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Archive for the ‘Jena – Wladimir’ Category


Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena pflege ich auch einen sehr regen Austausch zwischen Frauen aus unseren Partnerstädten. Schwerpunkte liegen dabei auf Netzwerkbildung bei den Themen „Häusliche Gewalt“, „Alltagsbewältigung“ und ….

Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nach Reisen in die Partnerstädte Jenas, Berkeley und Lugoj, fuhren in diesem Jahr elf Frauen nach Wladimir. Vom 5. bis 10. Mai mieteten wir uns im Erlangen-Haus ein und waren dort sogleich begeistert vom herzlichen Empfang durch Irina Chasowa, von den gemütlichen Zimmern und vom praktischen Gemeinschaftsraum mit Balkon. Wir fühlten uns in diesem Haus wie in einer großen Wohngemeinschaft. Von dem üppigen Frühstück, welches jeden Morgen für uns wie ein kleines Kunstwerk vorbereitet wurde, schwärmten vor allem diejenigen, die den süßen Start in den Tag bevorzugen.

Frauendelegation aus Jena im Erlangen-Haus

Für fast alle Frauen war es die erste Reise nach Rußland, die erste Begegnung mit russischer Kultur und Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen.

Patriarchengarten

Wir wurden sehr herzlich von der Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, empfangen. Sie begleitete unsere Delegation im Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt, und Walentina Blinowa, seit 25 Jahren dort angestellt, gab uns einen interessanten Einblick in die Geschichte und in die innovativen Zukunftsvorstellungen des Parks. Wir durften uns in das Gästebuch eintragen, welches auch Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew schon für seinen Eintrag in den Händen hielt.


Danach ließ es sich Frau Dejewa nicht nehmen, uns die neugestaltete Fußgängerzone zu zeigen. Auch für mich war vieles neu, vor allem aber überraschte mich, wie ein Stück altes Wladimir so geschmackvoll wiederhergestellt wurde. Ein Bummel bei Sonnenschein wäre ganz sicher noch schöner gewesen, so zog es uns schnell in die warmen Stuben der Souvenirläden. Interessant hier, wie nicht nur viel selbstgemachtes Handwerk verkauft, sondern wie auch Frauen vor Ort ihr Können öffentlich zeigen. Die wunderschönen Schatullen mit der Lackkunstmalerei sind immer wieder ein Hingucker und exotisches Mitbringsel für Freunde zu Hause.
Der Besuch im Wladimirer „Frauenhaus“ wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mit sehr viel Engagement und großer städtischer Unterstützung finden hier Frauen für einen begrenzten Zeitraum nicht nur eine Unterkunft, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung. Den Kontakt zu dieser Einrichtung gibt es schon über einige Jahre, und die Leiterin, Alla Gawrilowa, konnten wir im letzten Jahr zu unserer Tagung „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ in Jena begrüßen.


Susdal, gerade mal 30 Kilometer von Wladimir entfernt, stand ganz oben auf dem Besichtigungsplan. Dank unserem Freund Peter Steger konnten wir diese Fahrt mit Jelena Ljubar machen. Ich war ja schon oft in dort, aber noch nie habe ich es so schön erlebt. Jelena verstand es einfach hervorragend, für uns die Geschichte lebendig werden zu lassen. Wir gingen durch jahrhundertealte Klöster, den Kreml, und immer wieder überraschte unsere Führerin mit einer erfrischend modernen, lockeren Sprache über Details und Zusammenhänge der russischen Kultur. Wir haben es sehr genossen, mit ihr sechs Stunden durch die Stadt zu gehen, und immer hatte sie ein wachsames Auge auf uns. Als eine Teilnehmerin von uns fehlte bemerkte sie es als erste. Mit ihren Anweisungen an den Taxifahrer konnten wir die Vermißte wieder „einfangen“.

Mit Jelena Ljubar in Susdal

Den Abschluß unserer kurzen Reise krönten wir mit dem Besuch der Festlichkeiten zum 9. Mai, dem Tag des Sieges. Obwohl es eiskalt war und leichter Regen fiel, waren viele Wladimirer Frauen, Männer und Kinder auf den Beinen, trugen zu Tausenden das Bild eines gefallenen Angehörigen vom Großen Vaterländischen Krieg. Nach den offiziellen Reden bekam der Tag einen Jahrmarktcharakter mit viel Musik, Tanz zum Mitmachen und Leckerein aller Art.

Wir haben uns in die warme Wohnung einer russischen Familie aufgemacht, die uns alle herzlich eingeladen hatte. Zuerst trauten sich nicht alle Frauen, zweifelten daran, dass wir alle elf Personen Platz hätten. Aber ich kenne die russische Gastfreundschaft und wußte: Das ist kein Problem. Keine fünf Minuten nachdem wir angekommen waren, hatte jede einen Sitzplatz, ein Schnapsglas, und das Essen roch schon aus der Küche. Eine Teilnehmerin fragte unsere Gastgeberin, Sonja Babanina, wie denn das russische Gericht genannt werde und ob es traditionell sei. Mit dem einzigartigen Humor, den ich nur bei Sonja kenne, antwortete sie: „Das sind ja nur Kartoffeln mit Fleisch aus der Dose, ihr seid so viele, und es mußte schnell gehen!“ Gelacht und geredet haben wir viel in den zwei Stunden. Sonja, als ehemalige Deutschlehrerin bei einigen Jugendaustauschbegegnungen im Rahmen von „Mix-Tour“ unsere Übersetzerin, konnte jede neugierige Frage der Deutschen in deren Sprache beantworten.

Uns haben die Begegnungen sehr beeindruckt. Die Menschen in Rußland besitzen eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir hier nicht kennen.


Eine Reise in eine unserer Partnerstädte ist mehr als eine touristische Tour, sie öffnet die Herzen für Verständnis und Freundschaften – in den heutigen Zeiten ein kostbares Gut.


Für uns war es ein großer Schritt nach Wladimir, aber hoffentlich auch viele kleine Schritte für eine kommende Städtepartnerschaft im Dreieck mit Erlangen.

Cornelia Bartlau
Gleichstellungsbeauftragte

s. auch: https://is.gd/37RoHP

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„Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterläßt und nicht nur Staub.“ Diese Worte richtet Thomas Grund („Kaktus“), der ehemalige Sozialarbeiter von Streetwork Jena Winzerla, in seinem Bildband an alle, die seit 2004 eine langjährige Tradition des Jugendaustauschs „Mix-Tour“ zwischen Jena und Wladimir unterstützt und bereichert haben. Seine letzte Mix-Tour mit der Rockband „Carpe Noctem“ fand in Wladimir 2014 statt (s. Blogeintrag: https://is.gd/g8lKaV). Nach zweijähriger Pause und trotz vieler Schwierigkeiten überstand der Jugendaustausch seine schweren Zeiten! Schon 2015 übernahm dann die „Eurowerkstatt Jena“ die Trägerschaft über die Mix-Tour und begrüßte die Gäste in Jena.

Bildband von Thomas Grund

Zum Gegenbesuch kam es nun vom 13. bis 24. April 2017. Die achtköpfige Schülergruppe aus Jena unter Leitung von Ricarda Ullmann und Anna Kulakowa erlebte einen herzlichen Empfang in Wladimir. Vielfältige Programmschwerpunkte und spannende Veranstaltungen wurden vom Euroklub Wladimir organisiert, und die deutschen Jugendlichen waren in freundlichen Gastfamilien untergebracht: eine tolle Gelegenheit, russische Kultur und u.a. Ostertraditionen „von innen“ kennenzulernen.

Gruppenbild in Susdal

Die Besucher aus Jena waren von der Gastfreundschaft ihrer russischen Partner einfach fasziniert. Nicht nur das großartige Essen, sondern auch der extra von den russischen Jugendlichen auf Deutsch vorbereitete Rundgang zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt waren nicht selbstverständlich. Auch im gemeinsamen Treffpunkt Euroklub hatten alle immer wieder eine schöne Zeit mit Tee und Kuchen.

Zu Gast im Euroklub Wladimir

Auch gelang es, den deutschen Gästen einen ausführlichen Überblick über das russische Bildungssystem zu vermitteln. Am Pädagogischen Institut organisierten die Dozentin Karina Drosd und die Professorin Irina Plaxina vom Lehrstuhl Pädagogik eine gemeinsame Projektarbeit mit Studenten der Fakultät für Fremdsprachen zum Thema „Wege der Zukunft“. Die jungen Menschen setzten sich mit Begriffen wie „Freiheit“, „Familie“, „Sport“, „Musik“, „Freundschaft“ auseinander und stellten ihre Ergebnisse in Form von kreativ gestalteten Plakaten vor.

Gemeinsam gestaltete Plakate

Die Delegation aus Jena hatte auch Gelegenheit, den schulischen Alltag vor Ort zu erleben. So öffnete die Schule Nr. 15 gastfreundlich ihre Pforten. Deutsche und russische Schüler kamen miteinander ins Gespräch und knüpften neue Kontakte. Im Laufe der Woche besuchten die deutschen Jugendlichen auch noch die Schule Nr. 25, und in der Schule Nr. 36 fand ein gemeinsames Volleyballspiel statt.

Zu Gast in der Schule Nr. 15

Zwei unvergeßliche Tage verbrachten die deutschen Gäste in Susdal. Die Leiterin des Susdaler Euroklubs, Olga Kostina, organisierte eine wunderbare Führung durch den Kreml sowie ins Museum für Holzbaukunst und Brauchtum.

Im Kreml von Susdal

Die Pracht der Muttergottes-Geburts-Kathedrale mit ihren Sakralschätzen und die architektonischen Besonderheiten der Kirchen haben einen starken Eindruck auf die jungen Gäste hinterlassen.

Im Euroklub Susdal

Besonders spannend war der Ausflug ins Department der Kunstwissenschaften der Staatlichen Universität von Sankt-Petersburg, wo Restauratoren in neun verschiedenen Richtungen ausgebildet werden. Die Studenten erzählten den begeisterten Gästen über interessante Spezifika ihres Studiengangs und zeigten zahlreiche Kunstwerke – wie etwa eine alte Ikone oder einen polnischer Säbel -, die gründlich restauriert werden müssen.

Gruppenbild mit Euroklub

Universitätsbesuch in Susdal

Seinen Höhepunkt erreichte der Jugendaustausch mit dem 20jährigen Jubiläum des Euroklubs. Das feierliche Konzert und das landeskundliche Spiel fanden am 18. April im Kulturhaus „ODRI“ statt, an dem Spiel „Traditionen Deutschlands und Rußlands“ beteiligten sich sowohl Mannschaften der Wladimirer Region als auch die deutschen Gäste. Man übte das Übersetzen deutscher Sprichwörter, präsentierte Volkstänze und analysierte historische Epochen beider Länder. Die Ergebnisse des Spiels machten deutlich, beide Nationen haben viel Gemeinsamens in der Sprache und kulturellen Traditionen.

Im Museum für Holzbaukunst Susdal

Elf Tage lang dokumentierten die deutschen und russischen Jugendlichen ihre Eindrücke von der Begegnung. Sie machten Bilder und Videos, Grundlage für ihren ersten Film, der 2018 nach dem Gegenbesuch der russischen Freunde erstellt werden soll. Ein rundum gelungener Austausch, mit vielen neuen und tollen Erfahrungen.

Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Deutsch-Russicher Jugendaustausch, der Stadt Jena, die Stadt Wladimir und die ECO Stiftung Jena. Vielen Dank an die Geldgeber!

Anna Kulakowa

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Im vergangenen Jahr hat Cornelia Bartlau, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena, ein Frauentreffen mit Vertreterinnen aus allen Partnerstädten, darunter auch Erlangen und Wladimir, an der Saale organisiert. Eines der Ergebnisse bestand darin, auch einmal die weibliche Lebens- und Arbeitssituation in Wladimir aus eigener Anschauung kennenlernen zu wollen.

Wasserpumpen: Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nun ist dieser Gegenbesuch auch tatsächlich über die Mai-Feiertage zustande gekommen, wenn auch leider ohne Beteiligung aus Erlangen, und Oberbürgermeisterin Olga Dejewa erwies den Gästen persönlich die Ehre, begleitete die Delegation in den Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt.

Die Frauendelegation aus Jena mit Irina Chasowa, Cornelia Bartlau und Olga Dejewa (2., 3. und 4. v.l.)

Ein Reisebericht steht noch aus, aber aus dem Rathaus der Partnerstadt und dem Erlangen-Haus ist bereits zu erfahren, es habe ein Besuch des Frauenhauses und verschiedener sozialer Einrichtungen stattgefunden. Auch einen ersten konkreten Ansatz für eine künftige Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir im Bereich von Kindergärten sei in Sicht.

Botanische Führung durch den Patriarchengarten

Da kommt aber sicher noch mehr, denn Cornelia Bartlau ist eine Frau der Tat. Sie initiierte bereits in den 90er Jahren einen Jugendaustausch zwischen Jena und Wladimir, der bis heute fortwährt und konnte schon mit ihrer Freiwilligeninitiative das Partnerschaftsdreieck Erlangen – Jena – Wladimir mit vielfältigem Leben erfüllen. Warten wir also ab, was da kommen wird.

Blick aus dem Fenster mit Roman Jewstifejew, gestern in Wladimir

So schön wie zu Beginn des Aufenthalts am 4. Mai blieb es in Wladimir nicht. Während wir hierzulande gestern endlich den Wonnemonat von seiner schönsten Seite genießen durften, verhagelt das Wetter buchstäblich den Frühling in der Partnerstadt. Es ist mittlerweile derart kalt und unwirtlich geworden, daß man für die Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser wieder die Fernwärme aufgedreht hat.

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Noch ein Nachwort zum Besuch von Marina Krylowa und Margarita Makarowa, ärztliche Leiterin bzw. Oberschwester des Krankenhauses im Wladimirer Stadtteil Jurjewez, die am Freitag die Heimreise antraten. Einen Tag zuvor waren sie aber noch nach Jena gereist, um ihr Bild von der deutschen Palliativmedizin zu ergänzen. Warum sie so begeistert aus Thüringen zurückkamen, kann man nachlesen in dem Bericht von Norbert Hebestreit, leitender Pflegewissenschaftler am Universitätsklinikum Jena, der, sprachlich unterstützt durch Iwan Nisowzew, die Gäste durch die Stationen des Tages führte.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucherinnen von dem gerade fertiggestellten zweiten Neubauabschnitt des UKJ, welcher noch in diesem Monat in Betrieb genommen wird. Kern der Visite jedoch war der fachliche Austausch mit Ärzten und Pflegenden der Abteilung Paliativmedizin in Verbindung mit einer Besichtigung der Zwölf-Betten-Station. Nach einem einführenden Gespräch mit Chefarzt Ulrich Wedding und der Leiterin der Palliativ-Care-Weiterbildung, Christiane Klimsch, wurden die Gäste durch das Palliativzentrum geführt. Die aus Spendenmitteln der Deutschen Krebshilfe und Zuschüssen des Freistaates Thüringen erbaute Einrichtung zeichnet sich durch eine besonders freundliche, wohnliche und lebensqualitätsunterstützende Atmosphäre aus. „Die Patienten sollen vergessen können, sich im Krankenhaus zu befinden“, so Christiane Klimsch. Über die stationäre Versorgung hinaus werden die Patienten auch im ambulanten Bereich betreut und unterstützt. „Unser Ziel ist es, unseren Patienten maximale Lebensqualität bis ans Lebensende zu ermöglichen – hierfür braucht es eine gute Zusammenarbeit im interprofessionellen Team“, so Ulrich Wedding.

Christiane Klimsch, Margarita Makarowa, Ulrich Wedding, Iwan Nisowzew und Marina Krylowa

„Für uns waren die Gespräche und die Besichtigung am Uniklinikum Jena eine sehr gelungene Ergänzung unseres Besuches. Wir sind dankbar für die Möglichkeit, gleich zwei universitäre Einrichtungen der Palliativversorgung gesehen zu haben“, bedanken sich die Ärztin und ihre Oberschwester aus Wladimir bei den Organisatoren des Ausflugs und sprechen zugleich den Wunsch der Fortführung gegenseitiger Hospitationen aus. Und auch die Gastgeber freuen sich. War doch dieser spontan verabredetet Besuch der russischen Kolleginnen ein weiterer Mosaikbaustein in der gerade beginnenden Zusammenarbeit der partnerschaftlich verbundenen Städte Wladimir und Jena auf dem Gebiet von Pflege und Medizin.

Norbert Hebestreit

P.S.: In der Süddeutschen Zeitung ist ein Artikel über das Experiment der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir erschienen – lesenswert unter: https://is.gd/L0nH6c

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Das Jahr hat gerade erst begonnen, aber schon in den ersten vier Monaten kamen jede Menge Jugendliche aus Wladimir nach Jena. Der Euro-Klub in der Partnerstadt setzt seine Tradition fort und bietet Schülern und Studenten landeskundliche Reisen durch Europa an. Im Januar und Februar besuchten in diesem Rahmen aus Wladimir mehr als einhundert junge Leute Jena. Der Zwischenhalt an der Saale per Reisebus gehört für jede Euro-Klub-Gruppe schon zum festen Programm – nicht nur mit einem Stadtrundgang in Begleitung der Freiwilligen vom Euro-Werkstatt Jena e.V., sondern auch mit einem Besuch der Jugendzentren und einer Diskussion mit Gleichaltrigen zu aktuellen Themen.

Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Anna Sjakina, Angelina Muchina und Galina SamarajewaEine große Rolle dabei spielen die Pädagogen und Mitarbeiter vom Wladimirer Euro-Klub sowie dessen Partnerorganisationen in Jena, die Euro-Werkstatt und die ÜAG Jena gGmbH.

Im Botanischen Garten Jena

Am Mittwoch ist wieder ein Wochenprogramm des berufsorientierten Jugendaustausches zwischen dem Euro-Klub mit Jelena Guskowa und der ÜAG mit Elke Kerber zu Ende gegangen. Begleitet wurde die russische Gruppe von zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen des Klubs, Galina Samarajewa, Englischdozentin an der Universität Wladimir, und Anna Sjakina, stellvertretende pädagogische Leiterin der Schule Nr. 2 und Deutschlehrerin. Das Programm war übervoll mit täglich neuen Eindrücken! Unter anderem band man die russischen Jugendlichen aktiv in die journalistische Arbeit ein, viele zeichneten ihre Erlebnisse auf, so gut wie alle tauschten ihre Bilder mit Freunden im Netz aus. Die drei aktivsten Teilnehmerinnen drehten sogar einen kurzen kreativen Musikfilm, wo Rap in Eigenkomposition mit einem lustigen Text zu jedem Reiseteilnehmer zu hören ist. Wir werden das hoffentlich alles bald im Internet zu sehen bekommen! Da können die jungen Leute dann selbst von den Inhalten der Programme und ihren Eindrücken erzählen.

Begegnung

Parallel zu den Jugendbegegnungen hatten die Organisatoren Gelegenheit zu einigen ausgesprochen produktiven Gesprächen über Partnerschaftsprojekte. Besonders offen, positiv und fruchtbar dabei das abendliche Treffen zwischen Anna Sjakina und Angelina Muchina, Lehrerin für Russisch und Kultur aus der Schule „Kulturanum“ in Jena-Lobeda. Beide Fremdsprachenlehrerinnen hatten sich schon lange eine Partnerschule für den Austausch gewünscht. Iwan Nisowzew und Uljana Tschkalowa, eine europäische Freiwillige an der ÜAG Jena gGmbH, halfen, die beiden Frauen zusammenzubringen. Hinzu kamen noch Galina Samarajewa und Norbert Hebestreit, der im Februar Wladimir für sich entdeckt hatte, s. https://is.gd/Z3iyD1. Bleibt zu hoffen, daß diese neuen Bekanntschaften bald auch neue Früchte hervorbringen, neue Jugendbegegnungen, umsomehr als die Schule Nr. 2 aktiv am Programm des Euro-Klubs teilnimmt, der seinerseits viel Unterstützung bei der Durchführung internationaler Austauschmaßnahmen leisten kann. Auch seitens Jena fehlt es nicht an Erfahrung: Angelina Muchina, die ehemalige Direktorin des Instituts für Internationale Kommunikation, besuchte Wladimir bereits vor einigen Jahren, und drei ihrer Schülerinnen kamen gerade dieser Tage von der Mix-Tour, organisiert von der Euro-Werkstatt, aus der russischen Partnerstadt zurück. Da ist also viel am Start, man darf sich auf neue Projekte freuen.

Abschied mit Tränen

Und dann waren Galine Samarajewa und Iwan Nisowzew auch noch an der Friedrich-Schiller-Universität und besprachen mit Wladislawa Warditz vom Institut für Slawistik eine mögliche Zusammenarbeit mit der Universität Wladimir im Bereich Linguistik – mit einem Studentenaustausch von Slawistikstudenten. Möglich, daß es bereits im Juli junge Linguisten aus Jena mit dem Gegenbesuch der ÜAG Jena gGmbH nach Wladimir kommen. Möge es gelingen! Zwischen den beiden Hochschulen gibt es ja schon lange ein Abkommen über Zusammenarbeit, allerdings kam bisher noch kein regelmäßiger Austausch zustande. Eine gute Motivation dazu könnte nun der Jugendaustausch liefern. Viele gute Nachrichten aus Jena, die der Blog Iwan Nisowzew verdankt, während der Jugendaustausch nur dank der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA) in Hamburg, der Stadt Jena und der ÜAG Jena gGmbH finanziert werden kann.

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2003 startete Cornelia Bartlau, damals noch Streetworkerin in Jena, das Programm Mix-Tour gemeinsam mit dem Euro-Klub in Wladimir. Mit großem Erfolg, denn die Jugendbegegnungen finden seither Jahr für Jahr statt, und seit dem 14. April gastiert auch wieder ein Gruppe aus Jena in der russischen Partnerstadt.
Sogar ein TV-Sender berichtete bereits über das zwölftägige Treffen, zu dessen Programm auch der Besuch von Schulen und sozialen Einrichtungen gehört. Klar, die Jugendlichen aus Jena sind begeistert, wollen auch etwas über ihre Stadt und deren sieben Wunder erzählen, besonders aber erfreut das Interesse der Gastgeber an den Besuchern.
Eine Schülerin spricht aus, was alle denken: „Es begeistert mich, die Gelegenheit zu haben, mit Menschen verschiedener Nationalitäten Austausch zu haben und dabei etwas über sich selbst und die anderen zu erfahren. Ich lerne schon sieben Jahre Deutsch, habe gewissen Kenntnisse und hoffe, es wird alles klappen, wenn mir die Lehrerin hilft.
17 Gäste, 17 Erlebnisse und Erfahrungen – zu multiplizieren mit dem Faktor x, der für Begegnungen steht. Da wird es bald wieder viel zu berichten geben. Anna Kulakowa – sie begleitet die Gruppe aus Jena – jedenfalls hat versprochen, noch einen Bericht für den Blog zu liefern. Ein wenig Geduld noch, um mehr vom achten Wunder der Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir zu erfahren.

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Die medizinischen Kontakte zwischen Erlangen und Wladimir – sie begannen bereits 1989 – schließen ja so gut wie alle Fachbereiche ein. Da verwundert es doch, wenn die Krankenpflege bisher im Austausch der Partnerstädte überhaupt nicht vorkommt, obwohl hier wie dort natürlich ausgebildet wird. Nun ist aber auch diese Nische endlich gefüllt – dank einer Initiative von Norbert Hebestreit, Leiter des Bereiches Pflegebildung am Uniklinikum Jena, der zusammen mit Iwan Nisowzew von der Eurowerkstatt Jena als Dolmetscher und Koordinator in der vergangenen Woche Wladimir besuchte. Lesen Sie heute den Bericht der beiden mit ganz neuen Ein- und Ausblicken für die Dreieckspartnerschaft Erlangen – Jena – Wladimir:

Am 20.2.2017 trafen wir in Wladimir ein, um im Rahmen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Städten erste Schritte für neue Kooperationsprojekte zu besprechen.

Norbert Hebestreit, Irina Chasowa und Iwan Nisowzew

Norbert Hebestreit, Irina Chasowa und Iwan Nisowzew im Erlangen-Haus

 

 

 

 

Im Mittelpunkt steht ein Kooperationsvorhaben zwischen dem Bereich Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena und der staatlichen Berufsschule für Medizinische Fachberufe in Wladimir. Neben dem gegenseitigen Interesse an gemeinsamen fachlichen Themen zur Ausbildung der Pflegeschüler geht es auch darum, gemeinsame Aktivitäten wie Studienreisen oder Forschungsprojekte vorzubereiten.

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Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Inna Morosowa, Tatjana Sajtschikowa und Olga Antropowa

Kooperationsgespräche führten von Seiten der Medizinischen Berufsfachschule Wladimir deren Direktorin, Inna Morosowa, unterstützt von Olga Antropowa, ihrer Stellvertreterin für Erziehung, sowie Tatjana Sajtschikowa, zuständig für die Lehre. Ziel der avisierten Zusammenarbeit ist der schulische und außerschulische Austausch auf der Ebene der Auszubildenden und der ausbildenden Pädagogen. Gemeinsam bearbeitete Projekte, zum Beispiel zu historische Themen im Kontext der Behandlung von  deutschen Kriegsgefangener in russischen Lazaretten oder zu zukunftsweisenden Themen, wie Robotik und Telemedizin in der Pflege stehen ebenso auf der Agenda der besprochenen Kooperationsfelder wie der fachliche Austausch zu Curricula und Ausbildungsstandards in der Pflege.

Iwan Nisowzew, Alexander Krawzow, Norbert Hebestreit, Swetlana Srjanina und Jaroslaw Demidenko in der Privatklinik Palitra

 

 

Diese Gespräche wurden ergänzt durch weitere Besuche im Erlangen-Haus, im Euroclub Wladimir, im privaten Krankenhaus „Palitra“ sowie an der Staatlichen Universität Wladimir. Hier entstanden im Gedankenaustausch mit Prof. Ludmila Suschkowa Ideen für wissenschaftliche Projekte an der Schnittstelle zwischen Pflegewissenschaft und Medizintechnik.

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Zu Gast bei Ludmila Suschkowa am Lehrstuhl für Biomedizin

Die Gespräche empfanden alle Seiten als sehr konstruktiv und zukunftsweisend. Die nächsten Schritte zur Konkretisierung des Kooperationsvorhabens wurden bereits besprochen. Dabei liegt das übergeordnete Interesse an der Zusammenarbeit vor allem in der Bereicherung des städtepartnerschaftlichen Austausches im Hinblick auf die Erweiterung um gesundheitswirtschaftliche Themen.

Und dann noch ein Nachsatz: Es war übrigens wirklich WUNDERBAR in Wladimir!!!

Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew

 

P.S.: Die Arbeit des promovierten Pflegewissenschaftlers ist bereits 2011 mit dem Coperate-Health-Award ausgezeichnet worden: https://is.gd/vWHynb

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