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Archive for the ‘Jugend’ Category


Worum es geht beim Jugendaustausch mit Wladimir, erklärt der BDKJ in einem neuen Faltblatt. Da Deutsche und Russen „anders ticken“, ist der Besuch von Schauplätzen der gemeinsamen Geschichte ebenso vorgesehen wie der von sozialen Einrichtungen und natürlich kirchlichen Institutionen. Vor allem aber seien „die Abende am Lagerfeuer und in der russischen Banja (Sauna)“ wichtig – „oder Tage zusammen im Klettergarten und auf der russischen Datscha (Wochenendhaus) zu verbringen“. Denn daraus entstehen Freundschaften, „die diese Begegnungen über Jahre weitertragen“.

Die nächsten Gelegenheiten rücken schon näher: Vom 14. bis 24. August kommt eine Jugendgruppe aus Wladimir nach Erlangen, und der Gegenbesuch ist für die Zeit vom 30. September bis 9. Oktober geplant. Wer auf deutscher Seite Interesse an einer Teilnahme hat, kann am 17. Juni um 19.00 Uhr zu einem Kennenlern-Treff beim „traditionellen russischen Schaschlik (und Gemüse) im Jugendbüro“ kommen und mehr Informationen erhalten. Eine konfessionelle Bindung ist übrigens nicht erforderlich, zumal russischerseits drei Partner beteiligt sind: die katholische Rosenkranzgemeinde, die orthodoxe Erzdiözese sowie die Universität mit Studenten vor allem aus den Bereichen Philosophie, Sozial- und Religionswissenschaften.

Mehr unter: http://www.bdkj-erlangen.de und bei Facebook JADA Erlangen-Wladimir

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„Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterläßt und nicht nur Staub.“ Diese Worte richtet Thomas Grund („Kaktus“), der ehemalige Sozialarbeiter von Streetwork Jena Winzerla, in seinem Bildband an alle, die seit 2004 eine langjährige Tradition des Jugendaustauschs „Mix-Tour“ zwischen Jena und Wladimir unterstützt und bereichert haben. Seine letzte Mix-Tour mit der Rockband „Carpe Noctem“ fand in Wladimir 2014 statt (s. Blogeintrag: https://is.gd/g8lKaV). Nach zweijähriger Pause und trotz vieler Schwierigkeiten überstand der Jugendaustausch seine schweren Zeiten! Schon 2015 übernahm dann die „Eurowerkstatt Jena“ die Trägerschaft über die Mix-Tour und begrüßte die Gäste in Jena.

Bildband von Thomas Grund

Zum Gegenbesuch kam es nun vom 13. bis 24. April 2017. Die achtköpfige Schülergruppe aus Jena unter Leitung von Ricarda Ullmann und Anna Kulakowa erlebte einen herzlichen Empfang in Wladimir. Vielfältige Programmschwerpunkte und spannende Veranstaltungen wurden vom Euroklub Wladimir organisiert, und die deutschen Jugendlichen waren in freundlichen Gastfamilien untergebracht: eine tolle Gelegenheit, russische Kultur und u.a. Ostertraditionen „von innen“ kennenzulernen.

Gruppenbild in Susdal

Die Besucher aus Jena waren von der Gastfreundschaft ihrer russischen Partner einfach fasziniert. Nicht nur das großartige Essen, sondern auch der extra von den russischen Jugendlichen auf Deutsch vorbereitete Rundgang zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt waren nicht selbstverständlich. Auch im gemeinsamen Treffpunkt Euroklub hatten alle immer wieder eine schöne Zeit mit Tee und Kuchen.

Zu Gast im Euroklub Wladimir

Auch gelang es, den deutschen Gästen einen ausführlichen Überblick über das russische Bildungssystem zu vermitteln. Am Pädagogischen Institut organisierten die Dozentin Karina Drosd und die Professorin Irina Plaxina vom Lehrstuhl Pädagogik eine gemeinsame Projektarbeit mit Studenten der Fakultät für Fremdsprachen zum Thema „Wege der Zukunft“. Die jungen Menschen setzten sich mit Begriffen wie „Freiheit“, „Familie“, „Sport“, „Musik“, „Freundschaft“ auseinander und stellten ihre Ergebnisse in Form von kreativ gestalteten Plakaten vor.

Gemeinsam gestaltete Plakate

Die Delegation aus Jena hatte auch Gelegenheit, den schulischen Alltag vor Ort zu erleben. So öffnete die Schule Nr. 15 gastfreundlich ihre Pforten. Deutsche und russische Schüler kamen miteinander ins Gespräch und knüpften neue Kontakte. Im Laufe der Woche besuchten die deutschen Jugendlichen auch noch die Schule Nr. 25, und in der Schule Nr. 36 fand ein gemeinsames Volleyballspiel statt.

Zu Gast in der Schule Nr. 15

Zwei unvergeßliche Tage verbrachten die deutschen Gäste in Susdal. Die Leiterin des Susdaler Euroklubs, Olga Kostina, organisierte eine wunderbare Führung durch den Kreml sowie ins Museum für Holzbaukunst und Brauchtum.

Im Kreml von Susdal

Die Pracht der Muttergottes-Geburts-Kathedrale mit ihren Sakralschätzen und die architektonischen Besonderheiten der Kirchen haben einen starken Eindruck auf die jungen Gäste hinterlassen.

Im Euroklub Susdal

Besonders spannend war der Ausflug ins Department der Kunstwissenschaften der Staatlichen Universität von Sankt-Petersburg, wo Restauratoren in neun verschiedenen Richtungen ausgebildet werden. Die Studenten erzählten den begeisterten Gästen über interessante Spezifika ihres Studiengangs und zeigten zahlreiche Kunstwerke – wie etwa eine alte Ikone oder einen polnischer Säbel -, die gründlich restauriert werden müssen.

Gruppenbild mit Euroklub

Universitätsbesuch in Susdal

Seinen Höhepunkt erreichte der Jugendaustausch mit dem 20jährigen Jubiläum des Euroklubs. Das feierliche Konzert und das landeskundliche Spiel fanden am 18. April im Kulturhaus „ODRI“ statt, an dem Spiel „Traditionen Deutschlands und Rußlands“ beteiligten sich sowohl Mannschaften der Wladimirer Region als auch die deutschen Gäste. Man übte das Übersetzen deutscher Sprichwörter, präsentierte Volkstänze und analysierte historische Epochen beider Länder. Die Ergebnisse des Spiels machten deutlich, beide Nationen haben viel Gemeinsamens in der Sprache und kulturellen Traditionen.

Im Museum für Holzbaukunst Susdal

Elf Tage lang dokumentierten die deutschen und russischen Jugendlichen ihre Eindrücke von der Begegnung. Sie machten Bilder und Videos, Grundlage für ihren ersten Film, der 2018 nach dem Gegenbesuch der russischen Freunde erstellt werden soll. Ein rundum gelungener Austausch, mit vielen neuen und tollen Erfahrungen.

Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Deutsch-Russicher Jugendaustausch, der Stadt Jena, die Stadt Wladimir und die ECO Stiftung Jena. Vielen Dank an die Geldgeber!

Anna Kulakowa

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Es ist genau einen Monat her, daß eine Jugendleitergruppe des BDKJ Erlangen in der Partnerstadt war, um die Begegnungen für dieses Jahr vorzubereiten. Projektpartner ist dabei neben der Rosenkranzgemeinde und der russisch-orthodoxen Diözese auch die Universität Wladimir. Wie wichtig sie diese Zusammenarbeit nimmt, zeigt u.a. folgende Meldung auf der Homepage der Hochschule:

Am 13. und 14. März fanden an der Staatlichen Universität Wladimir zwei internationale Seminare statt, an denen sich eine Delegation aus Erlangen (Deutschland), unsere Partnerstadt, beteiligte. Gemeinsam mit Studenten des Instituts für Geisteswissenschaften lernten die deutschen Jugendlichen, wie man den Jugendaustausch zwischen unseren Ländern am besten organisiert, die Sprachbarriere überwindet und eine angenehme Atmosphäre der interkulturellen Interaktion schafft. Die Teilnehmer tauschten nicht nur Erfahrungen aus, besprachen nicht nur die Vorteile und Unzulänglichkeiten verschiedener Methoden der Durchführung von internationalen Jugendbegegnungen, sondern sie versuchten sich auch als Organisatoren und Programmverantwortliche des diesjährigen Austausches. Die Ergebnisse der Seminare wurden dann bei einem Treffen mit dem Leiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaften, Jewgenij Arinin, und dem Universitätsgeistlichen, P. Warfolomej, vorgestellt und im Detail besprochen.

Das Projekt des Lehrstuhls zur Umsetzung des Vertrags über die Zusammenarbeit mit dem Erlanger Bund der Deutsche Katholischen Jugend wird fortgesetzt. Jedes Jahr kommt es auf der Grundlage der Vereinbarung zum Jugendaustausch, der ein großes Spektrum von Interaktion zwischen unseren Ländern beinhaltet: eintauchen in die Kultur beider Länder, gemeinsam des Zweiten Weltkriegs gedenken, soziale Arbeit zusammen leisten und vieles mehr.

Als Hauptthema für das Jahr 2017 wurde „Verständigung“ gewählt. Die Organisatoren formulierten es so: „Priwet – Hallo – Kommunikation im internationalen Jugendaustausch“.

Jetzt dürfen wir gespannt sein, was nach der Begrüßung so alles gesagt wird. Und hier geht es zur Seite der Universität Wladimir: https://is.gd/zmqWhd

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Das Jahr hat gerade erst begonnen, aber schon in den ersten vier Monaten kamen jede Menge Jugendliche aus Wladimir nach Jena. Der Euro-Klub in der Partnerstadt setzt seine Tradition fort und bietet Schülern und Studenten landeskundliche Reisen durch Europa an. Im Januar und Februar besuchten in diesem Rahmen aus Wladimir mehr als einhundert junge Leute Jena. Der Zwischenhalt an der Saale per Reisebus gehört für jede Euro-Klub-Gruppe schon zum festen Programm – nicht nur mit einem Stadtrundgang in Begleitung der Freiwilligen vom Euro-Werkstatt Jena e.V., sondern auch mit einem Besuch der Jugendzentren und einer Diskussion mit Gleichaltrigen zu aktuellen Themen.

Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Anna Sjakina, Angelina Muchina und Galina SamarajewaEine große Rolle dabei spielen die Pädagogen und Mitarbeiter vom Wladimirer Euro-Klub sowie dessen Partnerorganisationen in Jena, die Euro-Werkstatt und die ÜAG Jena gGmbH.

Im Botanischen Garten Jena

Am Mittwoch ist wieder ein Wochenprogramm des berufsorientierten Jugendaustausches zwischen dem Euro-Klub mit Jelena Guskowa und der ÜAG mit Elke Kerber zu Ende gegangen. Begleitet wurde die russische Gruppe von zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen des Klubs, Galina Samarajewa, Englischdozentin an der Universität Wladimir, und Anna Sjakina, stellvertretende pädagogische Leiterin der Schule Nr. 2 und Deutschlehrerin. Das Programm war übervoll mit täglich neuen Eindrücken! Unter anderem band man die russischen Jugendlichen aktiv in die journalistische Arbeit ein, viele zeichneten ihre Erlebnisse auf, so gut wie alle tauschten ihre Bilder mit Freunden im Netz aus. Die drei aktivsten Teilnehmerinnen drehten sogar einen kurzen kreativen Musikfilm, wo Rap in Eigenkomposition mit einem lustigen Text zu jedem Reiseteilnehmer zu hören ist. Wir werden das hoffentlich alles bald im Internet zu sehen bekommen! Da können die jungen Leute dann selbst von den Inhalten der Programme und ihren Eindrücken erzählen.

Begegnung

Parallel zu den Jugendbegegnungen hatten die Organisatoren Gelegenheit zu einigen ausgesprochen produktiven Gesprächen über Partnerschaftsprojekte. Besonders offen, positiv und fruchtbar dabei das abendliche Treffen zwischen Anna Sjakina und Angelina Muchina, Lehrerin für Russisch und Kultur aus der Schule „Kulturanum“ in Jena-Lobeda. Beide Fremdsprachenlehrerinnen hatten sich schon lange eine Partnerschule für den Austausch gewünscht. Iwan Nisowzew und Uljana Tschkalowa, eine europäische Freiwillige an der ÜAG Jena gGmbH, halfen, die beiden Frauen zusammenzubringen. Hinzu kamen noch Galina Samarajewa und Norbert Hebestreit, der im Februar Wladimir für sich entdeckt hatte, s. https://is.gd/Z3iyD1. Bleibt zu hoffen, daß diese neuen Bekanntschaften bald auch neue Früchte hervorbringen, neue Jugendbegegnungen, umsomehr als die Schule Nr. 2 aktiv am Programm des Euro-Klubs teilnimmt, der seinerseits viel Unterstützung bei der Durchführung internationaler Austauschmaßnahmen leisten kann. Auch seitens Jena fehlt es nicht an Erfahrung: Angelina Muchina, die ehemalige Direktorin des Instituts für Internationale Kommunikation, besuchte Wladimir bereits vor einigen Jahren, und drei ihrer Schülerinnen kamen gerade dieser Tage von der Mix-Tour, organisiert von der Euro-Werkstatt, aus der russischen Partnerstadt zurück. Da ist also viel am Start, man darf sich auf neue Projekte freuen.

Abschied mit Tränen

Und dann waren Galine Samarajewa und Iwan Nisowzew auch noch an der Friedrich-Schiller-Universität und besprachen mit Wladislawa Warditz vom Institut für Slawistik eine mögliche Zusammenarbeit mit der Universität Wladimir im Bereich Linguistik – mit einem Studentenaustausch von Slawistikstudenten. Möglich, daß es bereits im Juli junge Linguisten aus Jena mit dem Gegenbesuch der ÜAG Jena gGmbH nach Wladimir kommen. Möge es gelingen! Zwischen den beiden Hochschulen gibt es ja schon lange ein Abkommen über Zusammenarbeit, allerdings kam bisher noch kein regelmäßiger Austausch zustande. Eine gute Motivation dazu könnte nun der Jugendaustausch liefern. Viele gute Nachrichten aus Jena, die der Blog Iwan Nisowzew verdankt, während der Jugendaustausch nur dank der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA) in Hamburg, der Stadt Jena und der ÜAG Jena gGmbH finanziert werden kann.

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Bürgermeisterin Elisabeth Preuß fand in ihrer gestrigen Rede zur Verleihung des „Ehrenbriefes der Stadt Erlangen für besondere Verdienste im Bereich der Jugendarbeit“ an Jutta Schnabel wieder einmal die richtigen Worte, als sie sagte, eine Laudatio, deren Dauer eher in Minuten denn in Stunden gemessen werde, biete nicht genug Raum für alles, was ausgesprochen werden sollte. Da blieb denn auch wirklich nur Zeit, auf die wichtigsten Stationen einer erstaunlichen Biographie hinzuweisen, die im vierzehnten Lebensjahr mit der Gründung des Bubenreuther Ministrantenrats in die Öffentlichkeit trat und sich bald darauf mit der eigenen Band „Los Cravalos“ Gehör verschaffte. Im weiteren darf der Blog – mit wenigen Auslassungen – direkt aus der Laudatio zitieren:

Seit 17 Jahren kann auch der BDKJ, der „Bund der Katholischen Jugend“ auf Jutta Schnabel zählen. Im Vorstand, im Schulungs- und Organisationsteam von Freizeiten, bei religiösen Projekten sowie der Vertretung des BDKJ im Stadtjugendring setzt sie Akzente. Jutta Schnabel sitzt für den BDKJ im Dekanatsvorstand  und kann so die Belange der kirchlichen Jugend auf höchster Ebene vertreten.

Gar nicht zu überschätzen ist Juttas Engagement für den Jugend-Austausch mit unserer russischen Partnerstadt Wladimir. Im Jahr 2000 war Jutta Schnabel dabei, als zum ersten Mal eine katholische Jugendbegegnung mit Wladimir stattfand. Sie knüpfte dort die Kontakte zur katholischen Rosenkranzgemeinde, die seitdem fester und fruchtbarere Bestandteil der Städtepartnerschaft sind. Der jetzige Pfarrer, Sergej Sujew, baut seit Jahren auf Jutta Schnabel. Er war übrigens erst vor kurzem aus einem sehr traurigen Grund in Erlangen, nämlich zur Beerdigung des viel zu früh verstorbenen Rolf Bernard, auch dieser ein Urgestein des Jugendaustausches mit Wladimir. Er hätte sich über Ihre Ehrung, liebe Frau Schnabel, riesig gefreut, sein Name darf in dieser Laudatio daher nicht fehlen.

Elisabeth Preuß, Jutta Schnabel und Susanne Lender-Cassens

Seit 2007 sind Sie beim Thema Wladimir nicht nur Teilnehmerin, sondern Organisatorin und ließen sich auch nicht durch einen unfreiwilligen Termin bei der Polizei in der Partnerstadt – mit stundenlanger Befragung wegen eines angeblichen Visum-Vergehens – entmutigen. Das Ende war eine  Sanktion durch die Ausländerbehörde, oder durch den Staatsschutz, für fünf Jahre wurde Frau Schnabel die Einreise in die Russische Föderation verboten. Siehe: https://is.gd/CFfOg6

Jutta Schnabel beim Erkennungsdienst 2010

Trotz dieser Hindernisse von staatlicher Seite blieb Frau Schnabel auch von Deutschland aus die treibende Kraft für den Jugendaustausch zwischen Erlangen und Wladimir. Sie baute ein ehrenamtliches Team auf, setzte neue Impulse, um die Begegnung weiter möglich zu machen. Ohne das Engagement von Frau Schnabel, soviel ist sicher, gäbe es diesen Austausch und die so enge Einbindung der Rosenkranzgemeinde nicht.

Udo Zettelmaier, Michael Kleiner, Jutta Schnabel, Rolf Bernard und Sergej Sujew, 2015

Michael Kleiner, Leiter des Referats Weltkirche im Erzbistum Bamberg, betonte erst kürzlich, die Begegnungen zwischen dem BDKJ, der Rosenkranzgemeinde und der Universität in Wladimir seien landesweit der einzige dauerhafte und regelmäßige Austausch dieser Art. Garant für diese Dauerhaftigkeit, das kommt jetzt nicht unerwartet, ist Jutta Schnabel.

Jutta Schnabel beim Gesprächsforum „Prisma“ in Wladimir, 2017

Wenn Jutta Schnabel dann auch noch im Vorstand des Vereines Nadjeschda aktiv ist, überrascht das schon kaum mehr. Dieser, vom unvergessenen Eltersdorfer Pfarrer Konrad Wegner gegründete Verein unterstützt Projekte in Wladimir, wobei sein Name, der auf Deutsch „Hoffnung“ heißt, Programm ist.

Jutta Schnabel auf dem Weg nach Wladimir zum Jugendleitertreffen 2017

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit Blick auf die weltpolitische Lage, auf die Wahlen in Frankreich und in Deutschland bringe ich das Engagement von Jutta Schnabel bei Amnesty International bewußt ganz zum Schluß. Der Einsatz für Menschenrechte, für Toleranz im aktiven Sinne, gegen Rassismus und Diskriminierung, für Vielfalt in unserer Stadt ist heute wichtiger denn je.

Jutta Schnabel 2011

Wenn eine Partei, deren Vorsitzende es befürwortet, an unseren Grenzen auf wehrlose Männer, Frauen und Kinder zu schießen, deren einziges Ziel Schutz und Sicherheit ist, möglicherweise in den Bundestag gewählt wird, dann ist die Unterstützung, die aktive Mitarbeit bei Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International elementar wichtig.

Jutta Schnabel trägt mit ihrem vielseitigen Engagement dazu bei, dass Menschen in Erlangen wie in Wladimir, aber auch an vielen anderen Städten unserer Welt die Hoffnung nicht verlieren.

Jutta Schnabel bei der Jugendbegegnung mit Wladimir 2016

Bleibt nur, Jutta Schnabel auch seitens der Blog-Redaktion herzlich zu gratulieren. Ihr Wirken füllt hier Spalte um Spalte und findet vor allem vielstimmigen Wiederhall in den Erfahrungen und Erlebnissen der ungezählten Jugendlichen, die mit und dank der Physikerin – ja, sie arbeitet auch noch an einer wissenschaftlichen Laufbahn! – das interkonfessionelle und ökumenische Verständigungswerk zwischen West und Ost gestalten. Danke, liebe Jutta! In Dir vereinen sich Glaube, Liebe und Hoffnung zu einer Energie, ohne die unserer Partnerschaft mit Wladimir eine Quelle fehlen würde, aus der wir alle immer wieder Kraft schöpfen dürfen.

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Sonntag, 9.4.2017

Wir trafen uns schon sehr früh am Morgen, um mit dem Kleinbus nach München zum Flughafen zu fahren. Unser Flieger nach Moskau ging gegen Mittag, und wir landeten am frühen Nachmittag in Moskau. Nach der Grenzkontrolle holten wir unsere Koffer, jedoch blieb einer verschwunden. Trotzdem machten wir uns dann per Bus auf den mehrstündigen Weg nach Wladimir. Im Erlangen-Haus angekommen, wurde ich gleich von meiner Gastfamilie abgeholt und nach Hause gebracht, während die anderen zusammen zu Abend aßen. Schon an diesem Tag lernte ich die Gastfreundschaft der Russen kennen, die mich gleich wie zu Hause fühlen ließ.

Gastgeberin Weronika Rytschkowa und Anna Barth

Montag, 10.4.2017

Nach einer Nacht in einer wohlhabenden Familie etwas außerhalb von Wladimir, traf ich mich mit den anderen der Gruppe um 9 Uhr im Erlangen-Haus wieder. Gegen 10 Uhr hatten wir einen Empfang in kleinem Kreis im Rathaus. Danach wurden wir in einem anderen Gebäude von der gesamten Diskussionsgruppe von russischer Seite erwartet. Nach einem kleinen Empfang bat man uns in das Gesprächszimmer. Es wurde kurz und knapp die Geschichte erzählt, wie man auf dieses Diskussionsforum gekommen war. Das Ziel des Forums wurde schnell geklärt, denn allen beteiligten Personen war und ist es wichtig, einen gemeinsamen Austausch der Partnerstädte über beide Seiten bewegende Themen zu veranstalten. Danach unterschrieben die beiden Oberbürgermeister das Protokoll, das die Gründung des Gesprächsforums namens PRISMA vorsieht. Anschließend eine kurze Kaffeepause, um sich nochmals vor der folgenden Diskussion zu stärken.  Das vorherrschende Thema der Diskussion waren die aktuellen Fragen der Migrationspolitik in beiden Städten, wie man die Flüchtlinge in Deutschland integriert; ob dies gelingt; die Probleme, die mit einer Flüchtlingswelle kommen und die geopolitischen Aspekte, die auch eine Ursache von Fluchtgründen sind.

Nach zwei von der deutschen Delegation allerdings auf Russisch gehaltenen Vorträgen  begann die eigentliche Diskussion. Auch wenn ich selber nichts beisteuern konnte, so habe ich doch einen guten Eindruck in den Ablauf der Gesprächsrunde bekommen können.

Nach der Diskussion gab es nochmals Kaffee, und ich erhielt die Möglichkeit, mich mit zwei Personen aus dem Jugendparlament von Wladimir zu unterhalten. Ich fragte sie nach ihrer Tätigkeiten und erkannte, wie ähnlich doch die Themen sind, die wir haben. Auch zum Jugendparlament aus Wladimir kommen andere Personen mit ihren eigenen Anliegen und tragen diese vor. Die größten Unterschiede liegen jedoch im Alter, denn wir sind zwischen 12 und 18 Jahren, die Mitglieder in der Partnerstadt zwischen 18 und knapp 30 Jahren alt. Ein weiterer Unterschied besteht darin: Die Parlamentarier aus Wladimir müssen in eigenen Bereichen arbeiten und dazu dann auch Projekte durchführen.

Später dann hatte ich die Möglichkeit, im Erlangen-Haus den Deutschunterricht der Stufen A2 und B1 zu besuchen. In der einen Klasse ging es um die Reflexivpronomen, und in der anderen Klasse besprach man die Regeln beim Bergwandern. Danach gab es noch ein gemeinsames Essen, bei dem nur ein Teil der russischen Seite anwesend war. Wie es bei den Russen üblich ist, brachte jeder einen Trinkspruch aus, der in irgendeiner Weise wichtig für das Treffen ist. So wurde auch ich als jüngste Teilnehmerin nicht davon verschont, meinen ersten Toast  auszubringen. Den verbleibenden Abend verbrachte ich dann mit der Familie.

Das Gesprächsforum Prisma

Dienstag, 11.04.2017

Auf dem heutigen Programm stand ein kleiner Stadtrundgang. Wir besuchten die prachtvolle Mariä-Entschlafens-Kathedrale, den nebenanliegenden Park und die kleine Demetrius-Kathedrale, die wir jedoch nicht betreten konnten. Am Nachmittag fuhren ein paar der Deutschen nach Susdal, wo ein Männerkloster, ein Holzmuseum und eine weitere Kathedrale besucht wurden. Am späteren Nachmittag hatte ich nochmals die Möglichkeit den Deutschunterricht zu besuchen, da die Tochter meiner Gastfamilie Unterricht hatte. Dieses Mal wurden die verschiedenen Ausweise, wie Gesundheits- oder Mitgliedskarte, besprochen. Nach diesem Unterricht verbrachte ich den Abend wieder mit der Familie. Wir spielten miteinander und lachten viel.

Anna Barth (2. v.l.) mit der Gruppe im Erlangen-Haus

Mittwoch, 12.04.2017

Für mich startete der Morgen schon um halb 5, denn unser Bus nach Moskau sollte um 5 Uhr abfahren. In Moskau hatten wir dann durch das frühe Ankommen noch sehr viel Freizeit, die wir in einem Café absaßen. Unseren Flug nach München haben dann auch alle gut überstanden, und die Heimfahrt nach Erlangen ging auch schnell vorüber.

Ich möchte mich noch einmal bei Peter Steger dafür bedanken, mich auf diese Reise mitgenommen und mir die Möglichkeit gegeben zu haben, in Ansätzen eine neue Kultur kennenzulernen, der Diskussionsrunde beizuwohnen und einen Teil der Städtepartnerschafts-Geschichte mitzuerleben. Vielen Dank.

Anna Barth

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Die ersten Früchte des Sieges, von dem hier die Rede war https://is.gd/dcnO8f, kann nun Wiktoria Medwedjewa ernten. Die angehende Religionswissenschaftlerin hat an ihrem Lehrstuhl der Universität Wladimir von den Möglichkeiten des Erasmus-Plus-Programms gehört und sich als Doktorandin um ein Stipendium an der FAU beworben. Seit einem Monat und noch bis Ende August arbeitet sie nun vornehmlich in der Bibliothek des Lehrstuhls für Missions- und Religionswissenschaften der FAU an ihrer Dissertation zur religiösen Identität und dem durch den Glauben veränderten Bewußtseinszustand von Erwachsenen. Besonders interessiert die Wladimirerin dabei, über den russischen Tellerrand hinauszusehen, weshalb sie hier die Gelegenheit nutzt und Aussagen sowie Einstellungen ihre internationalen Kommilitonen auswertet.

Wiktoria Medwedjewa

Wiktoria Medwedjewa ist aber auch ein Kind des Jugendaustausches, an dem sie bereits zwei Mal teilnahm. In diesem Sommer nun will sie selbst dem BDKJ bei der Vorbereitung des Programms für die Gäste aus Wladimir helfen, also einmal auf der anderen Seite stehen. Auch wenn die Stipendiatin es nicht so ausdrücken würde, will sie wohl etwas zurückgeben von dem, was sie selbst empfangen durfte. Eben ganz im Geiste der Partnerschaft.

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