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Archive for the ‘Religion’ Category


Normalerweise endet ein Empfang für Gäste aus den Partnerstädten nach spätestens einer halben Stunde. Ganz anders gestern vormittag, als Elisabeth Preuß die 20 jungen Gäste des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im 14. Stock des Rathauses begrüßte. Erst nach fast einer Stunde ging man auseinander und das auch nur, weil die Bürgermeisterin einen Anschlußtermin wahrzunehmen hatte, andernfalls das Treffen noch lange gedauert hätte – bei all den Fragen von der Flüchtlingsthematik bis hin zu Studienmöglichkeiten an der FAU aus der Gruppe. „Das hat jetzt richtig Spaß gemacht, bei so viel Interesse“, bedauerte denn auch Elisabeth Preuß das erzwungene Ende der Begegnung mit den Jugendlichen aus der Rosenkranzgemeinde, der orthodoxen Diözese und der Universität von Wladimir.

Elisabeth Preuß und die gemischte deutsch-russische Gruppe des BDKJ

 

Auch Jutta Schnabel und ihr Orga-Team sind zufrieden mit der Gruppe, die jetzt schon seit einer Woche in einem Begegnungshaus in der Nähe von Geiselwind – in Erlangen fehlt leider eine derartige Einrichtung – ihr umfangreiches Programm abarbeitet und morgen noch für zwei Tage nach Berlin reisen wird, von wo aus man schließlich die Rückreise nach Wladimir antritt. „Der Kreis wird größer“, freut sich denn auch Jutta Schnabel über das wachsende Interesse auf beiden Seiten an dem Austausch, der ja schon im September mit einem Gegenbesuch in der russischen Partnerstadt seine Fortsetzung findet.

Eine Fortsetzung ist übrigens auch für diesen ersten Bericht versprochen. Vorfreude darf da schon mal aufkommen.

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Die gut 10.000 Seelen starke armenische Gemeinde der Region Wladimir hat seit Sonntag nach zwölfjähriger Bauzeit endlich auch ihr eigenes Gotteshaus, geweiht Gregor dem Erleuchter, dem Apostel und ersten Katholikos der armenischen-apostolischen Kirche. Probleme bei der Finanzierung – Mäzene und Gemeindemitglieder sammelten die ca. eine Million Euro – und der vor einem Jahr erneut aufgeflammte Konflikt in Berg-Karabach verzögerten die Fertigstellung der ersten armenischen Kirche in Wladimir,  37 m hoch, 20 m lang und 14 m breit. Ein Großteil des Materials – so zum Beispiel die 250 t Tuffstein – wurden aus Armenien geliefert.

Nun hat die älteste christliche Staatskirche, gegründet im frühen 4. Jahrhundert, also auch ihre Filiale in Wladimir, das seinerseits in der direkten Nachfolge Kiews als die Wiege der russischen Orthodoxie gelten darf und wo schon Ende des 19. Jahrhunderts die römisch-katholische ihre Rosenkranzgemeinde gegründet hatte, die heute in der Städtepartnerschaft eine so wichtige Rolle spielt, wo auch Protestanten und Freikirchen ungehindert ihren Glauben ausüben dürfen, wenngleich – der Blog berichtete unlängst darüber – die Zeugen Jehovas mittlerweile einem Verbot unterliegen.

Bei allen Unterschieden und Einschränkungen sind damit gute Voraussetzungen für ein ökumenisches Miteinander geschaffen, wofür auch der Umstand steht, daß die Fresken der Sankt-Gregor-Kirche von Künstlern aus Armenien und Wladimir gemeinsam geschaffen wurden: ad maiorem dei gloriam.

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Wie vor etwa einem Monat das Internetportal „Pro Wladimir“ berichtete, bezahlte eine Zeugin Jehovas in Alexandrow, eineinhalb Autostunden nordwestlich von Erlangens Partnerstadt gelegen, eine Strafe für das Vergehen, in ihrer Wohnung regelmäßig Versammlungen von Gläubigen veranstaltet zu haben. Die Höhe des vom Gesetzgeber festgelegten Bußgeldes mag gering erscheinen – sie liegt zwischen 1.000 und 2.000 Rubel -, alarmiert hingegen sind Nichtregierungsorganisationen und internationale Organisationen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der am 20. April durch einen Richterspruch erfolgten Einstufung der Zeugen Jehovas als „extremistische Vereinigung“ und des daraus abgeleiteten Verbots jeglicher Aktivität der Sekte, am Montag nun vom Obersten Gericht bestätigt und gestern von Gernot Erler, dem Rußlandbeauftragten der Bundesregierung, „sehr besorgt“ zur Kenntnis genommen.

Was die Bibel lehrt. Nehmen Sie gratis mit… So jetzt nicht mehr möglich.

Nach Jahrzehnten der Unterdrückung in der Sowjetunion und in allen Staaten des Warschauer Paktes, einschließlich der DDR, hatten die Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft mit etwa 175.000 Gläubigen in der Russischen Föderation ein Vierteljahrhundert weitgehende Freiheit genossen und fast 400 Gemeinden gegründet. Mit der jetzigen Entscheidung des russischen Staates werden die Zeugen Jehovas, im Umgang mit Unterdrückung erfahren – man denke nur an die Verfolgung im Dritten Reich, weil sie den Hitler-Gruß ebenso wie den Wehrdienst verweigerten und dafür bereit waren, ins KZ zu gehen und dort zu sterben -, ihren Glauben sicher nicht aufgeben, sondern in die Katakomben gehen, ihre Reihen noch fester schließen, noch entschiedener an ihrer endzeitlichen und kreationistischen Lehre sowie den gewiß als fundamentalistisch zu bezeichnenden moralischen Vorstellungen festhalten. Die Sekte bietet aus Sicht von „aufgeklärten Christen“ – etwa in ihrer Ablehnung der Ökumene oder der Bluttransfusion, von der Verdammung der Homosexualität ganz zu schweigen – wahrlich genug Stoff für eine kritische Auseinandersetzung. Aber gleich ein staatliches Verbot… Voltaire, der luzide Streiter gegen Absolutismus und Rechthaberei, hätte wohl mutatis mutandis zu einem Zeugen Jehovas gesagt: „Mein Herr, ich teile Ihren Glauben nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß sie ihn praktizieren dürfen.“ Die Bibelforscher selbst trösten sich hingegen auf dem Weg nach Straßburg, wo sie nun ihre Rechte einklagen wollen, wahrscheinlich einstweilen mit dem Evangelisten Matthäus, von dem geschrieben steht: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“

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Beim gestrigen Ehrenamtsempfang der Erzdiözese Bamberg im Festsaal des Bistumshauses St. Otto wurden auch der Verein „Nadjeschda“ und das „Wladimir-Team“ des Bundes der Katholischen Jugend Erlangen ausgezeichnet. Leser des Blogs werden wissen warum, aber es in einer Laudatio zu vernehmen, hat natürlich ein ganz eigenes Gewicht. Deshalb hier im Wortlaut:

Seit 2002 besteht der Verein „Nadjeschda“ (Hoffnung“). Ziel des Vereins war es von Anfang an, im Sinne der Völkerverständigung innerhalb der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir für das Dekanat Erlangen kirchliche Aktivitäten auf ehrenamtlicher Basis anzuschieben, zu koordinieren und zu stärken. Die Arbeit im Verein wird ehrenamtlich geleistet. 2002 waren es 20 Aktive, inzwischen sind es 32.

Auszeichnung von Nadjeschda und Wladimir-Team des BDKJ durch Erzbischof Ludwig Schick an die Gaststudentin aus Wladimir, Wiktoria Medwedjewa, und die Vorstandsmitglieder, Jutta Schnabel und Hannelore Röthlingshöfer

Ein wichtiges Ziel des Vereins war und ist es, die Jugendbegegnungen des katholischen Dekanats Erlangen mit Mitgliedern der katholischen Rosenkranzgemeinde in Wladimir zu unterstützen und die ökumenische Jugendarbeit in Wladimir zu fördern. So konnte auch das gute ökumenische Klima zwischen der katholischen Rosenkranzgemeinde und der örtlichen Othodoxie gefestigt werden.

Innenhof des Bistumshauses

Durch Kollekten im Dekanat, Verkäufe auf einem Weihnachtsmarkt, Spenden und Mitgliedsbeiträge hat der Verein erhebliche Mittel gesammelt, um den Jugendaustausch zu unterstützen und die Jugendarbeit in der Rosenkranzgemeinde von Wladimir sicherzustellen. Für ein geplantes Jugend- und Kulturzentrum konnte der Verein so insgesamt die stolze Summe von 65.000 Euro zusammenbekommen. Zusätzlich sind mehrere Tausend Euro in die Rosenkranzgemeinde Wladimir gegangen.

Hannelore Röthlingshöfer, Wiktoria Medwedjewa, Lena Mörsberger, Jutta Schnabel, Helmut Röthlingshöfer, Udo Zettelmaier, Georg Kaczmarek, Michael Kleiner und Dekan Josef Dobeneck mit Erzbischof Ludwig Schick

Neben der finanziellen Unterstützung der Partner in Wladimir ist interkulturelles Lernen und die Förderung des Verständnisses für kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede ein wichtiges Ziel des Jugendaustausches mit Wladimir. Dabei setzen sich die Teilnehmer aktiv mit der Kultur, Geschichte und Politik des jeweils anderen Landes auseinander, lernen sich aber vor allem auch gegenseitig auf persönlicher Ebene kennen, sowohl durch Gespräche als auch gemeinsame Aktivitäten.

Danke dem Verein „Nadjeschda“, besonders auch für seine praktizierte Ökumene!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen liegt auch ein neues Faltblatt vor, das über die Aktivitäten des Vereins informiert – und für einen Eintritt wirbt zu einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von mindestens 15 Euro. Anmeldungen erbeten unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de

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Die Freude an der gestrigen Museumsnacht verdüsterte ein Streit, der in der russischen Partnerstadt derzeit auf offener Bühne ausgetragen wird. Es geht um den gesetzlich verbürgten und nun von der Erzdiözese eingeforderten Anspruch auf Rückübereignung von Gotteshäusern, die sich bisher noch in staatlichem Besitz befinden und für weltliche Zwecke genutzt werden. In der Region Wladimir sind davon acht Objekte betroffen, die bisher dem Landesmuseum für Ausstellungen zur Verfügung standen, darunter auch das Goldene Tor, das Wahrzeichen der einstigen Hauptstadt der Rus mit seiner kleinen Turmkapelle, in dem heute das Panorama des Mongolensturms und eine Waffensammlung zu sehen sind.

Ausschnitt aus dem Panorama im Goldenen Tor

Die Aufregung ist verständlicherweise groß: Das Museum fürchtet um zentrale Einrichtungen und Flächen, die man in jahrzehntelanger Arbeit renoviert, gestaltet und mit berechtigtem Stolz präsentiert hatte. Wohin mit all den Exponaten, wo die vielen Ausstellungen unterbringen? Man wird am Ende wohl Kompromisse für eine Doppelnutzung finden müssen, wie er sich bereits für das Goldene Tor abzeichnet, wo die Kirche tatsächlich nur die Kapelle für sich beansprucht, keineswegs das ganze Gebäude, das zum UNESCO-Kulturerbe zählt. Kompromisse, wie man sie andernorts auf der Welt längst kennt, wenn etwa ein Dom für die Touristen während eines Gottesdienstes geschlossen bleibt, ansonsten aber durchaus als Monument der Geschichte zur Besichtigung offensteht. Ein Vierteljahrhundert nach den sieben Jahrzehnten der staatlich verordneten Gottlosigkeit holt die russische Gesellschaft das Erbe des Atheismus ein. Die Vergangenheitsbewältigung hat gerade erst begonnen, und die Unterscheidung der Geister ist fürwahr desto schwieriger, je näher man ihr kommt.

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Seit April 2002 setzt sich der Verein „Nadjeschda – Hoffnung“ im Rahmen der Städtepartnerschaft für die ökumenische Jugendarbeit zwischen Erlangen und Wladimir sowie die Kontakte zur Rosenkranzgemeinde ein. Als der Gründungsvorsitzende, Konrad Wegner, Gemeindepfarrer von St. Kunigund, 2005 verstarb, übernahm sein Amtsbruder, Udo Zettelmaier von St. Theresia, die Leitung. Gestern abend nun legte er sein Amt nieder, weil er, ab Herbst in den Ruhestand versetzt, in den nächsten Monaten Erlangen verlassen wird.

Hannelore Röthlingshöfer mit selbstgebackenem Kuchen als Dank an Udo Zettelmaier

Viel ist dem Geistlichen aus Sieglitzhof zu verdanken: all die Türkollekten für die Katholiken in Wladimir, der Beginn der Bauarbeiten am Pilgerzentrum, eine engere Zusammenarbeit mit dem Dekanat Erlangen. Vor allem aber – eine Leistung, die nicht zu unterschätzen ist – gelang ihm die Vorbereitung der Übergabe seines Amtes auf vorbildliche Weise. Neuer Vorsitzender des derzeit knapp vierzig Mitglieder zählenden Vereins ist nämlich Dekan Josef Dobeneck, der Partnerschaft mit Wladimir spätestens seit der Pilgerreise im Winter 2001 freundschaftlich verbunden und nun – bei einer Enthaltung – einstimmig auf der außerordentlichen Sitzung gewählt.

Mitgliedsversammlung „Nadjeschda“ mit dem Gast aus Wladimir, Anastasia Orlowa, ganz links

Unter dem neuen Vorstand, dem auch Jutta Schnabel angehört, will der Verein nun sein auf Jugendarbeit ausgerichtetes Profil schärfen und eine eigene „Nachwuchsabteilung“ gründen, die unter dem Dach von „Nadjeschda“ den Austausch mit Wladimir pflegt und Begegnungen organisiert.

Der neue Vorstand von „Nadejschda“: Hannelore Röthlingshöfer und Josef Dobeneck (sitzend), Jutta Schnabel, Georg Kaczmarek und Michael Kleiner

Sichtbare Zeichen eines Aufbruchs in eine gemeinsame Zukunft, gesetzt am 9. Mai, dem „Tag des Sieges“. Ohne große Gesten des Gedenkens an Gestern, dafür mit viel Herzblut und partnerschaftlichem Pragmatismus, genau 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Andrej Schewljakow, Anastasia Lempert, Peter Steger, Michail Paryschew, Natalia und Kristina Grebnev und Anastasia Orlowa

Dieses Gedenken war es auch, das Gäste aus Wladimir gestern an den Russengräbern auf dem Zentralfriedhof zusammenführte. Still, nur mit Blumen und Worten der Dankbarkeit an all jene, die sieben Jahrzehnte des Friedens zwischen Deutschen und Russen möglich machten.

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Es ist, so berichtet Zebra-TV, als habe sich ein Jahre währender Traum des Landesmuseums erfüllt – und damit auch ein Wunsch der vielen Besucher der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir. Ab sofort nämlich lassen sich nachmittags, wenn das Gotteshaus für Führungen öffnet, die Fresken aus dem 15. Jahrhundert, geschaffen von den großen Ikonen-Malern, Daniil Tschjornyj und Andrej Rubljow, im rechten Licht betrachten.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Gerade erst wurde nämlich die eine Beleuchtung der sakralen Kunstwerke fertiggestellt, die einen hellen Blick auf das Jüngste Gericht erlaubt.

Im vergangenen Jahr waren unter der Leitung von Wladimir Sarabjanow, einem der führenden russischen Kunstwissenschaftler, die Arbeiten an der Restaurierung des Deckengemäldes abgeschlossen worden. Die meisterhafte Farbgebung und Feinzeichnung der Figuren kommen jetzt wieder voll zur Geltung.

Denn frühere Restauratoren hatten es zu gut gemeint mit ihren Nachtönungen und Ergänzungen, hatten den echten Rubljow eher abgedeckt. Jetzt kann man dessen hohe Kunst wieder so erleben, wie vom Wandermönch auf einer Fläche von 100 m² geschaffen.

Wiederentdeckt hatte man frühe Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert und die späteren Fresken von Andrej Rubljow erst im 19. Jahrhundert. Bis zu einer ersten Restaurierung im Jahr 1918 befanden sich die Kunstwerke in einem jämmerlichen Zustand. Erst von 1975 bis 1980 unternahm man umfängliche Anstrengungen einer Erhaltung der Arbeiten.

Doch der Idealzustand wurde auch damals noch nicht erreicht. Vor etwa zehn Jahren begann man damit, das Interieur der Kathedrale und ihr Gesamtbild in Ordnung zu bringen. Viel Geld wurde aufgewendet, um das Eindringen von Feuchtigkeit durch das Dach zu verhindern. 2010 baute man – finanziert durch ungenannt gebliebene Mäzene – ein Luftfiltersystem ein, mit Einverständnis der Geistlichkeit stellte man den Verkauf von Paraphinkerzen ein, und 2014 begannen dann die einjährigen Restaurationsarbeiten, deren Ergebnis nun ins rechte Licht gerückt ist. In Wahrheit würdig und recht für eine Kirche, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

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