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Archive for the ‘Jugend’ Category


Liebe Leser des erlangenwladimir-Blogs, ich bin Mathilda Wenzel, 18 Jahre als und komme aus Saalfeld, in der Nähe von Jena. Vielleicht fragt sich der ein oder andere wie ich dazu komme, über mich etwas auf Peter Stegers Blog zu schreiben. Der Grund ist, seit August profitiere ich selbst in ganz besonderer Weise von der (hier immer so anschaulich beschriebenen) Verbindung zwischen Wladimir und den Städten Erlangen und Jena. Ich mache seit Mitte August einen Europäischen Freiwilligendienst in Wladimir. Dieses Programm wird nicht nur von der EU ermöglicht, sondern auch von der Eurowerksatt Jena und seiner Schwesterorganisation, dem Euroklub Wladimir, die das alles organisieren. Beide Einrichtungen haben sich auch auf dieser Website einen Namen gemacht, und ich möchte nun die Chance nutzen und an dieser Stelle etwas von den ersten Eindrücken mitteilen, die ich von diesem so  anderen und zugleich so schönen Land habe.

Mathilda Wenzel

Eigentlich wollte ich schon immer einmal nach Rußland. Nach den Gründen dafür gefragt, konnte ich nie eine richtige Antwort geben, zumal ich noch nicht einmal Russisch spreche. Deshalb haben meine Familie und Freunde mich auch eher für verrückt erklärt, als ich beschlossen habe, im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes, ein Jahr in Wladimir zu verbringen. Nach fast einer Woche hier würde ich sagen: Es ist vielleicht verrückt, aber vor allem interessant. Die Autofahrt von Moskau nach Wladimir bestätigte erst mal die gängigen Vorstellungen vom Land: auf der einen Seite Reichtum und Prunk in Moskaus Zentrum und den vielen goldkuppeligen Kirchen. Auf der anderen Seite Plattenbausiedlungen, bei denen manche Etagen aussehen, als würden sie bald zusammenbrechen. Oft hat man den Eindruck, als wäre das Geld, das bei der Instandhaltung der Wohnsiedlungen gespart wurde, für Blattgold und Kristallkreuze ausgegeben worden. Man muß allerdings zugeben, daß sich das für den Anblick der wunderschönen Kathedralen vielleicht gelohnt hat. Dank einigen netten Euroklub-Mitgliedern habe ich auch in Wladimir schon ein paar der architektonischen Meisterwerke besichtigt. Natürlich gibt es hier noch viel mehr, das ganz anders ist. Das Klischee der russischen Gastfreundschaft beispielsweise erweist sich als sehr wahr. Man wird zum Essen eingeladen, und alle helfen einem, den Weg zurück zum Wohnheim oder ins Zentrum zu finden. Das Studentenwohnheim ist zwar (natürlich) nicht wie in Deutschland, aber doch besser als erwartet. Nach ein paar Tagen weiß ich jetzt aber, daß der Satz „Es gibt keinen Plan“ hier wirklich wahr ist. Das meiste wird „später“ geregelt. Das ist zwar manchmal frustrierend, aber auch lustig. Von allen Stereotypen über das Land trifft der der russischen Gastfreundschaft am meisten zu. Auch wenn das Eingewöhnen natürlich schwer und alles sehr fremd ist, gibt es viele nette Menschen, die mir dabei helfen und Zeit investieren, damit ich mich wohlfühle.

Die obenstehenden Zeilen habe ich direkt fünf Tage nach meiner Ankunft geschrieben, sie spiegeln meinen allerersten Eindruck wieder. Nach über drei Wochen in Wladimir (die ziemlich schnell vergangen sind), bleibt derzeit vor allem ein sehr positives Gefühl. Ich freue mich auf die Arbeit im Euroklub, und auch der Alltag läßt sich etwas einfacher meistern, jetzt wo ich in der Stadt ein bißchen Orientierung gefunden habe. Wladimirs Zentrum ist wunderschön, und eigentlich ist allein der Anblick der Mariä-Entschlafens-Kathedrale ein Grund, hier zu sein. Inzwischen habe ich mich auch an den vielen Schwarztee gewöhnt und freue mich darauf, in den nächsten Wochen hoffentlich mit dem Russischlernen zu beginnen.

Mathilda Wenzel

Vom 17. bis 23. August fand in Wladimir das 16. internationale Treffen von jungen Künstlern, „Pleinair“ genannt, statt. Die diesjährige Zusammenkunft war dem Jahr des Umweltschutzes gewidmet. Hierzu fanden sich rund 400 Jugendliche aus dem ganzen Land und sieben weiteren Staaten zusammen. Die russischen Teilnehmer und die Jugendlichen aus Deutschland, Spanien, Slowenien, der Ukraine, aus Weißrußland, Usbekistan und Kasachstan trafen sich, um eine Woche lang zu zeichnen, die Umgebung zu erkunden und sich über Kunst auszutauschen. Hauptorganisator der Veranstaltung war die Organisation „Dom mira“ (auf deutsch „Haus des Friedens). Unterstützt wurde diese vom Euroklub Wladimir, der mit seinen Mitgliedern Jugendgruppen betreute, für einen reibungslosen Ablauf des Programms sorgte und übersetzte, kurz: mithalf um das Plenum auch in diesem Jahr wieder zu einem vollen Erfolg zu machen. Die internationalen, jungen und älteren Gäste besichtigten während ihres Aufenthaltes verschiedene Städte der Region und hatten reichlich Gelegenheit, ihren Impressionen auch künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Ehrengast des Treffens 2017 war der Pädagoge, Künstler und Professor Boris Nemenskij. Das Großereignis zur Förderung von jungen Künstlern und internationaler Zusammenarbeit im Bereich Jugend, fand am letzten Abend mit einem kulturellen Programm im Haus der Kultur seinen Abschluß. Es gab eine Vorstellung von traditionellen Tänzen und Gesängen, die sehr beeindruckend war. Anschließend wurden Urkunden an die Kinder und Jugendlichen verliehen (geordnet nach Altersklassen und Kategorie des jeweiligen Werks), die stolz in Empfang genommen wurden. Im Rückblick kann man sagen, daß auch das Plenum 2017 wieder großen Anklang bei den Jugendlichen aus verschiedenen Ländern fand und erneut bewies, wie einfach Völkerverständigung sein kann, wenn die junge Generation durch ein gemeinsames Interesse verbunden ist.

Jelena Guskowa und Mathilda Wenzel

Erster Schultag

Am 1. September waren wir in der Schule Nr. 2 zu Gast. Wir wollten den Schülern etwas über die Partnerschaft zwischen den Städten Jena und  Wladimir vermitteln und zugleich die Sache des Euroklubs an der Schule noch bekannter machen. Im kommenden Schuljahr wird, in Zusammenarbeit mit dem Euroklub, möglicherweise ein Austausch zwischen einer deutschen Schule und der Schule Nr. 2 organisiert. Nebenbei hatte ich die Möglichkeit, zu erleben, wie der erste Schultag hierzulande zelebriert wird. Während das nämlich in Deutschland, außer für die Erstklässler, einfach ein normaler Schultag ist, wird der Schulbeginn hier mit einigen Feierlichkeiten begangen. Es gab ein Programm mit verschiedenen Liedern und Tänzen, und einige Leute wurden ausgezeichnet. Am Ende sind alle Schüler klassenweise in die Schule gegangen. Im Unterricht haben wir schließlich in zwei neunten Klassen eine kurze Präsentation über Jena und den Jugendaustausch mit Wladimir gehalten. Meine Worte auf Deutsch wurden abwechselnd von Jelena und den Schülern (beziehungsweise jeweils von dem, der am Meisten verstanden hatte) ins Russische übersetzt. Auch wenn der Schultag in vielen Punkten so anders als in Deutschland verläuft, ist doch das Verhalten der Schüler im Unterricht überall dasselbe. Und so gab es natürlich auch hier die Klassenkasper und diejenigen, die echtes Interesse an Jena und den Aktivitäten des Euroklubs zeigten. Insgesamt war es ein sehr interessanter und schöner Vormittag, an dem wir sowohl den Euroklub etwas bekannter machen, als auch einen Einblick in den russischen Schulalltag gewinnen konnten.

Mathilda Wenzel

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In der diesjährigen Jugendbegegnung zwischen der Universität Wladimir, der Rosenkranzgemeinde Wladimir und der Nadjeschda-Jugend (früher BDKJ) ist die Hälfte der Zeit vorbei, die russische Gruppe ist wieder nach Wladimir zurückgekehrt, am Wochenende brechen die Erlanger Jugendlichen zum Gegenbesuch auf. Hier ein kurzer Bericht, was bisher geschah.

Es ist mal wieder September und somit Halbzeit unserer jährlichen Jugendbegegnung. Nächste Woche geht es für uns nach Wladimir, und im Gegenzug war die russische Gruppe Mitte August bei uns zu Besuch. Allerdings wohnten wir in einem Jugendhaus in Haag bei Geiselwind, das uns ausreichend Möglichkeiten vor Ort bot, um zusammen zu kochen, abends am Lagerfeuer zu sitzen oder spielerisch die Sprachbarriere zu überwinden. „Allerdings“, weil uns so eine Begegnungsstätte in Erlangen leider noch fehlt. Bevor es also los ging mit den Städtetrips, Museumsbesuchen oder dem Souvenirshoppen stand in den ersten zwei Tagen zuerst das gegenseitige Kennenlernen, Einrichten in der neuen Umgebung und eine Einführung in die bayrischen Sitten und Eßgewohnheiten auf dem Plan.

Auch für die nächsten Tage hatten wir in unserem Planungsteam, welches aus Jugendleitern verschiedener Erlanger Gemeinden besteht, ein abwechslungsreiches Programm für unsere Gäste zusammengestellt. Am Mittwoch ging es nach Nürnberg, wo wir das Dokuzentrum und den Gerichtsaal 600 besuchten und ein Stadtspiel durch das Zentrum veranstalteten.

Den folgenden Vormittag widmeten wir der Aufarbeitung der im Museum gewonnen Eindrücke und sprachen in kleinen Diskussionsgruppen über das Gesehene und die Wirkung, die die Geschehnisse auch viele Jahrzehnte später noch auf uns haben. Selbst wenn verständlicherweise bei dem ein oder anderen mal Tränen flossen und nicht jeder etwas dazu sagen wollte, sind solche Diskussionen für uns immer sehr wertvolle Momente, die uns menschlich näher bringen und als Gruppe zusammenschweißen.

Einem ähnlichen Aufbau folgten auch die kommenden Tage. So ging es später am Donnerstag nach Würzburg, wo wir zuerst die Innenstadt erkundeten und uns dann mit einem Mönch des Augustinerklosters trafen. Er erklärte uns nicht nur den umgestalteten Kirchenraum der Klosterkirche, in dem die Gemeinde im Mittelpunkt steht, er gab uns auch einen interessanten Einblick in die moderne karitative Arbeit des Klosters. Da unsere Austauschgruppe zu einem großen Teil aus Studenten der Philosophie und Religionswissenschaften besteht und moderne Kirchenkonzepte auch für unsere russischen katholischen Partner eher die Ausnahme darstellen, stieß diese Führung auf große Resonanz. Abends veranstalteten wir noch ein kleines Open-Air Kino auf der Terrasse und schauten gemeinsam einen deutschen Klassiker, „Knocking on Heavens Door“, den sich unsere Gäste gewünscht hatten, wobei wir die große Vorliebe russischer Mädels für Til Schweiger entdeckten.

Unterbrochen wurde die Zeit in Haag am Freitag traditionsgemäß durch unser Äktschen- & Relaxwochenende in der Fränkischen Schweiz, zu dem alle Wladimirfahrer, Ehemalige und Freunde des Austauschs dazukommen können, um ein wenig russische Luft zu schnuppern.

Wir luden also unsere Busse voll, um in Weidmannsgeseeß ein Lager für 40 Personen aufzubauen und das Freizeitangebot der Gegend auszuschöpfen. Los ging es mit einer Wanderung auf das Walberla und zur Vexierkapelle. Später wurden wir dann leider vom Regen überrascht, der uns zwang, den ersten Abend etwas zu improvisieren, was die erste erlebnispädagogische Einheit – „gemeinsam ein Lager wetterfest machen“ – nach sich zog. Am nächsten Morgen ging es für die unterschiedlichen Gruppen entweder Bogenschießen, Kajakfahren, in den Klettergarten oder Wandern. Wer danach noch nicht genug hatte, konnte in Pottenstein die Sommerrodelbahn runterdüsen. Kaputt aber glücklich trafen sich alle zum Abendessen wieder, und da das gute Wetter anhielt, konnten wir, wie geplant, grillen und den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen. Am nächsten Tag wurden die Zelte wieder eingeschmissen, und nach einem kurzen Abstecher nach Gößweinstein, ging es zurück nach Haag.

Montags machten wir uns dann endlich auf nach Erlangen. Vormittags empfing uns Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und hieß unsere Gäste herzlich in der Partnerstadt willkommen. Nach einer Tour durch die Innenstadt gab es Mittagessen auf dem Entlaskeller, zu dem auch die „Altmitglieder“ von Nadjeschda eingeladen waren, um die Gruppe kennenzulernen.

Danach stand „Rent-a-Russian“ auf dem Plan. Darunter kann man sich erstmal wenig vorstellen und es war ursprünglich nur als Arbeitstitel angedacht, der sich aber recht schnell eingebürgert hat. Eingeführt haben wir diesen Programmpunkt als Ersatz für das Leben in Gastfamilien, und er ermöglicht ein Reinschnuppern in den ganz normalen Alltag, in Freizeitgestaltung, Studentenleben, Arbeit und Familienleben unserer Deutschen.

Die Gastgeber haben sich auch dieses Jahr wieder tolle Aktionen einfallen lassen und spannende Erlebnisse möglich gemacht – während die einen mit ihren Leuten zum Bouldern und Picknicken gingen, machten andere einen Ausflug nach Regensburg in ihre Studenten-WG, wieder andere führten ihre Gäste in die Arbeit im Walderlebniszentrum oder ihr Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr ein. Respekt und Dank für diese kreativen und gastfreundlichen Einladungen!

Am nächsten Morgen war dann auch unsere Zeit in Haag vorüber, und es ging ab in die Hauptstadt – diesmal nicht die bayrische, sondern die deutsche. Unterwegs machten wir noch zwei Zwischenstops in Bamberg und Coburg, wo wir uns die Landesaustellung zur Reformation auf der Veste anschauten. Den restlichen Tag verbrachten wir dann on the road und kamen nachts in unserem Hostel in Berlin an.

Da wir inzwischen versuchen, standardisierte Stadtführungen zu vermeiden, wurde am Mittwochmorgen die Zeit zurückgedreht, und unsere Teilnehmer verfolgten in einem an „Mr. X“ angelehnten Stadtspiel Spione des Westens oder Ostens durch die Stadt . Danach ging es in Kleingruppen je nach Wahl entweder in eine Ausstellung zur Geschichte Berlins, ins Spionagemuseum oder Aquarium. Die Krönung des Tages war ein Besuch des Fernsehturms, von wo aus man die Stadt nochmal aus einer ganz anderen Perspektive erkunden konnte.

Nachdem wir uns am ersten Tag eher scherzhaft mit der deutsch-deutschen Teilung auseinandergesetzt hatten, wurde es am letzten Tag nochmal ernst, und wir besuchten die Gedenkstätte Berliner Mauer. Auch wenn man heute nur noch ein paar wenige Überreste der Mauer besichtigen konnte, schuf die Ausstellung und Führung einen eindrucksvollen Überblick.

Leider war damit aber auch das offizielle Programm unseres Austauschs zu Ende, und es blieben uns nur noch ein paar Stunden für ein letztes gemeinsames Abendessen, um die Woche Revue passieren zu lassen. Die Zeit ging mal wieder viel zu schnell vorbei, doch zum Glück fällt einem der Abschied immer nur halb so schwer, wenn man sich noch auf Teil zwei des Austausches freuen kann. So warten wir gespannt, was unsere russischen Freunde für uns planen!

Sabrina Pfau

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Dieses Jahr geht unsere deutsch-russische Freundschaft mit der Organisation „Retter“ aus Wladimir in die vierte Runde. In Zusammenarbeit mit der Bergwacht Erlangen übernahmen wir in diesem Jahr die Organisation für die fünfköpfige Gruppe aus der Partnerstadt.

Bereits seit 2013 unterhält die DLRG Jugend des OV Erlangen einen Austausch mit der Organisation „Retter“.  2011 gründete sich in Wladimir auf ehrenamtlicher Basis dieser Verband, zusammengeführt von der Idee, in Not geratenen Menschen zu helfen: zu Land, zu Wasser, im Gebirge, bei technischen Unfällen, Naturkatastrophen oder Bränden. Aus dem anfangs kleinen Häuflein ist heute eine fünfundzwanzigköpfige Gruppe mit hauptamtlichen Allroundern geworden.

Unser Programm mit der diesjährigen Delegation begann am Donnerstag, den 14. September, abends bei der DLRG Erlangen mit einem Besuch beim Jugend- und Ausbildungstraining, wo wir auch über die Unterschiede in der Schwimmausbildung sprachen und gemeinsam einige Übungen durchführten.

Am Freitag zeigten die Jugendlichen der DLRG Erlangen bei einer kleinen Führung für die russische Delegation unsere wunderschöne Hugenottenstadt und aßen mit den Gästen ordentlich fränkisch zu Mittag. Anschließend fuhren wir zur Wache des ASB Erlangen, um uns dort einen Vortrag über den Katastrophenschutz in Deutschland anzuhören. Danach durften wir einige besondere Katastrophenschutzfahrzeuge besichtigen und das Gehörte in der Praxis sehen. Unser Dank geht hierfür an die Kameraden der ASB Erlangen und des Landesverbandes Bayern des ASB.

Stefanie Haberl und Susanne Lender-Cassens mit den Gästen

Bevor wir den Gästen ein wenig Freizeit gönnten, wurden wir zum offiziellen Empfang im Rathaus geladen, wo wir Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens unseren Austausch näherbrachten und unsere Gäste offiziell vorstellten.

Am Samstag fuhr unsere russische Delegation mitsamt Dolmetscher in die Fränkische Schweiz, um die Bergwacht Erlangen bei einer ihrer jährlichen Helikopterübungen zu begleiten. Nach dem Mittagessen ging es auf die eigentliche Wachstation der Bergwacht Erlangen, wo die Fahrzeuge und Materialien vorgestellt wurden.

Am Sonntag machten sich zum Abschluß der Begegnung die Jugendlichen der DLRG OV Erlangen mit einigen Mitgliedern der Bergwacht und natürlich der russischen Delegation auf den Weg nach Bad Tölz zum Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht Bayern, um einer Helikopter-Abseil-Übung zu erleben. Nach einer ausführlichen Begehung der Örtlichkeiten und einer kleinen Einführung wurden wir Zeugen einer Rettung aus dem Wasser mit dem Hubschrauber. Mit einem anschließenden Mittagessen und der Rückfahrt wurde die Maßnahme – völlig groggy, aber glücklich – beendet.  Wir freuen uns auf weitere Begegnungen mit den „Rettern“ und hoffen, diese Freundschaft noch lange pflegen zu können.

Stefanie Haberl

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2011 gründete sich in Wladimir auf ehrenamtlicher Basis die Organisation „Retter“, zusammengeführt von der Idee, in Not geratenen Menschen zu helfen: zu Land, zu Wasser, im Gebirge, bei technischen Unfällen, Naturkatastrophen oder Bränden. Aus dem anfangs kleinen Häuflein ist heute eine fünfundzwanzigköpfige Gruppe mit hauptamtlichen Allroundern geworden, die bereits 2013 Kontakt zu Erlangen aufnahm und ein Jahr später zum Gegenbesuch einlud. Damals stand der Rettungseinsatz auf und unter dem Wasser im Vordergrund. Dieses Mal interessieren sich die Gäste hauptsächlich dafür, wie hierzulande die Bergwacht arbeitet.

Susanne Lender-Cassens und die Retter-Gruppe aus Wladimir mit Organisatorin Stefanie Haberl, DLRG, ganz links im Bild

Beim Empfang im Rathaus mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens drehte sich denn auch das Gespräch ganz um die Berge: Heute ist die fünfköpfige Gruppe mit der Bergwacht des BRK Erlangen-Höchstadt in der Fränkischen Schweiz unterwegs, und morgen geht es nach Bad Tölz, wo sogar Rettungseinsätze mit dem Hubschrauber auf dem Programm stehen. Thema wird aber sicher auch sein, wo die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme liegen: beim deutschen Ansatz, all die Rettungsaufgaben in großen Teilen ehrenamtlichen Kräften zu übertragen, und beim russischen Modell, wo diese Aufgaben dem Staat obliegen, unterstützt von Organsiationen wie „Retter“ und ihren professionellen Alleskönnern. Jedenfalls noch viel Stoff auch für den künftigen Austausch von Erfahrungen für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, das BRK und die Freunde aus Wladimir.

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Normalerweise endet ein Empfang für Gäste aus den Partnerstädten nach spätestens einer halben Stunde. Ganz anders gestern vormittag, als Elisabeth Preuß die 20 jungen Gäste des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im 14. Stock des Rathauses begrüßte. Erst nach fast einer Stunde ging man auseinander und das auch nur, weil die Bürgermeisterin einen Anschlußtermin wahrzunehmen hatte, andernfalls das Treffen noch lange gedauert hätte – bei all den Fragen von der Flüchtlingsthematik bis hin zu Studienmöglichkeiten an der FAU aus der Gruppe. „Das hat jetzt richtig Spaß gemacht, bei so viel Interesse“, bedauerte denn auch Elisabeth Preuß das erzwungene Ende der Begegnung mit den Jugendlichen aus der Rosenkranzgemeinde, der orthodoxen Diözese und der Universität von Wladimir.

Elisabeth Preuß und die gemischte deutsch-russische Gruppe des BDKJ

 

Auch Jutta Schnabel und ihr Orga-Team sind zufrieden mit der Gruppe, die jetzt schon seit einer Woche in einem Begegnungshaus in der Nähe von Geiselwind – in Erlangen fehlt leider eine derartige Einrichtung – ihr umfangreiches Programm abarbeitet und morgen noch für zwei Tage nach Berlin reisen wird, von wo aus man schließlich die Rückreise nach Wladimir antritt. „Der Kreis wird größer“, freut sich denn auch Jutta Schnabel über das wachsende Interesse auf beiden Seiten an dem Austausch, der ja schon im September mit einem Gegenbesuch in der russischen Partnerstadt seine Fortsetzung findet.

Eine Fortsetzung ist übrigens auch für diesen ersten Bericht versprochen. Vorfreude darf da schon mal aufkommen.

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Vom 4. bis 11. Juli hatte der Euroklub in Wladimir wieder einmal Besuch aus Jena. Exklusiv für den Blog berichtet Jelena Guskowa, die Leiterin der Jugendorganisation, über die Begegnung:

Im Rahmen des Austauschprogramms „Partnerschaft ist unsere Zukunft“ hatten wir 14 Gäste der UAG gGmbH im Alter von 15 bis 21 Jahren zu Besuch, die mit Jugendlichen aus vier hiesigen Schulen und unserer Universität sowie mit Wladimirer Lehrkräften zusammentrafen. Ziel der Begegnungen ist die Schaffung einer langfristigen Zusammenarbeit von jungen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen mittels kreativer Aktivitäten und einer zivilgesellschaftlich ausgerichteten seelisch-moralischen Erziehung durch das wechselseitige Kennenlernen der jeweils anderen Traditionen, kulturellen Werte und sozialen Erfahrungen, die im unmittelbaren gemeinsamen Schaffen und Wirken an sozial relevanten Arbeitsstellungen erlebbar werden.

Für Jugendliche gewinnt diese Form des internationalen Austausches eine besondere Bedeutung. Sie gewinnen so interkulturelle Erfahrung. Bereits früher durchgeführte Begegnungen halfen, das eigene Denken zu verändern, zu verstehen, daß sich das Leben nicht in alltäglichen Problemen erschöpft, sondern reich wird durch die Verständigung mit anderen und den Versuch, innere und äußere Konflikte beizulegen, indem sie gemeinsam etwas mit Altersgenossen aus einem anderen Land unternehmen. So entwickeln sie nicht nur Verständnis für kulturelle Unterschiede, sondern sie lernen auch, aktiv an der Gestaltung der eigenen Gesellschaft mitzuwirken.

Um den Zusammenhalt zu stärken entwickeln die Jugendlichen eigene Aktivitäten, wie ein Graffitiprojekt an der Universität, einen Flashmob unter dem Motto „Tut euch zusammen“ oder eine Schnitzeljagd durch die Altstadt von Wladimir – Zielpunkt das Kirschenskulptur – mit vielen Fragen und Aufgaben, die zu beantworten und zu lösen waren. Aber auch Sport und Gesundheit gehörten zu den Themen, weshalb die Gruppe am „Fahrradsommer“ in Susdal teilnahm. Und schließlich gehört zu so einem Unternehmen auch ein Abstecher nach Moskau, auf den Roten Platz.

Diese gemeinsamen Projekte helfen dabei, freundschaftliche Beziehungen zwischen Jugendlichen unserer Länder aufzubauen, sie sind das beste Mittel dazu, auf informellem Wege die politischen Meinungsverschiedenheiten zu überwinden, Fremdsprachen zu lernen und offen und aktiv das eigene Leben in Zeiten der Globalisierung erfolgreich zu gestalten.

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Beim gestrigen Ehrenamtsempfang der Erzdiözese Bamberg im Festsaal des Bistumshauses St. Otto wurden auch der Verein „Nadjeschda“ und das „Wladimir-Team“ des Bundes der Katholischen Jugend Erlangen ausgezeichnet. Leser des Blogs werden wissen warum, aber es in einer Laudatio zu vernehmen, hat natürlich ein ganz eigenes Gewicht. Deshalb hier im Wortlaut:

Seit 2002 besteht der Verein „Nadjeschda“ (Hoffnung“). Ziel des Vereins war es von Anfang an, im Sinne der Völkerverständigung innerhalb der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir für das Dekanat Erlangen kirchliche Aktivitäten auf ehrenamtlicher Basis anzuschieben, zu koordinieren und zu stärken. Die Arbeit im Verein wird ehrenamtlich geleistet. 2002 waren es 20 Aktive, inzwischen sind es 32.

Auszeichnung von Nadjeschda und Wladimir-Team des BDKJ durch Erzbischof Ludwig Schick an die Gaststudentin aus Wladimir, Wiktoria Medwedjewa, und die Vorstandsmitglieder, Jutta Schnabel und Hannelore Röthlingshöfer

Ein wichtiges Ziel des Vereins war und ist es, die Jugendbegegnungen des katholischen Dekanats Erlangen mit Mitgliedern der katholischen Rosenkranzgemeinde in Wladimir zu unterstützen und die ökumenische Jugendarbeit in Wladimir zu fördern. So konnte auch das gute ökumenische Klima zwischen der katholischen Rosenkranzgemeinde und der örtlichen Othodoxie gefestigt werden.

Innenhof des Bistumshauses

Durch Kollekten im Dekanat, Verkäufe auf einem Weihnachtsmarkt, Spenden und Mitgliedsbeiträge hat der Verein erhebliche Mittel gesammelt, um den Jugendaustausch zu unterstützen und die Jugendarbeit in der Rosenkranzgemeinde von Wladimir sicherzustellen. Für ein geplantes Jugend- und Kulturzentrum konnte der Verein so insgesamt die stolze Summe von 65.000 Euro zusammenbekommen. Zusätzlich sind mehrere Tausend Euro in die Rosenkranzgemeinde Wladimir gegangen.

Hannelore Röthlingshöfer, Wiktoria Medwedjewa, Lena Mörsberger, Jutta Schnabel, Helmut Röthlingshöfer, Udo Zettelmaier, Georg Kaczmarek, Michael Kleiner und Dekan Josef Dobeneck mit Erzbischof Ludwig Schick

Neben der finanziellen Unterstützung der Partner in Wladimir ist interkulturelles Lernen und die Förderung des Verständnisses für kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede ein wichtiges Ziel des Jugendaustausches mit Wladimir. Dabei setzen sich die Teilnehmer aktiv mit der Kultur, Geschichte und Politik des jeweils anderen Landes auseinander, lernen sich aber vor allem auch gegenseitig auf persönlicher Ebene kennen, sowohl durch Gespräche als auch gemeinsame Aktivitäten.

Danke dem Verein „Nadjeschda“, besonders auch für seine praktizierte Ökumene!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen liegt auch ein neues Faltblatt vor, das über die Aktivitäten des Vereins informiert – und für einen Eintritt wirbt zu einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von mindestens 15 Euro. Anmeldungen erbeten unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de

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