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Archive for the ‘Jena – Wladimir’ Category


Gestern abend trafen sie sich virtuell, fast achzig Jugendliche und Fachleute der Jugendarbeit aus Bobruisk und Karlowo, der weißrussischen bzw. bulgarischen Partnerstadt Wladimirs, aus Jena und Erlangen, aus Nowosibirsk und Wladikawkas, insgesamt aus 21 Städten, um auf Einladung des Euroklubs Wladimir das Foresight-Projekt „Die Zukunft sind wir“ zu eröffnen. Nicht nur mit dem Ausblick auf dieses neue Format der Zusammenarbeit, sondern auch gleich mit konkreten Schritten aufeinander zu, indem, auf drei Gruppen aufgeteilt, alle Gäste Anziehungspunkte ihrer Städte kurz schriftlich darstellten. Aus diesen Essays soll sogar ein Buch entstehen. Noch wichtiger aber – der Ausblick auf den Sommer, wo vom 26. bis 30. August in Wladimir ein Internationales Jugendforum geplant ist, an dem – zumindest virtuell – möglichst viele Jugendliche auch aus Jena und Erlangen teilnehmen sollen.

Anmeldungen unter elena_ku@mail.ru

Das Motto lautet: „Jungparlamentarier für die Entwicklung der Partnerschaftsbeziehungen“. Das Projekt wird aus Mitteln des russischen Präsidentenfonds finanziert, d.h. die einladende Seite trägt die Aufenthaltskosten. Eingeladen sind natürlich Jugendliche aus allen Partnerstädten Wladimirs sowie aus russischen und internationalen Jugendorganisationen. Aber schon bis dahin bieten Videokonferenzen – Arbeitssprachen sind Russisch und Englisch – Gelegenheit, sich auszutauschen, thematisch zusammenzuarbeiten und die Städtepartnerschaften der Zukunft zu gestalten. Programmatisch und pragmatisch in einem: Die Zukunft sind wir.

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Es gibt, einmal abgesehen vom Erlangen-Haus, keine zivilgesellschaftliche Einrichtung, mit der die Zusammenarbeit im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks Erlangen-Jena-Wladimir enger und beständiger wäre als mit dem Euro-Klub. Am Freitag wurde dies bei einer einstündigen Zoom-Konferenz anläßlich des fünfzehnjährigen Bestehens der Vereinigung wieder einmal deutlich. Begonnen hatte alles 1996, als der Grünen-Politiker und Leiter des ökologisch orientierten Fahrradklubs Weles, Gennadij Stachurlow, mit seinem Erlanger Kollegen von der Grünen Liste, Dieter Argast, eine bis heute anhaltende Freundschaft schloß. Es folgten gegenseitige Besuche zu Umweltthemen und ein Jugendaustausch, bis dann, im Jahr 2003, die Streetworker, Cornelia Bartlau und Thomas Grund, zum EU-Austauschprogramm „Move Together“ – mit dessen Auslaufen riefen die beiden das Projekt „MixTour“ ins Leben, nach Jena einluden. Mit dabei neben Gennadij Stachurlow auch die damals für Umwelterziehung an einer Wladimirer Schule zuständige Pädagogin und spätere Gründerin und Leiterin des Euro-Klubs, Jelena Kurizina, die nach ihrer Heirat den Namen ihres Mannes annahm und seither Jelena Guskowa heißt.

Ob koordinierte Aktion oder Fügung, jedenfalls entstanden parallel in Wladimir und Jena vor 15 Jahren der Euro-Klub bzw. die Eurowerkstatt, beide mit dem Schwerpunkt ihrer Arbeit auf internationale Jugendarbeit und weltweiten Austausch, die seither in steter Regelmäßigkeit Begegnungen organisieren und nicht müde werden, neue Initiativen zu entwickeln. So gibt derzeit, pandemiebedingt, Jonas Hebestreit als erster virtueller Freiwilliger Deutsch- und Englischkurse für Wladimirer Jugendliche per Bildschirm. Sein Vater, Norbert Hebestreit, ist übrigens auch kein Unbekannter in der Zusammenarbeit mit Wladimir: 2017 startete er ein Projekt zum deutsch-russischen Pflegekräfteaustausch, unterstützt von Iwan Nisowzew, der bereits während seiner Militärzeit Kontakt zu Erlangen aufgenommen hatte und dann vor zehn Jahren – schon wieder ein Jubiläum! – als Freiwilliger nach Jena kam, wo er später studierte und nun auch arbeitet, vor allem aber seit kurzem zusammen mit Thomas Hebestreit die Geschicke der Eurowerkstatt leitet. Bei all den Erinnerungen, die da am Monitor geteilt wurden, durfte aber natürlich auch der Blick in die Zukunft nicht fehlen. Wenn es die pandemische Lage erlaubt, will der Euro-Klub im Spätsommer zu einer Konferenz nach Wladimir einladen. Da darf Jena nicht fehlen. Ein Versprechen, für das Falco Heimer vom Demokratischen Jugendring, steht, der am Freitag ebenfalls zugeschaltet war. Und Erlangen? Hier darf man sich darüber freuen, was da so selbständig in Thüringen wächst und gedeiht, was natürlich nicht heißt, daß nicht auch immer wieder eigene fränkische Akzente gesetzt werden. So steht der Euro-Klub zum Beispiel neuerdings im engen Austausch dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, um deutsch-russische Sprachtandems zu bilden. Und bei der nächsten Deutschlandreise macht die Jugendgruppe aus Wladimir sicher auch wieder in Erlangen Station. Nicht zu vergessen, die bilaterale Zusammenarbeit Erlangen-Jena beim internationalen Freiwilligenaustausch. Aber das ist dann schon wieder eine eigene Geschichte.

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Bevor wir die Allee der Partnerstädte hinabflanieren, noch ein kleiner Rückblick auf das gestrige Konzert von Sergej Gostjew, bei dessen Übertragung es leider unvorhergesehene Probleme gab. Der Künstler wechselte deshalb den Kanal und stellte die Neufassung sofort online:

Auch da ruckelt es am Anfang ein wenig, aber ab der vierten Minute ist der Klang in Ordnung, und mit der Zeit verschwinden dann auch die störenden Streifen im Bild. Ärgerlich vor allem auch für den Musiker, der freilich Revanche fordert und sich bestimmt über Reaktionen aus dem virtuellen Publikum freut.

Nun aber zur Allee der Partnerstädte, eine Präsentation, vom Euroklub Wladimir bereits am 1. November im Rahmen des Projekts „Partnerschaft ohne Grenzen“ vorgestellt und unterstützt durch die Stadtverwaltung zur „Schaffung von Bedingungen zur Entwicklung von Kontakten auf dem Gebiet der Kultur, der Wirtschaft und der Bildung mit den Partnerstädten Wladimirs“, wie es in der Ausschreibung hieß.

Dabei entstand u.a. ein Film zum Gedenken an den vor 75 Jahren beendeten Zweiten Weltkrieg und die historische Verbindung der Partnerstädte zu jenen schweren und schrecklichen Jahren. Begleitet wurde die Vorstellung des Films durch das Gedicht „Brief an die Front“ aus der Feder von Wiktoria Babuschkina, Studentin an der Universität Wladimir und Mitglied des Euroklub, das Gefühle und Gedanken von Frauen zum Ausdruck bringt, die auf die Rückkehr ihrer Lieben warten.

Die zum Projekt gehörende Ausstellung ist noch bis morgen zu sehen, später sollen die Tafeln dauerhaft in einem Museum untergebracht werden.

Auf Bitten des Euroklub nahm TV Мы eine kurze Grußbotschaft von Peter Steger auf, um der besonderen Bedeutung Erlangens unter Wladimirs Partnerstädten die Ehre zu erweisen:

Und hier geht es zum Film, wo ab Minute 8.22 Jena und ab Minute 10.07 Erlangen zu sehen sind:

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Wohl nur die wenigsten werden sich an diesen Eintrag im Blog vor fast drei Jahren erinnern https://is.gd/3G39JR, dennoch soll heute hier die Geschichte weitererzählt werden. Nein, nicht vom diesjährigen Kernberglauf, der leider – wie so vieles – Corona zum Opfer fällt, sondern die Erinnerungen der Sängerin Julia Mitrusajewa, die sie selbst erzählt.

Julia Mitrusajewa in München

Die Geschichte hat etwas von einem Märchen. Ungeachtet einer umfassenden musikalischen Ausbildung und einem der Musik verschriebenen Elternhaus arbeitete die junge Frau zunächst als Kellnerin in einem der besten Wladimirer Restaurants – bis ihr Chef eher zufällig ihr Talent entdeckte und sie regelrecht auf die Bühne nötigte. Bis eines Abends im Jahr 2017 eine Delegation aus Jena zu Gast, an die sich Julia Mitrusajewa erinnert, als sei es gestern gewesen:

Julia Mitrusajewa

Ich begrüßte die Gäste zunächst als Kellnerin, eine Rolle, die mir übrigens bis heute gut gefällt. Am liebsten verbinde ich das eine mit dem anderen. Im Gespräch mit der Gruppe erzählte ich von meinem für morgen geplanten Auftritt, und schon reservierten die Deutschen einen Tisch für zwölf Personen. Ich sang ungefähr drei Stunden. In der ersten Pause kam Cornelia Bartlau auf mich zu und erklärte mir, man habe untereinander bereits nach dem ersten Song beschlossen, mich zu einem Solokonzert nach Jena einzuladen. Ich konnte das zunächst kaum glauben, aber es kam dann tatsächlich so.

Dann ging alles ganz schnell. Schon eine Woche später hatte Jena die offizielle Einladung geschickt, vorgesehen waren zwei Konzerte, eines im Rathaus, das andere in einem Weinrestaurant, und die Gastgeber sagten der „russischen Adele“ nicht nur die Übernahme von Reise- und Aufenthaltskosten, sondern auch ein Honorar zu.

Vor meinen Auftritten lud mich Jenas Oberbürgermeister zum Abendessen ein. Ich war schon etwas aufgeregt angesichts einer solchen Aufmerksamkeit. Aber als wir uns kennenlernten, erwies er sich als ein sehr witziger und positiv eingestellter Mensch. Nichts Offiziöses, kein strenges Protokoll. Nur Humor und ein gutherziges Lächeln. Und dann war auch noch das Lokal proppenvoll. Es wurde so etwas wie ein gemütlicher Abend im Freundeskreis. Die Leute tranken Wein und genossen die Musik. Das Konzert im Rathaus verlief etwas zurückhaltender, aber das verlangte ja auch das Format. So oder so war ich hellauf begeistert von allem. Sogar die Zeitung schrieb über mich.

Albrecht Schröter und Julia Mitrusajewa

Das deutsche Märchen der „Adele aus Wladimir“ endete nun vorerst wegen der Pandemie. Aber wenn alles glücklich überstanden ist, kommt die Sängerin bestimmt wieder nach Jena. Und wenn sie nicht gestorben ist… – auch eines Tages nach Erlangen.

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Am späten gestrigen Nachmittag, also am Vorabend des heutigen Europäischen Tags der Sprachen, lud der Euroklub Wladimir zu einer Zoom-Konferenz ein, zu der aus Jena der Slawistikstudent Lukas Altmann sowie der Freiwillige Jewgenij Sacharjewitsch und aus Erlangen Oxana Löscher, Leiterin der Abteilung Russisch am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, sowie der Partnerschaftsbeauftragte Peter Steger zugeschaltet waren.

Oxana Löscher

Im Plenum, moderiert von Jelena Guskowa, der Leiterin des Euroklubs, war man sich rasch einig: Ohne Fremdsprachen geht heute nichts mehr in der Welt, gleich ob in der Wirtschaft oder im kulturellen Austausch. Wissenschaftlich, pädagogisch und in der praktischen Anwendung – sei es im Gespräch oder beim Dolmetschen – untersuchte die virtuelle Tagung die verschiedenen Facetten aus der jeweiligen Erfahrung. Dabei war man sich in einem einig: Man kann gar nicht früh genug anfangen, Kinder an Fremdsprachen heranzuführen, wenn man nicht gleich die Möglichkeit zur bilingualen Erziehung haben sollte.

Lukas Altmann und Jewgenij Sacharjewitsch

Zu wenig leider kamen die jungen Leute im Publikum zu Wort. Dabei – und das erwies sich dann gegen Ende der Diskussion – ging es doch hauptsächlich um sie. Ihr Wunsch lautet nämlich, nachdem die Freiwilligen aus Jena mit ihren Sprachangeboten coronabedingt ausbleiben, über das Internet Verbindung nach Jena und Erlangen aufnehmen zu können, um ihr Deutsch zu praktizieren.

Jelena Guskowa und ihr Euroklub

Oxana Löscher nahm diesen Aufruf freudig auf und zeigte sich überzeugt, in den Russischklassen interessierte Jugendliche für diese Art des Austausches zu finden. Auch in Jena will man sich dazu Gedanken machen. Der Blog wendet sich daher an alle Leser in Erlangen mit der Bitte, sich zu überlegen, ob nicht jemand bereit sein könnte, alle zwei Wochen einmal (gern auch öfter) als Sprachpate solche Gespräche mit jungen Leuten aus der Partnerstadt zu führen. Ohne Lehrbuch, ohne Lehrplan, einfach drauflosreden, damit die jungen Leute nicht aus der Übung kommen. Freiwillige vor und bitte per Kommentar hier oder direkt bei peter.steger@stadt.erlangen.de melden. Was könnte schöner sein, als in Zeiten der Pandemie eine solche Sprachbrücke nach Wladimir zu bauen! Die virtuelle Zusammenkunft wurde übrigens aufgezeichnet und kann auf Wunsch später zur Verfügung gestellt werden.

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In diesen Zeiten, wo der leibhaftige Austausch uns allen so fehlt, freut es, von Initiativen zu hören, die zumindest auf virtueller Ebene die Verbindungen nicht abbrechen lassen. Großes Lob dafür gebührt da wieder einmal dem Euroklub in Wladimir, der im Rahmen der Dreieckspartnerschaft mit der Eurowerkstatt in Jena immer wieder neue Aktionen startet. So reichten die beiden Jugendorganisationen im Februar beim Allrussischen Wettbewerb „Mein Land“ einen Antrag ein, der in der Nomination „Partnerstädte unserer Länder“ für russische Staatsbürger, die im Ausland leben, Aussicht auf Erfolg zu haben scheint. Denn Darjana Wojkina, derzeit im Rahmen eines Freiwilligenprogramms in Jena zugange, hat es in die entscheidende Runde geschafft. Vom 13. bis 15. September stellt das Mitglied des Euroklubs der Jury ihr Projekt „Wladimir, Platz für Partnerschaft“, vor. Vor Ort soll die junge Frau in Wladimir Gäste aus Partnerstädten sowie deren Gastgeber treffen, wobei das Augenmerk auf den Interessen und Bedürfnissen der Jugend beim internationalen Austausch und auf den Möglichkeiten liegen soll, wie es gelingen kann, mit Hilfe des interkulturellen Dialogs die optimalen Wege zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu finden.

Kreativstunde im Euroklub Wladimir

Nun gilt, es Darina Wojkina die Daumen zu drücken. Ihr Erfolg wäre ja auch eine Anerkennung für alle, die an diesem Partnerschaftsdreieck mitwirken.

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Gestern erinnerte der Blog an den 30. Jahrestag der Erstbenennung und der Schaffung des Dreiecks Erlangen-Jena-Wladimir, und, wie es der Ratschluß ihrer inneren Mächte und Kräfte so wollte, führte die Partnerschaft Polina Foliforowa und Jekaterina Ragusina just an diesem Jubiläum von der Regnitz an die Saale. Empfangen wurden die beiden Studentinnen, deren Namen an der FAU noch immer niemand so recht auszusprechen vermag, von ihren Landsleuten, Xenia Muchajewa und Jewgenij Sacharjewitsch, die in der Eurowerkstatt ihren Freiwilligendienst leisten, jenes große Projekt, das Jena zusammen mit den Fahrten unter dem Motto „Mix-Tour“ mit Wladimir verbindet.

Polina Foliforowa, Jekaterina Ragusina, Jewgenij Sacharjewitsch und Xenia Muchajewa

Die Erlanger Gäste bleiben nun über das Wochenende. Und was sie da so treiben? Vielleicht erzählen sie das in weiteren 30 Jahren jungen Leuten, die dann – so wie gestern Jewgenij Sacharjewitsch – von sich sagen: „Damals war ich noch nicht einmal in der Planung.“ So oder so: Es sind diese und jene, die den Gedanken vom deutsch-russischen Miteinander heute und morgen Gestalt annehmen lassen, von der dann – so es Gott will – im Jahr 2050 der Blog in Wort und Bild berichten kann.

P.S.: Kurz vor dem Ausstieg in Jena stieß – wieder diese waltenden Mächte und Kräfte der Städtepartnerschaft – unvermutet Anna Kulakowa zu den Gästen. Auch sie begann einmal als Freiwillige bei der Eurowerkstatt. Nun unterrichtet die Wladimirerin in Rudolstadt und wohnt weiter in Jena, wie hier nachzulesen: https://is.gd/Gkfzj2

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Offiziell begründet wurde es zwar erst 2008, aber bereits auf den Tag genau vor 30 Jahren nannte Joachim Sossalla, 1. Vorsitzender des 1. Nordbayerischen Amateur Fotoclubs, in seinem Schreiben vom 19. Juni 1990 an Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg, die Drei-Länder-Ausstellung von Photographen aus Erlangen, Jena und Wladimir „sowie eines Lichtbildners aus Moskau“ ein Städtepartnerschaftsdreieck. Fast schon seherisch wählte der Vereinsleiter aus Nürnberg, dessen Erlanger Vertreterin, Karin Günther, später die Erlanger Foto Amateure gründete, diesen Begriff und wies darauf hin, dieses Zusammenwirken sei in der „gegenwärtigen politischen Situation von hoher Aktualität“, etwas, das leider noch immer im deutsch-russischen Verhältnis gilt. Fast könnte man daran verzweifeln, wären da nicht diese großartigen Zeugnisse der Verständigung zwischen Erlangen, Jena und Wladimir, die bis ins Jahr 1989 zurückreichen und bis heute fortbestehen.

Die ausgesprochen erfolgreiche Ausstellung wurde dann übrigens gar nicht so teuer, unter anderem weil Peter Steger, damals schon Partnerschaftsbeauftragter für beide Städte, die sprachliche und organisatorische Betreuung der Gäste aus Wladimir übernahm: Wladimir Fedin, Sergej Uchin und Wladimir Filimonow. Diese drei bauten dann eine ganz wunderbare Freundschaft mit Karin Günther und ihren Erlanger Foto Amateuren auf, der die Partnerschaft ungezählte Ausstellungen verdankt, und die bis heute anhält. Erst dieser Tage traf von Wladimir Fedin eine Mail mit drei Eidechsenbildern ein, wo er seiner deutschen Kollegin mitteilte, er begeisterte sich neuerdings für Makrophotographie, habe aber auch wegen Corona weniger Aufträge…

Karin Günther im Mai 2013 vor dem Erlangen-Haus in Wladimir mit ihren Photofreunden Wladimir Fedin, Wladimir Filimonow und Sergej Uchin sowie deren Ehefrauen

Und Jena? Damals schon dabei Klaus Enkelmann von Unifok, dessen Vorsitzender er heute ist. Bestimmt zwei Dutzend gemeinsamer Ausstellungen ließen sich auflisten – und jedes Jahr ein Gruppenausflug, immer auf der Suche nach neuen Motiven.

Karin Günther mit Oberbürgermeister Albrecht Schröter und Klaus Enkelmann im Januar 2015 bei einer Ausstellungseröffnung im Rathaus Jena

Der Bericht wäre unvollständig ohne den Hinweis darauf, daß die Erlanger Foto Amateure längst unser aller Bild von allen Partnerstädten prägen; sogar mit dem tschechischen Chomutov, dem früheren Komotau – Erlangen hat für die Vertriebenen aus dieser nordböhmischen Stadt bereits 1963 die Patenschaft übernommen – ist es dem Verein gelungen, einen intensiven Austausch aufzubauen. Sogar? Nicht so ganz verwunderlich, wenn man weiß, daß Karin Günther, diese Weltbürgerin, dort geboren wurde und selbst die Flucht mitmachte. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte, die hier nachzulesen ist: https://is.gd/UmEE7q

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Zum gestrigen Nationalfeiertag hatte der Euroklub Wladimir seine deutsche Partnerorganisation, die Eurowerkstatt in Jena, eingeladen an einer Schreibaktion teilzunehmen und Erinnerungen an den Austausch zu schicken. Zwei für sich und all die anderen sprechende Beispiele gibt es heute im Blog zu lesen:

Zu Gast im Euroklub Wladimir

Ich habe Rußland bereits zwei Mal besucht. Einmal während meines Jugendfreiwilligendienstes und einmal im Rahmen eines Jugendaustausches. Ich habe verschiedene Regionen kennengelernt, zum Beispiel Wladimir, Kirow und Nischnij Nowgorod.

Ich hatte viele Bekanntschaften mit Russen und schätze ihre Gastfreundschaft sehr. Ich wurde immer zu ihnen nach Hause eingeladen, es gab leckeres Essen und Getränke. Am besten gefallen haben mir dabei auch die interessanten Geschichten, welche mir bei spannenden Gesprächen erzählt wurden.

Sehr beeindruckt hat mich auch die russische Kultur, welche ich bei Besuchen im Theater und Ballett bewundern konnte. Auch die Architektur, welche nicht nur in Sankt Petersburg oder Moskau, sondern in allen Regionen zu finden ist, fasziniert mich sehr und ist in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt zu finden.

Meiner Meinung nach ist Rußland immer eine Reise wert und man kann bei jedem Aufenthalt etwas Neues entdecken. Die Möglichkeiten in diesem Land sind unendlich und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch.

Lucas Haftmann, Jena

 

Zu Gast im Euroklub Wladimir

Wladimir, mein Goldener Ring

Es würde sich unbedingt lohnen, noch einmal zum Goldenen Tor zurückzukehren. Hier spüre ich jene Kraft und Macht, den Geist der Geschichte innewohnen. Die Stadt beeindruckt mich jedes Mal. Immer wieder finde ich in ihr etwas Neues.

Dies ist meine zweite Rußlandreise, mein zweiter Besuch in Wladimir.

Ich habe viel an mir gearbeitet, viel geleistet. Doch diese Fahrt schenkte mir eine zweite Luft. Die Stadt verleiht mir Lebensenergie, die ich tatsächlich spüren kann. Wladimir verzaubert mich regelrecht, und meine Begeisterung findet kein Ende. Und das kommt nicht nur von der Schönheit der Stadt, sondern auch von den Menschen, die hier leben.

Wladimir erinnert mich sehr an Jena, wo ich geboren wurde. Die Städte ähneln einander in ihrer großen historischen Bedeutung.  Hier wie dort gibt es viele Studenten, viele kleine Lokale und Gasthäuser. Hier leben gutherzige Menschen, immer hilfsbereit, wenn man sich in einer schwierigen Lage befindet oder sich verlaufen hat. Die Leute schätzen ihre Werte und Traditionen, was mich begeistert. In den vielen Bars und Restaurants mit all den Studenten kann man so richtig entspannen und sich wie zu Hause fühlen. Gutes traditionelles Essen, viele Freunde und interessante Orte, wo man immer wieder hin will.

Wladimir wurde zu meiner zweiten Heimat. Ich komme unbedingt wieder, um unsere Freunde und meine Gastfamilie wiederzusehen. Ich kann noch viel von dieser Stadt lernen. Ich will lieben und leben lernen. Wladimir, Du bist meine Perle! Hier findet jeder Arbeit, gleich als was jemand arbeitet. Das haut mich um und zieht mich an. Hier gibt es auch Feuerwehrstationen mit modernster Ausstattung, und sogar der Rettungsdienst ist auf einem hohen Niveau.

Die alten Busse in der Stadt haben ihren eigenen Charme. Sie tragen mich gewissermaßen in eine andere Zeit. Vielen Dank Dir für all das! Danke für die Eindrücke und Kraft. Es lohnt sich, Wladimir zu besuchen! Für alle! Man denke nur an die Sehenswürdigkeiten Wladimirs!

Danke für die wunderbare Zeit!

Philipp Roberto Witze, Jena

Es ist ja noch nicht absehbar, wann der Austausch wieder aufgenommen werden kann. Deshalb sind solche Reiseberichte ein besonderer Schatz. Sollten Sie auch Erinnerungen an frühere Begegnungen mit Wladimir haben, ist die Blog-Redaktion immer dankbarer für Zusendungen.

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Wer Bambus malen will, muß ihn im Herzen haben.

(Fernöstliche Weisheit)

Zunächst möchte ich sehr gerne herzliche Grüße nach Erlangen an alle Blog-Leser richten, die mich noch kennen, mit einigen bin ich leider nicht mehr in Kontakt. Und zwar an Irina Seidner (Gossmann), Kristina Werner, Gerhard Kreitz, Tatjana Parilowa, Georg Schneider und Peter Steger.

 

Heutzutage wird das Thema Berufung, oder, wie es John Strelecky nennt, Zweck der Existenz, oft diskutiert. Ich habe mir auch darüber Gedanken gemacht. Wenn unsere Arbeit da halbe Leben ist, dann sollten wir davon profitieren. Und nicht nur im finanziellen Sinne! Auf welcher Weise kann es begriffen werden, wofür unser Herz schlägt? Die Antwort auf diese Frage habe ich erst vor einigen Monaten gefunden, blieb aber jahrelang meinem Bauchgefühl treu.

Aus meiner persönlichen und sehr subjektiven Sicht ist es die wahre Berufung erst dann, wenn man sich mit einer gewissen Tätigkeit ehrenamtlich und uneigennützig beschäftigen kann. Wenn man Hobbys in einen Job umwandelt und dadurch nicht nur vergütet, sondern auch erfüllt wird. Das klingt märchenhaft, nicht wahr?

Wie die deutsche Sprache klingt, habe ich zum ersten Mal in einem Waldorfkindergarten begriffen, den ich mehrere Jahre lang nach einer damals tapferen Entscheidung meiner lieben Eltern besuchte. Mit 18 absolvierte ich eine Waldorfschule, wo Deutsch als erste Fremdsprache vermittelt wurde. Ungeachtet der unmittelbaren Nähe zur deutschen Kultur sowie anthroposophischen Pädagogik von Rudolf Steiner und zahlreichen Möglichkeiten, mit deutschen Gästen ins Gespräch zu kommen, blieb mein Verhältnis zur deutschen Sprache weiterhin kühl.

2008 wurde ich an der Wladimirer Pädagogischen Universität (die historische Fakultät) immatrikuliert. Zu jener Zeit stand Geschichte im Vordergrund, und Deutsch als Fremdsprache wurde mein zweites Fach im Studiengang. Am Wendepunkt meines Prioritätenwechsels lag die Anmeldung 2010 zu einem allgemeinen B1-Deutschsprachkurs im Erlangen-Haus.

Zwischenfazit 1: Jede bewußt gelernte Fremdsprache gewinnt für dich erst dann an Aktualität, wenn sie zu deinem Lebensbedarf gehört und eine praktische Anwendung in deinem Alltag findet!

Durch den spannenden Lernprozeß und eine kompetente Betreuung meiner Lehrerinnen, Tatjana Kirssanowa und Marina Gailit, wurde die Deutsche Sprache ein Werkzeug, ein Schlüssel zu einer lebendigen Kommunikation.

Zwischenfazit 2: Habe keine Angst vor Fehlern. Statt dessen mach Deine Fehler zu deinen besten Lehrern und wachse daran! Sei begehrlich nach Sprachkenntnissen und setze sie in die Praxis um! Die deutsche Sprache ist ein Werkzeug der Kommunikation und kein Museumsgegenstand.

Ich habe sehr gut meinen ersten B1-Sprachkurs bei Tatjana Kirssanowa in Erinnerung. Vor dem Unterrichtsbeginn sollten wir zwei Fragen beantworten: „Wie geht es Dir/Ihnen?“ und „Was gibt’s Neues?“. Jeder Teilnehmer sollte von einer interessanten Tatsache aus seinem Alltag berichten. Manchmal blieb ich vor der Eingangstür kurz stehen, um meine chaotischen Gedanken in Ordnung zu bringen und ein sinnvolles Ereignis aus meinem Leben als Antwort auf die kommenden Fragen zu formulieren. Vermutlich halten Sie dieses Benehmen für Blödsinn, doch das zeugt, meines Erachtens, von Verantwortung und Selbstdisziplin.

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Anastasia Owtscharow, Johanna Großer und Regina Halbfinger, 2017 in Jena

Zwischenfazit 3: Nimm das Erlernen der deutschen Sprache wahr! Erweitere gewissenhaft deine Wortschatz sowie Grammatikkenntnisse. Führe deine Notizen ordentlich, lies sie immer wieder, hefte alle erhaltenen Kopien ab! Denke während des Sprechens. Du trägst in gewissem Sinne eine Verantwortung für deine gesprochenen Gedanken. Es ist ganz gleich, ob es sich um eine Fremdsprache oder um deine Muttersprache handelt.

2010 habe ich an meiner ersten Sprachreise nach Erlangen teilgenommen und bereiste das Heimatland von Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Daraus haben sich bereichernde Freundschaften und Bekanntschaften herauskristallisiert, auf die ich bis heute großen Wert lege. Durch diese beeindruckende Reise wurde mein Interesse sowohl an der Vielfältigkeit der deutschen Sprache als auch an der deutschen Kultur geweckt. Deutsche Filme, Literatur, Kommunikation mit Muttersprachlern habe ich seitdem in mein alltägliches Leben einbezogen.

Zwischenfazit 4: Schaffe um dich herum ein kommunikatives Umfeld! Schaue Filme auf Deutsch mit und ohne Untertiteln, höre deutsche Radiosendungen, lies Online-Zeitungen, gründe ein Sprachtandem und setzte deine erworbenen Kenntnisse bei einer Tasse Kaffee oder Tee in die Praxis um. Lerne auf Deutsch zu denken, führe Dialoge mit dir selbst und auch bei Gelegenheit mit Muttersprachlern.

2013 schloß ich mein Studium als Lehrerin für Geschichte und Deutsch als Fremdsprache an der Wladimirer Pädagogischen Universität ab und fuhr für ein Jahr nach Deutschland. Der Wladimirer Euroklub bot mir eine Stelle als Freiwillige in unserer Partnerstadt Jena an. Für diese Gelegenheit bin ich Jelena Guskowa und Cornelia Bartlau sehr dankbar! Während meines Europäischen Freiwilligen Sozialen Jahres sammelte ich wertvolle Erfahrungen. Ich arbeitete in einem Jugendzentrum und organisierte rußlandorientierte Projekte für Jugendliche. Koch- und Länderabende, landeskundliche Spiele, Sprachanimation erweisen sich als besonders erfolgreich. Nebenbei bereiste ich Deutschland, nahm an einem deutsch-tschechischen Filmprojekt teil und knüpfte Kontakte.

Zwischenfazit 5: Sammle verschiedenartige Erfahrungen, reise und erweitere deinen Horizont, dein Bewußtsein. Halte dich auf dem laufenden in bezug auf Europäische Programme und Projekte, knüpfe Kontakte und pflege Freundschaften!

Mein unvergeßlicher Europäischer Freiwilliger Dienst legte die Basis für meine weitere sprachliche und persönliche Entwicklung. Ein paar Jahre widmete ich der Forschung der deutschen Sprache und Literatur. 2017 schloß ich erfolgreich mein Masterstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ab. Als Sprachdozentin für Deutsch als Fremdsprache, Deutsch als Zweitsprache war ich viel in der Türkei und in Deutschland unterwegs. Ich unterrichtete Deutsch in verschiedenen Kontexten und heterogenen Gruppen. Im Moment unterrichte ich online und bin als DaF/DaZ-Dozentin an einem Interkulturellen Zentrum für Bildung und Kommunikation in Rudolstadt tätig.

Meine jetzige Arbeit erfüllt mich und hält mich in einer ständigen Entwicklung. Ich wünsche jedem, seinen Beruf zur Berufung zu machen.

Fazit: Lerne in jedem Alter und bei jeder Gelegenheit! Habe unbedingt Spaß damit!

Mit einem schönen Zitat von Johann Wolfgang von Goethe komme ich zum Ende meines Berichts und danke Dir recht herzlich für die investierte Zeit und Geduld. Hoffentlich kannst Du aus diesem Text Inspiration schöpfen. Viel Erfolg auf Deinem Wege!

Nichts auf der Erde ist ohne Beschwerlichkeit! Nur der innere Trieb, die Lust, die Liebe helfen uns Hindernisse überwinden, Wege bahnen und uns aus dem engen Kreise, worin sich andere kümmerlich abängstigen, emporheben.

Herzliche Grüße aus der Lichtstadt Jena!

Anna Kulakowa

P.S.: Anna Kulakowa wollte ursprünglich in diesem Artikel auch Bernd Uebel grüßen, erfuhr dann aber von dessen Tod, der sie zutiefst erschütterte und schreiben ließ: „Mein Beileid. Ich kannte Bernd seit acht Jahren… Seit meiner ersten Reise nach Erlangen. Ein strahlender Mensch mit einem großen Herzen.“

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