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Archive for the ‘Jena – Wladimir’ Category


Liebe Leser des erlangenwladimir-Blogs, ich bin Mathilda Wenzel, 18 Jahre als und komme aus Saalfeld, in der Nähe von Jena. Vielleicht fragt sich der ein oder andere wie ich dazu komme, über mich etwas auf Peter Stegers Blog zu schreiben. Der Grund ist, seit August profitiere ich selbst in ganz besonderer Weise von der (hier immer so anschaulich beschriebenen) Verbindung zwischen Wladimir und den Städten Erlangen und Jena. Ich mache seit Mitte August einen Europäischen Freiwilligendienst in Wladimir. Dieses Programm wird nicht nur von der EU ermöglicht, sondern auch von der Eurowerksatt Jena und seiner Schwesterorganisation, dem Euroklub Wladimir, die das alles organisieren. Beide Einrichtungen haben sich auch auf dieser Website einen Namen gemacht, und ich möchte nun die Chance nutzen und an dieser Stelle etwas von den ersten Eindrücken mitteilen, die ich von diesem so  anderen und zugleich so schönen Land habe.

Mathilda Wenzel

Eigentlich wollte ich schon immer einmal nach Rußland. Nach den Gründen dafür gefragt, konnte ich nie eine richtige Antwort geben, zumal ich noch nicht einmal Russisch spreche. Deshalb haben meine Familie und Freunde mich auch eher für verrückt erklärt, als ich beschlossen habe, im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes, ein Jahr in Wladimir zu verbringen. Nach fast einer Woche hier würde ich sagen: Es ist vielleicht verrückt, aber vor allem interessant. Die Autofahrt von Moskau nach Wladimir bestätigte erst mal die gängigen Vorstellungen vom Land: auf der einen Seite Reichtum und Prunk in Moskaus Zentrum und den vielen goldkuppeligen Kirchen. Auf der anderen Seite Plattenbausiedlungen, bei denen manche Etagen aussehen, als würden sie bald zusammenbrechen. Oft hat man den Eindruck, als wäre das Geld, das bei der Instandhaltung der Wohnsiedlungen gespart wurde, für Blattgold und Kristallkreuze ausgegeben worden. Man muß allerdings zugeben, daß sich das für den Anblick der wunderschönen Kathedralen vielleicht gelohnt hat. Dank einigen netten Euroklub-Mitgliedern habe ich auch in Wladimir schon ein paar der architektonischen Meisterwerke besichtigt. Natürlich gibt es hier noch viel mehr, das ganz anders ist. Das Klischee der russischen Gastfreundschaft beispielsweise erweist sich als sehr wahr. Man wird zum Essen eingeladen, und alle helfen einem, den Weg zurück zum Wohnheim oder ins Zentrum zu finden. Das Studentenwohnheim ist zwar (natürlich) nicht wie in Deutschland, aber doch besser als erwartet. Nach ein paar Tagen weiß ich jetzt aber, daß der Satz „Es gibt keinen Plan“ hier wirklich wahr ist. Das meiste wird „später“ geregelt. Das ist zwar manchmal frustrierend, aber auch lustig. Von allen Stereotypen über das Land trifft der der russischen Gastfreundschaft am meisten zu. Auch wenn das Eingewöhnen natürlich schwer und alles sehr fremd ist, gibt es viele nette Menschen, die mir dabei helfen und Zeit investieren, damit ich mich wohlfühle.

Die obenstehenden Zeilen habe ich direkt fünf Tage nach meiner Ankunft geschrieben, sie spiegeln meinen allerersten Eindruck wieder. Nach über drei Wochen in Wladimir (die ziemlich schnell vergangen sind), bleibt derzeit vor allem ein sehr positives Gefühl. Ich freue mich auf die Arbeit im Euroklub, und auch der Alltag läßt sich etwas einfacher meistern, jetzt wo ich in der Stadt ein bißchen Orientierung gefunden habe. Wladimirs Zentrum ist wunderschön, und eigentlich ist allein der Anblick der Mariä-Entschlafens-Kathedrale ein Grund, hier zu sein. Inzwischen habe ich mich auch an den vielen Schwarztee gewöhnt und freue mich darauf, in den nächsten Wochen hoffentlich mit dem Russischlernen zu beginnen.

Mathilda Wenzel

Vom 17. bis 23. August fand in Wladimir das 16. internationale Treffen von jungen Künstlern, „Pleinair“ genannt, statt. Die diesjährige Zusammenkunft war dem Jahr des Umweltschutzes gewidmet. Hierzu fanden sich rund 400 Jugendliche aus dem ganzen Land und sieben weiteren Staaten zusammen. Die russischen Teilnehmer und die Jugendlichen aus Deutschland, Spanien, Slowenien, der Ukraine, aus Weißrußland, Usbekistan und Kasachstan trafen sich, um eine Woche lang zu zeichnen, die Umgebung zu erkunden und sich über Kunst auszutauschen. Hauptorganisator der Veranstaltung war die Organisation „Dom mira“ (auf deutsch „Haus des Friedens). Unterstützt wurde diese vom Euroklub Wladimir, der mit seinen Mitgliedern Jugendgruppen betreute, für einen reibungslosen Ablauf des Programms sorgte und übersetzte, kurz: mithalf um das Plenum auch in diesem Jahr wieder zu einem vollen Erfolg zu machen. Die internationalen, jungen und älteren Gäste besichtigten während ihres Aufenthaltes verschiedene Städte der Region und hatten reichlich Gelegenheit, ihren Impressionen auch künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Ehrengast des Treffens 2017 war der Pädagoge, Künstler und Professor Boris Nemenskij. Das Großereignis zur Förderung von jungen Künstlern und internationaler Zusammenarbeit im Bereich Jugend, fand am letzten Abend mit einem kulturellen Programm im Haus der Kultur seinen Abschluß. Es gab eine Vorstellung von traditionellen Tänzen und Gesängen, die sehr beeindruckend war. Anschließend wurden Urkunden an die Kinder und Jugendlichen verliehen (geordnet nach Altersklassen und Kategorie des jeweiligen Werks), die stolz in Empfang genommen wurden. Im Rückblick kann man sagen, daß auch das Plenum 2017 wieder großen Anklang bei den Jugendlichen aus verschiedenen Ländern fand und erneut bewies, wie einfach Völkerverständigung sein kann, wenn die junge Generation durch ein gemeinsames Interesse verbunden ist.

Jelena Guskowa und Mathilda Wenzel

Erster Schultag

Am 1. September waren wir in der Schule Nr. 2 zu Gast. Wir wollten den Schülern etwas über die Partnerschaft zwischen den Städten Jena und  Wladimir vermitteln und zugleich die Sache des Euroklubs an der Schule noch bekannter machen. Im kommenden Schuljahr wird, in Zusammenarbeit mit dem Euroklub, möglicherweise ein Austausch zwischen einer deutschen Schule und der Schule Nr. 2 organisiert. Nebenbei hatte ich die Möglichkeit, zu erleben, wie der erste Schultag hierzulande zelebriert wird. Während das nämlich in Deutschland, außer für die Erstklässler, einfach ein normaler Schultag ist, wird der Schulbeginn hier mit einigen Feierlichkeiten begangen. Es gab ein Programm mit verschiedenen Liedern und Tänzen, und einige Leute wurden ausgezeichnet. Am Ende sind alle Schüler klassenweise in die Schule gegangen. Im Unterricht haben wir schließlich in zwei neunten Klassen eine kurze Präsentation über Jena und den Jugendaustausch mit Wladimir gehalten. Meine Worte auf Deutsch wurden abwechselnd von Jelena und den Schülern (beziehungsweise jeweils von dem, der am Meisten verstanden hatte) ins Russische übersetzt. Auch wenn der Schultag in vielen Punkten so anders als in Deutschland verläuft, ist doch das Verhalten der Schüler im Unterricht überall dasselbe. Und so gab es natürlich auch hier die Klassenkasper und diejenigen, die echtes Interesse an Jena und den Aktivitäten des Euroklubs zeigten. Insgesamt war es ein sehr interessanter und schöner Vormittag, an dem wir sowohl den Euroklub etwas bekannter machen, als auch einen Einblick in den russischen Schulalltag gewinnen konnten.

Mathilda Wenzel

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Montag, 7. August, Flug LH 2162 aus München ist fast pünktlich. Peter Steger und ich holen unsere Gäste aus Wladimir am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg ab. Der Vorstand des Roten Kreuzes in Wladimir kommt mit seiner Vorsitzenden, Olga Antropowa. und ihrem Stellvertreter, Wladimir Prosor. auf Einladung des Erlanger Fördervereins zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir zu einem intensiven Informationsbesuch nach Erlangen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Ideen und Wegen, um die unzureichende häusliche Versorgung schwerkranker Menschen in Wladimir zu verbessern.

Hans Ziegler, Melitta Schön, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Nadja Steger

Am Dienstagmorgen geht es schon um 7.30 Uhr los. Als Dolmetscherin begleitet uns Anastasia Blasch, eine Wladimirerin, die seit zwei Jahren in Erlangen lebt. Wir fahren zum Roncallistift, wo die Gäste nach kurzer Einführung durch Adelheid Seifert (Leitung Pflege und soziale Dienste) direkt beim Pflegerundgang im Bereich des betreuten Wohnens dabei sein können. In den Diskussionen werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Pflegeversicherung in Deutschland behandelt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche in den folgenden Tagen. Bemerkenswert schon hier, die herzliche Aufnahme und die umfassende Information durch die Mitarbeiter des Stifts, ein Eindruck, der sich in allen Folgeveranstaltungen wiederholt hat!

Anastasia Blasch, Adelheid Seifert, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

Am späteren Vormittag besuchen wir SAPVPalliativa (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), eine gemeinnützige GmbH, gegründet vom Hospizverein Erlangen e. V. und dem Hausärzteverein Erlangen und Umgebung e. V.. Die Ärztin Anette Christian informierte uns gemeinsam mit einem Team ausführlich über das Leistungsangebot. In der angeregten Diskussion bleibt keine der vielen Fragen unbeantwortet. Begleitet wird die Diskussion von Jürgen Binder, einem Freund der Partnerschaft und Gründer des Hausärztevereins Erlangen und Umgebung.

SAPVPalliativa-Team mit Anette Christian (Mitte), Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Anstasia Blasch und Jürgen Binder (ganz rechts)

 

 

Nachmittags steht ein Besuch des Rot-Kreuz Altenheims in Etzelskirchen an. Sein Leiter, Jan Pyschny, gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer des BRK Erlangen-Höchstadt und Leiter der ambulanten Pflegedienste, erwartet uns. Auf der Terrasse am großen Garten seiner Einrichtung diskutieren wir Themen der stationären und ambulanten Pflege. Mit der „Dementen WG“ kommt eine für die Russen neue Idee aufs Tapet. Besonders beeindruckend ist für unsere Freude der Streichelzoo im Eingangsbereich des Hauses.

Anastasia Blasch, Wladimir Prosor, Jan Pyschny und Olga Antropowa

Über die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfahren wir am Mittwochvormittag. Unser Ziel ist der Förderverein zur Unterstützung der Tagespflege am Martin-Luther-Platz e.V. Die Leiterin, Kristin Kalden, erwarten uns, und wir erleben, wie Menschen, die wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten Hilfe benötigen, liebevolle und kompetente Zuwendung erfahren. Die Besucher kommen an vorher vereinbarten Tagen, meistens für den ganzen Tag. Ein Bus des BRK sorgt für den Transport. Die Kosten können z. T. mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden, der Verein braucht aber die Unterstützung seiner Mitglieder und anderer Spender. Wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen und häuslichen Atmosphäre der behindertengerecht ausgestatteten großen Wohnung und bekommen umfassende Antworten auf unsere Fragen.

Danach gehen wir zum Verein Dreycedern e.V. am Altstädter Kirchenplatz. Brigitta Hildner, im Verein verantwortlich für den Betreuungsbereich, hat ihre Mittagspause für uns geopfert und informiert umfassend über das Konzept der fachlich geschulten „Betreuungspaten“, ehrenamtlich tätige Menschen, die die Familien mit dementen Angehörigen durch Aufklärung und Beratung sowie durch stundenweise Unterstützung und Aktivierung zuhause entlasten. Umfangreiche Schulungsangebote und Gesprächskreise im Haus des Vereins runden das Angebot ab.

Brigitta Hildner, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Anastasia Blasch

Der Nachmittag gehört dem Roten Kreuz in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen. Mit dem Vorstand und Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins diskutieren wir die bisherigen Aktivitäten in Wladimir und die Ziele für die noch zu vereinbarende Weiterarbeit. In der Diskussion sind wir uns einig: Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit der zukünftigen Aktivitäten sind die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Unterstützung durch den Förderverein.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Ein Ergebnis der bisherigen Aktivitäten in Wladimir sind Pflegekurse für Angehörige schwerkranker Menschen. Olga Antropowa berichtet über daraus entstandene neue Kontakte:

Wir arbeiten jetzt erfolgreich mit dem Institut für Justiz zusammen, wo Fachkräfte für den Strafvollzug und die Rechtsprechung ausgebildet werden. Unsere Pflegekurse finden dort großen Anklang und helfen sicher, die Versorgung von Patienten in Gefängnissen oder in U-Haft zu verbessern. Von diesem guten Beispiel ausgehend, planen wir jetzt auch eine Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren staatlichen und ehrenamtlichen Einrichtungen, die bisher alle nur eine Grundausbildung in Erster Hilfe erhalten. Ich denke, auch die Politik versteht zunehmend, wie wichtig unser Beitrag zum Gesundheitswesen ist.

Olga Antropowa, Melitta Schön und Wladimir Prosor

Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Einrichtungen des Zentrums, dessen Umfang und technischer Stand tief beeindrucken.

Wladimir Prosor und Olga Antropowa auf dem Weg nach Jena

Das Regio-Ticket Franken-Thüringen bringt uns drei am Donnerstag ab 9 Uhr für nur 32 € nach Jena (hin und zurück), wo uns mittags am Bahnhof bereits Iwan Nisowzew, ein in Jena lebender Ingenieur aus Wladimir, und Robert Hebestreit, Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, erwarten. Iwan wird die Rolle des Übersetzers übernehmen. Bei Pelmeni in einem russischen Bistro im Stadtzentrum kommt Peter Schreiber, der Vorsitzende des DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V., hinzu. Mit ihm besuchen wir die Rettungsleitstelle Jena und die DRK-Rettungszentrale, wo unsere Gäste die neuesten technischen Einrichtungen der Notarztfahrzeuge bestaunen. Anschließend erfahren wir an der Schule Duolinga, wie das Rote Kreuz in Jena sogar eine zweisprachige Grundschule und insgesamt fünf Kindertagesstätten betreiben kann. Auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums fallen die in Reih und Glied aufgestellten Kleinwagen des Pflegedienstes auf, in Wladimir müssen die Pflegekräfte bisher mit dem öffentlichen Personennahverkehr klarkommen! Peter Schreiber erläutert uns abschließend noch die Organisationsstrukturen seiner Einheit.

Peter Schreiber, Norbert Hebestreit, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

In der abschließenden Diskussion mit Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew können noch Details der geplanten Folgebesuche und Kontakte mit dem Universitätsklinikum Jena geklärt werden, außerdem wird über mögliche Schulungen und Praktika russischer Pflegekräfte in deutschen Einrichtungen diskutiert. Dazu wären aber – wie bei der Zusammenarbeit mit der Wladimirer Psychiatrie – vorher Deutschkurse zu absolvieren. Voller Ideen und Eindrücke kommen wir gegen 21 Uhr wieder in Erlangen an.

Georg Meyer, Wolfgang Köstner, Melitta Schön, Olga Antropowa, Wladimir Prosor und Waldemar Wagner

Mit dem Freitagvormittag endet das Informationsprogramm. Wir fahren zum Hospizverein Eckental und Umgebung e.V., wo uns der Vereinsvorstand mit Georg Meyer, Melitta Schön und Wolfgang Köstner sowie die Koordinatorin Frieda Meier erwarten. Waldemar Wagner, wieder ein Wladimirer der in Franken seine neue Heimat gefunden hat, unterstützt uns als Dolmetscher. Es geht hier um die Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, nach Möglichkeit in häuslicher Umgebung. Ca. 40 ehrenamtliche, durch den Verein ausgebildete Hospizbegleiter haben in den letzten Jahren etwa 60 Patienten begleitet. Wir können uns ausführlich über die Arbeit des Vereins, der über eigene Räume verfügt, informieren. Ein Sonderthema ist die in der Russischen Föderation so nicht bekannte Patientenverfügung.

Zurück in Erlangen, erwartet uns ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Susanne Lender- Cassens, die als gelernte Krankenschwester die Gelegenheit nutzen will, den Austausch bei ihrem Besuch im September fortzusetzen.

Wladimir Prosor, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Susanne Lender-Cassens

Nachmittags ist Sightseeing angesagt. Wieder unterstützt durch Anastasia Blasch, fahren wir nach Bamberg und erkunden die Altstadt, natürlich darf eine Rauchbierprobe im Schlenkerla nicht fehlen. Die Smartphones leisten als Fotoapparate Schwerstarbeit, und im Rosengarten der Residenz stoßen die Akkus an ihre Grenzen, es reicht aber noch für eine abschließende Fotoserie bei den Fachwerkfassaden am Forchheimer Rathaus im strömenden Regen!

Der Samstag stand dann für unsere Freunde aus Wladimir zur freien Verfügung. Sie berichteten am Sonntag über den schönen Tag in Nürnberg, als Peter Steger und ich Sie morgens um 6 Uhr zum Flughafen bringen. Eine Woche mit intensiven und neuen Eindrücken geht zu Ende, von der Wladimir Prosor meint, sie sei ihm vorgekommen wie ein ganzer Monat.

Es bleibt mir ein herzliches Dankeschön an alle, die an den Treffen teilgenommen und mitgeholfen haben. Ein besonderer Dank gilt Anastasia, Iwan und Waldemar, die als Dolmetscher ihre Freizeit für diesen Besuch geopfert haben. Bleibt zu hoffen, aus dem Besuch entstehen im Laufe der Jahre noch neue Ideen für die Aktivitäten des Roten Kreuzes in Wladimir.

Wolfram Howein

Was Wolfram Howein sich selbst nicht aussprechen kann, sei hier nachgeholt: Danke und спасибо für die Vorbereitung des Programms und die Begleitung durch die intensiven Tage. Die glücklichen Gäste werden es ihm nicht vergessen!

 

 

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Vom 4. bis 11. Juli hatte der Euroklub in Wladimir wieder einmal Besuch aus Jena. Exklusiv für den Blog berichtet Jelena Guskowa, die Leiterin der Jugendorganisation, über die Begegnung:

Im Rahmen des Austauschprogramms „Partnerschaft ist unsere Zukunft“ hatten wir 14 Gäste der UAG gGmbH im Alter von 15 bis 21 Jahren zu Besuch, die mit Jugendlichen aus vier hiesigen Schulen und unserer Universität sowie mit Wladimirer Lehrkräften zusammentrafen. Ziel der Begegnungen ist die Schaffung einer langfristigen Zusammenarbeit von jungen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen mittels kreativer Aktivitäten und einer zivilgesellschaftlich ausgerichteten seelisch-moralischen Erziehung durch das wechselseitige Kennenlernen der jeweils anderen Traditionen, kulturellen Werte und sozialen Erfahrungen, die im unmittelbaren gemeinsamen Schaffen und Wirken an sozial relevanten Arbeitsstellungen erlebbar werden.

Für Jugendliche gewinnt diese Form des internationalen Austausches eine besondere Bedeutung. Sie gewinnen so interkulturelle Erfahrung. Bereits früher durchgeführte Begegnungen halfen, das eigene Denken zu verändern, zu verstehen, daß sich das Leben nicht in alltäglichen Problemen erschöpft, sondern reich wird durch die Verständigung mit anderen und den Versuch, innere und äußere Konflikte beizulegen, indem sie gemeinsam etwas mit Altersgenossen aus einem anderen Land unternehmen. So entwickeln sie nicht nur Verständnis für kulturelle Unterschiede, sondern sie lernen auch, aktiv an der Gestaltung der eigenen Gesellschaft mitzuwirken.

Um den Zusammenhalt zu stärken entwickeln die Jugendlichen eigene Aktivitäten, wie ein Graffitiprojekt an der Universität, einen Flashmob unter dem Motto „Tut euch zusammen“ oder eine Schnitzeljagd durch die Altstadt von Wladimir – Zielpunkt das Kirschenskulptur – mit vielen Fragen und Aufgaben, die zu beantworten und zu lösen waren. Aber auch Sport und Gesundheit gehörten zu den Themen, weshalb die Gruppe am „Fahrradsommer“ in Susdal teilnahm. Und schließlich gehört zu so einem Unternehmen auch ein Abstecher nach Moskau, auf den Roten Platz.

Diese gemeinsamen Projekte helfen dabei, freundschaftliche Beziehungen zwischen Jugendlichen unserer Länder aufzubauen, sie sind das beste Mittel dazu, auf informellem Wege die politischen Meinungsverschiedenheiten zu überwinden, Fremdsprachen zu lernen und offen und aktiv das eigene Leben in Zeiten der Globalisierung erfolgreich zu gestalten.

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Im Partnerschaftsdreieck Erlangen – Jena – Wladimir gibt es seit Mittwoch eine neue treibende Kraft, von der man getrost viele Impulse für das deutsch-russische Zusammenwirken erwarten darf. Das Manifest der Deutsch-Russischen AG hat exklusiv für den Blog ihr Mitbegründer, Iwan Nisowzew, verfaßt, der schon in seiner Zeit als Student in Wladimir an der dortigen Universität einen internationalen Klub ins Leben gerufen hatte.

Drei Studentinnen vom Institut für Slawistik und Kaukasiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die neben anderen Sprachen auch Russisch lernen, kamen vorgestern im Büro der Euro-Werkstatt Jena e.V. am Löbdergraben 28 zusammen, um sich Gedanken über das fünfmonatige Praktikum zu machen, währenddessen an dem Projekt der gerade neuentstehenden Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Jena und der Medizinischen Berufsschule Wladimir gearbeitet wird. Ein Delegationsbesuch aus Wladimir ist in Jena für den Oktober geplant. Die Koordination des Programms übernimmt die Deutsch-Russische Arbeitsgruppe von der Euro-Werkstatt: Anja Kulakowa, Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew haben schon viele Vorgespräche und Absprachen in der Sache hinter sich. Die Idee der Kooperation und eines Delegationsbesuches aus Wladimir nimmt allmählich Gestalt an, hat sich bereits als ein Projekt bei der Stiftung West-Östliche-Begegnungen und der Stadtverwaltung Jena etabliert und findet immer mehr Interesse in der Öffentlichkeit. Ab jetzt aber soll es richtig losgehen. Mit viel neuer Kraft, jeder Menge Ideen und großer Motivation starten Johanna Großer, Anastasia Owtscharow und Regina Halbfinger unter Betreuung durch die Dozentin des Instituts für Slawistik, Martina Berrocal, ihren Weg über das weite Feld der deutsch-russischen kommunalen Beziehungen.

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Anastasia Owtscharow, Johanna Großer und Regina Halbfinger

Auf dem Tisch liegen mehrere Listen von Aufgaben, Personen, Terminen. Organigrammen, Bildern, Grafiken, Tabellen. Man nimmt die Sache ernst. Ende Oktober sollen Vertreterinnen der Gesundheitsbehörde der Region Wladimir, die Direktorin der Medizinischen Berufsschule und ihre Stellvertreterin, nach Jena kommen. Es braucht ein Programm, wo alles reibungslos läuft, weil in fünf Tagen vieles geplant ist: Besuche am Universitätsklinikum, an der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales,  an der Ernst-Abbe-Hochschule, ein Empfang der Stadtverwaltung… Bei all diesen wichtigen Terminen stehen Fachgespräche, Vorträge, Führungen an, das Thema Pflege und Pflegebildung im Vordergrund. Das fachbezogene Dolmetschen insbesondere im medizinischen Bereich ist nicht gerade die einfachste Übung. Deswegen beginnt die Vorbereitung schon jetzt und soll in den nächsten Monaten über Textarbeit und Übersetzen bis hin zum Dolmetschen beim Besuch und bei der Nachbereitung laufen. Dabei werden vielleicht auch die Lateinkenntnisse endlich einmal gut zu gebrauchen sein. Jedenfalls sind die Slawistik-Studentinnen mit ihren vielfältigen Sprachkenntnissen da gerade richtig im Projekt.

Neben den Praktika bietet der Verein Euro-Werkstatt Jena seine zahlreiche Möglichkeiten und Netzwerke. Auch die Themen und Programme der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch oder des Deutsch-Russischen Forums kommen hier zum Zug. Die guten Kontakte zum „Euroklub Wladimir“ und zur Staatlichen Universität Wladimir wecken zusätzlich das Interesse der Slawistik-Studentinnen. Allen Studenten steht ja ein Auslandssemester bevor. Es geht aber auch nicht nur um die Partnerschaft mit Wladimir, sondern generell rund um Russisch und auch andere europäische Sprachen. Denn nicht umsonst ist die Euro-Werkstatt Jena eine anerkannte Einsatzstelle und koordinierende Organisation für die Europäischen Freiwilligendienste im Programm ERASMUS+. Und natürlich kommen in diesem September wieder neue europäische Freiwillige nach Jena, die dann zum 3. Oktober auch in Begleitung der Slawistik-Studentinnen in Erlangen erwartet werden.

Dann wünschen wir den neu startenden Lotsinnen stets guten Wind in die Segel, denn die Partnerschaft braucht mehr denn je Pflege.

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Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena pflege ich auch einen sehr regen Austausch zwischen Frauen aus unseren Partnerstädten. Schwerpunkte liegen dabei auf Netzwerkbildung bei den Themen „Häusliche Gewalt“, „Alltagsbewältigung“ und ….

Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nach Reisen in die Partnerstädte Jenas, Berkeley und Lugoj, fuhren in diesem Jahr elf Frauen nach Wladimir. Vom 5. bis 10. Mai mieteten wir uns im Erlangen-Haus ein und waren dort sogleich begeistert vom herzlichen Empfang durch Irina Chasowa, von den gemütlichen Zimmern und vom praktischen Gemeinschaftsraum mit Balkon. Wir fühlten uns in diesem Haus wie in einer großen Wohngemeinschaft. Von dem üppigen Frühstück, welches jeden Morgen für uns wie ein kleines Kunstwerk vorbereitet wurde, schwärmten vor allem diejenigen, die den süßen Start in den Tag bevorzugen.

Frauendelegation aus Jena im Erlangen-Haus

Für fast alle Frauen war es die erste Reise nach Rußland, die erste Begegnung mit russischer Kultur und Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen.

Patriarchengarten

Wir wurden sehr herzlich von der Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, empfangen. Sie begleitete unsere Delegation im Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt, und Walentina Blinowa, seit 25 Jahren dort angestellt, gab uns einen interessanten Einblick in die Geschichte und in die innovativen Zukunftsvorstellungen des Parks. Wir durften uns in das Gästebuch eintragen, welches auch Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew schon für seinen Eintrag in den Händen hielt.


Danach ließ es sich Frau Dejewa nicht nehmen, uns die neugestaltete Fußgängerzone zu zeigen. Auch für mich war vieles neu, vor allem aber überraschte mich, wie ein Stück altes Wladimir so geschmackvoll wiederhergestellt wurde. Ein Bummel bei Sonnenschein wäre ganz sicher noch schöner gewesen, so zog es uns schnell in die warmen Stuben der Souvenirläden. Interessant hier, wie nicht nur viel selbstgemachtes Handwerk verkauft, sondern wie auch Frauen vor Ort ihr Können öffentlich zeigen. Die wunderschönen Schatullen mit der Lackkunstmalerei sind immer wieder ein Hingucker und exotisches Mitbringsel für Freunde zu Hause.
Der Besuch im Wladimirer „Frauenhaus“ wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mit sehr viel Engagement und großer städtischer Unterstützung finden hier Frauen für einen begrenzten Zeitraum nicht nur eine Unterkunft, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung. Den Kontakt zu dieser Einrichtung gibt es schon über einige Jahre, und die Leiterin, Alla Gawrilowa, konnten wir im letzten Jahr zu unserer Tagung „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ in Jena begrüßen.


Susdal, gerade mal 30 Kilometer von Wladimir entfernt, stand ganz oben auf dem Besichtigungsplan. Dank unserem Freund Peter Steger konnten wir diese Fahrt mit Jelena Ljubar machen. Ich war ja schon oft in dort, aber noch nie habe ich es so schön erlebt. Jelena verstand es einfach hervorragend, für uns die Geschichte lebendig werden zu lassen. Wir gingen durch jahrhundertealte Klöster, den Kreml, und immer wieder überraschte unsere Führerin mit einer erfrischend modernen, lockeren Sprache über Details und Zusammenhänge der russischen Kultur. Wir haben es sehr genossen, mit ihr sechs Stunden durch die Stadt zu gehen, und immer hatte sie ein wachsames Auge auf uns. Als eine Teilnehmerin von uns fehlte bemerkte sie es als erste. Mit ihren Anweisungen an den Taxifahrer konnten wir die Vermißte wieder „einfangen“.

Mit Jelena Ljubar in Susdal

Den Abschluß unserer kurzen Reise krönten wir mit dem Besuch der Festlichkeiten zum 9. Mai, dem Tag des Sieges. Obwohl es eiskalt war und leichter Regen fiel, waren viele Wladimirer Frauen, Männer und Kinder auf den Beinen, trugen zu Tausenden das Bild eines gefallenen Angehörigen vom Großen Vaterländischen Krieg. Nach den offiziellen Reden bekam der Tag einen Jahrmarktcharakter mit viel Musik, Tanz zum Mitmachen und Leckerein aller Art.

Wir haben uns in die warme Wohnung einer russischen Familie aufgemacht, die uns alle herzlich eingeladen hatte. Zuerst trauten sich nicht alle Frauen, zweifelten daran, dass wir alle elf Personen Platz hätten. Aber ich kenne die russische Gastfreundschaft und wußte: Das ist kein Problem. Keine fünf Minuten nachdem wir angekommen waren, hatte jede einen Sitzplatz, ein Schnapsglas, und das Essen roch schon aus der Küche. Eine Teilnehmerin fragte unsere Gastgeberin, Sonja Babanina, wie denn das russische Gericht genannt werde und ob es traditionell sei. Mit dem einzigartigen Humor, den ich nur bei Sonja kenne, antwortete sie: „Das sind ja nur Kartoffeln mit Fleisch aus der Dose, ihr seid so viele, und es mußte schnell gehen!“ Gelacht und geredet haben wir viel in den zwei Stunden. Sonja, als ehemalige Deutschlehrerin bei einigen Jugendaustauschbegegnungen im Rahmen von „Mix-Tour“ unsere Übersetzerin, konnte jede neugierige Frage der Deutschen in deren Sprache beantworten.

Uns haben die Begegnungen sehr beeindruckt. Die Menschen in Rußland besitzen eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir hier nicht kennen.


Eine Reise in eine unserer Partnerstädte ist mehr als eine touristische Tour, sie öffnet die Herzen für Verständnis und Freundschaften – in den heutigen Zeiten ein kostbares Gut.


Für uns war es ein großer Schritt nach Wladimir, aber hoffentlich auch viele kleine Schritte für eine kommende Städtepartnerschaft im Dreieck mit Erlangen.

Cornelia Bartlau
Gleichstellungsbeauftragte

s. auch: https://is.gd/37RoHP

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„Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterläßt und nicht nur Staub.“ Diese Worte richtet Thomas Grund („Kaktus“), der ehemalige Sozialarbeiter von Streetwork Jena Winzerla, in seinem Bildband an alle, die seit 2004 eine langjährige Tradition des Jugendaustauschs „Mix-Tour“ zwischen Jena und Wladimir unterstützt und bereichert haben. Seine letzte Mix-Tour mit der Rockband „Carpe Noctem“ fand in Wladimir 2014 statt (s. Blogeintrag: https://is.gd/g8lKaV). Nach zweijähriger Pause und trotz vieler Schwierigkeiten überstand der Jugendaustausch seine schweren Zeiten! Schon 2015 übernahm dann die „Eurowerkstatt Jena“ die Trägerschaft über die Mix-Tour und begrüßte die Gäste in Jena.

Bildband von Thomas Grund

Zum Gegenbesuch kam es nun vom 13. bis 24. April 2017. Die achtköpfige Schülergruppe aus Jena unter Leitung von Ricarda Ullmann und Anna Kulakowa erlebte einen herzlichen Empfang in Wladimir. Vielfältige Programmschwerpunkte und spannende Veranstaltungen wurden vom Euroklub Wladimir organisiert, und die deutschen Jugendlichen waren in freundlichen Gastfamilien untergebracht: eine tolle Gelegenheit, russische Kultur und u.a. Ostertraditionen „von innen“ kennenzulernen.

Gruppenbild in Susdal

Die Besucher aus Jena waren von der Gastfreundschaft ihrer russischen Partner einfach fasziniert. Nicht nur das großartige Essen, sondern auch der extra von den russischen Jugendlichen auf Deutsch vorbereitete Rundgang zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt waren nicht selbstverständlich. Auch im gemeinsamen Treffpunkt Euroklub hatten alle immer wieder eine schöne Zeit mit Tee und Kuchen.

Zu Gast im Euroklub Wladimir

Auch gelang es, den deutschen Gästen einen ausführlichen Überblick über das russische Bildungssystem zu vermitteln. Am Pädagogischen Institut organisierten die Dozentin Karina Drosd und die Professorin Irina Plaxina vom Lehrstuhl Pädagogik eine gemeinsame Projektarbeit mit Studenten der Fakultät für Fremdsprachen zum Thema „Wege der Zukunft“. Die jungen Menschen setzten sich mit Begriffen wie „Freiheit“, „Familie“, „Sport“, „Musik“, „Freundschaft“ auseinander und stellten ihre Ergebnisse in Form von kreativ gestalteten Plakaten vor.

Gemeinsam gestaltete Plakate

Die Delegation aus Jena hatte auch Gelegenheit, den schulischen Alltag vor Ort zu erleben. So öffnete die Schule Nr. 15 gastfreundlich ihre Pforten. Deutsche und russische Schüler kamen miteinander ins Gespräch und knüpften neue Kontakte. Im Laufe der Woche besuchten die deutschen Jugendlichen auch noch die Schule Nr. 25, und in der Schule Nr. 36 fand ein gemeinsames Volleyballspiel statt.

Zu Gast in der Schule Nr. 15

Zwei unvergeßliche Tage verbrachten die deutschen Gäste in Susdal. Die Leiterin des Susdaler Euroklubs, Olga Kostina, organisierte eine wunderbare Führung durch den Kreml sowie ins Museum für Holzbaukunst und Brauchtum.

Im Kreml von Susdal

Die Pracht der Muttergottes-Geburts-Kathedrale mit ihren Sakralschätzen und die architektonischen Besonderheiten der Kirchen haben einen starken Eindruck auf die jungen Gäste hinterlassen.

Im Euroklub Susdal

Besonders spannend war der Ausflug ins Department der Kunstwissenschaften der Staatlichen Universität von Sankt-Petersburg, wo Restauratoren in neun verschiedenen Richtungen ausgebildet werden. Die Studenten erzählten den begeisterten Gästen über interessante Spezifika ihres Studiengangs und zeigten zahlreiche Kunstwerke – wie etwa eine alte Ikone oder einen polnischer Säbel -, die gründlich restauriert werden müssen.

Gruppenbild mit Euroklub

Universitätsbesuch in Susdal

Seinen Höhepunkt erreichte der Jugendaustausch mit dem 20jährigen Jubiläum des Euroklubs. Das feierliche Konzert und das landeskundliche Spiel fanden am 18. April im Kulturhaus „ODRI“ statt, an dem Spiel „Traditionen Deutschlands und Rußlands“ beteiligten sich sowohl Mannschaften der Wladimirer Region als auch die deutschen Gäste. Man übte das Übersetzen deutscher Sprichwörter, präsentierte Volkstänze und analysierte historische Epochen beider Länder. Die Ergebnisse des Spiels machten deutlich, beide Nationen haben viel Gemeinsamens in der Sprache und kulturellen Traditionen.

Im Museum für Holzbaukunst Susdal

Elf Tage lang dokumentierten die deutschen und russischen Jugendlichen ihre Eindrücke von der Begegnung. Sie machten Bilder und Videos, Grundlage für ihren ersten Film, der 2018 nach dem Gegenbesuch der russischen Freunde erstellt werden soll. Ein rundum gelungener Austausch, mit vielen neuen und tollen Erfahrungen.

Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Deutsch-Russicher Jugendaustausch, der Stadt Jena, die Stadt Wladimir und die ECO Stiftung Jena. Vielen Dank an die Geldgeber!

Anna Kulakowa

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Im vergangenen Jahr hat Cornelia Bartlau, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena, ein Frauentreffen mit Vertreterinnen aus allen Partnerstädten, darunter auch Erlangen und Wladimir, an der Saale organisiert. Eines der Ergebnisse bestand darin, auch einmal die weibliche Lebens- und Arbeitssituation in Wladimir aus eigener Anschauung kennenlernen zu wollen.

Wasserpumpen: Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nun ist dieser Gegenbesuch auch tatsächlich über die Mai-Feiertage zustande gekommen, wenn auch leider ohne Beteiligung aus Erlangen, und Oberbürgermeisterin Olga Dejewa erwies den Gästen persönlich die Ehre, begleitete die Delegation in den Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt.

Die Frauendelegation aus Jena mit Irina Chasowa, Cornelia Bartlau und Olga Dejewa (2., 3. und 4. v.l.)

Ein Reisebericht steht noch aus, aber aus dem Rathaus der Partnerstadt und dem Erlangen-Haus ist bereits zu erfahren, es habe ein Besuch des Frauenhauses und verschiedener sozialer Einrichtungen stattgefunden. Auch einen ersten konkreten Ansatz für eine künftige Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir im Bereich von Kindergärten sei in Sicht.

Botanische Führung durch den Patriarchengarten

Da kommt aber sicher noch mehr, denn Cornelia Bartlau ist eine Frau der Tat. Sie initiierte bereits in den 90er Jahren einen Jugendaustausch zwischen Jena und Wladimir, der bis heute fortwährt und konnte schon mit ihrer Freiwilligeninitiative das Partnerschaftsdreieck Erlangen – Jena – Wladimir mit vielfältigem Leben erfüllen. Warten wir also ab, was da kommen wird.

Blick aus dem Fenster mit Roman Jewstifejew, gestern in Wladimir

So schön wie zu Beginn des Aufenthalts am 4. Mai blieb es in Wladimir nicht. Während wir hierzulande gestern endlich den Wonnemonat von seiner schönsten Seite genießen durften, verhagelt das Wetter buchstäblich den Frühling in der Partnerstadt. Es ist mittlerweile derart kalt und unwirtlich geworden, daß man für die Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser wieder die Fernwärme aufgedreht hat.

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