Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Religion’ Category

Anrührend


Als ich so am Kursker Bahnhof sitze und auf den Zug nach Wladimir warte, sehe ich eine alte Frau, die auf und ab durch die Halle schlürft. Arm ist sie, anrührend in ihrer Erscheinung, bittet, eine Ikone in der Hand, um Geld für Brot und Milch. Ein kaum zu ertragender Anblick inmitten all der so geschäftigen und augenscheinlich wohlversorgten Menschen.

Da fiel mir plötzlich ein: Die Witwe meines Erlanger Freundes hatte mir doch ein ganzes Säckchen mit russischem Kleingeld übergeben, lauter Rubelmünzen und viele Kopeken, die sie überall im Arbeitszimmer ihres Mannes gefunden und nun mir zum Abschied mitgegeben hatte. Ich werde schon eine Verwendung dafür finden, meinte sie. Da ich fürchtete, mit diesem unerwarteten Schatz über die erlaubten acht Kilo für das Handgepäck zu kommen – einen Koffer zum Aufgeben hatte ich gar nicht dabei -, zögerte ich zunächst. Und tatsächlich lag ich dann auch über der Grenze und hätte eigentlich 40 Euro zuzahlen müssen. Doch die Dame am Schalter hatte ein Einsehen mit mir…

Jetzt begriff ich erst, wofür mir die gute Freundin in Erlangen das Säckchen übergeben hatte. Der Verstorbene konnte so über den Tod hinaus helfen und wenigstens für einen Tag eine alte Russin glücklich machen. Anrührend, sehr anrührend.

Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

Read Full Post »


In der diesjährigen Jugendbegegnung zwischen der Universität Wladimir, der Rosenkranzgemeinde Wladimir und der Nadjeschda-Jugend (früher BDKJ) ist die Hälfte der Zeit vorbei, die russische Gruppe ist wieder nach Wladimir zurückgekehrt, am Wochenende brechen die Erlanger Jugendlichen zum Gegenbesuch auf. Hier ein kurzer Bericht, was bisher geschah.

Es ist mal wieder September und somit Halbzeit unserer jährlichen Jugendbegegnung. Nächste Woche geht es für uns nach Wladimir, und im Gegenzug war die russische Gruppe Mitte August bei uns zu Besuch. Allerdings wohnten wir in einem Jugendhaus in Haag bei Geiselwind, das uns ausreichend Möglichkeiten vor Ort bot, um zusammen zu kochen, abends am Lagerfeuer zu sitzen oder spielerisch die Sprachbarriere zu überwinden. „Allerdings“, weil uns so eine Begegnungsstätte in Erlangen leider noch fehlt. Bevor es also los ging mit den Städtetrips, Museumsbesuchen oder dem Souvenirshoppen stand in den ersten zwei Tagen zuerst das gegenseitige Kennenlernen, Einrichten in der neuen Umgebung und eine Einführung in die bayrischen Sitten und Eßgewohnheiten auf dem Plan.

Auch für die nächsten Tage hatten wir in unserem Planungsteam, welches aus Jugendleitern verschiedener Erlanger Gemeinden besteht, ein abwechslungsreiches Programm für unsere Gäste zusammengestellt. Am Mittwoch ging es nach Nürnberg, wo wir das Dokuzentrum und den Gerichtsaal 600 besuchten und ein Stadtspiel durch das Zentrum veranstalteten.

Den folgenden Vormittag widmeten wir der Aufarbeitung der im Museum gewonnen Eindrücke und sprachen in kleinen Diskussionsgruppen über das Gesehene und die Wirkung, die die Geschehnisse auch viele Jahrzehnte später noch auf uns haben. Selbst wenn verständlicherweise bei dem ein oder anderen mal Tränen flossen und nicht jeder etwas dazu sagen wollte, sind solche Diskussionen für uns immer sehr wertvolle Momente, die uns menschlich näher bringen und als Gruppe zusammenschweißen.

Einem ähnlichen Aufbau folgten auch die kommenden Tage. So ging es später am Donnerstag nach Würzburg, wo wir zuerst die Innenstadt erkundeten und uns dann mit einem Mönch des Augustinerklosters trafen. Er erklärte uns nicht nur den umgestalteten Kirchenraum der Klosterkirche, in dem die Gemeinde im Mittelpunkt steht, er gab uns auch einen interessanten Einblick in die moderne karitative Arbeit des Klosters. Da unsere Austauschgruppe zu einem großen Teil aus Studenten der Philosophie und Religionswissenschaften besteht und moderne Kirchenkonzepte auch für unsere russischen katholischen Partner eher die Ausnahme darstellen, stieß diese Führung auf große Resonanz. Abends veranstalteten wir noch ein kleines Open-Air Kino auf der Terrasse und schauten gemeinsam einen deutschen Klassiker, „Knocking on Heavens Door“, den sich unsere Gäste gewünscht hatten, wobei wir die große Vorliebe russischer Mädels für Til Schweiger entdeckten.

Unterbrochen wurde die Zeit in Haag am Freitag traditionsgemäß durch unser Äktschen- & Relaxwochenende in der Fränkischen Schweiz, zu dem alle Wladimirfahrer, Ehemalige und Freunde des Austauschs dazukommen können, um ein wenig russische Luft zu schnuppern.

Wir luden also unsere Busse voll, um in Weidmannsgeseeß ein Lager für 40 Personen aufzubauen und das Freizeitangebot der Gegend auszuschöpfen. Los ging es mit einer Wanderung auf das Walberla und zur Vexierkapelle. Später wurden wir dann leider vom Regen überrascht, der uns zwang, den ersten Abend etwas zu improvisieren, was die erste erlebnispädagogische Einheit – „gemeinsam ein Lager wetterfest machen“ – nach sich zog. Am nächsten Morgen ging es für die unterschiedlichen Gruppen entweder Bogenschießen, Kajakfahren, in den Klettergarten oder Wandern. Wer danach noch nicht genug hatte, konnte in Pottenstein die Sommerrodelbahn runterdüsen. Kaputt aber glücklich trafen sich alle zum Abendessen wieder, und da das gute Wetter anhielt, konnten wir, wie geplant, grillen und den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen. Am nächsten Tag wurden die Zelte wieder eingeschmissen, und nach einem kurzen Abstecher nach Gößweinstein, ging es zurück nach Haag.

Montags machten wir uns dann endlich auf nach Erlangen. Vormittags empfing uns Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und hieß unsere Gäste herzlich in der Partnerstadt willkommen. Nach einer Tour durch die Innenstadt gab es Mittagessen auf dem Entlaskeller, zu dem auch die „Altmitglieder“ von Nadjeschda eingeladen waren, um die Gruppe kennenzulernen.

Danach stand „Rent-a-Russian“ auf dem Plan. Darunter kann man sich erstmal wenig vorstellen und es war ursprünglich nur als Arbeitstitel angedacht, der sich aber recht schnell eingebürgert hat. Eingeführt haben wir diesen Programmpunkt als Ersatz für das Leben in Gastfamilien, und er ermöglicht ein Reinschnuppern in den ganz normalen Alltag, in Freizeitgestaltung, Studentenleben, Arbeit und Familienleben unserer Deutschen.

Die Gastgeber haben sich auch dieses Jahr wieder tolle Aktionen einfallen lassen und spannende Erlebnisse möglich gemacht – während die einen mit ihren Leuten zum Bouldern und Picknicken gingen, machten andere einen Ausflug nach Regensburg in ihre Studenten-WG, wieder andere führten ihre Gäste in die Arbeit im Walderlebniszentrum oder ihr Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr ein. Respekt und Dank für diese kreativen und gastfreundlichen Einladungen!

Am nächsten Morgen war dann auch unsere Zeit in Haag vorüber, und es ging ab in die Hauptstadt – diesmal nicht die bayrische, sondern die deutsche. Unterwegs machten wir noch zwei Zwischenstops in Bamberg und Coburg, wo wir uns die Landesaustellung zur Reformation auf der Veste anschauten. Den restlichen Tag verbrachten wir dann on the road und kamen nachts in unserem Hostel in Berlin an.

Da wir inzwischen versuchen, standardisierte Stadtführungen zu vermeiden, wurde am Mittwochmorgen die Zeit zurückgedreht, und unsere Teilnehmer verfolgten in einem an „Mr. X“ angelehnten Stadtspiel Spione des Westens oder Ostens durch die Stadt . Danach ging es in Kleingruppen je nach Wahl entweder in eine Ausstellung zur Geschichte Berlins, ins Spionagemuseum oder Aquarium. Die Krönung des Tages war ein Besuch des Fernsehturms, von wo aus man die Stadt nochmal aus einer ganz anderen Perspektive erkunden konnte.

Nachdem wir uns am ersten Tag eher scherzhaft mit der deutsch-deutschen Teilung auseinandergesetzt hatten, wurde es am letzten Tag nochmal ernst, und wir besuchten die Gedenkstätte Berliner Mauer. Auch wenn man heute nur noch ein paar wenige Überreste der Mauer besichtigen konnte, schuf die Ausstellung und Führung einen eindrucksvollen Überblick.

Leider war damit aber auch das offizielle Programm unseres Austauschs zu Ende, und es blieben uns nur noch ein paar Stunden für ein letztes gemeinsames Abendessen, um die Woche Revue passieren zu lassen. Die Zeit ging mal wieder viel zu schnell vorbei, doch zum Glück fällt einem der Abschied immer nur halb so schwer, wenn man sich noch auf Teil zwei des Austausches freuen kann. So warten wir gespannt, was unsere russischen Freunde für uns planen!

Sabrina Pfau

Read Full Post »


Am vergangenen Sonntag feierte St. Sebald das fünfzigjährige Jubiläum. Der am weitesten gereiste Ehrengast beim Hochamt und dem anschließenden Empfang war Sergej Sujew. Nicht von ungefähr, denn es war mit dem bereits verstorbenen Pfarrer Ferdinand Böhmer eben jene Gemeinde im Südosten Erlangens, die bereits 1991 zu den Katholiken in Wladimir erste Kontakte aufnahm, die bis heute fortbestehen.

Hochamt in St. Sebald mit Sergej Sujew

Wie verbunden die Rosenkranzgemeinde, der Sergej Sujew vorsteht, mit St. Sebald ist, bringt das Grußwort des russischen Geistlichen zum Ausdruck:

Hochamt in St. Sebald mit Sergej Sujew

Exzellenz, hochwürdigster Herr Weihbischof Herwig Gössl, sehr verehrte Ehrengäste, liebe Gemeinde, liebe Freunde!

Weihbischof Herwig Gössl und Sergej Sujew

Ich hoffe, niemandem zu nahe zu treten, wenn ich Sie Freunde nenne, denn es ist eben jene Freundschaft zwischen unseren Gemeinden, die es mir erlaubt, heute hier zu sein und mit Ihnen die Freude über das Jubiläum Ihrer Gemeinde zu teilen.

Sergej Sujew und Mecki Bernard

Schon seit vielen Jahren festigt sich diese Freundschaft kraft des Gebetes und dank der materiellen Unterstützung unserer guten Vorhaben! Deshalb ist das heute auch ein Tag der Dankbarkeit gegenüber Gott und Ihnen!

Sergej Sujew, Georg Kaczmarek und Martina Schuberth vom Orgateam

Diese Beziehungen legen heute gegenüber der Welt und unseren Ländern Zeugnis dafür ab, daß wir vor Gott alle eine Familie der Gläubigen sind!

Kurt Reiter, Stadtrat José Ortega, in Vertretung von Oberbürgermeister Florian Janik, und Sergej Sujew

Deshalb vermag niemand und nichts uns zu trennen!

Sergej Sujew und Kurt Reiter

Als hätte es noch eines Beweises für die Dankesworte bedurft, in die der Priester ausdrücklich Georg Kaczmarek als aufmerksamen Organisator und sprachkundigen Koordinator seines Aufenthalts einbezog, übergab Kurt Reiter, Vorsitzender des Ausschusses „Weltkirchen, Interkulturelle Kontakte“ im Pfarrgemeinderat von St. Sebald und Mitglied beim Förderverein „Nadjeschda“, einen Betrag von 500 Euro zur Verwendung durch die Rosenkranzgemeinde, gesammelt bei einer Sonderkollekte.

Sergej Sujew, sprachlich betreut von Irene und Viktor Korobkin

Seinen Kurzbesuch, der heute schon wieder endet, nutze Sergej Sujew aber auch noch zu einem Treffen mit Erzbischof Ludwig Schick, spätestens seit seinem Besuch in Wladimir im August 2012 der Rosenkranzgemeinde freundschaftlich zugetan. Das Gespräch, das dem sich erfreulich entwickelnden Jugendaustausch ebenso galt wie den Fortschritten beim Bau des Pilgerzentrums, wo das Erzbistum Bamberg auch in der nun bevorstehenden Schlußphase weiter nach Kräften helfen will, kundig koordiniert von Michael Kleiner, stand denn auch, wie der Gast bemerkte, ganz im Geiste der gestrigen ersten Lesung aus Hebrärer 10, 32-36:

Sergej Sujew, Erzbischof Ludwig Schick und Michael Kleiner, Leiter des Referats Weltkirche

Erinnert euch an die früheren Tage, als ihr nach eurer Erleuchtung manchen harten Leidenskampf bestanden habt: Ihr seid vor aller Welt beschimpft und gequält worden, oder ihr seid mitbetroffen gewesen vom Geschick derer, denen es so erging; denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und auch den Raub eures Vermögens freudig hingenommen, da ihr wußtet, daß ihr einen besseren Besitz habt, der euch bleibt. Werft also eure Zuversicht nicht weg, die großen Lohn mit sich bringt. Was ihr braucht, ist Ausdauer, damit ihr den Willen Gottes erfüllen könnt und so das verheißene Gut erlangt.

Read Full Post »


Normalerweise endet ein Empfang für Gäste aus den Partnerstädten nach spätestens einer halben Stunde. Ganz anders gestern vormittag, als Elisabeth Preuß die 20 jungen Gäste des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im 14. Stock des Rathauses begrüßte. Erst nach fast einer Stunde ging man auseinander und das auch nur, weil die Bürgermeisterin einen Anschlußtermin wahrzunehmen hatte, andernfalls das Treffen noch lange gedauert hätte – bei all den Fragen von der Flüchtlingsthematik bis hin zu Studienmöglichkeiten an der FAU aus der Gruppe. „Das hat jetzt richtig Spaß gemacht, bei so viel Interesse“, bedauerte denn auch Elisabeth Preuß das erzwungene Ende der Begegnung mit den Jugendlichen aus der Rosenkranzgemeinde, der orthodoxen Diözese und der Universität von Wladimir.

Elisabeth Preuß und die gemischte deutsch-russische Gruppe des BDKJ

 

Auch Jutta Schnabel und ihr Orga-Team sind zufrieden mit der Gruppe, die jetzt schon seit einer Woche in einem Begegnungshaus in der Nähe von Geiselwind – in Erlangen fehlt leider eine derartige Einrichtung – ihr umfangreiches Programm abarbeitet und morgen noch für zwei Tage nach Berlin reisen wird, von wo aus man schließlich die Rückreise nach Wladimir antritt. „Der Kreis wird größer“, freut sich denn auch Jutta Schnabel über das wachsende Interesse auf beiden Seiten an dem Austausch, der ja schon im September mit einem Gegenbesuch in der russischen Partnerstadt seine Fortsetzung findet.

Eine Fortsetzung ist übrigens auch für diesen ersten Bericht versprochen. Vorfreude darf da schon mal aufkommen.

Read Full Post »


Die gut 10.000 Seelen starke armenische Gemeinde der Region Wladimir hat seit Sonntag nach zwölfjähriger Bauzeit endlich auch ihr eigenes Gotteshaus, geweiht Gregor dem Erleuchter, dem Apostel und ersten Katholikos der armenischen-apostolischen Kirche. Probleme bei der Finanzierung – Mäzene und Gemeindemitglieder sammelten die ca. eine Million Euro – und der vor einem Jahr erneut aufgeflammte Konflikt in Berg-Karabach verzögerten die Fertigstellung der ersten armenischen Kirche in Wladimir,  37 m hoch, 20 m lang und 14 m breit. Ein Großteil des Materials – so zum Beispiel die 250 t Tuffstein – wurden aus Armenien geliefert.

Nun hat die älteste christliche Staatskirche, gegründet im frühen 4. Jahrhundert, also auch ihre Filiale in Wladimir, das seinerseits in der direkten Nachfolge Kiews als die Wiege der russischen Orthodoxie gelten darf und wo schon Ende des 19. Jahrhunderts die römisch-katholische ihre Rosenkranzgemeinde gegründet hatte, die heute in der Städtepartnerschaft eine so wichtige Rolle spielt, wo auch Protestanten und Freikirchen ungehindert ihren Glauben ausüben dürfen, wenngleich – der Blog berichtete unlängst darüber – die Zeugen Jehovas mittlerweile einem Verbot unterliegen.

Bei allen Unterschieden und Einschränkungen sind damit gute Voraussetzungen für ein ökumenisches Miteinander geschaffen, wofür auch der Umstand steht, daß die Fresken der Sankt-Gregor-Kirche von Künstlern aus Armenien und Wladimir gemeinsam geschaffen wurden: ad maiorem dei gloriam.

Read Full Post »


Wie vor etwa einem Monat das Internetportal „Pro Wladimir“ berichtete, bezahlte eine Zeugin Jehovas in Alexandrow, eineinhalb Autostunden nordwestlich von Erlangens Partnerstadt gelegen, eine Strafe für das Vergehen, in ihrer Wohnung regelmäßig Versammlungen von Gläubigen veranstaltet zu haben. Die Höhe des vom Gesetzgeber festgelegten Bußgeldes mag gering erscheinen – sie liegt zwischen 1.000 und 2.000 Rubel -, alarmiert hingegen sind Nichtregierungsorganisationen und internationale Organisationen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der am 20. April durch einen Richterspruch erfolgten Einstufung der Zeugen Jehovas als „extremistische Vereinigung“ und des daraus abgeleiteten Verbots jeglicher Aktivität der Sekte, am Montag nun vom Obersten Gericht bestätigt und gestern von Gernot Erler, dem Rußlandbeauftragten der Bundesregierung, „sehr besorgt“ zur Kenntnis genommen.

Was die Bibel lehrt. Nehmen Sie gratis mit… So jetzt nicht mehr möglich.

Nach Jahrzehnten der Unterdrückung in der Sowjetunion und in allen Staaten des Warschauer Paktes, einschließlich der DDR, hatten die Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft mit etwa 175.000 Gläubigen in der Russischen Föderation ein Vierteljahrhundert weitgehende Freiheit genossen und fast 400 Gemeinden gegründet. Mit der jetzigen Entscheidung des russischen Staates werden die Zeugen Jehovas, im Umgang mit Unterdrückung erfahren – man denke nur an die Verfolgung im Dritten Reich, weil sie den Hitler-Gruß ebenso wie den Wehrdienst verweigerten und dafür bereit waren, ins KZ zu gehen und dort zu sterben -, ihren Glauben sicher nicht aufgeben, sondern in die Katakomben gehen, ihre Reihen noch fester schließen, noch entschiedener an ihrer endzeitlichen und kreationistischen Lehre sowie den gewiß als fundamentalistisch zu bezeichnenden moralischen Vorstellungen festhalten. Die Sekte bietet aus Sicht von „aufgeklärten Christen“ – etwa in ihrer Ablehnung der Ökumene oder der Bluttransfusion, von der Verdammung der Homosexualität ganz zu schweigen – wahrlich genug Stoff für eine kritische Auseinandersetzung. Aber gleich ein staatliches Verbot… Voltaire, der luzide Streiter gegen Absolutismus und Rechthaberei, hätte wohl mutatis mutandis zu einem Zeugen Jehovas gesagt: „Mein Herr, ich teile Ihren Glauben nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß sie ihn praktizieren dürfen.“ Die Bibelforscher selbst trösten sich hingegen auf dem Weg nach Straßburg, wo sie nun ihre Rechte einklagen wollen, wahrscheinlich einstweilen mit dem Evangelisten Matthäus, von dem geschrieben steht: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“

Read Full Post »


Beim gestrigen Ehrenamtsempfang der Erzdiözese Bamberg im Festsaal des Bistumshauses St. Otto wurden auch der Verein „Nadjeschda“ und das „Wladimir-Team“ des Bundes der Katholischen Jugend Erlangen ausgezeichnet. Leser des Blogs werden wissen warum, aber es in einer Laudatio zu vernehmen, hat natürlich ein ganz eigenes Gewicht. Deshalb hier im Wortlaut:

Seit 2002 besteht der Verein „Nadjeschda“ (Hoffnung“). Ziel des Vereins war es von Anfang an, im Sinne der Völkerverständigung innerhalb der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir für das Dekanat Erlangen kirchliche Aktivitäten auf ehrenamtlicher Basis anzuschieben, zu koordinieren und zu stärken. Die Arbeit im Verein wird ehrenamtlich geleistet. 2002 waren es 20 Aktive, inzwischen sind es 32.

Auszeichnung von Nadjeschda und Wladimir-Team des BDKJ durch Erzbischof Ludwig Schick an die Gaststudentin aus Wladimir, Wiktoria Medwedjewa, und die Vorstandsmitglieder, Jutta Schnabel und Hannelore Röthlingshöfer

Ein wichtiges Ziel des Vereins war und ist es, die Jugendbegegnungen des katholischen Dekanats Erlangen mit Mitgliedern der katholischen Rosenkranzgemeinde in Wladimir zu unterstützen und die ökumenische Jugendarbeit in Wladimir zu fördern. So konnte auch das gute ökumenische Klima zwischen der katholischen Rosenkranzgemeinde und der örtlichen Othodoxie gefestigt werden.

Innenhof des Bistumshauses

Durch Kollekten im Dekanat, Verkäufe auf einem Weihnachtsmarkt, Spenden und Mitgliedsbeiträge hat der Verein erhebliche Mittel gesammelt, um den Jugendaustausch zu unterstützen und die Jugendarbeit in der Rosenkranzgemeinde von Wladimir sicherzustellen. Für ein geplantes Jugend- und Kulturzentrum konnte der Verein so insgesamt die stolze Summe von 65.000 Euro zusammenbekommen. Zusätzlich sind mehrere Tausend Euro in die Rosenkranzgemeinde Wladimir gegangen.

Hannelore Röthlingshöfer, Wiktoria Medwedjewa, Lena Mörsberger, Jutta Schnabel, Helmut Röthlingshöfer, Udo Zettelmaier, Georg Kaczmarek, Michael Kleiner und Dekan Josef Dobeneck mit Erzbischof Ludwig Schick

Neben der finanziellen Unterstützung der Partner in Wladimir ist interkulturelles Lernen und die Förderung des Verständnisses für kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede ein wichtiges Ziel des Jugendaustausches mit Wladimir. Dabei setzen sich die Teilnehmer aktiv mit der Kultur, Geschichte und Politik des jeweils anderen Landes auseinander, lernen sich aber vor allem auch gegenseitig auf persönlicher Ebene kennen, sowohl durch Gespräche als auch gemeinsame Aktivitäten.

Danke dem Verein „Nadjeschda“, besonders auch für seine praktizierte Ökumene!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen liegt auch ein neues Faltblatt vor, das über die Aktivitäten des Vereins informiert – und für einen Eintritt wirbt zu einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von mindestens 15 Euro. Anmeldungen erbeten unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: