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Archive for the ‘Schüleraustausch’ Category


Die Woche intensiven Zusammenlebens und Zusammenarbeitens des Gymnasiums Fridericianum an der Partnerschule Nr. 17 in Wladimir eröffnete auch dieser Austauschgruppe vom 28. September bis 6. Oktober, besonders durch die Aufnahme in den Gastfamilien, einen authentischen Eindruck vom russischen Schul- und Lebensalltag und von den Unterschieden, die sich in unserer Lebensrealität immer noch auftun.

Das ist aus mitteleuropäischer Sicht ein Blickwinkel, der für die heranwachsende Generation globale Handlungskompetenz stärkt, wie es kein theoretisches Schulbuch leisten kann.

Dies ist der letzten Satz unseres Berichts für den Schüleraustausch vor zwei Jahren, und diese Aussage gilt uneingeschränkt fort.

Das gewählte Projektthema „Wasser. Zukunft. Leben.“ ist auch Titel der von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) ausgerufenen Wasserdekade vom März 2018 bis zum März 2028.  Der Zusatz „Eine Stunde für das Wasser“ formulierte für die Projektarbeit in deutsch-russischen Arbeitsgruppen das Ziel: eine Präsentation der Ergebnisse vor der Fachschaft Biologie und Oberstufenschülern am Ende der Austauschwoche. Unser Vorhaben überzeugte auch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, weshalb sie unserer Austauschgruppe einen stattlichen Förderbetrag zu den Fahrtkosten in Aussicht stellte und sich sogar für eine gebührenfreie Erteilung der Visa (gemäß Art. 4 des „Abkommens zwischen der Regierung der Bundesrepublik und der Regierung der Russischen Föderation über die Erleichterung des Reiseverkehrs…“) einsetzte. Um die Bearbeitungs- und Zustellungsgebühren der Agentur VFS Services in München kamen wir leider nicht herum.

Das Thema „Sorge um die Trinkwasserressourcen“ an sich ist in bayerischen Lehrplänen – schon aus Zeiten vor „Fridays for Future“ – in vielen Fächern, quasi Fächer übergreifend, verankert. Ethik, Religion, Biologie, Natur und Technik, Biologie, Geographie, etc. Im russischen Schulalltag scheint man sich dagegen dieser Thematik selten zu nähern. Umso gelungener zeigte sich die Motivation fürs Thema durch den Einstieg über einen der zahlreichen „Footprint-Rechner“, die unterschiedliche Organisationen auf ihren Homepages bereitstellen.

Während der Woche vor Ort gab es dann in zehn Einheiten die Möglichkeit, sich in unterschiedlicher Weise der komplexen Thematik zu nähern und sich die Tragweite, persönliche Relevanz und Verantwortung bewußt zu machen. Die russische Koordinationskollegin an der Schule Nr. 17, Jelena Glaskowa, hatte die Zusatzveranstaltungen und Exkursionen sorgfältig im voraus geplant. Dazu gehörten im einzelnen Führungen im Wasserwerk und in einem Großgärtnereibetrieb der Stadt Wladimir sowie Exkursionen nach Moskau und Murom.

Sowohl während der Fahrten als auch vor Ort wurde die immer gemeinsam agierende Gruppe russischer und deutscher Schüler von kompetenten und sachkundigen Übersetzern begleitet.

So wurden unterschiedliche Facetten des Themas bewußt und in der gemeinsamen Arbeit an den kleinen PP-Präsentationen diskutiert und zusammengetragen. Bewußtsein und Wahrnehmung von Wasserverbrauch, virtueller Wasserverbrauch, weltweit und regional unterschiedliche Wasserverfügbarkeit, Problematik von Wasseraufbereitung und -bereitstellung, Abhängigkeit von Wasser seien nur stellvertretend genannt.

Technische Möglichkeiten in den Arbeitsphasen wie Internetzugang in der Schule waren grundsätzlich vorhanden. So stand für jede Arbeitsgruppe ein PC zur Verfügung. Allerdings stellte sich bald heraus: Ein uneingeschränkter, von Lehrern betreuter Zugang  zum Internet, wie wir es aus unserem Schulalltag gewohnt sind, bedurfte einer jeweils täglich einzuholenden Erlaubnis durch die Schulleitung.

Zugang zur Internetrecherche über persönliche Smartphones war aber für die russischen Schüler kein Hindernis und ergänzte so die Informationsmöglichkeiten; für die deutschen Gäste erwies sich dieser Weg teils als sehr kostspielige Variante, weil bei der Nutzung deutscher Simkarten doch immer noch immens hohe Roaminggebühren anfallen.

Abschließend kann man sicher festhalten: Im Rahmen der Projektarbeit wurden jeweils andere Schwerpunkte in der russischen und deutschen Gesellschaft bewußt , die russischen und deutschen Schüler kamen über ein global drängendes Thema ins Gespräch, und schließlich ist nichts wichtiger, als andere Nationen in ihrem Denken und Handeln im Austausch speziell mit Gleichaltrigen kennenzulernen.

Einblicke in russische Kultur und Geschichte flossen natürlich überall mit ein und gaben so der Schülerfahrt weit über rein touristisches Interesse hinausgehende Inhalte.

Die Planungen für den Gegenbesuch im September/Oktober 2020 in Erlangen haben begonnen. Erste Ideen werden bereits umgesetzt und Kontakte geknüpft, so z.B. zu Großbetrieben im Gemüsebau (Nürnberger Knoblauchsland), fränkischen Mineralbrunnen, Wasserwirtschaftsamt zur Frage der überregionalen Wasserversorgung in Bayern (Brombachsee-Speicher) oder auch nachhaltiger (regionaler) Energiegewinnung (Happburger Stausee).  Darüber hinaus werden aber auch globalwirksame, nationale Großprojekte thematisch mit eingebunden. Trotz ungewöhnlich heißer Sommer, denken wir in unseren Regionen noch nicht über Wassertransfer aus der Antarktis nach, aber die Wassernot führt andernorts zu verzweifelt originellen Lösungsideen.

Ein herzlicher Dank für die Unterstützung der Austauschbegegnungen geht an:

–  alle finanziell fördernden Stellen wie der Stiftung Deutsch Russischer Jugendaustausch,

–  den Bayerischen Jugendring, für in Aussicht gestellte Förderung;

–  für organisatorische Unterstützung aus dem Bürgermeisteramt der Stadt Erlangen, durch PeterSteger,  der im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir vor allem bei der Beschaffung der Visa half,

–  und dem Erlangen-Haus in Wladimir mit Irina Chasowa, die vor Ort viel Kommunikation erleichterte.

Schuljahr 2019/20, Christiane Krautwurst (OStRin i.B.)

 

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Zwei Kenner des Landes machen sich gemeinsam mit ihren Ehefrauen im September 2019 auf den Weg und ergänzen sich:

Blick vom Patriarchengarten auf die Altstadt von Wladimir

Der Experimentalphysiker, Andreas Magerl, emeritierter Professor der Friedrich-Alexander-Universität, betreut schon seit Jahren einen Austausch deutscher und russischer Studenten, wobei er in engem Kontakt mit verschiedenen russischen Universitäten steht. Der ehemalige Leiter des Gymnasiums Fridericianum, Gerhard Hammer, wiederum kennt die Erlanger Partnerstadt gut und hat einen bis heute funktionierenden Austausch mit einer Schule in Wladimir begründet. Er stellte auch den Kontakt mit der Universität Wladimir für den Wissenschaftler her. Diese beiden Projekte der Zusammenarbeit bildeten den organisatorischen Rahmen für eine hochinteressante Reise nach Moskau, Wladimir und Kasan.

Ludmila Suschkowa, Gerhard Hammer, Andreas Magerl, Ansor Saralidse und Olga Chochlowa

Was Moskau für eine pulsierende Weltstadt ist, wissen wohl die meisten. Beeindruckend sind das reibungslose Funktionieren des öffentlichen Verkehrswesens und der ausgezeichnete Zustand der touristischen Attraktionen. Insbesondere die religiösen Stätten werden aufwendig restauriert und blitzen mit zahlreichen frisch vergoldeten Kuppeln. Eine umfangreiche international bestückte Ausstellung zum Thema „The coming world: Ecology as the new Politics“ zeigt, wie das Umweltproblem auch hierzulande sehr wohl erkannt worden ist.

Ein pünktlicher und schneller Zug bringt die Reisenden in zwei Stunden nach Wladimir, das sich als muntere Stadt mit Straßenfest, wunderbaren Parkanlagen und vielen netten Restaurants und Cafés von seiner besten Seite zeigt. Überall sind junge Leute engagiert beim Arbeiten zu sehen, und im gastronomischen Bereich gibt es innovative Konzepte, wie z. B. ein Familiencafé mit angeschlossenem Spielzimmer für kleine Gäste. Untergebracht sind die beiden Ehepaare im Erlangen-Haus, in dem neben einem kleinen Hotelbetrieb (man muß sich dort wohlfühlen!) vor allem Deutsch unterrichtet wird. Dabei sind das Niveau der Lehrkräfte und ihr Engagement beeindruckend. Den Höhepunkt der Reise bildet der durch Peter Steger, den Partnerschaftsbeauftragten Erlangens, vorbereitete Besuch in der Universität, wo die deutschen Gäste vom Rektor, Ansor Saralidse, und der Bildungsbeauftragten der Regionalduma, Olga Chochlowa, mit einem offiziellen Empfang sehr freundlich aufgenommen werden.

Andreas Magerl, Ludmila Suschkowa, Ansor Saralidse, Olga Chochlowa, N.N. und Gerhard Hammer

Der Zug zur 800 km langen Weiterreise nach Kasan fährt pünktlich vom Bahnhof Wladimir zur Fahrt in Richtung Sibirien ab und bietet einen höchst angenehmen Service.

In der Hauptstadt der halbautonomen Republik Tatarstan fällt das offensichtlich einvernehmliche Zusammenleben der muslimischen und christlichen Bevölkerung auf: Prächtige Kirchen und ebensolche Moscheen stehen in Kasan nebeneinander, und auch sonst macht die betriebsame Stadt einen offenen und wirtschaftlich aufstrebenden Eindruck.

Kasan

Insgesamt war es eine sehr bildende Reise, sowohl touristisch als auch unter dem Aspekt der Begegnung mit der Bevölkerung ein voller Erfolg. Die große Freundlichkeit, mit der wir Deutsche überall behandelt werden, steht im Gegensatz zu manchen bestehenden Vorurteilen.

Besonderer Dank gebührt Herrn Steger, ohne dessen kompetente Hilfe diese Reise nicht so erfolgreich verlaufen wäre: Man konnte deutsch-russische Partnerschaft im besten Sinn und auf verschiedenen Ebenen erleben.

Eva-Maria Hammer

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Das Lebensmotto von Marina Trubizyna lautet: „Willst du ein besonderer Mensch sein, da sei du selbst.“ Kein schlechter Wahlspruch für eine Lehrerin, die offenbar auch pädagogisch gemäß dieser Sentenz arbeitet. Eigentlich unterrichtet sie ja Englisch an der Schule Nr. 23, aber es liegt ihr offenbar viel daran, ihren Schülern gerade auch die Partnerstadt Erlangen nahezubringen.

Marina Trubizyna mit ihrer Gruppe, gesehen von Karin Günther

Seit 2011 schon kommt sie in zweijähriger Stetigkeit mit einer kleinen Gruppe, mit der sie, ganz ihrem Motto verpflichtet, weitgehend in Eigenregie das Programm zusammenstellt, das möglichst viele landeskundliche Elemente enthalten soll, sprich, gespickt ist mit Ausflügen wie heute nach München.

Ute Schirmer und Marina Trubizyna, gesehen von Karin Günther

Am 3. Oktober angekommen, bleiben die privat untergebrachten Gäste noch bis zum Donnerstag und üben in der Zeit nicht nur ihr Englisch, sondern auch die Zweitsprache Deutsch. Einige, die schon zwei oder drei Mal an diesen Reisen teilnahmen, bringen es da mittlerweile schon zum Gesellenbrief.

Ute Schirmer und die Gruppe, gesehen von Marina Trubizyna

Bei aller Eigenständigkeit nimmt Marina Trubizyna aber gern die Hilfe des Freundeskreises Wladimir an, nicht nur bei der Auswahl der Gastfamilien oder der Ausflugsziele. Wie auch nicht! Dafür haben wir schließlich die Bürgerpartnerschaft, eine besondere, wo alle nach dem Wahlspruch der Wladimirer Pädagogin leben können, immer im Austausch miteinander.

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„Kaum zu glauben“, schrieb Marina Trubizyna dieser Tage auf Facebook, „mein erster Tag mit meinen wunderbaren Schülern in Erlangen. Stellen Sie sich vor, diese Kinder schrieben sich im Sommer an der Universität ein.“ Und dann fügt die Fremdsprachenlehrerin aus Wladimir noch hinzu: „Soeben hat die neue Gruppe die Visa erhalten. Erlangen, wir sind schon voller Vorfreude auf die nächste Herbstreise.“

Marina Trubizyna und ihre Schülergruppe

Welch ein Glück für die Schulkinder, eine solche Lehrerin zu haben, die ihnen die Welt eröffnet und zeigt. Und welch ein Glück für die Städtepartnerschaft, so immer neue Gesandte der Völkerverständigung zu erhalten. Mögen Sie nie etwas in der Art erleben, was heute vor 80 Jahren seinen verhängnisvollen Lauf nahm. Es liegt auch an ihnen und an dem internationalen Jugendaustausch. Da gratuliert man denn auch gerne zum Tag des Wissens, der heute in der Russischen Föderation begangen wird.

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An der Sprachreise vom 3. bis 12. August, von der hier später noch die Rede sein wird, nahm auch Harald Luft, Musiklehrer am Marie-Therese-Gymnasium, teil. Einen ganzen Nachmittag verbrachte er an der Kinderkunstschule Nr. 3 mit deren Leiter, Alexander Sneschin, und der stellvertretenden Direktorin für die Verwaltung, Tatjana Matwejewa.

Harald Luft und Alexander Sneschin

Alexander Sneschin, der dem Kollegen aus Erlangen die Klassenräume und die beiden Konzertsäle zeigte, berichtet von einem anregenden Gespräch, an das er gern zurückdenke.

Tatjana Matwejewa und Harald Luft

Da ist es besonders schade, daß der Austausch des MTG mit Wladimir schon vor fünf Jahren eingestellt wurde. Aber, wer weiß, vielleicht gibt die Musik ja neue Impulse für ein Miteinander. Frei nach William Shakespeare könnte man sagen: „Wenn die Musik der Städtepartnerschaft Nahrung ist, spielt weiter!“

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„So etwas gab es an unserer Schule noch nicht, Besuch aus Rußland“, freute sich gestern Burkard Eichelsbacher bei der Begrüßung seiner Gäste. Der Leiter des Gymnasiums Eckental hatte sich noch vor der letzten Lehrerkonferenz in diesem Schuljahr Zeit für Walentina Guschowa und Maria Sajzewa genommen. Die stellvertretende Leiterin der Schule Nr. 25 ist von Montag bis Donnerstag zusammen mit der Deutsch- und Englischlehrerin aus der Partnerstadt in Franken, um auf Vermittlung von Melitta Schön, Altbürgermeisterin von Heroldsberg und Vorsitzende des „Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir“, Möglichkeiten für einen Austausch zu suchen.

Melitta Schön, Maria Sajzewa, Walentina Guschowa und Burkard Eichelsbacher

Noch ist es nicht so weit, noch müssen an beiden Schulen Lehrkräfte gefunden werden, die sich der Mühe mit all der Organisation und Durchführung solcher gegenseitigen Besuche unterziehen wollen, aber der erste, kleine Schritt ist getan. Wer weiß, vielleicht wird daraus ja auch ein großer für die Städtepartnerschaft, die wieder einmal über die Gemarkungen von Erlangen hinausreicht.

Walentina Guschowa, Maria Sajzewa, Melitta Schön und Ilse Dölle

Und dann noch eine Überraschung. Ganz kurzfristig findet auch Bürgermeisterin Ilse Dölle Zeit, die Gäste zu empfangen. Eine große Freude für die Lehrerinnen, denn: „Hier, in diesen kleineren Orten kann man das richtige Deutschland erleben.“ Und nach dem Nachmittagsspaziergang durch Erlangen: „Hier ist sogar die Hitze erträglicher als in der Stadt.“ Das klingt schon fast nach Landflucht der Städtepartnerschaft…

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Nach dem Bericht der Erzieherin Natalia Tarakanowa https://is.gd/OWVQ6r über das Sozialpraktikum von sieben Waldorfschülerinnen aus Erlangen in Wladimir kommen nun auch einige der Mädchen selbst zu Wort:

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Katharina Bayer, Paula Politov, Eva Eger, Elisa Salzbrunn, Mona Schleicher , Johanna Hofmann und Maja Politov mit ihren russischen Begleiterinnen

Für zwei Wochen habe ich in Wladimir in einer Gastfamilie gelebt und dort ein Praktikum in einem Kindergarten absolviert. Mir und meinen sechs Klassenkameradinnen ist besonders die außerordentliche Gastfreundlichkeit sofort aufgefallen. Schnell wurde uns aber auch klar: Mit Englisch werden wir nicht recht weit kommen. Das war allerdings überhaupt kein Problem, denn so kamen wir mit den Menschen noch näher in Kontakt! Mit meinen Gasteltern verständigte ich mich meistens pantomimisch, und so hatten wir stets eine Menge zu lachen:) Sehr positiv sind uns auch die öffentlichen Verkehrsmittel aufgefallen. Busfahrpläne gab es zwar keine, das war aber nicht weiter schlimm, da alle paar Minuten ein Bus fuhr und man somit sehr schnell von A nach B kam. Die Busse waren meist gut gefüllt, und somit hielt sich der Verkehr gut in Grenzen. Die russischen Kirchen sind zudem überall vorzufinden mit ihren wunderschönen Sahnehäubchen-Türmen. Besonders viele gab es davon in Susdal. Ich fühlte mich dort, wie in einem Märchenland. Jeden Tag kochte meine Gastmutter etwas typisch Russisches, was jedes Mal vorzüglich schmeckte. Einiges davon vermisse ich schon sehr, wie zum Beispiel Borschtsch, das ist eine Fleischsuppe. Wladimir hat mich auf jeden Fall an allen Ecken und Enden sehr positiv überrascht und ich möchte jedem ans Herz legen, dieses wunderbare Land einmal zu besuchen. Nach der Schule möchte ich meine Gastfamilie unbedingt ein zweites Mal besuchen kommen.

Johanna Hofmann

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Ich habe mein Sozialpraktikum vom 24. Juni bis 5. Juli in Wladimir, der Partnerstadt von Erlangen, in einem Waldorfkindergarten absolviert. Mit einer Freundin wurde ich sehr herzlich von einer netten Gastfamilie aufgenommen. Wir wohnten in einem schönen Einfamilienhaus. Die Familie hatte zwei Töchter im Alter von 15 und zwölf Jahren. Die Arbeit im Kindergarten hat mir auch gut gefallen, da die Kinder uns gegenüber sehr offen und nett waren. Zu unseren täglichen Aufgaben im Kindergarten gehörten u.a.: Gartenarbeiten, wie Blumen gießen und Unkraut zupfen, außerdem Tischdecken und Putzen. Mit den Kindern haben wir einige Spiele gemacht und ihnen beim Umziehen der Kleidung geholfen. Dies hat uns selbstverständlich am meisten Spaß gemacht, auch wenn die Verständigung oft nicht ganz einfach war. Wir konnten kein Russisch, und die Kindergartenkinder und unsere Gastfamilie kein Deutsch und kaum Englisch. Trotzdem haben wir uns alle sehr gut verstanden. Am Nachmittag haben wir uns oft im Erlangen-Haus getroffen und eine Gruppe von Jugendlichen beim Deutschlernen unterstützt. Es war sehr lustig, und es haben sich in dieser Zeit sogar ein paar Freundschaften entwickelt. Wir würden uns freuen, diese Leute auch einmal in Erlangen zu treffen. Meine Familie würde sich auch bereit erklären, russische Gastschüler aufzunehmen. Die Stadt Wladimir und der Ort Susdal haben mich mit ihren zahlreichen Kathedralen und Museen sehr beeindruckt. Besonders der Ausflug nach Moskau war nochmal ein „Highlight“ der Reise. Es ist eine sehr bunte, kulturelle Stadt, die mich mit ihrer Architektur zum Staunen gebracht hat. Der Besuch auf dem Roten Platz war für mich ein unglaublicher Augenblick. Das Land hat mich sehr überrascht, weshalb ich auch vorhabe, es noch einmal zu besuchen. Zu meiner Freude konnte ich noch ein paar Wörter aus meinem einwöchigen Russischkurs vom letzten Jahr abrufen, und auch das Lesen in russischer Schrift fiel mir zum Ende immer leichter. Ich bedanke mich bei der Stadt Erlangen und Peter Steger, die mir dieses Praktikum ermöglicht haben, und vor allem bei Heidi und Jürgen Binder für die Organisation, die Mühe und Fürsorge. Es war eine schöne Erfahrung mit bleibenden Eindrücken und Erlebnissen. Abschließend möchte ich sagen: „Ich kann jedem ein Praktikum bzw. einen Aufenthalt in einem anderen Land empfehlen.“

Katharina Bayer

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Als wir das erste Mal auf die Gastfamilien trafen und zu ihnen nach Hause fuhren, war es ein komisches Gefühl. Denn du kennst diese Menschen nicht und wirst für die nächsten zwei Wochen bei ihnen wohnen. Jede Familie hat schließlich ihre eigenen Gewohnheiten und Eigenheiten. Zudem kamen noch die anderen Gewohnheiten der Russen dazu, da es in diesem Land so üblich ist, zum Beispiel um 22 Uhr Tee zu trinken. Die Familien empfingen uns aber sehr nett. Am Anfang brauchte man natürlich seine Zeit, um sich an die „neue Familie“ zu gewöhnen, doch das ging sehr schnell. Die Russen sind nämlich sehr gastfreundlich und immer hilfsbereit und freundlich. Teilweise haben die Kinder der Familien im Wohnzimmer geschlafen, um uns ein Zimmer frei zu machen, was natürlich nicht selbstverständlich ist. Schließlich ist nicht jeder Mensch dazu bereit, fremde Jugendliche aufzunehmen und auch noch ein Zimmer frei zu machen. Wir hatten bei den Familien alles, was man brauchte. Auch das Essen war sehr gut. Einige Familien konnten nur wenig oder sogar überhaupt kein Deutsch (oder sie trauten sich nicht). Doch man konnte sich immer irgendwie verständigen. Mit Hand und Fuß ging es 😉 Und wenn gar nichts mehr geholfen hat, unterhielt man sich auch über den Google-Übersetzer. Allerdings kommt da teilweise so ein Schwachsinn raus, den man dann trotzdem nicht verstand. Doch irgendwie klappte es am Ende immer. Bei der Verabschiedung schenkten uns die Gastfamilien sogar noch etwas, obwohl ja wir zwei Wochen bei denen geschlafen hatten (natürlich schenkten auch wir unseren Gastfamilien etwas). Das war eine sehr nette Geste. Am Ende war es schwer, „Auf Wiedersehen“ zu sagen, man hatte ja schließlich eine Zeit mit dieser Familie verbracht und sich aneinander gewöhnt. Doch ein paar Familien werden auch nach Deutschland kommen, und darauf freuen wir uns sehr!

Mona Schleicher

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Der erste Eindruck war sehr spannend, da vieles anders als in Deutschland war. Wir (Johanna, Eva, Mona und Maja) wurden auf zwei Kindergärten aufgeteilt (Johanna & Eva kamen in einen staatlichen Kindergarten, Mona & Maja in den Waldorfkindergarten). Die Kinder waren zunächst schüchtern, aber dies verflog schnell. Manches war zunächst sehr fremd, doch mit der Zeit gewöhnte man sich daran. Nach ein paar Tagen erlebten wir es als Alltag an, und wir konnten uns auf alles einstellen. Nach einer Woche durften Mona und Maja einen anderen, einen staatlichen Kindergarten kennenlernen. Beide Einrichtungen hatten ganz unterschiedliche Methoden, die Kinder zu betreuen. Fazit: Es hat sehr viel Spaß gemacht, den Kindergarten zu besuchen, und es war eine tolle Erfahrung.

Maja Politov

Siehe auch: https://is.gd/OWVQ6r

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