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Archive for the ‘Politik’ Category


Vorgestern votierte der fünfzehnköpfige Stadtrat von Susdal – bei der Absenz von zwei Mitgliedern und in Konkurrenz zu einem 33jährigen Herausforderer – einstimmig für Sergej Sacharow in der Funktion des Stadtdirektors. Der 1968 geborene, frühere Unternehmer und Abgeordnete des Regionalparlaments hatte – in Erlangen erinnert man sich gerne daran! – von 2011 bis 2015 als Oberbürgermeister die Geschicke Wladimirs geleitet, bevor er im Oktober 2015 die Wahl zum Citymanager – auch damals schon ohne Gegenstimmen – annahm und in der russischen Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. vieles zum Besseren wendete, etwa indem er innerhalb von nur zwei Jahren die Haushaltseinnahmen von 142 Mio. Rubel auf 301 Mio. Rubel erhöhte und mit Hilfe von föderalen wie regionalen Zuschüssen wichtige Infrastrukturmaßnahmen umsetzte oder in Angriff nahm: von der Sanierung der Stadtentwässerung bis hin zur Straßenbeleuchtung sowie der Bereitstellung von freiem Internetzugang.

Sergej Sacharow bei der Vorstellung seines Programms im Stadtrat Susdal, Quelle Zebra-TV

Sergej Sacharows Erfolgsbilanz überzeugte den Stadtrat wohl ebenso wie sein Konzept für die Zukunft, das vorsieht, das Budget nochmals zu verdoppeln, hauptsächlich dank einer Fremdensverkehrsabgabe, die über gastronomische Dienstleistungen erhoben werden könnte, vor allem für Übernachtungen. Doch dafür wäre die gesetzliche Grundlage zu ändern, denn bisher kommt die Taxe erst nach der zweiten Nächtigung zum Einsatz; die meisten Gäste bleiben aber in der Regel nur für eine Nacht in Susdal. Nun hat der im Amt bestätigte Chef der Stadtverwaltung weitere zwei Jahre Zeit, seine Pläne umzusetzen, wenn nicht so, dann anders. In jedem Fall wird er Jeremia folgen und auch in seiner zweiten Periode seiner Stadt Bestes suchen.

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Erstaunt reibt man sich die Augen und fragt: „Ist das nicht … auf dem Bild?“ Er ist es tatsächlich, Andreas Galster. Nur wie kommt der 1. Bürgermeister von Erlangens Nachbarstadt Baiersdorf auf die Internetausgaben der Wladimirer Medien? Dafür gibt es einen guten Grund, wie etwa beim Staatlichen Lokalsender nachzulesen:

Andreas Galster (links) und Swetlana Orlowa (Mitte)

Bei der soeben zu Ende gegangenen 33. Sitzung des Rates der Gemeinden und Regionen Europas in Straßburg kam es zu einem Treffen der russischen und deutschen Delegationen, an der auch Swetlana Orlowa, Gouverneurin der Region Wladimir, teilnahm, in Personalunion Leiterin der nationalen Delegation der Russischen Föderation und Stellvertreterin des ständigen Vertreters der Russischen Föderation beim Europarat, Wjatscheslaw Jegorow. Ihr deutsches Pendant, Bernd Vöhringer, Oberbürgermeister von Sindelfingen, leitete die Delegation der Bundesrepublik, der auch Andreas Galster angehörte. Wie berichtet wird traf man sich in der russischen Vertretung beim Europarat, nachdem die deutsche Seite bereits am Rande der vorhergehenden Sitzung zum partnerschaftlichen Dialog in die eigenen Räume eingeladen hatte. Der Austausch geht also in die zweite Runde, findet seine Fortsetzung. Bernd Vöhringer wird hierzu zitiert:

Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen, gehen Fragen der lokalen Agenda an, und dabei spielt der Kongreß des Europarats eine sehr große Rolle. Wir sind froh darüber, daß unsere Delegationen eine Freundschaft pflegen. Wir haben eine große gemeinsame Geschichte und weitreichende Verbindungen, die es gilt, weiter auszubauen und zu festigen. Auf dem Forum der Sitzung haben wir heute die Möglichkeit zum Gespräch und zur Diskussion, wobei wir unsere freundschaftlichen Beziehungen aufrechterhalten.

Swetlana Orlowa erwiderte ganz im Geist der Zusammenarbeit und betonte, wie wichtig die Beziehungen gerade zu Deutschland, dem zweitgrößten Handels- und Wirtschaftspartner der Russischen Föderation, seien, bevor sie konkret auf ihr Gouvernement zu sprechen kam:

Die Region Wladimir ist ein gutes Beispiel dafür. Wir erweitern planmäßig die wirtschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen mit deutschen Partnern. Auf dem Gebiet der Region gibt es mehr als 30 Organisationen mit einer Beteiligung von Investoren aus Deutschland, von denen viele auch soziale Aspekte berücksichtigen, etwa Bautex, eine Firma, die ein Programm der dualen Ausbildung umsetzt.

Anzumerken ist noch eine positive Entwicklung des Außenhandels, dessen Umsatz zwischen der Region Wladimir und Deutschland in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zu 2016 um 21,2% stieg und einem Wert von etwa 130 Mio. Euro darstellt. Der Export legte dabei um fast 13% zu, der Import um gut 22%.

Gut, wenn das die russisch-deutsche Freundschaft in Straßburg stärkt. Wer die europäische Geschichte und die historische Rolle Deutschlands auch nur ansatzweise kennt, kann sich nur freuen über derlei Begegnungen der Verständigung von Deutschen und Russen auf französischem Boden. Und mit Andreas Galster – das darf man sagen – saß auch die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir mit am Tisch im Elsaß, denn Baiersdorf nimmt in diesem deutsch-russischen Zusammenspiel gerade auch dank seinem Bürgermeister einen wichtigen Platz ein.

Siehe auch: https://is.gd/c8HTAa

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Der Antrittsbesuch von Susanne Lender-Cassens ging gestern in die Zielgerade mit einem medizinisch-sportlichen Programm, unterwegs zu allen Terminen, ganz wie in Erlangen, mit dem Fahrrad. Und es zeigt sich: Entgegen der hier vorherrschenden Meinung kann man auch auf Wladimirs Straßen abgasfrei vorankommen, sogar recht zügig und ohne ständig fürchten zu müssen, so auf dem schnellsten Weg in die Unfallchirurgie zu gelangen.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens, Michail Tjukarkin und Jewgenij Jaskin

Ungläubiges Staunen denn auch in den Augen und Worten des ärztlichen Direktors vom Rot-Kreuz-Krankenhaus, wo alle schweren Fälle landen, als er von Erlangens Bürgermeisterin erfährt, wie sie sich hier fortbewegt, die den umgehend angebotenen Dienstwagen auch noch rundweg mit einem entschiedenen Lächeln ablehnt. Aber es geht hier ja auch um ein ganz anderes Thema, den Austausch von Krankenschwestern, der auf Wunsch des Gastgebers möglichst bald stattfinden soll, denn ohne die Pflege hilft dem Patienten auch die allerbeste Operation und Therapie nicht.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens und Maria Kabakowa

Wie gerufen, kommt beim Rundgang durch das Krankenhaus mit seinen 450 Betten, der Besucherin Michail Tjukarkin entgegen, der als erster Wladimirer Arzt – übrigens mit recht guten Deutsch-Kenntnissen – bereits 1989 in Erlangen hospitierte und den Anfang im Medizinaustausch machte. Ein gutes Omen für die Aufnahme von Krankenschwesternkontakten.

Gertrud Härer und Susanne Lender-Cassens beim Radkorso auf der Umgehungsstraße

Wenige Pedaltritte unterhalb des Krankenhauses eröffnete man gestern eine vierspurige Straße – ins einstige Bett des Baches Lybjed hineinasphaltiert -, von der man sich eine wesentliche Verkehrsbelastung für die bisherige Hauptachse durch die Altstadt verspricht. Mit welchem Erfolg, wird sich noch weisen.

Gennadij Stachurlow und Susanne Lender-Cassens

Erfreulich in jedem Fall, daß die Planungen auch noch Radwege entlang der Trasse vorsehen, für etwa 50 Mio. Rubel. Dabei, so buchstäblich die Erfahrung der Radler aus Erlangen, würde eine schlichte Markierung am Straßenrand auch schon ein Mehr an Sicherheit und Komfort bringen. Aber da geht man eben überall seiner eigenen Wege. Auch hier übrigens ein Wiedersehen: Susanne Lender-Cassens und der Wladimirer Fahrradpionier, Gennadij Stachurlow, kennen sich von einem Treffen in Erlangen und hoffen, noch viel gemeinsam für Umwelt und ökologische Verkehrsplanung machen zu können.

Inna Morosowa, Leiterin der Fachschule, Susanne Lender-Cassens, Jelena Owtschinnikowa, Tatjana Sajtschikowa und Olga Antropowa, beide stellv. Leiterinnen der Fachschule

Die Zeremonie freilich dauerte gar zu lange, auf die Bürgermeisterin wartete schon der nächste Termin in der Berufsschule für Pflegekräfte, die bereits in der Planung für einen Austausch mit Jena steht und natürlich auch Erlangen gern im Boot hätte. Überhaupt herrscht hier ein internationales Klima, denn es gibt auch schon Verbindungen zu einer Partnereinrichtung in Illinois. Was soll da dem Austausch noch entgegenstehen!

Interview im Garten des Erlangen-Hauses: Peter Steger und Susanne Lender-Cassens

Ein wenig später und etwa drei Radkilometer weiter geht es dann im Büro von Jelena Owtschinnikowa, der stellvertretenden Leiterin der Regionalen Gesundheitsverwaltung, um ein Herzstück der Partnerschaft, den „Blauen Himmel“. Wegen neuer föderaler Gesetze, die eine unmittelbare Anbindung von Reha-Einrichtungen an die jeweils zuständige Klinik fordern, wurde die Einrichtung in Penkino geschlossen. Man ist dort dabei, ein Sanatorium Senioren einzurichten, angegliedert an die bereits bestehende medizinische Einrichtung für Veteranen. Die Kinder hingegen sollen nach ihrer Behandlung in der Psychiatrie oder ihrem Aufenthalt in einer sozialen Einrichtung in Zukunft zur Rehabilitation und erlebnispädagogischen Nachsorge ein neues Dach, ebenfalls außerhalb Wladimir in naturnaher Lage finden. Auf keinen Fall, so die Medizinerin und ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, werde man das Projekt „Blauer Himmel“ aufgeben, das könne sie allen versichern, die sich für dieses Gemeinschaftswerk verdient gemacht haben.

Witalij Iwantschuk, Susanne Lender-Cassens und Oleg Medwedjew

Zurück im Garten des Erlangen-Hauses stand noch ein Interview mit der Lokalredaktion des TV-Senders „Rossija 1“ auf dem Programm – mit Fragen zu Zielen und Ergebnissen des Besuchs. Immer wieder erfreulich, wie sehr sich die Medien für die Partnerschaft interessieren und damit den Austausch im Bewußtsein halten.

Schule für Rhythmische Sportgymnastik

Zu diesem Austausch gehört natürlich schon immer auch der Sport, besonders das Turnen, eine Disziplin, mit der Wladimir Weltruhm genießt. Nicht vergleichbar mit Erlangen – Susanne Lender-Cassens weiß das als Sportbürgermeisterin nur zu gut -, aber die Gastgeber, Witalij Iwantschuk und Oleg Medwedjew, ihres Zeichens Leiter der Turnschule und Chef des städtischen Sportamtes, bieten Trainern und deren Schützlingen aus ihrer Partnerstadt Meisterklassen an, auch im Bereich Rhythmische Sportgymnastik, die im Gebäude gleich gegenüber unterrichtet wird. Zumal so ja auch viele neue Freundschaften entstehen könnten. Recht haben sie natürlich

Kunstwerk von Stefan Schnetz im Garten des Erlangen-Hauses

Was bleibt? Vieles, woran angeknüpft werden kann, jede Menge neuer Ideen und Initiativen und noch viel mehr, als sich hier im Blog darstellen läßt. In jedem Fall Impulse, von denen der Austausch schon bald noch vielfältiger und intensiver wird. Ganz im Sinne der Erfinder dieser wunderbaren Freundschaft.

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Auf dem Kathedralenplatz von Wladimir bereitete man sich gestern schon ab der Mittagszeit auf das heutige Laufereignis vor. Vor einer schöneren Kulisse könnten Start und Ziel des Neun-Kilometer-Laufs und des Halbmarathons kaum zu liegen kommen, und dann prangt da ja auch noch das Transparent mit der Aufschrift „Deutsch-Russisches Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, ausgerufen von den Außenministern Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow Ende Juni in Krasnodar, wo Erlangen und Wladimir natürlich nicht fehlen dürfen.

Zu einem Besuch der Partnerstadt gehört – besonders für Neulinge wie Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und den Großteil ihrer Delegation – nach der Tour durch Wladimir ein Abstecher nach Susdal, wo das Wetter sich noch einmal alle Mühe gab, den sommerlichen Dauerregen vergessen zu machen.

Eberesche und Birke, russischer Frühherbst

Das Freilichtmuseum in der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. bietet aber auch den Rückblick in jene längst versunkene Zeit der Bauernkaten und eines Dorflebens  – mit immer wieder überraschend anheimelnden Winkeln und Ecken.

Russische Bauernstube

Und dann all diese unerwartet weiten Panoramen, wenn man sich Susdal nähert, von allen Seiten geschützt durch sich selbst überlassene Wiesen und vom Wind bestellte Felder, dazwischen der träge Lauf der Kamenka mit ihren sumpfigen Uferstreifen.

Susanne Lender-Cassens

Zugänglich erlebt man den 10.000-Seelen-Ort, streckenweise fast schon autofrei und ausgestattet mit der ganzen Infrastruktur für Radfahrer, die sich ihr Gefährt mittlerweile sogar in einigen Hotels leihen können.

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens und Gertrud Härer mit Fahrradständer

Aber wozu hier viele Worte verlieren. Wo doch nur die unausgesprochene Stimmung gilt von stillen Farben, singenden Glocken und jenem Himmel, weit und breit, so nur erlebbar hier in Susdal.

Zeit zum Heimflug. Merely this, and nothing more.

Also ruhig ein Moment des Schweigens, dem Andrej Tarkowskij in seinen episch-mythischen Filmen den schwingenden Raum schenkt, in versiegelter Zeit gefangen. Man sehe sich nur „Nostalghia“ oder „Andrej Rubljow“ an, der ja in wichtigen Teilen in Wladimir und Susdal entstand.

Andrej Tarkowskij

Welch ein Glück muß es sein, hier die Geschicke der Menschen lenken zu dürfen, wie Sergej Sacharow, der als Stadtdirektor durchaus eigene Wege beschreitet.

Guten Abend, gute Nacht in Susdal

Etwa indem er Radwege anlegt oder alljährlich im Sommer ein dreitägiges Fahrradfest veranstaltet. Oder indem er immer einmal wieder selbst in die Pedale tritt und den Arbeitsweg von Wladimir, wo er wohnt, nach Susdal hin und retour im Sattel bewältigt – immerhin insgesamt 60 km.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Sacharow

Da interessiert er sich natürlich besonders für die Partnerschaftstour von Gertrud Härer, ihre durchschnittlich 100-km-Tagesetappen, ihre Eindrücke von der Strecke, ihr Wunsch nach asphaltierten Randstreifen entlang den russischen Fernstraßen, zumal er selbst auch auf einen Tagesrekord von 300 km verweisen kann.

Gertrud Härer, Sergej Sacharow, Susanne Lender-Cassens und Jonas Eberlein

Und natürlich weiß er sich mit der Kollegin aus Erlangen, Susanne Lender-Cassens, eins: „Wir müssen mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, wenn wir unsere Verkehrsprobleme lösen wollen.“ Doch heute geht es – siehe oben – erst einmal ums Laufen, getreu dem Motto: „Keine Gnade für die Wade!“

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„Wladimir empfängt uns mit einem Regenbogen, wunderschön aufgespannt!“ So macht der Blog von Gertrud Härer auf, der sich noch einmal hat reparieren lassen und all die unglaublichen Berichte von der Strecke Erlangen – Wladimir enthält.

Getrud Härer unterm Willkommen-Regenbogen in Wladimir

Am Donnerstagabend zusammen mit Jonas Eberlein, ihrem Begleiter seit Wolokolamsk, eingetroffen, hat sich die Langstreckenradlerin gestern der Delegation von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens angeschlossen und bereitet sich nun auf den Halbmarathon am Sonntag vor. Mit Ruhephasen und nur kleinen Trainingseinheiten, denn das Strampeln über 3.255 km hat sicher keinen Muskelschwund verursacht.

Jonas Eberlein und Gertrud Härer unter den Bögen des Goldenen Tors

Aber vor den Preis setzten die Götter den Schweiß und die russischen Gesetze eine eingehende ärztliche Untersuchung auf Herz und Nieren. Einfach nur auf eigene Verantwortung die Startnummer angeheftet und losgerannt, – das läuft hierzulande nicht.

Joachim Kokott, Susanne Lender-Cassens, Gertrud Härer, Manuel Schmidt, Jonas Eberlein, Fredi Schmidt

Also geht es nüchtern in Sportmedizinische Zentrum von Wladimir, wo die wichtigsten Körperfunktionen in mehreren Durchläufen untersucht, wo gewogen und gemessen und Urin- sowie Blutproben genommen werden. Eine Prozedur, die normalerweise bis zu zwei Tage dauern kann, für die eiligen Gäste aber so getaktet ist, daß nach zwei Stunden die Ergebnisse vorliegen und die Atteste ausgestellt sind. In einem Fall freilich, der Datenschutz gebietet da Stillschweigen, legt der Befund eine weitere Untersuchung zu Hause nahe. Mal sehen, ob das Feld morgen noch weiter ausgedünnt ist, nachdem ja schon John Stackmann seine Teilnahme hat absagen müssen.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa für die Gäste aus Erlangen: Othmar Wiesenegger, Jonas Eberlein, Fredi und Manuel Schmidt, Susanne Lender-Cassens, Gertrud Härer und Joachim Kokott

Beim Empfang im Rathaus stellt dann Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens vor allem den Sport und die Umwelt in den Mittelpunkt ihrer Wünsche für den weiteren Austausch. Gefragt nach ihren sonstigen politischen und administrativen Aufgaben, entfährt Oberbürgermeisterin Olga Dejewa ein: „Das schafft nur eine Frau!“ Wer wollte da widersprechen…

Marina Ilina, Nadeschda Troschina, Alexej Panfilow, Susanne Lender-Cassens, Jelena Petrowitschewa und Ljubow Naumowa

Zumal dies auch nur Auftakt des Arbeitsprogramms war, gefolgt von einem Gespräch an der Universität mit Vizerektor Alexej Panfilow, der unlängst ja Erlangen – zum wiederholten Male – besucht hatte und alles daransetzen will, die Verbindungen zur Friedrich-Alexander-Universität  auszubauen. Dazu will Nadeschda Troschina in der nächsten Woche Gespräche im Rahmen eines Erasmus-Plus-Programms mit den fränkischen Kollegen führen, dazu plant Marina Ilina, Leiterin des Instituts für Biologie und Ökologie die Intensivierung ihrer Kontakte zum Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik, dazu hält Julia Obertreis, Inhaberin des Lehrstuhl für Neue und Neueste Geschichte an der FAU, im Oktober einen Vortrag in Wladimir zum Thema „100 Jahre Oktoberrevolution“ dazu erwartet man schon am Sonntag wieder für drei Wochen vier Austauschstudenten vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde…

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens, Jewgenij Jaskin und Gertrud Härer

Weiter soll es auch im Medizinaustausch gehen. Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, wünscht sich für eine Gruppe von Pflegekräften eine Hospitation in Erlangen und trifft bei der gelernten Krankenschwester, Susanne Lender-Cassens, damit natürlich auf offene Ohren.

Susanne Lender-Cassens in der Schule Nr. 23 mit Dominik Steger und Robin Bockelmann, zweite Reihe rechts außen

Und dann der Besuch an der Schule Nr. 23, die seit Ende der 90er Jahre einen regelmäßigen Austausch mit dem Emmy-Noether-Gymnasium pflegt und sich immer wieder auch durch Schüler hervortut, die nicht nur über herausragende Sprachkenntnisse verfügen, sondern auch Projekte – etwa zum Thema Kriegsveteranen – über Jahre vorantreiben. Und dann ist da noch die Schülerin, deren Vater in ihrem heutigen Alter zu den ersten gehört hatte, die am Austausch teilnahmen. Nun kommt sie Ende des Monats zum ersten Mal selbst nach Erlangen. Eine Tradition, die sich gerne fortsetzen darf, wenn das Mädchen einmal selbst Mutter geworden. Zu dem Termin dazugestoßen sind übrigens auch noch die beiden Studenten an der Berliner Charité, Robin Bockelmann und Dominik Steger, die gerade ihr Pflegepraktikum in Wladimirer Krankenhäusern abgeschlossen haben.

Susanne Lender-Cassens mit Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Fragt man Susanne Lender-Cassens nach ihren Eindrücken vom ersten Wladimir-Besuch, sprudelt ihr die Begeisterung nur so von den Lippen, auch wenn bisher noch keine Zeit war, die Stadt zu erkunden. Aber: „Es ist wirklich unglaublich, was da für ein Beziehungsnetz aufgebaut wurde, was da alles an Austausch möglich ist.“

Susanne Lender-Cassens und der gemischte Chor des Zentrums für Chormusik

Damit da auch kein Stillstand zu befürchten ist, besucht die musikbegeisterte Bürgermeisterin am Abend dann auch noch eine Probe des gemischten Chors am Zentrum für Chormusik. Das Ensemble steht in der Tradition des von Eduard Markin schon in den 70er Jahren ins Leben gerufenen Chors, der aus der Geschichte der Partnerschaft nicht wegzudenken ist. Nun soll versucht werden, für die Gruppe eine Gastspielreise nach Erlangen zu organisieren. Vielleicht, geht es nach Susanne Lender-Cassens, schon 2018, wenn Erlangen und Wladimir ihr 35jähriges Jubiläum feiern.

Susanne Lender-Cassens im Herzen von Wladimir

Am späteren Abend bleibt dann doch bloß, Oberbürgermeisterin Olga Dejewa zuzustimmen: „Das schafft nur eine Frau!“ Eine Sentenz, die natürlich auch für Gertrud Härer gilt.

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Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens ist gestern nach fünfstündiger Stau-Fahrt vom Moskauer Flughafen Domodjedowo mit ihrer Sportdelegation – wohlbehalten, aber leider nicht vollständig – gegen 22.00 Uhr im Erlangen-Haus eingetroffen, gastlich empfangen von Irina Chasowa. Zu Hause geblieben ist mit einer Virusinfektion ausgerechnet John Stackmann, der sich in den letzten Wochen so zielstrebig auf den Halbmarathon in Wladimir vorbereitet hatte. Aber Gesundheit geht vor sportlichem Ehrgeiz. Nun werden also Gertrud Härer, Fredi und Manuel Schmidt mit Peter Steger am Sonntag ohne ihr Zugpferd auf die Strecke gehen müssen.

Susanne Lender-Cassens und ihre Delegation: Joachim Kokott, Manuel und Fredi Schmidt, Othmar Wiesenegger und Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Der aufmerksame Betrachter vermißt sicher auch Gertrud Härer auf dem Bild. Keine Sorge! Sie hat gestern planmäßig Wladimir per Fahrrad erreicht, zusammen mit dem Jonas Eberlein, dem Erlanger, der seit einer Woche an ihrer Seite fährt. Nur leider ist Blog https://gertrud.haerer.org „abgeschnitten“, ausgerechnet im Ziel. Nach der Reparatur gibt es dann sicher auch die Bilder zur Ankunft nach mehr als 3.000 km Radreise von Erlangen bis Wladimir. Und bestimmt vieles mehr – auch zu dem, was die Mitglieder der Delegation in den nächsten Tagen in der Partnerstadt so alles erleben werden.

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Ende März hatte sich die erneuerte Leitung des 2007 gegründeten „Rates zur Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung“, der dem Präsidenten des Landes zugeordnet ist, konstituiert. Im Führungsgremium – Sergej Sacharow, von 2011 bis 2015 Oberbürgermeister von Wladimir und seit 2016 Oberstadtdirektor von Susdal.

Sergej Sacharow, vierter v.l.

Bei der Jahresversammlung am 5. August in Kirow schlug der Lokalpolitiker nun Wladimir Putin vor, das Finanzsystem für kleine Städte von historischer Bedeutung dahingehend zu ändern, daß ein größerer Anteil der Steuern auf Einkommen, Besitz und Grund vor Ort verbleibt. Bleibe alles wie bisher, fehle das Geld, um – meist ohne viel Gewerbe oder gar Großbetriebe – all die zusätzlichen Aufgaben von touristisch attraktiven Gemeinden zu erfüllen. Vom Gesamtaufkommen der drei genannten Steuern dürfe Susdal bisher gerade einmal 10% im eigenen Haushalt verwenden, der Rest gehe zu 5% an den Landkreis Susdal und zu 85% an das Gouvernement Wladimir. Laut der Nachrichtenagentur RIA habe das Staatsoberhaupt zunächst gescherzt, wenn man in dem Bereich etwas verändere, werde sich jede Kleinstadt als historisch bedeutend erklären, fügte dann aber doch im Ernst dazu, es lohne über den Vorschlag nachzudenken, zumal „wir nur ein Susdal haben“. Und das „russische Rothenburg“ begeht ja 2024 das tausendjährige Gründungsjubiläum, soll also in all seinem historischen Glanz erstrahlen. Durchaus möglich deshalb, daß der gute Rat aus Susdal Wirkung zeigt.

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