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Archive for the ‘Landeskunde’ Category


Einen der größten Aufreger in den russischen Sozialen Medien liefert derzeit ein von Domestos – übrigens schon zum dritten Mal – ausgerufener Photowettbewerb um das schmuddeligste Schulklo im Land. Gewonnen hat diese durchaus anrüchige Ausscheidung der Lokus der Schule Nr. 1 in Gus-Chrustalnyj, Kreisstadt in der Region Wladimir. Der britische Saubermann wird nun – wie in fünf weiteren Fällen landesweit – die sanitären Anlagen auf eigene Kosten auf Vordermann bringen. Darüber hinaus erhalten 150 Schulen als Trostpreis den Jahresbedarf an Putzmitteln. Die Leiterin der 70 km von der Partnerstadt entfernten Schule, Walentina Baranowa, meinte gegenüber Medien, ihr Haushalt gebe es leider nicht her, alle notwendigen Renovierungen im „europäischen Stil“ vornehmen zu können, weshalb man gern an dem Wettbewerb teilgenommen habe.

Viele Kommentare meinten, die Sache sei einer Großmacht unwürdig und könnte eine Provokation des Westens darstellen; sogar Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow sah sich genötigt, Stellung zu beziehen, freilich mit dem Verweis auf lokale Zuständigkeiten, der Präsident jedenfalls habe nichts gegen den Wettbewerb einzuwenden. Und nicht alle Preisträger zeigen sich so dankbar wie die Schule in Gus-Chrustalnyj. In Wolgograd etwa betont die Stadtverwaltung, man habe genug Mittel im Haushalt, um die Mißstände selbst zu beheben.

Zwei Anmerkungen dazu: Auch hierzulande gibt es immer wieder Klagen über den Zustand der sanitären Anlagen in Schulen. Und die Zeiten, wo Reisende nach Wladimir im städtischen Vademecum aufgefordert wurden, Toilettenpapier ins Gepäck zu nehmen, sind längst vorüber. Den Gang auf das stille Örtchen braucht man derweil in keinem Restaurant oder Hotel mehr zu scheuen. Nachgetragen sei nur, daß Ute Schirmer schon vor Jahr und Tag eine private Spendenaktion durchführte, um an einer Wladimirer Schule bei der Renovierung der WCs zu helfen. Freilich ganz im verborgenen, ohne den Medienrummel von Domestos.

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Ganz in der Nähe von Wladimir, beim Kirchdorf Lemeschki hinter Bogoljubowo, liegt der Schwarze See mit seinen angrenzenden Weihern, ein Gewässersystem, das aus der Vogelperspektive richtig gute Laune macht. Nun gewann der Moskauer Photograph Andrej Belawin beim Wettbewerb „Zeig die Wissenschaft“, ausgeschrieben vom zuständigen Ministerium, in der Sparte „Natur“ den ersten Preis mit seiner Luftaufnahme des „Lächelnden Sees“, dessen Ursprung auf einen Meteoriteneinschlag zurückgeht.

Der Künstler selbst merkt dazu an, er studiere gern vor dem Einschlafen Satellitenkarten, und bei diesen Diwanreisen entdecke er dann derartige Naturphänomene wie dieses Sumpfgebiet in Form eines Smileys. Freilich hat vor ihm auch schon der Wladimirer Photograph Wladislaw Tjabin ein Auge auf den See geworfen und mit seiner Arbeit 2018 den ersten Preis beim Wettbewerb der Russischen Geographischen Gesellschaft „Das schönste Land“ gewonnen. Na ja, wir in Erlangen wissen es ja längst: „Kein schöner Land in dieser Zeit…“ https://photo.rgo.ru/gallery/viewer/id399034

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In der ganzen Region Wladimir führen nach dem schneereichen Winter die Flüsse derzeit Hochwasser. Mehr noch – nach schweren Regenfällen und Tauwetter vor allem in der Nacht von vorgestern auf gestern richtet auch der Eisgang sichtbare Schäden an. „Der alte Winter, in seiner Schwäche,“ zeigt also noch einmal, was an elementarer Kraft in ihm steckt.

Die sozialen Netzwerke sind – kein Wunder – voll der Bilder und Videos von überschwemmten Ufern und überfluteten Brücken, mancherorts setzt man sogar Wassertaxis ein, um die vom Wasser eingeschlossenen Dörfer zu erreichen und zu versorgen. Bisher nichts Dramatisches, man hatte mit hohen Wasserständen im Frühjahr gerechnet, und man erlebt dergleichen auch nicht zum ersten Mal. Dennoch haben die Photos aus Susdal etwas Spektakuläres, wenn man sieht, wie die Kamenka die Museumsstadt in Klein Venedig verwandelt. Fast zwei Meter über Normal führt der ansonsten eher behäbig dahingleitende Fluß Wasser. Und bei anhaltenden Plustemperaturen – ab nächster Woche auch nachts – dürfte noch einiges von der Schneeschmelze dazukommen; immerhin aber ist vorerst kein weiterer Regen gemeldet, weshalb die Lage wohl beherrschbar bleiben dürfte. Und – wenn alles gutgeht, was wir hoffen – zum Osterfest wird es dann heißen:

Ich höre schon Susdals Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel,
zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

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Wer regelmäßig den Blog liest, kennt auch TV My – ТВ Мы, den Videokanal, vom Chefredakteur mit Hilfe von Amil Scharifow vor einem Jahr, beim Ausbruch der Pandemie, eigens eingerichtet, um in der Zeit ohne den leibhaftigen Austausch Kontakt zu Wladimir zu halten und den russischen Freunden immer wieder zu zeigen, wie das jetzt so ferne Leben in Erlangen und Umgebung aussieht.

Dieses Mal unternahm das Duo am Dienstag einen Ausflug nach Poxdorf, am Rande der Fränkischen Schweiz gelegen, wo seit vierzig Jahren ein Brauch gepflegt wird, der andernorts leider auszusterben droht: das vorösterliche Schmücken der Brunnen. Wie gut das auch in Zeiten von Corona gelingen und aussehen kann, zeigen im Video Inge Zwiener und ihre Schwiegertochter Marina, geboren und aufgewachsen in der Russischen Föderation. Danach geht es zurück nach Erlangen, genauer gesagt in den Stadtteil Frauenaurach, wo das Museum im Amtshausschüpfla jedes Frühjahr – auch schon einmal mit Wladimirer Beteiligung – eine Ausstellung mit Ostereiern zeigt, dieses Mal, wie die Leiterin, Jutta Triantafyllidis, traurig bemerkt, nur auf der Homepage http://www.museum-schuepfla.de/ostereier zu sehen.

Inge und Marina Zwiener mit Amil Scharifow

Auch wenn es heuer noch einen ganzen Monat, bis zum 2. Mai, dauert, bis auch die orthodoxen Christen das Fest der Auferstehung feiern, wünschen wir doch schon jetzt allen Frohe Ostern!

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Wer Gästen Wladimir zeigt, sollte auch wissen, wie es um die Städtepartnerschaften bestellt ist. Keine aus der Riege der Fremdenführer wäre berufener als Jelena Ljubar – erlangenkundig seit bald dreißig Jahren -, zu dem Thema eine Fortbildung anzubieten. Und so kam die Museumsmitarbeiterin denn auch am vergangenen Freitag auf Anregung von Irina Chasowa mit einer zwanzigköpfigen Gruppe ins Erlangen-Haus, um sich vor Ort ein Bild von den Räumlichkeiten und Funktionen der Schaltzentrale des deutsch-russischen Austausches zu machen. Eine Idee übrigens von Irina Chasowa, der Direktorin der Einrichtung, die ihr kam, als sie über einer Präsentation saß, die sie im Landesmuseum hätte vorstellen sollen: „Besser einmal sehen, als hundert Mal hören.“ Und weiter berichtet sie:

Besuch im Erlangen-Haus zum Abschied vom Winter

Viele aus der Gruppe kannten wir natürlich schon, einige räumten aber ein, noch die Schwelle des Hauses überschritten zu haben, als sie zu uns kamen, um Gäste aus Erlangen zu einer Führung abzuholen. Da war es doppelt angenehm, gerade auch diesen für die Partnerschaft so wichtigen Leuten unsere Einrichtung vorstellen zu können. Wobei allerdings die deutschsprachigen unter ihnen auch sagten, sie seien bereits Hörer unserer Deutschkurse gewesen oder hätten sich gerade eingeschrieben. Jelena Ljubar erzählte von Erlangen und zeigte dessen Sehenswürdigkeiten. Am Ende herrschte dann Einigkeit, man sollte doch ebenso wie das Erlangen-Haus auch die Partnerstadt einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Natürlich gefiel es allen bei uns, sie interessierten sich für unsere Geschichte und versprachen, den Gästen der Stadt unser kleines Hotel zu empfehlen. Abschließend tranken wir noch Tee zu fränkischer Musik und machten, wie von der Blog-Redaktion gewünscht, unser letztes Winterbild vor dem Haus. Heute morgen hatte es noch einmal 17 Grad Frost, doch schon für Sonntag ist Tauwetter gemeldet, und dann solle es mit Plustemperaturen weitergehen. Der Frühling kommt, und wir freuen uns auf ihn!

Jelena Ljubjar, stehend, mit ihrer Gruppe im Erlangen-Haus

Wenn Sie sich nun fragen, wie ein Treffen von so vielen Menschen in einem Raum ohne Mindestabstand möglich sei, kann man von hier aus nur ungläubig den Kopf schütteln. Die Infektionszahlen fallen in der Partnerstadt langsam aber stetig, gestern meldete man für Wladimir nur noch 24 Neuansteckungen, das öffentliche Leben nimmt an Fahrt auf, die Krankenhäuser gehen wieder zum Regelbetrieb über, erste COVID-19-Stationen schließen schon wieder. Am Impfen allein kann es nicht liegen, denn nach offiziellen Angaben erhielten bis zum Stichtag 9. März von den 356.937 Einwohnern auch erst 17.655 den ersten und 6.791 den zweiten Pieks mit Sputnik V, das – wir kennen das ja leidlich von den bei uns bisher zugelassenen Vakzinen – nicht immer so zuverlässig in den Mengen an die sieben impfberechtigten medizinischen Einrichtungen geliefert wird, wie man sich das wünscht. Immerhin: Fünf Prozent der Wladimirer sind geimpft, mehr als landesweit, wo die Quote bei 3,5% liegt. Dennoch scheint insgesamt die Lage derzeit entspannter, als sie sich bei uns darstellt, und das möge auch so bleiben – und bei uns besser werden, selbst wenn es derzeit leider nicht danach aussieht!

Masleniza, gesehen von Sergej Skuratow

Morgen ist übrigens Schluß mit lustig. Die Butterwoche, die Masleniza, geht heute mit ihrem bunten Treiben zu Ende, morgen beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, wo die russische Küche fast schon auf vegan umstellt: kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier, in der strengen Observanz sogar ohne Fisch. Deshalb heute noch einmal drei klassische Rezepte für die russischen Pfannkuchen, die Bliny, zu denen es natürlich ungezählte Varianten und leckere Aufstriche oder Füllungen gibt. Am besten, Sie experimentieren selbst – und sparen nicht an Butter, denn der verwöhnte Volksmund sagt: „Den Brei verdirbt man nicht mit Butter.“ Ein Spruch, der für die Bliny nicht minder gilt. Und bei uns nimmt man das ja auch nicht so streng mit dem Fasten. Lassen Sie es sich also schmecken!

Masleniza, gesehen von Sergej Skuratow

Rezept 1 – Russische Bliny nach Hausfrauenart (für vier Personen)

Zutaten: 800 g Weizenmehl, 800 ml warme Milch, 4 Eier, 50 g Butter, 1 Prise Salz, 1 TL Zucker, 20 g Hefe.

Zubereitung: Hefe in 600 ml Milch auflösen und in eine Schüssel mit dem Mehl geben, verrühren und zum Gehen an einen warmen Ort stellen. Die Eier aufschlagen und Dotter von Eiweiß trennen. Die vier Dotter im Rest der Milch mit zerlassener Butter, Salz und Zucker vermischen. Die Mischung dem Teig beigeben, verrühren und nochmals an einem warmen Ort gehen lassen. Das Eiweiß schlagen und unmittelbar vor dem Backen der Bliny in einer gefetteten Pfanne unterheben.

Rezept 2 – Bliny aus Buchweizen (ein altes Rezept)

Zutaten: 2 Gläser Buchweizen, 2 1/2 Gläser warme Milch, 30 g Hefe, Salz.

Zubereitung: Mehl in Milch oder Wasser verrühren und die in Milch aufgelöste Hefe und Salz hinzugeben. Den Teig an einem warmen Ort gehen lassen. Nach zwei bis drei Stunden erst mit dem Backen beginnen. Erst wenn der Teig sich gehoben hat, sorgfältig die Bliny in einer heißen ausgefetteten Pfanne backen, ohne den Teig nochmals umgerührt zu haben. 

Rezept 3 – Bliny mit Quark

Zutaten: 1 l Kefir mit mindestens 3% Fettgehalt, 1/2 l Milch, 1,5 Teelöffel Soda, 3 Eßlöffel Zucker, Salz, 2 Eier und Mehl; für die Füllung: 1 kg Quark (möglichst russischen aus „Irina“ in der Dorfstraße) oder Topfen, 2 Eier, Puderzucker.

Zubereitung: Kefir in eine Schüssel gießen und zusammen mit einem Ei verrühren, Puderzucker, Soda und Salz beigeben und umrühren. Dann Mehl dazu, bis der Teig sämig und dickflüssig wird. Abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen Öl in der Pfanne heiß werden lassen und den Teig portionsweise in die Pfanne geben und die Bliny backen. Jeden Pfannkuchen mit einem Stück Butter einfetten und in eine Form geben. In die Mitte der Bliny eine Quarkfüllung geben, rollen und mit Konfitüre oder saurer Sahne (am besten Smetana) reichen. Für die Füllung ist wichtig, den Quark gut mit den Eiern und dem Zucker zu vermischen.

Vorgeschmack auf die Fastenzeit, ein russischer Fakir, gesehen von Sergej Skuratow

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In den letzten Jahren war es zum Brauch geworden, daß die Gänsezüchter von nah und fern zum Ausklang der Masleniza, der Butterwoche, also des russischen Faschings, ihre streitlustigsten Ganter nach Susdal brachten, um sie zum Ergötzen des Publikums gegeneinander antreten zu lassen, von Schnabel zu Schnabel. Es ging dabei zwar nie so blutig zu wie bei den ja mittlerweile fast weltweit verbotenen Hahnenkämpfen, aber auch im Kampf um das Wohlwollen der Gansdamen flogen die Fetzen und Federn, und man kann sich vorstellen, wie schmerzhaft das Zwicken und Zwacken mit dem Schnabel oder das erbitterte Schlagen mit dem Flügel sein mag.

Nun verzichten die Veranstalter zum ersten Mal – und wohl auch für immer – auf diese Volksbelustigung und kommen damit dem Drängen von Aktivsten nach, die das Spektakel mit Tierquälerei gleichsetzen. Ein Zeichen dafür, wie sich auch in der russischen Gesellschaft ein Bewußtsein dafür einstellt, daß der Mensch bedachter mit der Schöpfung umgehen sollte. Man denke etwa auch an die Appelle hierzulande, auf Daunen zu verzichten, die dem lieben Federvieh bei lebendigem Leibe ausgezupft werden…

So recht zu sagen weiß niemand, seit wann es die Ganterkämpfe in russischen Landen gibt. Allerdings lassen Reliefs an den romanischen Kirchen wie der Demetrius-Kathedrale auf ein altes „Kulturgut“ schließen. Freilich wissen wir ja, daß in der guten alten Zeit auch längst nicht alles gut war.

Ganz ohne Schaukampf zum Höhepunkt des Karnevals geht es dann am Samstag nächster Woche auch nicht. Statt die Ganter aufeinander loszulassen, pfeift man das erst in letzter Zeit wiederentdeckte „russische Fußball“ an, von dem die Sportredaktion des Blogs zu gegebener Zeit berichtet.

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Was da in den vergangenen Tagen auf Wladimir niederging, nannte der Wetterdienst hyperbolisch eine Schneeapokalypse, die, begleitend von klirrender Kälte, innerhalb weniger Stunden das Niederschlagssoll des ganzen Monats brachte. Die Medien berichteten von geplatzten Fernwärmeleitungen und Wasserrohren, ganze Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten, und in den Geschäften sind die Schneeschippen ausverkauft. In einer Kreisstadt der Region Wladimir brach das Dach eines Einkaufszentrums unter der weißen Last zusammen, und nun kommen auch noch – Gift für die alle Wetterfühligen – extreme Luftdruckschwankungen dazu. Am Wochenende sagten die Veranstalter sogar das landesweit ausgetragene Skilanglaufrennen ab. Von all den steckengebliebenen Fahrzeugen und den Klagen über den mangelhaften Räumdienst ganz zu schweigen. Und es schneit weiter, wenn auch nicht mehr ganz so heftig, allerdings weiter bei Temperaturen, die nachts schon einmal an der 30-Grad-Marke kratzen. Wir im Erlanger Vorfrühling freilich können uns das schon fast nicht mehr vorstellen. Deshalb hier die schönsten Schneebilder von Wladimir Putschkow rund um die Mariä-Entschlafens-Kathedrale:

Und als Bonus schickt Irina Chasowa noch bewegte Bilder vom eingeschneiten Erlangen-Haus unter diesem Link: https://is.gd/PySEjC

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Ein recht ungewöhnliches Wetterphänomen war kürzlich in einigen Orten der Region Wladimir zu beachten: eine Lichterwald als Halosäulen. Zu diesem optischen Effekt kommt es nur, wenn drei Komponenten zusammenfallen: künstliche Lichtquellen, niedrige Temperaturen und flache Eiskristalle, die in der Luft schweben.

Kalt genug war es noch bis vor kurzem, stellenweise nachts um die – 30°C. Zur Zeit steigen die Temperaturen wieder, zum Wochenende hin soll es sogar tauen, bis dann der Frost Mitte nächster Woche zurückkehrt. Schnee ist jedenfalls in rauhen Mengen gefallen, und es kommt noch mehr davon. Schon in Wladimir stellt das eine Herausforderung an den Winterdienst dar. Da kann man sich vorstellen, wie es in all den kleineren Dörfern aussieht, wo die Räum- und Streufahrzeuge nicht oder nicht so schnell hinkommen.

Da greift man dann eben selbst zur Schaufel und muß hoffen, daß es zu keinen Notfällen kommt. Denn wie sollte da Hilfe aus der Stadt kommen?!

Auf dem Land von Dmitrij Artjuch
Wladimir, ein Wintermärchen, Wladimir Fedin

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In der vergangenen Nacht tauchten bei klirrendem Frost wieder tausende Unverfrorene – dem Beispiel der Taufe Christi im Jordan folgend – in eigens an den Ufern von Flüssen und Weihern angelegte Eislöcher. Aber es gibt auch den Brauch, tagsüber ins kalte Naß zu steigen. Ganz ohne den religiösen Überbau. Die sogenannten моржи „Walrösser“ (die weibliche Form des Begriffs möge sich jeder selbst überlegen) behaupten freilich, sie täten das, um sich aufzuwärmen, denn die Wassertemperatur liegt ja über den Graden, die an Land herrschen. Wer wollte da widersprechen!

Die Dame im Video führt aber auch den Gesundheitsaspekt an und den angenehmen Nebeneffekt, so die Zeit im Freundeskreis zu verbringen, was ja durchaus die Psyche stärken solle. – Auch ein Argument, weshalb sich sogar ein informeller Klub der Walrösser gebildet hat, der schon etwa vierzig Mitglieder zählt. Bisher allerdings noch niemanden aus Erlangen. Das wäre doch einmal eine Herausforderung. Gar nicht so schlimm übrigens. Wie bei allem, kommt es auf die Entschlossenheit beim ersten Schritt an oder besser den Mut zum ersten Tauchgang. Wer sich einmal überwunden hat, wird es entweder nie wieder tun oder dieses Vergnügen nie mehr missen wollen. Die meisten freilich dürften es beim kopfschüttelnden Betrachten der Bilder belassen und die Heizung hochdrehen.

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Publikumspreise – wir wissen es alle – haben so ihre Tücken, ihre Aussagekraft ist zumindest begrenzt. So auch beim Wettbewerb um die landesweite russische „Nationale Wahl 2020“, die um 15.00 Uhr OZ am 31. Dezember 2020 endete. Mehr als sechs Millionen Klicks wurden gezählt, und das Rennen machte Smolensk mit fast 206.000 Stimmen, während Wladimir, lange Zeit ganz oder zumindest weit vorn, mit etwas mehr als 70.000 Voten auf dem siebten Platz landete. Man tröstet sich damit, immerhin noch vor den Millionenstädten zu liegen. Aber, wenn man ehrlich ist, mag das auch mit einer mangelnden Beteiligung der Metropolen zusammenhängen, wo man ohnehin überzeugt ist, allen anderen überlegen zu sein.

Wie daneben derartige Voten ausfallen können, zeigt das Ergebnis von 2012, als man im Jahr der Geschichte die historische Hauptstadt des Landes suchte und dabei wiederum jenes Smolensk kürte und Wladimir auf den Platz 33 verwies. Ausgerechnet die Hauptstadt der Rus nach dem Fall von Kiew und vor dem Aufstieg von Moskau. Krasser kann ein Fehlurteil wohl kaum ausfallen, weshalb die Redaktion des Blogs denn auf die Bewertung weiterer Wettbewerbe dieser Art nicht mehr eingehen wird, zumal eine gewisse Befangenheit nicht zu leugnen ist.

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