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Archive for the ‘Religion’ Category


Mariä Schutz und Fürbitt kennt alle Welt als architektonisches Juwel an der Nerl. Aber, was so schön ist wie die diese Kirche aus dem 12. Jahrhundert, weckt Begehrlichkeiten, lädt zur Nachbildung ein. Und tatsächlich gibt es allein in der Region Wladimir zwei Kopien des mittelalterlichen Bauwerks in unmittelbarer Nachbarschaft zur Partnerstadt.

Nun weihte man am 1. Oktober nach vierjähriger Bauzeit – die Genehmigung war bereits 2009 erteilt worden – den ersten Nachbau des Gotteshauses in Laa an der Thaya ein. Finanziert hatte die Arbeiten der Oligarch, Oleg Deripaska, dessen Großvater hier, im Weinviertel, im April 1945 fiel, und der auf dem Soldatenfriedhof in der niederösterreichischen Kleinstadt beigesetzt ist.

Auf 1.700 Paletten brachte man die in russischen Werkstätten gefertigten Bauteile nach Österreich, wo die Kirche nun – allerdings um ein Drittel kleiner als das Original und mit einer an die Mariä-Entschlafens-Kathedrale gemahnenden Helmkuppel sowie mit einer leicht veränderten Südfassade versehen – ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Das Original in einer Aufnahme von Sergej Skuratow

Siehe auch: https://is.gd/R7rs6W

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Am 22. August 2011 stand im Blog zu lesen:

Niemanden, der ihn kennt, wird es verwundern zu hören, daß Archimandrit Innokentij, bisher tätig als Generalvikar der Erzdiözese Wladimir – Susdal, nun selbst zum Bischof ernannt wurde. Patriarch Kirill persönlich nahm die Weihe in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale vor und entsandte den Mönch Innokentij mit den Insignien eines Bischofs in den Ural, um dort die Diözese Nischnij Tagil, gute 100 km von Jekaterinburg entfernt, zu übernehmen.

P. Innokentij

Natürlich gratulieren dem Geistlichen alle Freunde in Wladimir und Erlangen, doch für die Partnerschaft ist sein Weggang ein schwerer Verlust. Niemand verstand es wie er, der erst nach dem Tod seiner Frau vor mehr als 20 Jahren Mönch wurde und vorher als Architekt und Künstler tätig war, zwischen Kirche und Welt zu vermitteln. Niemand hatte so viel Autorität wie er im interkonfessionellen und interreligiösen Dialog. Und wer hätte die Orthodoxie besser als er auch in der Partnerschaft vermitteln können! Besonders auch durch seine künstlerische Arbeit und die Ausstellung, die er anläßlich des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums 2008 im Stadtmuseum Erlangen zeigte. In Planung war bereits eine weitere Schau seiner Arbeiten. Doch dieses Vorhaben wird nun wohl wichtigeren Dingen geopfert werden müssen. Die Wege des Herrn sind eben unergründlich. Uns bleibt da nur, dem Gesandten des Herrn viel Glück und viel Segen auf all seinen Wegen zu wünschen, die sich ja vielleicht doch auch einmal wieder auf der Landkarte der Partnerschaft abgebildet finden.

 

 

 

P. Innokentij und Erzbischof Jewlogij

Diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Am 14. Mai beschloß der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche unter dem Vorsitz von Patriarch Kirill bei seiner Sitzung in Sankt Petersburg, P. Innokentij wieder in die alte Heimat zu versetzen, genauer in das Amt des Bischofs von Alexandrow und Jurjew-Polskij, in der Region Wladimir gelegen. Hier, im Herzen des Goldenen Rings, hatte der 1947  als Jakow Jakowljew auf Sachalin geborene Gottesmann bereits 1983 sein Zuhause gefunden – bis zur Versetzung in den Ural vor sieben Jahren.

Bischof Innokentij

An Wunder zu glauben, ist nicht jedermanns Sache, aber niemand, der Bischof Innokentij kennt – übrigens auch ein großer Mann der Ökumene und der Zusammenarbeit mit der Rosenkranzgemeinde in Wladimir – wird den Kopf schütteln, wenn man ihn als wundervollen Menschen bezeichnet. Deshalb darf man auch auf mindestens sieben fette Jahre des partnerschaftlichen Miteinanders mit diesem Mann hoffen, der es wie kaum einer versteht, dank seinem Wort und seiner Kunst die Menschen zusammenzuführen – ad maiorem dei gloriam.

Landschaft des Künstlers Jakow Jakowljew

Bleibt nur, Frohe Pfingsten zu wünschen. Alles Gute zu diesem Fest, das ja nicht nur an die Gründung der Kirche erinnert, sondern auch die Verständigung über Völker- und Sprachgrenzen hinweg darstellt, also sozusagen Pate für die säkulare Partnerschaftsarbeit steht. (Bildmaterial Zebra-TV)

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Auch dieses Jahr hatte ich die Gelegenheit, das Osterfest in Erlangens Partnerstadt zu verbringen. Letztes Jahr fielen das katholisch-reformierte und das orthodoxe Fest der Auferstehung auf dasselbe Wochenende, diesmal liegen sie eine Woche auseinander, weshalb ich heuer bereits mein zweites Ostern feiern durfte.

Kulitsch

Die traditionelle Speise zum Auferstehungsfest ist der Kulitsch, ein kleiner Kuchen, in Konsistenz und Geschmack ähnlich einem Osterbrot.

Das Schauspielhaus wünscht Frohe Ostern

Auf Pascha, eine süße Quarkspeise mit Rosinen, die meine Oma in Deutschland jedes Jahr macht, mußte ich erneut verzichten – ich habe schlichtweg nicht gefunden, wo man sie kaufen kann.

Christ ist erstanden!

Vom Besuch des Osternachtsgottesdienstes sah ich auch dieses Jahr ab, obwohl ich das Spektakel irgendwann doch gerne einmal sehen möchte. Gerüchten zufolge dauert die Messe in der Nacht mehrere Stunden – und die orthodoxen Kirchen haben keine Sitzbänke.

Zum Ostergottesdienst in die Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Dafür spielt dieses Jahr das Wetter mit, und bei bis zu 10 Grad und Sonnenschein lassen sich auch viele Russen nicht lumpen und unternehmen samt Familie einen Osterspaziergang.

Osterspaziergang in Wladimir

Zwar sorgen die warmen Temperaturen für die Schneeschmelze und damit für viel Matsch auf den Gehwegen, aber auch das sollte in wenigen Wochen vorüber sein und endgültig einen warmen Sommer einläuten!

Max Firgau

Blick von der Altstadt auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mehr Bilder vom diesjährigen Auferstehungsfest mit dem Osterfeuer in Wladimir sind hier, auf dem Portal von Gubernia 33 – https://is.gd/PVaLwn und bei Zebra-TV zu sehen – https://is.gd/L2rUda

Erzbischof Jewlogij vor dem Goldenen Tor, gesehen von Zebra-TV

Die Medien berichten, an den 281 Gottesdiensten und Prozessionen in 160 Orten der Region Wladimir, hätten sich mehr als 75.000 Gläubige beteiligt. Damit nicht genug: Noch bis zum 15. April finden verschiedene Veranstaltung im Rahmen des Wladimirer Osterfestivals der orthodoxen Kultur statt.

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Frohe Ostern!


(Quelle: liveinternet.ru)

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Ein gutes Jahr geht für den politisch wie konfessionell neutralen Verein „Nadjeschda“ zu Ende. Seit 15 Jahren aktiv in der Zusammenarbeit  und bei der Förderung des Jugendaustausches mit der katholischen Rosenkranzgemeinde Wladimir, ehrte Erzbischof Ludwig Schick die 39 Mitglieder für im Juli für ihre völkerverbindende Arbeit, und bereits im April hatte Vorstandsmitglied Jutta Schnabel aus den Händen der Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß den „Ehrenbrief der Stadt Erlangen für besondere Verdienste im Bereich der Jugendarbeit“ erhalten.

Nadjeschda am Nikolaus-Tag 2017

Überhaupt die Jugendarbeit: Sie dominierte auch neben dem Projekt „Pilgerzentrum“ die gestrige Vollversammlung von „Nadjeschda“ – zu Deutsch „Hoffnung – unter dem Vorsitz von Dekan Josef Dobeneck mit einem ausführlichen Rückblick auf die jüngsten Begegnungen – dazu wird noch ein Bericht für den Blog erwartet – und einer Vorschau auf die Planungen für das nächste Jahr, in dem der Verein im Rahmen des 2018 anstehenden fünfunddreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums in verschiedenen Gemeinden einen „Wladimir-Tag“ veranstalten möchte, um über die Katholiken in Wladimir zu berichten und die Kollekte für deren Gemeindearbeit vorzusehen. St. Kunigund und St. Sebald haben in der Hinsicht für dieses Jahr bereits ihren Plan großmütig erfüllt. Vor allem aber: Jedes Mitglied zählt mit seinen Ideen und Aktivitäten. Wer also mitmachen will, ist herzlich eingeladen, sich bei Josef Dobeneck unter Tel.: 09131/4000350 oder per E-Mail unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de zu melden. Der Mindestmitgliedsbeitrag beträgt gerade einmal 15 Euro. Möglich sind aber natürlich auch Einzelspenden auf das Vereinskonto Nr. IBAN DE09 7635 0000 0022 0017 64. Vergelt’s Gott!

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Nähert man sich derzeit dem Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde, lassen sich von außen keine großen Unterschiede zum letzten Ortstermin im Frühjahr erkennen.

Außenansicht Pilgerzentrum Wladimir

Ganz anders das Bild aber, wenn man sich den Bau von innen ansieht.

Heizungsraum Pilgerzentrum Wladimir mit deutscher Technik

Da, von innen, ist das Objekt nämlich zum Leben erweckt; von Winterstarre keine Rede.

Heizungsraum Pilgerzentrum Wladimir

In den nächsten Tagen schon wird das Gas strömen, um das Gebäude über den Winter zu beheizen.

Kabelbahnen im Heizungsraum Pilgerzentrum Wladimir

Unbedingt verhindern nämlich will die Bauleitung Frostschäden, die auftreten könnten, wenn das Haus einen zweiten Winter ohne Heizung bliebe.

Schaltschränke Pilgerzentrum Wladimir

Die Wladimirer Firma ist dafür sogar in Vorleistung gegangen, hat die notwendigen Arbeiten und Einbauten vorab auf eigene Rechnung finanziert, um das Projekt nicht ingesamt zu gefährden.

Blick auf das Stadion mit Heizkörper Pilgerzentrum Wladimir

Alle Räume haben mittlerweile die notwendigen Anschlüsse – von Strom über Wasser bis zu Heizung.

Fenster mit „deutscher Qualität“ Pilgerzentrum Wladimir

Und im Keller unten sammeln sich die Verteiler und Rohre, u.a. für die Kanalisation.

Anschlüsse im Keller Pilgerzentrum Wladimir

Wichtig natürlich auch die Feuerleiter, bei aller Funktionalität stilistisch mit dem Gesamtensemble abgestimmt.

Feuertreppe Pilgerzentrum Wladimir

Überhaupt die Abstimmung: Die neugotische Bauweise von Pfarrhaus und Kirche sind auch stilprägend für das Pilgerzentrum.

Pfarrhaus Rosenkranzgemeinde Wladimir

Auf diese Weise entsteht sogar beim Blick zurück auf das im Kessel liegende Stadion der Eindruck, das Pilgerzentrum, dessen Eröffnung für Januar 2019 vorgesehen ist, habe schon immer dazugehört.

Dachansicht Pilgerzentrum Wladimir

Zur Partnerschaft gehört aber auch der Euroklub, der unter der Leitung von Jelena Guskowa bereit 2003 die ersten Kontakte zu Jena und Erlangen aufbaute.

Axel Just zu Gast beim Euroklub mit dessen Leiterin, Jelena Guskowa (ganz rechts im Bild) und Mathilda Wenzel (2. v.l., 1. Reihe)

Nun wird sich zeigen, wie Axel Just und das Erlanger Jugendparlament helfen können, den Austausch weiter voranzubringen, so wie das Mathilda Wenzel aus Saalfeld im Rahmen eines Europäischen Freiwilligenjahrs mit ihren Bemühungen um eine neue Schulpartnerschaft mit Jena derzeit vormacht.

Witalij Gurinowitsch und seine Kräutermischung

Und schließlich gehört zur Partnerschaft die Sorge um erkrankte Gäste. Keine Bange also, wenn man mit einer Erkältung im Gepäck in Wladimir ankommt.

Herbarium auf dem Winterbalkon

Witalij Gurinowitsch ist mit seinem Herbarium auf dem Winterbalkon jedenfalls für derartige Notfälle bestens gerüstet und setzt auch gleich seinen Sud an, für den es freilich keine feste Rezeptur gibt. „Ich bin immer für Experimente zu haben!“ erklärt er seinen Therapieansatz, dem man sich bedenkenlos anvertrauen darf. Es sind – garantiert – freundschaftliche Menschenversuche.

Die Ordnung der Kräuter

Die individuell zu variierende Mixtur sollte nur eine Minute ziehen und zumindest folgende Kräuter enthalten: Melisse, Oregano, Pfefferminze, Estragon, Rosmarin, Thymian, Salbei und Johanniskraut. Ganz zufrieden mit seinem Elexier war der Gastgeber übrigens nicht nach der Verkostung: „Etwas mehr Estragon hätte nicht geschadet.“ Womit wir schon fast beim „non nocere“ des Hippokratischen Eides wären.

Erlangen-Haus bei Nacht

Ob der Zaubertrank auch die gewünschte Wirkung zeigt, wird die Nacht erweisen. Ein gesunder und fester Schlaf im Erlangen-Haus hat da schon manches Wunder gewirkt.

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Anrührend


Als ich so in Moskau am Kursker Bahnhof sitze und auf den Zug nach Wladimir warte, sehe ich eine alte Frau, die auf und ab durch die Halle schlürft. Arm ist sie, anrührend in ihrer Erscheinung, bittet, eine Ikone in der Hand, um Geld für Brot und Milch. Ein kaum zu ertragender Anblick inmitten all der so geschäftigen und augenscheinlich wohlversorgten Menschen.

Da fiel mir plötzlich ein: Die Witwe meines Erlanger Freundes hatte mir doch ein ganzes Säckchen mit russischem Kleingeld übergeben, lauter Rubelmünzen und viele Kopeken, die sie überall im Arbeitszimmer ihres Mannes gefunden und nun mir zum Abschied mitgegeben hatte. Ich werde schon eine Verwendung dafür finden, meinte sie. Da ich fürchtete, mit diesem unerwarteten Schatz über die erlaubten acht Kilo für das Handgepäck zu kommen – einen Koffer zum Aufgeben hatte ich gar nicht dabei -, zögerte ich zunächst. Und tatsächlich lag ich dann auch über der Grenze und hätte eigentlich 40 Euro zuzahlen müssen. Doch die Dame am Schalter hatte ein Einsehen mit mir…

Jetzt begriff ich erst, wofür mir die gute Freundin in Erlangen das Säckchen übergeben hatte. Der Verstorbene konnte so über den Tod hinaus helfen und wenigstens für einen Tag eine alte Russin glücklich machen. Anrührend, sehr anrührend.

Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

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