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Archive for the ‘Jena – Wladimir’ Category


Austausch und voneinander Lernen – unter dieser Prämisse fand vom 23. bis zum 27. Oktober ein Delegationsbesuch aus Wladimir in Jena statt. Die Gruppe bestand aus Inna Morosowa, Direktorin der Medizinischen Fachschule, Natalia Uschakowa, Abteilungsleiterin der Krankenpflege an der Fachschule, und Julia Arsenina, stellvertretende Direktorin vom Department für Gesundheitswesen des Wladimirer Gouvernements.

Empfang bei Oberbürgermeister Albrecht Schröter

Die Gäste kamen auf Einladung von Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der das Trio persönlich begrüßte und bei einer kleinen Führung die Stadt zeigte. “Das russische Gesundheitssystem ist hoch entwickelt. Von einem kontinuierlichen Dialog können beide Städte profitieren. Eine Zusammenarbeit ist also wünschenswert”, betonte er. Wie diese aussehen kann, sollte nun in Sondierungsgesprächen ausgelotet werden.

Jena pflegt seit zehn Jahren eine partnerschaftliche Verbindung zu Wladimir. Eine Besonderheit durch die Dreiecksbeziehung mit Erlangen, geprägt von regelmäßigem Austausch und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten wie der Jugend- und Frauenarbeit, in der Verwaltung sowie auf kultureller Ebene.

Stadtführung mit Iwan Nisowzew

Die Partnerschaft soll nun um den Bereich Gesundheitswesen und Pflege ergänzt und bereichert werden. Insofern stand bei diesem Besuch vor allem ein avisiertes Kooperationsvorhaben zwischen dem Bereich Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und der staatlichen Berufsschule für Medizinische Fachberufe in Wladimir im Mittelpunkt. Aber auch eine Zusammenarbeit mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena (SBBS) sollte ausgelotet werden. Neben dem gegenseitigen Interesse an gemeinsamen Fachthemen zur schulischen und außerschulischen Ausbildung geht es darüber hinaus darum, gemeinsame Aktivitäten wie Studienreisen oder bilaterale Forschungsarbeiten vorzubereiten. Mögliche Themenfelder sind historische Fragen im Kontext der Gefangenschaft Deutscher in russischen Lazaretten oder das große Thema Robotik und Telemedizin in der Pflege. Außerdem besteht großes Interesse an einem fachlichen Austausch über curriculare Fragen im Kontext der jeweiligen Ausbildungsangebote und -standards in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen.

Während ihres Besuchs trafen sich die Gäste mit Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin und Norbert Hebestreit, leitender Pflegewissenschaftler am UKJ, der bereits im Februar Gelegenheit hatte, in Wladimir die ersten fachlichen Kontakte zur Gesundheitsfachschule knüpfen zu können. Gemeinsam mit Iwan Nisowzew, Vorstand des Vereins Eurowerkstatt Jena e.V. und aus Wladimir stammend, hat der promovierte Pflegewissenschaftler den Kooperationsbesuch vorbereitet. Für beide ist es besonders wichtig, eine Zusammenarbeit mit gegenseitigem Nutzen aufzubauen. Beide Partner sind auf unterschiedlichen Gebieten spezialisiert und an den gegenseitigen Erfahrungen interessiert. Der Verein Eurowerkstatt Jena e.V. koordiniert mehrere Programme im Bereich internationaler Jugend- und Bildungsarbeit. Aus diesem Grund wurde von den Vereinsmitgliedern das ausgerufene Deutsch-Russische Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 mit großem Enthusiasmus aufgegriffen und der Delegationsbesuch in diesen Kontext gestellt.

Regina Halbfinger, Anastasia Owtscharow, Martina Berrocal, Johanna Großer, Iwan Nisowzew, Inna Morosowa, Ramona Schumacher, Natalia Uschakowa, Norbert Hebestreit, Julia Arsenina, Janine Tavangarian, Arne-Veronika Boock und Albrecht Schröter

Auch ein Besuch an der SBBS stand im Programm. Hier trafen die russischen Gäste auf Dagmar Kunze, kommissarische Leiterin der Schule, und ihre Lehrerkolleginnen und Schüler unterschiedlicher Ausbildungsberufe. In Unterrichtsvisiten, Besichtigungen der Lehrkabinette und Skills-Labs sowie insbesondere in vielen fachlichen Gesprächsrunden gab es umfangreiche Gelegenheiten zur Sondierung möglicher Themen für eine weiterführende Zusammenarbeit und zum persönlichen Kennenlernen.

In den Gesprächen wurde deutlich: Auch wenn 2.200 km zwischen den beiden Städten liegen, sind die Herausforderungen im Pflegebereich doch sehr ähnlich. Der Fachkräftemangel macht sich verstärkt bemerkbar, und dadurch wird es immer wichtiger, Gesundheitsfachberufe wettbewerbsfähig zu halten. „Es ist für uns sehr interessant zu sehen, wie in Jena und in Deutschland gearbeitet wird“, sagt Julia Arsenina. Ein Austausch über mögliche Lösungsansätze sowie über den Pflegealltag, die Pflegeorganisation und die bestehenden Prozesse im Allgemeinen kann einen Mehrwert in Form von neuen Lösungsansätzen für beide Seiten bringen. Für Jena ist zum Beispiel das Berufsbild des sogenannten “Feldschers” interessant, einer Position, die zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal angesiedelt ist und eigene Sprechstunden abhält. Ein Haupteinsatzgebiet im russischen Gesundheitswesen liegt in der medizinischen Prophylaxe und der medizinischen Grundversorgung.

Iwan Nisowzew, Regina Halbfinger, Kati Egerland, Anastasia Owtscharow, Natalia Uschakowa, Julia Arsenina, Johanna Großer, Inna Morosowa und Norbert Hebestreit

Aber auch das breite Spektrum der außerschulischen Arbeit ist für die Jenaer Seite von großem Interesse. Wladimir wiederum interessiert sich besonders für die Begegnung von pädagogischen Fachkräften zum intensiveren fachlichen und curricularen Austausch sowie für die umfassende Untergliederung der unterschiedlichen Gesundheitsfachberufe, wie zum Beispiel für das Berufsbild des „Heilerziehungspflegers“.

Das Kooperationsvorhaben und insbesondere die damit verbundenen fachlichen Austauschprogramme werden durch das Koch-Metschnikow-Forum e. V. inhaltlich und ideell intensiv unterstützt. Der Verein fördert deutsch-russische Projekte im Bereich Medizin und Pflege. Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflege / Pflegewissenschaft und langjährige Pflegemanagerin, war aus diesem Grund ebenso in Jena zu Gast, um aus ihren umfangreichen Erfahrungen im Kontext vergleichbarer Projekte Ideen und Anregungen zu geben und als Expertin insbesondere für russisch-deutsche Pflegebildungsprojekte zur Verfügung zu stehen.

Johanna Großer, Regina Halbfinger, Julia Arsenina, Ann-Kathrin Nefe-Schneider, Inna Morosowa, Anastasia Owtscharow, Uta Mayer, Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Dagmar Kunze und Natalia Uschakowa

Sprachmittlerisch vorbereitet und begleitet wurde der Delegationsbesuch von den Studentinnen Regina Halbfinger, Johanna Großer und Anastasia Owtscharow vom Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität, die im Rahmen eines studentischen Praktikums im Vorfeld der Besuchswoche erforderliche Übersetzertätigkeiten vorgenommen und während aller Termine als Dolmetscherinnen gearbeitet haben. Die Studierenden wurden angeleitet durch die Dozentin und Praktikumsbeauftragte des Instituts, Martina Berrocal.

Neben den finanziellen Mitteln der Stadt Jena und der beteiligten Kooperationspartner wurde der Delegationsbesuch finanziell unterstützt durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen (WÖB), deren Zweck es ist, Austauschprojekte zwischen Deutschland und den östlichen Partnerländern zu fördern. Andere Projekte innerhalb der Verbindung Jena – Wladimir wurden bereits durch die Stiftung finanziert. Insofern ist es besonders erfreulich, nun auch für Vorhaben im Bereich Gesundheit und Pflege Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Die Gäste verbrachten vier Arbeitstage in Jena. Es wurden viele fachliche Gespräche geführt, persönliche Kontakte hergestellt und gemeinsam Kultur erlebt. Das Wichtigste aber: Man schmiedete bereits konkrete Pläne für die Zukunft. Zunächst wollen die Partner in Telekonferenzen die gemeinsamen Arbeitspakete besprechen und verhandeln, um dann auf beiden Seiten an konkreten Schritten zur Umsetzung der Kooperation arbeiten zu können. Dem folgt eine Delegationsreise der deutschen Seite im folgenden Jahr – die Einladung dazu nach Wladimir wurde bereits ausgesprochen.

Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew

Kontakt: russisch@eurowerkstatt-jena.de

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Das Jahr ist noch nicht um, doch Jena zeigt, wie sich, geht man die Sache zielstrebig an, auch in gerade einmal neun Monaten ein neues Kapitel der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Wladimir schreiben läßt. Nach einem Erkundungsbesuch von Norbert Hebestreit, Leiter des Bereichs Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena, und Iwan Nisowzew, dem ehrenamtlichen Koordinator des Austausches, Ende Februar und zwei über Erlangen arrangierte Begegnungen mit Fachbesucherinnen aus Wladimir in Jena hielt sich nun vom 23. bis 27. Oktober eine dreiköpfige Wladimirer Delegation aus dem Gesundheitsbereich an der Saale auf. Zusammenfassend schreibt das Presseamt der Stadtverwaltung, von der Blogredaktion leicht bearbeitet, zu dem Besuch:

Gegenseitiger Austausch und voneinander Lernen bringt einen voran – unter dieser Prämisse ist derzeit eine Delegation aus der russischen Stadt Wladimir in Jena. Ziel des Besuches ist es, eine Zusammenarbeit im Pflegebereich auszuloten. Denn auch wenn 2.200 Kilometer zwischen den beiden Städten liegen, sind die Herausforderungen im Pflegebereich doch sehr ähnlich: Der Fachkräftemangel macht sich verstärkt bemerkbar, und dadurch wird es immer wichtiger, den Berufszweig wettbewerbsfähig zu halten. Ein Austausch über mögliche Lösungsansätze sowie über den Pflegealltag, die Pflegeorganisation und die bestehenden Prozesse im allgemeinen kann einen Mehrwert in Form von neuen Lösungsansätzen für beide Seiten bringen. Für Jena ist zum Beispiel das Berufsbild des sogenannten “Feldschers” interessant, einer Position, die zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal angesiedelt ist. Wladimir will mehr über die Freiwilligenarbeit in Jena erfahren, die es so in Rußland nicht gibt.

Das Gastgeberteam mit der Wladimirer Delegation, flankiert von Iwan Nisowzew und Norbert Hebestreit vor dem Universitätsklinikum

Zu der Delegation gehörten Inna Morosowa, Leiterin der medizinischen Fachschule Wladimir, Natalia Uschakowa, Abteilungsleiterin für Krankenpflege an der Fachschule, und Julia Arsenina, stellvertretende Direktorin vom Department für Gesundheitswesen der Region Wladimir. Sie trafen sich während ihrer Zeit in Jena mit Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin der Universitätsklinik Jena, Norbert Hebestreit, Leitender Pflegewissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und Iwan Nisowzsew, Vorstand des Vereins Eurowerkstatt e.V. und selbst aus Wladimir stammend. Das  Programm des Besuches wird auch von dem Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität unterstützt. Martina Berrocal leitet die Gruppe aus drei Slawistik-Studierenden, die schriftlich und mündlich die Sprachbarriere fallen lassen.

Albrecht Schröter mit Gästen und Orgateam am Eingang zum Rathaus

Oberbürgermeister Albrecht Schröter ließ es sich nicht nehmen, die Delegation persönlich zu begrüßen. “Rußland hat ein hochentwickeltes Gesundheitssystem. Von einem kontinuierlichen Dialog können beide Städte profitieren. Eine Zusammenarbeit ist also wünschenswert”, betonte er.

Wie diese aussehen kann, wurde in Sondierungsgesprächen ausgelotet. Daneben standen auch der  Besuch des Universitätsklinikums, eine Unterrichtshospitation sowie ein Treffen mit der Eurowerkstatt auf dem Programm.

Im nächsten Jahr soll eine Vereinbarung über den Fachaustausch geschlossen werden. Dann besteht die Kooperation zwischen Jena und Wladimir seit 10 Jahren. Die Besonderheit ist, daß Jena und Wladimir mit Erlangen dieselbe Partnerstadt pflegen. Diese Dreiecksbeziehung ist geprägt von regelmäßigem Austausch und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten wie der Jugend- und Frauenarbeit, in der Verwaltung sowie auf kultureller Ebene.

Mehr zum Thema unter: https://is.gd/Z3iyD1 und https://is.gd/f8IBKQ sowie hier mit einem Bericht der Ostthüringischen Zeitung: https://is.gd/rR6VtZ

P.S.: Wer hätte sich heute vor 28 Jahren – als die Mauer fiel – vorstellen können, was heute selbstverständlich und doch so großartig ist. DDR und BRD wurden eins, die UdSSR zerfiel, aber die deutsch-russische partnerschaftliche Zusammenarbeit hält alle zusammen.

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Die Wladimirer Jugendorganisation „Euroklub“, eng im Austausch mit Erlangen sowie Jena verbunden, betätigt sich seit einigen Wochen nun auch mit Migrationsfragen – und zwar ganz konkret mit Beratungs- und Gesprächsangeboten. Ein Grund zur Freude für Jelena Guskowa, Leiterin des Verbands, die in einer Zuschrift die Leser des Blogs an ihrer Begeisterung teilhaben lassen will:

Endlich ist es gelungen, Freiwillige für diese Arbeit mit Arbeitsmigranten zu gewinnen! Endlich haben wir gelernt, den Nutzen des interkulturellen Dialogs zu sehen. Ich denke, wenn das Projekt so erfolgreich fortgesetzt wird, wie es begonnen hat, könnte es zu einem Durchbruch im Bewußtsein der Wladimirer Stadtgesellschaft führen, einen Beitrag zu Toleranz und Solidarität leisten. Eine große Leistung des „Euroklubs“!

Interviews mit Arbeitsmigranten

Nikolaj Kaplenko erklärt als Projektleiter in einer Zusammenfassung, es gehe den jungen Leuten um die Überwindung von Stereotypen und Vorurteilen auf beiden Seiten. Die einheimische Bevölkerung sehe in den Gastarbeitern oft nur ungebildete Menschen, die in Waggons hausen, nur niedrige Tätigkeiten verrichten und mit denen man sich nicht näher einlassen sollte. Die meist aus den zentralasiatischen Republiken stammenden Migranten stehen ihrerseits häufig den Russen mißtrauisch gegenüber, fürchten, man wolle sie übers Ohr hauen und ihnen die sauer verdienten Rubel wieder abnehmen, die sie an ihre daheim gebliebenen Familien schicken wollen. Sobald sie sich freilich von den guten Absichten der Jugendlichen überzeugten, die auch die Moschee besuchten und mit islamischen Geistlichen sprachen, gingen die Usbeken, Tadschiken, Kasachen und Turkmenen richtig aus sich heraus, erzählten gern von ihren Lebensumständen, – auch davon, wie es ihnen in der Region Wladimir gefalle. Arbeit finden sie – bei Vorlage der Erlaubnis, die an einen erfolgreichen Sprachtest gebunden ist – in allen möglichen Bereichen, von der Landwirtschaft über die Gastronomie bis hin zum Bausektor und verarbeitenden Gewerbe. Aber immer nur auf Zeit, denn ausnahmslos alle leiden an Heimweh, wollen so schnell wie möglich mit ihrem Lohn wieder zurück zu ihren Familien.

Nikolaj Kaplenko (links im Bild) mit seiner Jugendgruppe beim Empfang im Mai 2016 mit Stadtrat Christian Lehrmann

Abschließend meint Nikolaj Kaplenko:

Wir fürchten oft das, was wir nicht kennen. Doch sobald wir unbekannte Menschen näher kennenlernen, wird klar, daß sie und wir gar nicht so anders sind.

Eine Erkenntnis, die der junge Mann schon im Vorjahr bei seinem ersten Besuch in Erlangen hatte. Nun will er diese noch weiter vertiefen, wenn er demnächst in Jena als Freiwilliger bei der „Euro-Werkstatt“ mitarbeitet und sicher auch wieder einmal in Erlangen vorbeischaut.

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Dieses Mal war es umgekehrt. Der Sport, genauer der Kernberglauf, war die Hauptsache und die Partnerschaft – als beste aller möglichen – die schönste Nebensache der Welt. Es ist allein schon zu sehen eine Freude, was sich in der Verbindung mit Jena alles tut, wen man am Rande der Veranstaltung und dann auf der 15 km langen Strecke so alles wiedersieht, aber das chemische Element Wladimir versetzt dann im Reagenzglas der Praxis doch immer wieder in Erstaunen.

Iwan Nisowzew, Peter Steger, Alexander Fomin und Julia Mitrusajewa

Die von Iwan Nisowzew ins Leben gerufene „deutsch-russische Arbeitsgemeinschaft“ bereitet sich auf die Gruppe aus Wladimir vor, die in der nächsten Woche zum Thema Krankenpflege in Jena erwartet wird, Julia Mitrusajewa ist für ein paar Tage an die Saale gekommen, um als Sängerin aufzutreten, und Alexander Fomin bleibt als Gast der Eurowerkstatt gleich ein ganzes Jahr, um in der Lichtstadt im Rahmen des Programms für Europäische Freiwillige zu arbeiten – und sicher eines Tages auch nach Erlangen zu kommen. Viel zu besprechen gab es da vor dem Start, der Hauptsache, die dann doch nicht unterschlagen werden soll: Die Nummer 1751 kam mit einer Zeit von 1:24:01 auf Platz 280 unter 713 Finishern.

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Liebe Leser des erlangenwladimir-Blogs, ich bin Mathilda Wenzel, 18 Jahre als und komme aus Saalfeld, in der Nähe von Jena. Vielleicht fragt sich der ein oder andere wie ich dazu komme, über mich etwas auf Peter Stegers Blog zu schreiben. Der Grund ist, seit August profitiere ich selbst in ganz besonderer Weise von der (hier immer so anschaulich beschriebenen) Verbindung zwischen Wladimir und den Städten Erlangen und Jena. Ich mache seit Mitte August einen Europäischen Freiwilligendienst in Wladimir. Dieses Programm wird nicht nur von der EU ermöglicht, sondern auch von der Eurowerksatt Jena und seiner Schwesterorganisation, dem Euroklub Wladimir, die das alles organisieren. Beide Einrichtungen haben sich auch auf dieser Website einen Namen gemacht, und ich möchte nun die Chance nutzen und an dieser Stelle etwas von den ersten Eindrücken mitteilen, die ich von diesem so  anderen und zugleich so schönen Land habe.

Mathilda Wenzel

Eigentlich wollte ich schon immer einmal nach Rußland. Nach den Gründen dafür gefragt, konnte ich nie eine richtige Antwort geben, zumal ich noch nicht einmal Russisch spreche. Deshalb haben meine Familie und Freunde mich auch eher für verrückt erklärt, als ich beschlossen habe, im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes, ein Jahr in Wladimir zu verbringen. Nach fast einer Woche hier würde ich sagen: Es ist vielleicht verrückt, aber vor allem interessant. Die Autofahrt von Moskau nach Wladimir bestätigte erst mal die gängigen Vorstellungen vom Land: auf der einen Seite Reichtum und Prunk in Moskaus Zentrum und den vielen goldkuppeligen Kirchen. Auf der anderen Seite Plattenbausiedlungen, bei denen manche Etagen aussehen, als würden sie bald zusammenbrechen. Oft hat man den Eindruck, als wäre das Geld, das bei der Instandhaltung der Wohnsiedlungen gespart wurde, für Blattgold und Kristallkreuze ausgegeben worden. Man muß allerdings zugeben, daß sich das für den Anblick der wunderschönen Kathedralen vielleicht gelohnt hat. Dank einigen netten Euroklub-Mitgliedern habe ich auch in Wladimir schon ein paar der architektonischen Meisterwerke besichtigt. Natürlich gibt es hier noch viel mehr, das ganz anders ist. Das Klischee der russischen Gastfreundschaft beispielsweise erweist sich als sehr wahr. Man wird zum Essen eingeladen, und alle helfen einem, den Weg zurück zum Wohnheim oder ins Zentrum zu finden. Das Studentenwohnheim ist zwar (natürlich) nicht wie in Deutschland, aber doch besser als erwartet. Nach ein paar Tagen weiß ich jetzt aber, daß der Satz „Es gibt keinen Plan“ hier wirklich wahr ist. Das meiste wird „später“ geregelt. Das ist zwar manchmal frustrierend, aber auch lustig. Von allen Stereotypen über das Land trifft der der russischen Gastfreundschaft am meisten zu. Auch wenn das Eingewöhnen natürlich schwer und alles sehr fremd ist, gibt es viele nette Menschen, die mir dabei helfen und Zeit investieren, damit ich mich wohlfühle.

Die obenstehenden Zeilen habe ich direkt fünf Tage nach meiner Ankunft geschrieben, sie spiegeln meinen allerersten Eindruck wieder. Nach über drei Wochen in Wladimir (die ziemlich schnell vergangen sind), bleibt derzeit vor allem ein sehr positives Gefühl. Ich freue mich auf die Arbeit im Euroklub, und auch der Alltag läßt sich etwas einfacher meistern, jetzt wo ich in der Stadt ein bißchen Orientierung gefunden habe. Wladimirs Zentrum ist wunderschön, und eigentlich ist allein der Anblick der Mariä-Entschlafens-Kathedrale ein Grund, hier zu sein. Inzwischen habe ich mich auch an den vielen Schwarztee gewöhnt und freue mich darauf, in den nächsten Wochen hoffentlich mit dem Russischlernen zu beginnen.

Mathilda Wenzel

Vom 17. bis 23. August fand in Wladimir das 16. internationale Treffen von jungen Künstlern, „Pleinair“ genannt, statt. Die diesjährige Zusammenkunft war dem Jahr des Umweltschutzes gewidmet. Hierzu fanden sich rund 400 Jugendliche aus dem ganzen Land und sieben weiteren Staaten zusammen. Die russischen Teilnehmer und die Jugendlichen aus Deutschland, Spanien, Slowenien, der Ukraine, aus Weißrußland, Usbekistan und Kasachstan trafen sich, um eine Woche lang zu zeichnen, die Umgebung zu erkunden und sich über Kunst auszutauschen. Hauptorganisator der Veranstaltung war die Organisation „Dom mira“ (auf deutsch „Haus des Friedens). Unterstützt wurde diese vom Euroklub Wladimir, der mit seinen Mitgliedern Jugendgruppen betreute, für einen reibungslosen Ablauf des Programms sorgte und übersetzte, kurz: mithalf um das Plenum auch in diesem Jahr wieder zu einem vollen Erfolg zu machen. Die internationalen, jungen und älteren Gäste besichtigten während ihres Aufenthaltes verschiedene Städte der Region und hatten reichlich Gelegenheit, ihren Impressionen auch künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Ehrengast des Treffens 2017 war der Pädagoge, Künstler und Professor Boris Nemenskij. Das Großereignis zur Förderung von jungen Künstlern und internationaler Zusammenarbeit im Bereich Jugend, fand am letzten Abend mit einem kulturellen Programm im Haus der Kultur seinen Abschluß. Es gab eine Vorstellung von traditionellen Tänzen und Gesängen, die sehr beeindruckend war. Anschließend wurden Urkunden an die Kinder und Jugendlichen verliehen (geordnet nach Altersklassen und Kategorie des jeweiligen Werks), die stolz in Empfang genommen wurden. Im Rückblick kann man sagen, daß auch das Plenum 2017 wieder großen Anklang bei den Jugendlichen aus verschiedenen Ländern fand und erneut bewies, wie einfach Völkerverständigung sein kann, wenn die junge Generation durch ein gemeinsames Interesse verbunden ist.

Jelena Guskowa und Mathilda Wenzel

Erster Schultag

Am 1. September waren wir in der Schule Nr. 2 zu Gast. Wir wollten den Schülern etwas über die Partnerschaft zwischen den Städten Jena und  Wladimir vermitteln und zugleich die Sache des Euroklubs an der Schule noch bekannter machen. Im kommenden Schuljahr wird, in Zusammenarbeit mit dem Euroklub, möglicherweise ein Austausch zwischen einer deutschen Schule und der Schule Nr. 2 organisiert. Nebenbei hatte ich die Möglichkeit, zu erleben, wie der erste Schultag hierzulande zelebriert wird. Während das nämlich in Deutschland, außer für die Erstklässler, einfach ein normaler Schultag ist, wird der Schulbeginn hier mit einigen Feierlichkeiten begangen. Es gab ein Programm mit verschiedenen Liedern und Tänzen, und einige Leute wurden ausgezeichnet. Am Ende sind alle Schüler klassenweise in die Schule gegangen. Im Unterricht haben wir schließlich in zwei neunten Klassen eine kurze Präsentation über Jena und den Jugendaustausch mit Wladimir gehalten. Meine Worte auf Deutsch wurden abwechselnd von Jelena und den Schülern (beziehungsweise jeweils von dem, der am Meisten verstanden hatte) ins Russische übersetzt. Auch wenn der Schultag in vielen Punkten so anders als in Deutschland verläuft, ist doch das Verhalten der Schüler im Unterricht überall dasselbe. Und so gab es natürlich auch hier die Klassenkasper und diejenigen, die echtes Interesse an Jena und den Aktivitäten des Euroklubs zeigten. Insgesamt war es ein sehr interessanter und schöner Vormittag, an dem wir sowohl den Euroklub etwas bekannter machen, als auch einen Einblick in den russischen Schulalltag gewinnen konnten.

Mathilda Wenzel

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Montag, 7. August, Flug LH 2162 aus München ist fast pünktlich. Peter Steger und ich holen unsere Gäste aus Wladimir am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg ab. Der Vorstand des Roten Kreuzes in Wladimir kommt mit seiner Vorsitzenden, Olga Antropowa. und ihrem Stellvertreter, Wladimir Prosor. auf Einladung des Erlanger Fördervereins zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir zu einem intensiven Informationsbesuch nach Erlangen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Ideen und Wegen, um die unzureichende häusliche Versorgung schwerkranker Menschen in Wladimir zu verbessern.

Hans Ziegler, Melitta Schön, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Nadja Steger

Am Dienstagmorgen geht es schon um 7.30 Uhr los. Als Dolmetscherin begleitet uns Anastasia Blasch, eine Wladimirerin, die seit zwei Jahren in Erlangen lebt. Wir fahren zum Roncallistift, wo die Gäste nach kurzer Einführung durch Adelheid Seifert (Leitung Pflege und soziale Dienste) direkt beim Pflegerundgang im Bereich des betreuten Wohnens dabei sein können. In den Diskussionen werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Pflegeversicherung in Deutschland behandelt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche in den folgenden Tagen. Bemerkenswert schon hier, die herzliche Aufnahme und die umfassende Information durch die Mitarbeiter des Stifts, ein Eindruck, der sich in allen Folgeveranstaltungen wiederholt hat!

Anastasia Blasch, Adelheid Seifert, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

Am späteren Vormittag besuchen wir SAPVPalliativa (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), eine gemeinnützige GmbH, gegründet vom Hospizverein Erlangen e. V. und dem Hausärzteverein Erlangen und Umgebung e. V.. Die Ärztin Anette Christian informierte uns gemeinsam mit einem Team ausführlich über das Leistungsangebot. In der angeregten Diskussion bleibt keine der vielen Fragen unbeantwortet. Begleitet wird die Diskussion von Jürgen Binder, einem Freund der Partnerschaft und Gründer des Hausärztevereins Erlangen und Umgebung.

SAPVPalliativa-Team mit Anette Christian (Mitte), Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Anstasia Blasch und Jürgen Binder (ganz rechts)

 

 

Nachmittags steht ein Besuch des Rot-Kreuz Altenheims in Etzelskirchen an. Sein Leiter, Jan Pyschny, gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer des BRK Erlangen-Höchstadt und Leiter der ambulanten Pflegedienste, erwartet uns. Auf der Terrasse am großen Garten seiner Einrichtung diskutieren wir Themen der stationären und ambulanten Pflege. Mit der „Dementen WG“ kommt eine für die Russen neue Idee aufs Tapet. Besonders beeindruckend ist für unsere Freude der Streichelzoo im Eingangsbereich des Hauses.

Anastasia Blasch, Wladimir Prosor, Jan Pyschny und Olga Antropowa

Über die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfahren wir am Mittwochvormittag. Unser Ziel ist der Förderverein zur Unterstützung der Tagespflege am Martin-Luther-Platz e.V. Die Leiterin, Kristin Kalden, erwarten uns, und wir erleben, wie Menschen, die wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten Hilfe benötigen, liebevolle und kompetente Zuwendung erfahren. Die Besucher kommen an vorher vereinbarten Tagen, meistens für den ganzen Tag. Ein Bus des BRK sorgt für den Transport. Die Kosten können z. T. mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden, der Verein braucht aber die Unterstützung seiner Mitglieder und anderer Spender. Wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen und häuslichen Atmosphäre der behindertengerecht ausgestatteten großen Wohnung und bekommen umfassende Antworten auf unsere Fragen.

Danach gehen wir zum Verein Dreycedern e.V. am Altstädter Kirchenplatz. Brigitta Hildner, im Verein verantwortlich für den Betreuungsbereich, hat ihre Mittagspause für uns geopfert und informiert umfassend über das Konzept der fachlich geschulten „Betreuungspaten“, ehrenamtlich tätige Menschen, die die Familien mit dementen Angehörigen durch Aufklärung und Beratung sowie durch stundenweise Unterstützung und Aktivierung zuhause entlasten. Umfangreiche Schulungsangebote und Gesprächskreise im Haus des Vereins runden das Angebot ab.

Brigitta Hildner, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Anastasia Blasch

Der Nachmittag gehört dem Roten Kreuz in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen. Mit dem Vorstand und Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins diskutieren wir die bisherigen Aktivitäten in Wladimir und die Ziele für die noch zu vereinbarende Weiterarbeit. In der Diskussion sind wir uns einig: Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit der zukünftigen Aktivitäten sind die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Unterstützung durch den Förderverein.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Ein Ergebnis der bisherigen Aktivitäten in Wladimir sind Pflegekurse für Angehörige schwerkranker Menschen. Olga Antropowa berichtet über daraus entstandene neue Kontakte:

Wir arbeiten jetzt erfolgreich mit dem Institut für Justiz zusammen, wo Fachkräfte für den Strafvollzug und die Rechtsprechung ausgebildet werden. Unsere Pflegekurse finden dort großen Anklang und helfen sicher, die Versorgung von Patienten in Gefängnissen oder in U-Haft zu verbessern. Von diesem guten Beispiel ausgehend, planen wir jetzt auch eine Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren staatlichen und ehrenamtlichen Einrichtungen, die bisher alle nur eine Grundausbildung in Erster Hilfe erhalten. Ich denke, auch die Politik versteht zunehmend, wie wichtig unser Beitrag zum Gesundheitswesen ist.

Olga Antropowa, Melitta Schön und Wladimir Prosor

Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Einrichtungen des Zentrums, dessen Umfang und technischer Stand tief beeindrucken.

Wladimir Prosor und Olga Antropowa auf dem Weg nach Jena

Das Regio-Ticket Franken-Thüringen bringt uns drei am Donnerstag ab 9 Uhr für nur 32 € nach Jena (hin und zurück), wo uns mittags am Bahnhof bereits Iwan Nisowzew, ein in Jena lebender Ingenieur aus Wladimir, und Robert Hebestreit, Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, erwarten. Iwan wird die Rolle des Übersetzers übernehmen. Bei Pelmeni in einem russischen Bistro im Stadtzentrum kommt Peter Schreiber, der Vorsitzende des DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V., hinzu. Mit ihm besuchen wir die Rettungsleitstelle Jena und die DRK-Rettungszentrale, wo unsere Gäste die neuesten technischen Einrichtungen der Notarztfahrzeuge bestaunen. Anschließend erfahren wir an der Schule Duolinga, wie das Rote Kreuz in Jena sogar eine zweisprachige Grundschule und insgesamt fünf Kindertagesstätten betreiben kann. Auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums fallen die in Reih und Glied aufgestellten Kleinwagen des Pflegedienstes auf, in Wladimir müssen die Pflegekräfte bisher mit dem öffentlichen Personennahverkehr klarkommen! Peter Schreiber erläutert uns abschließend noch die Organisationsstrukturen seiner Einheit.

Peter Schreiber, Norbert Hebestreit, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

In der abschließenden Diskussion mit Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew können noch Details der geplanten Folgebesuche und Kontakte mit dem Universitätsklinikum Jena geklärt werden, außerdem wird über mögliche Schulungen und Praktika russischer Pflegekräfte in deutschen Einrichtungen diskutiert. Dazu wären aber – wie bei der Zusammenarbeit mit der Wladimirer Psychiatrie – vorher Deutschkurse zu absolvieren. Voller Ideen und Eindrücke kommen wir gegen 21 Uhr wieder in Erlangen an.

Georg Meyer, Wolfgang Köstner, Melitta Schön, Olga Antropowa, Wladimir Prosor und Waldemar Wagner

Mit dem Freitagvormittag endet das Informationsprogramm. Wir fahren zum Hospizverein Eckental und Umgebung e.V., wo uns der Vereinsvorstand mit Georg Meyer, Melitta Schön und Wolfgang Köstner sowie die Koordinatorin Frieda Meier erwarten. Waldemar Wagner, wieder ein Wladimirer der in Franken seine neue Heimat gefunden hat, unterstützt uns als Dolmetscher. Es geht hier um die Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, nach Möglichkeit in häuslicher Umgebung. Ca. 40 ehrenamtliche, durch den Verein ausgebildete Hospizbegleiter haben in den letzten Jahren etwa 60 Patienten begleitet. Wir können uns ausführlich über die Arbeit des Vereins, der über eigene Räume verfügt, informieren. Ein Sonderthema ist die in der Russischen Föderation so nicht bekannte Patientenverfügung.

Zurück in Erlangen, erwartet uns ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Susanne Lender- Cassens, die als gelernte Krankenschwester die Gelegenheit nutzen will, den Austausch bei ihrem Besuch im September fortzusetzen.

Wladimir Prosor, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Susanne Lender-Cassens

Nachmittags ist Sightseeing angesagt. Wieder unterstützt durch Anastasia Blasch, fahren wir nach Bamberg und erkunden die Altstadt, natürlich darf eine Rauchbierprobe im Schlenkerla nicht fehlen. Die Smartphones leisten als Fotoapparate Schwerstarbeit, und im Rosengarten der Residenz stoßen die Akkus an ihre Grenzen, es reicht aber noch für eine abschließende Fotoserie bei den Fachwerkfassaden am Forchheimer Rathaus im strömenden Regen!

Der Samstag stand dann für unsere Freunde aus Wladimir zur freien Verfügung. Sie berichteten am Sonntag über den schönen Tag in Nürnberg, als Peter Steger und ich Sie morgens um 6 Uhr zum Flughafen bringen. Eine Woche mit intensiven und neuen Eindrücken geht zu Ende, von der Wladimir Prosor meint, sie sei ihm vorgekommen wie ein ganzer Monat.

Es bleibt mir ein herzliches Dankeschön an alle, die an den Treffen teilgenommen und mitgeholfen haben. Ein besonderer Dank gilt Anastasia, Iwan und Waldemar, die als Dolmetscher ihre Freizeit für diesen Besuch geopfert haben. Bleibt zu hoffen, aus dem Besuch entstehen im Laufe der Jahre noch neue Ideen für die Aktivitäten des Roten Kreuzes in Wladimir.

Wolfram Howein

Was Wolfram Howein sich selbst nicht aussprechen kann, sei hier nachgeholt: Danke und спасибо für die Vorbereitung des Programms und die Begleitung durch die intensiven Tage. Die glücklichen Gäste werden es ihm nicht vergessen!

 

 

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Vom 4. bis 11. Juli hatte der Euroklub in Wladimir wieder einmal Besuch aus Jena. Exklusiv für den Blog berichtet Jelena Guskowa, die Leiterin der Jugendorganisation, über die Begegnung:

Im Rahmen des Austauschprogramms „Partnerschaft ist unsere Zukunft“ hatten wir 14 Gäste der UAG gGmbH im Alter von 15 bis 21 Jahren zu Besuch, die mit Jugendlichen aus vier hiesigen Schulen und unserer Universität sowie mit Wladimirer Lehrkräften zusammentrafen. Ziel der Begegnungen ist die Schaffung einer langfristigen Zusammenarbeit von jungen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen mittels kreativer Aktivitäten und einer zivilgesellschaftlich ausgerichteten seelisch-moralischen Erziehung durch das wechselseitige Kennenlernen der jeweils anderen Traditionen, kulturellen Werte und sozialen Erfahrungen, die im unmittelbaren gemeinsamen Schaffen und Wirken an sozial relevanten Arbeitsstellungen erlebbar werden.

Für Jugendliche gewinnt diese Form des internationalen Austausches eine besondere Bedeutung. Sie gewinnen so interkulturelle Erfahrung. Bereits früher durchgeführte Begegnungen halfen, das eigene Denken zu verändern, zu verstehen, daß sich das Leben nicht in alltäglichen Problemen erschöpft, sondern reich wird durch die Verständigung mit anderen und den Versuch, innere und äußere Konflikte beizulegen, indem sie gemeinsam etwas mit Altersgenossen aus einem anderen Land unternehmen. So entwickeln sie nicht nur Verständnis für kulturelle Unterschiede, sondern sie lernen auch, aktiv an der Gestaltung der eigenen Gesellschaft mitzuwirken.

Um den Zusammenhalt zu stärken entwickeln die Jugendlichen eigene Aktivitäten, wie ein Graffitiprojekt an der Universität, einen Flashmob unter dem Motto „Tut euch zusammen“ oder eine Schnitzeljagd durch die Altstadt von Wladimir – Zielpunkt das Kirschenskulptur – mit vielen Fragen und Aufgaben, die zu beantworten und zu lösen waren. Aber auch Sport und Gesundheit gehörten zu den Themen, weshalb die Gruppe am „Fahrradsommer“ in Susdal teilnahm. Und schließlich gehört zu so einem Unternehmen auch ein Abstecher nach Moskau, auf den Roten Platz.

Diese gemeinsamen Projekte helfen dabei, freundschaftliche Beziehungen zwischen Jugendlichen unserer Länder aufzubauen, sie sind das beste Mittel dazu, auf informellem Wege die politischen Meinungsverschiedenheiten zu überwinden, Fremdsprachen zu lernen und offen und aktiv das eigene Leben in Zeiten der Globalisierung erfolgreich zu gestalten.

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