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Archive for the ‘Medien’ Category


Das „Handelsblatt“ titelte zum gestrigen Welt-Aids-Tag, die HIV-Erkrankung sei in Rußland noch immer ein Tabuthema. Auch andere deutsche Nachrichtenmagazine und Zeitungen stoßen in dieses Horn. Verfolgt man freilich die Medien in Wladimir, gewinnt man einen ganz anderen Eindruck. Da nämlich berichtet etwa der staatliche Sender „Gubernia 33“ von einer Pressekonferenz und widmet der modernen Pestilenz und ihrer lokalen wie überregionalen Wirkung folgenden Beitrag. 

Der 1. Dezember wird weltweit als Tag des Kampfes gegen Aids begangen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden in Rußland stündlich zehn neue Fälle einer Infizierung mit dem Immundefizitvirus registriert. In der Region Wladimir leben allein nach offiziellen Angaben 4.000 Menschen mit dieser Diagnose. Diese Menschen arbeiten, nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel, leben möglicherweise Tür an Tür mit anderen. Wie würde da ein gesunder Mensch reagieren, wenn er neben jemandem studierte oder arbeitete, der das HIV-Virus in sich trägt? Diese Frage stellten wir einigen Wladimirern.

Ich würde wahrscheinlich gar nicht groß reagieren, denn, wie alle wissen, wird HIV nicht über die Atemluft als Tröpfcheninfektion übertragen. Das sind ganz gewöhnliche Menschen wie du und ich. – Sollte man sich öfter testen lassen? – Ja, das denke ich schon.

Kristina Knjasjewa

Ich brächte Verständnis für ihn auf. Und natürlich würde ich möglicherweise jede Art von Hilfe leisten, materielle wie spirituelle.

Daniil Dorogow

Ich verhielte mich ihm gegenüber nicht anders als zu anderen Leuten. Sie unterscheiden sich ja eigentlich durch nichts von normalen, gesunden Menschen.

Neman Galandarow

Allein in diesem Jahr registrierte man in unserer Region 556 neue Fälle einer HIV-Infizierung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 14%. Im „Regionalen Zentrum für den Kampf gegen Aids“ kommt man zu dem Ergebnis, daß diese Diagnose zumeist Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren trifft.

Um die Zahl von neuen Ansteckungen zu verringern, sollte natürlich jeder von seiner HIV-Infizierung wissen, um dann auch sein Verhalten zu ändern. Genau damit aber haben wir ein großes Problem. Die Erkrankung hat ja eine sehr lange symptomfreie Inkubationszeit. Wer also gar nichts von seinem Zustand weiß, wird zur Quelle von Ansteckungen für seine nähere Umgebung.

Tatjana Samkowaja, Leiterin des „Regionalen Zentrums für den Kampf gegen Aids“

Die Fachleute weisen auf einen wachsenden Anteil von Frauen bei den Aids-Infizierten hin. Dabei können HIV-Trägerinnen durchaus ein völlig gesundes Kind zur Welt bringen. Die Chancen erhöhen sich, wenn sich die werdende Mutter genau an die ärztlichen Empfehlungen hält. Dennoch werden in unserer Region jährlich bis zu 100 mit HIV infizierte Kinder geboren.

Von allen in unserem Perinatalen Zentrum geborenen Kindern tragen ungefähr 20% das HIV-Virus in sich, weil die meisten Mütter hier zu Risikogruppen gehören. Wir nehmen hier aus der ganzen Region die Frauen aus Risikogruppen auf, wenn eine perinatale Pathologie vorliegt. Das können Frühgeburten sein, Kinder und Frauen mit bestimmten Pathologien. Deshalb die hohe Zahl von HIV-Infektionen bei uns. Weder eine negative Einstellung noch Vernachlässigung gegenüber diesen Frauen kann und darf seitens des medizinischen Personals oder sonst jemandem vorkommen.

Nadeschda Tumanowa, ärztliche Direktorin des Regionalen Perinatalen Zentrums

Der Befund einer HIV-Infizierung stellt das Leben eines Menschen auf den Kopf. Im „Regionalen Zentrum für den Kampf gegen Aids“ heißt es, eine Diagnose könne sich nicht bestätigen. Jeder Patient erhalte neben der medizinischen Hilfe auch psychologische Betreuung.

Neben der ärztlichen Behandlung ist auch die psychologische Begleitung für das Weiterleben notwendig. So ein Mensch befindet sich in einem depressiven Zustand, er weiß nicht, was tun, wie weiterleben. Und in diesem Moment, wo der Mensch dies akzeptiert, spreche ich immer von dem wunderbaren Satz, der da lautet: „Wenn neben dir ein Mensch ist, der dich zu 100% so akzeptiert, wie du bist, hat die Therapie schon ein wenig begonnen.

Alla Nikolajewa, Psychologin

Nach Aussage von Fachleuten hat sich die Hälfte der Bevölkerung des Landes noch nie auf HIV testen lassen. Es wird ärztlicherseits dringend geraten, genau dies zu tun. Möglich ist das in jeder Poliklinik.

Tabus werden wohl anders definiert. Darüber sollte man beim „Handelsblatt“ (siehe: https://is.gd/XUabxw) und in anderen Redaktionsstuben einmal nachdenken und erst den Bericht aus Wladimir (hier im Original: https://is.gd/TuL2Bf) zur Kenntnis nehmen, bevor man zur Feder greift.

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Zum 10. Todestag von Rawus Chuduschewitsch Bagirow (29.08.1939 – 08.07.2007)

Ein Beitrag von Renate Winzen

„Ich kümmere mich um sie!“ Kurz entschlossen nahm der Regisseur Rawus Bagirow sich meiner an, als ich am ersten Tag meines Praktikums beim Staatlichen Fernsehen der Region Wladimir durch verschiedene Abteilungen des Senders geführt wurde. Das war im Oktober 1994, in jenen 90er Jahren, als das Leben dort überall im Land von verfallenden Strukturen, materieller Not und alltäglichem Überlebenskampf geprägt war. Löhne wurden monatelang nicht ausgezahlt, und wenn doch, so reichten sie kaum, um den alltäglichen Lebensunterhalt zu bestreiten. Man behalf sich irgendwie, man half sich gegenseitig; so genau habe ich nie herausgefunden, woher die Leute damals ihr Essen nahmen, – und nicht allen gelang es, genug zum Essen zu haben. Das, was sie hatten, teilten sie gerne mit dem Gast – nein, sie teilten nicht, sie gaben dem Gast mehr, als sie sich selbst gönnten.

Renate Winzen (4. v.l.) mit dem TV-Team von Chefredakteur Leonid Skakunow (1. v.l.)

„Ich kümmere mich um sie!“ Gesagt – getan. Rawus Bagirow nahm mich unter seine Fittiche: Drehbuch-Konzeption, Dreharbeiten, Interviews, Filmschnitt – überall bezog er mich ein, erläuterte, lehrte, gab mir Raum für Fragen und Diskussionen. Aber da war noch mehr; manchmal sprach er mich auf Deutsch an, er interessierte sich für mein Land, die dortigen  Lebensumstände, die deutsche Kultur und Mentalität, – und er tat alles, damit ich mich im fernen russischen Ausland heimisch fühlen könne.

Er selbst hatte seine Heimat verloren, war aus akuter Gefahr geflohen vor dem Bürgerkrieg in Aserbeidschan. Unfreiwillig war er Tausende Kilometer entfernt von seiner Heimat, nicht wissend, ob er jemals zurückkehren könne, ohne eigenen Wohnraum, mit seiner Frau in einem Zimmer bei anderen Leute untergebracht… Wie anders war seine Situation hier im russischen Ausland als meine! Doch er blieb nicht bei sich stehen – leidenschaftlich setzte er sich für seine Mitmenschen ein: in seinen Filmen und in seinem Alltag.

Mitten im Zerfall gab es in diesen 90er Jahren auch Orte des Aufbruchs. Dazu gehörte das Staatliche Fernsehen Wladimir. Hier hatte man sich der Glasnost verschrieben; in engagierten Reportagen und Berichten setze man sich offen, ganz im Sinne der „Transparenz“, mit verschiedensten Themen auseinander.

Rawus Bagirow (im Vordergrund) bei Aufnahmen zur Umweltreihe „Perlenkette der Seen“

Rawus Bagirow lenkte in seinen Reportagen den Blick dahin, wo Menschen Ungerechtigkeit und Mißachtung erlebten. Es war ihm ein Herzensanliegen, Menschen die (neue?) Erfahrung von Wertschätzung und Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Am Herzen lag im auch das, was er „den zweiten“ Blick“ nannte. Eines Tages eröffnete er mir, ich habe nun genug durch Hospitanz bei verschiedenen Filmen gelernt, es sei an der Zeit für mich, einen eigenen Film zu machen. Dafür schlug er eine Reportage über die Technische Universität Wladimir mit dem Ziel vor, Kooperationen zwischen der Hochschule und der Universität Erlangen-Nürnberg aufzubauen. Dabei regte er mich dazu an, nicht bei dem stehen zu bleiben, was sofort ins Auge fiel: armselige, veraltete Laborausrüstung;  ein Studenten- und Wissenschaftler-Alltag, in dem das Geld auch für das Essen knapp war; und das in einem Land, in dem das Leben geprägt war von ausbleibenden Lohnzahlungen, schlechter Infrastruktur und dem Kampf ums alltägliche Überleben.

Was könnte westliche Wissenschaftler dazu bringen, mit solch einer TU zusammenzuarbeiten und sich in ein solches Land zu begeben? Nein – über diesen ersten Blick hinausgehen und weiterfragen: Was sind das für Studenten, die unter solchen Bedingungen nicht aufgeben, sondern dranbleiben am Studium? Was sind das für Wissenschaftler, die der Forschung und der Studentenausbildung die Treue halten, obwohl vor allem an Hochschulen die Gehälter so niedrig sind, daß das Geld hinten und vorne nicht reicht? Welche Kraft treibt diese Studenten und diese Wissenschaftler an, – und ist nicht genau diese Kraft ein Faktor, weswegen es sich für westliche Kollegen lohnen kann, mit solchen Partnern zusammenzuarbeiten?

Rawus Bagirow wurde damit zum Initiator für den Aufbau von Kooperationen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften zwischen der Staatlichen Universität Wladimir (ehemalige TU Wladimir) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Strategie des „zweiten Blicks“ half immer wieder, systembedingte Wertungen und Irritationen zu überwinden.

Mit seiner freundlichen Achtsamkeit für seine Mitmenschen und mit seinem Humor und seiner Herzlichkeit hat er das Leben vieler Menschen bereichert, auch meines.

Sein Wirken umfaßt aber noch weit mehr.

Selbst heimatlos geworden, gab er anderen Heimat und das Gefühl, zu Hause zu sein.

Selbst Mißachtungen ausgesetzt gewesen, gab er anderen Respekt und Wertschätzung.

Selbst in hoch angespannter Lebenslage geraten, lag ihm das Wohlbefinden anderer am Herzen.

Dieser Weg verändert mehr als viele Protestaktionen. Dieser Weg bewirkt mehr als so manche Strukturmaßnahmen. Dieser Weg ist immer möglich, in der Städtepartnerschaft und darüber hinaus.

Danke, Rawus.

Siehe auch: https://is.gd/5QYkF7

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Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber tatsächlich abonnieren in der Region Wladimir nur noch 64 Personen auf 1.000 Einwohner eine Zeitung oder Zeitschrift. In der Statistik liegt das Gouvernement damit auf Platz 65 aller 85 Subjekte der Russischen Föderation. Im Landesdurchschnitt werden die Blätter noch an 113 von eintausend Adressen zugestellt, am meisten in der Region Kursk, wo noch jeder dritte Einwohner ein Zeitungsabonnement hat. Ganz vorne dabei in der Statistik Nordossetien und Tschetschenien sowie die ebenfalls muslimisch geprägte Teilrepublik Tatarstan. Schlußlicht sind Moskau und Sankt Petersburg. In der Hauptstadt gibt es gerade einmal noch elf Abonnenten auf tausend Einwohner. Da auch der Straßenverkauf rückläufig ist, schließen immer mehr von den früher das Straßenbild prägenden Zeitungskiosken. Allein 2016 machten 5.100, etwa 17% von ihnen, dicht. In Wladimir findet man kaum mehr einen, obwohl immerhin noch neun Zeitungen erscheinen. Die Nische haben Kleinhändler eingenommen, die Getränke und billige Elektronik verkaufen oder einen Imbiß betreiben.


 

Ganz wie mittlerweile überall auf der Welt gilt als einer der Hauptgründe für das Phänomen das Abwandern der einstigen Werbekunden von Verlagen zum Fernsehen und Internet. So nahmen die Sender im Vorjahr gut 150 Mrd. Rubel, die Internetkonzerne 136 Mrd. Rubel (ein Plus von 21%) für Reklame ein, während der Etat der Presse bei knapp fünfeinhalb Mio. Rubeln lag, 16% weniger als 2015. Kein Wunder, wenn da immer mehr Zeitungen nur noch digital erscheinen oder ganz aufgeben. Verschwinden wird damit auch eine Lebenskultur, die besonders den russischen Alltag einst prägte.

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Vorgestern gab es hier bereits – im P.S. versteckt – einen Hinweis auf den in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel über die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir. Nun hat die Redaktion die Internetfassung des Textes im Hinblick auf das für heute terminierte Treffen zwischen Angela Merkel und Wladimir Putin in Sotschi aktualisiert – und den neuen Titel gewählt: „Wo Russen und Deutsche noch offen miteinander reden“.

Julian Hans im Gespräch mit Florian Janik und Julia Obertreis

Die Reportage geht ihr Thema von zwei Seiten aus an. Zunächst analysiert Julian Hans, der Moskau-Korrespondent der SZ und eigens nach Wladimir gekommen, das Forum „Prisma“, und im zweiten Teil schließt sich Frank Nienhuysens Blick von innen an: Der Journalist, früher ebenfalls in Moskau stationiert, nun Mitglied der Redaktion in München machte sich in Erlangen ein eigenes Bild von der Partnerschaftsarbeit am Beispiel der WAB Kosbach und der Hospitationen.

Irina Schadowa und Frank Nienhuysen

An einer Stelle ist zu lesen: „Etwa 100 deutsch-russische Städtepartnerschaften gibt es, und wenn Politiker oder Wirtschaftsvertreter fordern, man müsse den Dialog suchen, so findet er unterhalb der Wahrnehmungsschwelle und abseits von Gipfeltreffen längst und immer noch statt.“ Es ist der Süddeutschen Zeitung zu danken, wenn nun die Verbindung Erlangen – Wladimir – stellvertretend für alle anderen – medial überregional wahrgenommen wird. Und hier nun zum Artikel: https://is.gd/L0nH6c in der SZ, da in der russischen Übersetzung von Irina Chasowa: https://is.gd/b3CkYm

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Gestern reiste eigens Frank Nienhuysen von der Süddeutschen Zeitung aus München an, um sich einen ganzen Nachmittag lang über die Städtepartnerschaft insgesamt und besonders das Projekt „Lichtblick“, also die Zusammenarbeit der WAB Kosbach vor allem mit der Psychiatrie und der Elterninitiative „Swet“ in Wladimir, zu informieren. Verraten darf man wohl, daß der Redakteur im Ressort Außenpolitik für Anfang Mai gemeinsam mit seinem Moskauer Kollegen, Julian Hans, einen Artikel über die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir plant, in den auch die Erfahrungen von Irina Schadowa eingehen sollen, die derzeit bei der WAB Kosbach in der Wohngruppe am Anger hospitiert.

Irina Schadowa und Frank Nienhuysen

Eine schöne, überregional journalistische Anerkennung für alle, die zum Gelingen dieser deutsch-russischen Bürgerpartnerschaft beitragen, deren hohes Lied der Blog Tag für Tage und heute mit dem seit September 2008 aktuell dreitausenddreihundertdreiunddreißigsten Eintrag anstimmt. Sicher nicht immer zum Gefallen aller, aber stets im Geiste von „hier blogge ich, ich kann auch anders“ – und dankbar für die vielen Gastartikel sowie Kommentare, die auch virtuell erleben lassen, wie vielstimmig das Miteinander von Erlangen und Wladimir klingt.

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In den Tiefen des Internets zu fischen, bringt immer wieder unerwartete Perlen der Zusammenarbeit Erlangens mit Wladimir zutage. Wie ein Spendenaufruf und die Ausrichtung der Fünfzehnjahrfeier der Städtepartnerschaft einander nicht im Weg stehen müssen, zeigen die beiden Kurzreportagen des Franken Fernsehens aus dem Jahr 1998, passend zum Beginn der ersten Vorbereitungen auf das nächste große Jubiläum 2018.

 

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In der vergangenen Woche hat Wolfram Howein seinen mittlerweile 35. Besuch in Wladimir absolviert. Wieder, wie stets, in vielfacher Ehrenamtsmission: als Berater und Revisor des Erlangen-Hauses; als Unterstützer des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ und stellv. Vorsitzender des Fördervereins „Rotes Kreuz“; als Projektpartner der Behindertenarbeit der Selbsthilfegruppe „Swet“ und der WAB Kosbach; als Organisator einer Bürgerreise in die Partnerstadt im Spätsommer, um nur einige seiner selbstgewählten Aufgaben zu nennen. Dieses Mal kam auf Wunsch von Wiktor Malygin, Professor an der Universität für Finanzwissenschaften, ein Vortrag zum Thema „Projektmanagement“ hinzu, von dem der Wladimirer Staatliche TV-Kanal in einer Reportage unter: http://is.gd/Jh0oRH berichtet. Die russische Mitschrift des Beitrags in deutscher Übersetzung hier nun exklusiv in Ihrem Blog:

Wolfram Howein, ehemaliger Top-Manager der Siemens AG, besucht derzeit die Region Wladimir. Heute hielt er für die Studenten der Wladimirer Filiale der Universität für Finanzwissenschaften einen Vortrag zum Thema „Projektmanagement“. Im Publikum war auch unsere Reporterin, Jelena Golubjewa.

Von Mobiltelephonen mit einem Gewicht von mehr als 2 kg bis zu Projekten im Bereich der Energieübertragung und Strecken für Hochgeschwindigkeitszüge. Der Ex-Manager des großen deutschen Konzerns Siemens, Wolfram Howein, ließ bei seinem Besuch in der Hauptstadt des Gouvernements die Studenten der Wladimirer Filiale der Universität für Finanzwissenschaften bei der Regierung der Russischen Föderation an seinen internationalen Erfahrungen teilhaben.

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Ich habe 35 Jahre als Manager bei Siemens gearbeitet. In der Zeit habe ich viel Erfahrung im Bereich von Technologien, Projektleitung und Management gesammelt. Ich denke, für die Studenten ist das sicher von Interesse. Ich kann nur schwer alle Details beurteilen, meine aber sagen zu können, daß die Managementstruktur, das Wesen des Managements in Deutschland und Rußland identisch sind. Ich habe auch Arbeitserfahrung in Amerika. Da gibt es viel Gemeinsames.

Im Saal finden kaum alle Interessierten Platz. Der Vortrag des deutschen Gastes stößt bei Studenten wie Dozenten auf Interesse. Für viele bietet er auch Sprachpraxis, wie Jekaterina Smirnowa sagt:

Es ist ein Vortrag eines Muttersprachlers, deshalb erwarte ich, Deutsch von einem Muttersprachler zu hören. Für uns Studenten ist das auch eine Möglichkeit, von neuen Ansätzen bei Management und Marketing zu erfahren, wie sie die Firma Siemens anwendet.

Die Begegnung der Studenten mit Wolfram Howein eröffnete an der Universität für Finanzen eine Ringvorlesung mit Fachleuten und Praktikern aus internationalen Konzernen. Nach Meinung der Direktorin der Hochschule, Natalia Judina, ermöglichen es derlei „Gastvorträge“ den Studenten, den Erfahrungsschatz anderer zu nutzen und „hinter die Kulissen“ ihres künftigen Berufs zu blicken.

Eine der Hauptaufgaben, der wir uns heute als Wladimirer Filiale der Universität für Finanzwissenschaften stellen, ist der Ausbau von internationalen Bildungsprogrammen und von Angeboten für die Studenten. Die Vorträge werden in den Fremdsprachen gehalten. Und natürlich sind im weiteren Reisen in die Länder geplant, wo die erlernte Sprache gesprochen wird, um möglichst viel über die Wirtschaft und das Management anderer Staaten zu erfahren und um sie natürlich mit dem russischen Wirtschaftssystem zu vergleichen.

Klaus Steinke, Natalia Judina und Wiktor Malygin

Klaus Steinke, Natalia Judina und Wiktor Malygin

Dies ist bereits der 35. Besuch des deutschen Gastes in der Regionalhauptstadt. Mit dem Gouvernement Wladimir verbinden Wolfram Howein viele Projekte, von denen einige bereits in der Ausarbeitungsphase sind. An diesen Projekten werden Studenten sowohl aus der Partnerstadt Erlangen als auch von Wladimirer Hochschulen teilnehmen, darunter auch von der Universität für Finanzwissenschaften bei der Regierung der Russischen Föderation-

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