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Archive for the ‘Jena – Wladimir’ Category


Neben Cornelia Bartlau war es Thomas „Kaktus“ Grund, der den Jugendaustausch zwischen Jena und Wladimir in Gang brachte. Der mittlerweile verrentete Streetworker veröffentlichte dieser Tage auf Facebook seine Erinnerungen an jene durchaus anarchischen Pionierzeiten mit mittlerweile wohl verjährten läßlichen Sünden.

Als ich 1994 das erste Mal mit einer Gruppe Jugendlicher in Wladimir war, war auch ein Substituierter dabei, für den ich das Methadon schmuggeln mußte. Als wir ankamen, mußte ich feststellen, daß die russischen Teilnehmerinnen entsetzt waren. Tätowierte waren nur Knastbrüder und keine normalen Menschen. Die nächsten Tage verbrachten sie damit, sich mit mir photographieren zu lassen, ich war wohl doch kein Knastbruder für sie.

Thomas „Kaktus“ Grund mit Dieter Argast und Cornelia Bartlau im Hintergrund

Wir waren bei Gasteltern untergebracht. Mein Gastgeber hieß Boris, der in einer Parterrewohnung bei seiner Mutter lebte, die gerade im Krankenhaus lag. Er studierte Musik am Konservatorium. In der ersten Nacht sagte er, du darfst nicht das Fenster öffnen, nur die Tür zum Flur. Ich verstand das erst am nächsten Tag. Eine Gruppe ordentlich Zurechgetrunkener stand vorm Haus. Sie umringten mich gleich, bewunderten meine Tattoos, zeigen mir ihre verblassten Knast-Tattoos. Es gab eine Flasche lauwarmen Wodka-Fusels, ich spendierte Westzigaretten. Zum Abschied gab es Umarmungen. In dieser Nacht habe ich das Fenster geöffnet, weil klar war, ich bin jetzt ihr deutscher Freund.

Bei Freunden: Jelena Guskowa, Gennadij Stachurlow, Dieter Argast, N.N. und Cornelia Bartlau

Die nächsten Abende gab es immer viel Wodka mit Boris und seinen Freunden. Ich gab mir Mühe, zu gewinnen. Am letzten Abend war ich Sieger und mußte am Morgen Boris wachrütteln. Der rief mir dann eine Taxe, die mich zum Flughafen brachte, und wankte wieder ins Bett. Zurück schmuggelte ich russische Westzigaretten für 50 Cent die Schachtel.


Bei einer Wanderung fragte mich ein russischer Arzt, was meine Rückentattoos bedeuten. Unsere Dolmetscherin übersetzte ihm die Bedeutung nach Freud: Der Stier ist mein Ich, der durch die Mauer des Überich, über die tosenden Fluten von Lava des Unbewußten springt! Er lächelte und sagte: „Ich weiß, was das bedeutet: Anarchie.“ Da hatte er wohl recht.

Thomas „Kaktus“ Grund

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Die Partnerschaft zwischen dem Euroklub Wladimir und der Eurowerkstatt in Jena, entstanden aus der gemeinsamen Verbindung mit Erlangen hält nun schon seit fünfzehn Jahren. Grund genug auch für das Rathaus der Partnerstadt, den wichtigsten Akteuren dafür zu danken, so viele junge Menschen zusammengebracht zu haben. Grund genug, diese natürlich auch im Blog nochmals zu nennen: Jelena Guskowa, Cornelia Bartlau, Elke Kerber, Thomas Kaktus Grund, Natalia Kostina, Iwan Nisowzew und Anna Kulakowa.

Aber auch in Jena würdigt man dieses völkerverbindende Engament. So erhielt Elke Kerber, mittlerweile im Ruhestand, für ihren Einsatz im Rahmen des Austausches der Überbetrieblichen Ausbildungsgesellschaft ÜAG mit Jugendlichen aus Wladimir, unlängst aus den Händen von Oberbürgermeister Thomas Nitzsche eine Ehrenurkunde.

Thomas Nitzsche und Elke Kerber

Von den vielen Berichten über diese Begegnungen sei nur dieser Bericht aus dem Blog https://is.gd/z7SVNg angeführt, und ein kreatives Zeugnis der Zusammenarbeit findet man noch heute in Jena.

Bleibt nur, weiter Glück und Erfolg bei der Völkerverständigung auch für die kommenden fünfzehn Jahre zu wünschen. Und Dank zu sagen an alle, die mitwirkten und dabeibleiben.

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Gestern ging ein weiterer Bericht von Lou Constance Schmalbrock, als Freiwillige von der Eurowerkstatt Jena zum Euroklub Wladimir entsandt, in der Redaktion des Blogs ein, der nicht lange in der virtuellen Schublade liegen bleiben soll.

Dieses Wochenende durfte ich die Familie meines Tutors Jewgenij in einen kurzen Skiurlaub begleiten. Am Freitagnachmittag, nachdem alle Schuhe, Skistöcke und natürlich Skier verstaut waren, ging es los. Wir fuhren nach Osten, in Richtung Nischnij Nowgorod. Es war für mich das erste Mal hier, mit dem Auto in eine andere Stadt zu fahren, ich war irgendwie echt gespannt. Obwohl es nur 200 km waren, brauchten wir über drei Stunden auf einer Art Schnellstraße oder Autobahn, ich bin mir da nicht ganz sicher. In dem kleinen Ort angekommen, gegen 19 Uhr, gab es Abendbrot, und danach ging es auf die Piste. Obwohl wir erst um halb neun wirklich vorbereitet waren, konnten wir noch Ski fahren, da die Piste beleuchtet war. Da ich erst ein Mal in meinem Leben Skifahren war (und das vor drei bis vier Jahren), erklärte mir Jewgenij erstmal auf dem Babyhang, wie das alles nochmal funktionierte. Erstaunlicherweise klappte es ziemlich gut, und schon nach viermaliger Abfahrt auf dem Übungshang gingen wir direkt zur richtigen Piste über. Glücklicherweise war nicht mehr viel los, weshalb ich viel Platz hatte,  und ich wurde ja auch immer von meinem Skilehrer oder seiner Mama begleitet. Schon an diesem Abend merkte ich: null Muskeln in den Beinen. Erst am Sonntag bekam ich das aber so richtig zu spüren. 😃

Am Samstag fuhren wir den ganzen Tag Ski; an sich hat auch alles gut geklappt, leider bin ich einmal aus dem Lift gefallen, als ich mit einer anderen Frau zusammen auf den Berg transportiert wurde. Sie ist dann auch aus dem Lift gefallen und fand es, glaube ich, nicht so lustig. Ich hatte einfach das Gleichgewicht verloren… Zum Glück war Jewgenijs Vater ein paar Meter hinter mir im Lift und sagte mir im Vorbeifahren, was ich machen sollte. Ich schnallte meine Skier ab und krabbelte gewissermaßen auf die nächste Piste, von wo ich wieder nach unten fuhr. Zum Glück ist mir das nicht noch einmal passiert, das war nämlich echt anstrengend…

Lou Constance Schmalbrock

Am Sonntagmorgen fuhren wir auch noch einmal eine Runde. Nach dem Mittagessen wurde dann alles gepackt, und es ging wieder Richtung Wladimir. Insgesamt hat es mir echt Spaß gemacht, und ich bin sehr dankbar, auf diese kleine Reise mitgenommen worden zu sein.

Der russische Winter ist sehr schön und wirklich anders als der deutsche, daher sollte man hier jede  Gelegenheit nutzen und das Skifahren genießen.

Lou Constance Schmalbrock

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Am Nachmittag dieses 16. Januars versammelten sich ca. zwölf Jugendliche im Euroklub, um meinen Vortrag über Wahrsagerei bzw. deutsche Traditionen zur persönlichen Jahresvorhersage zu hören. Also berichtete ich über Glückskekse, Marzipanschweinchen und Bleigießen. Um die Traditionen noch näherzubringen, hatte ich vorab Glückskekse gebastelt und einen kleinen Spruch auf Deutsch aufgeschrieben, der die Gruppe auf das Jahr „vorbereiten“ sollte. Eine Deutschstudentin übersetzte glücklicherweise alles auf Russisch. Das war also die erste Etappe der Vorhersage für 2019.

euroklub 2

Lou Schmalbrock und die Glückskekse

Als nächstes folgte Bleigießen, mit Kerzenwachs allerdings. Auf dem Boden breiteten wir ein Tuch aus und stellten darauf alle nötigen Utensilien, Wasserschüssel, eine Kerze, Löffel usw. Ich hatte das Gefühl, sie waren wirklich erstaunt und interessiert daran, das auszuprobieren. Also schmolzen wir Wachs und schütteten es ins Wasser. Dabei entstanden aber keine Formen wie beim Bleigießen, sondern das Wachs schwamm auf der Oberfläche des Wassers, was ebenfalls eine super Interpretationsgrundlage bildete. Der Auserwählte interpretierte dann die entstandene Form (alle anderen gaben Ideen und Vorschläge dazu, falls man sich nicht sicher war), und ich suchte in einer Liste die entsprechende Bedeutung, z.B. Kleeblatt – großes Liebesglück. Als ob das nicht schon genug wäre, führte Jelena Guskowa, die Leiterin des Euroklubs, dann noch alles weiter aus und erklärte den Brauch aus ihrer Sicht, damit auch jeder genau weiß, was ihn erwartet ;-).

Wahrsagen mit Lou Schmalbrock

Als letztes nahmen wir noch ein Buch auf Deutsch, und jeder durfte sich eine Seite und eine Zeile auswählen. Dieser Satz sollte ebenfalls das neue Jahr vorhersagen (eigentlich eine russische Tradition). Zum Glück wurde dies wieder von der Deutschstudentin übersetzt, und Jelena konnte jeder noch so abstrakten Wegbeschreibung einen Sinn abgewinnen. Das war echt lustig.

Der magische Kreis von Lou Schmalbrock

Insgesamt hat alles echt viel Spaß gemacht, und ich hoffe und denke, die Jugendlichen in irgendeinem Weg inspiriert zu haben, kreativ zu sein und herumzufantasieren.

Lou Schmalbrock

Mehr zu der Ehrenamtlichen aus Jena in Wladimir ist hier zu finden: https://is.gd/rmszSI

 

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Mein Name ist Lou, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Jena. Seit einigen Tagen bin ich nun in Wladimir und werde hier ein Jahr als Freiwillige im Euroklub arbeiten. Genauso wie Mathilda Wenzel https://is.gd/eNLFs2 habe ich den Kontakt über die Eurowerkstatt in Jena hergestellt.

Es ist schon verrückt, jetzt hier zu sein. Bisher habe ich das noch nicht recht begriffen, und ich denke, das wird auch noch etwas dauern. Im Moment ist für mich alles neu: die Umgebung, die Sprache, die Währung, das Essen, das Wohnheim, die Selbstversorgung. In ein bis zwei Wochen wird das hoffentlich für mich „echter“ sein, so auch der Fakt, die nächsten zehn Monate hier zu leben.

Lou Schmalbrock und ihre neuen Freundinnen in Wladimir

Mein erster Eindruck ist nur positiv. Den Weg vom Flughafen Wnukowo, Moskau, nach Wladimir fand ich erstaunlich gut, natürlich auch dank Google Maps. Die Verbindungen in Moskau sind gut, die Metrostationen sehr beeindruckend. Vor allem ist alles sehr sauber, zumindest das, was ich auf dem Weg von Moskau sehen konnte. Am Bahnhof lagen fast keine Zigarettenstummel auf dem Boden, die Leute werfen ihren Müll in die öffentlichen Abfalleimer. Im Zug nach Wladimir wurde jedem Passagier ein Wagon + Platznummer zugewiesen. Ich wollte mich einfach irgendwo hinsetzen, aber die Leute haben es mir dann erklärt und geholfen, auch wenn sie kein Englisch sprachen. Was mir auch gleich auffiel, ist das herzliche Lächeln vieler Russen. Sie sind ein schönes Volk, vor allem die Frauen.

Wladimir gefällt mir sehr gut, es ist viel geordneter und moderner als ich erwartet hatte und auch sehr grün. Zwei Mädchen aus dem Euroklub zeigten mir am Sonntag das Stadtzentrum, wir waren in zwei Museen und in der Mariä- Entschlafens-Kathedrale, das war sehr beeindruckend.

Anders ist auf jeden Fall eine Frau, die im Bus Fahrscheine an alle verkauft. Und was (natürlich) anders ist, so gut wie nichts zu verstehen, und das stört mich. Glücklicherweise hatte ich heute meine erste Russischstunde bei einer Lehrerin an der Uni, es hat echt Spaß gemacht!

Obwohl ich noch nicht einmal eine Woche hier bin, kommt es mir vor, als wäre ich vor längerer Zeit angekommen. Jeden Tag wirken neue Eindrücke auf mich, abends falle ich dann geschafft ins Bett.

Mein Besuch in Bogoljuwobo

Am Wochenende durfte ich mit einer Schülergruppe (11-15 Jahre) und ihrer Lehrerin Anna einen Ausflug machen. Mit dem Bus fuhren wir nach Bogoljubowo, ein Dorf in der Nähe von Wladimir. Dieses Dorf ist eines der ältesten hier in der Region, es wurde um 1200 gegründet.

Zuerst besuchten wir dort das Frauenkloster, welches noch immer als solches fungiert. Der Großfürst von Wladimir, Andrej Bogoljubskij, wurde dort im 12. Jahrhundert ermordet. Wir sahen dort ein paar Nonnen, für viele Kinder war es ebenfalls das erste Mal, das Kloster zu besuchen. Danach überquerten wir die Bahnschienen und spazierten über eine riesige Wiese, welche uns zur Mariä-Schutz und Fürbitt-Kirche führte. Neben dieser Kirche münden zwei Flüsse ineinander, die Kljasma (die durch Wladimir fließt) und die Nerl. Neben dieser Mündung veranstalteten wir ein kleines Picknick, die Kinder hatten Kekse und Schokolade mitgebracht, und wir tranken Apfelsaft.

Lou Schmalbrock vor Mariä Schutz und Fürbitt

Anfangs waren die Kinder zu schüchtern, um mit mir zu reden, doch das löste sich mit der Zeit, und gegen Ende konnte ich mich einigermaßen, soweit mein Russisch es erlaubt, mit ihnen unterhalten. Manche von ihnen lernen schon Deutsch oder Englisch in der Schule und konnten deshalb einiges übersetzen, falls ich es nicht auf Russisch verstand.

Es hat mir sehr viel Freude gemacht, diesen Ort gemeinsam mit der kleinen Gruppe zu besuchen. Das Wetter war toll, die Kinder munter und der Ort beeindruckend – ein perfekter Samstagsspaziergang also.

Mein Besuch in Schepelewo

Diesen Samstag bin ich mit dem Bus in ein Dorf ca. zehn km von Wladimir gefahren – Schepelewo. Dort besuchte ich einen Kindergarten. Die Kleinen hatten ein herbstliches Programm vorbereitet. Begonnen wurde mit einem Klavierstück, welches die 17jährige Tochter der Chefin spielte. Außerdem waren Stücke auf der Gitarre zu hören, kleine Mädchen sangen, ein Junge tanzte etwas vor, und ein Jugendlicher interpretierte russische Volkslieder.

Bastelstunde

Gegen Ende sollte ich mit den Kindern einen Workshop machen, um ihnen etwas von der deutschen Kultur zu zeigen. Vorher hatte ich über verschiedene Sachen nachgedacht, letztendlich entschied ich mich dafür, Papierdrachen zu basteln. Diese könnten sich die Kinder dann in ihr Zimmer oder ans Fenster hängen. Also hatte ich alle Materialien mitgebracht und vorher selbst einen Drachen als Beispiel gebastelt. Die Kinder machten alle mit und hatten ihre Freude, denke ich.  Aus Buntpapier schnitten sie den Drachen aus, malten mit Filzstiften Gesichter darauf. Manche klebten auch kleine Schleifen an die Seiten. Am Ende befestigten wir dann Bänder zum Aufhängen. Die Kinder beschlossen dann, alle Drachen im Kindergarten aufzuhängen. Sie erzählten mir davon, wie sie im Herbst kleine Puppen aus Stoff basteln und in die Fenster stellen, aber ohne Gesichter.

Es war interessant, ein russisches Dorf zu sehen, und es hat mir wirklich Spaß gemacht, mit den Kindern zu arbeiten und vor allem auch ihr Programm zu sehen

Lou Schmalbrock

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Vom 28. August bis 2. September besuchte eine Delegation der Stadt Jena das partnerschaftlich verbundene Wladimir. Die Reise knüpfte an die einjährigen Kooperationsbemühungen im Bereich Gesundheit und Pflege an und war eingebettet in einen mehrjährigen, lebendigen Austausch. Angeführt wurde die Delegation von Norbert Hebestreit, Pflegewissenschaftler am Universitätsklinikum Jena, begleitet von Iwan Nisowzew, Vorstand der Eurowerkstatt Jena e. V., Johanna Großer, Studentin am Institut für Slawistik, Dagmar Kunze, stellvertretende Leiterin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena, sowie Andreas Dippl, Bereichsleiter für Pflege und Soziale Dienste beim Deutschen Roten Kreuz Jena-Eisenberg-Stadtroda. Ebenfalls mit im Reiseteam – Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflegewissenschaft am Koch-Metschnikow-Forum Berlin, begleitet von ihrem Mann Bernd.

Ziel des Besuches war die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen der Berufsschule für Gesundheitsfachberufe Wladimir und den eingebundenen deutschen Partnerinstitutionen. Im Mittelpunkt der Kooperationsabsichten stehen Austauschprogramme für Schüler, Fach- und Lehrkräfte beider Schulen und angebundener Kliniken sowie gemeinsame Forschungsprojekte im niedrigschwelligen, drittmittelgeförderten Bereich. Entsprechend der vorgenannten Felder potentieller Projekte der Zusammenarbeit stellten die Gastgeber ein umfassendes Angebot an Besichtigungen fachlich unterschiedlich ausgerichteter Kliniken und Versorgungszentren zusammen. Hierzu zählen die Städtische Klinik für Notfall- und Unfallversorgung (Rot-Kreuz-Krankenhaus), das Zentrum für Tuberkuloseprävention und -behandlung, das Regionale klinische Onkologiezentrum sowie das Regionale Zentrum für Transfusionsmedizin. Neben dem fachlichen Austausch mit den jeweiligen leitenden Medizinern und Pflegekräften wurden auch Perspektiven des Austauschs von Fachleuten zu Hospitationszwecken eruiert und gegenseitige Fragen zum Schwerpunkt Fachausbildung erörtert.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa

Von besonderer Bedeutung war der Empfang durch Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Rathaus, begleitet von der Leiterin des Roten Kreuzes, Olga Antropowa, und von Jelena Gusjewa, Vorsitzende des Euroklubs, einer Partnerorganisation der Eurowerkstatt Jena e. V. im Bereich Jugendaustausch. Frau Dejewa betonte ausdrücklich das Interesse ihrer Stadt an einem Auf- und Ausbau der Kooperationen zwischen Wladimir und Jena insgesamt und insbesondere im Bereich Gesundheit und Pflege, da die fachlichen Voraussetzungen und die zukünftigen Herausforderungen auf russischer wie auch auf deutscher Seite gleichermaßen hoch seien.

Norbert Hebestreit

Diesen Gedanken vertiefend, fand in der einladenden Berufsschule für Gesundheitsberufe unter Leitung der Direktorin, Inna Morosowa, die erste gemeinsam vorbereitete wissenschaftlich-praktische Fachkonferenz statt. Diese Tagung erwies sich aus fachlicher und kooperationsbezogener Sicht zweifellos als der Höhepunkt der Delegationsreise: aus beiden Ländern wurden Bildungsstandards, Curricula der unterschiedlichen Ausbildungsberufe und wissenschaftliche Projekte der Pflege- und Gesundheitsfachberufe präsentiert und als Impuls für einen intensiven – sprachmittlerisch herausfordernden – Fachdialog aufgegriffen. Die im Kreis der Fachkonferenz unter Pädagogen geführten Diskussionen setzte der kleine Kreis der Kooperationsentwickler – also die Leitungsebene der beteiligten Einrichtungen – im Hinblick auf zentrale Themen der zukünftigen Zusammenarbeit fort.

Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, und Norbert Hebestreit

Neben den fachlichen und kommunalpolitischen Programminhalten wurden die Delegationsmitglieder erneut Zeugen der ausgeprägten Gastfreundschaft und hohen Wertschätzung durch die Gastgeber. Ein den Arbeitsteil weit umspannender, kultureller und kulinarischer Anteil des Gesamtprogrammes führte die Teilnehmer gemeinsam mit den russischen Kollegen unter anderem nach Susdal, der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Ringes, zu den architektonischen Denkmälern der Stadt Wladimir und an den neu erbauten und zum diesjährigen Stadtfest eingeweihten musikalischen Springbrunnen – magnetischer Anziehungspunkt für die gesamte Stadtbevölkerung.

Ausflug nach Susdal

Diese Mischung aus fachlichem Austausch, freundschaftlicher Begegnung und kultureller Erfahrung hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Mitreisenden und ist zugleich Impulsgeber für die Zukunft der Zusammenarbeit beider Städte.

Inna Morosowa und ihre Gäste aus Jena

Die Reise fand im Rahmen des Jahres der Deutsch-Russischen kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/18 statt, wurde gefördert durch die Stadt Jena, die Stiftung West-Östliche-Begegnungen e. V. und das Koch-Metschnikow-Forum Berlin e. V. und organisatorisch vorbereitet, begleitet und nachbereitet durch die Eurowerkstatt Jena e. V.

Dr. Norbert Hebestreit, Delegationsleiter, Johanna Großer, Programmkoordination, Iwan Nisowzew, Delegationsleitung

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Nun ist der Jugendaustausch beendet

Vom 20. bis 27. April fand in Jena im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks Jena-Wladimir-Erlangen, ein Jugendaustausch statt. Für die Vorbereitung und Durchführung der Begegnungen waren die ÜAG Jena GmbH und der Euroklub Wladimir zuständig, die Euro-Werkstatt Jena e.V. unterstützte sie. Die Jugenddelegation bestand aus Mitgliedern des Euroklubs, Schülern des Gymnasiums Nr. 35, Studentinnen der Berufsfachschule für Pflegeberufe und der Staatlichen Universität. Finanziert wurde der Austausch durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch im Rahmen des „Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/2018“ (www.russlandpartner.de).

Nikolaj Kaplenko, 2. v.l. sowie Frederick Mathol, Cornelia Bartlau und Iwan Nisowzew, rechts im Bild

Während der Zeit in Deutschland berichteten die Besucher den Schülern der Staatlichen Berufsbildenden Schule (SBBS) für Gesundheit und Soziales von ihrer Heimatstadt Wladimir. Sie besuchten die Friedlich-Schiller-Universität mit einer Präsentation über Wladimir, besichtigten das Universitätsklinikum Jena sowie das Altersheim des Roten Kreuzes. Auf dem Programm stand auch ein Besuch des KZ Buchenwald. Außerdem pflanzten sie 250 Bäume in der Nähe der Stadt Jena. Selbstverständlich kam auch das Treffen mit der deutschen Jugend und internationalen Freiwilligen nicht zu kurz.

Deutsch-russische Graffiti-Wand in Jena

Wir hoffen, den Gästen hat die Reise gefallen, und sie nehmen nicht nur Souvenirs mit nach Hause, sondern auch viele schöne Eindrücke. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch und die Fortsetzung des Austausches!

Partnerschaft – unsere Zukunft

Wir hatten es kaum geschafft, die Jugendgruppe aus Wladimir zu verabschieden, als schon Jelena Guskowa, die Vorsitzende des Euroklubs, gemeinsam mit Schülern und Studenten nach Jena kam.

Diskussionskreis

Diese Gruppe hielt sich vom 29. April bis zum 01. Mai in Jena auf. Für sie wurde eine Stadtführung sowie ein Kennenlernen mit der deutschen Kultur organisiert. Die Exkursion wurde von den Freiwilligen und dem Leiter der Euro-Werkstatt Jena e.V., Iwan Nisowzew, durchgeführt. Die russischen Gäste brachten den deutschen Jugendlichen süße Geschenke aus ihrem Heimatland mit. Sie hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit der Partnerstädte und freuen sich auf deutsche Gäste in Wladimir.

Willkommen und Abschied

Diese Reise verlief unter der Devise „Partnerschaft – unsere Zukunft“ und fand im Rahmen des „Deutsch-Russischen Jahres lokaler und regionaler Partnerschaften 2017/2018“ (www.russlandpartner.de) statt. Das Projekt wurde durch den Euroklub Waldimir und seine Partnerorganisationen in Jena, die Euro-Werkstatt e.V. und die ÜAG GmbH Jena, unterstützt durch die Stadtverwaltung Jena, durchgeführt.

Nikolaj Kaplenko, Übersetzung: Johanna Grosser

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