aber aufs Fußballfeld. Mit neun Jahren kehrte ich in den Ring zurück, und erst ein Jahr später bestritt ich meinen ersten Kampf. In Deutschland ist der Sport ein wenig anders geregelt. Man darf da erst ab zehn Jahren an Wettkämpfen teilnehmen. In Erlangen haben wir im Verein eine Boxabteilung für Erwachsene und Kinder, die mein Vater gründete. Er arbeitet dort als offizieller Trainer.

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Warum bereitet er Dich dann nicht selbst auf die Meisterschaft vor?

Das ist auch eine Frage des Sparringpartners. In Bayern gibt es kaum jemanden, mit dem ich trainieren könnte. Immerhin bin ich ja vierfacher deutscher Meister. In Ostdeutschland hätte man vielleicht noch jemanden finden können, aber nicht in Bayern. Das Boxen ist bei uns nicht so recht entwickelt, alle Deutschen sind verrückt nach Fußball, 80% von ihnen sind Fans oder spielen sogar selbst. Boxen steht nicht einmal auf dem zweiten oder dritten Platz. Aber nach Wladimir kommt bald Sadam Magomedow, der dreifache russische Meister, zum Training. Sein Trainer, Jewgenij Lobossow, kümmert sich jetzt gerade um mich. Mein Vater steht mit ihm in Kontakt, und die beiden meinten, es sei für mich am besten, zur Vorbereitung hierher zu kommen.

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Wann hast Du Dir den ersten Sieg erkämpft, der Dir etwas bedeutete?

2015 stand ich bei der Weltmeisterschaft mit einem Kubaner im Ring. Die Kubaner gelten ja als sehr stark im Boxen, weshalb ich einigermaßen aufgeregt war. Als ich ihn dann besiegte, konnte ich das kaum fassen. Ich freute mich, als hätte ich die ganze Meisterschaft gewonnen. Dabei war es der erste Kampf der Ausscheidung, im zweiten Duell besiegte ich einen Weißrussen, doch das dritte verlor ich gegen einen Amerikaner. Am Ende landete ich auf Platz 5. Insgesamt bestritt ich 110 Kämpfe bei 95 Siegen.

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Welche Unterschiede gibt es zwischen dem Training hier und dort?

Zu Hause trainiert mich mein Vater. Er ist mit der sowjetischen Boxschule groß geworden. Grundsätzlich zeichnet sich das Training in Rußland durch mehr Intensität und Betonung einer gesamtphysischen Vorbereitung aus.

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Wie sieht Dein Tagesablauf derzeit aus?

Zunächst einmal halte ich mich an eine spezielle Diät und feste Zeiten für Schlaf und Erholung. Ich stehe um 6 Uhr auf, nehme mir eine halbe Stunde für das Frühstück und schlafe dann noch einmal. Um 9 Uhr gehe ich zu Fuß zum Training, das um halb zehn beginnt. Die zweite Trainingseinheit steht dann um 18 Uhr auf dem Programm. Nach dem Morgentraining wird gelaufen, nach dem Mittagessen geschlafen, und abends ist ab 22 Uhr Ruhe.

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Und gar keine Zeit, um mal auszugehen?

Nein, natürlich weder Alkohol noch Barbesuche vor einer Meisterschaft. Kürzlich ging ich in die Banja, schwamm im Becken. In Wladimir bin ich schon zum dritten Mal, ich kenne also das Goldene Tor, besuchte bereits Susdal. Wenn ich mal Zeit habe, würde ich mir gern auch die anderen Sehenswürdigkeiten anschauen.

Und in Deutschland, gehst Du da aus?

Ja, ab und zu nehme ich mir Zeit zum Tanzen und für Treffen mit Freunden.

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Wendest Du im Fall eines Streits Deine Boxtechniken an?

In Deutschland wird das sehr streng gehandhabt, besonders wenn ein Profiboxer beteiligt ist. Meine ganzen negativen Emotionen lasse ich im Ring zurück, wenn ich ausgehe, tue ich das wie jeder normale Mensch, um Spaß zu erleben.

Jewgenij Lobossow, Sergej Schtschedrin und Maxim Karsanow im Mai 2014 in Erlangen bei dem ersten, von Sergej Schtschedrin initiierten Austausch

Hier geht es zur Biographie von Deniel Krotter: https://is.gd/WQitGa

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Bei den Jugendschach-Europameisterschaften Ende August in Riga trat für die russische Mannschaft auch die achtjährige Diana Preboraschenskaja vom Wladimirer Schachklub an und holte sieben von neun Punkten. Genug, um den zweiten Platz zu belegen und die Silbermedaille nach Hause zu bringen.

Dina Preobraschenskaja

In der Mannschaftswertung gewann übrigens die Russische Föderation 16 Medaillen, sieben goldene, sechs silberne und drei aus Bronze und dominierte damit das Turnier.

Mehr dazu unter: http://www.eycc2018.eu

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Eine Studie, aus der dieser Tage die Süddeutsche Zeitung zitiert, besagt, die Russen schienen stärker als alle anderen 35 in die Untersuchung einbezogener Völker von der einzigartigen Stellung ihres Landes überzeugt zu sein: 61% der weltgeschichtlichen Entwicklung seien direkt auf den Einfluß ihres Staates zurückzuführen. An zweiter Stelle liegen mit 55% die Briten. Die Deutschen bringen es auf 33% und die US-Amerikaner auf gut 29% der Selbstüberschätzung. Nachzulesen unter https://is.gd/Ch0OiD

Stoke-on-Trent und Wladimir in Erlangen vereint

Was aber nun, wenn Vertreter solcher Alpha-Völker im Rahmen der Städtepartnerschaft aufeinandertreffen? Hierzu eine lehrreiche Schnurre, die sich am Vorabend des Dreiländer-Fußballturniers am vorvergangenen Wochenende wie folgt zutrug: Als der Trainer der Mannschaft aus Wladimir nach der Ankunft erfuhr, zu dem Treffen sei nur ein weiteres Team aus dem Ausland angereist, nämlich aus Stoke-on-Trent, meinte er in Anspielung auf die gegenwärtigen zwischenstaatlichen Spannungen bedauernd: „Aber mit den Engländern sind wir ja nicht gerade befreundet.“ Darauf der Gastgeber: „Aber dafür haben wir doch die Partnerschaft. Da haben noch alle zusammengefunden.“ – „Da hast du wohl recht. An uns soll’s nicht liegen“, gab der Russe noch zurück und wechselte das Thema. Am Ende des Turniers, nach all den Spielen, den gemeinsamen Bus- und Bahntransfers sowie den Nächten in der Jugendherberge war schließlich gar nicht mehr so wichtig, wer den Pokal holte, sondern nur noch eines: Die Trainer beider Mannschaften hatten einander mit ihren Teams eingeladen – nach Stoke-on-Trent und nach Wladimir. Fazit der beiden: „Wir Russen und Engländer haben so viel unangenehme Dinge voneinander nur gehört, jetzt, wo wir einander persönlich kennen, wollen wir Freundschaft halten.“ – Eben dafür haben wir ja die Partnerschaft, die beste Remedur gegen übersteigertes Selbstwertgefühl.

 

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Die Sportredaktion des Blogs lag richtig. Die U-14-Mannschaft von Torpedo Wladimir entschied das Internationale Turnier gestern in Tennenlohe für sich. Souverän und dank einer überlegenen Spielweise, die sich ja schon in den Vorrundenspielen am Samstag gezeigt hatte.

Joachim Kokott, Peter Steger, Susanne Lender-Cassens und Sergej Nikonorow mit dem Team Wladimir

Turnierleiter Klaus Michael, ehemaliger Vorstand der Fußballabteilung der SG Siemens Erlangen, sprach von „grazilen Zügen“ und bescheinigte den jungen Russen eine „klasse Ballbeherrschung“.

Stadionsprecher Heinz Rühl, Susanne Lender-Cassens, Klaus Michael und Joachim Kokott

Die Gäste aus Wladimir traten gleich am Sonntagmorgen als erste gegen das Team der SG Siemens Erlangen-Tennenlohe an und bescherten den Gastgebern eine zweistellige Niederlage – ohne Gegentor. Die Elf aus Stoke-on-Trent hingegen machte es den Russen dann doch nicht so leicht.

Siegestor für Torpedo Wladimir

In der ersten Halbzeit erzielten die Engländer den Führungstreffer, und sie schienen tatsächlich, das Spiel für sich entscheiden zu können, doch dann traf Torpedo zwei Mal ins gegnerische Tor – und hätte sogar noch erhöhen können.

Susanne Lender-Cassens und das Team aus Stoke-on-Trent

Trainer Clive Dean nahm es sportlich:

Wir hätten natürlich auch noch ein paar Chancen verwandeln sollen, aber es hatte nicht sollen sein. Aber der zweite Platz ist ja bei so einem Gegner auch kein Beinbruch.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Nikonorow mit Torpedo Wladimir

Sergej Nikonorow hingegen konnte sein Glück kaum fassen:

Dies ist mein erster Turniersieg, und er bestätigt nun die Mühen unserer Arbeit. Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft. Und natürlich freue ich mich riesig, zumal ja heute auch unsere Elf gegen Spanien gewonnen hat. Dein Doppelsieg also.

Wenn man das Nachsehen hat: Wladimir gegen die SG Siemens

Da, am späten Nachmittag, waren auch längst die unschönen Szenen von der zweiten Vormittagsbegegnung vergessen und vergeben: Die Teams vom ASV Fürth und aus Stoke-on-Trent hatten sich beim Stand von 2:0 im Torraum der Franken nach einem Foul einen lautstarken Wortwechsel geliefert und waren dann sogar handgreiflich geworden. Joachim Kokott, Cheforganisator des Turniers, griff ein: Abbruch des Spiels ohne Wertung, noch einige Widerworte hin und her, dann das erneute Versprechen, fair zu spielen, das alle einhielten.

ASV Fürth, SG Siemens Erlangen-Tennenlohe, Wladimir und Stoke-on-Trent

Um ganz sicher zu gehen, pfiff dann Joachim Kokott das Nachmittagsspiel zwischem den Fürthern und den Engländern – ebenso wie das Enspiel zwischen Stoke-on-Trent und Wladimir – mit strenger Konsequenz.

Susanne Lender-Cassens: „Welchen Pokal hätten Sie denn gern?“

Im Rückblick also eine gelungene Veranstaltung, bei der am Ende Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens allen gratulieren konnte. Besonders schön aber: Clive Dean lud ebenso wie Sergej Nikonorow die Erlanger nach Stoke-on-Trent bzw. Wladimir ein, und die beiden bekundeten einhellig, in der Partnerstadt neue Freunde gefunden zu haben. Und dafür ist der Austausch ja da, gleich wer welchen Pokal nach Hause nimmt.

Pokale und Geschenke

Am Ende noch ein großer Dank an die Sponsoren des Turniers: Puma, VR Volksbank, Siemens AG, Elsner-Stiftung, GeWoBau, SBK, Sparkasse Erlangen, Autohaus Kühn und Intersport Eisert. Danke, thank you und спасибо! Besonders natürlich an Joachim Kokott, der mit Übersicht alle Fäden zusammenhielt.

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Der gestrige erste Tag des Internationalen Fußball-Jugendturniers im Siemens-Stadion an der Komotauer Straße verlief trotz bester Wetter- und Platzbedingungen leider nicht nach den Hoffnungen von Florian Janik. In seinem Grußwort zu der dritten Begegnung dieser Art mit Teams aus den Partnerstädten Stoke-on-Trent und Wladimir hatte Erlangens Oberbürgermeister den Mannschaften der SGS Siemens und des ASV Fürth zugerufen, es doch besser zu machen, als die deutsche Elf bei der Weltmeisterschaft.

Sergej Nikonorow, Clive Dean, Florian Janik und Joachim Kokott

Wollen die U-14-Jungs das noch schaffen, müssen sie sich heute gehörig anstrengen, denn gestern ging die SGS Erlangen im Sturm der Engländer mit 0:13 regelrecht unter; der ASV Fürth schlug sich gegen die Russen zwar tapfer, kassierte dann aber doch – nach einem Elfmeter – mit dem 0:1 eine Niederlage.

Die Mannschaften: ASV Fürth, Wladimir, SGS Erlangen und Stoke-on-Trent

Ein wichtiges, von Florian Janik angemahntes Element stimmte freilich bei allen vier Mannschaften: Fairplay. Es gab zwar die eine oder andere kleinere Verletzung, aber nur wenige Szenen, wo die Schiedsrichter mit der gelben Karte und einem Strafstoß dazwischengehen mußten.

Die Mannschaften von Wladimir und Stoke-on-Trent

Joachim Kokott, 1. Vorsitzender der SG Siemens Erlangen – Fußball, darf also nach dem ersten Spieltag zufrieden sein. Der Aufwand hat sich gelohnt, auch wenn längst nicht alle Partnerstädte seiner Einladung folgen konnten. Von dem Großaufgebot aus Jena, Cumiana, Rennes, Eskilstuna, Umhausen, Stoke-on-Trent und Wladimir vor fünf Jahren schickten heuer nur die beiden letzten Teams nach Erlangen. Immerhin wieder eine Mannschaft mehr als vor zwei Jahren, als nur Torpedo Wladimir am Turnier teilgenommen hatte.

Stoke-on-Trent und Wladimir nach dem Spiel, gesehen von Othmar Wiesenegger

Zu den beiden ist noch das Ergebnis nachzutragen. Wladimir und Stoke-on-Trent traten am morgen gleich als erste gegeneinander an und trennten sich mit 2:0. Ein dem Spielverlauf durchaus entsprechendes Ergebnis. Die Engländer sind den Russen zwar physisch überlegen und zeigen einen begeisternden Kampfgeist, aber technisch spielen die Jungs aus Wladimir versierter, vor allem nutzen sie die Torchancen konsequenter.

Tor für Torpedo Wladimir, gesehen von Othmar Wiesenegger

Man darf nun gespannt sein, wie das Turnier heute ab 10.30 Uhr in die Endrunde geht. Austragungsort: Stadion SV Tennenlohe, Sebastianstr. 2a. So, wie es aussieht, werden Stoke-on-Trent und Wladimir von 16.30 Uhr bis 17.20 Uhr um den Sieg spielen. Die Ehrung um 17.30 Uhr nimmt dann Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens vor.

 

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Wladimir ist ja nie um eine gute Idee verlegen, gleich ob es um Kultur oder Sport geht. Am besten gelingen die Einfälle in der Verbindung beider Felder in der Verbindung mit dem Kulinarischen. Beispiel gefällig?

Bastschuhe ohne Stollen

Wladimir läuft sich bereits warm für die Fußballweltmeisterschaft. Und da in der Partnerstadt keines der Länderspiele der FIFA ausgetragen wird, übernimmt die einstige Kapitale der Rus die Rolle der Kulturhauptstadt. Ganz offiziell, vom Sportministerium in Moskau so beschlossen. Auch wenn die lokale Elf nur in der 2. Liga spielt und Fußball ja auch eigentlich nicht als der Nationalsport gilt, läßt man in Wladimir den Ball rollen und pfeift diese fünfte Saison in Bastschuhen an. Ein traditionelles russisches Schuhwerk ohne Stollen, in dem es sich erstaunlich bequem läuft, fast wie barfuß, das aber sicher nicht für das Kicken erdacht und gemacht wurde.

Bastschuhe am männlichen Fuß

Erst recht nicht geeignet für Füße, sollte man meinen, die vor mehr als vierzig Jahren zum letzten Mal in Ballberührung kamen, also ein wenig aus der Übung geraten sind. Und dann das: Ausgerechnet der krasse Außenseiter hat das einzige Tor seiner Mannschaft auf dem bastbeschuhten Fuß und legt den einzigen Paß vor, der dem Team die Ehre hätte retten können. Wenn da nicht… Aber davon später.

Peter Steger, Anna Schukowa und Andrej Schochin

Eingeladen hat Anna Schukowa zu dem Turnier „Foodball“, die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes der Region Wladimir, und gekommen sind gestern am späten Vormittag nicht nur die Honoratioren der Partnerstadt wie Oberstadtdirektor Andrej Schochin, sondern Spitzenköche aus sechs Ländern: aus der Türkei, aus Aserbaidschan, aus Serbien, aus Kroatien, aus Slowenien und Wolfgang P. Menge aus Seidwitz bei Creußen in Oberfranken, umständehalber und kurzerhand für die Partnerschaft unwidersprochen eingemeindet.

Peter Steger und Wolfgang P. Menge

Der Vorsitzende der deutschen Euro-Toques, der schon für die Bundeskanzlerin kochte, kann es  sich im Ruhestand leisten, nur noch für kleine Gesellschaften bis zu zwölf Personen den Löffel zu rühren und ist ansonsten viel unterwegs, um sich in aller Welt für seine Gäste Anregungen zu holen. Nun, bei seinem ersten Besuch am Goldenen Ring, zeigt er sich voll des Lobes für die geschmacklich so vielfältige und optisch überaus ansprechende Küche der Gastgeber. „1 A ist hier alles“, so sein kurzes Fazit.

Internationales Köcheteam

Aber gemeinsam auf den Rasen? Und dann noch in derartigem Schuhwerk? Wolfgang P. Menge nimmt es gelassen, geht es ruhig an – wie die übrigen Athleten übrigens auch. Es geht ja um den Spaß an der Gaudi.

Peter Steger im Interview mit dem 1. Russischen Kanal

Ein Spektakel übrigens auch, an dem bei frischem Frühlingswetter nicht nur die lokalen Medien großes Interesse zeigten.

Peter Steger in der Grätsche

Als dann aber das Los entscheidet, daß die internationale Kochauswahl gegen die heimischen Küchenmeister gleich im ersten Spiel antreten soll, packt die Gäste doch der sportliche Ehrgeiz. Schon nach der ersten Angriffswelle wird allerdings klar, wer die Partie dominiert. Rasch fällt denn auch das erste Tor, und am Ende der beiden Halbzeiten zu zwölf Minuten ist die Sache mit 5:0 eindeutig entschieden. Zu behende und variantenreich gingen die Gastgeber zu Werke, zu erfolgreich waren sie regelmäßig im Abschluß.

Peter Steger beim Torschuß – an den Pfosten

Dabei mangelte es der wenig glorreichen Sieben weniger an Chancen als vielmehr an Fortune. Immerhin wäre in den letzten Augenblicken der Begegnung beinahe noch der Ehrentreffer gelungen, kommentiert von Wiktor Gusjew, dem bekanntesten russischen Sportkommentator, mit dem einprägsamen Stabreim „Штегер в штангу – Steger an den Pfosten“. Und dann auch noch ein Traumpaß aus Erlangen zum slowenischen Stürmer, der unglücklich vergibt.

Die glücklichen Verlierer des Turniers

Dennoch: Bei der Siegerehrung mit vier Mannschaften fühlen sich dann doch alle vier Teams als Sieger, auch wenn die Mannschaft von Metro Cash & Carry Wladimir ganz oben auf dem Treppchen zu stehen kommt. Und gesiegt haben auf jeden Fall die Gastfreundschaft und die Völkerverständigung.

Türkisch-russische Gastfreundschaft

Wer gut spielt, soll auch gut essen. Dafür war gestern im Stadion Lybjed, gleich hinter dem Erlangen-Haus gelegen, bestens gesorgt. Die Köche aus den elf Austragungsorten der Weltmeisterschaft hatten auch ihre lokalen Spezialitäten mitgebracht und damit gewissermaßen die gastronomische Karte Rußlands ausgerollt. Welch ein Genuß für Gaumen und Augen. Man kann da nur Schwelgen und Schwärmen.

Tischlein-deck-dich auf Russisch

Denn die russische Küche hat viel mehr zu bieten, als gemeinhin angenommen, bietet auch andernorts völlig unbekannte Getränke wie den vitaminreichen Birkensaft, der just in dieser Jahreszeit gesammelt wird, oder macht Lust auf eingelegte Pilze mit Backwaren, die offenbar noch ganz ohne Geschmacksverstärker auskommen.

Der Fußballhimmel über Wladimir

So war denn auch reichlich Prominenz aus Moskau vertreten, um nicht nur zu degustieren, sondern auch über die Medien zu propagieren: Die Fans können kommen, die Stadien werden rechtzeitig fertig, und es ist angerichtet, denn der Mensch lebt nicht vom Fußball allein.

Kulinarisches Stilleben mit Samowar

Was kann man Schöneres berichten am Internationalen Tag der Städtepartnerschaften – ja, auch dergleichen gibt es! -, wenn sogar das Auswärtige Amt in Berlin vermerkt, die bürgerschaftlichen Beziehungen, die Volksdiplomatie, spiele eine wichtigere Rolle denn je.

Igor Kechter, Fjodor Lawrow und Peter Steger

Da ist denn auch die Ankündigung von Fjodor Lawrow, Leiter des Instituts für Tourismus Wladimir, von Bedeutung, daß sich dieser Tage in Susdal Rotarier aus der ganzen Welt auf seine Einladung hin treffen, unterstützt von Igor Kechter, dem ehemaligen Stadtdirektor der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Rings, der nun dort ein Restaurant betreibt. Seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Rothenburg o.d.T.  – heuer steht übrigens das dreißigjährige Jubiläum an – hat Spuren hinterlassen.

Es ist angerichtet

Am Abend dann ein Empfang für alle Aktiven auf dem Feld und an dessen Rand – im Hotel Wosnesenskaja Sloboda. Ein Festschmaus für Augen und Zunge.

Wiktor Gusjew und Peter Steger

Mit dabei Wiktor Gusjew, die Stimme des russischen Fußballs, der sich über ein kleines Präsent, das in Erlangen entwickelte Quartett zur Fußballweltmeisterschaft, sehr freut, denn sein sechzehnjähriger Sohn sammelt ausgerechnet Kartenspiele.

Anna Schukowa

Zufrieden dann denn auch Gastgeberin Anna Schukowa, die es meisterhaft versteht, die russische Gastlichkeit zu verbreiten. Man kann ihr nur viele zufriedene Gäste aus aller Welt wünschen.

Wodka aus dem Eichenfaß

Die bekommen dann vielleicht auch einen selbstgebrauten Wodka kredenzt. Ein Jahr lang reifte er in Fässern aus einer besonderen Eiche, die nur im Raum Krasnodar wächst und dem Klaren die ungewöhnliche Farbe verleiht. Vom Aroma ganz zu schweigen.

Regenbogenhimmel über der der Auferstehungskirche

Es verwundert dann auch gar niemanden mehr groß, wenn selbst der Himmel in Feierlaune gerät und Wladimir unter seinen Regenbogen stellt. Wo sollten Himmel und Erde schöner aufeinandertreffen als hier!

Fußballtorte zum Ausklang

Es bleibt der Aufruf frei nach dem Jubilar Karl Marx: „Köche aller Länder, vereinigt euch und kommt nach Wladimir!“

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