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Archive for the ‘Politik’ Category


Aus vielen deutschen und russischen Städten machten sich in diesen Tagen diejenigen auf den Weg nach Krasnodar, die in den Begegnungen von Schülern, Sportlern, Künstlern, in Gesprächen, Diskussionen, bei Feiern, bei Treffen in der Natur und in der Banja einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung sehen.

Elisabeth Preuß, Schirmherrin der Partnerschaft mit Wladimir

Es geht um viel mehr als nur einen nüchternen Beitrag: Die schier unerschöpfliche Themenvielfalt, die engen Freundschaften, die Seminare, aber sicher auch die Schwierigkeiten und Stolpersteine auf dem Weg zu so manchem Austausch zeigen einen Weg auf, wie auf der menschlichen Ebene das erreicht werden kann, worum auch in Sitzungen in Ministerien oder Botschaften gerungen wird, stabile und ausdauernde Freundschaft zwischen unseren Ländern, zur Zeit wahrlich ein großes Ziel.

Denkmal für Alexander Newskij in Krasnodar, den Großfürsten von Wladimir seit 1252 und russischen Heerführer: „Nicht in der Stärke wohnt Gott, sondern in der Wahrheit“.

Die persönliche Begegnung, das persönliche Gespräch, das auf dieser Konferenz in der Realität Erlebte ist umso wertvoller, als in verschiedensten Medien, seltsamerweise „soziale Medien“ genannt, Nachrichten in die Welt gesetzt und per Klick gedankenlos weitergegeben werden, die nicht der Kenntnisnahme von Fakten dienen, sondern eher dem Verbreiten von Lüge, Neid und Angst.

Elisabeth Preuß vor dem Denkmal für Kaiserin Katharina II, die das einst nach ihr benannte Krasnodar gründen ließ

Da es kaum schlechtere Ratgeber gibt als Neid und Angst, hat die Konferenz in Krasnodar eine große Aufgabe: Alle Teilnehmer aus 50 deutschen und fast 100 russischen Städten werden zu Botschaftern. Zu Botschaftern in den Kommunalverwaltungen, Partnerschaftsvereinen oder Freundeskreisen – mit einer Mission: Unsere beiden Länder sind Geschwister, – nicht immer einer Meinung, aber im Wissen um die vielen gemeinsamen Aufgaben, die unter dem Dach der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden anstehen.

Das Programm der Konferenz ist vielfältig und reicht von praktischen Aspekten wie Beteiligung bis hin zu zukunftsgerichteter Erinnerungskultur, ein Füllhorn an Ideen für alle, die das Denken und Handeln nicht anderen überlassen, sondern selbst anpacken.

Elisabeth Preuß auf dem Weg zur Konferenz

Elisabeth Preuß, Verfasserin dieser Einführung ins Thema, gehört zu jenen, die selbst anpacken bei der deutsch-russischen Verständigung, doch Erlangens Bürgermeisterin macht sich keine Illusionen: Der Weg ist noch weit, den ihr Kollege Wolfram Jäger aus Karlsruhe, Gastgeber des Kongresses vor zwei Jahren, bei der Eröffnung der 14. Partnerschaftskonferenz in Krasnodar vorzeichnet. Er baut an einer Dreieckspartnerschaft Krasnodar – Nancy – Karlsruhe und träumt von einem engen bürgerschaftlichen Netz der Kontakte zwischen deutschen und russischen Kommunen – ganz nach dem Vorbild der deutsch-französischen Aussöhnung, die übrigens auch Altoberbürgermeister Anfang der 80er Jahre ermunterte, die Verbindung zu Wladimir nach dem Beispiel mit Rennes aufzunehmen.

Die Philharmonie Krasnodar in Konferenzlaune

Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, das gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften und der Stiftung West-Östliche Begegnungen die Konferenz ausrichtet, ruft in der Philharmonie von Krasnodar die ca. 500 Delegierten aus beiden Ländern sogar dazu auf, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Zahl der Partnerschaften zu verdoppeln. Denn: „Wir brauchen einander mehr denn je!“

Folklore für die Gäste

Doch die Zahlen lassen da wenig Hoffnung aufkommen. Den gut 2.200 deutsch-französischen kommunalen Freundschaften stehen gerade einmal knapp einhundert deutsch-russische Partnerschaften gegenüber. Konstant, seit Jahren – ungeachtet aller Bemühungen, neue Gemeinden für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Zu groß scheinen die Vorbehalte vor allem auf Seiten der deutschen Lokalpolitiker zu sein, die wohl befürchten, derlei Kontakte seien zu personalaufwendig, könnten zu teuer werden, wären schwer mit Leben zu erfüllen.

Sergej Siwajew, Elisabeth Preuß und Sergej Sacharow

Welch ein Irrtum, wenn man sich die vielfältigen Aktivitäten der Partnerstädte ansieht, welch ein Irrtum, wenn man weiß, was dank den zivilgesellschaftlichen Verbindungen an konkreter Arbeit für Frieden und Verständigung geleistet werden kann.

Matthias Platzeck und Elisabeth Preuß

Man weiß dies längst auch in den Außenministerien beider Länder und würdigt dies auch mit der Teilnahme von Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow an der Konferenz. Beide kommen übrigens nicht nur mit Worten und Gesten, sondern mit konkreter Unterstützung für diese bürgerschaftliche Arbeit, indem sie unter ihrer Schirmherrschaft das „Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften“ zwischen unseren Ländern ausrufen.

Die Plätze sind reserviert – und werden übrigens später von den Politikern getauscht

Zukunftsprojekte in der deutsch-russischen Kooperation auf lokaler Ebene will man fördern und nach Möglichkeit die Gründung neuer Partnerschaften anregen. Vor allem Sigmar Gabriel, der heute seine Gespräche in Moskau fortführt, will nicht verhehlen, wie sehr im die Sache am Herzen liegt, wohl auch weil er die „Völkerverständigung von unten“ aus eigenem Erleben kennt.

Sigmar Gabriel bei der Konferenz

1980 nämlich nahm der spätere Außenminister an einem Jugendaustausch teil und besuchte Moskau und Leningrad just und gerade wegen des Olympia-Boykotts. Dabei kam bei Sigmar Gabriel wohl schon etwas in Gang, das ihn heute noch so leidenschaftlich für die Verständigung kämpfen macht, auch wenn er gerade gestern bei der späteren Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen wegen Syrien und Nato-Fragen durchaus uneins blieb.

Elisabeth Preuß und Sergej Sacharow

Sein Credo lautet: „Nur Dialog schafft Vertrauen!“ Deshalb auch sein spontaner Vorschlag, ein Institut für Frieden und Verständigung zu schaffen. In Leningrad. Ein Versprecher ohne Manuskript, aber desto glaubwürdiger, denn hier spricht jemand, der gerade den Bogen von der Erinnerung in die Zukunft schlägt und betont: „Je schwieriger die politische Lage, desto wichtiger die kommunalen und bürgerschaftlichen Kontakte.“ So wie das Erlangen und Wladimir seit 34 Jahren praktizieren und fortsetzen wollen, auch wenn Oberbürgermeisterin Olga Dejewa aus dienstlichen Gründen nicht an der Konferenz teilnehmen kann. Aber ihr Vorgänger im Amt, Sergej Sacharow, mittlerweile Stadtdirektor in Susdal, und Sergej Siwajew, in den 90er Jahren erster stellv. Bürgermeister von Wladimir und Förderer des Erlangen-Hauses und jetzt als Professor für Urbanistik in Moskau tätig, werden sicher in der Partnerstadt berichten, was in Krasnodar gestern besprochen und heute vielleicht schon entschieden wird.

Dietrich Möller und Elisabeth Preuß

Wie wichtig die Konferenz auch für die Wirtschaft ist, beweist etwa die Teilnahme von Dietrich Möller, dem Präsidenten der Siemens AG in der Russischen Föderation und Zentralasien, oder von Vertretern der Deutschen Bahn, der Beratungsfirma Röld & Partner oder der Knauf Gips KG, die immer wieder auch die Partnerschaft Erlangen – Wladimir unterstützt. Die Anwesenden haben begriffen, worum es geht. Nun gilt es, neue Verbindungen herzustellen und die bestehenden zu festigen. Wie das geht, erlebt man in Krasnodar. Aber der Weg ist noch weit, und es braucht viele weitere Sternfahrer.

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Das russische Generalkonsulat in München hatte zum feierlichen Empfang geladen. Der Nationalfeiertag heißt „Tag Russlands“. Der 12. Juni erinnert an die staatliche Unabhängigkeit und wird seit 1994 begangen. In vielen Städten des Landes feiert man der Tag parallel zum Stadtfest, so auch in Nischnij Nowgorod, wo die neue Bürgermeisterin, Jelisaweta Solomon, mich zu den Feierlichkeiten einlud, als ich vor kurzem meinem Vater dort einen Besuch abstattete.

Elisabeth Preuß in Nischnij Nowgorod im Mai 2017

Vielerlei Vergnügungen wurden geplant, so auch ein Auftritt des Theaters der Gehörlosenschule „Piano“. Wir trafen die talentierten Protagonisten bei einer Probe auf der Bühne hoch über der sommerlichen, in der Sonne glitzernden Wolga. Leider konnte ich diese Einladung nicht annehmen, da ich zu dem Zeitpunkt schon wieder seit zwei Tage zuhause im Rathaus sein würde.

Pantomimentheater „Piano“

Die Bevölkerung allerdings begeht mit viel mehr Herzblut den 9. Mai, den Tag des Sieges, jedes Jahr ein großes Fest. Zurecht gedenkt man der mehr als 50 Millionen Toten, die der von den Nationalsozialisten über die Welt gebrachte Krieg allein in der Sowjetunion kostete.

Irina Chasowa und Elisabeth Preuß, die beiden Botschafterinnen der Partnerschaft im Dezember 2015, Bahnhof Wladimir

Am 13. Juni folgten die Vertreter vieler Nationen der Einladung von Generalkonsul Sergej Ganscha nach München in den „Bayrischen Hof“, und ich nutzte diese Gelegenheit, um dem Generalkonsul von dem beeindruckenden Unterfangen „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zu erzählen. Das Werk von Peter Steger liegt ja seit einigen Monaten auch in russischer Übersetzung vor, der Blog hat über die Präsentation in Wladimir berichtet. Die Erzählungen, Interviews und Bilder der Veteranen unserer beider Völker, die sich einst als Feinde gegenüber standen und sich jetzt im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir treffen: Dieses Buch ist ein Jahrhundertwerk. Ich weiß nicht, ob mir als Laie in Sachen Literatur dieses Wort zusteht, für mein Gefühl aber greift jedes andere Wort zu kurz.

Elisabeth Preuß und Sergej Ganscha

Glücklicherweise (aber nicht zufälligerweise) hatte ich bei meiner Fahrt nach München sogar je ein Exemplar der deutschen und der russischen Ausgabe dabei und konnte dies dem Generalkonsul als Geschenk überreichen. Es ging ihm wie vielen, denen ich von diesem Werk erzähle: Zuerst Staunen, dann Freude steht in den Augen des Beschenkten. Wer dieses Buch liest und verinnerlicht, für den ist Krieg zur Unmöglichkeit geworden.

Elisabeth Preuß

Wjatscheslaw Gadalow

Erlangens Botschafterin in Wladimir, Irina Chasowa, vertrat unterdessen am gestrigen Tag der Erinnerung und Trauer die deutsche Seite, als einige wenige Zeitzeugen zusammen mit vielen Kindern des Überfalls der Hitlertruppen auf die Sowjetunion vor 76 Jahren gedachten.

Gedenkstein

Ort des Gedenkens: der Freundschaftsbaum, ganz in der Nähe vom Platz des Sieges am 22. Juni 2011 im Beisein von Elisabeth Preuß und Wolfgang Morell auf Initiative von Wjatscheslaw Gadalow gepflanzt, der sich bis heute um die kleine Eiche kümmert, dem Frieden zwischen Deutschen und Russen gewidmet. Siehe: https://is.gd/QTIWH5.

22. Juni 3

Gedenken an der Friedenseiche

Hier zumindest und mit diesen Menschen ist Krieg wirklich zur Unmöglichkeit geworden.

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Seit gestern hat Alexej Nawalnyj auch in Wladimir eine Vertretung, von wo aus sein Wahlkampf um das Präsidentenamt im nächsten Jahr unterstützt werden soll. Derzeit bereist der Oppositionspolitiker die Hauptstädte des Goldenen Rings, um – wie in allen Regionen des Landes – Büros zu eröffnen. In Erlangens Partnerstadt verlief der Besuch der Korruptionsbekämpfers, der mit einigem Rechtsdrall ein Ende der Subventionierung der Kaukasusrepubliken und die Einführung von Visa für Bürger der ehemals sowjetischen Staaten Zentralasiens fordert, ohne größere Zwischenfälle, sieht man einmal ab von rasch wieder überklebten Schmierereien, die von imaginierter erektiler Hyperfunktion zeugten, oder von Plakaten, die dem erklärten Regierungsgegner unterstellten, vom Ausland finanziert zu werden.

Alexej Nawalnyj in Wladimir

Dennoch: Der Auftritt Alexej Nawlanyjs, unlängst noch im Zusammenhang mit der Protestwelle, die auch Wladimir erfaßt hatte, in Haft, von Gegnern mit Brillantgrün bespritzt und in die Nähe des Führers des Dritten Reichs gerückt, blieb seitens der lokalen Behörden unbehindert, die Medien verbreiteten ungeschnitten seine Kommentare zur herrschenden Politik sowie Ankündigungen, der Bestechung auf allen Ebenen und in allen Gegenden des Landes ein Ende zu bereiten, während man seine zumeist jugendlichen Anhänger unbehelligt ließ. Nach getaner Arbeit zog der Wahlkämpfer weiter nach Iwanowo, heute macht er Station in Kostroma und Jaroslawl. Bei aller Kritik also, die man äußern mag, ist die russische Demokratie doch lebendig genug, auch einen derart umstrittenen Kopf um Stimmen werben zu lassen. Gar nicht so selbstverständlich, wie man mit Blick etwa auf Minsk, Ankara oder Astana weiß. Mehr dazu bei Pro Wladimir unter: https://provladimir.ru/

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Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj hatte gestern in Moskau und vielen anderen Städten landesweit zu Protest-Spaziergängen auf dem Bürgersteig aufgerufen, die im Zentrum der Hauptstadt allerdings nicht genehmigt wurden, weshalb es zu Hunderten von Festnahmen kam, darunter auch der Initiator, der sich 2018 als Kandidat für die Präsidentschaft der Russischen Föderation aufstellen lassen will. Auch in Wladimir folgten vor allem junge Leute dem Aufruf und versammelten sich zunächst an dem als „Hyde Park“ geltenden Brunnen im Stadtpark, dem Ort, wo in der Partnerstadt seit 2013 unangemeldete Kundgebungen abgehalten werden dürfen.

Um die 500 Teilnehmer sollen es laut Zebra-TV gewesen sein, die gegen die von Alexej Nawalnyj auf allen staatlichen Ebenen angeprangerte Korruption protestierten, angeregt von einem etwa 45 Minuten langen Film über die mutmaßlichen Reichtümer Dmitrij Medwedjews, der hier zu sehen und mit englischem Text unter dem Titel „Don’t call him Dimon“ versehen ist: https://is.gd/ULxCwH

Die Organisatoren in Wladimir riefen auch die lokalen Behörden dazu auf, endlich anzuerkennen, daß die Macht beim Volk liege und nicht den Politikern gehöre. Ganz anders als in Moskau hielt sich die Polizei zurück, griff nicht ein, war nur mit Streifenbeamten in der Nähe des Brunnens vertreten. Einige weitere Ordnungshüter standen an den Eingängen zum Park.

Erst als der Zug dann mit etwa 150 Personen den Theaterplatz erreichte, der von den Behörden für die Kundgebung gesperrt worden war, rückten mehr Einsatzkräfte an, ließen den Zug aber passieren und schließlich für ein Gruppenbild auf den Treppen zum Schauspielhaus posieren.

Nicht so wichtig, für welche Partei zu bist. Du bist bestimmt gegen Diebe!

Die Journalisten wunderten sich vor allem über die große Zahl der Wortmeldungen. Bei jenseits der 50 habe man zu zählen aufgehört.

Die dem Ministerpräsidenten zugeschriebenen Jachten, Weinberge, Schlösser und Anwesen, alle erworben durch ein feinmaschiges und kaum zu durchschauendes Netz von Begünstigungen und Vorteilsnahmen, von denen in dem Bericht Alexej Nawalnyjs die Rede sind, boten dabei nur den Hintergrund für die Forderungen nach einem Ende der Korruption.

Dimon, gib die Milliarden zurück und tritt zurück!

Erzürnt zeigten sich die Redner besonders über die Untätigkeit der Ermittler und Strafverfolgung in der Sache, die von den zentralen Medien mit keiner Silbe erwähnt wird, während das Video im Internet schon mehr als elf Millionen Aufrufe zu zählen weiß.

Die Forderung in Wladimir wie in den vielen anderen Städten: der Rücktritt von Dmitrij Medwedjew. Zumindest aber sollte er sein Amt ruhen lassen, bis die Ermittlungen anlaufen und abgeschlossen sind.

 In der etwa eineinhalbstündigen Veranstaltung bekannten einige sogar, gar keine Anhänger des wegen seiner nationalistischen Überzeugungen durchaus auch in Oppositionskreisen umstrittenen Regierungsgegners zu sein; aber sie hätten genug von einem Machtapparat, der sich durch Kleptokratie selbst diskreditiert habe.

Auch die Befreiung von Steuern für reiche Freunde des Präsidenten, die unter die Sanktionen des Westens fallen, stößt sauer auf, wenn gleichzeitig Renten gekürzt werden, die Reallöhne sinken, die Abgaben aber steigen. Wer nicht selbst zum Mikrophon griff, skandierte immer wieder „Wir sind hier die Macht“, „Rücktritt von Medwedjew“ oder „Rußland wird frei“.

Nochmals: In Moskau und zeitgleich in Weißrußland sind ähnliche – überall durchaus friedliche – Proteste mit Härte und Schärfe unterbunden worden. In Wladimir ließ man die Menschen gewähren. Bemerkenswert und erfreulich.

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Anfang Februar gab Donald Trump dem TV-Sender Fox News Auskunft über sein Schlafverhalten. Demnach arbeite der amerikanische Präsident bis Mitternacht und stehe gewöhnlich gegen fünf Uhr morgens auf. „Zu wenig Nachtruhe also insgesamt“, dachte man sich da auch in Kowrow, einer Kreisstadt in der Region Wladimir, bekannt für ihre Rüstungsbetriebe, aber auch die Firma „Askona“, die „mit Liebe“ Matratzen herstellt und vertreibt. Und nun ist bereits eine Sendung mit der russischen Bettunterlage ins Weiße Haus unterwegs – mit dem Wunsch, nachts besser schlafen und dafür tagsüber noch mehr zu leisten zu können. So wie man sich bettet, so schläft man eben.

Den Begleitbrief veröffentlichte der Betrieb auf Facebook:

From Russia with Love

From Russia with Love

Dear Mr President Donald J. Trump,
We were saddened to read recently that you’re not getting enough sleep.
As leading healthy sleep experts, we know how important it is to get a good night’s rest.
So to help you settle into your new home and get into the new rhythm, we’re sending you one of our favourite mattresses – the Lubov (Love) from our Askona Russian collection.
With its special anatomical support, we’re confident it will help you sleep uninterrupted and in comfort throughout the night. You’ll awake feeling refreshed and ready to tackle each new day!
Sweet dreams!
Your friends at Askona Russia

Der Produzent gibt übrigens 25 Jahre Garantie auf jede Matratze. Das dürfte genug sein für einen Ruhestand, der länger währen möge als die Amtszeit des Präsidenten, dem man in Rußland noch immer einen völlig ungesicherten Sympathiekredit einräumt. Bleibt zu wünschen, daß die Russen noch ein paar Nächte ruhig darüber schlafen und nicht mit Schrecken aufwachen.

Siehe auch: https://is.gd/laT6qC und https://is.gd/1aCToB und

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Auf Anregung von Lutz-Michael Meyer hat ging unlängst per Post ein Exemplar des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ an die Bücherei der Deutschen Botschaft in Moskau. Nun hat der Arzt der Auslandsvertretung, der nebenbei auch noch die Städtepartnerschaften im zentralrussischen Verwaltungsbezirk betreut, das Buch beim Nikolaus-Empfang für das gesamte Personal Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch überreicht, der die zeitgeschichtliche Arbeit als ein wichtiges Zeichen der Verständigung zwischen unseren Ländern würdigte.

Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch und Botschaftsarzt Lutz-Michael Meyer

Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch und Botschaftsarzt Lutz-Michael Meyer

Nachdem Lutz-Michael Meyer sich bereits bei zwei Besuchen in Wladimir ein persönliches Bild von der Zusammenarbeit der Partnerstädte hatte machen können, ist es nun im Rahmen eines privaten Besuchs im November erstmals auch zu einer persönlichen Begegnung gekommen, wo die ganze Vielfalt des Austausches zur Sprache kam. Vor allem aber sagte der Botschaftsvertreter auch für die Zukunft jede nur denkbare Unterstützung für die Kontakte zu.

Lutz-Michael Meyer und Peter Steger

Lutz-Michael Meyer und Peter Steger

Es mögen kleine Gesten sein – ein persönliches Kennenlernen, die Übergabe eines Buches, die Zusage von Unterstützung -, aber diesen unscheinbaren Zeichen wohnt jener Geist der Anerkennung für das Gesamtwerk der Partnerschaft inne, der Luft unter die Flügel bläst und die Thermik für  die langen Strecken schenkt, welche noch vor allen liegen, die am Gelingen mitwirken und sich jenes Ziel des Miteinanders gesteckt haben, das mal zum Greifen nahe scheint und dann wieder zum Verzweifeln fern und unerreichbar. Immer im Sinn der Maxime von Lew Tolstoj: „Das wichtigste Ziel ist das Jetzt, der wichtigste Mensch ist der Nächste, mit dem ich jetzt spreche; die wichtigste Tat ist, dem Nächsten Gutes zu tun.“ Lassen wir uns nicht entmutigen dabei!

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Eigentlich hatte Gouverneurin Swetlana Orlowa den hohen Gast am vergangenen Samstag selbst empfangen wollen, doch dann wurde sie zu einer Sitzung des Staatsrats mit Wladimir Putin nach Jaroslawl gerufen. So durfte ihr Stellvertreter, Alexej Konyschew, die Honneurs für Ronald Pofalla und seine kleine Delegation machen. Der Vorsitzende des Lenkungskreises des Petersburger Dialogs hatte schon viel über die Städtepartnerschaft gehört und nahm nun die Einladung wahr, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Aber vor Ort erwies sich die Zeit – wie das so ist, wenn man die alte russische Hauptstadt gezeigt bekommt – wieder einmal als viel zu kurz für das Programm, das leider nicht einmal mehr einen Besuch im Erlangen-Haus beinhaltete. Russische Züge warten nämlich nicht… Aber immerhin gibt es jetzt den persönlichen Bezug. Der einstige Generalsekretär der CDU erfuhr, wie vielseitig sich die Städtepartnerschaft – gerade auch im sprachlichen Bereich dank dem Erlangen-Haus – auf das deutsch-russische Verhältnis in Wladimir auswirkt, lernte wichtige Akteure dieser Verbindung kennen und erhielt – zusammen mit einem Brief von Oberbürgermeister Florian Janik – ein Exemplar des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ überreicht, nicht von ungefähr, denn auch Roland Pofallas Vater geriet, wie der Merkel-Vertraute in einem Interview gegenüber dem Focus erklärt hatte, in sowjetische Kriegsgefangenschaft und erzog später seine Kinder im Geist der Aussöhnung und Verständigung mit den Russen und allen Völkern der UdSSR. Da darf man hoffen, daß der Petersburger Dialog in Zukunft gerade auch die Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir noch enger einbezieht. Siehe dazu auch: https://is.gd/Yz4aM1

Wiktor Subkow und Ronald Pofalla

Wiktor Subkow und Ronald Pofalla, wie man ihn kennt

In Wladimir sein erster Besuch, aber nicht sein erster Versuch, das russische Wesen zu verstehen, bekennt Ronald Pofalla: „Immer, wenn ich hierher komme, versuche ich Ihr Land, den russischen Charakter, die russische Seele zu verstehen, und mit jedem Mal komme ich dem immer näher.“

Alexej Konyschew und Ronald Pofalla

Alexej Konyschew und Ronald Pofalla

Zum Verstehen von Stadt und Land gehören aber auch Zahlen aus der Wirtschaft, die für sich sprechen: Deutschland belegt im Handel mit der Region Wladimir nach China und vor den USA den zweiten Platz, und nach einem gewissen Einbruch im Vorjahr nimmt der Warenaustausch wieder an Fahrt auf. Interessant dabei: Wladimir exportiert mehr als es einführt. Und dann gibt es da immerhin 25 Unternehmen mit deutschen Kapitalgebern, Beteiligungen oder Eignern. Ein Pfund, mit dem die Partner wuchern und einander immer näher kommen können.

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