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Archive for the ‘Medien’ Category


Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber tatsächlich abonnieren in der Region Wladimir nur noch 64 Personen auf 1.000 Einwohner eine Zeitung oder Zeitschrift. In der Statistik liegt das Gouvernement damit auf Platz 65 aller 85 Subjekte der Russischen Föderation. Im Landesdurchschnitt werden die Blätter noch an 113 von eintausend Adressen zugestellt, am meisten in der Region Kursk, wo noch jeder dritte Einwohner ein Zeitungsabonnement hat. Ganz vorne dabei in der Statistik Nordossetien und Tschetschenien sowie die ebenfalls muslimisch geprägte Teilrepublik Tatarstan. Schlußlicht sind Moskau und Sankt Petersburg. In der Hauptstadt gibt es gerade einmal noch elf Abonnenten auf tausend Einwohner. Da auch der Straßenverkauf rückläufig ist, schließen immer mehr von den früher das Straßenbild prägenden Zeitungskiosken. Allein 2016 machten 5.100, etwa 17% von ihnen, dicht. In Wladimir findet man kaum mehr einen, obwohl immerhin noch neun Zeitungen erscheinen. Die Nische haben Kleinhändler eingenommen, die Getränke und billige Elektronik verkaufen oder einen Imbiß betreiben.


 

Ganz wie mittlerweile überall auf der Welt gilt als einer der Hauptgründe für das Phänomen das Abwandern der einstigen Werbekunden von Verlagen zum Fernsehen und Internet. So nahmen die Sender im Vorjahr gut 150 Mrd. Rubel, die Internetkonzerne 136 Mrd. Rubel (ein Plus von 21%) für Reklame ein, während der Etat der Presse bei knapp fünfeinhalb Mio. Rubeln lag, 16% weniger als 2015. Kein Wunder, wenn da immer mehr Zeitungen nur noch digital erscheinen oder ganz aufgeben. Verschwinden wird damit auch eine Lebenskultur, die besonders den russischen Alltag einst prägte.

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Vorgestern gab es hier bereits – im P.S. versteckt – einen Hinweis auf den in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel über die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir. Nun hat die Redaktion die Internetfassung des Textes im Hinblick auf das für heute terminierte Treffen zwischen Angela Merkel und Wladimir Putin in Sotschi aktualisiert – und den neuen Titel gewählt: „Wo Russen und Deutsche noch offen miteinander reden“.

Julian Hans im Gespräch mit Florian Janik und Julia Obertreis

Die Reportage geht ihr Thema von zwei Seiten aus an. Zunächst analysiert Julian Hans, der Moskau-Korrespondent der SZ und eigens nach Wladimir gekommen, das Forum „Prisma“, und im zweiten Teil schließt sich Frank Nienhuysens Blick von innen an: Der Journalist, früher ebenfalls in Moskau stationiert, nun Mitglied der Redaktion in München machte sich in Erlangen ein eigenes Bild von der Partnerschaftsarbeit am Beispiel der WAB Kosbach und der Hospitationen.

Irina Schadowa und Frank Nienhuysen

An einer Stelle ist zu lesen: „Etwa 100 deutsch-russische Städtepartnerschaften gibt es, und wenn Politiker oder Wirtschaftsvertreter fordern, man müsse den Dialog suchen, so findet er unterhalb der Wahrnehmungsschwelle und abseits von Gipfeltreffen längst und immer noch statt.“ Es ist der Süddeutschen Zeitung zu danken, wenn nun die Verbindung Erlangen – Wladimir – stellvertretend für alle anderen – medial überregional wahrgenommen wird. Und hier nun zum Artikel: https://is.gd/L0nH6c in der SZ, da in der russischen Übersetzung von Irina Chasowa: https://is.gd/b3CkYm

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Gestern reiste eigens Frank Nienhuysen von der Süddeutschen Zeitung aus München an, um sich einen ganzen Nachmittag lang über die Städtepartnerschaft insgesamt und besonders das Projekt „Lichtblick“, also die Zusammenarbeit der WAB Kosbach vor allem mit der Psychiatrie und der Elterninitiative „Swet“ in Wladimir, zu informieren. Verraten darf man wohl, daß der Redakteur im Ressort Außenpolitik für Anfang Mai gemeinsam mit seinem Moskauer Kollegen, Julian Hans, einen Artikel über die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir plant, in den auch die Erfahrungen von Irina Schadowa eingehen sollen, die derzeit bei der WAB Kosbach in der Wohngruppe am Anger hospitiert.

Irina Schadowa und Frank Nienhuysen

Eine schöne, überregional journalistische Anerkennung für alle, die zum Gelingen dieser deutsch-russischen Bürgerpartnerschaft beitragen, deren hohes Lied der Blog Tag für Tage und heute mit dem seit September 2008 aktuell dreitausenddreihundertdreiunddreißigsten Eintrag anstimmt. Sicher nicht immer zum Gefallen aller, aber stets im Geiste von „hier blogge ich, ich kann auch anders“ – und dankbar für die vielen Gastartikel sowie Kommentare, die auch virtuell erleben lassen, wie vielstimmig das Miteinander von Erlangen und Wladimir klingt.

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In den Tiefen des Internets zu fischen, bringt immer wieder unerwartete Perlen der Zusammenarbeit Erlangens mit Wladimir zutage. Wie ein Spendenaufruf und die Ausrichtung der Fünfzehnjahrfeier der Städtepartnerschaft einander nicht im Weg stehen müssen, zeigen die beiden Kurzreportagen des Franken Fernsehens aus dem Jahr 1998, passend zum Beginn der ersten Vorbereitungen auf das nächste große Jubiläum 2018.

 

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In der vergangenen Woche hat Wolfram Howein seinen mittlerweile 35. Besuch in Wladimir absolviert. Wieder, wie stets, in vielfacher Ehrenamtsmission: als Berater und Revisor des Erlangen-Hauses; als Unterstützer des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ und stellv. Vorsitzender des Fördervereins „Rotes Kreuz“; als Projektpartner der Behindertenarbeit der Selbsthilfegruppe „Swet“ und der WAB Kosbach; als Organisator einer Bürgerreise in die Partnerstadt im Spätsommer, um nur einige seiner selbstgewählten Aufgaben zu nennen. Dieses Mal kam auf Wunsch von Wiktor Malygin, Professor an der Universität für Finanzwissenschaften, ein Vortrag zum Thema „Projektmanagement“ hinzu, von dem der Wladimirer Staatliche TV-Kanal in einer Reportage unter: http://is.gd/Jh0oRH berichtet. Die russische Mitschrift des Beitrags in deutscher Übersetzung hier nun exklusiv in Ihrem Blog:

Wolfram Howein, ehemaliger Top-Manager der Siemens AG, besucht derzeit die Region Wladimir. Heute hielt er für die Studenten der Wladimirer Filiale der Universität für Finanzwissenschaften einen Vortrag zum Thema „Projektmanagement“. Im Publikum war auch unsere Reporterin, Jelena Golubjewa.

Von Mobiltelephonen mit einem Gewicht von mehr als 2 kg bis zu Projekten im Bereich der Energieübertragung und Strecken für Hochgeschwindigkeitszüge. Der Ex-Manager des großen deutschen Konzerns Siemens, Wolfram Howein, ließ bei seinem Besuch in der Hauptstadt des Gouvernements die Studenten der Wladimirer Filiale der Universität für Finanzwissenschaften bei der Regierung der Russischen Föderation an seinen internationalen Erfahrungen teilhaben.

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Ich habe 35 Jahre als Manager bei Siemens gearbeitet. In der Zeit habe ich viel Erfahrung im Bereich von Technologien, Projektleitung und Management gesammelt. Ich denke, für die Studenten ist das sicher von Interesse. Ich kann nur schwer alle Details beurteilen, meine aber sagen zu können, daß die Managementstruktur, das Wesen des Managements in Deutschland und Rußland identisch sind. Ich habe auch Arbeitserfahrung in Amerika. Da gibt es viel Gemeinsames.

Im Saal finden kaum alle Interessierten Platz. Der Vortrag des deutschen Gastes stößt bei Studenten wie Dozenten auf Interesse. Für viele bietet er auch Sprachpraxis, wie Jekaterina Smirnowa sagt:

Es ist ein Vortrag eines Muttersprachlers, deshalb erwarte ich, Deutsch von einem Muttersprachler zu hören. Für uns Studenten ist das auch eine Möglichkeit, von neuen Ansätzen bei Management und Marketing zu erfahren, wie sie die Firma Siemens anwendet.

Die Begegnung der Studenten mit Wolfram Howein eröffnete an der Universität für Finanzen eine Ringvorlesung mit Fachleuten und Praktikern aus internationalen Konzernen. Nach Meinung der Direktorin der Hochschule, Natalia Judina, ermöglichen es derlei „Gastvorträge“ den Studenten, den Erfahrungsschatz anderer zu nutzen und „hinter die Kulissen“ ihres künftigen Berufs zu blicken.

Eine der Hauptaufgaben, der wir uns heute als Wladimirer Filiale der Universität für Finanzwissenschaften stellen, ist der Ausbau von internationalen Bildungsprogrammen und von Angeboten für die Studenten. Die Vorträge werden in den Fremdsprachen gehalten. Und natürlich sind im weiteren Reisen in die Länder geplant, wo die erlernte Sprache gesprochen wird, um möglichst viel über die Wirtschaft und das Management anderer Staaten zu erfahren und um sie natürlich mit dem russischen Wirtschaftssystem zu vergleichen.

Klaus Steinke, Natalia Judina und Wiktor Malygin

Klaus Steinke, Natalia Judina und Wiktor Malygin

Dies ist bereits der 35. Besuch des deutschen Gastes in der Regionalhauptstadt. Mit dem Gouvernement Wladimir verbinden Wolfram Howein viele Projekte, von denen einige bereits in der Ausarbeitungsphase sind. An diesen Projekten werden Studenten sowohl aus der Partnerstadt Erlangen als auch von Wladimirer Hochschulen teilnehmen, darunter auch von der Universität für Finanzwissenschaften bei der Regierung der Russischen Föderation-

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Bei aller Tagesaktualität, der sich der Blog verpflichtet weiß, ist es von Zeit zu Zeit reizvoll, einen Blick in die Geschichte der Partnerschaft zu werfen, die immer wieder eindrucksvoll zeigt, wie gut es gelungen ist, auch in Zeiten großer Not gebührend die Jubiläen der Freundschaft zu feiern. Davon zeugen zwei Videos, auf die unlängst Altoberbürgermeister Siegfried Balleis aufmerksam machte und die ein unerwartetes Wiedersehen mit dem viel zu früh verstorbenen Leonid Chorjew ermöglichen. Wer genau hinsieht, wird sicher noch viele andere bekannte Gesichter aus dem Jahr 1998 entdecken und – wenn auch gottlob nicht in der sozialen Dramatik wie seinerzeit, als die Russische Föderation vor dem Staatsbankrott stand – Parallelen zwischen damals und heute in der Rubelabwertung und Wirtschaftskrise erkennen.

Deutsch-russische Freundschaft

Film ab unter http://is.gd/81mUL5 und http://is.gd/O8yiQC

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Unter dem Titel, „Märchenhaftes Susdal“, stellte gestern das Team von „Lestniza“ sein neues Kunstwerk vor: zweieinhalb Minuten lang ein magischer Ritt durch Raum und Zeit über und durch die Museumsstadt bei Wladimir, unterlegt mit einer Musik wie aus einer verzauberten Wundertüte und einem hellen Kinderlachen, wie es fröhlicher und süßer nicht erklingen könnte. Alles ohne Worte, weshalb wir lieber Artjom Prudentow von der Projektgruppe zu Wort kommen lassen wollen, der Gubernia 33 ein Interview zum jüngsten Geniestreich gab.

Märchenstadt Susdla

Märchenstadt Susdal

Wichtig vor allem bei Dreharbeiten ist es, die Zeit und Umstände richtig zu wählen. Dies ist von größerer Bedeutung als noch der virtuoseste Schnitt. Wir haben deshalb zwei Monate lang auf die passenden Bedingungen gewartet. Einen derartigen Tag gab es nur ein einziges Mal den ganzen Winter über. Dabei war die eigentliche Zeit für die Aufnahmen noch kürzer, drei Stunden nur, die reichen mußten, um, koste es, was es wolle, das Material für einen vollwertigen Clip aufzunehmen.

Artjom Prudentow

Artjom Prudentow

Die Bearbeitung des Materials dauerte dann ungefähr zwei Wochen, einschließlich der schwierigen Arbeit, die Illusion einer Spielzeugstadt zu erschaffen. Diesen Effekt hatten wir bereits beim Schnitt und während der Dreharbeiten erreicht. Märchenhaft sieht die Stadt hauptsächlich wegen der absichtlich oben wie unten verschwimmenden Bildrändern, was es dem Betrachter ermöglicht, sich auf das jeweils zentrale Objekt zu konzentrieren. Eine zusätzliche Rolle spielen die speziellen Farben, die den allgemeinen Stil des Clips unterstreichen. Überdies verdankt jedes Video seinen Erfolg immer zur Hälfte der Vertonung. Die klangliche Gestaltung erlaubt es, den Film rund und abgeschlossen zu machen. Sie zieht den Zuschauer noch stärker in die Atmosphäre hinein. Man muß hier das Niveau der Imagination bis an die äußersten Grenzen führen. Nehmen wir die Vertonung des Teils mit den Bäumen und Kirchen. Auf den ersten Blick ist da Glockengeläut vonnöten. Tatsächlich aber darf man aber auch nicht vergessen, dem Publikum das leise Geräusch der Straße, die Klänge des Windes, die Stimmen verschiedener Vögel und die menschlichen Schritte im Schnee zu vermitteln. Um beispielsweise den passenden Ton eines Autos zu finden, muß man sich mehr als 30 Varianten anhören, um die richtige Musik mit der Stimmung für den ganzen Clip auszuwählen reichen oft nicht einmal 300 Stücke.

Susdal

Susdal

Vorgesehen sind weitere Arbeiten in den Städten der Region Wladimir, aber auch das Großprojekt, mit Unterstützung der Verwaltungen und der Fremdenverkehrsämter einen Film über den Goldenen Ring zu drehen. Einen Verbündeten hat das Team bereits in Sergej Sacharow, dem Stadtdirektor von Susdal, der sich begeistert von der Meisterschaft des Teams zeigte und gleich zu einem Treffen einlud, um die weitere Zusammenarbeit zu besprechen.

Und, wer weiß, vielleicht schickt der Altoberbürgermeister von Wladimir die Künstlergruppe auch einmal nach Rothenburg, Erlangen und Jena, um da ein deutsch-russisches Märchen erzählen zu lassen.

Hier nun aber der Link zum Träumen mit hellwachen Sinnen: http://is.gd/5BTuud – und weil es gar so schön ist, geht es auch noch einmal zurück zu den beiden anderen, im Blog bereits vorgestellten Arbeiten von Lestniza: http://is.gd/1lFW9s

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