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Archive for the ‘Kultur’ Category


Bald ist es ein Vierteljahrhundert her, seit das Erlangen-Haus eröffnet wurde. Am 7. Mai 1995 eröffneten die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, diese Botschaft der Volksdiplomatie, wo heute das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts untergebracht ist, die Fäden der partnerschaftlichen Beziehungen zusammenlaufen – und wo man sich gut bettet.

Oleg Modorow, Dmitrij Cholin und Swetlana Schelesowa

Was weniger bekannt ist: Der Garten des Erlangen-Hauses ist längst auch zu einem Ort der kulturellen Begegnungen geworden – mit einer Skulptur von Stefan Schnetz, einem Figurenensemble von Johannes Koch, mit den von Erlanger und Wladimirer Künstlern gestalteten Mauer zum Nachbargrundstück. Nun, zum bevorstehenden Jubiläum im Mai, ist auf Anregung von Swetlana Schelesowa, der stellvertretenden Leiterin des Erlangen-Hauses eine weitere Kunstaktion geplant, um schon von außen, von der Straßenseite auf den besonderen Charakter dieses Anwesens aufmerksam zu machen. Geht es nach Dmitrij Cholin, den Vorsitzenden des Regionalen Wladimirer Künstlerverbands, und seinen Kollegen, Oleg Modorow, wir hier bis zur 25-Jahr-Feier eine Silhouette Erlangens zu sehen sein, entworfen und gestaltet gemeinsam, wie es eben sein soll in der Partnerschaft.

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Nach dem Tod ihres Vaters, des großen Versöhners zwischen Deutschen und Russen, Fritz Wittmann, kündigte Johanna Sander im November an, sie wolle im nächsten Sommer mit ihrem Sohn Paul nach Wladimir reisen, um endlich mit eigenen Augen zu sehen und in Begleitung ihres Sohnes Paul zu erleben, warum es den Weltkriegsveteranen immer wieder so in die Partnerstadt zog. Dann, im Dezember, die gemeinsamen Auftritte der Sängerin mit dem Kammerchor Wladimir unter Leitung von Tatjana Grin in Erlangen und Kirchehrenbach, und nun ist Johanna Sander bereits seit einer Woche in der einstigen russischen Hauptstadt und hatte gestern ihren ersten Auftritt im Zentrum für Klassische Musik.

Nikolaj Schtschelkonogow und Paul Sander

Einer der einprägsamen Aphorismen, die Fritz Wittmann hinterließ, lautet: „Wo Deutsche und Russen einander Familienphotos zeigen, können keine Feindbilder mehr entstehen.“ Ganz im Geiste dieses Mottos blätterten denn auch vor dem Konzert der Frontkämpfer, Nikolaj Schtschekonogow, und Paul Sander in einem Album, das zurückreicht bis ins Jahr 1991, als sich die beiden Friedenskämpfer zum ersten Mal trafen. Welch eine Begegnung!

Johanna Sander mit Nikolaj Schtschelkonogow und Sohn Paul

Und Johanna Sander? Sie erlebt ein Wladimir, wie sie es aus den Schilderungen ihres Vaters kennt und wie sie es sich doch nicht vorstellen konnte mit all der Aufmerksamkeit, die ihr entgegengebracht wird, vom Chor, vom Erlangen-Haus, vom Publikum… Eine Begeisterung, die sie sagen läßt: „Das war bestimmt nicht meine letzte Zusammenarbeit mit Wladimir und diesem Ensemble.“

Tatjana Prokuschkina und Johanna Sander

An der Seite von Tatjana Prokuschkina bestand Johanna Sander dann gestern zur Eröffnung der Konzertsaison eine schwierige Prüfung mit dem Requiem des zeitgenössischen Komponisten, Artjom Semjonow, dessen überwältigendes Werk für Chor, zwei Klaviere und Schlagwerk die Wladimirer Sopranistin oft bis an die musikalische Schmerzgrenze führte, während die deutsche Altistin eine tröstend-warme Stütze bot, ganz so, als gehörte sie schon immer zu dem Ensemble. Nur bei den allerersten Takten merkte man der Baiersdorferin noch die Aufregung an.

Tatjana Prokuschkina und Johanna Sander mit Dmitrij Fjodorow am Klavier

Nun darf sich das Publikum in Erlangen wie in Wladimir auf neue Projekte von Johanna Sander und ihren Wladimirer Freunden freuen. So geht ja auch noch hoffentlich der große Wunsch von Fritz Wittmann in Erfüllung: „Wir mögen die letzten Kriegsveteranen sein.“ Und im Album der Freundschaft von Nikolaj Schtschelkonogow gibt es nun neue Bilder.

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Wladimir war, vor allem in der Periode vom 12. bis 14. Jahrhundert, ein Zentrum der Ikonenmalerei, und bis heute wird diese spirituelle Kunst hier gepflegt. In Susdal gibt es sogar eine Fachhochschule für die Restaurierung dieser Heiligenbilder, ohne die das orthodoxe Christentum gar nicht zu denken ist. Natürlich denkt man zu allererst an die Wladimirer Gottesmutter, von der in der Partnerstadt allerdings nur eine Kopie im Landesmusem zu sehen ist, während das Original in der Moskauer Tretjakow-Galerie hängt.

Nun gibt es aber seit über einem Jahr in Wladimir auch ein privates Ikonenmuseum, zu finden in der Loft-Fabrik, Sacco-und-Vanzetti-Straße 50. Ein Sammler präsentiert hier seine Exponate und zeigt auch immer wieder Leihgaben. Für Liebhaber und Kenner dieser Sakralkunst also eine dringende Empfehlung. Am besten vorher über das Erlangen-Haus anmelden und eine Führung vereinbaren – mit Dolmetschunterstützung, sofern notwendig.

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Das Plakat ist einfach zu schön, um es nur in Wladimir zu hängen… Zur Eröffnung der Chorsaison tritt Johanna Sander aus Baiersdorf am kommenden Freitag mit dem Kammerchor der Partnerstadt als Solistin auf. Derzeit probt sie noch mit dem Ensemble, das sie bereits im Advent 2018 bei dessen Gastspielreise durch Franken kennenlernte.

Damit ist wieder einmal bewiesen, wie vielgestaltig der Kulturaustausch ist, welche unerwarteten Wendungen die Wege der Partnerschaft nehmen. Und wenn sie dann auch noch so schön auf die Sinne wirken…

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Am Samstag feierte Wladimir seinen 1029. Geburtstag. Mit von der Partie als ehrenamtlicher Bildkorrespondent für den Blog Othmar Wiesenegger, der noch diese ganze Woche in der Familie seines Kollegen und Freundes, Wladimir Fedin, verbringt und mit seiner Kamera Lost Places besuchen möchte. Einsam und verloren stellte sich dem Gast aus Erlangen die Partnerstadt in strahlender Feierlaune freilich nicht vor, wie seinem Photobericht zu entnehmen.

Los ging es um 11.00 Uhr mit der Begrüßung all der vielen Gäste aus aller Welt, u.a. Weißrußland, Bulgarien und Polen. Als Photograph blieb ich außen vor und brauchte deshalb auch keine lange Rede halten.

Oberbürgermeisterin Olga Dejewa eröffnet das Fest auf dem Kathedralenplatz

Im Zentrum der Feier – ein Fest von Kunst und Kultur auf dem Kathedralenplatz. Konzerte, Tanz und Gesang den ganzen Tag. Mit Swetlana Fedina, meiner Gastgeberin, machte ich eine Ballonfahrt, die ihr Mann dokumentierte.

Die Stadt war voll wie bei uns auf dem Berg – und das bis spät in die Nacht, als um punkt 22.00 Uhr das große Feuerwerk abgebrannt wurde. Aber lassen wir die Bilder sprechen.

Othmar Wiesenegger

Othmar Wiesenegger, Olga Dejewa und Nikolaj Schtschelkonogow

Olga Dejewa

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An der Sprachreise vom 3. bis 12. August, von der hier später noch die Rede sein wird, nahm auch Harald Luft, Musiklehrer am Marie-Therese-Gymnasium, teil. Einen ganzen Nachmittag verbrachte er an der Kinderkunstschule Nr. 3 mit deren Leiter, Alexander Sneschin, und der stellvertretenden Direktorin für die Verwaltung, Tatjana Matwejewa.

Harald Luft und Alexander Sneschin

Alexander Sneschin, der dem Kollegen aus Erlangen die Klassenräume und die beiden Konzertsäle zeigte, berichtet von einem anregenden Gespräch, an das er gern zurückdenke.

Tatjana Matwejewa und Harald Luft

Da ist es besonders schade, daß der Austausch des MTG mit Wladimir schon vor fünf Jahren eingestellt wurde. Aber, wer weiß, vielleicht gibt die Musik ja neue Impulse für ein Miteinander. Frei nach William Shakespeare könnte man sagen: „Wenn die Musik der Städtepartnerschaft Nahrung ist, spielt weiter!“

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Wie schnell es manchmal gehen kann: Anfang Juli hatte das Ehepaar Heinz und Elvira Gerhäuser eine Einladung der Staatlichen Universität zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Tagung angenommen https://is.gd/u8FvX6 und dabei neben dem Bildhauer Igor Tschernoglasow vor allem Jewgenia Kulikowa kennengelernt. Bei diesem Treffen der fränkischen Künstlerin und der russischen Dozentin für Keramik, Design und Architektur muß es zu einer kreativen Initialzündung gekommen sein, denn nach einem intensiven Austausch von Informationen und Vorstellungen per Internet folgte Jewgenia Kulikowa dem Ruf nach Waischenfeld, um ihre Gastgeberin zwei Wochen lang darin zu unterweisen, wie man am besten Tonformen vorbereitet, die ihrer Glaskunst später Form und Gestalt verleihen sollen. Ein Meisterinnenkurs eben.

Jewgenia Kulikowa, Heinz und Elvira Gerhäuser, Igor und Sergej Tschernoglasow

Und dann kommt gestern auch noch der Großmeister der Wladimirer Kunstszene mit seinem Sohn für einige anregende Stunden hinzu. Beide hängen noch einige Tage an das Symposium im Skulpturenpark von Tennenlohe dran, um Museen und Kirchen zu besichtigen und neue Inspirationen zu sammeln. Igor Tschernoglasow examinierte einst die damalige Studentin Jewgenia Kulikowa, dann verloren sich die beiden aus den Augen; erst die Städtepartnerschaft brachte sie nun wieder zusammen.

Elvira Gerhäuser und Jewgenia Kulikowa

Wo aber zwei oder drei sich im Namen der Kunst versammeln, da ist die Inspiration mitten unter ihnen. Und so nimmt es denn auch nicht wunder, wenn schon nach kurzer Zeit nicht nur über all die Feinheiten und Nuancen der verschiedenen Techniken, sondern auch über Möglichkeiten gesprochen wird, wie man in Zukunft mehr gemeinsam machen könnte. Gern auch unter Einbeziehung der Naturwissenschaften, die, wie der ganzheitlich denkende, ehemalige Direktor des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen und Mitentwickler des MP3-Systems, meint, von diesem Dialog mit der Kunst viel lernen können.

Wie das gehen könnte macht seine Frau, die selbst Kinder in Kunst unterrichtet, bereits vor: die Grenzen der Materialien überschreiten, Fusionen herstellen, Mischformen gestalten.

Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse dieser neuen Zusammenarbeit – und erst recht auf die Früchte der Ideen, die da gestern in der ruhenden Mitte der Fränkischen Schweiz zu keimen begannen. Es wird vielleicht länger dauern als die wenigen Wochen Vorbereitung auf den Meisterinnenkurs, aber die Geduld wird sicher belohnt.

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