Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Kultur’ Category


Die Wladimirer Internetplattform Kljutsch präsentiert Bilder wie aus dem Jenseits, aus der Welt von Mythen und Sagen,  geschaffen natürlich von Menschen, die auszogen, uns das Fürchten zu lehren, einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Ob sie sich selbst ein wenig gruseln? Wer weiß.

Wladislaw Zwiljow jedenfalls läßt sich gern von Gruselfilmen inspirieren und hält seine gespenstischen Installationen, etwa als Vogelscheuche, für viel reizvoller als die Alltagsphotographie, der oft jedes Geheimnis fehle. Dafür wählt der Student nicht nur einen düsteren Hintergrund, sondern be- und überarbeitet die Aufnahmen auch so lange, bis der Horroreffekt so richtig wirkt.

„Supernatural“, die Netflix-Serie, fasziniert den Herrn mit Kürbis und Schürze ebenso wie die finstere Atmosphäre der Pionierallee in Wladimir mit ihren Spalierbäumen und einem verfallenen Brunnen. Es sollte eben schon alles zusammenpassen.

Da mischen sich dann Acrylfarbe mit Wasserpflanzen, Dämon mit Neptun.

Der Gothic-Szene rechnet sich eine weitere Protagonistin des Schauer-Genres zu. Marina Stepanowa verwandelt sich gern mit Hilfe von Schminke und Kostümierung in mythische Gestalten und arbeitet dabei oft mit der Stylistin Karina Polnikowa und der Visagistin Anastasia Lastowitschenko zusammen. Entstanden ist das Bild einer halbtoten Braut als Konzept von Ewigkeit und Vergänglichkeit.

Geschlagene zwei Geisterstunden waren notwendig, um aus der jungen Frau eine Wanderin zwischen den Welten zu machen. Am schwierigsten aber sei der Ort der Aufnahme gewesen, wo immer wieder Gaffer die Arbeiten störten.

„Dark-Folk“ nennt die Künstlerin das Bild mit Samowar und Kokoschnik, dem Kopfputz, der in der russischen Folklore als Attribut weiblicher Schönheit zur Geltung kommt, aber auch hier seine Wirkung nicht verfehlt.

Die Serie „Chilling Adventures of Sabrina“ stand Pate für die Portraits aus der Reihe „Moderne Hexen“, aufgenommen mit dem Photographen Dmitrij Tscherewko.

In diesem Genre, so Marina Stepanowa, die sich über Wladimir hinaus auch als Stand-up-Comedian einen Namen macht, wolle sie unbedingt weitermachen. Aber eben auch die russischen Traditionen haben es ihr angetan, freilich im Zusammenspiel mit „Halloween“, wo das Accessoire, eigentlich für die Tochter bei einem Ausflug nach Susdal gekauft, eine wahrlich schrecklich schöne Russin schmückt.

Schließlich noch das Dämonische – mit Hilfe einer Perücke und viel Pomade.

Wie gesagt: Schrecklich schöne Bilder aus einem Wladimir, das im Reich der Schatten blüht.

Read Full Post »


Es war vorgestern. Am hellichten Tag drang Qualm aus dem Schauspielhaus. Innerhalb von Minuten war ein Großaufgebot der Feuerwehr zur Stelle, aber die Flammen hatten auf einer Fläche von 500 qm bereits ihr vernichtendes Werk getan.

Wladimir verliert damit nicht nur seine wichtigste Spielstätte ganz im Zentrum, sondern auch bisher unbezifferte Werte, vom Vorhang, der alleine schon neun Millionen Rubel kostete, bis zu den Kulissen und der Bestuhlung. Alles passiert, mutmaßlich bei Elektroarbeiten. Immerhin sind keine Opfer zu beklagen, nur ein Arbeiter, der beim Löschen helfen wollte, mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Gouverneur Wladimir Sipjagin, der früh am Ort des Brandes erschienen war, versicherte, man werde das Theater wieder aufbauen und den Spielbetrieb mit der Anmietung von anderen Bühnen nach Möglichkeit aufrechterhalten. Das für den Herbst vorgesehene allrussische Festival „Am Goldenen Tor“ ist freilich schon abgesagt, und ob, wie geplant, im nächsten Jahr die Erlanger Truppe „Brücken-Mosty“ zu einem Gastspiel in die Partnerstadt wird reisen können, ist bisher unklar.

Ein Unglück kommt allerdings selten allein: Inzwischen brannte in der Kreisstadt Gus-Chrustalnyj das Kulturhaus ab. Schwere Zeiten für die russischen Freunde!

Theater 4

Brand in Gus-Chrustalnyj in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli

Read Full Post »


Eine literarische Skizze von Tatjana Oserowa und Ansichten aus Tennenlohe von Jelena Jermakowa versuchen heute, eine Verbindung einzugehen und Sie durch den Tag zu begleiten.

Du gehst, läufst, hetzst durch das Leben und läßt etwas für immer hinter dir, etwas, das nie mehr zu dir zurückkommt, sich nie mehr wiederholt, nie mehr zu hören sein wird…

Jelena Jermakowa: Abendstimmung in Tennenlohe, 2015

Ich nahm so früh Abschied von Mamas zärtlicher Anrede „Mein Töchterchen!“. Keiner meiner verstorbenen Brüder wird mir je wieder sagen „Schwesterchen, du bist meine Kleine“ oder freudig rufen, wenn er mich von weitem auf der Straße sieht „Tanjuschka-a-a“, niemand wird mich mehr „meine Herzallerliebste“ nennen.

Jelena Jermakowa: Skulpturengarten in Tennenlohe, 2015

Doch das Herz erinnert schmerzlich die vertrauten Stimmen, die Intonation, das Timbre, den herzerwärmenden Klang, alle versunkenen Bilder deines gelebten Lebens blinken auf und beleben sich.

Jelena Jermakowa: Tennenlohe, 2015

Zum Glück „habe ich noch Adressen“, wo man mich Schwester, Mama und Oma nennt.

Read Full Post »


Offiziell begründet wurde es zwar erst 2008, aber bereits auf den Tag genau vor 30 Jahren nannte Joachim Sossalla, 1. Vorsitzender des 1. Nordbayerischen Amateur Fotoclubs, in seinem Schreiben vom 19. Juni 1990 an Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg, die Drei-Länder-Ausstellung von Photographen aus Erlangen, Jena und Wladimir „sowie eines Lichtbildners aus Moskau“ ein Städtepartnerschaftsdreieck. Fast schon seherisch wählte der Vereinsleiter aus Nürnberg, dessen Erlanger Vertreterin, Karin Günther, später die Erlanger Foto Amateure gründete, diesen Begriff und wies darauf hin, dieses Zusammenwirken sei in der „gegenwärtigen politischen Situation von hoher Aktualität“, etwas, das leider noch immer im deutsch-russischen Verhältnis gilt. Fast könnte man daran verzweifeln, wären da nicht diese großartigen Zeugnisse der Verständigung zwischen Erlangen, Jena und Wladimir, die bis ins Jahr 1989 zurückreichen und bis heute fortbestehen.

Die ausgesprochen erfolgreiche Ausstellung wurde dann übrigens gar nicht so teuer, unter anderem weil Peter Steger, damals schon Partnerschaftsbeauftragter für beide Städte, die sprachliche und organisatorische Betreuung der Gäste aus Wladimir übernahm: Wladimir Fedin, Sergej Uchin und Wladimir Filimonow. Diese drei bauten dann eine ganz wunderbare Freundschaft mit Karin Günther und ihren Erlanger Foto Amateuren auf, der die Partnerschaft ungezählte Ausstellungen verdankt, und die bis heute anhält. Erst dieser Tage traf von Wladimir Fedin eine Mail mit drei Eidechsenbildern ein, wo er seiner deutschen Kollegin mitteilte, er begeisterte sich neuerdings für Makrophotographie, habe aber auch wegen Corona weniger Aufträge…

Karin Günther im Mai 2013 vor dem Erlangen-Haus in Wladimir mit ihren Photofreunden Wladimir Fedin, Wladimir Filimonow und Sergej Uchin sowie deren Ehefrauen

Und Jena? Damals schon dabei Klaus Enkelmann von Unifok, dessen Vorsitzender er heute ist. Bestimmt zwei Dutzend gemeinsamer Ausstellungen ließen sich auflisten – und jedes Jahr ein Gruppenausflug, immer auf der Suche nach neuen Motiven.

Karin Günther mit Oberbürgermeister Albrecht Schröter und Klaus Enkelmann im Januar 2015 bei einer Ausstellungseröffnung im Rathaus Jena

Der Bericht wäre unvollständig ohne den Hinweis darauf, daß die Erlanger Foto Amateure längst unser aller Bild von allen Partnerstädten prägen; sogar mit dem tschechischen Chomutov, dem früheren Komotau – Erlangen hat für die Vertriebenen aus dieser nordböhmischen Stadt bereits 1963 die Patenschaft übernommen – ist es dem Verein gelungen, einen intensiven Austausch aufzubauen. Sogar? Nicht so ganz verwunderlich, wenn man weiß, daß Karin Günther, diese Weltbürgerin, dort geboren wurde und selbst die Flucht mitmachte. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte, die hier nachzulesen ist: https://is.gd/UmEE7q

Read Full Post »


Ihren ersten Eintrag im Blog hatte Anastasia Wolokitina im Jahr 2013 mit ihrem Erfolg in Montreux https://is.gd/5hMghT, drei Jahre später – inzwischen hatte sie ihr Studium an der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar aufgenommen https://is.gd/IK5mKw – sollte die Jazz-Sängerin aus Wladimir mit ihrer damaligen Combo Nachtfarben in Erlangen auftreten. Aber das Quartett kam dann doch ohne ihre Frontfrau. Nun nutzte der freischaffende Kulturkorrespondent des Blogs, P. L. Gluchar, die Gelegenheit, die Künstlerin, die in Odessa geboren wurde und dort ihren ersten Gesangswettbewerb gewann, am vergangenen Freitag mit ihrem Pianisten, Sammy Lukas, in Berlin zu treffen. Leider nicht zu einem Konzert – da sei Corona davor -, aber doch zu einem Gespräch, das Hoffnung macht, das Duo nach Erlangen holen zu können, sobald es die Pandemie-Vorkehrungen gestatten.

Tasiya und Sammy Lukas

Kein geringerer als Jörg Konrad, Autor einer Miles-Davis-Musikbiographie, sagt von Anastasia Wolokitina, die den Künstlernamen Tasiya angenommen hat und selbst Gesangsunterricht gibt:

Ihre Interpretationen sind weit von der konventionellen Vorstellung des Jazzgesangs entfernt. Bei ihr klingt alles kehliger, kippt immer wieder in den Obertonbereich, wechselt plötzlich in die tiefsten Lagen und beeindruckt dann wieder durch ein faszinierendes Glissandieren.

Wie recht der Kritiker hat, hört man mit den ersten hypnotisch-sphärischen Klängen der im Vorjahr produzierten CD „New Old Fairytales“, vagabundierend im Zwischenreich von feingeistig arrangierter ukrainischer Folklore und mutig-frischen Expeditionen an die verzaubernden Ränder ferner Stimmräume, fast unmerklich zurückhaltend begleitet von einem trittsicheren Piano, immer stützend zur Stelle auch bei den Stellen, wo man schwindelfrei sein sollte, und federnd gespiegelt in den symphonisch übereinandergelegten Klangkaskaden.

Tasiya kam erst kurz vor Ausgangssperre nach Berlin, während ihr musikalischer Partner, der sich ebenfalls mit einem Künstlernamen schmückt und aus Nischnij Nowgorod stammt, dabei ist, sein Studium in Weimar abzuschließen. Auftritte sind da noch nicht möglich, und sogar die neue Wahlheimat kennt die Wladimirerin, von der eine Lehrerin meinte, sie sei mit dem göttlichen Funken ausgezeichnet, bisher kaum. Aber das hindert das Duo nicht, Pläne für später zu schmieden, etwa die Aufführung eines Jazz-Musicals, zu dem Tasiya – wie bereits zu der CD – die Melodien selbst komponiert. Sobald das Werk fertig konzipiert ist, findet es sicher seinen Weg auch nach Erlangen. Bisher aber bleibt die CD, die unter http://www.tasiya-music.com bezogen werden kann, wo auch das erste Stück zu sehen ist:

Wenn Sie nun glauben, diese Besprechung sei voreingenommen, vertrauen Sie vielleicht mehr dem Urteil des amerikanischen Jazz-Komponisten und Pianisten, Marc Copland, der bewundernd meint:

Tasiya and Sammy are absolutely killing it. It’s extremely interesting stuff, and this duo shines!

Und Norma Winstone, die große britische Jazz-Sängerin, ergänzt:

I love what I heard. Tasiya has a beautiful voice, the music is very evocative and full of imagination. It’s a lovely album. Congratulations!

Den Glückwünschen schließt sich der Blog gern an. Shine on, you crazy diamonds!

Read Full Post »


Als Jelena Jermakowa 2015 ihren Mann, Jurij Iwatko, nach Erlangen begleitete, tat sie das nicht (nur) als seine Muse, sondern ganz in eigener Sache. Während der Bildhauer nämlich sein „Letztes Opfer“ für die Skulpturenachse in Tennenlohe schuf, füllte sie ganze Mappen mit ihren Skizzen und Graphiken.

Jelena Jermakowa, Tennenlohe, August 2015

Nun schickte die Künstlerin aus Alexandrow, fast zwei Autostunden nordwestlich von Wladimir gelegen, gestern eine Nachricht, die nicht viele Worte macht, es aber in sich hat:

Jelena Jermakowa: Dieter Erhard

Ein Gruß aus Alexandrow von Jelena Jermakowa. Ich habe eine Reihe von graphischen Arbeiten zu meinen Eindrücken von unseren Begegnungen angefertigt. Jurij und ich denken oft an unsere Deutschlandfahrt zurück. Ich möchte meine Arbeiten, den hier gezeichneten Freunden zur Erinnerung an unsere Freundschaft zum Geschenk machen.

In Liebe, Jelena

Jelena Jermakowa: Russana Hillmann

Da bekommt an eine Ahnung davon, was diese deutsch-russische Städtepartnerschaft im Innersten zusammenhält.

Jelena Jermakowa: Reiner F. Schulz

Zu der Meisterschaft der Künstlerin braucht wohl nichts weiter gesagt zu werden, ihr Können spricht für sich und sie.

Jelena Jermakowa: Peter Steger

Nur kurz zu den dargestellten Personen: Dieter Erhard, selbst Künstler und immer wieder Gast in Wladimir und anderen Partnerstädten, organisierte freundschaftlich das Symposium in Tennenlohe; Russana Hillmann begleitete das Ehepaar freundschaftlich nach Rothenburg o.d.T.; Reiner F. Schulz, wie Dieter Erhard in Wladimir nicht unbekannt, brachte die beiden freundschaftlich mit weiteren Mitgliedern des Erlanger Kunstvereins zusammen; der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, durfte das Projekt freundschaftlich begleiten. So schön kann die deutsch-russische Volksdiplomatie sein.

Read Full Post »


Im Landkreis Susdal liegt das Kirchdorf Mordysch, wo ein nachdenklicher Mensch an der Nerl sitzt.

Die Installation nennt sich „Friedensfluß“, geschaffen von Andrej Popow und Jewgenia Kasarmowskaja, der ehemaligen Kreativ-Direktorin des Gorkij-Parks in Moskau, und versteht sich im Abschnitt der Nerl von Kidekscha bis zur Kirche Mariä-Schutz und Fürbitt als Teil des Projekts „Öko-Park“ mit der Verbindung von Rad- und Bootstouren entlang einer Skulpturenachse.

Das Künstlerpaar selbst versteht die Arbeit als „Schläfer“, als Helden unserer Zeit, der von der Realität geweckt wurde, also im Sinne einer Anregung, darüber nachzudenken, wie die Zeit vergeht, wenn man diesen gerade erst erwachten Menschen erblickt. Aber Sie machen sich sicher Ihre eigenen Gedanken dazu.

Read Full Post »


Es hat ein wenig gedauert, doch nun, wie versprochen, ein wenig mehr zu der Ausstellung der Kunstvereine Wladimir und Erlangen, die unter dem Titel „Sieg über den Krieg. Erinnerung.“ am 8. Mai virtuell eröffnet wurde und noch bis Ende des Jahres hier https://vk.com/izo33 und da https://is.gd/K6cVm6 zu sehen ist.

Ausstellung Sieg über den Krieg. Erinnerung.

„Niemand ist vergessen und nichts wird vergessen“, lautet der Wahlspruch des Projekts im 75. Jahr des Kriegsendes, das gerade auch in der für Umbrüche so sensiblen Kunst ein herausragendes Thema bleibt. Im Ergebnis des Krieges, so der Pressetext des Wladimirer Kunstvereins, bleiben weder Sieger noch Besiegte in dieser Tragödie.

Kirill Wedernikow: Sieg über den Krieg

Mehr als 100 Werke von 67 Künstlern aus den Partnerstädten sind zu entdecken, darunter ebenso Arbeiten von bekannten Namen wie Neuentdeckungen. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild, legen Sie Modest Mussorgskij auf und lassen Sie sich gerade heute, an Pfingsten, begeistern von der mythisch-alttestamentarischen Kraft des jüngsten Werks von Kirill Wedernikow, Babylon.

Kirill Wedernikow 6

Kirill Wedernikow: Babylon

Read Full Post »


Die Friedensvioline, die zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Wladimir übergeben werden sollte, ist noch immer in Erlangen. Ebenso wie der Geigenbaumeister Alfred Binner, die Sponsoren Olaf Kühne und Eva Lohse mit Familie sowie Bernhard Michali, der das Projekt künstlerisch begleitet und eine musikalische Lithographie mit Widmung anfertigte, die einfach zu schön ist, um sie nur im Büro aufzuhängen.

Der Dank, den der Künstler ausspricht, geht natürlich zurück an alle an dieser Friedensgeste Mitwirkende, vor allem für ihre Geduld, für ihr Durchhaltevermögen und den Glauben an die gemeinsame gute Sache. Noch weiß Sancta Corona allein, wann die Reise in die Partnerstadt stattfinden kann, aber ihre himmlische Schwester, die Heilige Cäcilia, hält zumindest einstweilen ihre schützende Hand über das Meisterinstrument, das bis auf weiteres fleißig von Alma Keilhack eingespielt wird.

Wer den Videofilm dazu noch nicht gesehen haben sollte, hole dies hier nach: https://is.gd/mQ3JmK

Read Full Post »


Zu Christi Himmelfahrt eine Ode an die Freude und ein Corona-Gedicht von Wladimir Mioduschewskij, dem Puppenspieler aus der Partnerstadt, der schon seit Jahren ans Bett gefesselt ist.
Das Leben ist die reinste Freude! – Diesen Satz wiederholte immer wieder der Großvater meiner Frau Irina. Er wurde 90 Jahre alt und wiederholte stets dieses Mantra. Freilich widersprechen dem viele und meinen, mit dem Alter und seinen Begleiterscheinungen in Form von Krankheiten verschiedenen Kalibers und der immer weiter in der Vergangenheit zurückliegenden Höhenflüge höre der Mensch auf, sich zu freuen; vielmehr lebe er im fortgesetzten Zustand der Übellaunigkeit. Damit, wenn Sie gestatten, bin ich nicht einverstanden. Ich glaube, mit dem Einsetzen des Alters und verschiedener Unpäßlichkeiten erlebt man auch eine Überfülle an Gründen zur Freude. Ich bin aufgewacht, was für eine Freude. Ich bin am Leben. Ich bin ohne fremde Hilfe aus dem Bett gekommen. Wieder so eine Freude. Ich habe es bis ins Bad geschafft. Eine weitere Freude, wobei ich gar nicht davon reden will, wie viele Gründe zur Freude es an diesem geheimnisvollen Örtchen geben mag. Und dann sehe ich die Sonne, der pure Genuß. Ein Treffen mit den Kindern, Enkeln und Urenkeln, ein paradiesisches Gefühl! Und so könnte man ohne Ende Gründe zur Freude im Alter anführen. Aber ich denke, Sie finden diese auch ganz ohne mein Zutun, wenn Ihnen die Richtung und Gestalt Ihrer Gedanken in diesem Sinne gegeben sind. Unterdessen trinke ich einen Krug alkoholfreies Bier und verspeise dazu eine Scheibe Brot mit Butter und rotem Kaviar und FREUE MICH WEITER AM LEBEN.

Wladimir Mioduscheskij mit seiner Frau Irina und Tochter Tamara, 2007

Noch einmal gehn Unwetter nieder,
ein Virus klopft laut an die Tür.
Bau, Noah, die Arche doch wieder
für Menschen und alles Getier.
Als Name trag sie die drei Worte:
Banal? Ohne Fluch hingeschrieben,
sind sie zu der Welt doch die Pforte:
die HOFFNUNG, der GLAUBE, die LIEBE.

 

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: