Wieder unternahm eine Jugendgruppe aus Wladimir im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks mit Jena eine kleine Europareise, von der die Leiterin des Euroklubs, Jelena Guskowa, hier kurz berichtet:

Vom 22. März bis zum ersten April nahm eine Gruppe des Euroclubs Wladimir an dem Kulturprogramm im Rahmen des Jugendaustausches „Partnerschaft – unsere Zukunft“ teil. Ihren Anfang nahm diese Reise mit einen Treffen an der Jagiellonen-Universität Krakau. Die polnischen und russischen Jugendlichen diskutierten Fragen der Kooperation ihrer Länder. In Graz trafen wir Mitglieder der russisch-österreichischen Gesellschaft, und in unserer deutschen Partnerstadt Jena nahmen wir schließlich an Vorträgen über Gedenkstätten teil und konnten unser Wissen über den Krieg und die deutsche Geschichte austauschen und erweitern.

Gemeinsam mit den deutschen Jugendlichen fuhren wir nach Buchenwald in der Nähe von Weimar, um uns dort gemeinsam mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Für uns war es sehr wichtig, daß unsere Jugendlichen diesen Teil der deutschen Geschichte mit eigenen Augen sehen und damit besser verstehen und sich darüber austauschen konnten. Danach sind wir ein wenig durch Weimar spaziert, um die Eindrücke zu verarbeiten.

Zum Ende des Programmes besuchten wir den Treptow-Park in Berlin, sahen dort das Denkmal der sowjetischen Soldaten.

Das Hauptziel unserer Reise, die uns auch noch nach Österreich führte, war der Austausch der Jugendlichen untereinander. Deshalb besuchten wir alle unsere Ziele gemeinsam mit deutschen Jugendlichen, um einander  kennen und verstehen zu lernen.

Wir möchten der Verwaltung der Stadt Jena danken, da sie uns eine finanzielle Hilfe für diese Reise zur Verfügung stellte. Ein besonderes Dankeschön geht an Iwan Nisowzew, Heike, Christina Samjewa, Nastja Mescherjakowa und auch Lukas sowie an all jene, die sich mit unseren Jugendlichen trafen. Und schon bald folgt das nächste Programm!!!

In einem Facebook-Beitrag findet sich schließlich noch ein Rückblick auf den Besuch von Buchenwald, der es wert ist, hier in Übersetzung vorgestellt zu werden.

Wir möchten Euch heute von einer traurigen Seite der Geschichte unserer Welt berichten. Wir, eine Gruppe der Schule Nr. 36, besuchten gemeinsam mit der Delegation des Euroklubs Wladimir am 29. März das 1937 unweit von Weimar, der Stadt der deutschen Klassik, eingerichtete KZ Buchenwald. Was und wo das ist, braucht, glaube ich, niemandem erklärt zu werden. Geht man über das Gelände, sieht man alles noch so, wie es wohl vor mehr als 75 Jahren hier war. Wir waren angenehm überrascht davon, wie viele Jugendliche aus Rußland, Deutschland und anderen Ländern hierher kommen und sich für diese Thematik interessieren. Für uns bleibt diese Reise unvergessen. Wir hatten uns allerdings auch gut vorbereitet, viele Bücher über das KZ gelesen, da wir uns wirklich für die Sache interessierten. Nach dem Besuch fühlt man sich freilich wie erschlagen, man braucht ein paar Tage, um wieder zu sich zu kommen.

Vorbereitung auf Buchenwald

Darüber zu lesen und Bilder zu betrachten, ist das eine, alles mit eigenen Augen zu sehen und die Atmosphäre des Todes zu spüren, ist etwas ganz anderes. Man geht über die Erde, die so vollgesogen ist mit Tränen, Blut und Schmerzen.

Unsere Exkursion begann mit dem 1958 erschienenen und von Muslim Magomajew gesungenen antifaschistischen Lied „Buchenwalder Sturmläuten“. Später führte uns der Weg entlang den Massengräbern, wo wir in einer Schweigeminute der Opfer gedachten.

Vorbereitung auf Buchenwald

Die Karachostraße, die zum Lager führt, endet am einzigen Ein- und Ausgangstor mit der schmiedeeisernen, von drinnen zu lesenden Inschrift „Jedem das Seine“. Tag für Tag zogen hier die endlosen Kolonnen von Gefangenen in der ständigen Angst vor den unberechenbaren SS-Leuten vorüber. Die Zeiger auf dem Turm zeigen die Uhrzeit – 15.15 – an, als die US-Armee das Lager am 11. April 1945 befreite.

Einen schrecklichen Eindruck hinterließ bei uns die Information zum lagereigenen Zoo. In einer Zeit, wo die Insassen nichts zu essen hatten, fütterte man die Tiere vor den Augen der Gefangenen mit frischem Fleisch und Obst. So endete unser Besuch in Buchenwald, im Todeslager. Ein EWIGES ANDENKEN den Opfern dieses schrecklichen Kriegs! Wir vergessen nicht, halten die Opfer in Ehren und hoffen, etwas derartiges werde sich nie wiederholen!!!

Andrej, der jüngste Reiseteilnehmer, auf die Frage, wo es ihm am besten gefallen habe: „In Deutschland.“ Er meint wohl vor allem Jena an der Saale hellem Strande.

Herzlichen Dank an die Organisatoren des Programms vom Euroklub Wladimir und den Gastgebern sagen die Schüler der Klasse 8 der Schule Nr. 36.