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Archive for the ‘Religion’ Category


Ein gutes Jahr geht für den politisch wie konfessionell neutralen Verein „Nadjeschda“ zu Ende. Seit 15 Jahren aktiv in der Zusammenarbeit  und bei der Förderung des Jugendaustausches mit der katholischen Rosenkranzgemeinde Wladimir, ehrte Erzbischof Ludwig Schick die 39 Mitglieder für im Juli für ihre völkerverbindende Arbeit, und bereits im April hatte Vorstandsmitglied Jutta Schnabel aus den Händen der Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß den „Ehrenbrief der Stadt Erlangen für besondere Verdienste im Bereich der Jugendarbeit“ erhalten.

Nadjeschda am Nikolaus-Tag 2017

Überhaupt die Jugendarbeit: Sie dominierte auch neben dem Projekt „Pilgerzentrum“ die gestrige Vollversammlung von „Nadjeschda“ – zu Deutsch „Hoffnung – unter dem Vorsitz von Dekan Josef Dobeneck mit einem ausführlichen Rückblick auf die jüngsten Begegnungen – dazu wird noch ein Bericht für den Blog erwartet – und einer Vorschau auf die Planungen für das nächste Jahr, in dem der Verein im Rahmen des 2018 anstehenden fünfunddreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums in verschiedenen Gemeinden einen „Wladimir-Tag“ veranstalten möchte, um über die Katholiken in Wladimir zu berichten und die Kollekte für deren Gemeindearbeit vorzusehen. St. Kunigund und St. Sebald haben in der Hinsicht für dieses Jahr bereits ihren Plan großmütig erfüllt. Vor allem aber: Jedes Mitglied zählt mit seinen Ideen und Aktivitäten. Wer also mitmachen will, ist herzlich eingeladen, sich bei Josef Dobeneck unter Tel.: 09131/4000350 oder per E-Mail unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de zu melden. Der Mindestmitgliedsbeitrag beträgt gerade einmal 15 Euro. Möglich sind aber natürlich auch Einzelspenden auf das Vereinskonto Nr. IBAN DE09 7635 0000 0022 0017 64. Vergelt’s Gott!

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Nähert man sich derzeit dem Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde, lassen sich von außen keine großen Unterschiede zum letzten Ortstermin im Frühjahr erkennen.

Außenansicht Pilgerzentrum Wladimir

Ganz anders das Bild aber, wenn man sich den Bau von innen ansieht.

Heizungsraum Pilgerzentrum Wladimir mit deutscher Technik

Da, von innen, ist das Objekt nämlich zum Leben erweckt; von Winterstarre keine Rede.

Heizungsraum Pilgerzentrum Wladimir

In den nächsten Tagen schon wird das Gas strömen, um das Gebäude über den Winter zu beheizen.

Kabelbahnen im Heizungsraum Pilgerzentrum Wladimir

Unbedingt verhindern nämlich will die Bauleitung Frostschäden, die auftreten könnten, wenn das Haus einen zweiten Winter ohne Heizung bliebe.

Schaltschränke Pilgerzentrum Wladimir

Die Wladimirer Firma ist dafür sogar in Vorleistung gegangen, hat die notwendigen Arbeiten und Einbauten vorab auf eigene Rechnung finanziert, um das Projekt nicht ingesamt zu gefährden.

Blick auf das Stadion mit Heizkörper Pilgerzentrum Wladimir

Alle Räume haben mittlerweile die notwendigen Anschlüsse – von Strom über Wasser bis zu Heizung.

Fenster mit „deutscher Qualität“ Pilgerzentrum Wladimir

Und im Keller unten sammeln sich die Verteiler und Rohre, u.a. für die Kanalisation.

Anschlüsse im Keller Pilgerzentrum Wladimir

Wichtig natürlich auch die Feuerleiter, bei aller Funktionalität stilistisch mit dem Gesamtensemble abgestimmt.

Feuertreppe Pilgerzentrum Wladimir

Überhaupt die Abstimmung: Die neugotische Bauweise von Pfarrhaus und Kirche sind auch stilprägend für das Pilgerzentrum.

Pfarrhaus Rosenkranzgemeinde Wladimir

Auf diese Weise entsteht sogar beim Blick zurück auf das im Kessel liegende Stadion der Eindruck, das Pilgerzentrum, dessen Eröffnung für Januar 2019 vorgesehen ist, habe schon immer dazugehört.

Dachansicht Pilgerzentrum Wladimir

Zur Partnerschaft gehört aber auch der Euroklub, der unter der Leitung von Jelena Guskowa bereit 2003 die ersten Kontakte zu Jena und Erlangen aufbaute.

Axel Just zu Gast beim Euroklub mit dessen Leiterin, Jelena Guskowa (ganz rechts im Bild) und Mathilda Wenzel (2. v.l., 1. Reihe)

Nun wird sich zeigen, wie Axel Just und das Erlanger Jugendparlament helfen können, den Austausch weiter voranzubringen, so wie das Mathilda Wenzel aus Saalfeld im Rahmen eines Europäischen Freiwilligenjahrs mit ihren Bemühungen um eine neue Schulpartnerschaft mit Jena derzeit vormacht.

Witalij Gurinowitsch und seine Kräutermischung

Und schließlich gehört zur Partnerschaft die Sorge um erkrankte Gäste. Keine Bange also, wenn man mit einer Erkältung im Gepäck in Wladimir ankommt.

Herbarium auf dem Winterbalkon

Witalij Gurinowitsch ist mit seinem Herbarium auf dem Winterbalkon jedenfalls für derartige Notfälle bestens gerüstet und setzt auch gleich seinen Sud an, für den es freilich keine feste Rezeptur gibt. „Ich bin immer für Experimente zu haben!“ erklärt er seinen Therapieansatz, dem man sich bedenkenlos anvertrauen darf. Es sind – garantiert – freundschaftliche Menschenversuche.

Die Ordnung der Kräuter

Die individuell zu variierende Mixtur sollte nur eine Minute ziehen und zumindest folgende Kräuter enthalten: Melisse, Oregano, Pfefferminze, Estragon, Rosmarin, Thymian, Salbei und Johanniskraut. Ganz zufrieden mit seinem Elexier war der Gastgeber übrigens nicht nach der Verkostung: „Etwas mehr Estragon hätte nicht geschadet.“ Womit wir schon fast beim „non nocere“ des Hippokratischen Eides wären.

Erlangen-Haus bei Nacht

Ob der Zaubertrank auch die gewünschte Wirkung zeigt, wird die Nacht erweisen. Ein gesunder und fester Schlaf im Erlangen-Haus hat da schon manches Wunder gewirkt.

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Anrührend


Als ich so in Moskau am Kursker Bahnhof sitze und auf den Zug nach Wladimir warte, sehe ich eine alte Frau, die auf und ab durch die Halle schlürft. Arm ist sie, anrührend in ihrer Erscheinung, bittet, eine Ikone in der Hand, um Geld für Brot und Milch. Ein kaum zu ertragender Anblick inmitten all der so geschäftigen und augenscheinlich wohlversorgten Menschen.

Da fiel mir plötzlich ein: Die Witwe meines Erlanger Freundes hatte mir doch ein ganzes Säckchen mit russischem Kleingeld übergeben, lauter Rubelmünzen und viele Kopeken, die sie überall im Arbeitszimmer ihres Mannes gefunden und nun mir zum Abschied mitgegeben hatte. Ich werde schon eine Verwendung dafür finden, meinte sie. Da ich fürchtete, mit diesem unerwarteten Schatz über die erlaubten acht Kilo für das Handgepäck zu kommen – einen Koffer zum Aufgeben hatte ich gar nicht dabei -, zögerte ich zunächst. Und tatsächlich lag ich dann auch über der Grenze und hätte eigentlich 40 Euro zuzahlen müssen. Doch die Dame am Schalter hatte ein Einsehen mit mir…

Jetzt begriff ich erst, wofür mir die gute Freundin in Erlangen das Säckchen übergeben hatte. Der Verstorbene konnte so über den Tod hinaus helfen und wenigstens für einen Tag eine alte Russin glücklich machen. Anrührend, sehr anrührend.

Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

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In der diesjährigen Jugendbegegnung zwischen der Universität Wladimir, der Rosenkranzgemeinde Wladimir und der Nadjeschda-Jugend (früher BDKJ) ist die Hälfte der Zeit vorbei, die russische Gruppe ist wieder nach Wladimir zurückgekehrt, am Wochenende brechen die Erlanger Jugendlichen zum Gegenbesuch auf. Hier ein kurzer Bericht, was bisher geschah.

Es ist mal wieder September und somit Halbzeit unserer jährlichen Jugendbegegnung. Nächste Woche geht es für uns nach Wladimir, und im Gegenzug war die russische Gruppe Mitte August bei uns zu Besuch. Allerdings wohnten wir in einem Jugendhaus in Haag bei Geiselwind, das uns ausreichend Möglichkeiten vor Ort bot, um zusammen zu kochen, abends am Lagerfeuer zu sitzen oder spielerisch die Sprachbarriere zu überwinden. „Allerdings“, weil uns so eine Begegnungsstätte in Erlangen leider noch fehlt. Bevor es also los ging mit den Städtetrips, Museumsbesuchen oder dem Souvenirshoppen stand in den ersten zwei Tagen zuerst das gegenseitige Kennenlernen, Einrichten in der neuen Umgebung und eine Einführung in die bayrischen Sitten und Eßgewohnheiten auf dem Plan.

Auch für die nächsten Tage hatten wir in unserem Planungsteam, welches aus Jugendleitern verschiedener Erlanger Gemeinden besteht, ein abwechslungsreiches Programm für unsere Gäste zusammengestellt. Am Mittwoch ging es nach Nürnberg, wo wir das Dokuzentrum und den Gerichtsaal 600 besuchten und ein Stadtspiel durch das Zentrum veranstalteten.

Den folgenden Vormittag widmeten wir der Aufarbeitung der im Museum gewonnen Eindrücke und sprachen in kleinen Diskussionsgruppen über das Gesehene und die Wirkung, die die Geschehnisse auch viele Jahrzehnte später noch auf uns haben. Selbst wenn verständlicherweise bei dem ein oder anderen mal Tränen flossen und nicht jeder etwas dazu sagen wollte, sind solche Diskussionen für uns immer sehr wertvolle Momente, die uns menschlich näher bringen und als Gruppe zusammenschweißen.

Einem ähnlichen Aufbau folgten auch die kommenden Tage. So ging es später am Donnerstag nach Würzburg, wo wir zuerst die Innenstadt erkundeten und uns dann mit einem Mönch des Augustinerklosters trafen. Er erklärte uns nicht nur den umgestalteten Kirchenraum der Klosterkirche, in dem die Gemeinde im Mittelpunkt steht, er gab uns auch einen interessanten Einblick in die moderne karitative Arbeit des Klosters. Da unsere Austauschgruppe zu einem großen Teil aus Studenten der Philosophie und Religionswissenschaften besteht und moderne Kirchenkonzepte auch für unsere russischen katholischen Partner eher die Ausnahme darstellen, stieß diese Führung auf große Resonanz. Abends veranstalteten wir noch ein kleines Open-Air Kino auf der Terrasse und schauten gemeinsam einen deutschen Klassiker, „Knocking on Heavens Door“, den sich unsere Gäste gewünscht hatten, wobei wir die große Vorliebe russischer Mädels für Til Schweiger entdeckten.

Unterbrochen wurde die Zeit in Haag am Freitag traditionsgemäß durch unser Äktschen- & Relaxwochenende in der Fränkischen Schweiz, zu dem alle Wladimirfahrer, Ehemalige und Freunde des Austauschs dazukommen können, um ein wenig russische Luft zu schnuppern.

Wir luden also unsere Busse voll, um in Weidmannsgeseeß ein Lager für 40 Personen aufzubauen und das Freizeitangebot der Gegend auszuschöpfen. Los ging es mit einer Wanderung auf das Walberla und zur Vexierkapelle. Später wurden wir dann leider vom Regen überrascht, der uns zwang, den ersten Abend etwas zu improvisieren, was die erste erlebnispädagogische Einheit – „gemeinsam ein Lager wetterfest machen“ – nach sich zog. Am nächsten Morgen ging es für die unterschiedlichen Gruppen entweder Bogenschießen, Kajakfahren, in den Klettergarten oder Wandern. Wer danach noch nicht genug hatte, konnte in Pottenstein die Sommerrodelbahn runterdüsen. Kaputt aber glücklich trafen sich alle zum Abendessen wieder, und da das gute Wetter anhielt, konnten wir, wie geplant, grillen und den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen. Am nächsten Tag wurden die Zelte wieder eingeschmissen, und nach einem kurzen Abstecher nach Gößweinstein, ging es zurück nach Haag.

Montags machten wir uns dann endlich auf nach Erlangen. Vormittags empfing uns Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und hieß unsere Gäste herzlich in der Partnerstadt willkommen. Nach einer Tour durch die Innenstadt gab es Mittagessen auf dem Entlaskeller, zu dem auch die „Altmitglieder“ von Nadjeschda eingeladen waren, um die Gruppe kennenzulernen.

Danach stand „Rent-a-Russian“ auf dem Plan. Darunter kann man sich erstmal wenig vorstellen und es war ursprünglich nur als Arbeitstitel angedacht, der sich aber recht schnell eingebürgert hat. Eingeführt haben wir diesen Programmpunkt als Ersatz für das Leben in Gastfamilien, und er ermöglicht ein Reinschnuppern in den ganz normalen Alltag, in Freizeitgestaltung, Studentenleben, Arbeit und Familienleben unserer Deutschen.

Die Gastgeber haben sich auch dieses Jahr wieder tolle Aktionen einfallen lassen und spannende Erlebnisse möglich gemacht – während die einen mit ihren Leuten zum Bouldern und Picknicken gingen, machten andere einen Ausflug nach Regensburg in ihre Studenten-WG, wieder andere führten ihre Gäste in die Arbeit im Walderlebniszentrum oder ihr Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr ein. Respekt und Dank für diese kreativen und gastfreundlichen Einladungen!

Am nächsten Morgen war dann auch unsere Zeit in Haag vorüber, und es ging ab in die Hauptstadt – diesmal nicht die bayrische, sondern die deutsche. Unterwegs machten wir noch zwei Zwischenstops in Bamberg und Coburg, wo wir uns die Landesaustellung zur Reformation auf der Veste anschauten. Den restlichen Tag verbrachten wir dann on the road und kamen nachts in unserem Hostel in Berlin an.

Da wir inzwischen versuchen, standardisierte Stadtführungen zu vermeiden, wurde am Mittwochmorgen die Zeit zurückgedreht, und unsere Teilnehmer verfolgten in einem an „Mr. X“ angelehnten Stadtspiel Spione des Westens oder Ostens durch die Stadt . Danach ging es in Kleingruppen je nach Wahl entweder in eine Ausstellung zur Geschichte Berlins, ins Spionagemuseum oder Aquarium. Die Krönung des Tages war ein Besuch des Fernsehturms, von wo aus man die Stadt nochmal aus einer ganz anderen Perspektive erkunden konnte.

Nachdem wir uns am ersten Tag eher scherzhaft mit der deutsch-deutschen Teilung auseinandergesetzt hatten, wurde es am letzten Tag nochmal ernst, und wir besuchten die Gedenkstätte Berliner Mauer. Auch wenn man heute nur noch ein paar wenige Überreste der Mauer besichtigen konnte, schuf die Ausstellung und Führung einen eindrucksvollen Überblick.

Leider war damit aber auch das offizielle Programm unseres Austauschs zu Ende, und es blieben uns nur noch ein paar Stunden für ein letztes gemeinsames Abendessen, um die Woche Revue passieren zu lassen. Die Zeit ging mal wieder viel zu schnell vorbei, doch zum Glück fällt einem der Abschied immer nur halb so schwer, wenn man sich noch auf Teil zwei des Austausches freuen kann. So warten wir gespannt, was unsere russischen Freunde für uns planen!

Sabrina Pfau

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Am vergangenen Sonntag feierte St. Sebald das fünfzigjährige Jubiläum. Der am weitesten gereiste Ehrengast beim Hochamt und dem anschließenden Empfang war Sergej Sujew. Nicht von ungefähr, denn es war mit dem bereits verstorbenen Pfarrer Ferdinand Böhmer eben jene Gemeinde im Südosten Erlangens, die bereits 1991 zu den Katholiken in Wladimir erste Kontakte aufnahm, die bis heute fortbestehen.

Hochamt in St. Sebald mit Sergej Sujew

Wie verbunden die Rosenkranzgemeinde, der Sergej Sujew vorsteht, mit St. Sebald ist, bringt das Grußwort des russischen Geistlichen zum Ausdruck:

Hochamt in St. Sebald mit Sergej Sujew

Exzellenz, hochwürdigster Herr Weihbischof Herwig Gössl, sehr verehrte Ehrengäste, liebe Gemeinde, liebe Freunde!

Weihbischof Herwig Gössl und Sergej Sujew

Ich hoffe, niemandem zu nahe zu treten, wenn ich Sie Freunde nenne, denn es ist eben jene Freundschaft zwischen unseren Gemeinden, die es mir erlaubt, heute hier zu sein und mit Ihnen die Freude über das Jubiläum Ihrer Gemeinde zu teilen.

Sergej Sujew und Mecki Bernard

Schon seit vielen Jahren festigt sich diese Freundschaft kraft des Gebetes und dank der materiellen Unterstützung unserer guten Vorhaben! Deshalb ist das heute auch ein Tag der Dankbarkeit gegenüber Gott und Ihnen!

Sergej Sujew, Georg Kaczmarek und Martina Schuberth vom Orgateam

Diese Beziehungen legen heute gegenüber der Welt und unseren Ländern Zeugnis dafür ab, daß wir vor Gott alle eine Familie der Gläubigen sind!

Kurt Reiter, Stadtrat José Ortega, in Vertretung von Oberbürgermeister Florian Janik, und Sergej Sujew

Deshalb vermag niemand und nichts uns zu trennen!

Sergej Sujew und Kurt Reiter

Als hätte es noch eines Beweises für die Dankesworte bedurft, in die der Priester ausdrücklich Georg Kaczmarek als aufmerksamen Organisator und sprachkundigen Koordinator seines Aufenthalts einbezog, übergab Kurt Reiter, Vorsitzender des Ausschusses „Weltkirchen, Interkulturelle Kontakte“ im Pfarrgemeinderat von St. Sebald und Mitglied beim Förderverein „Nadjeschda“, einen Betrag von 500 Euro zur Verwendung durch die Rosenkranzgemeinde, gesammelt bei einer Sonderkollekte.

Sergej Sujew, sprachlich betreut von Irene und Viktor Korobkin

Seinen Kurzbesuch, der heute schon wieder endet, nutze Sergej Sujew aber auch noch zu einem Treffen mit Erzbischof Ludwig Schick, spätestens seit seinem Besuch in Wladimir im August 2012 der Rosenkranzgemeinde freundschaftlich zugetan. Das Gespräch, das dem sich erfreulich entwickelnden Jugendaustausch ebenso galt wie den Fortschritten beim Bau des Pilgerzentrums, wo das Erzbistum Bamberg auch in der nun bevorstehenden Schlußphase weiter nach Kräften helfen will, kundig koordiniert von Michael Kleiner, stand denn auch, wie der Gast bemerkte, ganz im Geiste der gestrigen ersten Lesung aus Hebrärer 10, 32-36:

Sergej Sujew, Erzbischof Ludwig Schick und Michael Kleiner, Leiter des Referats Weltkirche

Erinnert euch an die früheren Tage, als ihr nach eurer Erleuchtung manchen harten Leidenskampf bestanden habt: Ihr seid vor aller Welt beschimpft und gequält worden, oder ihr seid mitbetroffen gewesen vom Geschick derer, denen es so erging; denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und auch den Raub eures Vermögens freudig hingenommen, da ihr wußtet, daß ihr einen besseren Besitz habt, der euch bleibt. Werft also eure Zuversicht nicht weg, die großen Lohn mit sich bringt. Was ihr braucht, ist Ausdauer, damit ihr den Willen Gottes erfüllen könnt und so das verheißene Gut erlangt.

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Normalerweise endet ein Empfang für Gäste aus den Partnerstädten nach spätestens einer halben Stunde. Ganz anders gestern vormittag, als Elisabeth Preuß die 20 jungen Gäste des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im 14. Stock des Rathauses begrüßte. Erst nach fast einer Stunde ging man auseinander und das auch nur, weil die Bürgermeisterin einen Anschlußtermin wahrzunehmen hatte, andernfalls das Treffen noch lange gedauert hätte – bei all den Fragen von der Flüchtlingsthematik bis hin zu Studienmöglichkeiten an der FAU aus der Gruppe. „Das hat jetzt richtig Spaß gemacht, bei so viel Interesse“, bedauerte denn auch Elisabeth Preuß das erzwungene Ende der Begegnung mit den Jugendlichen aus der Rosenkranzgemeinde, der orthodoxen Diözese und der Universität von Wladimir.

Elisabeth Preuß und die gemischte deutsch-russische Gruppe des BDKJ

 

Auch Jutta Schnabel und ihr Orga-Team sind zufrieden mit der Gruppe, die jetzt schon seit einer Woche in einem Begegnungshaus in der Nähe von Geiselwind – in Erlangen fehlt leider eine derartige Einrichtung – ihr umfangreiches Programm abarbeitet und morgen noch für zwei Tage nach Berlin reisen wird, von wo aus man schließlich die Rückreise nach Wladimir antritt. „Der Kreis wird größer“, freut sich denn auch Jutta Schnabel über das wachsende Interesse auf beiden Seiten an dem Austausch, der ja schon im September mit einem Gegenbesuch in der russischen Partnerstadt seine Fortsetzung findet.

Eine Fortsetzung ist übrigens auch für diesen ersten Bericht versprochen. Vorfreude darf da schon mal aufkommen.

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Die gut 10.000 Seelen starke armenische Gemeinde der Region Wladimir hat seit Sonntag nach zwölfjähriger Bauzeit endlich auch ihr eigenes Gotteshaus, geweiht Gregor dem Erleuchter, dem Apostel und ersten Katholikos der armenischen-apostolischen Kirche. Probleme bei der Finanzierung – Mäzene und Gemeindemitglieder sammelten die ca. eine Million Euro – und der vor einem Jahr erneut aufgeflammte Konflikt in Berg-Karabach verzögerten die Fertigstellung der ersten armenischen Kirche in Wladimir,  37 m hoch, 20 m lang und 14 m breit. Ein Großteil des Materials – so zum Beispiel die 250 t Tuffstein – wurden aus Armenien geliefert.

Nun hat die älteste christliche Staatskirche, gegründet im frühen 4. Jahrhundert, also auch ihre Filiale in Wladimir, das seinerseits in der direkten Nachfolge Kiews als die Wiege der russischen Orthodoxie gelten darf und wo schon Ende des 19. Jahrhunderts die römisch-katholische ihre Rosenkranzgemeinde gegründet hatte, die heute in der Städtepartnerschaft eine so wichtige Rolle spielt, wo auch Protestanten und Freikirchen ungehindert ihren Glauben ausüben dürfen, wenngleich – der Blog berichtete unlängst darüber – die Zeugen Jehovas mittlerweile einem Verbot unterliegen.

Bei allen Unterschieden und Einschränkungen sind damit gute Voraussetzungen für ein ökumenisches Miteinander geschaffen, wofür auch der Umstand steht, daß die Fresken der Sankt-Gregor-Kirche von Künstlern aus Armenien und Wladimir gemeinsam geschaffen wurden: ad maiorem dei gloriam.

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