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Archive for the ‘Sport’ Category


Beginnen wir mit Julia Mitina, von deren Sieg bei einem Filmfestival als 20jährige Studentin der Blog bereits einmal im Januar 2015 berichtet hatte: https://is.gd/vhG0XG

Jetzt ist die Künstlerin, die zwischenzeitlich als Photographin arbeitete und Mutter wurde, zurück in der Öffentlichkeit und stellt „Mode zum Tragen“ vor. Ohne Glanz und Glamour, aber mit Geschmack.

Ein ganz anderer Typ ist da das aus Wladimir stammende Model Gülü Sachidli, die als einzige Russin an der diesjährigen VIE Fashion Week in Dubai teilnahm und dort für Furore sorgte. Man wird die Schönheit sicher noch auf anderen Laufstegen dieser Welt zu sehen bekommen.

Und schließlich wäre da noch Daria Nowinskaja aus der Kreisstadt Petuschki, die gerade von den Boxmeisterschaften für Mädchen zwischen 15 und 16 Jahren als Siegerin in ihrer Gewichtsklasse bis 60 kg aus Tiflis zurückkehrte. Dort hatten sich übrigens auch drei Sportlerinnen aus Deutschland Silber erkämpft.

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Am 24. Mai schrieb der Blog in einer Mischung aus „Ich-verstehe-Wladimir-nicht-mehr“ und Zuversicht „Das-wird-schon-noch-werden“: Stellen Sie sich vor, Erlangen startet eine Mitmachaktion für alle Partnerstädte, und ausgerechnet Wladimir bleibt außen vor. Gibt es nicht? Gibt es nicht! Und doch gibt es aktuell den Fall, wonach sich zu dem virtullen Wettkampf http://www.winterwaldlauf.de/de/staedte_challenge nur ganze vier Männer aus der russischen Partnerstadt gemeldet haben (Stand 24.05., 8.00 Uhr), während aus dem viel kleineren Cumiana ein elfköpfiges Team antritt.

Peter Steger, Gertrud Härer, John Stackmann und Florian Janik, gesehen von Othmar Wiesenegger

Es sollte sogar noch schlimmer kommen: Aus dem Quartett wurde nur ein Quintett, und dann übermittelte einer aus dem Team überhaupt keine Daten, während die anderen unter der Extremhitze litten, die teilweise während der fünf Wochen des Laufs über der russischen Partnerstadt lag. Und dann auch noch dies: Einer aus der Mannschaft, Sergej Sagitow, hatte kurz vorher, am 15. Mai, am Russischen Ultramarathon teilgenommen, einem 24-Stunden-Rennen, wo er mit unglaublichen 249,5 km den fünften Platz belegte. Klar, daß er da erst einmal eine Ruhephase brauchte. Dennoch lief er am Ende mit 339 km noch an die Spitze des kleinen russischen Felds. Ergänzt wurde das Team übrigens durch eine aus Wladimir stammende Wahl-Erlangerin, die sich allerdings auf kurze Strecken spezialisiert hat und deshalb nicht viel zum Gesamtergebnis beitragen konnte, das mit 1.197 km nur auf den vorletzten Platz der Partnerstädte vor Riverside kam. Vorneweg lief Erlangen mit 10.390 km, an denen sich der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, mit 260 km beteiligt hatte, gefolgt von Stoke-on-Trent mit 3.557 km, von Jena mit 2.820 und von Cumiana mit 2.236 km. Aber genug von Zahlen. Es ging, so die Idee von John Stackmann, dem Initiator und Organisator des Laufs, um das Mitmachen, um das Zusammensein in Zeiten der Distanz und Trennung. Wie schön das gelungen ist, beschreibt Gertrud Härer im folgenden, die übrigens mit einer überragenden Leistung das Gesamtfeld mit 1.080 km anführte:

Gertrud Härer am 10. September 2017 beim Halbmarathon in Wladimir, wo sie in ihrer Altersgruppe den 2. Platz belegte

Der virtuelle Lauf der Partnerstädte

In Lockdown-Zeiten ruhen Wettkämpfe, und das seit über eineinviertel Jahren. Der weithin bekannte und beliebte Winterwaldlauf musste 2020 ausfallen, woraufhin unser Laufgemeinschaft Erlangen-Vorstand, John Stackmann, ersatzweise die „Winter-Challenge“ ins Leben rief. Möglichst viele Laufkilometer galt es, in 13 Wochen zu sammeln, als Einzelwertung. Dann war der Winter rum, der Sommer klopfte an, und immer gab es noch nichts, um den Hunger nach Herausforderungen so recht zu stillen – und das weltweit und auch in Erlangens Partnerstädten. Was lag näher, als nochmal ein Event ins Läuferleben zu rufen, ausgeschrieben als „Lauf der Partnerstädte“, so die Idee von John, mit der er uns zusammen mit Peter Steger, unserem ebenfalls laufbegeisterten Partnerschaftsbeauftragten, Lust und Laune zum langen gesunden Laufen in schöner Natur machen wollte.

Diesmal sollten unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Florian Janik, der auch die Laufschuhe anzog, fünf Wochen lang, vom 17. Mai bis 20. Juni, möglichst viele Kilometer gesammelt werden. Tempo egal, aber unbedingt laufen, nicht gehen oder walken – und das als Partnerschaftsstädte-Wertung, an der sich Jena, Cumiana, Stoke-on-Trent, Riverside und Wladimir beteiligten: Zusammengezählt wurde alles stadtweise, egal ob alt oder jung, gleich welchen Geschlechts. Kurzfristig dazu anstecken ließen sich 99 Teilnehmer aus Erlangen und den Partnerstädten. Und los ging’s. Mit Spannung erwartete man die wöchentlich zu meldenden Kilometerzahlen der Konkurrenz, was natürlich zu weiteren Extra-Kilometern anspornte. Ach ja, und eine neue Taktik mußte her, die sich so sehr vom gewohnten Lauftraining, von gewohnter Wettkampfvorbereitung unterschied. Zu hohes Tempo und Intervalltraining, kosten nun mal so richtig Kilometer. Ein schneller 10er und noch ein anstrengender Lauf auf Wurzeltrails mit vielen Höhenmetern obendrauf – da wäre den Rest der Woche nicht mehr so viel los gewesen. Schnelle Läufe gehen auch richtig auf die Knochen – und so galt es, als ganz neues Experiment, dererlei wirklich mal für ein paar Wochen sein zu lassen. Es gibt ja den schönen Spruch, der auf den Vater des langsamen Dauerlaufes, Ernst van Aaken, Laufpionier der 1970er Jahre, zurückgeht: „Nicht die Strecke tötet, sondern das Tempo!“ Laufen im steady-state, im Sauerstoffgleichgewicht. Wer da Erfahrungen aus dem Ultra-Langsteckenlauf umsetzen konnte, hatte es gut.

Wie viele Kilometer gehen denn auf diese Art? Ein Experiment. Und heiß war‘s auch noch, in Woche 2-5. Die immer wieder angesagten Gewitter zur Abkühlung ließen sich Zeit, bis die Challenge rum war. Laufkilometer aufsplitten und mehrmals am Tag kürzer laufen und dabei die kühleren Tagesstunden ausnutzen, das war noch eine Möglichkeit, um sich von Woche zu Woche weiter hinaufzuhangeln in den Läuferhimmel. Schöne Mittsommerabende jeden Tag immer wieder intensiv fühlen, ohne Tempodruck, ein so schönes Erlebnis. Es stellte sich in der Praxis doch tatsächlich heraus: Langsames Tempo ist orthopädisch so viel schonender, daß viel höhere Kilometerzahlen möglich sind.

Nun steht das Ergebnis fest, und ein Blick auf die Liste zeigt vor allem eines: Da scheint nichts mehr zu stimmen, was man von einer Laufergebnisliste erwartet, nämlich halbwegs junge Männer an der Spitze. Gründlich durcheinander gewirbelt wurde diese Twin-Town-Challenge Rangliste, basierend auf den puren Kilometerzahlen. Drei Frauen unter den Top 5, eine nicht mehr ganz junge gar ganz oben (Gertrud Härer mit fantastischen 1.080 km), wann und wo gibt’s denn so was? Pandemiezeiten … das Beste draus machen.

Jonas Eberlein und Othmar Wiesenegger mit Gertrud Härer, die 2018 bei den Russisch-Deutschen Wochen an der Volkshochschule von ihrer Sommerreise 2017 per Fahrrad nach Wladimir berichtete

Wie auch immer, es war super, dabei gewesen zu sein, ein ganz tolles neues Erlebnis und eine ganz starke Gemeinschaftsleistung des Erlanger Teams. In die Endauswertung kamen jeweils die Top-Ten jeder Stadt. Dabei profitierte Erlangen als Siegerstadt von einem großen Werbevorsprung, aber sowohl Stoke-on-Trent auf Platz 2 als auch Jena überraschte mit mit einer Mannschaft aus jungen Triathleten, gefolgt von Cumiana. In Wladimir (5.) hatte sich der Event nicht so recht rumgesprochen, während die Teilnehmer aus Riverside „nur dabei sein“ wollten.

Gertrud Härer

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Stellen Sie sich vor, Erlangen startet eine Mitmachaktion für alle Partnerstädte, und ausgerechnet Wladimir bleibt außen vor. Gibt es nicht? Gibt es nicht! Und doch gibt es aktuell den Fall, wonach sich zu dem virtullen Wettkampf http://www.winterwaldlauf.de/de/staedte_challenge nur ganze vier Personen aus der russischen Partnerstadt gemeldet haben (Stand 24.05., 8.00 Uhr), während aus dem viel kleineren Cumiana ein elfköpfiges Team antritt. Damit sich das rasch ändere – inzwischen gehen beim Veranstalter auch schon die ersten Kilometermeldungen ein -, flimmert heute dieses Video über die Bildschirme von Wladimir.

Übrigens gibt es eine Fristverlängerung zur Teilnahme – noch bis zum 30. Mai. Mitmachen ist alles! Das ließen sich übrigens auch Oberbürgermeister Florian Janik und sein ehemaliger Kollege aus Cumiana, Paolo Poggio, nicht zwei Mal sagen und sammeln nun auch fleißig Kilometer.

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Erfolge im Sport – vor allem bei den Profis – vermeldet die Blog-Redaktion schon seit einigen Jahren nicht mehr, weil häufig schon nach kurzer Zeit vom Verdacht oder gar Beweis zu berichten wäre, bei dieser oder jener Hochleistung sei Doping im Spiel gewesen. Es gibt freilich eine Disziplin, bei der man meinen könnte, es gehe immer sauber zu, obwohl es da möglicherweise auch Mittelchen – vielleicht Psychopharmaka? – geben dürfte, die zum Zuge kommen, wenn eine Partie Schach eröffnet wird. Bis zum Beweis des Gegenteils darf man aber auch nach Dafürhalten von Fachleuten davon ausgehen, daß Präparate wenig dabei helfen, sich für Regelwerk und Denkprozesse in ihrer ganzen Komplexität zu präparieren. Und noch gibt es den Chip fürs Hirn nur in der wahnhaften Vorstellung von Verschwörungstheroretikern. Aber kommen wir zur Nachricht des Tages:

Wie das Wladimirer Lokalfernsehen gestern berichtete, gehörte zur Siegermannschaft bei einem virtuellen internationalen Schachturnier für Insassen von Strafanstalten ein Häftling, der in Wjasniki, knappe hundert Kilometer östlich von der Partnerstadt gelegen, einsitzt. Der Strafgefangene zeichnete sich durch drei Siege aus und verhalf damit dem russischen Team beim Chess for Freedom zum ersten Platz, gefolgt von den Spielern aus den USA sowie Armenien und Spanien, die sich den dritten Rang teilten. Welche sportliche Anerkennung der Wettbewerb genießt, läßt sich daran ablesen, daß neben Weltmeister Anatolij Karpow und Arkadij Dworkowitsch, Vorsitzenden der FIDE, auch Größen der Schachwelt aus Norwegen, England, Kanada und Brasilien teilnahmen. Warum Deutschland nicht vertreten war? Aber das kann ja noch werden.

Durchaus interessant übrigens, zu lesen, welche Rolle Schach im Gefängnisalltag und bei der Resozialisierung spielen kann: https://fide.com/news/1058 – Und wie wichtig dieser Sport für die Städtepartnerschaft ist und bleibt, wird sicher auch heuer wieder das zwischen Höchstadt und Krasnogorsk veranstaltete Turnier beweisen, bei dem hoffentlich Erlangen wiederum mit am Brett sitzt. Davon sicher hier bald mehr.

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Mit acht Jahren holte sie im August 2018 bei der Schachjunioreneuropameisterschaft mit sieben von neun Punkten den zweiten Platz und brachte die Silbermedaille nach Wladimir. Jetzt gelang es Diana Preobraschenskaja kürzlich beim „Schurawskij-Gedächtnis-Turnier“ für Schüler ein hundertprozentiges Ergebnis zu erzielen: sieben von sieben möglichen Punkten. Das Internetmagazin Kljutsch-Media führte deshalb mit der Mutter der Sportlerin ein Gespräch und veröffentliche diese Bilder der größten Nachwuchshoffnung der Partnerstadt.

Диане Преображенской десять лет, а она уже пятый год профессионально занимается шахматами. Мечтает стать гроссмейстером и уверенно идет к своей цели. Родители юной спортсменки поделились планами на будущее талантливой дочери.

Demnach hatte das Mädchen bereits mit knapp über fünf Jahren zu spielen begonnen, zunächst natürlich zu Hause mit dem Vater, bis der sie dann in einen Schachverein brachte, wo ein Trainer ihr Talent entdeckte.

Диане Преображенской десять лет, а она уже пятый год профессионально занимается шахматами. Мечтает стать гроссмейстером и уверенно идет к своей цели. Родители юной спортсменки поделились планами на будущее талантливой дочери.

Talent alleine genügt natürlich, um ganz oben mitspielen und andere schlagen zu können. Mindestens drei Stunden täglich – auch an Sonn- und Feiertagen – spielt Diana gegen ein Trainertrio, das ihr nicht nur als „Sparringpartner“ dient, sondern auch Hausaufgaben aufgibt. So jung die Spielerin noch sein mag, Zeit bleibt gar nicht mehr so viel, denn es gilt die Faustformel, wonach man mit zwölf bis dreizehn Jahren die Lehrzeit abgeschlossen haben sollte, wenn man Großmeister werden möchte, übrigens ein Begriff, der aus dem Deutschen ins Russische übernommen wurde, ebenso wie die Zeitnot oder der Zugzwang. Angesichts der Erfolge des sowjetischen und russischen Schachsports sollte eigentlich inzwischen ein umgekehrter Sprachimport stattfinden.

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Vor den Preis setzten die Götter den Schweiß oder: Ohne Verzicht gewinnt man nicht. Opfer bringen deshalb alle. Der Vater hilft materiell, die Mutter psychologisch, während Diana seit einiger Zeit die Schwimm- und Musikkurse ebenso wie Wahlfächer an der Schule gestrichen hat. Nur noch etwas Leichtathletik betreibt sie, um körperlich fit zu bleiben, denn die stundenlangen Partien und Wettbewerbe fordern Sitzfleisch und Ausdauer.

Die letzten Auszeichnungen gewann Diana bei virtuellen Turnieren mit Videoüberwachung, um Schummeln auszuschließen. Aber diese „Tschiterstwo“ (vom Englischen „to cheat“) hat sie ja auch nicht nötig.

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Das wichtigste Turnier in letzter Zeit war die Juniorenweltmeisterschaft im Dezember mit dem dritten Platz für die Wladimirerin. Nur möglich, wie die Mutter sagt, weil ihre Tochter so zielstrebig, belastbar und leistungsbereit sei. Die Sekundärtugenden eines Wunderkindes, womit wir so ganz nebenbei schon beim vierten Wort dieses Beitrags wären, das es vom Deutschen ins Russische schaffte. Bleibt nur noch zu hoffen, Diana im Herbst bei dem Turnier „Goldener Turm der Partnerstädte“, ausgetragen vom SC Höchstadt und seinem Partnerverein aus Krasnogorsk, begrüßen zu können, an dem u.a. auch wieder der Schachklub aus Wladimir und der BSGW Erlangen Schachsport e.V. teilnehmen.

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Die Unterschiede zwischen Erlangen und Wladimir könnten derzeit größer nicht sein. Nach einem ebenso klirrend schönen wie kurzen Intermezzo hier läuft der Winter dort gerade mit derart viel Schnee zur Höchstform auf, daß am Samstag sogar die landesweit ausgetragene Langlaufveranstaltung abgesagt wurde. Während dort jede Art von Sport erlaubt ist, verbieten die Behörden hier wegen der Pandemie auch das Schwimmen im Hallenbad.

Da liegt es nahe, für Ausgleich zu sorgen. Und so gingen Jelena und Ildar Chasanow, begleitet von Sigrid und Wolf-Dieter Thiel, in Frauenaurach in die Piste und lieferten sich mit Peter Steger ein Rennen, festgehalten von TV Мы mit Amil Scharifow als Produzent, Kameramann und Tontechniker.

Jelena und Ildar Chasanow

Ein sportlicher Gruß der Schwimmer der SSG 81, die hofft, nach der Pandemie im Dezember wieder Gäste aus Wladimir empfangen zu können.

Sigrid und Wolf-Dieter Thiel, Peter Steger und Jelena und Ildar Chasanow

Na ja, und die Läufer sind natürlich auch so bald als irgend möglich wieder hochwillkommen. Bis dahin sollen diese Bilder trösten.

P.S.: Der Wladimirer Staatliche Lokalsender nahm das Video sogar in sein Nachrichtenprogramm auf:

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Wie mein Bruder, ebenso wie ich Arzt von Beruf, einmal meinte: „Wir haben alles miteinander vereinbart!“ So vereinbaren auch wir die Arbeit mit dem Badmintonspiel!

Natalia und Jewgenij Nikolajew

COVID-19 tritt sicher eines Tages den Rückzug an! Und dann kommen wir wieder zusammen und führen ein vollwertiges Leben, indem wir Turnhallen und Theater besuchen und ohne Einschränkungen quer durchs In- und Ausland reisen. Wir können es gar nicht erwarten, bis wir uns mit unseren Freunden aus Rußland und anderen Ländern wiedersehen (über unsere Halle hat Peter Steger aus Erlangen in Bayern bereits in seinem Blog berichtet: https://is.gd/sFzT5o)

Jewgenij Nikolajew und sein Team mit klarer Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern

Hier ist zu sehen, wie unser Team in der neuen Halle einen Teraflex-Belag verlegt. Wenn Eure Hallen noch geschlossen sein sollten, Ihr aber gerne einmal wieder spielen würdet, seid Ihr immer herzlich bei uns willkommen!

Jewgenij Nikolajew und sein Team

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An diesem Wochenende schließt die Siegerehrung das virtuelle Schachturnier „Goldener Turm“ ab, bravourös veranstaltet von den Partnerstädten Höchstadt a.d.A. und Krasnogorsk. Wie es dabei dem Team aus Erlangen erging, ist hier nachzulesen.

Beim diesem Corona-bedingt online ausgetragenen, grenzenlosen Schachwettkampf traten in einer Mannschaft jeweils zwei Spieler aus Deutschland und Rußland gemeinsam an. Auch wenn es am Ende beim Sieg des Teams „Höchstadt-Krasnogorsk“ nicht zu einem der drei begehrten Plätze auf dem virtuellen Treppchen für „Erlangen-Wladimir“ reichte, war die Freude am Wettkampf für die BSGW Eltersdorf ungetrübt. „Wir hatten viele interessante Spiele und konnten gegen sehr starke Gegner einige Punkte sammeln. Im Vordergrund stand für uns, diese Veranstaltung, die mit so viel Herzblut von unseren russischen Schachfreunden organisiert wird, tatkräftig zu unterstützen. Ich denke, das ist uns gelungen“, so Regina Siemianowski, die Vorsitzende des Vereins.

Regina Siemianowski

Der BSGW Erlangen Schachsport e.V. vertrat an den vergangenen beiden Wochenenden seine Heimatstadt bei der dritten Auflage des deutsch-russischen Schachturniers „Goldener Turm der Partnerstädte“.  Sowohl im Einzel als auch als Team war der kleine Schachverein aus Eltersdorf mit von der Partie. Dabei ging es nicht nur um wertvolle Preise, sondern auch um die Pflege der Freundschaft zur Erlanger Partnerstadt Wladimir. „Deshalb hat uns der Team-Wettkampf mit den Schachfreunden aus unserer Partnerstadt ganz besonders begeistert. Wir haben viele nette Kontakte im Rahmen der Veranstaltung knüpfen können“, erklärte die 1. Vorsitzende der BSGW, Regina Siemianowski.

Alexandra Koch

Nachzureichen wäre noch: Die Resultate des Einzelturniers wurden erst gestern veröffentlicht  https://goldenerturm.de/wp-content/uploads/2020/11/RapidRangliste.html. Zu ihrer Überraschung durfte sich Regina Siemianowski besonders freuen: Sie belegt den zweiten Platz bei den Frauen!

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Die seit 2003 bestehende und ausgesprochen vielseitig gelebte Partnerschaft zwischen Höchstadt an der Aisch und Krasnogorsk bei Moskau eröffnet heute eine Partie der ganz besonderen Art: das virtuelle deutsch-russische Schachturnier „Goldener Turm“. 2018 und 2019 saß man sich natürlich noch im Wettkampf am Spieltisch gegenüber, und im Vorjahr hatte auch die Schachabteilung des TV 1848 aus Erlangen ihre Züge gemacht. Doch heuer ist natürlich alles ganz anders: keine Reisen, keine Begegnungen, alles via Internet.

Die Rolle des Gastgebers übernehmen vom 31. Oktober bis zum 22. November die Schachvereine Garde Krasnogorsk und SC Höchstadt mit einer Eröffnung per Zoom, einem umfangreichen Kulturprogramm, mit Online-Vorlesungen, Video-Präsentationen, mit einem Online-Quiz und einer virtuellen Abschlußveranstaltung. Gespielt wird im Einzel sowie für Erwachsenen- und Kinderteams. Nicht-Vereinsmitglieder sind willkommen. Beim Einzelturnier werden 100 Teilnehmer erwartet – u.a. aus Irkutsk. Die Anmeldung für das Einzelturnier am 8. November erfolgt für Raschentschlossene noch im Laufe des heutigen Tages gebührenfrei unter https://goldenerturm.de/event/offenes-schnellschachturnier. Wegen der sieben Stunden Zeitunterschied fallen die Wettkämpfe, wie Elias Pfann, einer der Mitveranstalter, mit lokalem Bezug schreibt, in die „fränkische“ Mittagszeit.

Gemeldet sind neben den Mannschaften aus Krasnogorsk und Höchstadt Teams aus Wladimir, Nowosibirsk, Irkutsk, Lipezk, Jelez sowie aus Ergolding, Heiden und Borken. Erlangen wird dieses Mal vom SC Eltersdorf vertreten. Das Mannschaftsturnier für Erwachsene findet am 14. November statt, und tags drauf sind die Kinder an der Reihe. Die Besonderheit des Goldenen Turms liegt darin, daß die Teams aus den deutsch-russischen Partnerstädten nicht gegeneinander antreten, sondern gemischt spielen. Die Veranstalter wollen so die Freundschaft untereinander fördern. Die ersten beiden Wochen sind also dem Kulturprogramm und dem gegenseitigen Kennenlernen gewidmet, bevor der sportliche Teil beginnt. Mehr Details gibt es hier zweisprachig: www.goldenerturm.de

Und hier geht es noch einmal zurück ins vergangene Jahr: https://is.gd/GHPM1C

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Vom 17. bis 19. Juli fand in Susdal der Ultra-Marathon mit allen denkbaren Distanzen von 100 km abwärts statt – mit mehr als 4.500 Teilnehmern. Eigentlich in Zeiten von Corona undenkbar, sogar verboten. Aber eigens für diese sportliche Großveranstaltung gab es von Gouverneur Wladimir Sipjagin unter Auflagen eine Sondererlaubnis, die er mittlerweile wieder kassierte. Es gilt nun wieder ein Verbot für Sportveranstaltungen mit mehr als 1.500 Teilnehmern, während gleichzeitig die Kindergärten geschlossen bleiben, die Restaurants aber ab sofort ihre Türen öffnen dürfen. Mitgelaufen wäre sicher gerne John Stackmann, der Altmeister des Sportaustausches zwischen den Partnerstädten. Da die Landesgrenzen aber noch immer wechselseitig zu sind, hier eine geraffte Erinnerung des Sportlers und Veranstalters des Winterwaldlaufs in der Brucker Lache an seine Wettkämpfe in Wladimir und mit Gästen von dort in Erlangen.

Witalij Galkin, John Stackmann und Peter Steger im Dezember 2018

Im Abstand von 27 Jahren lief ich in Wladimir einen Marathon und dann den halben. Wie kam es dazu, was hat sich dabei ereignet? Anfang Juni 1992 reiste ich auf Einladung der Stadt Erlangen mit einer LG-Läuferin und zwei LG-Läufern nach Wladimir, um am Golden-Ring-of-Russia-Marathon teilzunehmen. Unsere Reise fand im Gegenzug zu der Teilnahme junger Profi-Läufer aus der Partnerstadt statt, die zunächst 1991 bei einem Erlanger Sportfest sowie später u.a. am Erlanger Frühjahrskriterium über Halbma­rathon teilgenommen hatten. 27 Jahre später will ich zusammen mit Peter Steger beim 3. Golden-Gate-Halbmarathon mitlaufen, um alte und neuere Freunde in Wladimir zu treffen. Wiederum quasi ein Gegenbe­such, zu den mehrjährigen Begegnungen mit dem Laufklub Bodrost, beim Erlanger Winterwaldlauf.

John Stackmann mit den beiden jüngsten Teilnehmern am Winterlauf im März 2018, Angelina und Daniil Schazkich

 

  1. Russischer „Grande mit Vieren“ oder „Full House“ – nach und in Erlangen

Ab 1993 bis 1995

In diesen drei Jahren kommen die vier Lauf-Asse bzw. Profi-Läufer, Jurij Michajlow, Dmitrij Grischin, Alexej Kruglow und Alexej Wolgin nach Erlangen, um am Kitz­mann-Cup Halbmarathon teilzunehmen. Schon 1991 waren Jurij Kisseljow und Dmitrij Grischin auf städtische Einladung zu Bahnläufen nach Erlangen angereist, die beide letzterer gewann. Die russischen Top-Läufer aus der Region Wladimir sind auch gerne gese­hene Gäste, weil sie mit vorderen Plätzen für prämierte Spitzenzeiten sorgen. Sie nahmen dafür die weite Anreise per Pkw auf sich, werden in Familien von Erlanger Läuferen un­tergebracht und sehen sich u.a. sehr interessiert die neuesten BMW-Modelle an.

John Stackmann, 1992 mit der Nummer 49

Ab 2012

In Wladimir hatte sich eine größere Gruppe von Läufern gefunden, die wieder Interesse an einem Start in Erlangen zeigte, der Laufklub Bodrost. Ab 2012 kommen sie fast jährlich im März mit leistungsstarken Mannschaften zum Winterwaldlauf und das nicht nur mit Senioren – trotz der relativ hohen Reisekosten. Sie genießen neben dem städtischen auch das sportliche Programm in Erlanger Wäldern, um das ich mich als Lauf-Organisator auch noch gerne kümmere und sorgen so bei mir für ein „Full House“.

Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und John Stackmann nach dem Marathon 1992

 

  1. Nach und in Wladimir

1992

Der Transfer vom Flugplatz Domodjedowo nach Wladimir erfolgt im Toyota-Shuttle­bus zusammen mit einer Gruppe vom Stadtjugendring und braucht für die 220 km ca. zweieinhalb Stunden. Nach Verlassen des Großraums Moskau geht es auf kleinen Straßen mit verhältnismäßig wenig Verkehr weiter. In Wladimir empfangen uns der Sportamtsleiter Jurij Gorbatschow und die Dolmetscherin Olga.

Wir, das sind Pia Fischer, Herbert Fröhlich und Rudi Kunstmann plus ich, sollen bei Jurij Kisseljow untergebracht werden, der mit Frau Tatajana, Bruder Sergej und Töchter­chen Nastja (ein Jahr und acht Monate alt) in einer Drei-Zimmer-Wohnung lebt. Aber man hat nicht mit Pia gerechnet, einer Frau! Schließlich wird umgeplant, und Pia und ich kommen zu Jurij, ich mit Sergej in einem Zimmer. Wir teilen uns den engen Raum mit den so freundlichen Gastgebern.

Peter Steger und John Stackmann mit den Wladimirer Lauffreunden, September 2019

2019

Mit Peter Steger im Auto-Transfer vom Flughafen nach Wladimir zum Erlangen-Haus als Beifahrer vorne (Peter: “Ich kenne das schon auswendig!”), ganz eingezwängt, be­wegungsunfähig (mit meinem Thrombose-Bein) und unangenehm.

Wahnsinnig viel Verkehr, Schmutz (Abfälle) und Lärm während der vier Stunden Auto­fahrt. Der Großraum Moskau reicht gefühlsmäßig bis Wladimir. Romantik und Ju­gendstil gefallen mir am Erlangen-Haus und natürlich mein (historisches) Zimmer Nummer 5, gemütlich und zweckdienlich. Das Haus schmiegt sich eher unauffällig an die Hauptstraße, besonders im Halbdunkel an des Tages Ende. Und hier haben (au­ßer Peter) nur Frauen das Sagen, von der Nachtwächterin bis zur Geschäftsführerin und den Dozentinnen, die Deutschkurse geben.

Das Läuferfeld 1992

 

  1. Der Wettkampf

1992

Der 13.6. beginnt mit ungehemmtem Sonnenschein; das wird also eine Hitzeschlacht! Alle meine üblichen Vorbereitungen klappen hervorragend und routiniert. Beim ge­meinsamen Start mit dem 10-km-Lauf um 9 Uhr am Goldenen Tor stehe ich wie ge­wohnt in der ersten Reihe zusammen mit Jurij Michajlow, der wie die anderen Läufer dieser Distanz die Sache irre schnell angeht. Das Teilnehmerfeld ist überschaubar (433 Finisher insgesamt). Wir Marathonis lassen uns dagegen nach dem Start mehr Zeit auf unse­ren zwei großen Runden, bei denen es nach Verlassen der hoch liegenden Haupt­straße im großen Bogen durch die Stadt deutlich ab- und aufgeht. Breite Straßen sind nicht abgesperrt, wenn man sich der Straßenmitte nähert, ist es sehr ratsam sich umzu­schauen, ob zwischen den Pferdekutschen ein Pkw hervorprescht und vorbeirast. Jurij begleitet mich im Cabrio und filmt. Ich teile mir die Strecke gut ein und bin mit 2:46 h noch ganz zufrieden nach dem erfolgreichen Ultramarathon am Rennsteig, der ja nur einen Monat her ist und mir natürlich noch in den Knochen steckt. Dmitrij ärgerte sich dagegen gewaltig über Gesamtplatz zwei mit einer Zeit von 2:18 h im kleinen Torpedo-Sta­dion. Es geht locker weiter mit Interviews in Deutsch und Photos im Ziel, mit Pro­gramm und Volkstanz und Trikottausch. Tatjana und Nastja sind auch da. Sie sind ent­täuscht, daß wir nach zwei Tagen bei ihnen zu den anderen ins Hotel umgezogen sind, ein gemeinsamer Entschluß, um den großherzigen Gastgebern nicht mehr auf der Tasche zu liegen…

John Stackmann, 2019 in Wladimir

2019

Heute, am 7. September, ist alles auf den Halbmarathon ausgerichtet, der im Prinzip in drei Runden auf der Hauptstraße hin- und herpendelt (auch am Erlangen-Haus vorbeiführt) und auch nach westlichen Maßstäben bestens organisiert ist. Meine Vorberei­tungen klappen hervorragend und routiniert. Bestes Laufwetter und angenehme Tem­peraturen. Eine geisterhafte Stille herrscht auf der Hauptstraße, wo sonst der Verkehr tobt, als wir zum Start schlendern. An jeder Ecke steht ein Polizist oder Stadtange­stellter. Gerade als der 10-km-Lauf startet, erreichen wir das Start- und Zielgelände, den Event-Platz, wo wir alte und neuere russische Freunde treffen. Nach dem ersten Pulk, der wie üblich irre schnell losrennt, entdecken wir auch Alexej Kruglow. Jetzt stehe ich beim Start nicht mehr so weit vorne und versuche dann gleich meine innere Ruhe und Temposicherheit zu finden. Ich freue mich riesig, und es gibt mir einen Schub, als ich ein paar Meter seitlich vor mir Othmar Wiesenegger entdecke – natürlich in der üblichen Photographen-Position, kniend -, und er grüßt mich zurück. Obwohl er recht erkrankt ist?! Ich teile mir die Strecke insgesamt gut ein und kann gegen Ende noch Gas geben, die 1:54 h auf der deutlich, um fast 400 m zu langen Strecke bringen mich auf Platz drei in meiner Altersklasse, hinter Nikolaj Petrow, der Zweiter wurde. 310 Finisher allein beim Halbmarathon und in Summe aller Läufe weit über 1000, ähnlich dem Winterwaldlauf. Ich lasse mich treiben und Alexej Kruglow kümmert sich um unser Wohl, Finisher-Medaille, Umkleidezelte, Verköstigung und Siegerehrung, Preise, alles ist von Sergej Tschernow bestens organisiert unter dem ein­heitlichen Veranstaltungslogo, dem herabschauenden Löwenkopf.

John Stackmann mit einem Teil der Bodrost-Mannschaft im März 2015 beim Winterwaldlauf in der Brucker Lache

Natürlich gab es noch mehr gegenseitige Besuche im sportlichen Bereich, zum Beispiel waren Läufer auch zum 30jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft in der großen Erlanger Delegation, die 2013 ein großartiges Programm in Wladimir erlebte. Natürlich gibt es noch zahlreiche schil­dernswerte Begegnungen, Momente und Erlebnisse, die mir noch so präsent sind, damals, zwischenzeitlich und aktuell. Ich denke da nur an die prall gefüllten Wodka-Aktenkoffer bei den Besprechungen, an die gemeinsamen Trainingsläufe in Erlangen und Wladimir, an die fulminante russische Hochzeit von Dmitrijs Schwester, an die a-Capella-Chorgesänge in den Klöstern, an die meisterhafte Banja auf Witalij Gurinowitschs Datscha und an die Begegnung im Erlangen-Haus mit einem Rennradler in High-Tech-Ausstattung, der sich als Altoberbürgermeis­ter Sergej Sacharow entpuppte, an den unerwarteten, schönen Abschiedsabend mit Tatjana Kirssanowa, worauf ich für sie „Hey Jude“ von den Beatles neu getextet habe, und vieles mehr. Einiges davon kann man in der riesigen Sammlung des Wladimir-Blogs nachlesen, der fast so reichhaltig ist wie diese Städtepartnerschaft. Für mich sind diese Erlebnisse (auch bei Läufen) und Menschen in der Partnerstadt fesselnd und einfach schön!

John Stackmann

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