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Archive for the ‘Jugend’ Category


Am Nachmittag dieses 16. Januars versammelten sich ca. zwölf Jugendliche im Euroklub, um meinen Vortrag über Wahrsagerei bzw. deutsche Traditionen zur persönlichen Jahresvorhersage zu hören. Also berichtete ich über Glückskekse, Marzipanschweinchen und Bleigießen. Um die Traditionen noch näherzubringen, hatte ich vorab Glückskekse gebastelt und einen kleinen Spruch auf Deutsch aufgeschrieben, der die Gruppe auf das Jahr „vorbereiten“ sollte. Eine Deutschstudentin übersetzte glücklicherweise alles auf Russisch. Das war also die erste Etappe der Vorhersage für 2019.

euroklub 2

Lou Schmalbrock und die Glückskekse

Als nächstes folgte Bleigießen, mit Kerzenwachs allerdings. Auf dem Boden breiteten wir ein Tuch aus und stellten darauf alle nötigen Utensilien, Wasserschüssel, eine Kerze, Löffel usw. Ich hatte das Gefühl, sie waren wirklich erstaunt und interessiert daran, das auszuprobieren. Also schmolzen wir Wachs und schütteten es ins Wasser. Dabei entstanden aber keine Formen wie beim Bleigießen, sondern das Wachs schwamm auf der Oberfläche des Wassers, was ebenfalls eine super Interpretationsgrundlage bildete. Der Auserwählte interpretierte dann die entstandene Form (alle anderen gaben Ideen und Vorschläge dazu, falls man sich nicht sicher war), und ich suchte in einer Liste die entsprechende Bedeutung, z.B. Kleeblatt – großes Liebesglück. Als ob das nicht schon genug wäre, führte Jelena Guskowa, die Leiterin des Euroklubs, dann noch alles weiter aus und erklärte den Brauch aus ihrer Sicht, damit auch jeder genau weiß, was ihn erwartet ;-).

Wahrsagen mit Lou Schmalbrock

Als letztes nahmen wir noch ein Buch auf Deutsch, und jeder durfte sich eine Seite und eine Zeile auswählen. Dieser Satz sollte ebenfalls das neue Jahr vorhersagen (eigentlich eine russische Tradition). Zum Glück wurde dies wieder von der Deutschstudentin übersetzt, und Jelena konnte jeder noch so abstrakten Wegbeschreibung einen Sinn abgewinnen. Das war echt lustig.

Der magische Kreis von Lou Schmalbrock

Insgesamt hat alles echt viel Spaß gemacht, und ich hoffe und denke, die Jugendlichen in irgendeinem Weg inspiriert zu haben, kreativ zu sein und herumzufantasieren.

Lou Schmalbrock

Mehr zu der Ehrenamtlichen aus Jena in Wladimir ist hier zu finden: https://is.gd/rmszSI

 

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So kann man sich die Bürgerpartnerschaft nur wünschen – mit einem Verein, der nicht nur etwas für den Austausch zwischen Erlangen und Wladimir tut, sondern der es auch trefflich versteht, darüber zu berichten, frei nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“!

Dieser Tage ging die Homepage https://nadjeschda-erlangen.de an den Start, ein Portal, das Informationen rund um die Aktivitäten des Fördervereins Nadjeschda bietet, der 2002 in Erlangen mit dem Ziel gegründet wurde, innerhalb der Städtepartnerschaft in Zusammenarbeit mit der Rosenkranzgemeinde zu Wladimir ökumenische Jugendbegegnungen zu unterstützen. Blogleser wissen es längst aus den vielen, über die Jahre verstreuten Reiseberichten der Jugendgruppen, aber nun soll die Homepage alles zusammenfassen, was den Förderverein im Innersten zusammenhält – mit den Rubriken „Aktuelles“, „Verein“, „Jugend“, „Aktiv werden“ und „Kontakt“ oder Links zu Projektpartnern sowie zum Homepageauftritt JADA Erlangen-Wladimir unter: https://is.gd/kcgWkA

Vieles, wenn nicht alles – auch auf der neuen Homepage – hängt nun davon ab, was weiter im Verein geschieht, der sich natürlich auch über neue Mitglieder freut. Schauen Sie zumindest einmal virtuell vorbei, vielleicht bekommen Sie ja Lust, selbst auch aktiv zu werden und die Zukunft des Austausches mitzugestalten. Добро пожаловать – Willkommen bei Nadjeschda!

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Auch dieses Jahr fand wieder ein Jugendaustausch zwischen Wladimir und Erlangen statt. Im August durften wir unsere russischen Freunde in Deutschland begrüßen, und Mitte September machten wir uns selbst auf die Reise in den Osten.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit ausfallenden Bahnverbindungen fanden sich 16 junge Erwachsene in München am Flughafen zusammen, um sich zum diesjährigen Abenteuer aufzumachen.

In Moskau angekommen, durften wir gleich unsere ersten russischen Gastgeber begrüßen, die uns halfen, uns in der Moskauer U-Bahn zurechtzufinden. Mit vereinten Kräften konnten wir am Abend müde, aber gut gelaunt den Rest unserer Gastgeber in Wladimir in die Arme schließen. Ein Wiedersehen wie von alten Freunden.

Die ersten Tage wohnten wir gemeinsam in dem Freizeitcamp Ladoga nahe Wladimir. Dort nutzten wir die gemeinsame Zeit, um durch ein Stadtspiel quer durch Wladimir Land und Leute besser kennenzulernen.Auch die folgenden Tage waren vom russischen Leitungsteam perfekt durchgeplant. Einige Highlights darunter: Schlittschuhlaufen, ein gemeinsames Fußballtraining unter professioneller Aufsicht, ein Besuch der Universität Wladimir und das gemeinsame Kochen eines russischen Festmahles. Auch eine spannende Diskussionsrunde mit einem orthodoxen Pfarrer war Teil unserer gemeinsamen Zeit.

Natürlich gab’s auch reichlich Zeit um miteinander zu diskutieren. So nahmen wir uns an einem Abend Zeit, um der Frage auf den Grund zu gehen: „Freundschaft zwischen Mann und Frau – geht das? Beziehungsweise welche Probleme bringt das mit sich?“

An einem anderen Tag durften wir ein russisches Sozialprojekt hautnah erleben. Zusammen mit der russischen Gruppe besuchten wir alte Menschen und halfen ihnen bei der täglichen Hausarbeit (Teppichklopfen, Fensterputzen, Saugen…) und hatten natürlich auch Zeit, einiges aus deren spannenden Leben zu erfahren.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch bei den Kosaken, einer Gruppe in der Tradition des russischen Reitervolks. Dort wurden wir in die hohe Kunst des Kampfes mit dem russischen Kurzschwert, dem Schaschka, eingeführt. Außerdem zeigte uns der Leiter dieser Gemeinschaft einige Trainingsspiele. Zu guter Letzt gab er uns eine Kostprobe seiner meisterhaften Reiterkunst. Kurz gesagt: Einmalig!

Doch dann kam der Programmpunkt, auf den alle gewartet hatten: Rent a German.

Dafür wurden wir aufgeteilt, um einen Tag in einer russischen Familie zu erleben. So durften sich einige im Quadfahren üben, andere sausten mit Buggys durchs Land. Einige russische Traditionen, wie das Anfertigen von Blumengestecken oder der Volkstanz, gab es zu bewundern. Andere gingen Angeln. Und einige durften eine Datscha (vergleichbar mit einem Schrebergarten) bestaunen. Jeder dieser Punkte endete mit einem phantastischen Essen. Ein brillanter Tag.

Um noch ein wenig mehr von Land und Leuten zu erforschen, ging es am siebten Tage mit dem Bus nach Murom und von dort aus etwas entlang der transsibirischen Eisenbahn nach Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan.

Durch diese geschichtsträchtige Stadt erhielten wir dank einer Unidozentin eine überaus spannende Stadtführung und durften einen kurzen Einblick in die lutherische Gemeinde erhaschen. Abends besuchten wir noch die Universität von Kasan. Dort hörten wir einen Vortrag inmitten des Studentenbundes. Danach hielt einer der Studenten ein überaus interessantes Referat über die Tataren, eine überwiegend muslimische Volksgruppe, namensgebend für Tatarstan.

Mit dem Nachtzug der Transsibirischen ging es dann nach Moskau. Dort hatten wir noch kurz Zeit, um den Roten Platz genauer zu erforschen. Nachdem alle Sehenswürdigkeiten ausgiebig bestaunt waren, hieß es auch schon wieder, schweren Herzens Abschied nehmen.

Doch eins ist sicher: Durch diesen Jugendaustausch sind Verbindungen und Freundschaften entstanden, die selbst diese Distanz nicht mindern können.

Jonas Zelkowicz

Mehr, sehr viel mehr Bilder zu diesem bemerkenswerten Austausch gibt es auf Facebook unter: https://is.gd/kcgWkA

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Was tun Sie, wenn Sie in der Fußgängerzone ein junger Mensch anlächelt und auf einem Schild „Free Hugs“, also kosenlose Umarmungen, anbietet? Manch einer schüttelt wohl nur den Kopf und geht weiter, andere aber nehmen das Angebot gerne an – und holen sich eine Umarmung für den Tag ab. So geschehen am vorvergangenen Donnerstag, als die deutsch-russische Gruppe vom Jugendaustausch zwischen Nadjeschda e.V. in Erlangen und der katholischen Gemeinde und Universität in Wladimir mit Schildern durch die Innenstadt zogen, um mit dem Angebot, Leute zu umarmen, ein positives Zeichen zu verschenken.

Elisabeth Preuß mit der deutsch-russischen Gruppe, gesehen von Georg Kaczmarek

Dabei ging die Gruppe erst sehr sektiererisch vor: Erst einmal verkündeten die Schilder, es würden nur „Katzenliebhaber“, „Bartträger“, „Vielleser“ oder „Fußballspieler“ umarmt – denn das waren die Gruppen, mit denen sich die Schildträger am meisten identifizieren konnten. Spalter! Warum nur die einen umarmen, aber nicht die anderen? Doch die Sektiererei war nur ein Anstoß, einmal umzudenken: Das Lied „Wind of Change“ singend, besserten die Umarmer schnell ihr Angebotsschild aus, auf dem nun „Free Hugs for Everyone“ zu lesen war. Denn, wie im Lied der Scorpions schon anklingt, wer sich erlaubt, anders zu denken, kann Unterschiede überwinden.

Elisabeth Preuß und Wolfgang Schneck mit der deutsch-russischen Gruppe vor der Hugenottenkirche, gesehen von Georg Kaczmarek

Auf dem Hugenottenplatz traf die Gruppe schließlich auf  Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, die die Gruppe willkommen hieß in Erlangen, das „offen aus Tradition“ diese Aktion begrüße, und die schließlich auch in das gemeinsame Singen von „Wind of Change“ einstimmte. Daß diese Zeichen wohl nicht verschwendet sind, konnte man auch bei dem kurzen Treffen merken, denn ein Herr mit etwas provokanten Thesen verteilte an die Gruppe Aufkleber zur Unterstützung der rechten Identitären Bewegung, was dankend abgelehnt wurde. Eine Umarmung wollte er nicht.

Jutta Schnabel

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Bereits Anfang Juni unternahm das Ehepaar Jürgen und Heidi Binder eine Reise nach Wladimir. Dazugeladen hatten die pensionierte Lehrerin und der Allgemeinarzt, in der Partnerstadt bestens vernetzt, auch den Medizinstudenten, Fabian Frank, dessen Bericht hier noch einmal nachzulesen ist https://is.gd/2h4ylO, sowie eine dreiköpfige Gruppe aus der Waldorfschule, die nun ebenfalls einen Blick zurück auf die Fahrt wirft:

Mauerbild an der Waldorfschule Wladimir

Vor dem Start nach Wladimir, stellte ich mir viele Fragen, darunter zum Beispiel: Wie werden wir uns verständigen? Was ist das für ein Kindergarten, in dem ich mein Praktikum absolvieren soll? Oder auch ganz generell: Wie ist die russische Kultur wirklich?…

Ich flog mit noch zwei weiteren Schülern, mit einer ehemaligen Lehrerin von uns, ihrem Mann und einem Medizinstudenten, der ebenfalls ein Praktikum zu absolvieren hatte.

Los ging es früh morgens in Erlangen am Busbahnhof zum Münchner Flughafen und von dort aus dann zum Flughafen nach Moskau. Von Moskau aus fuhren wir dann mit dem Zug und der Metro weiter nach Wladimir, wo wir am Bahnhof von unseren Gastfamilien in Empfang genommen wurden.

Zu diesem Zeitpunkt trennten wir uns dann und konnten den restlichen Abend mit unseren Gastfamilien verbringen. Doch das war der Aufregung nicht genug, denn früh morgens sollte es ja gleich weitergehen mit dem Start des Praktikums im Kindergarten. Dort sah ich dann auch meinen Mitschüler wieder, doch lange konnten wir uns nicht austauschen, denn wir waren in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Zunächst stellte man mich in der Gruppe, in der ich die nächsten zwei Wochen verbringen sollte, mit den Worten vor, ich spreche nicht viel bis gar kein Russisch und wir uns wohl im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen würden verständigen müssen.

Vormittags waren die Kinder immer in ihren Gruppen, konnten dort spielen, und es gab ein zweites Frühstück. Dort klappte es gut, sich mit den Kindern sowie Erziehern zu verständigen, denn meistens war es selbsterklärend, was ich gerade zu tun hatte: Puzzeln, Legobauen, Klatschspiele mit den Kindern oder den Erzieherinnen beim Aufräumen helfen. Dann am späten Vormittag ging es raus in den Garten. Dort hatte jede Gruppe einen eigenen Bereich zu spielen, der auch nicht besonders groß war, da es sehr viele Gruppen in diesem Kindergarten gibt. Dort machte ich dann mit den Kleinen Ballspiele, spielte mit ihnen Verstecken oder Fangen, wobei ich immer die Rolle des Fängers zu übernehmen hatte. Dann gab es Mittagessen und wieder eine Spielzeit, bis die Kinder abgeholt wurden. Insgesamt können die Kinder von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends im Kindergarten bleiben.

Mit der Zeit verstanden wir uns immer besser, und die Kinder fingen an, mir russische Wörter beizubringen, wohingegen ich im Gegenzug die Kinder von mir deutsche Wörter lernten. Insgesamt eine supertolle Erfahrung, und am Ende des Praktikums konnte meine Kindergartengruppe mich auf Deutsch verabschieden, und ich konnte dasselbe auf russisch tun. ♥

Es war wirklich eine sehr schöne Reise, gemixt aus Abenteuer, Praktikum und Ferien, einschließlich des Besuchs von Moskau. Dafür möchte ich mich bei allen ganz herzlich bedanken, die mir diese Erfahrung ermöglicht, bzw. mich auf der Reise begleitet oder auch beherbergt haben. Ich kann nur jedem empfehlen, auch solch eine Reise zu wagen und die russische Gastfreundschaft kennenzulernen und zu erleben.

Leonie Köppe

 

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Nach einem Vorabbericht, zu finden hier im Blog unter https://is.gd/HYC9RL, folgt nun ein ausführlicher Praktikumsbericht von Anna Schellenberger.

Ich studiere Architektur in Wladimir. Im Juni – Juli dieses Jahres fand mein erstes Kollegpraktikum statt. Schon im Winter kam von Peter Steger der Vorschlag, das Praktikum bei der Stadt Erlangen zu machen. Ich habe mich doll über diese Idee gefreut, denn ich war gerade auf der Suche nach einer passenden Stelle. Ich hatte Studenten aus anderen Kursen nach ihren ehemaligen Praktikumsstellen gefragt und wurde sehr enttäuscht: Die meisten Betriebe, die Praktika in Wladimir anbieten, haben keine Zeit, sich mit den Praktikanten zu beschäftigen, weshalb man bei dem Praktikum oft nichts zu tun hat.

Ganz anders bei mir: Mein Praktikum fand im Referat für Planen und Bauen statt. Ich war sehr aufgeregt an meinem ersten Praktikumstag. Es war spannend und gleichzeitig etwas ängstigend. Doch für die Angst blieb sehr schnell keine Zeit mehr. Ich erhielt gleich meine Projektaufgabe und konnte loslegen. Was blieb, war Spannung.

Anna Schellenberger und Sabine Kern

Meine Aufgabe war es, einen Bebauungsplan für ein Grundstück der Stadt Erlangen zu entwickeln. Da merkte ich erst einmal, wie verschieden die beiden Sachen sind, ein Projekt im College zu entwickeln und dafür danach einen passenden Ort zu finden oder sich gleich für eine bestimmte Stelle etwas einfallen zu lassen. Ich hatte auf die Umgebung, die verschiedensten Anschlüsse und das Klima zu achten. Ich hatte an die Menschen zu denken, die dort einmal leben werden. Dabei stellte ich mir das erste Mal die Frage, wie Deutsche überhaupt leben. Ganz merkte ich dabei, welche ganz anderen Werte die Deutschen als die Russen für ihr Zuhause zugrunde legen. Zum Beispiel ist der größte Raum in einer russischen Wohnung das Wohnzimmer, wo unbedingt so viel wie möglich Leute reinpassen müssen, denn hierher wird zu jeder großen Feier die ganze Verwandtschaft eingeladen. Im Gegensatz dazu hat der Deutsche eher ungern fremde Leute in seiner Wohnung. Also bleibt mehr Platz für das Schlafzimmer oder für die Küche über. Das gibt auch die Möglichkeit, Küche und Wohnzimmer in einen Raum unterzubringen. Beide Lebensweisen haben Vor- und Nachteile. Und von solchen Beispielen hatte ich sehr viele.

Mein Praktikumsleiter, zu dem ich mit jeder meiner Idee kam und der mir Vor- und Nachteile meiner Vorstellungen zeigte, half mir immer bereitwillig, meine Arbeit besser zu machen. Genau das hatte ich mir von meinem Praktikum gewünscht. Die Zeit in Erlangen zeigte mir deshalb deutlich, wie es auch anders geht, wie man auf jede Situation von verschiedenen Seiten schauen kann. Erlangen zeigte mit, wie sehr die Architektur von Menschen abhängt und wie viel sie für den Menschen bedeutet.

Während des Praktikums war ich nicht nur die ganze Zeit im Referat. Ich durfte auch in verschiedene Ämter reinschauen und die Arbeit dort verfolgen. So war ich zum Beispiel einen Tag im Bauaufsichtsamt und nahm bei einer Besprechung teil, wo an verschiedene Projekte Baugenehmigungen vergeben wurden. Schließlich durfte ich auch mein Projekt vorstellen. Und wieder merkte ich, wie hier auf ganz andere Dinge Wert gelegt wird. Hier wurden Dinge besprochen, an die in Wladimir zunächst keiner denkt – und umgekehrt.

Aber Architektur war nicht das einzige, was ich gelernt habe. Ich sah einen ganz starken Unterschied zwischen dem, wie Menschen in Deutschland und bei uns arbeiten. Und erst nach dem Vergleich konnte ich die Vorteile beider Seiten sehen. Ich habe viel für mein weiteres Leben gelernt, nicht nur im Bereich Architektur, sondern auch menschlich. Ich bin auch früher schon oft Menschen aus anderen Kulturen begegnet, doch erst bei so einer Arbeit habe ich klar die Unterschiede bemerkt.

Ich finde, dies ist das wichtigste Ziel einer solchen Städtepartnerschaft: nicht das offizielle Treffen von Politikern einmal im Jahr, sondern der Austausch von Menschen, damit alle, die Interesse daran haben, in ein ganz anderes Leben hineinschauen können. Das hilft, seine eigen Kultur zu verstehen.

Anna Schellenberger

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Vom 20. bis 29. September reist wieder eine Jugendgruppe aus dem Erzbistum Bamberg nach Wladimir. Ladoga, das „Basislager“, von wo aus Ausflüge in den russischen Alltag – bis nach Moskau – unternommen werden, befindet sich ganz in der Nähe der Partnerstadt und besteht aus kleinen Hütten, ideal geeignet für kleinere und größere Begegnungen. Und die sind gewollt, denn die deutschen Gäste verbringen die gesamte Zeit gemeinsam mit russischen Gleichaltrigen.

Ladoga

So wie die russischen Jugendlichen bei ihrem Besuch in Erlangen im August einen Tag in deutschen Familien verbringen werden, ist auch für Wladimir wieder die Aktion „Rent a German“ vorgesehen, um den Gästen Gelegenheit zu geben, Einblicke in die russische Lebensart zu gewinnen. Das endgültige Programm ist noch in Arbeit, aber anmelden kann man sich ja schon mal unter https://is.gd/M5lLRi zum Pauschalpreis von 350 Euro, wobei Mitglieder des Vereins Nadjeschda nur 315 Euro zu zahlen haben. Näheres unter: https://is.gd/Ufr58M

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