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Archive for the ‘Kultur’ Category


Wladimir leutet weiß und kalt, / die Schritte gehn im Schnee verloren, / der Himmel spannt sich blau, gefroren, / gibt allem eine Lichtgestalt.

Wladimir Fedin – winterliche Straßenszene in Wladimir

Ein Schweigen auf den Hügeln ruht, / und nur die Träume leise sprechen / vom Frost, in dem die Bäume brechen, / vom warmen Glimmen einer letzten Glut.

Wladimir Fedin – Nachtblick auf Wladimir

Die Stadt liegt starr entlang dem Rain, / der Kljasma will der Atem stocken. / Und später fallen stumme Flocken / auf Wald und Feld und Stein.

Wladimir Fedin – Wladimir an der Kljasma

So bleibt es nun noch lange Zeit, / in der die Worte Wolken hauchen / und klanglos in die Tiefe tauchen, / wo alles weiß wird und so weit.

Wladimir Fedin – Stadt im Frosthauch

Aber was vermögen schon Worte – gewidmet Inge Obermayer, die heute zu Grabe getragen wird – angesichts solcher Bilder, gesehen von Wladimir Fedin, der Mitte März nach Erlangen kommen will. Wahrscheinlich gerade rechtzeitig zur Finissage seiner Ausstellung in den Redaktionsräumen der Erlanger Nachrichten.

Wladimir Fedin – Stilleben mit Kontrabaß in Wladimir

Eine Idee und Initiative von Karin Günther, Vorsitzende der Erlanger Foto Amateure, die schon Mitte des Monats Gestalt annehmen wird. Und Ergebnis einer schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert währenden künstlerischen Zusammenarbeit zwischen den Erlanger und Wladimirer Hobbyphotographen.

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Der Jahreswechsel ist immer auch die Zeit guter Vorsätze, die meist schon wenig später ersatzlos gestrichen werden. Da tut man gut daran, die „weißen“ Verse – das russische Gegenstück zum französischen „vers libre“ – von Roman Jewstifejew zu lesen, die er den Ungereimtheiten entlang des Lebenswegs gleich am 1. Januar entgegenstellte.

Unentwegt vorwärts

Wenn du Verse schreibst / mit ungeheurer Macht, / bedeuten die Worte nichts mehr, / und der Sinn liegt zwischen den Zeilen. / deren Zahl sich der Null annähert, / und es besiegen sie die Leerstellen – / wie vom Schnee eingeebnete, ehemals höckrige Gedanken, / und nur durch die Fenster einsamer zufälliger Buchstaben / wird besser sichtbar, / wie es dort sein mag, wo es keinerlei Worte gibt, / nur Stille, / zu der wir unentwegt unterwegs sind.

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Und dann kam Peter…

1992 – 2018 Eine fränkisch-russische Freundschaft

Mit rührender Loyalität transportiert Peter Steger alljährlich ein unförmiges Paket für uns von Susdal über Wladimir und Erlangen nach Kraftshof. „Der Hönig“ steht in Kiras Schrift darauf. Nein, das sind nicht Eulen nach Athen, obwohl man sehr wohl auch hier hervorragenden fränkischen Honig kaufen kann. „Der Hönig“ ist mehr als nur Konsumware zum Frühstück. Es ist ein Symbol einer nunmehr 29 Jahre alten Freundschaft mit der Familie Dik. Sinnbildlich enthält er den Blick auf ihr Holzhaus in Susdal, die Düfte des gepflegten Bauerngartens im August, das Geläute der umliegenden Klosterkirchen und die wohltuende Ruhe und Gelassenheit der Uferwege entlang des Kamenka mit Blick auf die Stadtkulisse – und sie sind allesamt hier in Franken in keinem Geschäft zu erwerben.

Kira Limonowa und eine ihrem Mann gewidmete Ausstellung in Wladimir, 2009

1992 besuchte uns Peter im Rahmen einer Kunstverein-Ausstellung von fünf Malern und Graphikern aus Wladimir zum ersten Mal. Seine Deutschkenntnisse waren bescheiden, unsere Russischkenntnisse völlig „non-existent“, aber kollektiv konnten sich unsere wenig verbalen Kommunikationsfähigkeiten sehen lassen. Peter mußte man einfach mögen. Er konnte so herzerfrischend und ansteckend lachen. Das Nonverbale wurde so schnell durch gegenseitige Empathie ausgeglichen. Peters unbändige Neugierde für alles, was mit Deutschland, mit der Sprache und ihrer Kultur zu tun hatte, machte uns den Austausch leicht. An Gesprächsthemen fehlte es nie.

Bald entdeckte Peter unser Kraftshofer Atelier für sich und machte oft die Nacht zum Tag. Er war unglaublich fleißig und sehr von der neuen Umgebung beflügelt. Entstanden sind dabei allerlei Bilder von unserem fränkischen Dorf, von der beleuchteten Kirche bei Nacht, von den Scheunen mit ihren typischen Giebeln und Steildächern. Ihm gelang es immer, diese Bilder mit seinem besonderen Merkmal, einer Mischung aus Gegenständlichem mit Reduziertem, ja Abstraktem,  zu prägen, wodurch auch ein ungeschultes Auge sofort erkennen konnte, worum es sich hier nur handeln konnte: ausschließlich um ein typisches, historisches, fränkisches Dorf.

Kraftshofer Kirche, 1993 (?)

Ausflüge in die hiesige Gegend waren mit Peter ein Vergnügen. Mit dem Stift hinters Ohr geklemmt und das Notizbuch zur Hand hielt er alle paar Meter kurz an, um eine architektonische Form, ein Gebäude-Ensemble, die Umrisse des Walberla, eine Felsformation mit einen wenigen Strichen festzuhalten. Bald hatten wir gelernt, am besten dabei zu schweigen und ihn nicht mit fränkischer Geschichte zuzudröhnen. Seine Augen sahen ohnehin anders, und daran ließ er uns teilhaben. Unsere eigene Umgebung lernten wir allmählich mit seinen Maleraugen gewinnbringend neu wahrzunehmen, denn er sah nicht nur die uns vertraute Landschaft, sondern verlieh ihr auch eine besondere Stimmung, eine seelische Dimension, die zwar noch als fränkisch erkennbar war, aber in der malerischen Umsetzung an Universalität gewann. Ein einfaches Bootshaus an der Donau in Regensburg dient hier als Beispiel dafür. Das Bild strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus.

Bootshaus an der Donau bei Regensburg, 1993 (?)

Auch wenn wir wissen, wo genau und an welchem Tag die Inspiration dazu entstand, bleibt es doch unbedeutend, macht freilich das Bild für alle Betrachter gleichermaßen zugänglich. Für uns aber ist es zusätzlich eine geschätzte Erinnerung.

Auf diesen ersten Besuch folgten viele weitere – ab dem zweiten mit Kira, was noch mehr Humor und Heiterkeit mit sich brachte – und auch Gegenbesuche in Wladimir, später in Susdal. Schriftlich blieben wir in Verbindung und freuten uns  immer, wenn der Steger-Anruf mit der Anfrage eines neuen Besuchs kam. Wir denken mit großer Dankbarkeit an diese Zeiten zurück – an Gespräche am Küchentisch und vor dem Kamin, an Begegnungen mit anderen Künstlern und Kunstinteressierten, an gemeinsame Erlebnisse, ob eine Bauernbeerdigung in der fränkischen Schweiz oder eine Vernissage in Erlangen. Peter und Kira nahmen mit Begeisterung an unserem Leben teil, sind ja auch unauslöschlich selbst ein Teil davon geworden und der ganzen Familie ans Herz gewachsen. Bilder, die wir besonders schätzen, zeigen Peters Fähigkeit, einen Menschen ohne Gesichtszüge, allein durch die Körpersprache und -haltung unverkennbar darzustellen: Unsere Tochter übt abends Flöte in der beleuchteten Scheune. Peter hat die dabei entstandene Musik als Bild festgehalten.

Katie übt, Kraftshof 1997

2002 besuchten wir Peter und Kira in Worpswede und erlebten, wie unser Freund als Stipendiat in der Umgebung der ehemaligen Künstlerkolonie arbeitete und auch dort eine Art zweites deutsches Zuhause fand. Wir konnten dabei nicht ahnen, daß wir uns dort von diesem so lieb gewonnenen Freund für immer verabschiedet hatten. Aber wir sind sehr dankbar, daß Kira den Kontakt zu uns noch so wunderbar pflegt und unentwegt dafür sorgt, daß Peters Werk weiterhin in Ausstellungen und in Veröffentlichungen präsent bleibt.

Worpswede 2002

Das letzte Bild zeigt ein Liebespaar in einem Moorkahn, so wie sie zum Transport von gestochenen Torf bei Worpswede verwendet werden. Für uns beinhaltet dieses Bild die zwei Seiten des Freundes Peter Dik. Erst Tage vor seinem Tod, erzählte er mit wunderbarer Selbstironie, er fertige das Bild als Etikette für einen regionalen Likörhersteller. Kunst für Kommerz war ihm ganz fremd, aber in diesem Fall ließ er eine Ausnahme zu, spricht das Bild doch auch von Sehnsucht, von der Liebe zu zweit und vom Lossegeln in die Dämmerung hinaus… Diese Art von Bild konnte er ohne jeden Kitsch malen.

Hans und Rosie Zahn

Hans und Rosie Zahn im Gespräch mit Frank Steenbeck aus Jena bei dessen Vernissage am 4. November in Erlangen, Galerie am Eck

Aus drei Wochen Unterkunft bei uns sind 29 Jahre herzerwärmender Freundschaft mit Peter und Kira entstanden. Grund genug, um an seinem heutigen 79. Geburtstag mit Freude und Dankbarkeit an Peter zu denken und der Städtepartnerschaft Wladimir-Erlangen in ihrem 35. Jahr für eine weiterhin blühende Zukunft alles-alles Gute zu wünschen.

Rosie und Hans Zahn

Mehr zum Schaffen des Künstlers unter: https://is.gd/wpWREN

 

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Gedichte sind wie Wein. Sie wollen reifen. Deshalb auch erst heute im Blog die Verse von Andrej Filinow, Intendant des Staatlichen TV-Senders Wladimir, die nach einer Deutschlandreise Ende September entstanden und im Oktober nach Erlangen gelangten.

Andrej Filinow

Köln

Der Himmel ist auch hier gerade, / nur was in Köln so schlimm erscheint: / Der Häuserhaufen unter Schwaden, / durchsticht mit Nadeln ihn vereint.

Blick höher drum als Türme bieten: / Gleich wachsen, dort hinaufgeträumt, / empor die Gotikstalagmiten -, / Gewitterwasser strömt und schäumt.

Der Himmel wird nicht grundlos blaß, / der Rhein fließt weiter ohne Eile, / auf Hohenzollern ist Verlaß, / behelmter Brückenschutz mit Weile.

Doch unsre Zeit, wie stets, vergeht, / verläßt uns, ohne umzukehren, / und nur des Wassers Duft besteht / und kann in Köln sich siegreich wehren.

 

Rüdesheim

Gleich, wie viel von dieser Luft wir atmen, / unsren Lungen ist es nie genug. / Zu den Traubenhängen eingeladen, / schippern wir den Rhein entlang im Zug.

Weite Wege braucht man hier nicht gehen, / wenn man auf den Wellen sich bewegt. / Pfefferkuchenhäuschen gibt’s zu sehen, / hier im Rheingau sich das Leben regt.

Auf den Hügeln Spielzeugtürme ranken, / für das Auge eine Schwelgerei, / Burgen, wo die Fürsten gerne tranken / zum Gewisperspuk der Loreley.

Jeder Atemzug läßt dich verstehen, / was der Rausch der Trauben mit uns macht. / Nicht umsonst ließ Goethe sich hier sehen, / hat den goldnen Herbst hier zugebracht.

Und im Schäumen all der Menschenstimmen / öffnet sich dir plötzlich hier ein Land, / frei von tönernem Koloßgeklingel, / nur mit einem Weinglas in der Hand.

 

Cochem

Oh, ging’s durch die Gruppe raunend, / einfach hin und weg, / zogen wir durch Cochem staunend, / welch ein schöner Fleck.

Ob nun Rosen, ob Mimosen, / alles war erblüht: / Unterwegs entlang der Mosel / wirkte nichts bemüht.

Wie in Cochem ist das Leben, / dafür gibt’s kein Wort! / Ewig schon scheint hier der Reben / und der Gnade Ort.

Hinter Fensterchen und Türen / hört man keinen Krach. / Wege durch das Fachwerk führen / unterm Schindeldach.

All die Türmchen, all die Spitzen / sehen wir so gern. / Gerne blieben wir hier sitzen, / wo die Hast so fern.

Blieben in der Burg hier wohnen, / Hand am Schwert und Beil. / So kann sich das Leben lohnen, / so wär’s richtig geil!

aus dem Russischen von Peter Steger

Um noch kurz zu postludieren: Nichts gegen Rhein und Mosel, aber Andrej Filinow, dessen Sender schon viel über die Partnerschaft berichtet hat, sollte demnächst einmal nach Franken kommen und einen Zyklus über seine lyrischen Eindrücke von der Partnerstadt Erlangen an der Regnitz verfassen.

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Die Musikredaktion des Blogs drängt schon lange auf die Veröffentlichung eines Videos von Timofej Kopylow, von dem sie in selten geübter Einhelligkeit glaubt, der Sänger habe das Zeug, bei der nächsten Eurovision sein Land erfolgreich zu vertreten. In der Tat überzeugt der Frontmann der Band „Record Orchestra“ aus Wladimir mit seiner Version des sowjetischen Pop-Klassikers „Kukuschka“ Jury und Publikum – es votierte mit einer Zweidrittelmehrheit für ihn! – im Halbfinale des Wettbewerbs „Golos – Stimme“ und steht nach diesem Erfolg nun Anfang schon in den nächsten Tagen im Halbfinale der Show.

Timofej Kopylow

„Die Geburt eines gigantischen Künstlers“ nannte einer der Juroren den Auftritt des Sängers, dessen überragendes Talent der Blog schon seit einiger Zeit aufmerksam verfolgt – https://is.gd/tMDmpg -, zumal Timofej Kopylow auch ein „Kind der Partnerschaft“ ist und bereits als Jugendlicher in den 90er Jahren Erlangen kennenlernte. Seine kraftvoll-hymnische Version des schon vielfach gecoverten Hits schreibt vielleicht noch nicht Musikgeschichte, sichert dem Interpreten aber bestimmt einen enthusiastischen Eintrag in den russischen Pop-Annalen, würde auf jeder internationalen Bühne reüssieren und macht berechtigte Hoffnung auf einen Sieg beim Halbfinale des russischen Sängerwettstreits.

Aber trauen Sie lieber den eigenen Ohren und Augen unter: https://is.gd/d7Wek1 und stellen Sie dann den Vergleich mit dem Original von Wiktor Zoj an, der 1990, erst 28jährig, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam: https://is.gd/6op7RT

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Beginnen wir mit den erfreulichen Nachrichten. In gerade einmal sieben Tagen hat das Kammerensemble der Philharmonie Wladimir neun Konzerte zwischen Erlangen und Starnberg gegeben, die musikalischen Einlagen und Ständchen gar nicht mitgerechnet.

Alexander Schaposchnikow, Igor Besotosnyj, Susanne Lender-Cassens, Olga Besotosnaja und Sergej Nefjodow

Eine Leistung, die auch Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens zu würdigen weiß, zumal das Trio, unterstützt von Sergej Nefjodow als Fahrer, nicht nur die 2.500 km von Wladimir bis Erlangen im eigenen Kleinbus zurücklegte, sondern auch all die Touren durch Franken bis nach Oberbayern selbst bewältigte. Trotz Getriebeschaden, der leider bei allen Bemühungen der Werkstatt von Adam Neidhardt nicht zu beheben war. Zu ausgefallen das Modell, zu selten schon das Baujahr. Nichts Passendes auf dem Ersatzteilmarkt. Wenn da nicht die WAB Kosbach, wo die Gäste auch untergebracht waren, mit einem Leihfahrzeug eingesprungen wäre, hätten die Konzerte wohl abgesagt werden müssen.

Zur ganz außergewöhnlichen Qualität des Trios wurde hier im Blog schon viel geschrieben. Aber glauben wird es ohnhin nur, wer das Ensemble mit seinen wirbelnden Läufen über die Saiten und Tasten auf der Bühne erlebt.

Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj, Alexander Schaposchnikow, Dorothee Lotsch und George Mills

Deshalb heute ein wenig Theorie: Sibylle Flepsen von der gastgebenden Kolpingfamilie Büchenbach hatte vor dem Konzert am Freitagabend im Gemeindesaal St. Xystus gefragt, was es denn mit den Instrumenten des Trios auf sich habe. Zunächst zum Bajan, dem slawischen chromatischen Knopfakkordeon, benannt nach einem russischen Minnesänger aus dem 11. Jahrhundert, das in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in Tula entwickelt und schon bald darauf von Pjotr Tschajkowskij mit einer eigenen Komposition, der „Suite charactéristique“, gewürdigt wurde. In seiner Klangfülle einer tragbaren Orgel gleich, stellt der Bajan höchste Ansprüche an den Musiker und ist aus russischen Orchestern nicht wegzudenken, zumal viele klassische Stücke gerade auf dieser Harmonika einen ganz eigenen Reiz gewinnen.

Gemeindesaal St. Xystus

Bekannter ist dann im Westen schon die dreisaitige Balalaika mit ihrem dreieckigen Korpus, ein Lauteninstrument, das vielen als die Stimme der russischen Seele gilt, urkundlich erstmals im späteren 17. Jahrhundert und immer wieder verboten, weil fahrende Spielleute damit gern ihre Späße auf Kosten der Herrscher machten. Ähnlich wie auf der drei- oder viersaitigen Domra, der russischen Mandoline, die vom Zarenhof und Patriarchat wegen ihrer lästerlichen Klänge aus der Öffentlichkeit verbannt und erst Ende des 19. Jahrhunderts nach alten Vorlagen rekonstruiert wurde.

Erlanger Wunschbaum auf dem Waldweihnachtsmarkt

Kaum vorstellbar, welcher Art die Musik wohl war, die Fürsten und Bischöfe lieber hörten. Heute jedenfalls steht dieser Dreiklang aus Bajan, Balalaika und Domra für all das, was man überall auf der Welt an der russischen Musik schätzt, zumal es eine reiche Literatur von Werken gibt, eigens diesen, in Wladimir von dem Trio unterrichteten Instrumenten auf die Saiten und Knöpfe komponiert.

George Mills

Wie schon in den Vorjahren traten mit dem Kammerensemble auch Gastkünstler auf: George Mills, Leiter der „Sängergruppe Erlangen“ mit der Romanze „Ich liebte Sie“ nach einem Gedicht von Alexander Puschkin und den „Moskauer Nächten“.

Dorothee Lotsch

Und Dorothee Lotsch, die den oberbayrischen Teil der Tournee organisierte, mit ihren unverwechselbaren Interpretationen der unsterblichen Alexandra-Lieder „Schwarze Balalaika“ und „Those were the Days“.

Sergej Nefjodow, Ernst Stäblein, Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj und Alexander Schaposchnikow

Vorletzte Station dann am Nachmittag auf der Waldweihnacht in Erlangen mit Ernst Stäblein, bevor es in die Rehaklinik nach Herzogenaurach zum Abschlußkonzert und dann, noch in der Nacht und schwer bepackt mit Geschenken und Post für Wladimir, auf die Heimreise ging. Doch die – und damit zur unerfreuliche Nachricht – endete kurz nach Mitternacht bei Dresden mit einem nun endgültig defekten Getriebe. Wie es trotzdem weitergeht, wird der Tag zeigen.

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Eine doppelte Premiere war das gestern in der „Scheune“ der WAB-Kosbach im Erlanger Ortsteil Häusling. Christoph Reichert eröffnete zum ersten Mal in den gelungen restaurierten Räumen ein Konzert, und das Trio aus Wladimir machte mit dem Auftritt den Auftakt zu seiner einwöchigen Gastspielreise durch Franken und Oberbayern.

Christoph Reichert bei der Vorstellung des Trios

Und was für einen Auftakt! Man kennt ja das 1992 von Igor Besotosnyj gegründete Kammerensemble der Wladimirer Philharmonie, und doch überraschen die Gäste dann doch immer wieder damit, sich selbst zu übertreffen. Dieses Mal auf besondere Weise.

Igor Besotosnyj

Erstmals seit Jahren nämlich nicht in der Besetzung: Swetlana Besotosnaja. Der Vater verrät auch den Grund: Die Tochter ist in anderen Umständen. Und nun scheint es, als wolle das Trio beweisen, auch ohne die virtuose Geigerin das Publikum für sich gewinnen zu können.

Alexander Schaposchnikow

Spielerisch gelingt das, im wahrsten Sinne des Wortes, als hätten – im ersten Teil des Konzerts – Antonio Vivaldi, Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, Pjotr Tschajkowskij oder Dmitrij Schostakowitsch für Balalaika, Domra und Bajan komponiert. Ganz zu schweigen von Niccolò Paganini, den Igor Besotosnyj an seinem dreisaitigen Instrument interpretiert, als hätte er das Stück selbst komponiert.

Olga Besotosnaja

Aber auch Domra und Bajan, die häufig eher im musikalischen Schatten der Balalaika erklingen, bekommen nicht nur ihr Soloparts, sondern erspielen sich in dieser Formation ihre je ganz eigene Stimme, die ebenso für sich selbst trägt wie auch das harmonische Zusammenspiel prägt.

Leonhard Hirl

In der Pause zwischen dem klassischen und dem folkloristischen Teil des Konzerts dann eine anrührende Einlage. Den aus dem Publikum vorgebrachten Wunsch, eine russische Weihnachtsgeschichte vorzutragen, erfüllte Leonhard Hirl, Gründer der WAB Kosbach und Gastgeber des Trios, spontan mit dem Vortrag der Erzählung „Weihnachtsbrief“ von Anton Tschechow. Stimmig!

Russische Weihnacht

So sorgfältig das Repertoire zusammengestellt ist, so präsent und transparent wird jedes Stück – gleich ob aus der Klassik oder der Folklore – angestimmt. Und das, obwohl das Ensemble aus Wladimir erst am Morgen nach fast vierzigstündiger Fahrt durch Eis und Schnee im eigenen Tourbus in Erlangen eingetroffen ist – und prompt gleich bei der Ankunft eine Panne hatte: Die Kupplung ist wohl dahin und wird jetzt von Adam Neidhardt repariert, der schon so manches Fahrzeug aus der Partnerstadt wieder flott gemacht hat.

Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj und Alexander Schaposchnikow

Das dankbare Publikum entließ das Ensemble schließlich erst nach zwei Zugaben in die Gardrobe. Die Tournee des Trios, das zu Hause im großen Orchester spielt und am Institut für Kunst unterrichtet, hat also gut begonnen, und heute abend geht es in Adelsdorf schon weiter:

Igor Besotosnyj, Olga Besotosnaja und Alexander Schaposchnikow

Um 19.00 Uhr in der AWO / WAB, Fabrikstraße 1a, Adelsdorf; am Mittwoch, den 13. Dezember, um 19.00 Uhr in der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn, Wörnerweg 30; am Donnerstag, den 14. Dezember, um 19.00 Uhr im Klinikum Penzberg, Am Schloßbichl 7; am Freitag, den 15. Dezember, um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Xystus, Kolpingweg 16, Erlangen; am Samstag, den 16. Dezember, um 14.00 Uhr in der Kirche „Zur Heiligen Familie“ / Barmherzige Brüder, Eustachius-Kugler-Straße 1, Gremsdorf und am gleichen Tag um 19.00 Uhr im Klinikum Starnberg, Oßwaldstr. 1. Die Gastspielreise klingt aus am Sonntag, den 17. Dezember, um 14.00 Uhr auf der Waldweihnacht in Erlangen, Schloßplatz, und um 19.00 Uhr in der m&i-Fachklinik Herzogenaurach, In der Reuth 1. Überall bei freiem Eintritt mit der Bitte um Spenden.

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