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Archive for the ‘Kultur’ Category


Eine doppelte Premiere war das gestern in der „Scheune“ der WAB-Kosbach im Erlanger Ortsteil Häusling. Christoph Reichert eröffnete zum ersten Mal in den gelungen restaurierten Räumen ein Konzert, und das Trio aus Wladimir machte mit dem Auftritt den Auftakt zu seiner einwöchigen Gastspielreise durch Franken und Oberbayern.

Christoph Reichert bei der Vorstellung des Trios

Und was für einen Auftakt! Man kennt ja das 1992 von Igor Besotosnyj gegründete Kammerensemble der Wladimirer Philharmonie, und doch überraschen die Gäste dann doch immer wieder damit, sich selbst zu übertreffen. Dieses Mal auf besondere Weise.

Igor Besotosnyj

Erstmals seit Jahren nämlich nicht in der Besetzung: Swetlana Besotosnaja. Der Vater verrät auch den Grund: Die Tochter ist in anderen Umständen. Und nun scheint es, als wolle das Trio beweisen, auch ohne die virtuose Geigerin das Publikum für sich gewinnen zu können.

Alexander Schaposchnikow

Spielerisch gelingt das, im wahrsten Sinne des Wortes, als hätten – im ersten Teil des Konzerts – Antonio Vivaldi, Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, Pjotr Tschajkowskij oder Dmitrij Schostakowitsch für Balalaika, Domra und Bajan komponiert. Ganz zu schweigen von Niccolò Paganini, den Igor Besotosnyj an seinem dreisaitigen Instrument interpretiert, als hätte er das Stück selbst komponiert.

Olga Besotosnaja

Aber auch Domra und Bajan, die häufig eher im musikalischen Schatten der Balalaika erklingen, bekommen nicht nur ihr Soloparts, sondern erspielen sich in dieser Formation ihre je ganz eigene Stimme, die ebenso für sich selbst trägt wie auch das harmonische Zusammenspiel prägt.

Leonhard Hirl

In der Pause zwischen dem klassischen und dem folkloristischen Teil des Konzerts dann eine anrührende Einlage. Den aus dem Publikum vorgebrachten Wunsch, eine russische Weihnachtsgeschichte vorzutragen, erfüllte Leonhard Hirl, Gründer der WAB Kosbach und Gastgeber des Trios, spontan mit dem Vortrag der Erzählung „Weihnachtsbrief“ von Anton Tschechow. Stimmig!

Russische Weihnacht

So sorgfältig das Repertoire zusammengestellt ist, so präsent und transparent wird jedes Stück – gleich ob aus der Klassik oder der Folklore – angestimmt. Und das, obwohl das Ensemble aus Wladimir erst am Morgen nach fast vierzigstündiger Fahrt durch Eis und Schnee im eigenen Tourbus in Erlangen eingetroffen ist – und prompt gleich bei der Ankunft eine Panne hatte: Die Kupplung ist wohl dahin und wird jetzt von Adam Neidhardt repariert, der schon so manches Fahrzeug aus der Partnerstadt wieder flott gemacht hat.

Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj und Alexander Schaposchnikow

Das dankbare Publikum entließ das Ensemble schließlich erst nach zwei Zugaben in die Gardrobe. Die Tournee des Trios, das zu Hause im großen Orchester spielt und am Institut für Kunst unterrichtet, hat also gut begonnen, und heute abend geht es in Adelsdorf schon weiter:

Igor Besotosnyj, Olga Besotosnaja und Alexander Schaposchnikow

Um 19.00 Uhr in der AWO / WAB, Fabrikstraße 1a, Adelsdorf; am Mittwoch, den 13. Dezember, um 19.00 Uhr in der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn, Wörnerweg 30; am Donnerstag, den 14. Dezember, um 19.00 Uhr im Klinikum Penzberg, Am Schloßbichl 7; am Freitag, den 15. Dezember, um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Xystus, Kolpingweg 16, Erlangen; am Samstag, den 16. Dezember, um 14.00 Uhr in der Kirche „Zur Heiligen Familie“ / Barmherzige Brüder, Eustachius-Kugler-Straße 1, Gremsdorf und am gleichen Tag um 19.00 Uhr im Klinikum Starnberg, Oßwaldstr. 1. Die Gastspielreise klingt aus am Sonntag, den 17. Dezember, um 14.00 Uhr auf der Waldweihnacht in Erlangen, Schloßplatz, und um 19.00 Uhr in der m&i-Fachklinik Herzogenaurach, In der Reuth 1. Überall bei freiem Eintritt mit der Bitte um Spenden.

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Die Mischung macht es, meisterhaft zusammengestellt und mit viel russischer Seele interpretiert, was dem 1992 von Igor Besotosnyj in Wladimir gegründeten Kammerensemble den fortwährenden Erfolg beschert, besonders seit ab 2009 Dorothee Lotsch einen Teil der Konzerte in Süddeutschland organisiert und teilweise sogar selbst als Sängerin mitwirkt. Bald ist die Gruppe nun wieder auf Tournee und natürlich auch in Erlangen und Umgebung zu erleben, allerdings nur als Trio, bestehend aus Igor Besotosnyj (Balalaika), Olga Besotosnaja (Domra) und Alexander Schaposchnikow (Bajan), denn Swetlana Besotosnaja (Geige) ist in anderen Umständen.

Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj und Alexander Schaposchnikow

Man darf gespannt sein, mit welchem neuen Potpurrie das Ensemble aus Wladimir im eigenen Tourbus anreist, welche Stücke aus der russischen und westeuropäischen Klassik, der geistlichen Musik sowie der slawischen Folklore das Instrumentalterzett aufführt, vor allem aber darf man sich freuen auf ebenso virtuose wie stimmungsvolle Konzerte dieser musikalischen Botschafter der Partnerstadt. Der Auftakt erklingt am Montag, den 11. Dezember, um 19.00 Uhr in der „Scheune“ der WAB-Kosbach in Häusling, Haundorfer Str. 32, Erlangen. Weiter geht es dann am Dienstag, den 12. Dezember, um 19.00 Uhr in der AWO / WAB, Fabrikstraße 1a, Adelsdorf; am Mittwoch, den 13. Dezember, um 19.00 Uhr in der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn, Wörnerweg 30; am Donnerstag, den 14. Dezember, um 19.00 Uhr im Klinikum Penzberg, Am Schloßbichl 7; am Freitag, den 15. Dezember, um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Xystus, Kolpingweg 16, Erlangen; am Samstag, den 16. Dezember, um 14.00 Uhr in der Kirche „Zur Heiligen Familie“ / Barmherzige Brüder, Eustachius-Kugler-Straße 1, Gremsdorf und am gleichen Tag um 19.00 Uhr im Klinikum Starnberg, Oßwaldstr. 1. Die Gastspielreise klingt aus am Sonntag, den 17. Dezember, um 14.00 Uhr auf der Waldweihnacht in Erlangen, Schloßplatz, und um 19.00 Uhr in der m&i-Fachklinik Herzogenaurach, In der Reuth 1. Überall bei freiem Eintritt mit der Bitte um Spenden.

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Beginnen wir beim Ende – oder besser kurz vor dem Ende – des langen gestrigen Abends im E-Werk, als das Publikum zum donnernden Ausklang des vierzigsten Newcomer Festivals die Band „Metamorphis“ aus Wladimir einfach nicht von der Club-Bühne lassen wollte. „One more song! One more song!“ skandierte der tobend volle Saal.

Metamorphis on stage

Aber auch ein Konzert cum tempore hat einmal ein Ende, zumal dann, wenn noch ein wichtiger Programmpunkt ansteht, die Verleihung der Auszeichnungen und vor allem des Publikumspreises durch Oberbürgermeister Florian Janik.

Metamorphis: Schamil Chabibullin, Ilja Jerochow, Alexej Romanow und Alexander Wojnilowitsch

Die Kulturförderung im Amt für Soziokultur der Stadt Erlangen vergibt nämlich seit 2003 den „Publikumsförderpreis“ im Bereich Rockmusik im Rahmen des Erlanger Newcomer Festivals, das jährlich im November im Kulturzentrum E-Werk stattfindet.

Alexander Wojnilowitsch

Der Publikumsförderpreis der Stadt Erlangen soll…

  • eine junge Nachwuchsband in ihrer Entwicklung fördern,
  • signalisieren, daß die Stadt Erlangen die Leistungen von im Bereich Rockmusik engagierten jungen Menschen anerkennt,
  • durch die Entscheidung des Publikums über die Preisvergabe, den Anreiz erhöhen, das Newcomer Festival zu besuchen und damit die Veranstaltung aufwerten.

Ilja Jerochow

Das Publikum entscheidet über den Gewinner. Dadurch nimmt der Preis eine Sonderstellung ein gegenüber den durch eine Jury vergebenen Auszeichnungen, die über Sponsoren finanziert werden. Der Publikumsförderpreis wird nicht in Form von Bargeld ausgezahlt, sondern trägt dem Förderaspekt Rechnung.

Zwischen 2004 und 2008 bestand der Preis aus einer mehrtägigen Reise in die schwedische Partnerstadt Eskilstuna; seit 2009 geht die Reise nach Wladimir. Die Tour ist immer mit Konzertauftritten in der Partnerstadt verbunden. Die bisherigen Gewinner des Publikumsförderpreises:

Schamil Chabibullin und Tom Weinhold von „Meloco“

„Mobile Funk Navigators“ (2004) – „Mister Squirrel and the crunchy nuts“ (2005) – „Pilot Mash“ (2006) – „Booze Bombers“ (2007) – „Notorious Beat Plank“ (2008) – „Fact & Fiction“ (2009) – „Whispering Eyez“ (2010) – „First Second“ (2011) – „Wasted” (2012) – „Meloco” (2013) – „Actin Myosin” (2014) – „The Variety Show” (2015) – “#zweiraumsilke” (2016).

Im Gegenzug kamen seit 2005 Bands aus Eskilstuna bzw. seit 2008 aus Wladimir zum Newcomer Festival nach Erlangen.

Seit Mittwoch nun sind die vier Musiker von “Metamorphis” aus Wladimir zu Gast in Erlangen und gaben  zwei Konzerte im Kulturzentrum E-Werk: am Donnerstag bei “Umsonst und Drinnen” auf der kleinen Kellerbühne und – außerhalb des Wettbewerbs – vor der Preisverleihung im Rahmen des Newcomer Festivals gestern auf der Club-Bühne mit großem Saal.

Ilja Jerochin

“Metamorphis” war bereits 2014 im Rahmen des Bandaustausches in Erlangen und arbeitet gerade an einem neuen Album, aus dem nun viel zu hören war. Einer der Musiker, der Rhythmus-Gitarrist Schamil Chabibullin, ist übrigens Mitglied des Stadtrats in Wladimir.

Ilja Jerochin und Schamil Chabibullin

Seit 2015 wird das Newcomer Festival mit neuem Konzept durchgeführt: Die Einführung von Vorentscheiden, die Einbindung von Jugendklubs (Dezibel, Scheune und New Force) und die Konzentration der Bands, die sich bei den Vorentscheiden qualifiziert haben, auf einen Abend beim Finale im E-Werk hat sich bewährt. Die Veranstaltung lockt zahlreiche Musikinteressierte in die verschiedenen Veranstaltungsorte.

Aus den vielen Bewerbungen hat die Jury die interessantesten Bands für die Vorentscheide ausgewählt. Wie in den Vorjahren ist wieder ein gelungener Mix aus ganz unterschiedlichen Musikstilen zusammengekommen. Bei den Vorentscheiden zählen sowohl die Stimmen der Jury als auch die des Publikums. Je zwei Bands aus den Vorentscheiden traten nun gestern beim großen Finale im E-Werk ab 19.30 Uhr auf.

So sehen Sieger aus: „Repellent“

„Repellent“ erspielte sich dabei den Sieg, sogar einen doppelten: Sowohl das Publikum als auch die Jury kürten das Quintett zur besten Band des 40. Newcomer Festivals. Da kann man nur gratulieren, vor allem natürlich zur Reise nach Wladimir 2018, im 35. Jahr der Städtepartnerschaft.

Ilja Jerochin, Susanne Lender-Cassens, Karin Lippert, Sergej Potapow, Schamil Chabibullin, Alexej Romanow, Pawel Porizkij und Alexander Wojnilowitsch

Auch wenn die Band, dieses Mal begleitet von Sergej Potapow und Alexej Romanow, zuständig für Technik und Management, Erlangen bereits kennt, gibt es doch wieder viel zu entdecken, vor allem natürlich im E-Werk, dessen Bedeutung für das Kulturleben Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim Empfang im Rathaus gern erläutert, zum Staunen der Gäste, die nur bedauern können, in Wladimir im Schatten von Klassik- und Folklore-Ensembles zu stehen, während Erlangen Rock und Pop nach Kräften fördert, um, wie Karin Lippert, die Kuratorin des Bandaustausches, erläutert, auch diesem Bereich der Jugendkultur zu seinem Recht zu verhelfen.

Gruppenbild mit Dame: „Metamorphis“ und Astghik Mantashyan am Hugenottenbrunnen gegen Ende der Stadtführung

Da ist es nur umso erstaunlicher, wie vielfältig sich die Szene in Wladimir allgemein darstellt, wie stilsicher und professionell dann eine Band wie „Metamorphis“ ihre überzeugende Interpretation von Post-Grunge auf die Bühne bringt, wie rasch das Quartett das gemeinhin doch eher verhaltene Erlanger Publikum zu fesseln versteht… One more song!

Club-Bühne im E-Werk: „One more song, Metamorphis!“

Abseits der Bühne freuten sich die Vier besonders, die Freunde von „Meloco“ wiederzusehen, die in Nürnberg ein Interview bei Radio Z / AFK-Max organisierten, die Gäste ins Lochgefängnis entführten und sie mit Glühwein bewirteten. Eben ganz so, wie es in der Partnerschaft sein soll – und wie es nun bald „Repellent“ erleben wird und dann eine neue Formation aus Wladimir und dann wieder die Siegerband des 41. Newcomer Festivals. Ad infinitum. Denn, wie schon Neil Young wußte: „Rock and Roll will never die!“

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Unterschiedlicher könnte dieser Tage das Wladimir-Programm in Erlangen nicht sein: Heute abend tritt ab 21.15 Uhr auf der Kellerbühne im E-Werk die Band „Metamorphis“ auf. Das Quartett, das bereits vor drei Jahren in Erlangen gastierte, spielt seit 2010 zusammen und pflegt in der Partnerstadt den Post-Grunge-Stil. Von Beginn an fand die Gruppe ihr Publikum und nahm bereits 2011 ihr erstes Album unter dem Titel „With you“ auf, das allerdings erst 2013 erschien. Ende April 2017 stellte die Band eine Single vor, die in kürzester Zeit im Internet 70.000 Klicks verzeichnete. Derzeit arbeitet „Metamorphis“ an einem weiteren Album, das Anfang 2018 herauskommen soll. In Erlangen spielen die vier Wladimirer denn auch auf der Kellerbühne im Rahmen von „Umsonst und Drinnen“ hauptsächliche Stücke aus ihrem neuen Repertoire.

Metamorphis back on stage in Erlangen

Und dann am Samstag ab 22.30 Uhr der große Gig auf der Clubbühne des E-Werks im Rahmen des 40. Newcomer Festivals vor der Verkündung des Publikumspreises und der Siegerband, die im nächsten Jahr nach Wladimir reisen darf.

Schwimmergruppe aus Wladimir in der Hannah-Stockbauer-Halle 2015

Wer es lieber sportlich mag, ist am Wochenende zum 23. Internationalen Schwimmen um den Röthelheim-Cup in die Hannah-Stockbauer-Halle eingeladen. Mit dabei – nach guter Tradition auf Einladung der SGS – eine 25köpfige Gruppe von der Schwimmschule Wladimir. Näheres zu dem zweitägigen Sportprogramm unter: https://is.gd/mdLIrk

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Seit 40 Jahren gibt es nun schon das Newcomer Festival im E-Werk. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte kommunaler Förderung von Nachwuchsbands über alle Stilrichtungen der Rockmusik hinweg.

Metamorphis 2014 im E-Werk

Um diese Traditionsveranstaltung beneidet denn auch die Rockszene in Wladimir die Erlanger seit 2009 zum ersten Mal eine Band aus der russischen Partnerstadt am Newcomer Festival teilnahm und den Austausch aufnahm.

Metamorphis mit Schamil Chabibullin

Nun kommt zum Jubiläum das Quartett „Metamorphis“ bereits zum zweiten Mal nach Erlangen und erfüllt sich – und wohl auch vielen im Publikum – damit einen Traum, denn schon 2014 genoß das Ensemble die Auftritte im E-Werk.

Metamorphis

„Metamorphis“ spielt seit 2010 zusammen und pflegt in Wladimir den Post-Grunge-Stil. Von Beginn an fand die Gruppe ihr Publikum und nahm bereits 2011 ihr erstes Album unter dem Titel „With you“ auf, das allerdings erst 2013 erschien.

Metamorphis mit Alexander Wojnilowitsch

Ende April 2017 stellte die Band eine Single vor, die in kürzester Zeit im Internet 70.000 Klicks verzeichnete. Derzeit arbeitet Metamorphis an einem weiteren Album, das Anfang 2018 erscheinen soll. In Erlangen spielen die vier Wladimirer denn auch am Donnerstag, den 23. November auf der Kellerbühne im Rahmen von „Umsonst und Drinnen“ und am Samstag, den 25. November zum Abschluß des Newcomer Festivals – jeweils ab 22.30 Uhr – hauptsächliche Stücke aus ihrem neuen Repertoire, in das man hier schon einmal reinhören kann: https://is.gd/mgNK7m

 

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Es ist nun auch schon wieder eine Woche her, seit Zweiraumsilke, die Siegerband beim letztjährigen Newcomer Festival aus Wladimir zurück ist. Inzwischen war die Gruppe auch schon wieder auf Tour, dieses Mal in der Lausitz. Bis also der Reisebericht des Ensembles in der Redaktion des Blogs eintrifft, hier schon einmal die Reportage des Online-Portals „Pro Wladimir“:

Zweiraumsilke in Wladimir

Am 5. November kam es in Wladimir zu einer ungewöhnlichen Abendveranstaltung. Im „Max-Bräu“ betraten nicht nur die Wladimirer „Metamorphis“ und „Record Orchestra“, sondern auch die deutsche Gruppe „Zweiraumsilke“ aus der Partnerstadt Erlangen die Bühne. Grunge, Rock und kaukasisch-balkanische Klänge mischten sich mit Rap und Hip-Hop. Der ungewohnte Sound der Gäste kam bestens an, und das Publikum des internationalen Abends tanzten voll ab.

Zweiraumsilke in Wladimir

Die Bretter, auf denen im Restaurant häufig Konzerte gegeben werden, erhöhte man ein wenig, so daß es die Musiker zum ersten Mal mit so etwas wie einer richtigen Bühne zu tun hatten, wenn auch mit einer kleinen. Die deutsche Band mit dem für gewöhnliche Russen schwer auszusprechenden Namen fand als zwölfköpfige Formation kaum Platz im Quadrat.

Zweiraumsilke in Wladimir

Vor dem Konzert hatten wir in der Redaktion von „Pro Wladimir“ uns Aufnahmen von „Zweiraumsilke“ angehört. Der erste Eindruck war nicht so prickelnd, und wir konnten das Ensemble auch gar nicht richtig in der Musikwelt einordnen.

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Zweiraumsilke in Wladimir

Doch die Band aus Erlangen, die sogar ein Album bei „Apple Music“ veröffentlicht hat, schaffte mit ihrer Bläserphalanx eine Überraschung und heizte dem Saal so richtig ein. Live klangen sie um einiges besser als auf Konserve. Ein charismatischer Frontmann, eine unverwechselbare und sogar für Leute attraktive Musik, die mit Rap nichts am Hut haben. Und dann noch das Outfit der Gruppe: Sportjacken von Adidas, einfache T-Shirts und kosmisch angehauchte Hosen…

Zweiraumsilke in Wladimir

Und die Band selbst? Die schreibt auf Facebook:

An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an Stanislaw von der Stadt Wladimir für die interessanten Stadttouren, Schamil und Ilja von „Metamorphis“ für die Konzertorganisation und die Jamsession, Karin Lippert und Peter Steger von der Stadt Erlangen für die Vorbereitung der ganzen Reise, dem Newcomer Festival für diese Gelegenheit und all die wundervollen Menschen, die wir in unserer Zeit in Wladimir kennenlernen durften. Danke von Herzen, Wladimir, Ihr Verrückten!

P.S.: Wie es im Konzert abging, kann man in diesem Konzertmitschnitt sehen und hören: https://is.gd/yFtrr4, und die Band selbst hat in Susdal einen Clip gedreht, der hier zu finden ist: https://is.gd/ltJ4aq

 

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Auch am gestrigen Feiertag der „Einheit des Volkes“ blieb in Wladimir – wie offenbar im ganzen Land – alles ruhig. Gar nicht so selbstverständlich, diese Feststellung, wenn man ein paar Tage und Wochen zurückgeht in die Zeit, bevor der Film „Mathilde“ von Alexej Utschitel über die voreheliche Romanze des Zaren Nikolaus II mit einer Ballerina anlief. Was waren da nicht alles an Kapuzinaden und Schimpftiraden seitens selbsternannter Verteidiger der Lehre von der reinen russischen Selbstherrschergeschichte im Umlauf, Hetzpredigten, die in Drohungen religiöser Ultras und handfesten Anschlägen gipfelten, die schließlich gar dem deutschen Hauptdarsteller, Lars Eidinger, so viel Furcht einjagten, daß er es vorzog, der Premiere in Moskau fern und lieber im sicheren Berlin zu bleiben. Natalia Poklonskaja, Mitglied der Staatsduma und ideologische Scharfschützin im Kampf um das keusche Gedenken an den von der russisch-orthodoxen Kirche kanonisierten letzten Kaiser aus dem Hause Romanow, hatte nicht weniger 43 Verfehlungen des vorgeblich unpatriotischen Regisseurs und seines Teams der Staatsanwaltschaft angezeigt, und landauf, landab wetterten seit August überall Häuflein von Unduldsamen gegen den cineastischen Sittenverfall, ohne den Streifen überhaupt je gesehen zu haben. Auch in Wladimir formierte sich ein Stoßtrupp von Sittenwächtern gegen das vorgebliche Machwerk, und immerhin schätzten die Behörden das Bedrohungspotential – wohl auch unter dem Eindruck eines Anschlags in Jekaterinburg – als groß genug ein, um am 26. Oktober, dem Tag, als „Mathilde“ in der Partnerstadt seine Erstaufführung erlebte, Polizeikräfte in der Nähe der Kinos mit der Anweisung in Bereitschaft zu versetzen, im Falle von Provokationen unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

„Der Film Mathilde verleumdet Rußland und das Volk!“ – „Den Verleih des Films Mathilde verbieten!“ – „Den Film Mathilde zu sehen, verdirbt die Seele!“

Aber es blieb ja, gottlob, ruhig bisher. Sicher auch dank der besonnenen Reaktion von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, die im Wladimirer Stadtrat meinte, es habe schon immer strittige Filme gegeben und man solle sich doch nicht von Provokateuren an die Leine legen lassen:

Es gibt tatsächlich schräge Persönlichkeiten, die diese Welle in Gang setzen, ganz ohne Anlaß und Grund übrigens. Es ist deshalb jedermanns persönliche Entscheidung, sich den Streifen anzusehen oder nicht, sich dafür zu interessieren oder nicht. In jedem Fall ist das eine kostenlose Werbung für den Film.

Szene aus „Mathilde“

Nun ist das Corpus delicti auch in Deutschland mit dem einordnenden Untertitel „Liebe ändert alles“ zu sehen, und schon diagnostiziert die Süddeutsche Zeitung, der Kostümfilm triefe vor Kitsch und Pathos. Nun, auch dazu mache sich jedermann seinen eigenen Reim, vielleicht nach der Lektüre dieses Artikels aus der FAZ: https://is.gd/hlbdir. Aber es blieb ja, gottlob, ruhig bisher, und das möge auch so bleiben. Nicht nur am „Tag der Einheit des Volkes“, mit dem es übrigens folgende Bewandtnis hat: https://is.gd/VLVER6

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