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Archive for the ‘Humor’ Category


Während in Moskau die indische Variante von Covid-19 bereits 89% der Neuinfektionen ausmacht und Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow seinen Landsleuten „totalen Nihilismus“ in Sachen Schutzmaßnahmen und Impfung bescheinigt, tut der Volksmund das, was er immer in Krisenzeiten tut: Er lacht sich eins.

Ärztliche Ratschläge: Zur Vorbeugung gegen das Corona-Virus essen Sie fünf Knoblauchzehen täglich. Das hilft natürlich nicht die Bohne, aber die Leute in Ihrer Nähe werden sich von Ihnen fern halten.

Ein altes Mütterchen ging zu Fuß in ein weitentferntes Geschäft, um 300 Rubel beim Einkauf zu sparen. Auf dem Rückweg setzte sich die Frau auf eine Parkbank, um zu verschnaufen…

Auf einem Werbeplakat ist zu lesen: „Lassen Sie sich impfen, oder wir erhöhen den Jungs das Honorar.“

In der russischen Medizingeschichte ist die Epoche der Strafpsychiatrie zu Ende; es beginn die Epoche der Strafepidemiologie.

Rückkehr der Dialektik: Die Impfung gegen Covid ist derart freiwillig, daß sie schon wieder zwangsweise erfolgt.

Ein Ingenieur und ein Impfgegner kommen an eine Brücke, die über einen Fluß führt, in dem es wimmelt vor Krokodilen und Piranhas. Der Impfgegner fragt den Ingenieur, ob es sicher sei, die Brücke zu nehmen, worauf die Antwort folgt, die Brücke biete eine Überlebenschance von 99,97%. „Hm, dann schwimme ich lieber“, entschied sich der Impfgegner.

Wer meint, die Impfung gegen Corona greife in seine DNA ein, sollte diese Chance in Erwägung ziehen.

„Warum wollen Sie keinen Fallschirm anlegen?“ – „Zu viele Nebenwirkungen: Man könnte sich die Haupt am Rücken reizen oder etwas stauchen, und schließlich gibt es keine hundertprozentige Garantie dafür, daß er sich öffnet.“

„Stell dich doch nicht so an, du geimpftes Miststück!“ – „Täusch dich mal nicht, das sind meine natürlichen Antikörper!“

Der Moskauer Corona-Virus-Stamm überprüft vor der Infektion die Wohnortbescheinigung.

Unter den Nichtgeimpften verlost man drei Plätze auf dem Wagansker Friedhof.

Der Drei-Phasen-Test auf Covid: 1. Ein Glas Wein einschenken. 2. Wenn Sie den Wein riechen, haben Sie kein Covid. 3. Wenn Sie den Wein schmecken, haben sie ganz sicher kein Covid. – Um die Zuverlässigkeit des Tests zu überprüfen, sollten Sie ihn mehrfach täglich durchführen.

Das Tempo der Impfungen hierzulande zeigt, wie viele von uns nüchtern sind.

Gibt es eigentlich schon Masken mit der Aufschrift „Hier könnte Ihre Werbung stehen!“?

„Sie haben während der Pandemie Ihre Arbeit verloren? Dann sollten Sie umgehend Arbeitslosengeld erhalten.“ – „In welcher Höhe?“ – „Von was für Geld sprechen Sie? Es handelt sich da um so eine Broschüre.“

Glauben Sie denen nicht, die behaupten, nach der Impfung sei es mit dem Kinderwunsch vorbei. Ich wurde gerade geimpft, und meine drei Kinder saßen alle brav zu Hause.

Es gibt immer weniger Mitteilungen über Neuansteckungen mit dem Virus. Ob wohl der Erreger auf dem Rückzug ist, oder gehen uns gerade die Leute aus?

„Und, wie war’s bei der Impfung?“ – „Paßt schon, bloß jucken die Fühler, und der Panzer ist noch zu weich.“

Paradox: Während der Pandemie gab es nur einen einzigen öffentlichen Ort, wo man frei durchatmen konnte: die öffentliche Toilette.

Britische Wissenschaftler entdeckten eine neue Virusvariante, die sich verabschiedet, ohne zu verschwinden.

Die nächste Corona-Welle übersteht man am besten auf der eigenen Yacht.

„Um Corona zu besiegen, müssen sich einfach alle impfen lassen.“ – „Das heißt, wir sind dem Untergang geweiht. Im letzten Jahr hieß es nämlich, wir sollten einfach daheim bleiben und auf dem Diwan liegen. Aber nicht einmal das haben wir geschafft!“

Unverständiger Organismus! Ich habe ihm doch den Negativtest gezeigt, aber er hört einfach nicht auf zu husten.

Jetzt begreife ich, warum bei uns so viele die Maske auf dem Kinn tragen. Ganz einfach, damit ihnen angesichts der Preisschilder nicht die Kinnlade herunterfällt.

Die Welt ist irre geworden. Da titelte doch neulich eine Zeitung: „Ein nackter Mann stürmte auf das Spielfeld, ohne eine Maske zu tragen.“

Ich hätte mich schon längst gegen Covid impfen lassen. Sie wissen schon: Verantwortungsgefühl, Vertrauen in die Errungenschaft der russischen Medizin… Ich bin ja überhaupt recht leichtgläubig und lasse mich gern überzeugen. Nur eines stört mich: Im Fernsehen empfehlen die gleichen Leute das Impfen, die zuvor dazu aufriefen, für Putin, Einiges Rußland und die Verfassungsänderungen zu stimmen.

Wenn man zur Rettung vor der Pandemie eine Stadt opfern könnte. Warum wohl sollte das Moskau sein?

Entweder oder: Alle Russen haben Covid – oder alles russischen Käsesorten haben weder Geruch noch Geschmack.

Ich wache am Morgen auf und rieche alles, schmecke alles, huste nicht, habe kein Fieber. Sieht verdammt nach den typischen Symptomen einer asymptomatischen Infektion aus.

Ich hätte mir nicht im Traum vorstellen können, maskiert und behandschuht eine Bank zu betreten und von den Wachleuten freundlich begrüßt zu werden.

Im letzten Jahr verzichtete ich wegen Corona auf Urlaub am Meer. Im vorletzten Jahr verzichtete ich aus Geldmangel.

Bei einer zweiwöchigen Ausgangssperre sind die ersten sechs Monate die schwierigsten.

Während der Pandemie tauchten auf den Pornoseiten im Internet neue Foren auf: heiße Mädchen ohne Maske.

Noch ist unklar, wann die Russen die Herdenimmunität gegen Covid erreichen. Gegen Geldmangel haben wir sie jedenfalls bereits entwickelt.

Zwei eigentlich unterschiedliche Phänomene: Massenimpfung bei akutem Mangel an Vakzinen und ein echtes Defizit an Halbleiterchips. Wirklich nur Zufall?

Die Archäologen der Zukunft werden unser Zivilisation die „Maskenära“ nennen.

Pech gehabt. Du willst eine Bank überfallen, aber du kommst nicht rein, weil du deine Maske daheim vergessen hast.

Auf Vorschlag von Moskau soll Michail Gorbatschow Generalsekretär der Corona-Pandemie werden, das sich diese sonst nie von selbst erledigen und auflösen werden.

In den Ländern, wo nach der Corona-Impfung empfohlen wird, statt an drei nur an einem Tag nichts zu trinken, erhöht sich die Impfbereitschaft um das Dreifache.

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Exklusiv-Material dank einer Kooperation des Blog-Recherche-Teams mit der Foxx Broadcasting Company und der Agentur Praw-Da-Ru

Sie erinnern sich vielleicht. Bereits vor 20 Jahren hatte ein Hotelier aus Susdal seinen damaligen Kollegen, Donald Trump, zu einem Besuch eingeladen. Der Brief blieb allerdings ebenso unbeantwortet wie das Angebot eines Matratzenherstellers aus Kowrow in der Region Wladimir vom Februar 2017, dem mittlerweile zum Präsidenten der USA gewählten Unternehmer bei der Linderung seiner Schlafstörungen zu unterstützen https://is.gd/Z9igFU. Doch nun könnte Erlangens Partnerstadt bald Austragungsort für ein ganz besonderes Gipfeltreffen werden. Zwar hatte der Herr im Weißen Haus am 10. März angekündigt, nicht zu der Parade am 9. Mai zum Tag des Sieges nach Moskau zu reisen – ob diese Veranstaltung angesichts der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden kann, erscheint ohnehin mehr als fraglich -, aber nun wird aus der Botschaft der USA in der russischen Hauptstadt kolportiert, der Kollege von Wladimir Putin ziehe einen Besuch des größten Landes der Erde noch vor den Präsidentschaftswahlen im November in Betracht. Wie von Diplomaten durchgestochen, soll die bilaterale Begegnung allerdings in der alten Hauptstadt, in Wladimir, stattfinden. Donald Trump wolle sich bei der Gelegenheit darüber informieren, wie es sein geschätzter Gastgeber geschafft habe, einen historischen Ort schon viele Jahrhunderte vor der eigenen Geburt nach sich benennen zu lassen. Da der Freikirchler an die Vorsehung glaube, frage er sich nun, warum ausgerechnet er – Originalzitat: „I’ve made a tremendous difference in the country!“ – in einer solch wichtigen Frage das Nachsehen habe. Gerüchtehalber kursieren schon Mutmaßungen darüber, Washington solle noch zu Lebzeiten umbenannt werden und nicht mehr den Namen des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, sondern den des größten Staatsmannes aller Zeiten tragen: Greater Donald City wäre ein Option. Aber, wie gesagt, erst nach eingehender Beratschlagung mit seinem Gegenüber aus dem Kreml.

Gerätselt wird freilich noch über das Gastgeschenk. Die Russen bringen da ja die Amerikaner derzeit in Verlegenheit, weil sie – selbst bedroht von der gegenwärtig so steil wie nirgendwo auf der Welt ansteigenden Kurve der Neuinfektionen mit COVID-19 – schon das zweite Flugzeug mit Hilfsgütern zur Bekämpfung der Pandemie in die USA schicken. Nur eines scheint da sicher: Übernachten wird der Gast in dem Hotel seines Kollegen aus Susdal, gebettet auf einer Matratze aus Kowrow, um zu schlafen wie der Präsident auf der Erbse unter dem Bildnis von Großfürst Wladimir.

P.S.: Altoberbürgermeister Siegfried Balleis ordnet die Meldung schon in den geschichtlichen Kontext ein, indem er kommentiert:

Der 1. April 2020 wird in die Geschichte eingehen, da er die Beziehungen zwischen den USA und Rußland auf der Basis der Wladimir/Susdaler Begegnungen fundamental verändern wird.

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Wie gestern erst zu erfahren, fällt die morgige Veranstaltung zum „Russischen Humor“ um 15.00 Uhr im Club International leider wegen Erkrankung der Referentin aus. Kein Witz! Ein oder zwei Tage mehr Vorlauf – und Hi-Ha Schelmowitsch, der Blog-Narr vom Dienst, wäre eingesprungen. Doch da er den Humor sehr ernst nimmt, bräuchte er etwas mehr Vorbereitung. Was der seriöse Witzbold hingegen jetzt schon versprechen kann, ist die Selbstverpflichtung, in zwei Jahren, bei den dann elften Russisch-Deutschen Wochen, in die Bütt zu steigen und dem Publikum die Zunge zu zeigen. Doch bis dahin geben wir Michail Schwanezkij, dem Altmeister der russischen Satire (am 6. März feiert er seinen 86. Geburtstag) das Wort und lassen ihn die Frage beantworten „Was ist Humor?“

Ich will gar nicht von mir reden. Es geht mir um die Verteidigung der ganzen Gattung. Ich selbst bin sogar eher weinerlich und grüble andauernd vor mich hin. Und dann drehe und wende ich jedes Wort hin und wieder zurück.

Im Grunde habe ich mein Leben vertan und damit auch den Humor. Und jetzt, wo ich eigentlich alles verloren habe und im abgewetzten Jackett eines heruntergekommenen Philosophen rumlaufe, kann ich’s ja sagen: Es gibt einfach nichts Besseres als das Leben. Humor ist ein Zustand. Humor hat überhaupt nichts mit Witzen zu tun. Humor ist das Aufleuchten in den Augen, die Verliebtheit in den Gesprächspartner (oder Gesprächspartnerin! Anm. der Redaktion) und die Bereitschaft, so lange zu lachen, bis einem die Tränen aus den Augen schießen. (…)

Man sollte auch die humoristischen Autoren nicht unterschätzen. Für einen einzigen Satz von Ilf und Petrow, wie etwa „Die Hunde kletterten mit der Wendigkeit von Bootsmännern hinaus“, würde ich die ganze Seite einer griechischen Tragödie hergeben, wo sich die Helden mit unglaublicher Leidenschaft in die Brust werfen. Ein Meer von Tränen, in dem vier alte Weiber ertrinken, wiegt leichter als eine Lachsalve, die einen Schuß Wahrheit auslöst.

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Laßt die Bären los!


Fast zehn Jahre hatten sie ohne vernehmliches Murren und Knurren, nur mit stummem Brummen, auf ihrer Fensterbank im Plastikzwinger verbracht. Ebenso schweigsam wie genügsam. Genug, wie die Bärenrechtlerin, Renate Winzen, eine wahre Jeanne d’Arc der Fauna, gestern bei einem Kontrollbesuch des Partnerschaftsbüros im Erlanger Rathaus meinte. Ultimativ schleuderte die ehemalige Sonderbeauftragte für die Wissenschaftskontakte mit Wladimir dem Sachbearbeiter für Internationales entgegen: „Geben Sie den Bären Freiheit, Sire!“

Renate Winzen vor der Befreiung der Trostbären

Und siehe da, der städtische Bedienstete zeigte ein Einsehen. In Zeiten, wo kaum noch ein Zirkus seinem Publikum einen Bären aufbinden will und jeder Zoo über ein größeres Gehege für Meister Petz nachdenkt, sollten auch Trostbären artgerecht gehalten, wenn nicht gleich ganz freigelassen werden. Und so kam es, wie es kommen mußte: Mischka und Grischka strampelten sich los von ihrer Hülle und ließen sich zunächst zur Kuschelpflege des Pelzes auf den Armen ihrer Befreierin nieder.

Renate Winzen nach der Befreiung der Trostbären

Nun wollen wir hoffen, daß die beiden nicht zu Problembären werden. In diesem eher unwahrscheinlichen Fall würden sie zwar nicht gleich zum Abschuß freigegeben, aber zurück in ihre Bärenschanze müßten sie wohl schon. Aber wer will daran schon denken, wenn man das Pärchen so traut vereint, Tatze an Tatze sitzen sieht mit Blick auf die weite Welt.

Mischka und Grischka mit Blick nach draußen

Schon hört man, frei nach dem phantasmagorischen Schlußkapitel des Romans „Laßt die Bären los!“ von John Irving Dialoge wie diesen:

In Erlangen gibt’s Bären. – Wirklich? – Mhm. Bären. – Aber Schaden haben sie nicht angerichtet? – Diese Bären doch nicht. Das sind komische Bären. – Seltene Brillenbären? – Also, da weiß ich nix von. – Aber vermehren sie sich? – Davon weiß ich auch nix. Aber sie sind sehr nett zueinander, wissen Sie. – Mhm. Ich weiß.

Und der Archivar des Blogs weiß: Es handelt sich um Nachkommen der kinderlieben Trostbären, die im Dezember 2010 in Erlangen massenhaft auftraten und nach Wladimir wechselten, wie hier nachzulesen: https://is.gd/1gbNSF

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Verkehrte Welt


Nun raten Sie einmal, welcher Schneemann in welcher der beiden Partnerstädte steht. Ja, die Gemüseskulptur wartet in Wladimir auf Schnee, und die andere Figur schmilzt in Erlangen schon wieder dahin. So verrückt und verkehrt ist die Welt nun einmal.

Gesehen von Maria Platanjuk

Dazu noch etwas Sprachunterricht: Im Russischen gibt es wahlweise zwei Begriffe für den Schneemann, der ja im Deutschen von den Gender-Beauftragten noch stiefmütterlich behandelt wird. Je nach Gusto spricht man vom Schneeweib – снежная баба – oder vom снеговик, dem Schneemann. Was natürlich auch Anlaß zu einem Witz gibt, der so geht:

Papa, warum nennen denn unterschiedliche Leute ein und dieselbe Figur aus drei unterschiedlich großen Schneekugeln mit einer Möhre statt der Nase und einem Eimer auf dem Kopf entweder Schneeweib oder Schneemann? – Das, mein lieber Sohn, liegt an den je unterschiedlichen sexuellen Phantasien der Leute.

Gesehen von Jessica Merz

In einem anderen Witz fordert ein Hase mit dem Föhn in der Pfote von einem Schneemann: „Möhre oder Leben“.

P.S.: Und, ja, wieder einmal führte ein Internet-Ausfall zur Verzögerung der ansonsten gewohnt frühen Veröffentlichung. Die Technikabteilung des Blogs arbeitet fieberhaft an einer Dauerlösung und bittet um Verständnis.

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„Es kann der Frömmste nicht in Frieden rauchen, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ So mag mancher denken, wenn er auf einem russischen Balkon nach dem Glimmstengel greift. Ein Gericht hat nämlich unlängst einem Kläger Recht gegeben, der sich vom Rauch des Nachbarn belästigt fühlte. Der gefürchtete Präzedenzfall ist somit geschaffen, getreu dem Gesetz, wonach der Tabakgenuß auf dem Balkon zwar nicht generell verboten sei, wohl aber zu unterbleiben habe, wenn denn der Nachbar sich belästigt fühlen sollte.

Der Mensch hat aber nun einmal seine Laster und will sich nicht alles verbieten lassen, auch nicht das, was ihm und anderen schaden könnte. Wenn man freilich keine Strafe gewärtigen möchte, fügt man sich besser und läßt statt Rauch gehörig Dampf ab, am besten über das Ventil Humor. Darauf verlegte sich nun ein Wladimirer Nichtraucher, der sich in folgendem Dialog die Frage stellt, was denn noch so alles auf dem Balkon verboten werden könnte: „O, Julia, ich flehe Dich an, gib mir eine zu rauchen! – Kommt nicht in Frage, Romeo, das ist verboten! – Und was darf man überhaupt noch treiben, meine Liebe? – Pussieren auf dem Balkon ist nicht verboten, Geliebter! – O, diese heimtückischen Capuleti (stürzt vom Balkon ab)!

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In der „Spiegelgeschichte“ von Ilse Aichinger – immer wieder eine Lektüreempfehlung wert! – findet sich der unvergeßliche Satz: „Vom vielen Lachen kommen leicht die Tränen“. An dieses Diktum fühlt sich vielleicht erinnert, wer diese beiden Bilder aus Wladimir einander gegenüberstellt.

Da ist der Bus, auf dem offensichtlich ein Kind ohne Punkt und Komma seinem Papa wünscht, er möge gesund bleiben. Man stelle sich den Vater vor, der diese Handschrift wiedererkennt.

Und dann spricht da jemand diese Warnung aus: „Einfahrt freihalten! Vorsicht! Bissiger Hund, böse Hausherren, böse Kinder, böse Vögel… Alle sind böse!!!“ Derart viel zur Schau gestellter bissiger Boshaftigkeit steht dann schon wieder im Verdacht, eigentlich gutmütig zu sein. Nach dem Motto: Hunde die beißen, bellen nicht. Wie auch immer – der ewige Kampf zwischen gut und böse in uns Menschen, auch in Wladimir. Und irgendwoher müssen sie ja kommen, die Tränen. Wie es eben auf gut Russisch heißt: и смех и грех – es ist zum Lachen und zum Weinen.

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Was wurde nicht alles wider die Versuche der Europäischen Union geschrieben und gesagt, den Urheberschutz im Internet zu stärken! Vom Ende der Freiheit im Netz ging die Rede, es drohe eine nur noch gefiltert wahrnehmbare virtuelle Wirklichkeit. Keine Sorge, der Blog bleibt für Sie weiterhin frei zugänglich, die Plattform versteht sich weiterhin als offene Quelle, zumal hier ja bei all den Gastbeiträgen nicht immer die Meinung der Redaktion zum Audruck kommt.

Eine kleine, für Sie hoffentlich verschmerzbare Änderung bringt die Richtlinie, wenn sie denn in der gegenwärtigen Fassung vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten so angenommen werden sollte. Nicht-kommerzielle Anbieter wie etwa Online-Enzyklopädien oder Open-Source-Software-Plattformen oder eben auch Ihr Blog sind außen vor. Zudem sollen kleine und junge Anbieter von den Regelungen ausgenommen werden: Plattformen, die weniger als zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr machen und weniger als fünf Millionen Nutzer im Monat haben – alles Parameter, die der Wladimir-Blog noch erfüllt – unterliegen nicht den neuen Regeln. Im Kleingedruckten freilich findet sich ein wichtiger Hinweis, der auch für die Nutzer dieses Mediums gilt. Es sollen nämlich nicht nur die Urheberrechte geschützt werden, sondern man will auch die Witwen und Waisen von verarmt und vergrämt im ehrenamtlichen Dienst an der Allgemeinheit verblichenen Blog-Redakteuren gegen die Unzumutbarkeiten eines Lebens im materiellen Elend absichern. Ein Ziel, dem sich wohl niemand edlen Gemütes entziehen möchte. Sie erhalten deshalb ab morgen mit dem Zugriff auf den Blog die Aufforderung, einen automatisch nach Ihrem Nutzerverhalten errechneten Jahresbeitrag zur WWBK (Witwen und Waisen der Blogger-Kasse) zu entrichten. Nach Eingang Ihrer Überweisung werden Sie umgehend wieder für den Blog freigeschaltet. Schauen Sie morgen einfach wieder vorbei, Sie werden dann schon sehen. Im Namen der Witwen und Waisen sagt die Redaktion aber schon heute herzlich danke für Ihre Unterstützung. Denn: kein schwarzer Tag für den Blog, sondern eine lichte Zukunft für die Hinterbliebenen.

Einstweilen halten wir uns an ein Bonmot des Publizisten, Philosophen und Schriftstellers Alexander Herzen, der mehr als zwei Jahre in Wladimir lebte: „Wollten die Menschen, statt die Welt zu retten, sich selber retten; statt die Menschheit befreien, sich selber befreien, – wieviel würden sie da zur Rettung der Welt und zur Befreiung der Menschheit beitragen!“

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Zu Beginn der Fastenzeit die Sinnfrage aus Wladimir, auf die man nur selbst die Antwort geben kann.

Herr Doktor, bleibe ich am Leben? – Was hätte das für einen Sinn?

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Was zum Lachen


Hände weg, der Herr!

Zündhölzer aus Espenholz – helfen gegen Vampire und andere unreine Geschöpfe* — * wirkungslos gegen Ghule

Haltet euch fern von Menschen, die keine Katzen mögen.

Rettungsring

Hunde nicht füttern, keine da.

Bei uns unterrichtet man richtig!

Waschen oder nicht waschen?

Wer da? – Aufmachen, Polizei!

Ein Dior-Kleid auf einer Straße in der UdSSR

Aufpassen bei Schnupfen. Nicht die Nase blutig kratzen, sonst kann leicht ’ne Ader platzen! Nicht in der Nase bohren!

Wladimir – Vorsicht, in der Stadt herrscht Asphaltmangel!

 

Humor 9

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