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Archive for the ‘Medien’ Category


Es gibt viele gute journalistische Berichte über die Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir, aber die vielleicht beste Reportage erschien im Sommer 2008, zum 25jährigen Jubiläum dieser deutsch-russischen Verbindung der besonderen Art. Damals reiste der Photograph Wolf-Dietrich Weissbach im Pulk der Bürgergruppe mit und machte für sein Franken-Magazin Aufnahmen, die auch Kenner Wladimirs in Erstaunen setzen. Erst vor wenigen Tagen erschien die Ausgabe von damals, zu der Erlangens damaliger Oberbürgermeister, Siegfried Balleis, den Text geschrieben hatte, nun auch digital. Die ideale Gelegenheit, medial den heutigen Nationalfeiertag der Russischen Föderation zu begehen und in all dem zu schwelgen, was Erlangen schon vor 13 Jahren verband und bis heute verbindet. Aber auch Gelegenheit, das Franken-Magazin kennenzulernen und sich am nächsten Kiosk als Druckerzeugnis zu kaufen. Lohnt immer, auch wenn es nicht in jeder Ausgabe um Erlangen und Wladimir gehen kann.

P.S.: Besonders sympathisch, daß man in der digitalen Form auch kleine Druckfehler wie „Verlogungszeit“ statt „Verlobungszeit“ nicht wegkorrigiert hat.

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Eine der ganz großen Gestalten der Städtepartnerschaft ist ohne Zweifel Ella Rogoschanskaja. Die Journalistin begleitete nicht nur als Mitarbeiterin der Zeitung „Prisyw“ die Begegnungen zwischen Erlangen und Wladimir, sondern auch später mit ihrem eigenen Abendblatt. Besonders aber bleiben ihre Projekte in Erinnerung, von denen sie hier selbst berichtet und damit einem schon vor einiger Zeit erteiltem Auftrag der Blog-Redaktion nachkommt: https://is.gd/kajOE5

Anfang der 90er hatte es etwas, sich eine neue Zeitung auszudenken und ihr einen coolen Namen zu geben… Ich hatte mir eine Kinderzeitung in den Kopf gesetzt und zwar eine internationale! Eine, die man in Wladimir ebenso lesen würde wie in Erlangen, in unserer deutschen Partnerstadt. Wie sie aber nennen, damit es auf beiden Seiten zu verstehen war? Vielleicht so, wie es auf dem dem Einwickelpapier eines beliebten Kaugummis stand: „BUBBLE GUM“ – „Бабл Гам“ oder, wie wir ihn nannten „БУБЛИК“ – „Bublik“, zu Deutsch „Kringel“. Und schon haftete der Zeitung der Name an. Zweisprachig gelang es nicht auf Anhieb. Aber das war keine Hürde. Dafür gab es jede Menge Freiwillige, die mitmachen wollten. Ich hatte mir die Zeitung ja für ganz bestimmte Kinder ausgedacht, sprich, für die Klasse, in der mein Sohn saß. Die Erstausgabe erschien dann sogar ohne Registrierungsnummer. Die wurde erst später nötig, als das Blatt auch außerhalb der Schule erschien. Da mußte ich dann zur Anmeldung nach Moskau.

Ella Rogoschanskaja zum hundertjährigen Jubiläum der Zeitung „Prisyw“, Mai 2017

Die erwachsenen Onkels, die meine Unterlagen abstempelten, wunderten sich nicht im geringsten über den gar wunderlichen Namen der Zeitung. Immerhin brachte sie keinen Schweinkram, wie damals bei einigen recht beliebten. Wir fanden nicht gleich den Weg zum Herzen der deutschen Partner. Aber da kam Peter Steger ins Spiel, der sich für unser Projekt interessierte. Nicht einfach so, sondern wirklich. Es zeigte sich, daß das Herz unserer Partner empfänglich für Freundschaft war. Peter machte sich mit den Kindern in unserer Redaktion bekannt, unter denen sich nicht nur Enthusiasten befanden. So hatte die erst vierzehnjährige Sascha Ulitina bereits einen Gedichtband veröffentlicht. Da lag es nahe, solche Talente nach Erlangen einzuladen…

Nichts lieber als uns auf den Weg zu machen, hätten wir getan. Aber woher das Geld nehmen? Also machte ich unserem Stadtoberhaupt, Igor Schamow, meine Aufwartung. Und – schau einer an! – er half uns. Der Sponsorenscheck reicht fast für die Fahrkarten, wenigstens bis Prag. Von Prag bis Erlangen kaufte die deutsche Seite die Billets. Peters Entgegenkommen war schon damals erstaunlich… Und so fuhren wir an einem Frühlingsmorgen zeitig in Wladimir ab. Als Dolmetscherin hatten wir Olga Wolkowa an unserer Seite, eine Deutschlehrerin an einer Fachschule. Mein schludriger Schussel von einem Sohn überzeugte mich davon, die Schlappen, die er in der Schule trug, seien auch für die Reise genau richtig. Eine glatte Lüge! Er habe keine anderen Schuhe, also müsse er in den Filzlatschen reisen. Sein Kommentar: „Sie sollen denken, ich sei ein Hippie.“ Im war das schnuppe, während ich mich als Delegationsleiterin schämte und ihn anwies, sich fern von mir zu halten. Wir fahren also und sind schon auf halbem Weg nach Moskau. Die Straße wie leergefegt. Sonntag. Ostersonntag. Da kommt mir plötzlich, ich könnte doch einmal meine Reiseunterlagen in der Mappe durchsehen. Und ich entdecke: Einen Teil der Fahrkarten – jene ab Prag – hatte ich im Safe vergessen. Der schiere Alptraum! Der Zug würde zwar erst in ein paar Stunden abfahren, aber nach Wladimir zurückzukehren, würde allein schon eine Stunde kosten. Und dann nochmals die 170 km bis Moskau. Wie, womit? Nicht zu schaffen! Meine Güte… Aber ich hatte das Kommando und durfte mir nichts anmerken lassen. Der Bus mit den Kindern und Olga fährt weiter in die Hauptstadt. Ich kehre um und hole die Fahrkarten. Ich stehe einsam am Straßenrand. Wie meine Stimmung war? Wie wenn man vom 30. Stock fliegt und sich auf Höhe der fünften Etage sagt: „Bisher läuft es ja gar nicht so schlecht.“ Machen wir es kurz, um die Leser nicht auf die Folter zu spannen: Ich schaffte alles. Ein Verkehrspolizist hielt ein Auto an, das mich nach Wladimir mitnahm. Dort öffnete ich rasch den Safe. Dann stieg ich in ein Taxi, das schon für die Strecke gebucht war, dann aber frei wurde. Ein richtiger Glückspilz bin ich schon! Das Abteil, in dem die Kinder mit der Übersetzung bereits im Zustand einer halben Ohnmacht saßen, betrat ich fünf Minuten vor der Abfahrt. Ich erbat mir, mich bis Prag in Ruhe zu lassen. Ich fiel in einen fast letargischen Schlaf.

In Erlangen empfing uns Peter mit seinem noch ganz kleinen Sohn. Von der Wiege an lehrte er ihn die Freundschaft mit den Russen. Nicht mit leeren Worten. Sogar zum Praktikum kam der spätere Medizinstudent an der Charité in ein Wladimirer Krankenhaus. Das ist noch gar nicht so lange her. Kurzum: Meine Kinder vom „Bublik“ fühlten sich willkommen. Wie Verwandte wurden sie begrüßt. Die deutsche Gastfreundschaft unterschied sich durch nichts von der russischen, gleich ob bei offiziellen Anlässen oder in den Familien, wo die jungen Journalisten zu Besuch waren. Und dann, wieder daheim, erreichte uns ein Schwergewicht von Geschenk. Ich mußte zum Zoll. In den Kisten war alles, was man sich nur denken konnte: ganze Schachteln mit deutschen Süßigkeiten, Spielzeug für die Sieger unserer Leserwettbewerbe, Mappen, Schreibwaren… Das alles hatte Peter geschickt, der wohl einige Spender „angehauen“ hatte. Eine gelungene Überraschung!

Peter Steger und Wladimir Schinakow 1996

Die Kinder von damals sind längst erwachsen, einige arbeiten sogar als Journalisten. Aber das ist nicht die Hauptsache. Wahrscheinlich erinnern sie sich alle bis heute an die Herzlichkeit jener Begegnungen. Wäre ja schlimm, wenn nicht… Als dann später der Gegenbesuch von Schülern aus den Partnerstädten Wladimirs und Susdal, Erlangen und Rothenburg, folgte, stand ein Ausflug in das Brotkombinat auf dem Programm. Ein voller Erfolg bei den Gästen. Eine interessante Produktionslinie – und dann erst der Geschmack all der Backwaren. Ohne Worte! Ich war schon lange mit dem Direktor, Wladimir Schinakow, befreundet und partnerschaftlich verbunden. Für seinen Betrieb machte ich die Kinderzeitung „Kolobok“, benannt nach einer Märchenfigur, die aussieht wie ein kugelrunder Pfannkuchen, also ein naher Verwandter des „Bublik“, des Kringels. Dort gab es spaßige Verse über Lebkuchen oder eine neue Brotsorte. So in der Art wie: „Aus dem weißen Brot mach ich mir ein Boot…“ Natürlich gab es da auch Werbung für den Sponsor, versteht sich. Warum nicht diesen Freundschaftsbesuch machen! Genau! Wenn man schon nicht aus Deutschland kommt, um in Wladimir Wecken zu kaufen, könnte man ja wenigstens Gelegenheit zum Probieren geben. Und die Ausgabe vom „Kolobok“ war richtig gelungen: zweisprachig. Ein Teil der Auflage ging an Wladimirer Schulen. Den Rest packten wir in ein paar Kisten, zusammen mit leckeren Geschenken, und flogen nach Deutschland… Ich kann heute gar nicht mehr aufzählen, an wie viel Schulen wir zu Gast waren. Manchmal traf mich auf der Schwelle der Klassenzimmer schier der Schlag, denn da saßen fast erwachsene Leute. In Deutschland geht man ja länger als bei uns zur Schule, was ich damals nicht wußte. Diese „Onkels und Tanten“ blätterten mit ernstem Blick unseren „Kolobok“ durch, verkosteten unsere Kringel, bewerteten deren Qualität. Frei und ungezwungen benahmen sich die Schüler aller Altersstufen. Auch das verwunderte mich damals. Es war im Advent, und überall gab es Weihnachtsgebäck. Die Kinder, die wir trafen, verglichen, was für jedes Land traditionell war. Über Geschmäcker streitet man nicht, aber es gab auch keinen Grund zum Streit…

Wjatscheslaw Kartuchin, Karina Romanowa, Julia Kusnezowa, Klaus Schrage und Ella Rogoschanskaja, März 2019

Meine persönliche Geschichte unter dem Titel „Mein Deutschland“ hängt eben jenen jetzt schon so weit zurückliegenden Begegnungen zusammen. Die Freundschaft der Länder beginnt, wie man schon zu Sowjetzeiten meinte, mit der Freundschaft von Menschen, mit der Volksdiplomatie. Seither ist viel Zeit vergangen. Ganz anders, wie auf einem anderen Planeten, ist das Leben geworden. Die Reportagen vom Zug der Freundschaft konnte man damals nur per Fax verschicken. Und heute mit einem Klick von überallher nach überallhin. Wahrscheinlich hat sich auch das Verhältnis zur Freundschaft zwischen den Ländern verändert. Mir scheint, sogar Worte wie diese sind nicht mehr in Gebrauch. Sie wurden ersetzt durch andere wie „Partnerschaft“. Bisweilen wird nicht einmal mehr diese angestrebt, sei es aus Kraftlosigkeit oder Unwillen. Dabei ist Freundschaft doch in erster Linie etwas, das mit Gefühlen zu tun hat. Es heißt, sie roste nicht, werde vielmehr mit den Jahren nur noch fester. Je nachdem… Ich meine das jedenfalls noch immer. Und die Gefühle? Darüber lohnt es, sich noch Gedanken zu machen. In meinem Privatarchiv jedenfalls finden sich noch immer einige Exemplare jener zweisprachigen Ausgaben. Zeitungen und einige Zeitschriften. Darunter hat „Stadt und Leute“ einen Ehrenplatz. All diese Publikationen erschienen in Koproduktion mit Peter Steger.

Ella Rogoschanskaja

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Nur weil etwas hinkt, ist es noch lange kein Vergleich. Dennoch hat die Sache etwas von der Aktion „Saubere Leinwand“, als vor nunmehr auch schon wieder bald 60 Jahren in Deutschland selbsternannte Sittenwächter am liebsten die Kinos hätten schließen lassen, in denen die aufklärerischen Oskar-Kolle-Filme und die nachfolgenden Reportstreifen aus den frivolen Betten von kecken Hausfrauen und sexy Krankenschwestern liefen. Was würden die regelwütigen Moralapostel von damals wohl zu den frei zugänglichen Pornoportalen im Internet sagen, das ja sogar noch eine dunkle Seite haben soll, wo die tatsächlich kriminellen Dinge passieren! Auch im russischen virtuellen Raum. Doch dem will die Legislative einen Riegel vorschieben. Seit dem 1. Februar liegen die Ausführungsbestimmungen zu einem bereits 2020 verabschiedeten Gesetz vor, wonach es in russischen Medien, in sonstigen Publikationen und in der Öffentlichkeit verboten ist, den „Mat“ zu verwenden, jenen deftigen Männerjargon, der den Phallus und dessen terminologische Potenzen aus der Gossensprache in mindestens 66 inkriminierten Varianten und sprachakrobatischen Anwandlungen in Stellung bringt, meist dort, wo die analfixierten Deutschen alles mit ihrem Kot beschmieren, was ihnen gerade so auf die ungewaschene Zunge kommt. Aber wird sich der fluchende Russe wirklich den Mund verbieten lassen? Etwa durch Drohungen der orthodoxen Kirche, die gar in Gottes Namen fordert, Kanäle und Seiten mit unzüchtigem Inhalt umgehend zu schließen? Erste Algorithmen legen etwas anderes nahe: Die alles andere als stubenreinen Äußerungen, deren man sich übrigens noch vor wenigen Jahren in Anwesenheit der holden Weiblichkeit enthielt, nehmen eher noch zu. Und natürlich treten jede Menge Wortschöpfungen an die Stelle der tabuisierten Begriffe. Das wäre ja auch gelacht bei der überquellenden Zeugungskraft, die dem Russischen innewohnt. Und schließlich ist es die verbotene Frucht, die süß schmeckt.

Alexander Puschkin, Eugen Onegin: „Und reichte man euch die verbotne Frucht, so wär’s doch nicht das Paradies für euch.“

Besagtes Gesetz hat aber jenseits des Folkloristischen auch konkrete Folgen für russische Anbieter und Nutzer von Internetauftritten: Jedes Portal muß seine Nutzerdaten nun speichern und sie – nicht nur bei Verwendung von jugendgefährdendem Vokabular – jederzeit ohne Angaben von Gründen den Behörden zur Verfügung stellen. Außerdem ist der Betreiber verpflichtet, rund um die Uhr und unkontrolliert eine Überwachung der Kommentarfunktionen zu ermöglichen, was erhebliche finanzielle und organisatorische Umstellungen erfordert. Viele haben deshalb mittlerweile – zumindest vorübergehend – die Kommentarfunktion stillgelegt und raten, auf Telegram auszuweichen, das sich dem staatlichen Zugriff bisher noch zu entziehen weiß. Was dies für die Meinungsfreiheit bedeutet, beantworte jeder für sich selbst. Immerhin hat der Blog nicht vor, Ihre Kommentare zu blockieren, und Ihre Anonymität bleibt weiterhin gewahrt. Ehrenwort! Freilich gab es auch noch keine Anfrage behördlicherseits, die dieses Versprechen auf die Probe gestellt hätte.

Sprachliche Ersatzhandlungen für Fortgeschrittene

Nochmals zum Mat: Ein Wladimirer Journalist, der es verstand, auf Twitter gar gotteslästerlich schön zu fluchen, hat schon ein vernehmliches Schweigegelübde abgelegt, und ein wortgewaltiger Blogger aus der Partnerstadt schreibt mit hintergründig russischem Humor:

Ein Ausweg, denke ich, könnte sein, hier noch viel mehr Mat zu schreiben. Den Mat lesen sie und ziehen daraus die falschen Schlüsse. Die richtigen Schlüsse wird ohnehin niemand lesen.

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Für uns Erlanger, die wir unsere Städtefreundschaft mit Wladimir mit Herz und Seele leben, liegt ein schönes Stück von Glück an der Kljasma. Wladimir-Reisende aber, die sich aufmachen, auch andere Landesteile und Städte des größten Landes der Erde kennenzulernen, werden entdecken: Gastfreundschaft, kulturelle Höhepunkte, einladende Kirchen und Museen, herzliche Menschen und Mücken sind auch andernorts nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Und so verwundert es auch nicht, wenn ein Erlanger-Stuttgarter Ehepaar, Jochen Preuß und Rose Ebding, auszog, drei Jahre in Nischnij Nowgorod an der Wolga zu verbringen.

Rose Ebding arbeitete als Lehrerin an einem Gymnasium mit Schwerpunkt Deutsch, ihr Mann zog auf Entdeckungstour durch die Millionenstadt, war für den Einkauf verantwortlich und für die Entdeckung neuer Restaurants, für den Kontakt zu Verkäuferinnen, Straßenmusikern, Pfarrern, Eisfischern, Straßenbahnchauffeurinnen und sportelnden Kundinnen im Fitness-Studio.

Jochen Preuß fragt nach dem Weg

An Wochenenden und in den Ferien ging es zu Puschkins Sommerhaus, an den Baikal, auf eine Flußfahrt den Jenissei hinauf, und immer wieder per Zug nach Moskau, wo nicht nur das Bolschoj-Theater und unzählige Museen warteten.

Rose Ebding und Jochen Preuß

Drei Jahre an der Wolga waren für den Erlanger, Jochen Preuß, und seine Frau, Rose Ebding, schon deshalb eine nachdenkenswerte Idee, weil dieses geschichtsträchtige Handelszentrum nur zwei Stunden per Ласточка, der Schwalbe auf Schienen, von Wladimir entfernt liegt. Und so nutzte man Besuche von fränkischen Delegationen in Wladimir für eine Einquartierung im Erlangen-Haus, und umgekehrt hängte eine frühere Bürgermeisterin an die Dienstreise noch ein paar Urlaubstage dran und besuchte ihren Vater in der Stadt am Zusammenfluß von Oka und Wolga.

Bei den Eisfischern

Ein besonders denkwürdiges Ereignis verbindet diesen Blog, das Jahrhundertwerk „Komm wieder, aber ohne Waffen“ und das Ehepaar Preuß/Ebding: Das Theaterstück, basierend  auf einem Kapitel dieses Buches, das die Liebe des Deutschen, Wolfgang Morell, zur Russin, Schanna Woronzowa, darstellt, wurde von Rose Ebding und deren Lehrerkolleginnen in Szene gesetzt und in Wladimir vor den Bürgermeistern Florian Janik und Sergej Sacharow uraufgeführt.

Im Teehaus

Vor allem aber kann man nun all das und viel mehr unter dem Titel „Drei Jahre an der Wolga“ auf 256 Seiten zum Preis von 18,90 Euro unter der ISBN 978-3-7519-7738-8 nachlesen und in der Buchhandlung Ihres Vertrauens bestellen. Bei Amazon möchte das Buch nicht so gerne geordert werden.

Elisabeth Preuß

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Konstantin Astachow, seit dem Jahr 2011 als Hörer der Deutschkurse am Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses blogkundig, kam immer wieder mit einer Gruppe im Sommer an die Volkshochschule, um seine Kenntnisse zu verbessern. So lange, bis er ganz hier blieb.

Konstantin Astachow und Sieghard Hellmann

Der Maschinenbauingenieur fand nämlich Arbeit im Großraum und versteht sich nun als Gefangener der Partnerschaft. Erträglich macht ihm dieser Zustand der Umgang mit seinem Freund Sieghard Hellmann und natürlich – gerade in Zeiten von Corona wichtig – der Kontakt mit Wladimir auf allen Wegen der Kommunikation, von der Ansichtskarte bis zum Anruf.

Amil Scharifow, Konstantin Astachow und Sieghard Hellmann

Nun grüßen die Freunde zurück – dank TV Mы und Amil Scharifow, der dankenswerterweise wieder für die gesamte Aufnahmetechnik verantwortlich zeichnet.

P.S.: Seit gestern ist es amtlich. Die russische Regierung ermöglicht ab dem 1. Januar 2021 die visafreie Einreise für Staatsangehörige von 52 Ländern, darunter insbesondere auch Deutschland und fast alle EU-Staaten. Keine umständliche Beantragung (bei aller Hilfe des Partnerschaftsbeauftragten immer lästig) der Sichtvermerke mehr, kein langes Warten mehr auf die Post, einfach nur ein Klick auf den Link, um ein elektronisches Visum zu erhalten, das 16 Tage Gültigkeit besitzt, für die allermeisten Reisenden sicher ausreichend und eine gute Aussicht für alle Gefangenen der Partnerschaft. Hier schon einmal die Liste der Länder: http://static.government.ru/…/c0ZDX0WaURdyvOidgFYSU5oDg… Der Link zum elektronischen Visum folgt demnächst. Dann kann uns nur noch Corona trennen…

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Der Journalist Alexander Iswestkow erinnerte vorgestern in einem Artikel https://is.gd/fqClCK an das dreißigjährige Jubiläum der Zeitung „Wladimirskije wedomosti“, deren Gründung rückblickend als mediale Revolution zu verstehen sei. Denn, so der Autor:

Bis dahin gab es im Gouvernement Wladimir über Jahrzehnte hinweg nur zwei regionale kommunistische Zeitungen, „Prisyw“ und „Komsomolskaja Prawda“. – Und nun plötzlich eine neue Stimme, der „Wladimirer Anzeiger“, wie man den russischen Titel übersetzen könnte, mit dem Regionalparlament als Träger, zu verstehen als unmißverständliches Anzeichen für die Teilung der Macht in Exekutive und Legislative. Dabei gab es für die Redaktion keine vorherrschende oder gar verordnete Ideologie, möglich vor allem deshalb, weil der Landtag von Wladimir so demokratisch zusammengesetzt war, wie nie zuvor. Die heutige Zeitung, so der Autor, stelle deshalb eine lebendes Denkmal jener Epoche der Glasnost dar, als die Medien von Zensur und ideologischer Kontrolle befreit wurden. In jener Zeit war es auch, daß sich ein regelrechter Zeitungsboom entwickelte.

Peter Steger im Gespräch mit der Redaktion im Jahr 1991, gesehen von Wiktoria Turkowa

„Ein Monopol auf Meinung darf es in dem neuen Druckorgan nicht geben“, schrieb in der ersten Ausgabe Witalij Turkow in der Spalte des Redakteurs.

In einer freien Gesellschaft genießt jeder die Freiheit, frei zu sagen, was er denkt, ohne fürchten zu müssen, in Ungnade zu fallen.

„Goldene Worte! Sie klingen auch 30 Jahre später wie ein Vermächtnis für die Zukunft“, meint jedenfalls Alexander Iswestkow.

Mehr zum Thema Medien in Wladimir: https://is.gd/vNv8BW

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Heute feiert man in Wladimir und im ganzen weiten Land den Russischen Nationalfeiertag. Da bietet sich als Festschmaus für die Augen ein Ausflug in den Nachthimmel über der Partnerstadt an, der als Video schon länger wie eine Sternschnuppe im Internet funkelt. Sie dürfen sich also mit offenen Augen etwas für sich und die Freunde in Wladimir wünschen.

Die Macher des Films, die Gruppe „Lestiniza“, zu Deutsch „Leiter“, von der hier im Blog schon einige Arbeiten zu sehen waren, beschreiben ihre neueste Produktion von einer menschenleeren Stadt, still, in einem Zustand, wo die Zeit aufgehoben scheint, als besondere Herausforderung an ihr technisches Können im Zusammenspiel des Modellierens des nächtlichen Firmaments und der verlassenen Stadt. Das große Problem dabei: Die Lichtverschmutzung im Zentrum nimmt den Sternen ihr Leuchten, sie sind kaum zu erkennen. Da die Variante ausschied, Wladimir einige Nächte lang zu verdunkeln, entwickelte das Team eine neue Kombination von Algorithmen, der Aufnahme und Bearbeitung der Bilder. So gelang es, das fahle Sternenfunkeln zu verstärken, ohne die städtische Architektur anzurühren. So blicken wir nun gewissermaßen durch die Schutzkuppel des menschengemachten Lichts hindurch und sehen die wüste Stadt durch das Prisma der Zeit. So genießen wir eine andächtige Ansicht der Partnerstadt, die nicht anders als feierlich-festlich bezeichnet werden kann, und gratulieren allen Wladimirern.

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Wie das so ist, wenn man an der Friedrich-Alexander-Universität studiert, ohne je in einem Vorlesungssaal gesessen, ohne je in der Mensa gegessen, ohne je die Zeit in der Bibliothek vergessen zu haben, all das und noch so einiges mehr schildern wieder ebenso witzig wie informativ die beiden Studentinnen aus Wladimir, Jekaterina Ragusina und Polina Foliforowa, in ihrer neuesten Videobotschaft in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln:

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An diesem Wochenende feiert die orthodoxe Christenheit das Pfingstfest. Dank moderner Übersetzungstechnik sind wir heute ja näher denn je am Sprachenwunder, das 50 Tage nach Ostern erinnert wird. Was läge da also näher, als eine Videobotschaft auf Russisch nach Wladimir zu senden.

 

TV Мы war deshalb gestern bei der russisch-orthodoxen Gemeinde, die bereits 1945 gegründet wurde, zu Gast und ließ sich von deren Sekretärin, Anastasia Blasch, die selbst aus der Partnerstadt stammt, etwas zu Geschichte und Gegenwart der Kirche erklären.

Anastasia Blasch und Amil Scharifow in der Dreifaltigkeitskirche bei der Sichtung des Drehmaterials

Im vergangenen Herbst visitierte Erzbischof Tichon die Gemeinde und zelebrierte in dem der Heiligen Dreifaltigkeit geweihten Gotteshaus. Mehr hierzu unter https://is.gd/EGwhpB, und wer Anastasia Blasch noch nicht kennen sollte, kann unter diesem Link mehr über sie erfahren: https://is.gd/LVcdgG

P.S.: Heute, am Geburtstag von Alexander Puschkin, wird übrigens der Internationale Tag der Russischen Sprache begangen. Also den Video ruhig auch abspielen, wenn einem das Russische nicht so geläufig ist. Kann ja noch werden.

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Heute nehmen uns Jekaterina Ragusina und Polina Foliforowa im Auftrag von TV Мы auf einen Ausflug nach Würzburg mit. Nach Regensburg und Rothenburg o.d.T. ist das nun schon die dritte Stadt Bayerns, die wir mit den Augen der beiden Gaststudentinnen aus Wladimir sehen. Und – Sie ahnen es – das wird nicht die letzte Reportage gewesen sein. Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Partnerschaftssenders bieten Ihnen, dem geneigten Publikum, sogar an, sie in eine Stadt Ihrer Wahl zu schicken. Sie können Ihr Lieblingsziel entweder hier im Kommentar des Blogs hinterlassen oder auch direkt via youtube angeben. Aber sehen Sie erst einmal selbst, wie Würzburg auf Russisch mit deutschen Untertiteln aussieht:

Übrigens: Gleich nach Ausstrahlung des Videos aus Rothenburg meldete sich ein treuer Blog-Leser aus Ettlingen, verpartnert mit Gatschina, mit einer Einladung nach Karlsruhe. Da kommt schon Vorfreude auf!

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