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Archive for the ‘Sport’ Category


Nehmen wir es vorweg: Die beiden Begegnungen im Ring, am Freitag in Straubing und am gestrigen Sonntag in Weißenburg hätten für die Boxstaffel aus Wladimir besser ausgehen können.

Boxstaffel Wladimir in Weißenburg

Beide Male unterlagen die Russen den Gastgebern. Aber sie schlugen sich tapfer und wissen auch zu siegen.

Karl-Heinrich Pauckner

Von 1.200 Zuschauern sprach der Veranstalter gestern im Festzelt von Weißenburg. Bestimmt nicht übertrieben, denn die Bänke waren bis in die letzten Ecken besetzt.

Besonders wichtig aber: Es herrschte eine faire Atmosphäre. Auch wenn die dicke Luft schon von Beginn an, besonders als dann zur Mittagszeit auch noch die Bräter und Grills angeworfen wurden, Publikum wie Sportler kräftig schwitzen ließ. Gleich wer nach dem Gong die Faust heben durfte, der Beifall war ihm sicher. Nicht ganz selbstverständlich im Sport, wenn die Gäste keine eigenen Fans im Troß haben.

Deniel Krotter gegen Elchin Agajew

Und die Kämpfe? Die waren ausnahmslos von einem sauberen Stil geprägt. Ermahnungen blieben die Ausnahme, kein einziger Tiefschlag, der hätte geahndet werden müssen. Dabei hätte Wladimir durchaus niedergeschlagen sein können, denn der erste Teil der Veranstaltung – die Kämpfe der Junioren – ging klar mit 5:0 an den Box-Club Weißenburg. Die Gäste nahmen es sportlich: „Da haben wir noch einiges mit unserem Nachwuchs zu arbeiten.“

Elchin Agajew und Deniel Krotter

Es waren ja auch Jungs dabei wie Deniel Krotter mit einer überragenden Technik und großen Titeln, die zu schlagen einer kleinen Sensation nahegegekommen wäre.

Boxerausweis von Ilja Kossulnikow

Im Halbwelter der Männer dann endlich der erste russische Sieg mit Ilja Kossulnikow, Jahrgang 1997, gefolgt vom Weltergewichtler Alexander Korowin, geboren 1988, der ausgerechnet über Daniel Jaß, den zweiten Sohn von Igor Krotter im Wettkampf triumphierte.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Das war sie dann wohl auch, die kleine Sensation im Ring, denn die Brüder vergeben sich nichts beim Sammeln von Titeln und traten als Favoriten an. Auch Meister müssen bisweilen noch Lehrgeld bezahlen.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Artjom Bogatow hingegen tat sich von Beginn an schwer gegen seinen Gegner, Roman Gorst. Der zwanzigjährige Schwergewichtler aus Wladimir konnte zwar auf seine gute Deckung zählen, aber ein Rezept gegen die langen Arme des Mannes aus der blauen Ecke fand er nicht. Richtig deshalb die Entscheidung des Trainers, nach der zweiten Runde das Handtuch zu werfen.

Roman Gorst und Artjom Bogatow

Die Scharte wetzte dann im Superschwergewicht Wladimir Mitrofanow aus. Wuchtig und mit Überblick ging der 1992 geborene Faustkämpfer zu Werke und setzte dem fünf Jahre jüngeren Collin Biesenberger gehörig zu. Verdient denn auch der Sieg für den Russen.

Collin Biesenberger und Wladimir Mitrofanow

Der freilich – vielleicht noch im Taumel des sicher geglaubten Triumphs – hatte das Urteil nicht richtig verstanden und meinte, den Ring als Verlierer verlassen zu müssen. Desto größer die Freude, als man ihm schon im Abgang erklärte, wie die Richter gepunktet hatten…

Wladimir Mitrofanow und Collin Biesenberger

Da läßt es sich dann gut tänzeln auf der Matte. Und daß der letzte Kampf dann ein Stellvertreterturnier wurde und verloren ging, weil Andrej Mersljakow kein Visum erhalten hatte, ist dann nur noch eine Randnotiz.

Der Tanz im Ring: Wladimir Mitrofanow

Zu einem Mißverständnis ist es aber wohl auch zwischen den Gästen und Ausrichtern des Wettkampfs gekommen. Die russischen Sportler wurden nämlich als Boxer aus Moskau angekündigt; Wladimir hatte man als Vereinsnamen aufgefaßt. Aber da wohl niemand aus der russischen Hauptstadt im Zelt zugegen war, kam es auch zu keinen Protesten.

Glücklich vereint nach dem Kampf

Karl-Heinrich Pauckner, Vorstand des Box-Clubs Weißenburg, kann zusammen mit Igor Krotter rundum zufrieden sein und freut sich schon auf die nächsten Verstanstaltungen. Geht es nach den beiden, werden nicht nur im November schon fränkische Boxer in Wladimir in den Ring steigen. Vielmehr soll es schon bald Vier-Länder-Wettkämpfe geben zwischen Deutschland, Österreich, Italien und Rußland. Vielleicht sogar mit tschechischer Beteiligung. Gute Aussichten für den Boxsport in Wladimir.

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Das war schon eine Tour de Force: Am Dienstagmorgen erhielt die Jugendboxstaffel erst in Moskau die Visa, setzte sich in zwei Kleinbusse und stürmte los Richtung Deutschland. Um 4.00 Uhr morgens kam dann gestern die fünfzehnköpfige Gruppe in ihrem Quartier an und fand sich schon um 11.00 Uhr vollzählig zum Empfang im Erlanger Rathaus ein.

Boxstaffel mit Ulrich Klement und Susanne Lender-Cassens in ihrer Mitte

Viel Zeit zum Regenieren bleibt den Sportlern nicht, denn heute steigen sie bereits um 14.00 Uhr in der Ejadonhalle, Straubing, in den Ring. Und am Sonntag stehen um 10.30 Uhr im Festzelt von Weißenburg die nächsten Wettkämpfe auf dem Programm, bevor es zu Wochenbeginn wieder zurück nach Wladimir geht.

Die Boxer aus Wladimir mit Igor Krotter und Sergej Schtschedrin in ihrer Mitte

Geht es nach dem Trainer Igor Krotter, der seit 2014 seitens des TV 1848 den Boxaustausch mit der russischen Partnerstadt pflegt und mit seinem Team schon im November eine Gegeneinladung nach Wladimir annimmt, soll es bereits im nächsten Jahr eine eigene Boxabteilung seines Vereins in Erlangen geben. Dann wären solche „Gastspiele“ in anderen Städten nicht mehr nötig, man könnte in Erlangen die Kräfte messen. Und überhaupt wolle man mehr Sportaustausch, betonte Sergej Schtschedrin, Initiator der Boxkontakte, gegenüber Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Sportamtsleiter Ulrich Klement und kündigte für September konkrete Vorschläge an. Ganz im Sinne der Kommunalpolitikerin, denn: „Je mehr wir an solchen Begegnungen haben, desto besser für die Verständigung und unsere Städtepartnerschaft.“

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Im Mai 2012 reiste erstmals eine Gruppe der Flying Pins nach Wladimir, um in der Partnerstadt mit dem dortigen Verein Bowling zu spielen, ein Jahr darauf erfolgte schon der Gegenbesuch. Seither gab es immer wieder den einen oder anderen „Approach“, um die amerikanischen Kegel wieder fliegen zu lassen. Nun liegt eine Einladung der russischen Seite für das nächste Jahr vor, und Stefan Eberhardt ruft alle Interessierten am Mittwoch, den 9. August, um 19.00 Uhr ins Sportland, Münchener Straße 55-57, zu einer Vorbesprechung. Zur Mitfahrt eingeladen sind ausdrücklich auch alle, die lieber eine ruhige Kugel schieben, die mit Sport nichts am Hut haben und einfach nur Wladimir wiedersehen oder kennenlernen möchten – im 35. Jahr der Partnerschaft.

Flying Pins in Wladimir auf dem Kathedralenplatz

Wie schön so eine Gruppenreise sein kann, ist nachzulesen in dem Bericht von Stefan Eberhardt im Blog https://is.gd/QBcIDm. Wer es aber selbst erleben will, komme zu dem Treffen, wo dann auch die Daten festgelegt werden sollen.

Anmerkung für alle, die Russisch lernen (wollen): Es gibt in der ostslawischen Sprache das schöne deutsche Wort „кегельбан“, die gute alte „Kegelbahn“, auch wenn auf der heute zumeist die amerikanische Variante, Bowling, gespielt wird.

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Gertrud Härer ist Wiederholungstäterin. Im Frühjahr 2013 brach sie mit Peter Smolka zu dessen Tour de Friends via Erlangens Partnerstädte um die Welt auf und begleitete ihn zusammen mit Walter Költsch und Jörg Gruner bis zur ersten Etappe – Wladimir. Als die Ausdauersportlerin Ende April vom Halbmarathon erfuhr, der am 10. September erstmals in der russischen Partnerstadt ausgetragen wird, beschloß sie, nicht nur an dem Laufwettbewerb teilzunehmen, sondern dafür schon mal im Sattel zu trainieren und wieder mit einer kleinen Gruppe gen Osten zu fahren.

Walter Költsch, Gertrud Härer, Max Smolka, Jörg Gruner und Peter Smolka

Ob es nun zu kurzfristig war und die meisten ihre Jahresplanung schon unter Dach und Fach hatten, oder ob der weite Weg und die Kombination mit dem Halbmarathon abschreckten, wissen wir nicht. Jedenfalls meldete sich niemand zu der Tour, für die auch der Blog Werbung machte. Für Gertrud Härer freilich gilt das Motto „selbst ist die Frau“, und so sagte sie sich: „Dann fahre ich eben allein.“

Gertrud Härer, gesehen von Jonas Eberlein

Immerhin fanden sich zwei Radfahrer, die zu Beginn und gegen Ende der Strecke mitstrampeln: Heiner Helfenbein, schon vor vier Jahren mit im größeren Begleittrupp dabei, der spätestens in Polen wieder umkehrte, bleibt bis Mittwoch bei der Stange und dreht dann wieder um; Jonas Eberlein wartet dann vor Moskau und bleibt die letzten 300 Kilometer bis Wladimir dabei, wo er dann auch am Laufwettbewerb teilnehmen will.

Gertrud Härer mit Tochter Julia

Gestern um 8.45 Uhr ging es dann los – mit der Verabschiedung auf dem Rathausplatz. Noch eine letzte Umarmung mit Tochter Julia, noch ein wenig Wegzehrung von Doris Höhle, die mit ihrem Mann Klaus – 2013 und 2014 – bereits zwei Radtouren nach Wladimir unternommen hat, noch beste Wünsche für eine gute Fahrt…

Gertrud Härer und Doris Höhle

„Schon verrückt“, zitierte Florian Janik bei der Verabschiedung Stimmen aus dem Blog von Gertrud Härer, freilich mit Respekt vor der sportlichen Leistung in der Stimme und ließ sich dann den Streckenverlauf erläutern.

Florian Janik und Gertrud Härer

Über Danzig nach Litauen und Lettland, über den Grenzübergang bei Zilupe rein in die Russische Föderation, dann quer rüber nach Osten. Moskau will Gertrud Härer nördlich umfahren und am 7. September nach 3.200 Kilometern in den Pedalen am Ziel ankommen,  wenn auch die anderen Erlanger, eine siebenköpfige Gruppe unter Leitung von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, eintreffen.

Florian Janik und Gertrud Härer

Bevor es losgehen kann, überprüft aber Erlangens Oberbürgermeister noch die Gültigkeit des Visums für die Russische Föderation und überreicht schließlich der Langstreckenradlerin ihr Dokument.

Florian Janik und Gertrud Härer

Bange ist ihr nicht vor der Strecke, auch nicht davor, kein Russisch zu sprechen. Sie weiß sich zu helfen, und „bei Radlern sieht eh jeder, was gebraucht wird.“ Damit hat Gertrud Härer buchstäblich Erfahrung.

Heiner Helfenbein, Florian Janik, Gertrud und Julia Härer

Behindern könnte sie nur der viele Regen, der in diesem Sommer in Zentralrußland fällt und der schon Klaus und Doris Höhle veranlaßte, ihre diesjährige Reise ab dem Ural um eine Woche zu verkürzen. Da tröstet vielleicht die Lektüre von „Masse und Macht“ des immer wieder erhellenden Elias Canetti als geistige Wegzehrung:

Der Regen fällt in vielen Tropfen. Man sieht sie und man sieht ganz besonders ihre Richtung. In allen Sprachen spricht man davon, daß er fällt. Man sieht den Regen in vielen parallelen Strichen, durch die Zahl der fallenden Tropfen wird die Einheit ihrer Richtung betont. Es gibt keine Richtung, die dem Menschen mehr Eindruck macht als die des Falles; alle anderen haben, damit verglichen, etwas Abgeleitetes, Sekundäres. Der Fall ist, was man von frühauf am meisten fürchtet und wogegen man im Leben zuerst gewappnet wird. Man lernt, sich davor zu hüten; ein Versagen hier ist von einem gewissen Alter ab lächerlich oder gefährlich. Der Regen ist, im Gegensatz zum Menschen, das, was fallen soll. Nichts fällt so häufig und vielfach wie der Regen.

Gertrud Härer und Heiner Helfenbein

Wir behaupten hingegen: Es ist genug des Regens gefallen in diesem Sommer, und günstige Winde mögen Gertrud Härer begleiten auf ihrem langen und einsamen Weg nach Wladimir, den sie uns miterleben läßt in ihrem Blog: http://gertrud.haerer.org

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Mittlerweile gibt es schon ein Logo für den Halbmarathon, den es am 10. September in Wladimir zu laufen gilt, den ersten in der Sportgeschichte der Partnerstadt. Fünf Anmeldungen zum fürstlichen Lauf sind bisher aus Erlangen eingegangen. Immerhin. Aber ein wenig mehr dürfen es schon werden.

Halbmarathon „Fürstenpokal“

Darum nochmals hier der Aufruf, sich möglichst bald bei peter.steger@stadt.erlangen.de wegen Details der Reise vom 7. bis 11. September zu melden. In den Tagen vor Ort ist natürlich auch ein Besichtigungsprogramm vorgesehen, denn der Mensch lebt nicht vom Laufen allein. Anmeldeschluß ist der 30. Juni. Siehe auch: https://is.gd/wGthgI

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Lauf- und Radreise zum Partnerstadtwettlauf:  3.200 km vom Erlanger Rathausplatz zum Start auf den Kathedralenplatz in Wladimir

25 Jahre oder ein Vierteljahrhundert ist es her: Vier Erlanger Langstreckenläufer genossen 1992 in Wladimir beim „Marathon Goldener Ring“ die überwältigende russische Gastfreundschaft. Heiß war’s – und die 42,195 km lange Strecke durch die vielen Steigungen alles andere als einfach, aber die Erlanger liefen bei bester Stimmung und kamen mit super Zeiten ins Ziel.

John Stackmann, 4. v.l., mit seinen Lauffreunden in Wladimir

Dann konnte der Marathon in Wladimir nicht mehr stattfinden, die Lauffreundschaften blieben aber erhalten, denn die Russen starteten auf Einladung von LGE-Chef und Organisator, John Stackmann, immer wieder beim Erlanger Winterwaldlauf in der Brucker Lache. Zu Gast bei ihm und seiner Frau Manuela, stellten sie heuer sogar den Sieger über 15 km.

voraussichtlicher Streckenverlauf

Nun aber revanchiert sich der Laufklub „Bodrost“ mit einer Gegeneinladung, denn es gibt wieder einen Wettkampf in Wladimir und zwar zum ersten Mal in der Sportgeschichte der Partnerstadt einen Halbmarathon am 10. September. Nach bisheriger Planung sind Start und Ziel auf dem Kathedralenplatz vorgesehen. Die für den Autoverkehr gesperrte Strecke führt in drei Runden à 6,25 km über die 21 km lange Distanz vorbei an allen Sehenswürdigkeiten, stellt freilich auch durch langgezogene Steigungen besondere Herausforderungen: hoch zur Erzengel-Michael-Kirche und wieder hinunter zum Frunseplatz mit anschließenden 2.300 m im Stadion unterhalb von der Rosenkranzkirche, um auf die 21,1 km zu kommen.

John Stackmann, 1. v.l., mit seinen Lauffreunden in Wladimir

Erste Erlanger haben die Einladung bereits angenommen. John Stackmann, Läufer der ersten Stunde, will es sich nicht nehmen lassen, wieder mit dabei zu sein. Peter Steger, der die Partnerschaft mit Wladimir so wunderbar pflegt und am Laufen (!) hält, organisiert die Laufreise und startet auch selbst auf dieser anspruchsvollen Strecke.

Die Anreise per Flug ist für Donnerstag, den 7. September, vorgesehen, der Rückflug findet am 11. oder 12. September statt. Wegen der Beantragung der Visa (die Reisepässe müssen noch sechs Monate über das Reisedatum hinaus gültig sein), sollten die Meldungen für die Reise und den Lauf bis zum 30. Juni eingegangen sein: peter.steger@stadt.erlangen.de

Neben dem Halbmarathon über 21,1 km wird auch ein 9 km langer Wettkampf angeboten.

Fahren statt Fliegen, und zwar mit dem Rad, auch das geht!  Vier Verwegene waren vor vier Jahren auf diese Weise ganz unmotorisiert von Ende März bis Mitte Mai 2013 von Erlangen nach Wladimir unterwegs. Schnee und Eis gab’s in diesem Jahrhundertwinter den ganzen April hindurch, dazu aber doch meistens blauen Himmel und Sonnenschein und stimmungsvolle, lange, helle Abende, ein unvergeßliches Erlebnis.

Zeltlager unterwegs Richtung Wladimir

Eine von den Vieren, eine Läuferin, möchte das nochmal machen, schon aus Neugier, wie die Sache im Sommer ausschaut – und dann beim Halbmarathon starten. Gertrud Härer organisiert diese Tour und lädt ausdauernde Reiseradler zum Mitfahren ein. Natürlich müssen die Radfahrer nicht unbedingt beim Wettkampf starten, und auch Teilstrecken der ca. 3.200 km langen Radreise sind möglich.

Wladimir, zum Greifen nah

Übernachten werden wir hauptsächlich im Zelt, die einzelnen Etappen sind nicht genau vorgeplant, sondern ergeben sich je nach Wind und Wetter, Lust und Laune. Jeder fährt auf eigene Verantwortung und hat auch Karten, Werkzeug und Ersatzteile dabei. Im Schnitt sind etwa 100 km am Tag angepeilt – mal mehr, mal weniger – sowie Ruhetage zum Besichtigen und Entspannen. Ende Juli geht es in Erlangen los, die erste Nacht verbringen wir auf bewährte Weise im Gasthof Herrenalb in Speichersdorf, bevor es über Tschechien zum Oder-Neiße-Radweg hinauf und hinüber nach Polen und dann entlang der Ostseeküste geht. Pausentage werden wir sicher bei den hohen Sanddünen von Leba, Danzig und anderen schönen Orten machen. Weiter führt die Reise durch Litauen und Lettland in die Russische Föderation hinein. Moskau wird nördlich umfahren, bevor wir über Susdal, auch „Perle des Goldenen Ringes“ und das „russische Rothenburg“ genannt, nach sechs Wochen Wladimir erreichen. Am 7. September, wenn die andere flugreisende Gruppe eintrifft, wollen wir auch da sein.

Mai 2013, angekommen im Erlangen-Haus in Wladimir: Walter Költsch, Jörg Gruner, Peter Smolka und Gertrud Härer

Für die Rückreise kann am Dienstag, den 12. September, ein günstiger Flug von Moskau nach Memmingen gebucht werden. Anfragen und Meldungen für diese ungewöhnliche Wladimir-Bike to Run-Partnerschaftsreise am besten baldmöglichst, spätestens aber bis 20. Juni, an gerthaer@gmail.com.

                                                                           Gertrud Härer

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Nach einem Jahr Pause konnte ich heuer endlich wieder die lieben Sportfreunde aus Wladimir zum Winterwaldlauf begrüßen und mit ihnen einen Tag vor dem Wettkampf die Strecke ablaufen. Das interessierte auch besonders die Neulinge unter ihnen, wie Wlad, Natalia und Anna. Wlad meinte nach 1,5 km: „Can we run faster?“ „No problem!“ erwiderte ich und zog an. Flotter mittlerer Dauerlauf, auch Olga blieb erstaunlicherweise in unserer Dreiergruppe und redete einfach weiter. Wlads Englisch war gut verständlich, obwohl nicht perfekt. Wir haben uns sofort verstanden, wie früher bei Dmitrij und Alexej anno 1992. Und ich spürte mit meinem Trainerinstinkt auch jetzt wieder bei unserer Unterhaltung den Ehrgeiz des Gastes: Er wollte die 15 km einfach sehr gut finishen. „How fast do you want to go?“ – „About 51 minutes.“ Das könnte schon zum Sieg reichen, dachte ich, denn die guten bayerischen Läufer sind alle in einer Woche bei der BLV-10-km-Meisterschaft in Neuhaus. Nachher machte er eindrucksvoll noch schnelle Steigerungen und Lauf-ABC mit seinen lange Beinen, und sein Haarzöpfchen stand dabei waagerecht im Laufwind. Die Lasagne meiner Ehefrau Manuela schmeckte uns allen danach prima. Sie hatte sich wieder reingehängt als aufmerksame Gastgeberin: Obst, Kuchen und … Doch ich mußte dann mal kurz weg zu Eisert, Drucksachen für die Teilnehmer hinbringen, die sich tags zuvor ihre Unterlagen abholen wollten. Schnell reingeradelt, aber doch nicht gleich wieder zurück, da trotz Zusage eine Helferin nicht kam und sich eine Lücke auftat, die ich schloß. Später waren Olga, Wlad, Wiktor und die anderen auch im Eisert – klar, daß ich mich um sie kümmerte. Manuela hatte sie nacheinander hinkutschiert.  Man hatte mich sowieso bei Eisert gebraucht, wie immer.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Siegerinterview: Wlad Demjanow und John Stackmann, Photo: Stefan Schöner

Denn schon die Anmeldezahlen (insgesamt 1660) waren so hoch wie nie zuvor. Am sonnigen Wettkampftag und tags zuvor gab es auch noch viele Nachmeldungen, zudem waren mehr als 120 Walker durch den Wald marschiert, so viele wie noch nie. Ganz abgetrocknet war die Strecke noch nicht gewesen von den kürzlichen Niederschlägen. Besonders im Startbereich gab es einiges an Schlamm und Pfützen. Also bin ich nach der Vorab-Startnummernausgabe bei Eisert noch los, um mit den Holzraspeln der KITA Mooswichtel e.V. die Piste nach dem Start zu verputzen. Die Frühlingssonne am nächsten Morgen stimulierte enorm, obwohl anfangs ein kalter Ostwind aufkam. Aber im Wald war der kaum zu spüren, und bei den Starts der Kleinsten ganz vergangen. Voll motiviert sprinteten schon die dann los (hinter mir her) mit ihren instruierten Eltern. Sie bauten zwar schnell ab, aber die Anfeuerungen der Eltern und deren Ziehkraft rissen sie weiter nach vorne. Ein ähnlicher Startsprint bei den zwei Tausendmeterläufen, aber mit nur wenigen Erwachsenen. Diesmal kam glücklicherweise trotzdem kein Kind zu Fall, denn ich hatte eindringlich auf Fairplay hingewiesen. Genau so wollte ich es haben.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Bambini-Lauf mit John Stackmann, Photo: Stefan Schöner

Der große Platz füllte sich immer mehr, der 15er-Hauptlauf stand bevor. Noch Siegerehrungen durchführen, den Johnny-Pokal übergeben, Ankündigungen, Hinweise nach kleine Zwischenfragen, Redemanuskript, Begrüßungen und gute Stimmung im heiteren Sonnenschein des Vorfrühlings. Pünktlich um 13 Uhr durften die gut 300 erwachsenen und 30 jugendlichen Läufer losrennen. Wlad und unser Felix nach einer Runde voran, Favorit Jürgen schon deutlich dahinter, bevor das restliche Feld kam. Nach zwei Runden Wlad dann alleine in der Spitzenposition nach seiner deutlichen Temposteigerung kurz zuvor. Das sah recht locker und souverän aus. Und so gewann Wlad Demjanow auch überlegen, die erste Überraschung des Tages! 51 Minuten und 10 Sekunden. Nach der Frauensiegerin, Angela Kühnlein, lief schon Olga Sagitowa als achte Frau ins Ziel, klar an der Spitze der W55. Auch Wiktor Winogradow überzeugte als Sieger der M70. Drei erste Plätze für Wladimir, darunter der Gesamtsieger. Ebenfalls drei erste Klassen-Plätze und den zweiten gesamt stellte die LG Erlangen.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Start 15-km-Lauf mit Wlad Demjanow, Photo: Stefan Schöner

Spannend auch das Jugendrennen: Zwei Kader-Triathletinnen gegen die Rekordhalterin Anja vom LAC. Triathletin Sofia Rubio entschied es für sich vor Anja, verfehlte aber knapp deren Rekord. Naja, sie lief ja dann noch in der LAC-Frauenstaffel mit Hannah, war da auch siegreich. Wieder viele asylsuchende Jugendliche von der Berufsschule waren dabei, sozusagen auf den letzten Drücker, und hatten ihren Spaß. Ich eilte derweil auf dem gesamten Platz umher, und neben meinen Hauptaufgaben Starts und Siegerehrungen löste ich so manches „Problemchen“, denn mit Micha moderierte auch Markus gut (ohne mich). Wieder Siegerehrungen (kleines Interview mit Wlad), die Micha wie immer sorgfältig vorbereitet hatte und zu denen Rüdiger pünktlich und schnell Listen und Urkunden lieferte. Es klappte wieder alles wie am Schnürchen, einfach professionell.

10-km-Start, Photo: Fabiana Garske

Kurz nach Hause gejoggt, kurz erholt und dann zum großen Finale: 10 km und Staffel bildeten wie üblich das größte Feld des Tages. Ob wir wohl die 500 knacken, trotz Neuhaus mit BLV-10? Zumindest waren wir knapp dran (496). (1-2-3🙂 Joseph hatte sich in alter Treue nachgemeldet, und ich habe ihn angestachelt, die 31 Min. zu unterbieten. Er drehte als erster weit vor allen anderen hinter dem Führungsfahrrad gekonnt und leicht seine zwei Runden im 3-Minuten-Tempo, sehr eindrucksvoll, Siegerzeit 30:26! Dann kam lange nichts. Erst nach drei Minuten finishte Markus klar vor Christian. Markus als aktueller LG-Starter und zwei Ex-LGler (Joseph und Christian) standen zusammen auf dem Podium. Treppenlauf-Europameister Christian Riedl war nicht undankbarer Vierter, denn er war hinter Markus zweiter der Siemens-Wertung vor meinem italienischen Freund Luigi. Ursula Schürle ließ sich diesmal den 10-km-Sieg nicht nehmen, lag aber deutlich hinter der siegreichen jugendlichen LAC-Frauenstaffel. Die zwei schnellsten Staffeln waren gemischte aus Forchheim und die von der LG Erlangen, wobei die Erlanger gegen die Gundermanns keine Chance hatten. Gesamtplatz 2 und zwei erste Plätze für die LG Erlangen und den zweiten Staffel-Rang des Mix-Teams gab es über 10 km, Wladimir überzeugte vor allem mit der bemerkenswerten Leistung des verletzt an den Start gegangenen Alexej Butakow, der vor wenigen Tagen erst seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte und mit 54 Minuten und 39 Sekunden auf den zweiten Platz der M70 lief.

Der Freundschaftspokal: Chankischi Emirgamsajew, Wlad Demjanow, John Stackmann, Wiktor Winogradow, Olga Sagitowa, Manuela Stackmann, Sofia Prutnikowa und sitzend Natalia Krutskich und Alexej Butakow

Aber das ist ja auch nicht so wichtig, denn den Freundschaftspokal hatten sie sicher. Und der wurde am nächsten Abend beim Abschiedsessen stimmungsvoll überreicht und mit Reden, die Peter übersetzte, und kleinen Geschenken unterfüttert. Und sie überreichten mir im Gegenzug den Läuferpokal von Laufklub Bodrost Wladimir. Eine Runde mit glänzenden, freudestrahlenden Gesichtern unter Freunden: Was gibt es Schöneres! Beim Betrachten der über 1.100 Bilder, von den Siemens-Photographen mit ihrem Gespür und Können aufgenommen, kommen mir am Tag darauf die Tränen.

Bodrost Kernteam

Das Kernteam mit John Stackmann

Welch eine schöne Veranstaltung hatten wir doch, das Orga-Team und die vielen Helfer, wieder auf die Beine gestellt und damit den über 1.430 Finishern welch eine Freude bereitet. Wie lange werde ich noch die Kraft dafür haben, obwohl mich mein Orga-Team aus fünf Freunden und am Veranstaltungstag bis zu 80 Helfer so gekonnt und freundlich unterstützen? Die Kraft, zu der Freude und Freundschaft so wesentlich beitragen. Kraft, die nicht nur in den Beinen steckt, die aber gefordert sein wird, wenn ich nachher mit Olga und Wlad trainiere. Kraft, die auch Manuela demonstriert, die schon den ganzen Tag nach dem Einkauf am Herd steht, um bei unserem Grillen für den Abendschiedsabend wieder für glänzende Gesichter zu sorgen. Natürlich, Freude und Freundschaft stecken einfach an.

John Stackmann

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